Alle Artikel zum Thema ‘Die Bergfreunde’

Klettern am Brauneck

Auf der Sonnenseite – Klettern am Brauneck

30. November 2016
Die Bergfreunde

Letztens habe ich wieder für Aufruhr gesorgt, als ich felsenfest behauptet habe, die letzten Jahre sei der November ein wunderschöner Kletter-Monat gewesen. Für uns war es so, aber niemand sonst war meiner Meinung. Erst lange danach ist mir klar geworden, warum die Meisten den November hassen: ich sitze selbst in der Nebelsuppe und frage mich, ob es die Sonne überhaupt noch gibt. Dabei müsste ich es eigentlich besser wissen, denn an solch trüben Tagen muss man zum Klettern hinauf auf den Berg! Doch gerade in der Übergangszeit sind die Anforderungen an ein Klettergebiet besonders hoch: südseitig sollte es sein, mit guter Felsqualität und abwechslungsreichen Routen, wenn möglich schnell erreichbar und gut abgesichert. Und dabei möchte man natürlich nicht ständig die gleichen Routen klettern. Am besten weit oben, um über den Wolken und mit schöner Aussicht einen Hauch von alpiner Freiheit zu spüren. Die „eierlegende Woll- Milch- Sau“, wohin also?

Liebe auf den zweiten Blick

„Sportklettern am Brauneck, dem alten Lenggrieser Hausberg? Gibt es dort überhaupt Felsen?“ Auch wir wollten lange Zeit nicht glauben, dass es direkt vor unserer Haustür ein südseitiges Klettergebiet mit alpiner Kulisse gibt. Aber manche Erfahrungen muss man eben selbst machen. „In einem zweijährigen Erschließungsrausch wachgeküsst“, heißt es poetisch im Kletterführer, der über 250 abwechslungsreiche Routen verspricht. Genügend Linien für viele, viele Herbst- und Wintertage.

Die Landschaft im Isarwinkel ist geprägt von bewaldeten Hügeln, grünen Almwiesen und vergleichsweise lieblichen Gipfeln. An Klettermöglichkeiten mangelt es deshalb trotzdem nicht. Am Bergkamm zwischen den Gipfeln von Brauneck, Latschenkopf und Achselköpfen liegen verstreut zahlreiche, kleine Felsen. Abseits der Hauptwege, teils etwas versteckt, bieten sie die von vielen ersehnte Ruhe und Einsamkeit. Der beeindruckende Weitblick reicht vom Mangfallgebirge über das Rofan und Karwendel bis herüber zum Wetterstein. Am Brauneck ist man in erster Reihe für das gesamte Alpenpanorama. Es vereint alle wichtigen Vorzüge: kurze Anfahrt, interessante Linien, geniale Aussicht und Einkehrmöglichkeiten auf urigen Berghütten. Was will man mehr?

Willkommen bei den Stie’s

Erst einmal die Finger aufwärmen. Vielleicht dort anfangen, wo auch die jüngere Erschließungsgeschichte des Klettergebietes begann, nämlich im Stie-Alm Kessel. Direkt hinter der bewirtschafteten Alm beginnt der Hauptsektor Wilderland mit einer Vielzahl an Routen aller Schwierigkeitsgrade im geneigten bis senkrechten Kalk. Nach ein paar leichten Routen steht fest: der Fels bietet gute Strukturen, griffige Leisten und hat eine super Reibung. Also auf zum nächsten Level! Ein Dach mit großen Griffen wie in Arakis (7+) dürfte ja kein Problem sein…oder? Danach der harmlos wirkende, aber ganz schön verzwickte Erste Ameisenweg (7-) und gleich daneben in Same same but different (8-) der Test für Fingerkraft und Ausdauer. Die Hauptwand und die umliegenden, kleinen Sektoren können leicht zu einer tagesfüllenden Klettereinheit werden.

Auf dem Weg zum Zirkuskessel steht unübersehbar der Gamskopf, eine kleine Felsnadel mit Gipfel-Steinbock aus Beton. Geschmack hin oder her, der athletische Dach-Ausstieg von Laminator (7) vor dem Panorama der bayerischen Voralpen ergibt ganz nebenbei auch schöne Kletterfotos. Dieses feine Schmankerl kann man auf dem Zustieg oder Rückweg noch gut einbauen.

Ab in den Zirkus

Nicht nur für Geologen sehr interessant ist die grau-orange Felsformation der Zirkuswand. Was aus der Ferne (wenn man einmal ehrlich ist) eher nach Bruch aussieht, entpuppt sich nach klettertechnischer Erkundung als purer Spaß an Seitgriffen und Schuppen. Ausgesprochen „interessante“ Linien. Der außergewöhnliche Felsriegel aus senkrecht gestuften, aufeinander liegenden Felsschichten ist eine super Übung für die Fußtechnik und die Koordination. Von wegen Schuppenterror (6)! Selbst der lange Schneesturm (7) ist bei solch positiven Griffen ein Genuss, zumindest wenn man sich darauf einlässt.

Ein kleines Stück weiter im Sektor Balkon wartet gleich die nächste Überraschung: leichte Plattenkletterei an riesigen Wasserlöchern. Die Wand ist auf der linken Seite wie ein Schweizer Käse und bietet wunderschöne Henkelparaden – wie zum Klettern gemacht. Nur nach rechts hin wird sie etwas kompakter und auch schwerer. So richtig Dampf im Kessel macht Chilli (8-), mit einem Piaz, der es in sich hat. Und wo wir schon beim Piaz sind, ist es auch bis zum Riss nicht mehr weit.

Hand im Löwenkäfig

Risse lassen zwar nicht jedes Kletterer-Herz höher schlagen, aber das könnte sich hier vielleicht ändern? Im Kalk sind schöne Risse eigentlich sehr selten. Umso erstaunlicher, dass die Wände am Brauneck gleich mehrere tolle Riss-Verschneidungen zu bieten haben. „An Zirkusriss (7-) müsst‘s unbedingt maha…“, das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen. Wer es über die abdrängenden ersten Meter schafft, kann sich an traumhaften Kletterei erfreuen – ob in Piaz- oder Klemmtechnik. Echte Riss-Fans finden etwas westlich der Stie-Alm ein weiteres Highlight; den Devil’s Crack (7) an der Felsnadel Herr Nilson im Sektor Taka Tuka Land. Und ich wette diese Liste könnte man noch fortsetzen.

Langsam tasten wir uns also an etwas wildere Linien mit einem Hauch von Abenteuer heran. „Nichts für Plastikkletterer, muss man gemacht haben“, stichelt der Kletterführer bei der Beschreibung zur Route Furchtfurche (7/7+). Dass uns der Autor hier in ein kleines Test-Piece lockt, liegt auf der Hand. Dennoch, die Neugier siegt: was hat es damit wohl auf sich?! Der Einstiegskamin und der hängende Offwidth-Riss fordern vom Kletterer bewegungstechnisch Kreativität und Mut zur Lücke. Die kritische Frage lautet immer wieder aufs Neue: innen oder außen klettern? Eine Entscheidung zwischen schmerzender Enge und unangenehmer Leere, oder einfach eine Frage der Technik. Es wäre wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass die Route auch für Kletterer höherer Schwierigkeitsgrade eine Herausforderung darstellt. Die Tour ist dennoch oder gerade deshalb absolut empfehlenswert. Wer sich Schwierigkeitstechnisch noch steigern möchte, dem sei Gula (9-) im Sektor Raubtierkäfig ans Herz gelegt. Die überhängende Riss-Verschneidung kann ganz schön einheizen.

Über den Wolken

Dies sind nur einige wenige Kletter-Schmankerl, die über dem Isartal auf euch warten. Gemütlich von Fels zu Fels ziehend die schönsten Linien abgrasen, das geht nicht nur im Herbst, sondern auch im frühen Winter und teils bis tief in den Dezember hinein. Das Brauneck ist ein Gebiet mit vielen kleinen Herausforderungen, in dem sich Felssüchtige ganz wunderbar den Winter verkürzen können. Es ist ein wahres Privileg, hoch über der trüben Nebeldecke noch einmal im T-Shirt kletternd die Sonne zu genießen, während im Tal auf den Weihnachtsmärkten schon Glühwein ausgeschenkt wird.

Kletterführer:
„Bayerische Alpen Band III“ von Markus Stadler, Panico Verlag, 2015

Material:
Für die Mehrzahl der Routen reicht ein 60m Einfachseil und 12 Express- Schlingen. Manche Routen sind jedoch über 35m lang, sodass man nur mit einem 70m Einfachseil auf der sicheren Seite ist. Trotz Sportkletter-Ambiente ist ein Kletterhelm ratsam.
Tendon Hattrick 10.2mm (Einfachseil)
Klettergurt Onyx und Garnet, Helm Penta
Kletterschuhe Tenaya RA und Triop Tiger

Anfahrt:
Mit dem Auto: über die A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen oder A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen bis zur Ausfahrt 9 Sindelsdorf, weiter nach Bad Tölz und über die B13 nach Lenggries bis zur Ausfahrt Lenggries/Wegscheid. Über die Isarbrücke in Richtung Brauneckbahn.
Mit Öffis: die Bayerische Oberlandbahn (BOB) verkehrt im Stundentakt zwischen München und Lenggries, ab Lenggries Bahnhof in 7 Minuten mit der RVO (Linie 9564 oder 9595) zur Brauneckbahn.

Bergbahn:
Brauneck Bergbahn, Gilgenhöfe 28, D-83661 Lenggries, Tel. 08042 503940, Betriebszeiten 8:15 Uhr – 16:30 Uhr (bis 17 Uhr im Sommer), Revisionszeit der Bergbahn (14 Tage nach Ostern und 14 Tage im November), www.brauneck-bergbahn.de

Zustieg:
Von der Brauneckbahn Bergstation mühelos über gut beschilderten, fast ebenen Panoramaweg in 35 Minuten zur Stie-Alm bzw. je nach Sektor vorher abbiegen.

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Mein bester Bergfreund: Auf zwölf Pfoten zum Nordkap

19. November 2016
Die Bergfreunde

Der eine oder andere hält uns für verrückt. Sehr oft werden wir gefragt, wie genau wir das machen wollen. Zu Fuß zum Nordkap, 4000 km und nur knapp über 4 Monate Zeit – so der Plan.
Nichts Neues… haben schon andere gemacht. In gewisser Weise ja, denn es gibt schon viele Berichte über ähnliche Wanderungen. Zuletzt waren ja auch zwei Frauen von Basel aus zum Nordkap unterwegs. Dennoch ist unser Projekt einmalig, denn wir nehmen unsere Hunde Ellie, Kacy und Cajou mit. Auf 12 Pfoten und 4 Füßen zum Nordkap.

Was für Hape Kerkeling der Jakobsweg, und damit sein persönliches „Ich bin dann mal Weg“-Abenteuer war, das wird für uns zum größten Teil der Fernwanderweg E1, der Weg zum Nordkap sein. Angefangen hat alles mit Hundewanderungen, wo wir uns auch kennengelernt haben. Hundewanderungen, also Langstreckengassigehen mit Hund als Sportart findet man in Wikipedia unter dem Begriff Dogtrekking. So entstand während der Vorbereitung auf eine Dogtrekking-Veranstaltung im Elbsandsteingebirge die Idee, gemeinsam mit den Hunden ein richtiges Abenteuer zu erleben und über mehrere Wochen gemeinsam zu wandern.

Der Traum vom Nordkap

Viele Menschen haben ja die Vorstellung, sich einmal im Leben den einen oder anderen Traum zu erfüllen, sich eine Auszeit zu nehmen, um etwas Besonderes, etwas Verrücktes zu erleben. Viel zu oft bleibt dies leider ein Traum. Das wollten wir jedoch nicht – und so starten wir am 08. April 2017 zu Fuß in Richtung Nordkap. Natürlich mag es gewagt klingen, für 4-5 Monate der Arbeit und damit auch dem Alltag den Rücken zuzukehren und einfach los zu wandern – aber hey, man lebt nur einmal. Für uns ist es das Abenteuer, das wir gemeinsam mit unseren Hunden erleben wollen.

Warum also zum Nordkap? Nun ja, ein Ziel ist wichtig und in Richtung Süden (Stichwort Jakobsweg) wäre für die Hunde vermutlich zu warm geworden. So bleibt der nördlichste Punkt des europäischen Kontinents die für uns logische Antwort… und wie wir finden, gleichzeitig das schönste Ziel, das man vor Augen haben kann. Was die Routenplanung und Ausrüstung als solche betrifft, so können wir natürlich auf Erfahrungsberichte zurückgreifen. Was allerdings die Mitnahme von Hunden betrifft, da betreten wir gewissermaßen Neuland.

Die Erfahrungen, die wir bei der Teilnahme an verschiedenen Dogtrekking-Veranstaltungen in Österreich und Deutschland sowie bei einem Trainingsurlaub in der Schweiz sammeln konnten zeigen, dass es durchaus machbar ist, diese Distanz gemeinsam mit unseren Hunden zurückzulegen. Diese werden, neben einem speziellen Geschirr mit Leine und Ruckdämpfer, ebenfalls eigene Rucksäcke tragen, denn schließlich muss neben der Verpflegung für uns selbst, zusätzlich das Hundefutter mitgenommen werden. Und das ist nach wie vor die größte Herausforderung, vor der wir stehen – denn Nahrung für Menschen ist unterwegs schlichtweg einfacher zu beschaffen, als hochwertige Tiernahrung.

Die Routenplanung gestaltet sich daher auch so, dass wir einige festgelegte Stationen anlaufen, um die Ausrüstung zu wechseln, zu ergänzen und Proviant aufzufüllen. Hierbei können wir nicht nur auf die Adressen von Familien und Freunden in Deutschland zurückgreifen – nein, auch ein Stopp bei dem Verein Nothilfe Polarhund Nord e.V. bei Lüneburg ist geplant. Das ist der Verein, über den die zwei Huskys Kacy und Cajou an uns vermittelt wurden. Ebenso werden wir noch vor dem Start der Tour einige Nachschub-Pakete nach Schweden und Norwegen versenden. Auf 4000 Kilometern braucht man schließlich mehr als nur ein Paar Schuhe und auch andere Kleidungsstücke werden vermutlich auszutauschen sein. Schließlich starten wir in Deutschland im Frühling und wandern sozusagen in den nordischen Sommer hinein. Hier bietet Skandinavien zur Midsommerzeit, in der es nie richtig dunkel wird, natürlich ideale Voraussetzungen, um auch bei Nacht zu wandern.

Unsere Ausrüstung

Gepäcktechnisch werden wir zwei Rucksäcke mit jeweils 50 Litern Fassungsvermögen für den Transport nutzen. Die Hunde tragen ihrerseits jeweils einen eigenen Hunderucksack mit ca. je 15 Litern Volumen. Darüber hinaus nehmen wir ein Zelt, Isomatten, Kochutensilien und die notwendige Bekleidung sowie alles, was für eine bebilderte Berichterstattung während der Tour so notwendig ist mit. Auch hier können wir auf die zahlreichen Erfahrungsberichte zurückgreifen, die im Internet zu finden sind. Ebenso haben sich bisher einige Bücher zum Thema Weitwandern in Skandinavien als überaus nützlich erwiesen. Übernachtet wird letztlich überwiegend im Zelt oder unter freiem Himmel, wobei uns hier das sogenannte Jedermannsrecht in Skandinavien vielfältige Möglichkeiten bietet.

Die Routenplanung haben wir für den Deutschen Teil zunächst über Fuß- und Radwege von Leipzig in Richtung Harzvorland und weiter durch die Lüneburger Heide bis nach Hamburg und weiter nach Travemünde geplant. Von dort geht es mit der Fähre nach Trelleborg und dann entlang der schwedischen Südwestküste bis nach Göteborg. Von dort verläuft der Fernwanderweg E1, von der Adria kommend – durch Deutschland und Dänemark – weiter in Richtung Nordkap… hieran wollen wir uns orientieren, wobei die letztendliche Detailplanung natürlich von den lokalen Gegebenheiten vor Ort abhängen wird.

Soweit der Plan. Wie die Realität dann tatsächlich aussieht, sehen wir ab dem 08. April 2017. Auf unserer Webseite werden wir, ebenso wie in den sozialen Medien, regelmäßig über den Stand der Dinge berichten und freuen uns natürlich über jegliche Unterstützung und “virtuelle” Begleitung der Tour. Weitere Informationen über uns, unsere Hunde und die Vorbereitungen gibt es auf Facebook unter www.facebook.com/ontwelvepaws sowie im Internet unter www.on12paws.com.

DU HAST AUCH EINE aufregende GESCHICHTE, DIE DU MIT DEINEM BESTEN BERGFREUND ERLEBT HAST?

Dann immer raus damit, wir belohnen die Teilnahme mit einem kleinen Bergfreunde-Paket! Sendet einfach eine kurze Zusammenfassung eures Vorschlags an mbbf@bergfreunde.de und wir melden uns bei euch, falls ihr dabei seid.

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Lawinenschutz in den Alpen

11. November 2016
Die Bergfreunde

Wer schon einmal in den Alpen war, wird die unzähligen Lawinenverbauungen, Galerien und Fangnetze bemerkt haben. Diese reihen sich nicht selten wie eine kaum enden wollende Zahnspange durch die im Winter weißen Zähne des Hochgebirges. Der Grund hierfür liegt klar auf der Hand: Schutz vor Lawinen, Schutz der Bevölkerung und Feriengäste vor möglicherweise todbringenden Schneemassen. Wie aber sieht der Lawinenschutz in den Alpen konkret aus?

Lawinen stellen seit jeher eine ernsthafte Bedrohung in den Alpen dar. Jeden Winter kommt es an den Hängen der Alpenberge zu zahlreichen Lawinen. Gehen diese in einem Gebiet ab, das wenig von Menschen genutzt wird, geht von den Lawinen oft nur eine geringe Gefahr aus. Spätestens wenn aber touristisch erschlossene bzw. besiedelte Gebiete betroffen sind, steigt die Zahl der Toten und Verletzten schlagartig an. Aus diesem Grund ist der Lawinenschutz in den Alpen seit jeher ein großes Thema. Nur mit Hilfe geeigneter Schutzmaßnahmen ist in den Wintermonaten ein sicheres Wohnen und Urlauben möglich.

Generell kann man das große Thema Lawinenschutz in zwei Unterbereiche gliedern: permanente sowie temporäre Schutzmaßnahmen. Zu den permanenten Schutzmaßnahmen zählen bauliche Eingriffe, forstwirtschaftlichen Maßnahmen sowie die Aufklärung und Information betroffener und interessierter Personen. Temporäre Schutzmaßnahmen kommen dann zum Einsatz, wenn eine konkrete Gefahr im Verzug droht oder bereits besteht.

Bauliche Maßnahmen

Ein großer Bereich der permanenten Schutzmaßnahmen sind bauliche Eingriffe in die Natur. Hierdurch können der Entstehung von Lawinen vorgebeugt oder infrastrukturelle Einrichtungen, wie Straßen und Gebäude, bei einem Lawinenabgang geschützt werden.

  • Stützverbauungen. Hierbei handelt es sich vielleicht um die prominentesten Vertreter der baulichen Lawinenschutzmaßnahmen. Man sieht sie in Form von massiven Schneebrücken aus Stahl oder als Netzkonstruktionen an unzähligen Hängen. Losgelöst von der Konstruktion haben alle Stützverbauungen das gleiche Ziel: den großflächigen Schutz für weiter unten liegende Areale. Stützverbauungen verhindern das Anbrechen von Lawinen. Große Schneemassen, die sich unter bestimmten Umständen aus ihrer Umgebung lösen könnten, werden an Ort und Stelle gehalten. Ein schwerwiegender Lawinenabgang wird somit verhindert.
  • Lawinendämme. Neben der klassischen Lawinenverbauung, die den Schnee am Hang hält, gibt es bauliche Maßnahmen, die eine abgehende Lawine ablenken, sodass keine Gefahr für Siedlungen oder Verkehrswege von der Lawine ausgeht. Sollen beispielsweise Gebäude vor einer auslaufenden Lawine geschützt werden, kann dies mit geeigneten Dämmen oder Bremshöckern erfolgen. Diese nehmen die Wucht des Schnees zielgerichtet auf und verlangsamen bzw. stoppen die Lawine. Darüber hinaus gibt es sogenannte Ablenkdämme, die Lawinen an Siedlungen vorbei lenken.
  • Galerien und Tunnels. Führt eine Straße durch ein von Lawinen bedrohtes Gebiet, wird diese in den Alpen nicht selten durch eine geeignete Galerie oder einen Tunnel geschützt. Hierdurch kann die Lawine quasi über das Dach der Straße hinwegfließen, ohne dass der Verkehr beeinträchtigt wird. Somit sind nicht nur die Autofahrer vor den Schneemassen geschützt, vielmehr bleiben wichtige Verkehrsachsen auch nach einem Lawinenabgang passierbar.
  • Objektschutz: Hierbei handelt es sich um Einzelmaßnahmen, die ergriffen werden, um einzelne Objekte zu schützen. Dazu werden Wände verstärkt oder beispielsweise mit einer Art Keil, der die Wucht der Lawine ablenken soll, versehen. Somit können Schäden am Gebäude vermieden oder zumindest eingedämmt werden.

Forstwirtschaftlich-biologischer Lawinenschutz

Wald und aufgeforstete Areale stellen stets einen guten und günstigen Lawinenschutz dar. Dieser kommt abhängig vom Gelände als alleinige Maßnahme oder ergänzend zu Stützverbauungen zum Einsatz. Ein Wald als solcher besitzt dabei viele Vorteile: Durch große Forstgebiete können automatisch auch größere Gebiete effektiv vor Lawinen geschützt werden. Dabei geht es jedoch nicht ausschließlich darum, dass die Schneedecke durch Bäume abgestützt wird. In den Wäldern sind die Schneehöhen zudem geringmächtiger als auf vergleichbaren Freiflächen. Gegen bereits abgegangene Schneemassen können jedoch auch Bäume in der Regel wenig ausrichten; abhängig von der Wucht und Größe einer Lawine, knicken sie wie Zahnstocher ab und verlangsamen die Schneemassen nur unwesentlich. Aus diesem Grund werden die waldbaulichen Maßnahmen vielerorts in Kombination mit Stützverbauungen aus Stahl eingesetzt.

Planerische Maßnahmen

Durch eine gezielte Datenerhebung, Forschung und Planung ist es möglich, besonders gefährdete Gebiete zu erkennen und gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Hierdurch entstehen beispielsweise Lawinengefährdungskarten, welche die Exposition einzelner Orte und Regionen zeigen. Die mögliche Art und Intensität der Lawinen wird in diese Betrachtung ebenfalls miteinbezogen. Analog dieser Karten und Analysen werden dann weitere Maßnahmen abgestimmt sowie Bebauungs- und Nutzungsrichtlinien festgelegt. Darüber hinaus dienen diese Karten als Grundlage für aktuelle Lawinenberichte, die Einschätzung der Gefährdungsstufen sowie der Festlegung temporärer Maßnahmen.

Temporäre Maßnahmen

Immer dann, wenn die vorhandenen permanenten Schutzmaßnahmen nicht ausreichen oder an Orten, wo diese aus Kostengründen nicht realisierbar sind, kommen temporäre Schutzmaßnahmen zum Einsatz. Darunter versteht man sowohl aktive Maßnahmen, wie beispielsweise die gezielte Lawinensprengung, als auch passive Maßnahmen, wie die Veröffentlichung eines Lawinenlageberichts.

  • Künstliche Lawinenauslösung. Gerade in Skigebieten oder an gefährdeten Verkehrsverbindungen werden in den Wintermonaten immer wieder künstliche Lawinenauslösungen vorgenommen. Der Vorteil dieser Maßnahme ist, dass die Lawine gezielt abgeht und das betroffene Gebiet zuvor gesperrt und evakuiert werden kann. So können Gebiete in denen sich größere Schneemengen angelagert haben, kurzfristig in einem kontrollierten Rahmen gesichert werden. Der Abgang von Großlawinen und die damit verbundenen Schäden und Beeinträchtigungen werden hierdurch ebenfalls eingedämmt. Künstliche Lawinenauslösungen werden in der Regel durch Sprengungen herbeigeführt.
  • Information und Warnung. Die aktuelle Lawinensituation wird in den Alpen fortlaufend ermittelt. Institute wie das schweizerische SLF oder die Lawinenwarndienste in Österreich geben hierzu regelmäßig aktualisierte Berichte heraus. Diese werden unter anderem über das Internet verbreitet und hängen zumeist an öffentlichen Einrichtungen wie Tourismusbüros und Skistationen aus. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Information der Bevölkerung sowie der Touristen. Denn nur wer weiß, welche Lawinengefährdungsstufe aktuell besteht, kann sich angemessen verhalten und betroffene Gebiete schon während der Planungsphase einer jeden Tour umgehen.
  • Sperrung und Evakuierung. Abhängig von Lawinenlage, Wetter und Schneemenge kann es erforderlich sein, einzelne Gebiete komplett zu sperren bzw. gar zu evakuieren. Diese Maßnahmen werden immer dann getroffen, wenn die konkrete Gefährdung entweder nicht durch andere Maßnahmen gesenkt werden kann oder die Kosten hierfür in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Fazit

Lawinenschutz ist in den Alpen nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Durch langjährige Forschung können gezielte Maßnahmen zur Reduzierung der Gefahr durch Lawinen vorgenommen werden. Dies heißt aber nicht, dass die Gefahr durch Lawinen völlig gebannt ist. Großflächige Sicherungsmaßnahmen werden meist nur für Siedlungsräume, Straßen und Wintersportgebiete vorgenommen. Außerhalb dieser Areale sind bauliche Schutzmaßnahmen äußerst selten. Auch künstliche Lawinenauslösungen werden hier meist nicht vorgenommen. Plant man also, die gesicherten Bereiche zu verlassen, ist es wichtig, sich vorab über die Lawinenlage vor Ort zu informieren. Denn nur durch die richtige Interpretation des Lawinenlageberichts sowie einer den Bedingungen angepassten Tourenplanung ist es möglich, bei Ski- und Schneeschuhtouren sicher unterwegs zu sein.

Klettern im Oman

Ramadan für Bolts: Road-Trip durch das Sultanat Oman: Teil 3

8. November 2016
Die Bergfreunde

Was den Oman als Reiseland besonders macht, sind die krassen Gegensätze. Stundenlang fahren wir durch lebensfeindliches Gelände, staubtrockene Steinwüste soweit das Auge reicht und plötzlich stehen wir in einem wasserführenden Tal mit Palmenhainen und fruchtbarem Boden. Nach so viel karger Steinwüste strahlen uns die Farben förmlich entgegen, über den Luxus von türkisblauen Badegumpen können wir immer wieder nur staunen. Natürlich sind wir vor Allem aufgrund der zahlreichen unbestiegenen Felsen hier und leben dieses Abenteuer, neue Linien zu erkunden, in vollen Zügen aus. Am schönsten ist es dort, wo beides ganz nah beieinander liegt – tolle Felsen sowie wunderschöne Badegumpen. So wie im Wadi Bani Khalid…

Lieblings – Wadi

Je weiter wir in das Wadi hinein fahren und laufen, umso heller werden die Felsen und desto stärker der Kontrast zum türkisblauen Wasser. Über Jahrtausende hat sich das Wasser hier seinen Weg in den Kalk gefressen und so wunderschöne, tiefe Becken ausgespült, die zum Baden regelrecht einladen. Spätestens bei den kugelrunden Gumpen, die mit Eisenketten zum Wiederaufstieg im hinteren Teil der Schlucht versehen sind, können wir nicht mehr widerstehen. Eine fast kindliche Freude kommt beim Sprung ins warme Nass auf, wie früher am Badesee.

Und auch die Omani, jung wie alt, zelebrieren dieses Wunder der Natur. Nach einer gewissen Grundreinigung wagen wir also eine Erkundungstour in eines der Seitentäler und entdecken eine schön zergliederte Wand mit guten Chancen auf festen Fels. Den unteren, überhängenden Teil mit zweifelhaftem Gestein umgehen wir noch, indem wir auf einem breiten Felsband auf halber Höhe elegant einqueren. Aber jetzt heißt es erst einmal testen, was der Fels überhaupt hergibt…Klettern vom Feinsten! Wie überall im Oman sind die Strukturen so scharf, dass die Fingerkuppen brennen… und logische Linien an Rissen und Verschneidungen gibt es zuhauf. Durch zwei davon arbeiten wir uns klemmend und quetschend, bald über raue Strukturen turnend hinauf, die grün leuchtenden Palmen von Badah zu unseren Füßen. „Ein absoluter Glücksgriff, dieses Tal!“ Nach vielen Tagen Staub, Hitze und Schweiß erleben wir die Zeit im Wadi Bani Khalid wie einen echten Luxusurlaub. Wir „hinterlassen“ die beiden Routen ‚Anorexie‘ und ‚der verrückte Kaminkehrer‘, wo sich Wiederholer an bestem Fels und schönstem Abenteuerklettern erfreuen können. Wir sind gespannt auf Feedback, war vielleicht schon jemand drin?

Steintore und Steinmänner

Eigentlich ist jedes Wadi im Oman von mehr oder weniger hohen Felswänden gesäumt, die sich fast alle für Klettertouren eignen. Der Muschelkalk ist überall anders, mal etwas brüchiger, mal kompakter, aber fast immer gibt es die unglaublichsten Strukturen und Formen. Im Eingangsbereich des Wadi Tanuf zum Beispiel steht stolz erhaben, hoch über dem Tal, ein riesiges Felsentor, wie im amerikanischen Arches – Nationalpark. Nur der Zustieg hier ist um einiges mühsamer, aufgrund der Temperaturen, vor Allem aber, weil es durch weglosen, steilen Schotter hinauf geht. Etwas tiefer im Tal fällt uns daraufhin ein kleiner Felsturm ins Auge, den wir uns aus der Nähe anschauen wollen. Der Zustieg ist nicht ganz so weit. Drei kurze Seillängen höher stehen wir dann auch schon unter dem fragilen Turm – „der wird ja nicht gerade jetzt zusammen brechen, oder?!“ Auf dem Gipfel ist zumindest nur Platz für einen von uns, sodass wir ihn nacheinander besteigen und dadurch nicht allzu sehr belasten. Nach weiteren zwei Seillängen stehen wir am oberen Rand des Felsriegels, den langen Abstieg vor unseren Augen. Zugegeben, diese Klettertour war etwas „wander-lastig“. Aber längst haben wir eine weitere logische Linie im Visier, denn gegenüber haben wir eine scharfe Kante erblickt…

Tanz auf der Rasierklinge

Mit ‚dancing on razorblades‘ haben wir uns ein wahrlich „scharfes Abenteuer am Fels“ auf die Fahne geschrieben. Wenn eine Tour diesem Namen gerecht werden könnte, dann diese messerscharfe Felskante vor unserer Nase. Ob es wohl Unglück bringt, wenn man schon beim Einstieg einer Tour den Namen vergibt, ohne zu wissen, ob man es auf den Gipfel schafft? Vom Wandfuß aus betrachtet ist die Kante jedenfalls nicht ganz so scharf wie eine Rasierklinge, aber trotzdem wird die Tour vom ersten Kletter-Meter an ihrem Namen mehr als gerecht. Klettern im Oman ist ohnehin wie ein learning-by-doing Seminar mit dem Titel „kreative Sicherungen legen“. Trotz unserer bisherigen Erfahrungen bleibt hier die Absicherung spannend. Im kompakten Fels bringen wir kaum Sicherungen unter – selten versinkt ein Friend oder ein Totem Basic Cam in einem Riss, meist ist höchstens mit Schlaghaken etwas auszurichten.

Vom üblichen, groben Schotter auf den Felsbändern ganz abgesehen, hängen immer wieder Fels-Schuppen wie Damokles-Schwerter in der Wand, bereit ein Seil zu kappen oder Schlimmeres. Wir arbeiten uns daher sehr bedacht und langsam hinauf, stets auf die nächsten paar Kletter-Meter konzentriert. Der Handbohrer und ein paar Not-Bohrhaken sind zwar am Gurt, aber wir wollen soweit wie möglich mit unseren mobilen Sicherungen auskommen. Die Tour wird zu einem Test für unsere Nerven und das gegenseitige Vertrauen in das Können des Anderen. Der scharfe Fels mit seinen schönen Strukturen hat uns voll in seinen Bann gezogen, sodass wir fast nicht bemerken wie die Stunden vergehen. Am späten Nachmittag hängen wir immer noch im oberen Teil der Headwall. An Abseilen ist schon lange nicht mehr zu denken, es gibt nur die Flucht nach oben. Doch immer wieder kommt eine vermeintlich letzte Seillänge, die nur wieder auf ein weiteres Felsband führt. Hat denn diese Wand gar kein Ende?

Hotel der tausend Sterne

Erst bei Sonnenuntergang schwingt sich Georg endlich über die letzte Felskante auf das flache Gipfelplateau und wir können auf dieses wahnsinnige Abenteuer einschlagen. Obwohl, vorbei ist es noch nicht, denn das etwa 500 Meter hohe Felsband erstreckt sich kilometerweit nach links und rechts. „Jetzt müssten wir nur noch irgendwie herunter kommen“… Flotten Schrittes geht es somit im sicheren Abstand zum Abgrund den Felsrand entlang, doch bald ist klar: wir müssen biwakieren. Es gibt keine Chance im Dunkeln einen sicheren Abstiegsweg zu finden. Kein Problem, wir sind ja vorbereitet, wir haben ein Feuerzeug und zwei Rettungsdecken dabei!

An einem großen Felsblock richten wir unser Biwak-Lager vor. Die gemütliche Seil-Unterlage ist vorbereitet und bald lodert ein kleines Feuer. Nur mit der einen Rettungsdecke will es nicht recht klappen – anstatt einer Folie reißt Georg nur silberne und goldene Fetzen aus der Verpackung… „Aus welchem Jahrhundert ist die denn gewesen?!“ Unter der verbleibenden Rettungsdecke trotzen wir also dem eisigen Wind und sagen einfach: „es war kuschelig“. Diese Nächte im Hotel der tausend Sterne sind doch ohnehin unbezahlbar, auch das Frieren gehört irgendwie mit dazu. Im Licht der aufgehenden Sonne sitzen wir so in einem Haufen Silberfolie, als wären wir gerade von einer Mondfahrt gekommen. „Der Adler ist gelandet“ kommentiert Georg, schließlich können wir darüber auch lachen. Bei Tageslicht gestaltet sich der Abstieg dann über den Bergrücken sehr viel einfacher, sodass wir es rechtzeitig zum „Frühstückskaffee“ zurück ins Tal schaffen.

Vier Wochen Urlaub sind verflogen wie im Wind, unsere Kletter-Ziele würden jedoch noch für lange Zeit reichen. Zum Beispiel haben wir am höchsten Fels des Oman noch keine Hand angelegt. Der 1000 Meter hohe Jabal Misht hat zahlreiche Bigwall-Linien zu bieten, die wir uns nur noch von unten anschauen können. Einerseits sind wir wehmütig, weil wir „schon“ wieder nach Hause müssen, andererseits aber auch erleichtert, weil diese riesige Felsmasse unglaublich erdrückend wirkt. Furchterregend, aber gleichzeitig anregend. Genau die richtige Mischung aus Angst und Anziehung, die einen Grund liefert, um bald wieder zu kommen!

Kletterführer:
„Climbing in Oman“ von Jakob Oberhauser, Panico Verlag, 2014

Verwendetes Material:
Tendon Master 7.8mm (Halbseile) und Tendon Hattrick 10.2mm (Einfachseil)
Onyx und Garnet, Helm Penta, Karabiner, Expressen
Totem Cams und Basic Totem Cams
Kletterschuhe Tenaya RA und Triop Tiger
Optimus Polaris Kocher (Benzin und Gas) mit Optimus Terra Lite HE Cook Set Töpfen
LEKI Micro Vario Carbon

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Anni auf dem Nordkalottleden – 400 km alleine durch Nordskandinavien, Teil 2

5. November 2016
Die Bergfreunde

Der Plan war ambitioniert: Von Kautokeino im Norden Norwegens über 800 Kilometer den Nordkalottleden erwandern. Dass das kein Pappenstiel ist, wurde Bergfreundin Anni schon bei ihrer ersten Etappe schmerzlich bewusst, als ihr der Morast das Vorankommen erschwerte und sie bei jedem Schritt tief im Schlamm versank. Das Gelände und die Erschöpfung machten ihr auch im weiteren Verlauf schwer zu schaffen. Im zweiten Teil ihrer Reisereportage erfahrt ihr, wie es Anni auf dem Rest des Weges erging…

Kilpisjärvi – Innset: Qualität kommt von Qual

Leider zerschlug sich meine Hoffnung, dass meine Füße sich in dieser Zeit erholen würden und nicht mehr nach spätestens drei Stunden zu schmerzen beginnen, ziemlich schnell. So gestaltete sich jeder weitere Tag als Probe für meinen Willen, diese Tour zu gehen. Es tat weh, festzustellen, dass es nur mehr Wille war, der mich antrieb, und nicht die reine Freude am Unterwegssein und an der Natur. Ich wollte zunehmend nach Hause, in Sicherheit sein, nicht jeden Tag zur Zerreißprobe werden lassen. Das von nun an schlechte Wetter trug nicht gerade zur guten Laune bei. Einen Lichtblick verschafften mir die Begegnungen in der Zeit ab Kilpisjärvi.

Schon nach dem Passieren des Dreiländerecks Finnland-Schweden-Norwegen (Treriksröset genannt) traf ich die ersten Deutschen, eine Frau meines Alters mit ihrem Vater, mit denen ich gemütlich schnatternd den Abend auf der Gappohytta am Kamin verbrachte. Am nächsten Tag machte ich mich auf den anstrengenden, aber schönen Weg durch das beeindruckende Isdalen zur Rostahytta. Dort angekommen wurde ich gleich schon von Sarah aus Hamburg empfangen, die ich bereits auf dem Boot von Kilpisjärvi zum Treriksröset getroffen hatte. Auf die Frage, wie es lief, erzählte ich ihr von meinen schmerzenden und teilweise tauben Füßen, worauf sie entgegnete „Ich bin Physiotherapeutin, das schau ich mir heut noch an. Aber erstmal bekommst du Früchtetee mit viel Zucker“. Ihr Ernst? Ich war im Wandererhimmel – eine Physiotherapeutin auf der Hütte, die mir auch noch Tee kocht! Weniger erfreulich war dann Sarahs Diagnose, es gebe Probleme mit meiner Lendenwirbelsäule. Der Schmerz würde also mit der Zeit nicht besser werden, im Gegenteil. Ihre haarsträubende Schmerzpunkt-Behandlung ließ ich dann gern über mich ergehen. Die anderen Hüttenbewohner staunten nicht schlecht über die brüllende, heulende Anni, die da auf der Sitzbank gequält wurde. Danke Sarah!

Die anderen waren Jonas aus den Niederlanden, Dagmar aus Karlsruhe und Solveig aus der Nähe von Tromsø. Mit ihnen bildete sich ein kleines Grüppchen, das sich von nun an stets abends auf der Hütte traf – und obwohl ich kein geselliger Typ bin, war ich froh darüber, denn ich durfte hier unglaublich liebe, lustige Menschen kennenlernen. Tagsüber bestritt jeder den Wandertag für sich. Auch war ich froh, so viele Abende in den gemütlichen norwegischen DNT-Hütten verbringen zu dürfen, die wirklich jedes Mal und jede immer anders „Hytteglede“ (frei übersetzt: „Hüttenfeeling“) aufkommen lassen. Von der Rostahytta ging es zur Daertahytta über eine steinerne Geröllwüste und den bisher höchsten Punkt der Wanderung auf 1300 m.

Der Weg von der Daertahytta zur Dividalshytta war mit seinen 24 km in anspruchsvollem Gelände wieder einmal eine große Herausforderung. Beim Wandern durch eine Senke mit zwei Seen kam das altbekannte Kautokeino-Feeling auf, als ich bis zur Wade im Sumpf einsank, dass es nur so schmatzte. Dieses Mal hatte ich jedoch meine schöne Bergans Regenhose mit integrierten Gamaschen an – praktisch! Auch der eigentlich kurze Weg von der Dividalshytta zur Vuomahytta zeigte sich dem Nordkalottleden angemessen mit endlosem Moor im Birkenwald, vielen Höhenmetern, fehlenden Markierungen und mit dem Divielva, der herausforderndsten Flussüberquerung bisher. Eins ist sicher: Wenn auf dem Nordkalottleden eine Tagesetappe nur 12 Kilometer hat, dann ist da irgendwo ein Haken.

Innset – mein neues Ziel

In dieser Zeit reifte in mir der Entschluss, die Tour abzubrechen. Die Traurigkeit, keinen Spaß zu verspüren, hatte sich in pure Unlust gewandelt, und schon der bloße Gedanke daran, den weiten Weg, den ich mir noch vorgenommen hatte, unter diesen Schmerzen zu gehen, löste in mir Widerwillen aus. Nicht einmal die fünf Tage bis Abisko wollte ich noch wandern. Einfach raus – schnellstmöglich. Mit der Entscheidung, auf der Huskyfarm in Innset abzubrechen, breitete sich auch eine Erleichterung in mir aus. Ich wusste und weiß, es war richtig so. Trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, meine Entscheidung vor mir selbst rechtfertigen zu müssen, gemischt mit einer großen Enttäuschung darüber, dass einfach alles nicht so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es hätte doch so schön sein können.

Zwei Tage waren es noch bis zur Huskyfarm des Deutschen Björn Klauer in Innset, wo ich mir selbst in der Vorbereitung der Tour ein Versorgungspaket hingeschickt hatte, um auch auf der zweiten Hälfte des Nordkalottleden mit genug gefriergetrocknetem Essen, Tee, Schokolade, Karten und vielem Wichtigem mehr ausgestattet zu sein, denn die Nachschubmöglichkeiten auf dem Nordkalottleden sind spärlich gesät. Die Gaskashytta war die Endstation für unsere kleine Gruppe, denn auch Jonas war am Ende seiner Kräfte. Da sieht man, was der Nordkalottleden mit einem anstellt – selbst Wanderer, die schon seit 16 Jahren jedes Jahr lange, anspruchsvolle Touren gehen, zwingt er in die Knie.

Er hat uns alle geschafft, wir alle mussten kämpfen. Doch hatten wir das Glück, ein Stück unseres Weges zu teilen, uns gegenseitig Mut zu machen und so jeden Tag wieder gestärkt angehen zu können. In Innset angekommen, hatte ich kaum ein Auge für die dutzenden von Huskys und ihre Hüttchen oder den idyllischen See, an dem die Farm liegt. Ich war einfach viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Der erste Stress fiel ab und es heulte nur so aus mir heraus, ohne dass ich genau wusste, warum eigentlich. Der Kampf war zu Ende, mein großes Abenteuer auch. Jeden Tag aufs Neue an seine Grenzen zu gehen, Schmerz zu verdrängen und harten Willen hervorzubringen, geht auf Tour nur auf begrenzte Zeit – so lang, bis man sich an seinem persönlichen Ziel wähnt. Ist man da, merkt man erst einmal, welch mentale Leistung man da vollbracht hat. Es sammelt sich so viel an, wie in einer verstopften Regenrinne. Irgendwann löst sich der Pfropfen und alles überschwemmt einen; nicht nur psychisch, sondern auch physisch. Drei Tage nach meinem Abbruch wurde ich richtig krank. Mein Körper wollte mir wohl sagen: Frollein, das war ein bisschen zu viel. Eins steht fest: die nächste Tour wird entspannter und leichter – in jeglicher Hinsicht!

Das Fazit nach 400 Kilometern – ohne Schatten kein Licht

Fast 400 Kilometer legte ich in knappen drei Wochen zurück, und trotz dieser Leistung, die mir selbst auf die Fahnen schreiben darf, bleibt ein bitterer Beigeschmack, wenn ich heute an mein Abenteuer zurückdenke. Ich hatte Großes vor und viel dafür investiert, und doch kann man absolut nicht planen, wie der Weg für einen sein wird. Doch ich durfte wertvolle Erfahrungen sammeln: Ich weiß, wie eine Tour für mich nicht sein soll und was sie für mich zum Genuss macht. Ich weiß jetzt: Wenn es keinen Spaß mehr macht, hör auf damit (gilt für fast alles im Leben). Ich weiß, wie brachial ich kämpfen kann, dass ich einfach alles gegeben habe. Besser hätte ich es nicht machen können und das ist gut so. Ich weiß wie es ist, eine große Tour über ein halbes Jahr zu planen, drauf hinzuarbeiten und einfach allein loszugehen. Und ich weiß, dass für jede schlechte Tour auch wieder eine richtig gute kommt. All dies ist mir sehr viel wert, und auch wenn es mal nicht optimal läuft, kann ich nur jedem empfehlen, an einem großen Wunsch festzuhalten und es einfach zu versuchen. Wer gar nicht losgeht, kann auch nicht ankommen :) In diesem Sinne: God tur!

Winterabenteuer auf Island

Sonne, Eis und Meer – ein unvergessliches Winterabenteuer auf Island

4. November 2016
Die Bergfreunde

Island, Januar 2015. Vier Berliner unterwegs im ewigen Eis. 3000 km entfernt von unserer Heimat erlebten wir eine andere Welt mit unendlichen Gletschern, gewaltigen Wasserfällen, heißen Quellen und schimmernden Nordlichtern. Island beweist sich als Wintergeheimtipp für Abenteuerlustige und Naturliebhaber.

Bestens vorbereitet starten wir zu unserem fünftägigen Winterabenteuer nach Island. Neben der kompletten Wintermontur haben wir Zelte, Campingkocher, Steigeisen, Eispickel, Seile und Schneeschaufel mit im Gepäck. Nach knapp vier Stunden Flugzeit landen wir in Reykjavik, der Hauptstadt des Inselstaates. Ein eisiger Wind und kalter Schnee bläst uns direkt zur Begrüßung ins Gesicht. Herzlich willkommen im Winterparadies Island.

Glatte Straßen

Direkt am Flughafen nahmen wir unseren Mietwagen, einen Toyota VX Landcruiser, entgegen. Gezielt wählen wir einen Geländewagen aus, um auch abseits der Hauptroute, die die Insel ringförmig umrundet, unterwegs sein zu können. Dies erweist sich auf den verschneiten und teils spiegelglatten Straßen als äußerst hilfreich. Trotzdem bleibt es auch uns nicht erspart, bereits beim ersten Verlassen der Hauptstraße im nächtlichen Tiefschnee stecken zu bleiben. Glücklicherweise waren uns Einheimische dabei behilflich, das Auto wieder aus dem Schnee zu ziehen, allein hätten wir das nicht mehr geschafft. Im Laufe der Reise ist uns klar geworden, dass es im isländischen Winter scheinbar dazu gehört, mit dem Auto im Schnee stecken zu bleiben, von der Straße abzukommen oder ins Rutschen zu geraten. Nahezu täglich sehen wir Autos am Straßenrand und helfen ihnen wieder zurück auf den rutschigen Asphalt. Im Vergleich zu den Einheimischen sind wir mit Schneeschaufel, Seil und Eispickel bestens dafür gerüstet. Nun jedoch zu unseren Erlebnissen abseits der Straße.

Lavahöhle für Jedermann

Direkt vom Flughafen aus steuern wir die Lavahöhle Leidarendi nahe Reykjavík an. Im nächtlichen Schneesturm ist es nahezu unmöglich, den Einstieg zur Höhle zu finden. Dem Zufall sei Dank, erkennen wir am Straßenrand noch ein paar Taschenlampenlichter – eine Gruppe Abenteuerhungrige, die gerade aus der Höhle kommt. Sie weisen uns schließlich den Weg zum Einstieg. Die Höhle selbst ist unerwartet groß und ohne Schwierigkeiten zu bewältigen – nicht gerade spektakulär, jedoch ein schöner Beginn für unsere Islandreise.

Brodelnde Geysire und eisige Wasserfälle

In den folgenden Tagen besuchen wir einige der „Klassiker“ im Süden der Insel. Angefangen mit der spektakulären Wasserfontäne des Großen Geysirs, der namensgebend für diese Art von geothermalen Quellen ist, sowie den Geysir Strokkur, der in regelmäßigen Abständen von etwa 10 Minuten ausbricht und eine bis zu 30 Meter hohe Wassersäule in die Luft schleudert. Wer da nicht aufpasst und nicht schnell genug von der Kraterabsperrung zurücktritt, bekommt schon mal eine nasse Brise von oben ab. Bei eisigen Wintertemperaturen ist das jedoch kein Problem, weil das Wasser in sekundenschnelle zu Eis gefriert und die Kleidung nur steif werden lässt.

Als weitere Attraktion bestaunen wir die teils mit Schnee und Eis bedeckten Wasserfälle Gulfoss, Skógafoss, Seljalandsfoss und Svartifoss, wobei der letztgenannte uns einen super Spot für eine nächtliche Abseilaktion bietet. Wir seilen uns 20 Meter herab an den Basaltsäulen, die wie Orgelpfeifen von der Felskante des Svartifoss hängen und am Rande mit meterlangen Eiszapfen geschmückt sind. Unsere Abseilstrecke endet im Flussbecken, das im Winter zu einem Trichter aus Eis geformt ist, und in das die Wassermengen hinein stürzen.
Der Svartifoss liegt in kurzer Entfernung zum Camping in Skaftafell am Vatnajökull-Nationalpark. Im Gegensatz zu den anderen Campingplätzen in der Region hat dieser auch im Winter geöffnet. Gegen eine kleine Gebühr ist es möglich, hier sein Zelt aufzubauen und die Sanitäranlagen zu nutzen. An der Rezeption erhalten wir zudem aktuelle Informationen zu den Gletschern im Vatnajökull National Park. Wir nähern uns dem absoluten Highlight der Tour.

Seilrutsche in der Gletscherwelt

Der Vatnajökull ist der flächenmäßig größte Gletscher der Welt außerhalb der Arktis mit einer Eisdicke bis zu 950 m. Wir waren zutiefst beeindruckt vom Anblick dieser gewaltigen Eismassen. Im Sommer ist der Gletscher zumeist von einer Ascheschicht bedeckt, nun im Winter leuchtete er jedoch bis ins türkisblaue. Mit Steigeisen, Eispickel und Seil bewegen wir uns über das Eis, rutschen die gewaltigen Gletscherzungen hinunter und bauen uns Seilbrücken von einer Spalte zur Nächsten.
Begeistert vom Eis fahren wir noch in der Nacht nach Jökulsárlón, den größten und bekanntesten Gletschersee Islands. Er ist bekannt für die auf ihm treibenden Eisberge, die eine Höhe von bis zu 15 Meter erreichen. In der Nacht bleibt uns der Blick darauf jedoch verschlossen. Trotz unserer leuchtstarken Taschenlampen können wir kein Treibeis darauf erkennen. Sicherlich war es auch nicht die beste Idee, im Dunkeln hier her zu fahren. Umso größer ist die Vorfreude auf den nächsten Tag, wo wir noch einmal eine Gletschertour absolvieren.

Starkwinde am Meer

Vom Vatnajökull fahren wir schließlich weiter nach Dyrholaey, den südlichsten Punkt der Insel nahe der Ortschaft Vik. Warme und winddichte Kleidung sind hier Pflicht. Solch starke Winde hatte bisher noch keiner von uns erlebt. Vom Parkplatz aus laufen wir zunächst Richtung Leuchtturm und dann die Steilküste entlang bis zum Ausblick auf dem „Türhügelinsel“ – ein großer Felsbogen mit einem von Wellen geformten Felsdurchbruch im Meer. Unterhalb des Cliffs schwappen die Wellen dem schwarzen Lavastrand entgegen.

Iglubau an heißen Quellen

Zum Abschluss jeder Islandreise darf ein Bad in heißen Quellen natürlich nicht fehlen. Wir entscheiden uns für die naturbelassene Badestelle im Reykjadalur oberhalb von Hveragerð.
Die mit Holzstegen und Kleiderständern ausgebaute Badestelle ist nach einem zweistündigen Fußmarsch vom Parkplatz aus gut zu erreichen. Das ablegen sämtlicher Kleiderschichten kostet uns zunächst reichlich Überwindung. Die Außentemperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgten schnell für Gänsehaut und blaue Lippen. Das heiße Wasser brennt anfangs auf unserer Haut, als wir uns mit unseren durchgefrorenen Körpern hineinlegen. Wir haben die Badestelle fast für uns alleine und im Laufe des Abends stoßen nur zwei weitere kleine Gruppen hinzu. Wir kochen unser Abendbrot vom Wasser aus und genießen die Atmosphäre. Die Nacht wollen wir hier oben in einem Iglu verbringen. Mit Schneeschaufeln und Schneesägen machen wir uns an die schweißtreibende Arbeit. Schwache Nordlichter begleiten unser Bauvorhaben. Nach mehr als vier Stunden schneesägen, schneeschaufeln und Schneeklötze stapeln brechen wir das Projekt jedoch ab, weil es uns nicht gelingt, das Dach des Iglus zu schließen. Der Schnee ist einfach zu weich, die Konstruktion zu instabil – uns fehlt schlichtweg die Erfahrung im Iglubau. So treten wir schließlich den Rückweg an. Der nun aufkommende Schnee hätte für unsere ungeschützten Daunenschlafsäcke das Ende bedeutet und so verbringen wir auch unsere letzte Nacht im Zelt.

Zwischen zwei Kontinenten

Am Abreisetag steht als letztes Ziel noch Thingvellir auf dem Plan. Der Ort gehört gemeinsam mit dem Wasserfall Gullfoss und den Geysiren des Haukadalur zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands, dem sogenannten Golden Circle. Der Nationalpark Thingvellir ist gekennzeichnet durch die Allmännerschlucht, eine kilometerlange, nicht heilende Wunde, die sich durch die Landschaft zieht. Jahr für Jahr driften hier die eurasische und die nordamerikanische Platte einige Zentimeter weiter auseinander und vergrößern die klaffende Schlucht. Vom Felsen über der Allmännerschlucht reicht der Blick über weite Teile des ersten isländischen Nationalparks Thingvellir sowie den Thingvallavatn, der größte See des Landes. An keinem Ort zuvor treffen wir auf so viele Touristen wie hier. Die meiste Zeit der Reise sind wir allein unterwegs gewesen. Die Kulisse ist sicherlich schön, jedoch empfinden wir es als zu voll, um die Natur richtig genießen zu können. Einzig eine Tauchtour im glasklaren Wasser der Silfra-Spalte, die als Tauchspot bekannt ist, wäre für uns eine verlockende Aktion gewesen, so kurzfristig war das jedoch nicht mehr zu realisieren. Nach einem kurzen Aufenthalt steigen wir somit wieder ins Auto und fahren durch den einsetzenden Schneefall zum Flughafen.

Winterkulisse mit funkelnden Polarlichtern

Vom Schnee blieben wir die meiste Zeit weitestgehend verschont. In Vorbereitung auf die Tour hatten wir viele Berichte über das schlechte Wetter Islands gehört und gelesen. Wir hatten jedoch Glück und erlebten den Winter als eine ganz besondere Reisezeit mit kontrastreichen Bildern von klirrendem Eis und Schnee neben heißem Lava- und Schwefeldampf sowie angenehm warmen Quellen. Die längste Zeit über wurden wir von Sonnenschein begleitet und konnten allabendlich funkelnde Polarlichter am Himmel bewundern.

Die Reise und Erlebnisse machten Lust auf mehr. Wir wollen auf jeden Fall nochmal wiederkommen, mal schauen, dann vielleicht auch mal im Sommer.

Text: Sina Burmeister
Fotos: Ronny Horning & Sina Burmeister

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Lawinenhunde – bester Freund und Lebensretter

3. November 2016
Die Bergfreunde

Treue Augen, weiches Fell und eine empfindliche Nase, die für Lawinenopfer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten kann. Trotz technischer Fortschritte bei Lawinenverschüttungsgeräten, sind Rettungshunde häufig die einzige und beste Möglichkeit, einen Verschütteten rechtzeitig zu finden.

Wer an Lawinenhunde denkt, stellt sich zunächst aber einen zotteligen Bernhardiner mit einem Schnapsfässchen um den Hals vor. Schließlich wird auch Barry, der wohl bekannteste (Rettungs-)Hund nach Lassie, auf seinem Podest im Berner Museum mit dem dekorativen Halsschmuck präsentiert. Tatsächlich soll Barry zu Lebzeiten 40 Menschen das Leben gerettet haben, auch wenn das Fässchen nichts damit zu tun hatte.

Woher die Legende vom Schnapsfässchen kommt, weiß niemand so recht, denn dieses würde die Rettungshunde bei ihrer Arbeit zu stark behindern. Wahrscheinlich ist, dass ein findiger Postkartenfotograf es einem der Tiere mehr zum Spaß umgehängt hatte. Dass man Barry sein Fässchen mit der Schweizer Flagge deswegen aberkennt kommt aber nicht in Frage, schließlich hat er es sich in seiner 14-jährigen Laufbahn mehr als nur verdient – die Ausbildung nicht mitgerechnet. Denn die ist lang und startet früh.

Wie aus einem Hund ein Lawinenhund wird

Lawinenhunde beginnen ihre Ausbildung bereits im Welpenalter und trainieren von da an regelmäßig. Im Ernstfall verlässt sich der Hundeführer darauf, dass sie auch am Ende eines kräftezehrenden Einsatzes noch aufmerksam und voll einsatzbereit sind. Dabei spielt es keine Rolle welcher Rasse das Tier angehört – die Arbeit ist also nicht exklusiv Bernhardinern vorbehalten – solange sie in guter körperlicher Verfassung sind. Besonders beliebt sind Deutsche Schäferhunde, Golden Retriever, Labradore oder Hütehunde.

Bevor man dem Tier allerdings Menschenleben anvertrauen kann, vergehen mehrere Jahre. In dieser Zeit bringt der Trainer den Hunden spielerisch bei, nach Lebenssignalen unter einer Schneedecke zu suchen.

Zu Beginn werden Gegenstände, die der Ausbilder am Körper trägt, einfach im Schnee versteckt. Findet der Hund sie, erhält er eine Belohnung. Stück für Stück wird so der Schwierigkeitsgrad erhöht und der natürliche Jagdinstinkt geschult, bis das Tier selbstständig nach Menschen unter dem Schnee sucht. Diese Form der Konditionierung zeigt sich als äußerst effektiv und der Vierbeiner lernt schnell, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren und freut sich umso mehr, wenn endlich das Leckerli im Maul landet.

Extreme Anforderungen

Auch wenn es als Welpe nur ein Spiel ist, sobald ein Einsatz mit dem Bergungsteam ansteht, wir den Hunden viel abverlangt. So schnell wie möglich müssen sie am Einsatzort sein, denn nach 15 Minuten sinken Körpertemperatur und Überlebenschancen des Verschütteten rapide.

Neben seinen Qualitäten als Spürnase darf der Hund deshalb keine Angst vor Lärm oder Höhe haben. Nicht selten kommt es vor, dass eine Unfallstelle nur per Hubschrauber zu erreichen ist und sich Trainer und Hund zusammen abseilen müssen. Dank viel Lob, gutem Zureden und jeder Menge Leckerlis freuen sich die meisten Lawinenhunde aber auf den Flug.

In Bayern sind momentan drei Lawinenhundestaffeln im Einsatz, die etwa zehn bis fünfzehn Mal im Jahr zum Einsatz kommen. Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung Davos sterben durchschnittlich 23 Menschen jedes Jahr durch Lawinen, die sie meistens selbst ausgelöst haben.

Selten können sich Opfer einer solchen Katastrophe selbst befreien. Der Druck im Inneren eine Lawine lässt den Schnee hart wie Beton werden. Lawinenrucksäcke und Lawinensonden erhöhen zwar die Chancen rechtzeitig gefunden zu werden, aber schlussendlich gibt es für einen Verschütteten kein schöneres Geräusch als das Bellen eines anschlagenden Lawinenhundes.

Caro North im Bergfreunde-Pro-Team

Caro North – unser Neuzugang im Bergfreunde Pro-Team

28. Oktober 2016
Die Bergfreunde

Mit 16 Jahren schon am Aconcagua unterwegs. Kann man machen. Genauer gesagt: Kann Frau machen! Zwar blieb der Gipfelerfolg damals aus, doch das hielt die junge Frau, die sich heute zu einer herausragenden Athletin gemausert hat, nicht davon ab, im Bergsport Fuß zu fassen. Die Rede ist von Caro North, dem neusten Mitglied unseres Pro-Teams. Wir haben sie zum Willkommens-Interview gebeten.

Hi Caro, es freut uns, dass Du bei uns im Pro-Team mit von der Partie bist. Um einen ersten Eindruck von dir zu bekommen, gib uns doch mal drei Sätze, die dich beschreiben:

Meine Riesenleidenschaft sind die Berge und das Klettern in all seinen Spielarten. Dafür habe ich eine unendlich große Motivation und richte mein Leben komplett danach aus. Zudem habe ich diesen Drang, stetig Neues zu entdecken und anspruchsvolle Herausforderungen zu meistern!

Du kommst aus der Schweiz und hast das Bergsteigen quasi mit in die Wiege gelegt bekommen. Ich nehme an, du hast in jungen Jahren lieber mit Karabinern gespielt, als mit Puppen?

Also ich war tatsächlich schon früh in den Bergen unterwegs, beim Skifahren und Hüttenwandern mit meinen Eltern – aber als Kind war ich doch eher ein bisschen kräftiger und weniger sportlich unterwegs. Die ersten Karabiner hatte ich dann mit 10 Jahren in der Hand. Ein großer Puppenfan war ich tatsächlich nie.

Ich habe gelesen, dass deine Familie neben dem Bergsport auch der Musik frönt und dass du Kontrabass spielst. Findest du dafür überhaupt noch Zeit?

Mittlerweile nicht mehr – und ein Kontrabass lässt sich so schlecht mit auf Reisen mitnehmen ;-)

Kannst du dich noch an deine erste echte Hochtour erinnern? Wie war das so?

Aber sicher, das war mit der Jugendgruppe als ich 13 Jahre alt war. Damals ist jeder mal in eine Spalte geflogen und für mich war das dann auch erstmal irgendwie normal, das musste wohl so sein…

Von 2011 bis 2013 warst du Teil des DAV-Expedkaders der Frauen. Konnten die dir überhaupt noch was beibringen?

Klar, ich hab aus dieser Zeit mega viel mitgenommen! Vor allem beim Eis- und Mixedklettern, das hatte ich vorher noch nicht so häufig gemacht. Außerdem hat mich Dörte (Dörte Pietron, Klettertrainerin des Exped-Kaders, Anm. d. Red.) zu meiner ersten Patagonien-Expedition motiviert.

Wie ist es um das Risiko bestellt? Wie gehst du damit um? Einfach drauf los oder minutiöse Planung?

So ein Mix aus beidem. Ich plane etwas, aber sicherlich auch nicht so viel und detailliert wie manch anderer. Irgendwann muss man dann einfach raus und los. Zu viel Planung macht es dann auch nicht unbedingt sicherer.

Letztes Jahr hast du die erste Frauenseilschaft auf den Cerro Torre geführt, warst dieses Jahr schon für längere Zeit im Himalaya und in den USA unterwegs. Wo geht es als nächstes hin?

Oh, da hab ich noch so einige offene Ziele – im Himalaja und in Patagonien – aber jetzt geht’s nächste Woche erstmal nach Indian Creek zum Klettern, Juhuuu!

Wie wichtig ist es dir, neben dem sportlichen Aspekt auch die Kulturen vor Ort kennenzulernen.

Sehr, sehr wichtig! Ich klettere gerne mit den Locals aus dem jeweiligen Land, versuche ihre Sprache zu lernen und mir bei meinen Expeditionen auch Zeit zum Reisen und Kennenlernen der heimischen Bräuche und Tugenden zu nehmen. Gerade das macht es für mich so spannend!

Was kommt bei dir nach einem langen Tag abends auf der Hütte auf den Tisch?

Da ich Vegetarierin bin, gerne was ohne Fleisch.

Gibt es etwas, was auf keiner Tour fehlen darf? Hast du vielleicht einen Glücksbringer?

Einen Glücksbringer habe ich eigentlich nicht, da ich schon versuche immer so leicht wie möglich unterwegs zu sein, aber was definitiv nicht fehlen darf, sind meine Rosinen!

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Was macht Caro in zehn Jahren?

Hoffentlich noch mehr Klettern und nicht mehr arbeiten. Oder besser gesagt, keine kleinen Saisonjobs mehr, sondern als Bergführerin tätig sein und zwischendurch immer wieder auf Expeditionen gehen. Ein Traum, an dem ich stetig arbeite!

Und wir freuen uns, dass wir dich auf deinem Weg weiter begleiten dürfen. Jetzt aber erstmal viel Spaß in Indian Creek. Ich hoffe, wir bekommen ein paar schöne Bilder zu sehen! :)

Mein bester Bergfreund, Foto: Sascha Ragone

Mein bester Bergfreund: Auf den Hund gekommen!

26. Oktober 2016
Die Bergfreunde

Schon als wir den Urlaub 2016 in Südtirol geplant hatten stand schnell fest, dass es eine besondere Highlight-Tour geben soll. Aber ausgerechnet an dem Tag, als die Tour stattfinden sollte, meldete der Wetterdienst Tirol 28°C . Meine Frau entschloss sich daraufhin, den Tag lieber in Meran zu verbringen. Und so machte ich mich um 8 Uhr morgens gemeinsam mit Pico, meinem fünfjährigen spanischen Hütehund, auf den Weg zum Vernagt Stausee (1.689 m) am oberen Schluss des Schnalstals – einem Ortsteil der Gemeinde Sölden im Ötztal – um von dort aus auf die Similaunhütte auf 3015 m aufzusteigen. Laut Wegweiser soll dieser Trek rund 3.15 Stunden dauern.

Abkühlung gefällig?

Mit ausreichend Getränken und passender Bekleidung im Rucksack geht es zunächst entlang kleiner Brücken, inmitten größerer Kuhherden über saftig grüne Wiesen und wir erreichen nach gut 1,5 Stunden das Geröllfeld, welches uns zum steinigen Einstieg führt. Mittlerweile ist auch die Sonne voll da und die anderen Wanderer staunen nicht schlecht, welches Tempo wir zwei vorlegen. Dabei überlege ich aufgrund der Hitze tatsächlich mehrfach die Tour abzubrechen. Doch Pico sieht das alles natürlich ganz anders und erfreut sich sichtlich an dem kühlen Gletscherwasser, das immer wieder in kleinen Bächen unseren Weg kreuzt. Ans Aufgeben ist nicht zu denken.

Stattdessen tue ich es ihm gleich und kühle Kopf sowie Nacken, wann immer möglich im herrlich erfrischenden Flusswasser ab – den Blick weiter nach oben gerichtet, dem Gipfel entgegen. Pico rennt währenddessen, wie auf all unseren gemeinsamen Touren zuvor, vorneweg und überholt dabei freundlich begrüßend selbst noch den einen oder anderen Bergsteiger mehrere hundert Meter vor uns. Diese Erfahrung, ein solches Bergerlebnis mit seinem vierbeinigen Freund anzutreten, kann ich unterdessen nur jedem empfehlen. Das Wandern mit Hunden ist einfach eine ganz wunderbare Sache!

Wir nehmen uns natürlich die Zeit und genießen immer wieder den Ausblick bei diesem strahlend blauen Himmel ins Tiroler Alpenland – für mich einer der schönsten Plätze zum Urlaub machen. Die letzte Stunde der Tour wird dann schließlich zur Herausforderung, denn die Sonne erreicht, wie angekündigt, ihre Tageshöchsttemperatur, und der mittlerweile kühle Wind in dieser Höhe sorgt abwechselnd für Hitze und Gänsehaut.

Höhengenuss und Hüttenflirt

Die sich im Abstieg befindlichen Wanderer in ihrer dicken Kleidung bestätigten mir, dass es die richtige Entscheidung war, Daunenjacke plus Mütze in den Rucksack zu stecken. Schließlich wollen wir ja auch noch draußen sitzen und den Ausblick auf das Gipfelkreuz des 3599 Meter hohen, eisüberzogenen Similaun genießen. Die letzten Meter zur Hütte sind dann zwar recht steil, aber die Freude es gleich geschafft zu haben, treiben mich an und nach 3 Stunden erreiche ich als zweiter meiner Gruppe die Hütte. Pico ist unterdessen schon einige Minuten vor mir auf der Terrasse angekommen und flirtet bereits ausgiebig mit der Hüttenwirtin, die ihn später gar nicht mehr gehen lassen will.

So suchen wir uns einen halbwegs windgeschützten Platz an der Sonne und ruhen uns bei einem Weißbier, dem obligatorischen Kaiserschmarrn und frischem Quellwasser ausgiebig aus. Im Einklang mit dem facettenreichen Bergmassiv beobachten wir währenddessen noch einige Seilschaften, wie sie das Gipfelkreuz über den Gletscher erreichen. Gestärkt und überglücklich nehmen wir anschließend den Abstieg über die selbe Route wie zuvor in Angriff.

Am späten Nachmittag zurück im Dorf Tirol erzähle ich meiner Frau von unserem Tag in trauter Zweisamkeit und zeige ihr die Bilder der Tour – derer sie sich beim Betrachten doch ein kleines bisschen ärgert, nicht mitgegangen zu sein. Aber so verspreche ich ihr, dass der Berg auch im nächsten Jahr noch da sei und wir dann ja zu dritt hoch gehen können …

DU HAST AUCH EINE aufregende GESCHICHTE, DIE DU MIT DEINEM BESTEN BERGFREUND ERLEBT HAST?

Dann immer raus damit, wir belohnen die Teilnahme mit einem kleinen Bergfreunde-Paket! Sendet einfach eine kurze Zusammenfassung eures Vorschlags an mbbf(at)bergfreunde.de und wir melden uns bei euch, falls ihr dabei seid.

Peak Performance Brandexperience Hintertux

Die Skisaison ist eröffnet – mit Peak Performance im Zillertal

25. Oktober 2016
Die Bergfreunde

Auf über 3000 m erstreckt sich der Tuxer Ferner als mächtiges Eisfeld, das an seiner tiefsten Stelle bis zu 120 Meter misst. Zwischen Großem Kaserer (3263 m), Olperer (3476 m) und der Gefrorenen Wand gelegen, eignet sich der Gletscher bei entsprechender Schneelage beinahe ganzjährig als Skigebiet. Durch Bahnen und Lifte erschlossen, bieten sich hier somit schon ganz zu Beginn der Wintersaison beste Voraussetzungen, um ein wenig Powderluft zu schnuppern und das Eis zu küssen. Gründe genug also für die Jungs und Mädels von Peak Performance, die zweiten offiziellen Brand Experience Days erneut in Hintertux im Zillertal zu veranstalten.
Was Bergfreund Jan dort mit den insgesamt 26 Teilnehmern so alles erlebt hat, warum er vom Snowboardfahrer zum Skifahrer konvertiert ist und was sonst noch so alles auf dem Programm stand, berichtet er euch jedoch am besten selbst.

Lawine am Olperer: ein Toter, ein Verletzter

Kurz nach meiner Ankunft am Sonntag den 16.10., höre und sehe ich bereits die ersten Helikopter über dem Hintertuxer Gletscher kreisen. Ich bin direkt vom Parkplatz zur Gondel, mit meinem Snowboard unter dem Arm, und habe die ersten zwei Abfahrten des Jahres mehr oder weniger heile überstanden. Dass jedoch gerade einmal wenige hundert Meter Luftlinie entfernt gegen 14 Uhr am Nordgrat des Olperer eine Lawine abgegangen ist, davon habe ich zunächst nichts mitbekommen. Leider Gottes sieht man die Helis der Bergrettung in den Alpen ja mittlerweile beinahe täglich. Dass dabei letztendlich einer der beiden Alpinisten, die von dem Schneebrett rund 130 Meter in die Tiefe gerissen wurden, erst nach mehreren Stunden von den Rettungskräften geborgen werden konnte, ist umso tragischer, da keiner ein LVS-Gerät bei sich trug. Wieder einmal wird somit auf traurige Art und Weise deutlich, dass auch bei vermeintlich guten Bedingungen, gerade in den höheren Lagen am Berg, bereits jetzt die Lawinengefahr allgegenwärtig ist.

Der erste Skitag der Saison …

… geht also mit einem nur allzu aktuellen Eindruck von den Risiken im Bergsport einher und ist selbstverständlich auch ein Thema, als sich am Abend die Teilnehmer der Peak Performance Brand Experience Days an der Bar des Hotels Alpenhof treffen. Die Stimmung ist gleichwohl gut, bevor uns Freeski Profi Matthias Mayr bei dem einen oder anderen Weißbier eindrucksvoll seinen neusten Film „The White Maze“ auf der Leinwand im Jagdstüberl präsentiert.

Powder, Ski und LVS-Geräte

Der Montag beginnt nach einem reichhaltigen Frühstück bei bestem Wetter. Zunächst teilen uns die Bergführer in kleinere Gruppen von sechs bis sieben Leuten ein, bevor es mit der Gondel direkt auf den Tuxer Ferner geht. Jetzt war mir natürlich schon im Vorfeld irgendwie klar, dass ich als einziger Snowboardfahrer unter allen Teilnehmern zwangsläufig der Depp sein werde. Nicht nur dass mein fahrerisches Können teils deutlich unter dem durchweg hohen Niveau der anderen liegt, ich bin in der Regel auch schlichtweg langsamer. Nicht, dass das jetzt großartig schlimm wäre, aber es nervt mich selbst schon ein bisschen. Relativ schnell kommt also die Idee auf, dass ich mich im Rahmen des Events doch eigentlich auch gleich erstmalig in meinem Leben auf Skier stellen könnte. Doch dazu später mehr.
Nach einem sonnigen Vormittag sowohl auf, als auch neben der Piste, geht es schließlich weiter zur planmäßig angesetzten Lawinenübung. In einem präparierten Suchbereich mit Schüttkegeln bekommen wir zunächst eine Einweisung in unsere LVS-Geräte und erhalten Infos zur Funktionsweise der Recco-Sensoren, die sich in einem Großteil unserer Skibekleidung befinden. Anschließend gilt es im Zuge der Feinsuche selbst Hand anzulegen, eine Suchkette zu bilden und mit den Sonden nach zuvor vergrabender Ausrüstung zu suchen. Jedes Mal, wenn also einer von uns meint, auf etwas anderes als Schnee oder Eis gestoßen zu sein, heißt es für den Schaufeltrupp Gas geben. So kommen hier schließlich auch die Letzten ins Schwitzen.

Meet the Pros

Der Nachmittag steht demgegenüber ganz im Zeichen diverser Produktschulungen ausgewählter Partner. Von Allied Feathers, dem Daunenlieferant von Peak Performance, über Gore-Tex, bis hin zu Pinneco, erfahren wir sowohl Altbekanntes, als auch neuste Infos von der Entwicklungsfront leistungsfähiger Funktionstextilien.

Nach einem reichhaltigen Menü am Abend, das tatsächlich seinesgleichen sucht, heißt es schließlich erneut: großes Kino in der Jagdstube. Hier präsentiert uns Freeriderin Sandra Lahnsteiner ihr neustes Filmprojekt „Between“ und steht anschließend, wie schon Matthias tags zuvor, für Fragen und Gespräche bei dem einen oder anderen Bierchen in ungezwungener Atmosphäre zur Verfügung.

Im Whiteout auf die Piste

Der zweite Tag beginnt zumindest wettertechnisch eher verhalten. Bei wenig Sicht und leichtem Nieselregen, der schon bald in Schneefall übergeht, habe ich beschlossen, mich mit zwei Mitstreitern erstmals in meinem Leben auf Skier zu stellen. Und wie unser nachsichtiger Skilehrer schon im Vorfeld vermutet hatte, läuft die ganze Nummer gar nicht mal so schlecht. Das Gefühl für den Schnee ist schnell da (und mir vom Hochtourengehen und Snowboarden auch gar nicht weiter unbekannt). Einzig die frontale Ausrichtung im Vergleich zum sonst seitlichen Stehen auf dem Board erfordert anfangs etwas Umgewöhnung, klappt nach zwei Stunden aber auch schon ganz ordentlich. So ziehen wir am Übungshang unsere Spuren und die Zeit fliegt dahin …

Gletscher-Workshop und a bisserl Eisklettern zum Ausklang

Als wäre das Programm nicht schon fetzig genug, folgt zum Abschluss des Ganzen sozusagen die Krönung. Während ich mich noch an meinen neu errungenen Fähigkeiten auf den Skiern erfreue, geht ein Teil der Gruppe unter Anleitung der Bergführer von Alpsclimbing Eisklettern. Wie verdammt viel Spaß das macht, sollte jeder am besten mal für sich ausprobieren. Aber seht selbst …

Als wir uns zum Abschied schließlich alle bei einer zünftigen Portion Kässpatzen und Kaiserschmarrn auf der Hütt’n treffen, fällt nicht nur das Gesamtfazit der Veranstaltung überaus positiv aus. Alle Teilnehmer hatten riesig viel Spaß, es wurde gescherzt und gelacht und trotzdem kamen die lehrreichen Momente zu keinem Zeitpunkt zu kurz.

Und auch mein persönliches Fazit schließt sich dem vorbehaltlos an. Oder um es mit den Worten der Bergführer zu sagen: „Skifoan is a Menschenrecht“. Heißt: Ich werde nicht das letzte Mal auf Skiern gestanden haben – so viel kann ich jetzt schon sagen. Aber auch darüber hinaus hat uns Peak Performance hier ein astrein durchorganisiertes Event mit hohem Spaßfaktor beschert – dafür ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer, Guides und Fotografen! Dass die Schweden nun natürlich noch viel mehr auf den Kasten haben, als ich das hier in wenigen Worten zusammenfassen könnte, davon überzeugt ihr euch am besten selbst in unserem Peak Performance Markenshop!

Kletter-Roadtrip Oman

Ramadan für Bolts – Roadtrip durch das Sultanat Oman: Teil 2

24. Oktober 2016
Die Bergfreunde

Reisen im Oman ist aufgrund der vielen Abzweigungen und Seitenstraßen selbst für geübte Navigatoren eine Herausforderung. Wer der Elektronik vertraut, wird sich zwar einige Irrfahrten sparen, dafür entgehen ihm aber vielleicht die interessantesten Entdeckungen. Diese zufälligen Abstecher nehmen wir auf unserer Suche nach felsigem Neuland gern in Kauf. Immer wieder landen wir in Wadis und Seitentälern, die nicht eingeplant waren und werden fast jedes Mal mit etwas Besonderem überrascht. So entdecken wir fast beiläufig eine schöne Felswand hinter dem kleinen Dorf Al Hajir am Rande des Wadi An Nakhur, die sich ganz offensichtlich zum Klettern anbietet. Und da wir schon einmal hier sind…

Neuland?

Nimmt man die riesigen Wände der benachbarten Wadis als Maßstab, dann ist unser Felsriegel zwar vergleichsweise klein – dafür zieren ihn allerdings einige offensichtliche Linien mit super Strukturen für mobile Sicherungen: Risse, Verschneidungen und mehrere höhlenartige Löcher lassen uns erahnen, was für Potential unser kleiner „Fruchtzwerg“ hat. Kurze Zeit später stehen wir in voller Montur unter der Wand, die Materialschlaufen der Klettergurte hängen durch das Gewicht der vielen Friends, Cams und Totem Basics fast bis zu den Knien. Bei jedem Schritt rasselt das Eisen wie die Sporen von Cowboys aus dem wilden Westen. Das fühlt sich gut an! Ob hier vor uns schon jemand geklettert ist? Zumindest gibt es keine Spuren davon. Jede Seilschaft sucht sich eine Linie und „auf die Plätze, fertig, los!“

Für uns geht’s einem kurzen Fingerriss folgend auf ein kleines Podest unter einer schrägen Höhle und über den kleinen Überhang in direkter Richtung zur Oberkante des Felsriegel. Außen herum kurz herunter gelaufen und ab in die nächste Tour – es gibt hier so viele Möglichkeiten! Den gleichen Einstieg, aber jetzt vom Podest in die kleine Höhle hinein und durch ein kleines Schlupfloch hinten wieder heraus. Die beiden Toni’s haben weiter rechts genauso viel Spaß, die Gesichter sind mit einem breiten Grinsen gezeichnet und wir treffen uns immer wieder am Gipfel. Funky Time!

Als Georg den etwas schwereren Riss im steilen, glatten Wandteil in Angriff nimmt, hat sich bereits die halbe Dorfgemeinschaft unter der Wand versammelt. Besser gesagt die Männergemeinschaft. Man(n) beobachtet und diskutiert wild gestikulierend, klopft den Jungs anerkennend auf die Schulter. Mit einem Halbseil in der Hand bewundern sie scheinbar auch den Mut der fremden Burschen, an so einem dünnen Strick ihr Leben in der Senkrechten zu riskieren. Dass hier auch eine Frau am Werk ist, wird hingegen geflissentlich ignoriert, aber da stehe ich mittlerweile drüber. Vor allem seitdem ich im Reiseführer gelesen habe, dass an omanischen Universitäten eine Männer- Quote eingeführt werden musste, damit es Männer mit ihren schlechteren Noten überhaupt auf die Hochschule schaffen. „Mann“ möge mir mein Lächeln der Genugtuung verzeihen.

Wadi Ghul

Wesentlich höher sind die zerklüfteten Felswände im Wadi Ghul, dafür sind leider auch die Zustiege umso weiter. Es ist wie die Durchquerung einer schier endlosen Steinwüste, die wir besser in aller Herrgottsfrühe hätten antreten sollen. Jetzt wissen wir es besser. Schweißgebadet erreichen wir den Einstieg der Linie „Samba di Jedi“. Die Anstrengung der letzten Stunden ist schnell vergessen, denn links und rechts ist kilometerweit felsiges Neuland. In Anbetracht dessen verwerfen wir unsere ursprünglichen Pläne. Wir können dem Reiz nicht widerstehen, unseren eigenen, neuen Weg durch die Wand zu suchen. Hier ist ohnehin alles clean. Der kleine aber feine Unterschied ist „nur“ das Wissen um die zu erwartenden Schwierigkeiten. Den kurzen Vorbau überwinden wir noch auf den Spuren der Franzosen, biegen am Felsband aber nach links ab. Bereits nach dem ersten Überhang rasselt es faustgroße Steine, Georg ist in seinem Element. „Im Vergleich zu den Karwendelausstiegen ist das hier bombenfest“! Damit werden all meine Zweifel im Keime erstickt. Ich quere hingegen lieber in kompakteres Gelände weiter links, nur dass der Fels hier zu kompakt ist.

Das heißt, ich bringe mit Mühe und Not auf 30 Metern einen Schlaghaken und einen Totem Cam unter, den Stand bildet eine fingerdicke Sanduhr und zwei zweifelhafte Cams. „Willst du uns umbringen?!“ An der Kreativität der Sicherungen können wir im Folgenden auf weiteren 400 Metern Fels zur Genüge feilen, obwohl die Wand deutlich abflacht. Am Gipfel schlagen wir auf eine gelungene Abenteuerlinie und einen lehrreichen Klettertag ein, der noch nicht ganz vorbei ist. Vor uns liegt ein langer Abstieg, den wir nicht kennen und langsam neigt sich der Tag dem Ende. Kurz bevor es dunkel wird, erreichen wir die Straße, aber leider an ganz anderer Stelle, als unser Auto steht. Mit langen Mienen treten wir also den 5 km langen Straßenmarsch an, als ein aufmerksamer Omani anhält: „Need a ride?“ Eigentlich ist er in die umgekehrte Richtung unterwegs gewesen, aber für uns macht er gern einen Umweg. Das ist wahre Hilfsbereitschaft, auf die wir später anstoßen und benennen die Route dementsprechend „Stamperlzeit“.

Wadi Dayqah

Zugegeben, nach diesen Mehrseillängenabenteuern steht uns der Sinn nach etwas nervenschonendem Klettern. Weiter im Südosten gibt es einen schönen Canyon mit kurzen Sportklettereien, mit und ohne Bohrhaken. Das lange Wadi Dayqah hat viele Biegungen, sodass es Wände aller Expositionen gibt und man zu jeder Tageszeit einen schattigen Kletter-Spot findet. Soweit der Plan. Auf einer neuen, dreispurigen Autobahn fahren wir bis kurz vor Qurayyat, dann auf immer kleiner werdenden Teerstraßen landeinwärts, zuletzt auf einer Schotterpiste ins Flussbett.

Inzwischen sind wir ja Allradprofis, der immer gröbere Weg juckt uns wenig, die Flussdurchquerung nehmen wir ohne mit der Wimper zu zucken. Als wir allerdings durch knöcheltiefen Schlamm fahren, der uns auf schrägen Passagen verdächtig seitwärts driften lässt, wird es uns dennoch unheimlich. Einstimmig entscheiden wir uns gegen eine weitere Flussdurchquerung und drehen um. Die eingerichteten Routen sind bei diesen Bedingungen unerreichbar. Stattdessen finden wir Neuland im unteren Bereich des Wadi, wo wir uns so richtig austoben können. Die wunderschönen Rissverschneidungen an Cams und Keilen sind eine super Nachmittagsbeschäftigung.

Ab ins „Sinkhole“

Nach dieser Schlammschlacht sehnen wir uns nach einem schönen Bad – wie gut, dass die Küste mit ihren wunderschön weißen Stränden und dem türkisblauen Wasser nicht fern ist. Ein weiteres Bade-Highlight befindet sich etwas südlich von Qurayyat. Das Bammah Sinkhole ist ein circa fünfzig Meter tiefer, natürlicher Kalksteinkrater, der unterirdisch mit dem Meer verbunden ist.

Auch was die Farbe betrifft, steht er dem Meer in nichts nach. Zwar passt die betonierte Parkanlage außen herum in unseren Augen nicht wirklich zu diesem kleinen Naturwunder, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Wir genießen trotzdem das Wasser und die natürlichen Podeste zum Schwimmen und Springen. Und natürlich zum „Deep Water Soloing für Arme“ (barfuß), wofür sich der Fels rundherum geradezu anbietet.

Suche nach den Pyramiden

Ein weiteres Loch im Boden zieht uns magisch an. Zu dieser Zeit ist die Höhlenkammer „Majlis al Jinn“ noch nicht weltberühmt, beinhaltet keine Bohrhaken von Glowacz und Sharma, aber wir wissen um ihre Bedeutung als eine der größten Höhlen der Erde und wollen zumindest einen Blick oder eine Abseilfahrt ins Dunkle Loch riskieren. Es ist für uns unvorstellbar, dass unter dem Salmah Plateau gleich mehrere Hohlräume sein sollen, in die ganze Pyramiden hinein passen!

Das müssen wir uns unbedingt ansehen, auch wenn wir dafür einen halben Tag steile Gebirgsstraßen entlang fahren müssen. Leider erfahren wir erst vor Ort, dass die Höhle vor Kurzem „geschlossen“ und die Bohrhaken am Rand der Höhle entfernt wurden, sodass niemand hinein seilen, klettern oder springen darf. Und so starren wir nur vom Rand in ein tiefes, schwarzes Loch und müssen uns die schiere Größe vor unserem geistigen Auge vorstellen. Trotz alle dem ist die Szenerie irgendwie unheimlich, da klettern wir doch lieber im Tageslicht mit Rundumblick auf Palmenhaine und blicken in die weite Steinwüste. An jungfräulichen Felsen hat der Oman für uns immerhin noch so einiges zu bieten!

Kletterführer:
„Climbing in Oman“ von Jakob Oberhauser, Panico Verlag, 2014

Material
Tendon Master 7.8mm (Halbseile) und Tendon Hattrick 10.2mm (Einfachseil)
Onyx und Garnet, Helm Penta, Karabiner, Expressen
Totem Cams und Basic Totem Cams
Kletterschuhe Tenaya RA und Triop Tiger
Optimus Polaris Kocher (Benzin und Gas) mit Optimus Terra Lite HE Cook Set Töpfen
LEKI Micro Vario Carbon
ENO Doublenest Reisehängematte

NRW-Alpinkader, Foto: Fritz Miller

Der NRW-Alpinkader geht an den Start

19. Oktober 2016
Die Bergfreunde

Aus Nordrhein-Westfalen kommen viele schöne Dinge. Zum Beispiel Pumpernickel, „Pommes Schranke“ oder die sogenannte „Mantaplatte“. Und was wäre die Welt eigentlich ohne Zwiebelmettbrötchen? Abseits von aller Kulinarik – wenn man das als solche bezeichnen möchte – hat das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands seit diesem Jahr aber auch in Sachen Alpinismus ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Der Alpinkader NRW ist am Start und hat sich ganz der Förderung von Talenten im alpinen Bergsport verschrieben – und die Bergfreunde freuen sich, von Anfang an als Partner mit dabei sein zu dürfen!

Spitzenalpinismus „Made in NRW“

… so prangert es in großen Lettern auf dem Flyer, der hier bei uns auf dem Tisch liegt. Der Plan: In drei Jahren ein sechsköpfiges Team junger Alpinisten aufstellen, die dazu ausgebildet werden, am Ende dieses Zeitraums eine Expedition inklusive anspruchsvoller Erstbegehung abzuschließen. Der gesamte Prozess ist dazu in drei Teile untergliedert:

Sichtungslehrgänge: Aus einem Pool an Bewerbern werden die aussichtsreichsten Kandidaten eingeladen. Aus diesen werden nach dem ersten Lehrgang wiederum zehn Bergsteiger ausgewählt, die anschließend zu weiteren Sichtungscamps eingeladen werden. Dieses Prozedere dient dazu, bisheriges Wissen und die Fähigkeiten der Nachwuchsathleten in den Bereichen Sicherungstechnik, Bergrettung, Mehrseillängenklettern und Eis zu prüfen. Am Ende stehen sechs Sportler, die den Alpinkader-NRW repräsentieren.

Ausbildungslehrgänge und Theorieseminare: Im zweiten Schritt geht es darum, die bestehenden Fähigkeiten und das Wissen auszubauen. Begleitet wird der Kader von einem großen Lehr-Team, dem erfahrene Alpinisten wie Charly Langbein, David Colling sowie unser Pro-Team-Mitglied Fritz Miller angehören und das sowohl in praktischen, als auch theoretischen Belangen auf einen großen Wissensschatz zurückgreifen kann, um die jungen Alpinisten bestmöglich auf Teil Drei des Programms vorzubereiten.

Expedition: Sie stellt schließlich das große Highlight der dreijährigen Ausbildung des Alpinkaders-NRW dar. Das Expeditionsziel wird dabei durch den Kader selbst bestimmt und recherchiert. Je nach Ausrichtung des Teams könnten dabei sowohl eine Erstbesteigung, die Überschreitung und/oder Erkletterung bisher unbekannter Felswände im Fokus der Unternehmung stehen. Natürlich alles unter der Prämisse: “leave nothing but footprints, take nothing but pictures” sowie unter Einhaltung des UIAA-Ethik-Codes, der Kathmandu-Declaration on Mountain Activities und der Tirol-Deklaration zu Richtlinien und Verhaltensweisen des Bergsteigers.

Den Bergsport fördern

Und auch wenn diese Expedition gleichermaßen das physische Ziel der Anstrengungen ist, steht auf der Metaebene darüber hinaus die generelle Förderung des Alpinismus im Vordergrund. Nach der Expedition tragen die ausgebildeten Team-Mitglieder den Spirit und die gewonnenen Erfahrungen in ihre jeweiligen Sektionen und sorgen so ihrerseits für die Inspiration junger Talente. Die dreijährige Ausbildungsphase beginnt daraufhin wieder von vorne, mit der Sichtung eines neuen Kaders.

Derzeit befindet sich der erste Alpinkader übrigens in der zweiten Sichtungsphase – es wird also nicht mehr lange dauern, bis das 6-köpfige Team feststeht!

Die Bergfreunde sind von Anfang an mit dabei

Letztlich sind wir jedoch nun nicht nur aus persönlichem Bezug zum Bergsport auf den weiteren Prozess gespannt, denn die Bergfreunde freuen sich zusätzlich, den Alpinkader als Medien- und Ausrüstungspartner zu unterstützen und mit Berichten und spannenden Einblicken in die Welt des Bergsteigens auf seinem Weg zu begleiten. Natürlich ist ebenso der DAV-Landesverband mit an Bord und sorgt nicht zuletzt für finanzielle Unterstützung.

Ihr dürft euch also ab sofort auf regelmäßige Updates freuen! Schaut doch zwischendurch auch mal auf der Facebook-Seite des Alpinkaders rein oder besucht ihre Homepage. Dort findet ihr weitere Infos, unter anderem zum Bewerbungsverfahren, zum Netzwerk und natürlich zum Team selbst!