Alle Artikel zum Thema ‘Die Bergfreunde’

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Escalandos statt Galápagos – Kletter-Erkundungsreise durch Ecuador

16. August 2016
Die Bergfreunde

Das erste Mal Südamerika ist immer etwas Besonderes, obwohl bereits jedes südamerikanische Land für sich genommen etwas Einzigartiges zu bieten hat. Unser persönliches Einstiegsland schließlich sollte Ecuador sein – und das nicht nur, weil es für das Klettern eher unbekannt ist. Unsere Erkundungsreise führt uns also durch wilde Landschaften, vom Dschungel bis auf knapp 5000 m ü.NN., in abwechslungsreiche Klettergebiete ganz unterschiedlichen Charakters. Zudem haben wir die blühende Kletterszene in einer Aufbruchstimmung erlebt, die dem Land laufend neue Routen und Klettergebiete beschert. Und da sich bis dato nur recht wenige ausländische Kletterer nach Ecuador verirren, ist es nach wie vor ein kleiner „Geheimtipp„.

Atemberaubendes Quito

Binnen 20 Stunden von 600 m auf 2800m ü.NN. Die Ecuadorianische Hauptstadt Quito ist für uns sprichwörtlich atemberaubend. „Keine Angst wenn du nachts nach Luft japsend aufwachst, das ist während der Akklimatisierung ganz normal“, kommt die Vorwarnung unserer Freunde und Gastgeber für die ersten Tage. Die geplante „Schnell-Akklimatisierung“ verläuft nicht ganz so schnell, wie wir es gern hätten. Zwei Tage Kulturprogramm durch die prunke Altstadt mit ihren bunten Straßenmärkten und den höchst empfehlenswerten Kunstmuseen. Mit Quito’s „Hausberg“, dem 4690 m hohen Rucu Pichincha, setzen wir höhentechnisch jedoch noch einen drauf und kriechen langsam wie die Schnecken die restlichen 600 Höhenmeter zwischen Bergbahn und Gipfel hinauf. Auch die Aussicht auf Cotopaxi und Co. ist atemberaubend! Nach dem Motto „wer auf 4700 Metern wandern kann, muss auf 3000 Metern klettern können“ wagen wir die erste Klettereinheit. Zwischen Quito und dem Parque Metropolitano liegt eingebettet das kleine Klettergebiet Las Canteras mit seinen rund 15 Sport- und Trad-Routen zwischen den Schwierigkeitsgraden 5 und 6c. Gottseidank sind die Linien gleichzeitig ziemlich kurz, denn für mehr reicht die dünne Luft noch nicht. Außerdem sind wir nicht die Einzigen, die leiden. Auch unsere Kletterverabredung Edgar ist käsebleich. Für den nächsten Tag nehmen wir uns Santa Clara vor, eines der besten Klettergebiete nahe Quito und ebenfalls durch eine kurze Busfahrt gut erreichbar. Auf einem schmalen Pfad geht es herunter zum Bach, wo wir über schmale Holzbretter tänzelnd die Felsen erreichen. Der geometrische, kantige Fels mit vielen Absätzen, Verschneidungen und Rissen bietet knackige Herausforderungen. Das Tüpfelchen auf dem „i“ ist anschließend das hervorragende Restaurant bei der Fischzucht!

Auf in den Dschungel

Wenn es mit der Akklimatisierung nicht so läuft, sollte man wieder ein Stück absteigen. In Quito lässt sich das mit dem wunderschönen Klettergebiet Cuyuja zu Anfang der Dschungelregion des ecuadorianischen Amazonasbeckens verbinden. Und nur ein paar Telefonate später hat Edgar bereits eine Klettergruppe organisiert, die uns mitnehmen kann. In Sebás altem VW-Bus geht es folglich in Richtung Westen, zunächst auf den 4200 Meter hohen Pass La Virgen. „Jetzt kommt der abenteuerliche Teil“, scherzt Edgar. Ab hier geht es auf einer schmalen Passstraße in engen Kurven talwärts, wer nicht aufpasst landet schneller unten als gewünscht. Ich sitze am Außenfenster und darf die bunten Wrackteile diverser Busse hunderte Meter tiefer in der Schlucht bewundern, auf die mich Edgar grinsend aufmerksam macht. Doch die Schlüsselstelle kommt erst, als wir kurz vor Papallacta über ein paar wackelige Bretter eine Schlucht überqueren müssen – und von einer „Brücke“ kann man hier wahrlich nicht sprechen. Voll konzentriert auf die Fahrt, sind wir fast beiläufig und völlig unbemerkt in einer satt grünen Dschungel-Landschaft gelandet. Lianen-überzogene Bäume, Sträucher und Farne, dazwischen Palmen und Bananenstauden. Hinter dem rauschenden Rio Papallacta stehen steile Kalkwände, die in 8 Sektoren über 70 Routen von 5 bis 7c bieten. Was für interessante Linien das sind! Der Fels ist kantig mit vielen Seitgriffen und fordert kreatives Ansteigen. Spontan entscheiden wir uns, noch zwei Klettertage dranzuhängen. Kein Problem dank Dona Dorila, die eine einfache, aber ebenso heimelig gemütliche Posada betreibt, sodass man es hier durchaus länger aushalten könnte. Eine kleine Besonderheit des Klettergebietes sind zusätzlich die Thermalquellen von Papallacta, wo man nach dem Klettern so richtig gut entspannen kann.

Öffis in Südamerika

Voll motiviert starten wir von Quito gleich durch, neugierig was uns im südlichen Teil des Landes an Felsen erwartet. Unsere nächste Station ist die Kletterwand in Riobamba, wo wir Edgars Bekannten treffen sollen. Die vier Stunden Busfahrt südwärts entpuppen sich dabei als überraschend kurzweilig. Wir bestaunen unsere Mitreisenden, so wie sie uns: denn je weiter wir uns von der Stadt entfernen, desto bunter werden Kleidung und Kopfschmuck. Im Bus herrscht derweil ein quirliges Durcheinander von Menschen, die einsteigen und aussteigen, hinzu kommen am laufenden Band fliegende Händler durch, die von Getränken und Essen über Schmuck bis zu CD’s wirklich alles verkaufen. Schade nur, dass wir uns aufgrund unserer schlechten Spanisch-Kenntnisse nicht richtig unterhalten können.

Sternstunden am Chimborazo

Der nächste Kontakt in Riobamba ist schnell gefunden, an der Kletterwand wird kurzerhand ein junger Kletterer namens Diego angewiesen, uns zum Klettergebiet San Juan auf knapp 3800m, unterhalb des Chimborazo zu bringen. Ein Klettergebiet voller Superlative, das unterhalb des höchsten Berges Ecuadors liegt. Hier gibt es etwa 100 eingerichtete Routen von 5 bis 8c+ sowie einige schöne Trad-Linien. Etwas benebelt von der Höhe testen wir die ersten Risse und Verschneidungen – für Diego ist es eine willkommene Abwechslung vom Training am Plastik, wir wiederum profitieren von seinem Wissen um die besten Linien. Zu schade also, dass er nicht länger bleiben kann und so machen wir es uns zu zweit am Feuer unter dem Überhang gemütlich – völlig allein in diesem riesigen Amphitheater aus Felsen, dahinter strahlt weiß der Gipfel des Chimborazo. Über uns ist bald ein klarer Himmel mit tausend leuchtenden Sternen zu bestaunen. Was für ein magischer Ort. In den nächsten Tagen entdecken wir noch einige wunderschöne Linien und klettern bis zum Umfallen. Der berühmte Chimborazo ist für uns diesmal nur ein Nebendarsteller.

Askese in Paute

Es geht weiter in Richtung Süden. In Cuenca ist die MonoDedo Filiale unsere Anlaufstation, wo uns Gustavo unter seine Fittiche nimmt. In den folgenden Tagen zeigt er uns die umliegenden Kletter- und Bouldergebiete Sayausi und Zhumir. Und gerade als wir uns zu wundern beginnen, ob Gustavo nicht doch ab und zu arbeiten muss, schickt er uns auf eigene Faust ins nahe gelegene Paute. Seines Zeichens ein wunderbares Sport- und Tradgebiet mit zahlreichen Einseillängen, das gut mit dem Bus erreichbar ist. „Es gibt dort eine Plattform wo ihr ein Zelt aufstellen könnt“… So kämpfen wir uns durch das abschüssige Gebüsch entlang der ganzen Wand, die versprochene flache Stelle ist allerdings nicht zu finden. Zwei Stunden und 30kg Steine mit Erdreich später sitzen wir, schmutzig wie zwei Minenarbeiter, in unserem neu geschaffenen Lager. Da das kostbare Wasser hier oben nur zum Trinken da ist, müssen wir den Dreck in den nächsten Tagen somit wieder „abklettern„. Und auch mit dem Essen müssen wir bald rationieren: so viele schöne Linien wie es hier gibt, entscheiden wir uns nämlich lieber für einen zusätzlichen Klettertag, als für volle Mägen, und klettern bis die Sehnen ächzen. Vier Tage später schreit folglich selbst der kleinste Muskel verzweifelt nach einer Pause und wir kommen doch noch zu unserer heiß ersehnten Dusche.

Felsen wie Sand am Meer

Dank Gustavos Gastfreundlichkeit haben wir in Cuenca ein Zuhause mit der besten Alarmanlage der Welt. „50kg Muskelmasse mit einem Gebiss vorne dran“ ist Georgs Beschreibung des schwarzen Pitbulls, der uns im Wohnzimmer „begrüßt“. Bei ihm sind unsere Sachen hundert Prozent sicher, so können wir unbesorgt die schöne Altstadt Cuencas erkunden. Doch es dauert nicht lange und wir löchern Gustavo schon wieder nach weiteren Klettergebieten. Westlich von Cuenca liegt auf 3500 Metern der Nationalpark Cajas. In Serpentinen schrauben wir uns in Gustavos Allrad-Fahrzeug die Passstraße hinauf in eine wilde Hochgebirgslandschaft. Ein Farbspiel aus grünem Gras und Büschen sowie tiefblau leuchtenden Seen. Der Wind streicht über das hohe Gras der Hochlandschaft, während wir uns zwischen kurzen Reibungsplatten und formschönen Überhängen mit Henkeln klettertechnisch austoben. Schon wieder eines dieser Gebiete, das wir schweren Herzens schneller verlassen müssen, als uns lieb ist! Und auch sonst vergeht die Zeit wie im Flug. Gustavo hält uns auf Trab – und wir ihn ebenso. Gemeinsam klettern wir noch in Cojitambo, Jacalata und ein paar weiteren Gebieten, sodass ein Fazit unserer Erkundungsreise nicht anders lauten kann, als: in Ecuador gibt es Felsen wie Sand am Meer. Die Kletterrouten sind nach neuestem Standard eingerichtet und auch als Fremder findet man hier zügig Anschluss. Das macht nicht nur das Reisen sehr viel leichter – in Gesellschaft klettert es sich auch einfach schöner, und macht gleich doppelt so viel Spaß. Und der zählt ja ohnehin wesentlich mehr als Leistung oder Schwierigkeitsgrade

Informationen:

Die besten Informationen zum Klettern in Ecuador sowie Kletterhallen-Infos, um Anschluss an die hiesige Kletterszene zu finden, gibt es auf der MonoDedo Webseite.

Material Empfehlungen

Tendon Master 7.8mm (Halbseile), Master 8.9mm (Einfachseil)

Onyx und Garnet, Helm Kappa, Karabiner, Expressen

Totemcams und Basic Totemcams

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Swim/Bike/Run @ Challenge Roth 2016 (c) foxletics.com

Bergfreund Jörn bei der Challenge Roth 2016

9. August 2016
Die Bergfreunde

Fast ein Jahr ist vergangenen, seit dem ich mich für meinen ersten Langdistanz-Triathlon, angemeldet habe. Ein Jahr harten Trainings, das mich nicht nur sportlich geformt hat, sondern mich immer wieder auch Mental forderte. Wenn ich z.B im Februar mit meiner langen, dicken Radhose und wasserdichter Radjacke 70 km durch strömenden Regen fahren musste oder morgens um 5:30 Uhr auf der Matte stand, nur um meine Schwimmform in den Griff zu bekommen. Das alles geht mir durch den Kopf, als ich mich am 17.07.2016 um 7 Uhr von meiner Familie verabschiede und zum Schwimmstart marschiere. Es ist soweit, die Challenge Roth startet.

Schwimmen: Banal im Kanal

Die Stimmung in Roth ist der Wahnsinn. Man kann kaum zählen, wie viele Zuschauer sich hier versammeln – sei es, um die Athleten anzufeuern oder einfach nur den Rekordversuch von Profi Jan Frodeno mitzuerleben, der versucht die Weltbestzeit zu knacken. Während ich zum Donaukanal vorgelassen werde, checke ich nochmal ob Brille, Badekappe und Nasenklammer gut sitzen. Mein Herz pocht heftig und wird nur vom lauten Schuss übertönt, der den Start der Challenge Roth markiert. Here we go!

Wir schwimmen zunächst stromaufwärts – nicht besonders prickelnd, da es natürlich recht langsam voran geht. Alle 200 Meter stehen Distanzschilder, die scheinbar im Schneckentempo an mir vorbeiziehen. Nach etwas mehr als einem recht eintönigen Kilometer kommt die erste Wende. Da das Feld angenehm entzerrt ist, geht es hier geruhsam zur Sache. Stromabwärts geht es deutlich schneller voran, was zumindest ein wenig motiviert. Am Rand stehen immer wieder kleine Zuschauer-Trauben, die uns anfeuern. Die zweite Wende kommt in Sicht – ab hier sind es lediglich noch 500 Meter und die ungeliebte Disziplin hat endlich ein Ende. Beim Ausstieg der Blick auf die Uhr: 1:11h. Voll im Plan!

Radfahren: Mit Karacho durch Mittelfranken

Mir wurde schon gesagt, dass die Radstrecke in Roth verdammt schnell ist. Glauben wollte ich das allerdings nicht und so träumte ich im Vorfeld lediglich davon, wenigstens einen Schnitt von 30 km/h halten zu können. Dementsprechend verblüfft bin ich, als ich auf den ersten 10 Kilometern selten langsamer als 35 km/h fahre. Es geht aber auch gemächlich bergab und ich denke mir: Hey, da kann ich auch Gas geben und mir ein Polster schaffen. Und so klettert die Durchschnittsgeschwindigkeit immer weiter nach oben. Den ersten längeren Anstieg gehe ich gemächlich an. Bloß nicht überzocken. Erneut geht es fast 12 km lang leicht bis mittelstark bergab. Ich gebe Gas und sehe, wie der km/h-Schnitt langsam wieder ansteigt.

Die Strecke führt immer wieder durch kleine Stimmungsnester, in denen man sich so richtig schön mit Energie vollsaugen kann. Das wahre Highlight wartet aber am Solarer Berg, für den die Challenge Roth weltweit berühmt ist – zumindest in der Triathlon-Szene. Ihr kennt vielleicht die Videos von der Tour de France, in denen die Sportler in einem schmalen Korridor aus Zuschauern und Fans fahren. Genau das passiert auch hier. So geflasht war ich glaube ich bei noch keinem Sportevent. Mit einem breiten Grinsen fahre ich ziemlich langsam durch die Menschenmenge. Einerseits muss ich aufpassen, dass ich bei den ganzen Leuten niemanden erwische, andererseits will ich diese Wahnsinnsatmosphäre so lange es geht genießen.

Kurz hinter dem Solarer Berg ist die erste Runde dann vorbei. Nach 90 km steht ein beachtlicher Schnitt von 34 km/h auf der Uhr. Leckomio – nicht schlecht und vor allem ein gutes Polster. Also gehe ich die zweite Runde etwas defensiver an, folge dem bekannten Modus, drücke bergab aber nicht mehr so stark und lasse mehr rollen. Ein wenig Kraft sollte ich mir fürs Laufen noch aufsparen. Dann endlich, nach 5:35 h erreiche ich die WZ2 – für Nicht-Triathleten: Die Wechselzone 2. Und zwar mit einem verdammt dicken Grinsen im Gesicht, denn so eine Zeit hatte ich mir beim besten Willen nicht ausgerechnet.

Laufen: Alles Kopfsache!

Ich subsumiere: 1:11 h Schwimmen, 5:35 h fürs Radeln und noch 10 Minuten in der Wechselzone. Macht unterm Strich eine bisherige Zeit von 6:56 h. Dass es so gut läuft habe ich wirklich nicht erwartet. Und meine Beine fühlen sich fantastisch an. Die Verwunderung ist groß, als ich dann auch noch mit einem recht zügigen Schritt loslaufe. In meinem Kopf überschlagen sich die Ereignisse. Ich hatte mit einer Endzeit von 12 Stunden gerechnet, momentan sind locker 11 drin und wenn die Beine mitmachen, sogar noch mehr.

Dennoch – meine Vernunft sagt mir, dass ich lieber etwas Tempo rausnehmen sollte. Mir steht schließlich noch ein langer Weg bevor und man sagt, dass die Langdistanz erst ab der Hälfte des Marathons so richtig anfängt. Blöderweise für mich schon deutlich früher.

Es beginnt damit, dass ich keine Energiegels mehr aufnehmen kann. Nicht physisch, da ist eigentlich alles in Ordnung. Aber beim Gedanken daran, das süße, pappige Gel in mich reinzudrücken wird mir anders. Also versuche ich es mit Iso-Getränken und Cola, hin und wieder auch eine Salzbrezel und ein Stück Obst. Viel Energie ist das allerdings nicht. Und schon ab KM 12 beginne ich langsam abzubauen. Die Beine werden mit jedem Meter schwerer und schon wenige Minuten später geht es nur noch darum, nach jeder Verpflegungsstelle, die etwa alle zwei bis drei Kilometer aufgestellt sind, loszulaufen – egal in welchem Tempo. Kopf gegen Körper, Hirn gegen Beine.

Ich zähle die Kilometer runter. Die endlose Uferpromenade des Donaukanals trägt nicht gerade zur Stimmungsaufhellung bei. Aber ich sehe viele, denen es ähnlich  geht wie mir. Abgequälte Gesichter, die sich hinter ihren Kappen und Sonnenbrillen verstecken. Willkommen beim Langdistanztriathlon. Ich weiß nicht mehr, an was ich in dieser Zeit gedachte habe. An alles Mögliche wahrscheinlich. Hauptsache Ablenkung.

Es ist inzwischen ziemlich warm geworden. Dementsprechend häufig greife ich zu den Schwämmen und gönne meinem Körper eine kalte Dusche. Die Abkühlung verschafft jedoch nur eine kurze Erleichterung. Inzwischen habe ich meine Zeitziele an den Haken gehängt. Unter 12 Stunden ist für das erste Mal schon verdammt gut und das dürfte ich auf jeden Fall halten können. Langsam wuchte ich meinen Körper weiter Richtung Ziellinie und als wir endlich in Roth einlaufen und ich realisiere, dass ich nur noch wenige Kilometer vor mir habe, erwachen zumindest noch ein paar kleine Reserven in mir.

Und da ist es: Das Ziel! Eine letzte Runde durch das vollbesetzte Stadion. Stimmung aufsaugen. Kein Zielsprint. Einfach nur genießen. Mit einer Endzeit von 11:04 h durchquere ich den Zielbogen und bin einfach nur erleichtert. Ich lasse mich zu Boden sinken. Tränen schießen mir in die Augen. All das harte Training – es hat sich ausgezahlt. Eine echte Traumzeit für das Langdistanzdebüt und ein verdammt geiler Wettkampf, alles hat geklappt wie am Schnürchen. Der nächste Halt ist das Finisher-Buffet. Leider bekomme ich nicht wirklich viel rein und mache mich direkt auf den Weg zu meiner Familie. Wir fallen uns frenetisch um die Arme. Alle sind glücklich, dass es mir gut geht und ich heile angekommen bin. Nach einer kurzen Pause holen wir das Rad aus der Wechselzone, setzen uns ins Auto und steuern den nächsten Burger-Tempel an – das muss jetzt einfach sein.

Epilog

Zwei Wochen später: Ich bin auf Mallorca. Urlaub. Den habe ich mir jetzt verdient. Erholung muss nach so einer Nummer einfach sein. Dennoch ist da ein kleiner Mann im Hinterkopf, der immer wieder sagt: In wenigen Tagen startet die Anmeldung für die nächste Challenge Roth – mach mit, mach mit, mach mit! Soll ich nochmal? Trotz allem? Die einfache Antwort: Erst recht deswegen! Und so heißt es auch in 2017 für mich: Welcome to Roth! Die erste Trainingseinheit habe ich in der zweiten Woche auf der Insel schon hinter mich gebracht. Wenn ihr wieder dabei sein wollt, dann schaut doch mal auf meinem Blog www.foxletics.com vorbei – ich würde mich freuen!

Test3

Fitz Roy Rock – Fritz Miller auf Klettertour in Patagonien

4. August 2016
Die Bergfreunde

Ein kurzer Blick zurück, in den November 2011: Korbinian Schmidtner und ich, beide zum ersten Mal in Patagonien, kehrten nach zwei hoffnungslosen Versuchen dem Cerro Torre den Rücken zu und versuchten unser Glück am Fitz Roy (3405 m), dessen Besteigung uns bei äußerst widrigen Bedingungen gelang. Etwas später erklommen wir noch die Aguja Poincenot. Unsere Eindrücke passten ganz gut zu dem, was über Patagonien so geschrieben wurde: mieses Wetter, Stürme, grenzwertige Klettereien.

Nun, im Januar 2016, erlebten Hans-Peter Müller, Markus Koch, Finn Koch, Tobi Werner und ich die Kehrseite: Ein ziemlich untypisches Patagonien mit viel Sonnenschein. Es war mein vierter Trip nach El Chaltén, und erstmals erlaubten die Bedingungen das Tragen von Kletterschuhen.

Bevor das Abenteuer allerdings richtig fahrt aufnahm, mussten wir noch ein paar Startschwierigkeiten überwinden:

Ein Gepäckstück ging am Flughafen in Buenos Aires unter, ein Jetboil-Kocher kaputt (mal wieder) und übelste Gletscherspalten stoppten uns schon im Zugang zu einer sehr, sehr großen Bigwallroute an der Aguja Poincenot. Danach lief es dann aber glücklicherweise rund und wir konnten einige lässige Felsrouten in der Fitzroy-Kette klettern – endlich!

Innerhalb von 15 Tagen standen Tobi und ich auf den Gipfeln von Aguja de l’S, Aguja Saint-Exupéry, Aguja Rafael Juárez, Aguja Mermoz und Aguja Guillaumet und damit auf den sieben Hauptgipfeln der Fitzroy-Kette. Unsere insgesamt anspruchsvollste Kletterei war wahrscheinlich die Motocross-Traverse, die Überschreitung von Guillaumet (via Brenner-Moschioni, 6b, bzw. auf unserer Variante schwerer) und Mermoz (Argentina, 6a+).

Von dort kletterten wir weiter Richtung Aguja Val Biois, wurden aber bald vom schlechten Wetter gestoppt. Da war es wieder: Patagonien wie man es kennt! Die anderen Jungs haben es auch gut krachen lassen und waren gleich im ersten Anlauf an der Aguja Poincenot erfolgreich. Danach folgten noch Guillaumet, Mermoz und Rafael Juárez.

Fritz Miller, geb. 1984 in Reutlingen, ist professioneller Bergführer und Alpinist. Er rannte in gut fünf Stunden durch die Eiger Nordwand, kletterte den legendären „Weg durch den Fisch“ in der Marmolada Südwand solo und im Winter, er bestieg schwierige Gipfel in Patagonien und im Karakorum. Fritz lebt Alpinismus, seine Leidenschaft vermittelt er bei Führungen und Kursen.
Bilder: Tobias Werner, Fritz Miller

Interview Bergfreundin Christa

10 Jahre Bergfreunde – Interview mit Christa

25. Juli 2016
Die Bergfreunde

Wenn es bei den Bergfreunden so etwas wie einen „guten Geist“ gibt, dann ist das wohl unsere Christa, die als Assistenz der Geschäftsleitung den ganzen Tag von Besprechungsraum zu Besprechungsraum flitzt, so ziemlich alles organisiert und sich nebenbei auch noch um die Neueinstellungen und Personalthemen kümmert. Es war nicht ganz einfach, sie zu fassen zu kriegen, aber anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums haben wir sie dann doch für ein Interview gewinnen können, in dem sie unter anderem verrät, was ein Bewerber für die Bergfreunde alles mitbringen muss.

Interview Bergfreundin Christa Hallo Christa, die Bergfreunde werden 10 Jahre alt – was sagst Du dazu?

Dass es irgendwie einfach so passiert und ganz schön schnell gegangen ist. Und das Beste daran: es ist noch lange kein Ende in Sicht.

Damit die Leute wissen mit wem sie es zu tun haben: Christa in drei Sätzen…

Ui – nur drei Sätze?!

Das war der erste…

Ist nicht dein Ernst, oder?

Da war es nur noch einer…

Bekomme ich für ein Eis nochmal eine Chance mit drei neuen Sätzen?

Für ein Eis? Aber klar…los geht es.

Also: Ich trage lieber Bergstiefel und Merinofleece als Absatzschuhe und Handtäschchen. Felsklettern, Hochtour, Hüttenwandern oder zaghaftes Mountainbiken – ich mache alles gerne, aus Freude und am Ende doch viel zu selten. Und ich bin Teil der Frankenliga bei den Bergfreunden…

Ach ja: früher war ich mal Sozialarbeiterin und habe dort die Slackline zu schätzen gelernt.

Du weißt schon, dass es jetzt vier Sätze waren?! Aber was hat eine Slackline da zu suchen?

Eigentlich war es meine Aufgabe die Jungs und Mädls in Jobs und in Ausbildungen zu bekommen. Wenn die Sonne aber warm und die Unruhe im Seminarraum zu groß war, dann habe ich mir die Gruppe gerne geschnappt und bin in einen nahegelegenen Park zum Slacklinen. Ich bin überzeugt, die haben dort mehr über Physik, Disziplin und gegenseitige Rücksichtnahme gelernt als im übrigen Jahr zusammen.

Interview Bergfreundin Christa Kannst Du Dich an deinen ersten Kontakt mit den Bergfreunden erinnern?

Puh, lange ist es her. Das erste Mal wurde mir von einem Freund darüber berichtet, der sich vor fast sieben Jahren dort beworben hat – und bis heute dabei ist. Eines der ersten Bilder habe ich im Stern entdeckt – das für den Gründerpreis nominierte Team war da in roten T-Shirts abgelichtet. Ich erinnere mich, dass sogar Lutzi, der Bürohund, eines an hatte.

Und jetzt bist Du selbst Teil des Bergfreunde-Teams – wie ist es dazu gekommen?

Das war irgendwie ein Einstieg auf Raten. Ich habe in Reutlingen nochmal studiert und es hat sich ergeben, dass ich meine Masterarbeit für die Bergfreunde schreiben durfte. Während die dann korrigiert wurde, habe ich im Lager ausgeholfen um ein wenig Geld zu verdienen – übrigens perfektes Lauftraining.

Wenig später wurde ich von Matthias angesprochen, dass er sich über meine Bewerbung als Assistenz der Geschäftsführung freuen würde – ein paar Wochen später bin ich gestartet. Schon in dieser Zeit hatte ich viel mit dem Recruiting zu tun und darf seit Jahresbeginn jetzt die Personalabteilung aufbauen – ein wirklich spannendes Thema.

Verrate uns doch Dein Rezept für den perfekten Bergfreunde-Bewerber: was sollte man mitbringen, um ein Bergfreund zu werden?

Die Basis bildet an vielen Stellen ein solides Fachwissen. z.T. kann dieses durch Potential ausgeglichen werden, an das wir glauben. Hinzu kommt eine gesunde Prise Überzeugungstäter mit einem gehörigen Schuss sich entwickeln wollen. Verfeinert wird das Ganze mit viel Bock auf die Bergfreunde.

Im Ernst: wir können wenig mit super durchgetrimmten, hoch optimierten Lebensläufen oder perfekt auswendig gelernten Antworten in Vorstellungsgesprächen anfangen. Wir brauchen authentische Kollegen, die es gemeinsam mit uns Anpacken wollen. Zeig uns wer Du bist!

Es ist eine schöne Tradition und auch wenn ich vermute, dass Du dich nicht auf ein Produkt beschränken kannst: was würdest Du dir am liebsten direkt aus dem Lager mit nach Hause nehmen?

Da fällt mir tatsächlich Einiges ein :) Aber gut. Ich wähle zwei Produkte. Für die nächsten Projekte auf meiner Liste wären perfekt (selbstverständlich in der Frauenversion): eine leichte, biwaktaugliche Isomatte: z.B. die THERM-A-REST – Women’s ProLite Plus Isomatte und der  BLACK DIAMOND – Lotus – Klettergurt. Der taugt nicht nur zum Sportklettern, sondern auch für alpine Unternehmungen.

Drakenfels

Auf dem Rücken des Drachen – Abenteuerklettern in den südafrikanischen Drakensbergen

21. Juli 2016
Die Bergfreunde

Ich habe mich schon immer gefragt, wie südafrikanische Kletterer so viele Erfolge in Schnee und Eis feiern können, wo sie doch den Winter nur vom Hörensagen kennen. Die South African Route an den Torres del Paine, um nur ein Beispiel zu nennen. Die Antwort haben wir auf unserer Reise in die südafrikanischen Drakensberge gefunden, wo wir uns im Frühjahr das lange Warten auf den Start der heimischen Klettersaison verkürzen wollten. Anstatt gemütlichen „Einkletterns“ in den warmen Sonnenstrahlen wurden wir durch klassisches Klettern im Stil der 50er Jahre überrascht und kamen obendrein zu einer XXL Trainingseinheit unserer Kletter- Moral.

Wall der Speere

Am Ende der weiten Graslandschaft erhebt sich wie der Rücken eines Drachen ein zackiger Gebirgskamm. „Ukhalamba“, was übersetzt in etwa „Wall aufgestellter Speere“ bedeutet, nannten die Zulu bildhaft ihr Drakensberg- Massiv, welches die Republik Südafrika vom Königreich Lesotho trennt. Uns Kletterern lassen diese Nadeln förmlich das Herz höher schlagen! Für eine dieser mächtigen Speerspitzen, den Mponjwane haben wir uns mit einheimischen Kletterern verabredet.

Schlaflos unter tausend Sternen

Ein freundschaftlicher Handschlag zur Begrüßung und schon geht es los zu unserem dreitägigen Abenteuer. An den letzten Lehmhütten vorbei, führt der schmale Pfad in eine samtig grüne Hügellandschaft und bald tauchen wir vollkommen in die unberührte Natur der Drakensberge ein. Durch hüfthohes Gras bahnen wir unseren Weg in ein von steilen Grasflanken und imposanten Tafelbergen umsäumtes Tal. Im steilen Anstieg zum 3000 Meter hohen Rockeries Pass kommen wir so richtig ins Schwitzen, mit jedem Schritt schneiden sich die schweren Rucksäcke in unsere Schultern und Hüften. Zudem müssen wir auf Steinschlag durch wilde Paviane achten, sie jagen sich im Felsgelände umher wie die Gämse in den Alpen. Aufsteigender Nebel umschließt die Zinnen und Türme um den Mponjwane und bildet eine fast mystische Stimmung, zudem sind wir in einer anderen Jahreszeit gelandet. Anstelle von plätschernden Wasserläufen bedecken Eisplatten die umliegenden Felsen am Rockeries Pass und auch der Lagerplatz ist etwas anders, als wir es uns ausgemalt hatten. Anstatt einer heimeligen Höhle stehen wir vor einer flachen Stelle unter einem windigen Überhang. Das wird eine kalte Nacht!

Flucht nach oben

Der Gipfel des Mponjwane ist von unserem Biwak- Platz zum Greifen nah, von der Wand trennt uns nur eine 200 Meter tiefe, aber etwas unheimliche, enge Schlucht. Im Stockdunkeln der frühen Morgenstunden machen wir uns an den Abstieg – gut, dass wir während der kurzen Kletterpassagen den tiefen Abgrund nicht sehen. Im steilen Auf und Ab geht es jetzt durch enge Gassen zwischen den zahlreichen Felsnadeln und Mauern bis zum Einstieg, den wir erst bei Sonnenaufgang erreichen. Durch den schmalen Felsschlitz blicken wir hinaus ins Freie, wo ein morgendliches Farbspiel die weite Landschaft verzaubert. Derart eingepfercht zwischen den dunklen, steilen Wänden haben wir dagegen eher das Gefühl von Beklemmung und Kälte. Sehnsüchtig blicken wir auf die warmen Daunenjacken und Handschuhe der Anderen- für das nächste Mal wissen wir, was wir einpacken müssen. Für jetzt bleibt uns nur die Flucht nach oben, aus Enge und Kälte in die Freiheit und ins Licht. Beim Klettern wird es uns schon warm werden…

Hausnummer 5

Die Original Route von Thomsen und Snelson aus dem Jahre 1946 ist nur mit einer F1 bewertet, was in etwa einer 5- nach der UIAA-Skala gleich kommt. Dafür sind die sechs Seillängen durch die schattige Südwand komplett selbst abzusichern. Trotzdem scheint es eine leichte Tour und wir fragen uns, warum der Mponjwane unter südafrikanischen Kletterern als derart großes, alpines Abenteuer regelrecht

gefürchtet wird. Wahrscheinlich wegen seiner Abgelegenheit, die keinen Raum für Fehler lässt und wegen dem nicht überall ganz festen Drakensberg-Fels, der konzentriertes Steigen erfordert. Vielleicht ist F1 aber nur eine Hausnummer und einem alten, ehrfürchtigen Sechser gleichzusetzen? Wir sind gespannt was auf uns zukommt und tasten uns nur allzu vorsichtig den Fels empor. Aufgrund der tauben Finger und eingefrorenen Zehen eine sehr zeitraubende Angelegenheit. Durch Verschneidungen quetschend und Risse klemmend, vorsichtig feuchte Grasbänder querend, die wie Schmierseife unter den Kletterschuhen gleiten. Das Gelände ist auch sicherungstechnisch ganz schön anspruchsvoll. Die Sonne steht hoch am Himmel, aber ihre wärmenden Strahlen können uns in der schattigen Südwand nicht erreichen. Sehnsüchtig blicken wir zu den umliegenden, sonnenbeschienenen Wänden während die Zähne vor Kälte klappern. Hoch über uns ziehen Lammergeier ihre weiten Kreise, während tief unter uns in der Schlucht wilde Paviane schreien- inmitten dieser wilden Natur schwingt das Gefühl von großem Abenteuer mit.

Quergang ins Licht

Endlich kommt der im Kletterführer als luftig angepriesene Platten-Quergang auf die Schulter des Mponj, von wo sich uns ein atemberaubender Blick auf die Spitzen der südlichen Drakensberge auftut. Imposante Felsen schmücken leuchtend grüne Kegel, beeindruckende Kletterziele soweit das Auge reicht. Langsam ziehen wieder Wolken aus dem Tal hinauf und umschleiern mystisch viele Gipfel. Es ist ein Vorgeschmack auf den Rundumblick, der uns hoffentlich am Gipfel erwartet. Nur ungern kehren wir in die schattige Südwand zurück, aber die letzten zwei Seillängen durch den S-förmigen Riss sind das Sahnestück dieser Linie. Die lassen wir uns auf keinem Fall entgehen! Wunderschöne Kletterbewegungen in einem griffigen Riss mit Ausstieg durch einen kurzen Kamin führen uns bis auf den von Wolken verhangenen Gipfel. Wir sitzen wie im Adlerhorst auf einer der vielen Zinnen, inmitten dieser magischen Landschaft. Die Freude über das erreichte Ziel ist riesig, obwohl die ersehnte Aussicht fehlt.

Die Sache mit den Seil- Enden

Eigentlich würde uns das größte Abenteuer jetzt noch bevorstehen, seilte man doch früher an Bandschlingen über diverse Klemmblöcke ab. Vor ein paar Jahren wurde eine Abseilpiste mit Bohrhaken ausgestattet, sodass wir jetzt angstfrei durch den Nebel hinunter schweben. Aufgrund der vielen losen Steine ist der Abstieg auch so heikel genug. Beschwingt durch das

gelungene Abenteuer marschieren wir durch die engen Schluchten und klettern das Steilgras zur Höhle zurück, wo uns ein wärmender Schluck Whiskey erwartet. Im Licht der untergehenden Sonne lächelt der Mponjwane zu uns herüber, wo wir müde aber glücklich in unseren Schlafsäcken faulenzen. Jetzt ist auch Zeit für die Geschichte um den legendären Unfall am Mponjwane, die im Kletterführer steht. Wahrer Grund für die Sanierung der Abseilstände war ein schrecklicher Unfall, bei dem einer der vielen Abseil-Klemmblöcke ausgebrochen ist. Zum Glück für den Abseilenden hatte sein Partner die Seil- Enden an seinem Klettergurt festgebunden, sodass der Abseilende „nur“ 80 Meter in den nächsten Klemmblock- Stand anstatt in den Tod stürzte. Die 20- köpfige Rettungsmannschaft brauchte schließlich für das Abseilen und den Abtransport durch die Schlucht trotz Helikopter-Einsatz ganze 5 Tage, in denen der Schwerstverletzte Kälte und Schmerzen trotzend ausharren musste. Wie gut, dass wir diese Geschichte erst nach unserem Abenteuer lesen!

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#catchmagichtour (c) peak Performance

Glühende Oberschenkel garantiert – Vorbericht zum Vertikal K in Åre

18. Juli 2016
Die Bergfreunde

1659 Kilometer Luftlinie zeigt der Entfernungsrechner zwischen Heimat und Zielort. An der auswählten Destination findet am 2. August 2016 ein Berglauf über 1000 Höhenmeter und 5 Kilometer Laufstrecke statt. Die Ökobilanz für diesen viertägigen Ausflug erscheint denkbar ungünstig, aber das Angebot ist zu verlockend!

Doch alles der Reihe nach: Peak Performance lädt zu einer Reise nach Åre in Schweden ein, inklusive Flug, Unterkunft und Teilnahme am Vertical K, einem Berglauf auf den dortigen Hausberg Åreskutan. Gemeinsam mit einem Gewinnspielteilnehmer darf Bergfreund Markus die Heimat von Peak Performance besuchen und dort ein exklusives Programm genießen. So eine Gelegenheit gibt es nicht alle Tage und ist Grund genug, um gegen die ökologische Vernunft zu entscheiden. Trotzdem soll der nachfolgende Text eher Vorbericht als eine Rechtfertigung sein!

Standort Naturparadies

Nicht ohne Grund haben die skibegeisterten Firmengründer in den 1980er Jahren Åre in der Provinz Jämtland als Standort für Peak Performance ausgewählt:  Eine Mischung aus ungezähmter Natur und mondänem Skiort á la St. Moritz bot die perfekte Umgebung, um funktionelle und schlichte Bekleidung zu entwerfen und sofort ausgiebig zu testen. Das sympathische Ziel, gerade so viel Bekleidung zu produzieren, um davon leben zu können, wurde aber bald über den Haufen geworfen. Innerhalb von dreißig Jahren hat sich der Outdoor-Ausrüster zu einem erfolgreichen Unternehmen mit Hauptsitz in Stockholm entwickelt.

Unsere Reise führt uns zu den Wurzeln von Peak Performance.  Åre, das vielen wahrscheinlich durch die alpine Ski-WM 2007 bekannt ist, erreichen wir über Stockholm und Östersund per Flugzeug. Hier ist man nur noch eine Autostunde entfernt vom Åre-See, an dem der gleichnamige 1400-Einwohner-Ort liegt. Wir befinden uns nun ziemlich genau im Zentrum von Jämtland, das hinsichtlich der Fläche mit Baden–Württemberg vergleichbar ist. Ob es weitere Gemeinsamkeiten gibt, werde ich als Schwabe ausgiebig untersuchen…

Obwohl die Region in Mittelschweden vor allem für alpinen und nordischen Skisport bekannt ist, bieten die Fjälls, Gewässer und Wälder unzählige Möglichkeiten, um sich auch im Sommer in der Natur auszutoben. Die vorgeschlagenen Sportarten Klettern, Wandern, Mountainbiken und Gleitschirmfliegen sind ausgesprochen Bergfreunde-Kompatibel und die beigefügten Fotos scheinen dies zu bestätigen: Jämtland sieht nach Bilderbuch-Skandinavien aus und begeistert jeden Naturliebhaber – so vermutlich auch mich!

Grillfest, Outdoor fun und 1000m vertikal

Das Programm für unseren Aufenthalt hört sich sehr angenehm an – lässt man die Strapazen beim Berglauf mal außen vor. Die ganze Reisegruppe wird vor Ort im Peak Performance Mountain House untergebracht. Wer sich jetzt eine abgelegene Berghütte mit Brunnen vor der Türe vorstellt, liegt eher falsch. Für mich wird es hier ein weiteres Novum geben: Wenn ich die Bilder richtig deute, übernachte ich ausnahmsweise mal nicht auf der Isomatte oder im Auto, wie ich das sonst so im Urlaub mache, sondern in einem schicken Apartment mit Blick auf den See!

Außer den Bergfreunden sind noch drei weitere Sporthändler aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen, die mit uns die Tage in Åre verbringen werden. Ist uns das Wetter wohl gesonnen, gibt es nach der Ankunft ein Grillfest am Mountain House und jede Menge Gelegenheit, um mit den anderen Teilnehmern zu plaudern. Am Folgetag steht dann „Outdoor fun“ auf dem Plan, was viel Platz für Spekulationen lässt. Wie gesagt, es gibt in Jämtland sehr viele Optionen der Freizeitgestaltung. Der ambitionierte Wettkämpfer versucht natürlich, diesen Tag für die Akklimatisation zu nutzen und die Beine möglichst locker zu halten!

Bestimmt hat Andre Jonsson hierzu Tipps auf Lager. Den Peak Performance – Athleten trifft man noch am gleichen Tag auf ein Meet & Greet. Der Skibergsteiger und Trailrunner wuchs unweit von Åre, ganz in der Nähe der norwegischen Grenze auf. Im Winter bestreitet er Skitourenwettkämpfe, im Sommer steht er oft bei langen Bergläufen und Bergmarathons am Start. Diese Kombination scheint gut zu funktionieren, denn international ist er oft auf Podestplätzen anzutreffen. Beim Gore Transalpine Run hatte er vor zwei Jahren  die hiesigen Stars der Trailrunningszene gut im Griff, bevor ihn eine Verletzung stoppte. Ziemlich beeindruckende Leistung war das!

Etwas beunruhigend finde ich deshalb den Eintrag im Programm „Light Activity with André Jonsson“, das für den Vormittag am Wettkampftag geplant ist. Wahrscheinlich müssen wir schon vor dem eigentlichen Berglauf ans Limit gehen…

Angedacht ist aber vermutlich, dass man sich gemeinsam die Schlüsselstellen der Strecke anschaut, sich mental eine Taktik zurecht legt und locker ein paar Meter läuft, um den Kreislauf in Schwung zu bringen – so hoffe ich jedenfalls!

Die Strecke

Auf den 1420 Meter hohen Åreskutan führt eine permanente Berglaufstrecke mit Zeitmessung, die von Peak Performance gesponsert wird. Möchte man den Trail offiziell benützen, braucht man lediglich eine Runner’s Card. Diese ist online oder auch direkt im Peak Performance Store in Åre erhältlich, die Aktivierung erfolgt dann auf der Homepage ppverticalk.se. Nun folgt der anstrengendere Teil: In der Ortsmitte wird mit der Karte die Zeitmessung gestartet, danach folgt man möglichst schnell der Ausschilderung. Auf halber Höhe wird eine Zwischenzeit genommen, bevor man am Gipfel des  Åreskutan mit letzter Kraft die Stopptaste drückt. Die Zeiten werden dann unter der Rubrik „Leaderboard“ auf der Homepage veröffentlicht. So die Kurzform. Dazwischen liegen allerdings sehr anspruchsvolle Abschnitte mit bis zu 45° Steigung, Fixseilen, Treppenstufen und alpinen Trampelpfaden. Eine präzisere Streckenbeschreibung habe ich nicht gefunden, deshalb muss mit Überraschungen gerechnet werden. Fest steht, dass auf 5 Kilometer 1000 Höhenmeter zu bewältigen sind und dass die Oberschenkel brennen werden.

Der Wettbewerb

Der Vertikal K findet im Rahmen des 12. Fjällmaratons statt. Was einst mit 60 Teilnehmern begann, ist inzwischen zu einer einwöchigen Laufserie angewachsen. Die 43km – Marathonstrecke ist meist schnell ausgebucht, so dass es ein Privileg ist, wenn man zu den tausend Finishern gehören darf. Hier bei uns ist der Wettbewerb eher ein Geheimtipp, mir war er bisher gänzlich unbekannt. Nachdem ich einige Fotos und Videos zum Lauf gesehen habe, hat sich dieser aber zu einem Traumziel für die Zukunft entwickelt. Schaut selbst: fjällmaraton.se lautet die Homepage!

Aber zurück zum Vertical K. Der Berglauf findet – etwas ungewöhnlich – an einem Dienstag statt. Zwei Distanzen werden angeboten: Der 0,5K mit Ziel am Hummelplatan und der 1K, welcher bis zum Gipfel des Åreskutan führt. Startzeit ist 17.30 Uhr bzw. 18.15 Uhr. Da es sich dieses Jahr erst um die zweite Auflage des Laufes handelt, liegen noch nicht so viele Richtzeiten vor. Die Helden meistern den 1K aber sicherlich in 40 Minuten, was für den Normalsportler völlig unvorstellbar ist. Ich werde mich jedenfalls hüten, hier irgendeine Wunschzeit anzugeben und hoffe, dass auch einige Breitensportler wie ich den Weg nach Åre finden werden. Nachmeldungen sind sicherlich auch noch am Veranstaltungstag möglich ;-)

Training und Kompensation

Da ich die Strecke nicht im Detail kenne, ist eine recht universelle Vorbereitung nötig. Bei Bergläufen dieser Art bewegt man sich in sehr hohen Intensitätsbereichen, was bedeutet, dass mit anhaltend hohem Puls gelaufen wird und die Muskeln zur Übersäuerung neigen. Damit der Körper dieser Anstrengung gewachsen ist, sollte eine solide Grundlagenausdauer erlangt werden. Empfehlenswert ist, dass diese Phase mit langen, ruhigeren Dauerläufen zumindest ein halbes Jahr im Voraus eingeläutet wird. Momentan stecke ich in der speziellen Vorbereitungsphase, die in etwa drei Monate vor dem wichtigen Termin begonnen hat. Hier werden immer wieder Elemente eingebaut, die Wettkampfsituationen simulieren: Gleichmäßige Anstiege, die schnell gelaufen werden, steile Anstiege im Gehschritt, außerdem technisch anspruchsvolles Gelände, bei dem Kraftausdauer und Koordination gefragt sind. Wichtig ist für mich zudem, dass ich längere Anstiege mit mehr als 500 Höhenmetern trainiere.

Und dann gibt es natürlich noch die mentale Vorbereitung. Denke ich an Sportler aus Skandinavien, kommen mir Bilder von Langläufern in den Sinn, die sich völlig verausgaben, dabei die Konkurrenz in Grund und Boden laufen und halb ohnmächtig ins Ziel fallen. Echte Ausdauertiere, die vermutlich auch in Åre am Start sind! Ziemlich beängstigend. Gleichzeitig versuche ich aber auch, meine  Motivation aus solchen Bildern zu ziehen und freue mich riesig darauf, dass ich die Gelegenheit bekomme, an einer Sportveranstaltung fern der Heimat teilzunehmen.

Apropos, da war ja noch die Sache mit der Ökobilanz: Eigentlich versucht man, mit gezieltem Training eine sogenannte Superkompensation zu erreichen. Gibt es also auch die Möglichkeit über Laufkilometer eine CO2-Kompensation zu leisten? Hätte ich wirklich was drauf, sollte ich meine diesjährigen Trainingskilometer auf die Distanz Stuttgart –  Åre – Stuttgart erhöhen. Umgerechnet wären dies ein Jahr lang wöchentlich 63 Laufkilometer. Wahrscheinlich kein schlechter Wert, wenn ich mich beim Berglauf nicht blamieren will…

 

OutDoor-Messe 2016 (c) Messe Friedrichshafen

Ein kleiner Vorgeschmack auf die OutDoor 2016

12. Juli 2016
Die Bergfreunde

Gear-Junkies und Draußen-Nerds aufgepasst: Es ist wieder OutDoor-Messe! Die wichtigste Branchen-Zusammenkunft des Jahres ist natürlich auch 2016 ein Must-Visit für alle großen und kleinen Unternehmen, die in der Outdoor-Branche tätig sind. Und auch für die Bergfreunde ist es immer wieder ein spannendes Erlebnis, die zahlreichen Neuerungen zu begutachten und in der Hand halten zu dürfen. Standesgemäß sind wir als rasende Reporter für euch unterwegs und halten euch mit regelmäßigen Updates auf dem neuesten Stand. Hier sind schon mal ein paar kleine Häppchen, die euch neugierig machen dürften:

Ergonomie überdacht bei dem neuen Rucksacktragesystem von Arc’teryx

Dass die Mädels und Jungs von Arc’teryx was von ihrem Handwerk verstehen dürfte inzwischen klar sein. Das neuste Früchtchen, dass da aus British Columbia zu uns hinüber kommt, ist der Bora AR Rucksack. Das Besondere: Er ist mit dem neuen RotoGlide-System ausgestattet, das sowohl die Hüftbewegung als auch die Stauchung und Streckung des Rückens beim Gehen mitmacht. Dadurch soll die Reibung vermindert und der Komfort nochmals erhöht werden. Das Teil werden wir uns auf jeden Fall ansehen!

Black Diamond präsentiert eigenen Autotuber und Kletterseile

Auch Black Diamond macht mit einem neuen Sicherungsgerät von sich reden und hat mit dem ATC-Pilot den ersten Autotuber im Programm. Er wird im Set mit Karabiner, aber auch Solo zu erhalten sein. Außerdem wird die Produktpalette um hauseigene Kletterseile erweitert. Darunter natürlich auch imprägnierte Modelle.

Edelrid: Neue Klettersteig-Sets und ein interessantes Crashpad

Edelrid hat vor allem im Klettersteigbereich einige Neuerungen zu bieten. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Die Klettersteigset-Norm EN 958 befindet sich gerade in Überarbeitung, um den Anforderungen an besonders leichte und schwere Klettersteig-Geher besser gerecht zu werden. Außerdem wird die dynamische Belastbarkeit des Falldämpfers nun auch bei Nässe getestet. Dementsprechend hat Edelrid all seine Klettersteig-Sets an die neuen Anforderungen angepasst. Der Nachteil: Das Päckchen, in dem sich der Falldämpfer befindet, wird dadurch größer. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung, denn die neuen Klettersteig-Sets ‚Jester‘ und ‚Jester Comfort‘ haben die Dämpfer-Schlinge in den Beinschlaufen integriert – clever!

Auch das neue Balance-Crashpad dürfte Interesse wecken. An der Unterseite ist ein Sack mit Styroporkügelchen angebracht, der sich dem Untergrund anpasst und so Unebenheiten ausgleicht.

Neue italienische Treter von La Sportiva

Bei den Italienern wird Geburtstag gefeiert: Der Miura wird 20 Jahre alt und kommt in einer speziellen Signature-Edition auf den Markt. ‚Signature‘ ist dabei wörtlich zu nehmen, denn niemand geringerer als Adam Ondra himself, der maßgeblich an der Entwicklung der Kletterschuhe beteiligt war, hat sich am Spann mit seiner Unterschrift verewigt. Mit dem brandneuen High-Perfomance-Modell Kataki gibt es außerdem was für sportliche Kletterer.

Bei Wildcountry wird das Rad neu erfunden – zumindest ein bisschen

Hand anlegen werden wir auf jeden Fall auch an das neuartige Sicherungsgerät von Wildcountry. Das Revo verspricht neue Maßstäbe zu setzen und hat einige interessante Features mit an Bord: Da das Gerät in beide Richtungen blockiert ist ein falsches Einhängen des Seils praktisch nicht mehr möglich. Apropos Blockierung: Die funktioniert beim Revo – mit leichter Verzögerung – ganz automatisch, falls der Sichernde die Hand gerade nicht am Gerät hat. Außerdem ist kein spezieller Verschlusskarabiner nötig. Wir finden: Einwandfrei!

Tagesaktuelle News und jede Menge Bilder gibt es auf unserer Facebook-Seite. Ihr seid herzlich eingeladen, eure Fragen zu stellen und mit uns zu diskutieren!

Training für die Challenge Roth (c) foxletics.com

Jörn bei der Challenge Roth – Die Schinderei hat ein Ende

9. Juli 2016
Die Bergfreunde

Es sind nur noch wenige Tage, bis ich versuchen werde, meinen symbolischen Mt. Everest bei meinem ersten Langdistanztriathlon in Roth zu erklimmen. Alle wichtigen Trainingseinheiten sind erfolgreich absolviert, ich bin gesund und fühle mich gut – sofern ich immer genug zu essen bekomme. Wenn da nur diese Aufregung nicht wäre. Ich habe schon so manche Nummer durch: eine 24 Stunden Wanderung in den Dolomiten, ein 100-km-Ultralauf und diverse Mitteldistanz-Triathlons… und dennoch, die Ungewissheit gegenüber diesem Monstrum lässt mich regelmäßig erschaudern. Gibt es dafür einen guten Grund oder kann ich mich getrost zurücklehnen und mich freuen auf das was kommt? Wenn ich einen Blick auf meine Vorbereitung werfe muss ich sagen: Sowohl als auch…

Das lange Warten auf die Freibadsaison

Ich will ehrlich sein: Die Hallenbäder in unserem Umkreis sind zu den meisten Zeiten No-Go-Areas – vor allem für Sportschwimmer. Versteht mich nicht falsch, ich bin froh über jeden Menschen, der sich sportlich betätigt, aber wenn man in einem überfüllten 25 Meter Becken etwa 1,5 Stunden lang einen Trainingsplan absolvieren muss, ist das kein Spaß. Man muss ständig ein Auge auf das 3-Meter-Brett und die springenden Kids haben, dann kommen plötzlich andere Schwimmer, die meinen einfach mal quer zur Bahn schwimmen zu müssen und man selbst hat die größte Mühe, so gut es geht auszuweichen. Deshalb fiebere ich jedes Jahr dem Beginn der Freibadsaison entgegen.

Zum einen, sind die Becken mit 50 Meter deutlich länger und zum anderen sind immer zwei bis drei Sportschwimmerbahnen abgesteckt, auf denen immer im Kreis geschwommen wird. Das Schwimmtraining gestaltete sich deshalb bis Anfang Mai deutlich zäher als geplant und hat erst seitdem richtig an Fahrt aufgenommen. Auch ein Grund, warum ich diese Disziplin ein wenig vorsichtiger angehen werde.

Länger ist immer besser

Keine Angst, hier geht es ums Rennradfahren. Das ist eigentlich eine feine Sache. Auch wenn ich – seit ich im Besitz eines solchen bin – viel lieber auf meinem Cyclocrosser hocke. Aber in Roth stehen nun mal 180 km mit dem Renner auf dem Plan und deshalb musste ich ordentlich Asphalt schrubben. Bis die Tage wieder länger wurden, hielten sich die Radeinheiten relativ human und gingen nicht länger als drei Stunden. Da musste dann schon gelegentlich mal die Lampe herhalten, wenn ich bis spät abends unterwegs war.

Doch als die Sonne dann endlich mal nicht schon um 18 Uhr unterging, stieg auch die Kilometerzahl auf meinem Tacho bis in den dreistelligen Bereich. Schon Ende März gab es die erste 120 km Runde zum Großen Feldberg im Taunus und wieder zurück. Seitdem gab es mindestens einmal die Woche eine lange Tour, bei der ich nicht vor dem Erreichen der 80 km Marke vom Rad stieg. Und wenn doch, dann auch nur, weil danach direkt noch eine Laufeinheit anstand. Koppeltraining nennt sich dieser Modus und ist für Triathleten essentieller Bestandteil der Vorbereitung.

Das Beste kommt zum Schluss!

Auch hier ist der Bezug sportlich! Die meisten Triathleten sind in einer Sportart beheimatet. Bei mir ist es das Laufen. Dementsprechend ist die dritte Disziplin meine Trumpfkarte – und war im bisherigen Training auch fast ein bisschen zu stark gewichtet. Ich habe mir bewusst ein paar Laufwettkämpfe in meinen Trainingsplan gelegt, um meine langen Läufe in einem ansprechenden Umfeld zu absolvieren. Darunter war übrigens auch der Osser-Riese, ein 25 km-Trailwettkampf im Rahmen des Ultra Trail Lamer Winkel, den ich allen Trailrunnern nur wärmstens ans Herz legen kann.

Was natürlich ebenfalls nicht fehlen darf ist das Intervall-Training. Es dient zur Verbesserung der Leistung, aber auch der Abhärtung. Wenn man 5 x 2000 Meter Intervalle im Wettkampftempo nach einem Arbeitstag rausgehauen hat, dann ist man echt für einiges gewappnet.

Die vierte Disziplin

Von vielen belächelt, aber auch das Wechseln zwischen den Disziplinen ist eine Disziplin für sich. Die drei wichtigsten Utensilien: Babypuder, Babyöl und Haushaltsgummis. Das hat ausnahmsweise mal nichts mit vollen Windeln zu tun, sondern dient einzig und allein dem schnelleren Wechsel. Das Puder saugt Schweiß oder Feuchtigkeit vom Schwimmen auf und man schlüpft schneller in die Schuhe. Das Öl hilft beim besseren An- und Ausziehen des Neoprenanzugs und mit den Gummis werden die Radschuhe direkt am Rahmen befestigt, sodass man das Rad nur noch nehmen muss und direkt lostreten kann. Klingt recht einfach, will aber auch geübt werden, weshalb spezielle Wechseltrainings ebenfalls auf dem Plan standen.

Die Vorbereitung in Zahlen:

Packen wir zum Schluss noch mal die nackten Zahlen aus, die sich in den letzten sechs Monaten angesammelt haben:

  • Schwimmen: 80 km – definitiv ausbaufähig, die Grundlage passt aber.
  • Radfahren: 3000 km – auch hier hätte es etwas mehr sein dürfen, was sich aber lediglich in der Geschwindigkeit niederschlagen dürfte.
  • Laufen: 1000 km – Hätte weniger sein dürfen – aber es macht so viel Spaß!

Noch deutlicher wird die „kleine“ Diskrepanz, wenn man sich die Zeit anschaut: Ich bin fast genauso viele Stunden Fahrrad gefahren, wie ich gelaufen bin. Das wird mir letztlich nicht das Genick brechen und allerhöchstens dafür sorgen, dass ich einen etwas langsameren Radsplit fahren werde, was ich aber – mit Glück – beim Laufen wieder aufholen kann.

Wie auch immer es ausgeht – es dürfte ein ziemlich heißer Ritt werden und ich weiß aktuell nicht so ganz, ob ich mich freuen oder ob ich Angst haben soll. Aber so ist es ja immer bei neuen Herausforderungen.

Ich hoffe, Ihr haltet mir Daumen!

Hohe Geisel und links die Punta del Pin

Die Leiden des jungen Werther – Erstbegehung der Punta del Pin

7. Juli 2016
Die Bergfreunde

Das Kletterabenteuer der Bergfreunde Raffaele und Ulrich ließt sich fast wie der Roman von Johann Wolfgang von Goethe. Mit dem Unterschied, dass es sich hierbei nicht um eine fiktionale Geschichte handelt, sondern die zwei Kletterer mit der Unterstützung von Mountain Equipment in der Tat eine Erstbegehung an der Nordwand der Punta del Pin (250m, 7 Seillängen) begangen haben.

Wie es zu diesem zufälligen Abenteuer kam und mit welchen Hindernissen Raffaele und Ulrich zu kämpfen hatten, berichten sie euch selbst.

 

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Die 24 Stunden von Bayern (c) Jan Dohle

Die Bergfreunde bei den 24 Stunden von Bayern – Reloaded

2. Juli 2016
Die Bergfreunde

Im südlichen Oberbayern, rund 100 km südlich von München, liegt die Alpenwelt Karwendel mit den Orten Mittenwald, Krün und Wallgau. Malerische Gebirgsketten ziehen sich hier von West nach Ost bis auf eine Höhe von knapp 2.800 Metern. So ist die Region nicht nur ein altehrwürdiger Anziehungspunkt für Bergsteiger und Outdoor-Liebhaber gleichermaßen, sondern auch Austragungsort der diesjährigen 24 Stunden von Bayern – der mittlerweile achten Auflage des beliebten Wanderkultevents. Nachdem wir bereits im letzten Jahr zum Dunstkreis der 24-Stunden-Wanderer gehörten, ging es diesmal vom 25. – 26. Juni 2016 für gleich vier Bergfreunde unter den offiziell 444 Startern auf die insgesamt über 70 km lange Strecke. Gelebtes Brauchtum, kulinarische Genüsse und qualmende Füße inklusive!

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Hasta la vista Mexiko – Kletter-Road-trip durch Mexiko

Hasta la vista Mexiko – Kletter-Road-Trip durch Mexiko

23. Juni 2016
Bergfreunde Tourenberichte, Die Bergfreunde

Es ist nicht lange her, da waren Schreckensmeldungen aus Mexiko fast täglich in den Nachrichten. Zudem ist Mexico City seit langem bekannt als eine der größten und kriminellsten Städte der Welt. Gleichzeitig locken etliche Klettergebiete rund um die Megalopolis und im Landesinneren.

Die Neugierde von Klara und ihrem Kletterpartner hat gesiegt – auf nach Mexiko!

 

 

 

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Interview mit dem Schöpfer des Crashpad-Sofas “Crofa“

13. Juni 2016
Die Bergfreunde

Vor ein paar Jahren hatte Bergfreundin Wiebke die Idee, das klassische Kletter- und Boulderaccessoire, das Crashpad, als Sofa umzufunktionieren. Nachdem sie die Idee mit Tim Heckmann, Gründer des Studio Bloc und ausgebildeter Schreiner, geteilt hat, setzte sich dieser sofort an den ersten Prototyp des Crofa. Nach einer ausführlichen Testphase während der OutDoor im letzten Jahr hat sich das Muster bewährt und durch den Auftritt in der Messe bereits einen Namen gemacht.

Im Interview mit dem Schöpfer des Crofas erfahrt Ihr mehr über die Idee, Umsetzung und Pflege des Crashpad-Sofas.

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