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Bergwacht-Titelbild

Aus dem Leben eines Bergwachtlers

19. Januar 2017
Die Bergfreunde

Bergsport erlebt in den letzten Jahren einen waschechten Boom. Mehr Menschen denn je zieht es in ihrer Freizeit ins Gebirge, um Abgeschiedenheit und Ruhe zu genießen. Und mal unter uns, es gibt ja auch kaum etwas schöneres, als einen Gipfel zu erklimmen – egal ob zu Fuß oder an der Wand. Mit dem hohen Aufkommen an Touristen und Neu-Bergfexen steigen aber auch unweigerlich die Unfall-Zahlen.

Klar, nicht jeder kann mit der Erfahrung eines Reinold Messner aufwarten und in den Bergen gibt es schon von Natur aus mehr Gefahrenquellen als im Club Urlaub an der Playa de Palma. Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist – bzw. der Kletterer in die Spalte – dann hilft meistens nur noch eins: Die Bergwacht! Wir wollen die meist stillen Helden unserer Freizeit mal ein wenig ins Rampenlicht rücken und haben dazu mit Michael gesprochen, der in Bayern seit 1996 Berg- und seit 2008 auch als Skiwachtler tätig ist.

Organisation & Alltag der Bergwacht in Deutschland

Die Bergwacht ist in Deutschland zum größten Teil ehrenamtlich organisiert. Also müssen auch Michael und seine Kollegen im Alltag alles stehen und liegen lassen, wenn ein Notruf eingeht. Der Melder ist natürlich immer am Start, während der vier bis fünf Rufwochen im Jahr. Die Aufgaben der Bergwacht umfassen dabei nicht nur die Rettung und Versorgung von Verunfallten sondern auch die Durchführung und Unterstützung von Naturschutzprojekten.

Etwas anders sieht es bei der Skiwacht aus. Diese Stelle begleitet Michael hauptamtlich. Als Skiwachtkoordinator für Sonthofen ist er zum Teil Bürohengst, aber auch regelmäßig auf der Piste. „Ich bin genauso in den Skigebieten unterwegs wie meine Kollegen“, stellt er fest. Auch die Skiwacht hat ein sehr diversifiziertes Arbeitsfeld. Sie sind meist die ersten auf der Piste, prüfen etwaige Gefahrenstellen, bauen Zäune und polstern Schneekanonen ab. Danach findet eine Überprüfung des Sanitätsmaterials auf der Hütte statt.

„Wir sind natürlich immer über Funk erreichbar, falls ein Unfall passiert. Das ist ein großer Teil unserer Arbeit.“

Wenn ein Notfall ansteht, gilt es zu entscheiden, auf welchem Weg der oder die Verletzten abtransportiert werden müssen. Bei der Suche nach Vermissten arbeiten Bergwacht und Skiwacht Hand in Hand. Mehr Augen sorgen schließlich im Zweifel dafür, dass Personen schneller gefunden werden.

Voraussetzungen & Werdegang

Auf die Frage, wie er Bergwachtler wurde, erklärt Michael: „Ich bin über Freunde in die Bergwacht reingerutscht“. Nach dem Reinrutschen ist es allerdings ein recht langer Weg, bis man sich tatsächlich Bergwachtler nennen darf. Neben zwei Eignungsprüfungen muss man bei der Bergwacht in Bayern eine Sanitäterausbildung durchlaufen und mehrere Rettungs- und Naturschutzlehrgänge mitmachen. Insgesamt umfasst das Programm 19 Tage.

Im Anschluss kann man sich auf verschiedene Bereiche spezialisieren, z. B. Canyonrettung, Krisenintervention oder Lawinenhundeführer – und man kann natürlich zur Skiwacht, wie es Michael getan hat. Die körperliche Fitness ist dabei ein absolutes Muss. Schließlich ist man im Zweifel lange zu Fuß, auf der Piste oder auch abseits davon unterwegs. Und man sollte natürlich gerne mit Menschen arbeiten.

Mehr Bergsportler = mehr Unfälle?

Michael und seine Kollegen betreuen in Sonthofen vier Skigebiete, in denen es pro Saison etwa 450 Einsätze gibt. Im Sommer sind es hingegen „nur“ 120 bis 150 Einsätze. Auf die Frage, ob die Bergsportler insgesamt leichtsinniger geworden sind, meint er: „Die Leute sind schon noch genauso vorsichtig wie früher. Wer tut sich schon gerne weh?“ Dennoch sei die Zahl der Unfälle in den letzten Jahren gestiegen, was aber bei dem aktuellen Aufkommen an neuen Spielarten im Gebirge sowie dem generellen Boom der klassischen Bergsportarten relativ normal sei.

„Es sind einfach viel mehr Menschen in den Bergen unterwegs. Dadurch steigen natürlich auch die Unfallzahlen.“

Nur Berge im Kopf

Im Sommer ist Michael – wen wundert es – neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Bergwachtler noch als Bergführer aktiv und bringt Menschen die Leidenschaft des Alpinismus näher. Im Winter steht dann natürlich die Arbeit bei der Skiwacht im Vordergrund, aber auch in der Freizeit sind die Berge für ihn das regelmäßige Sehnsuchtsziel.

Und weil wir alle ohne Bergwacht eine ganze Ecke ärmer dran wären, wollen wir an dieser Stelle gerne dazu aufrufen, die Organisation mit Spenden zu unterstützen. Für die Bergwacht Bayern lautet die Kontonummer 111 110 02 bei der Sparkasse Bad Tölz, BLZ 700 543 06, IBAN: DE14 7005 4306 0011 1110 02, BIC: BYLADEM1WOR. Weitere Infos zur Spende gibt es hierUnd wenn Ihr gerne für eine andere Bergwacht spenden wollt, dann findet Ihr unter www.bergwacht.de eine Aufführung aller deutschen Dachverbände.

Winterbegehung Benediktenwand Titel

Kalt abserviert – im Winter durch die Benediktenwand-Nordwand

13. Januar 2017
Die Bergfreunde

Die Jagdsaison ist wieder eröffnet. Ab dem kalendarischen Winteranfang am 21.12. zählt eine durchkletterte Wand offiziell als Winterbegehung. Zumindest per Definition, denn sind wir einmal ehrlich, die Winter sind nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Wenig Schnee gab es schon hin und wieder und zweistelligen Temperaturen sind auch nichts Neues. Aber wenn früher jemand im Winter von 15 Grad gesprochen hat, meinte er den Minusbereich! Bis vor Kurzem hatte man hier im Münchner Süden eher Frühlingsgefühle. Aber bei einer Winterbegehung geht es ja auch nicht darum, Härte zu beweisen.

Es geht vielmehr um das besondere Erlebnis der winterlichen Wand und darum, Erfahrungen für andere, ernstere Unternehmungen zu sammeln. Um hierzulande einen richtigen Wintertag zu erleben, muss man eben zeitweise in eine Nordwand einsteigen. Zugegeben, zunächst klang Georgs Wunsch, einmal im Winter durch die Benediktenwand-Nordwand zu klettern etwas verrückt. Aber als uns um Weihnachten herum ein lauer Wind entgegen wehte, war es gar nicht mehr so abwegig. Warum sollten wir es eigentlich nicht einmal versuchen?

Eiszeit

Es ist gerade einmal fünf Uhr morgens, da schlittern wir im Dunkeln schon durch das völlig vereiste Lainbachtal. Mit Kraft geht hier gar nichts, auf den riesigen Eisplatten bedeutet ein Schritt vorwärts immer auch einen halben Schritt zurück. Auf den ersten sechs Kilometern müssen wir hauptsächlich Strecke machen. Im Eilschritt hecheln wir die restlichen drei Kilometer durch steilen Wald zur Tutzinger Hütte hinauf, die dunkel und verlassen im Talboden der Nordwand steht.

Obwohl es vergleichsweise wenig geschneit hat, brechen wir im Zustieg zur Wand bis zur Hüfte in den Tiefschnee. Was wir sonst in eineinhalb Stunden bewältigen hat uns heute über drei gekostet. Als wir die Wand erreichen wird es gerade hell, es kündigt sich ein herrlicher Tag mit strahlend blauem Himmel und wärmendem Sonnenschein an. Außer für uns. Wir verbringen den Tag freiwillig im Gefrierschrank der Nordwand. „Caveman“ heißt die anvisierte Linie. Aber wer weiß, wie weit wir bei diesen Bedingungen überhaupt kommen…

Quer-Fels-ein

Die erste Seillänge im fünften Grad geht noch mit Bergschuhen. Obwohl es kein wirkliches Vergnügen ist, auf diesen eisig nassen Schrägen. Die kalten Finger spüren genauso wenig von den Felsstrukturen wie die Füße – dank der klobigen Schuhe. Die alpinen Hakenabstände verwandeln selbst die leichte erste Seillänge zu einer mentalen Herausforderung. Das ist nichts für schwache Nerven. Mit Kletterschuhen spüren wir die wasserzerfressenen Strukturen der Wand etwas besser, dafür wird es auf den Graswasen weiter oben extrem rutschig.

Nach drei Bohrhaken geht es ohne Sicherungen über nassen Fels und verschneite Graspolster weitere fünfzehn Meter hinauf zum Stand. Um Sicherungen zu legen quert Georg deshalb etwa fünfzehn Meter rechts zu einem Riss-System und legt mir damit ein ganz schön dickes Ei. Eine lange Querung auf rutschigem Terrain steht mir bevor. Völlig verkrampft zittere ich mich herüber, versuche die Füße so wenig wie möglich zu belasten um nicht auszurutschen.

Ein Königreich für eine ferngesteuerte Sicherung wie den E-Frog, am besten gleich als Friend! Per Knopfdruck könnte ich die Sicherung aus der Ferne lösen, stattdessen mogele ich mich wie auf Eiern irgendwie herüber und hinauf. Ein kleiner Vorgeschmack für die Schrofen weiter oben. „Bei Nässe kann es in den leichten Seillängen unangenehm und gefährlich werden – insbesondere weil dort mit mobilen Sicherungen nicht immer etwas Solides zu legen ist,“ warnt das Topo. Werden wir jetzt kalt abserviert? Aber wir wollten ja schließlich keinen Spaziergang machen.

Schwer ist leicht was?

Der Winter hat so seine Tücken, nicht nur wegen der Kälte und dem Eis. Noch dazu sind die Tage extrem kurz – zumindest wenn man das Tageslicht ins Verhältnis zu unserem Schneckentempo setzt. Aber schneller geht es nicht, denn die Tour ist eine fortwährende Aneinanderreihung von heiklen, rutschigen Kletterpassagen. Unsere Verweilzeiten an den Ständen sind für beide extrem lang, da kann man schon mal ins grübeln kommen. Was ist eigentlich schlimmer: schwere Seillängen mit eiskalten Fingern klettern oder wie auf Schmierseife über leichte, dafür verschneite Schrofen ohne Zwischensicherungen?

Eine Winterbegehung gehört zu den Dingen, die man als Kletterer einmal im Leben gemacht haben sollte. Dass es auch Spaß machen muss, hat ja niemand behauptet. Da ist auch gleich wieder eine lustige Passage, die nächste Querung mündet in einem kurzen Überhang. Gerade als ich mich mit voller Kraft darüber wuchten möchte (von grazilen Bewegungen kann man ja nicht sprechen – es ist ein Wunder, dass ich im Michellin-Männchen-Look überhaupt klettern kann) packt mich ein Finger- Krampf!

Wie ein gerupftes Huhn hänge ich im Seil, die Luft ist voller Federn und Daunen. Eigentlich müssten wir jetzt richtig Gas geben, statt dessen schlage ich mich von einem Krampf zum nächsten und kämpfe mich zentimeterweise höher. Die Wand nimmt kein Ende. Über eine tief verschneite Rampe wühlen wir uns nach oben und stehen vor dem nächsten Dach.

Kreuz-Himmel-Herrgott

Wahnsinn wie lang sich diese neun Seillängen ziehen. Die Sonne steht schon tief am Horizont, als wir endlich am Gipfel aussteigen. Erschöpft, erleichtert aber voller Emotionen. Diese Unternehmung hat meine letzten Kraftreserven gekostet, aber wir haben es geschafft! Unvergesslich waren die Einblicke in die winterliche Wand, zudem haben wir extrem viel gelernt.

Besser ansteigen, besser greifen, ordentlich sichern und vor allem in das eigene Können und den Partner vertrauen. Mit den bloßen Händen sind wir durch unsere geliebte Benediktenwand geklettert, obwohl wir vom Fels eigentlich nicht sehr viel gespürt haben. Ob ich mich so schnell wieder zu einer Winterbegehung überreden lasse, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Es sei denn, ich finde eine angenehme Weise das Frieren zu trainieren. Aber eines ist gewiss: ein echtes Abenteuer zu erleben, ist manchmal gar nicht so schwer… auch wenn es nur am persönlichen „Hausberg“ ist.

Material:

Tendon Master 7.8mm (Halbseile)
Singing Rock Onyx und Garnet, Helm Penta, Karabiner, Expressen
Totem Cams und Basic Totem Cams von Totem
Kletterschuhe Tenaya RA und Triop Tango
Meindl Litepeak GTX
LEKI Micro Vario Carbon

Yukon Arctic Ultra

Montane Yukon Arctic Ultra – Ein Rennen der Extreme

7. Januar 2017
Die Bergfreunde

Am 5. Februar 2017 fällt im kanadischen Whitehorse der Startschuss zum 14. Montane Yukon Arctic Ultra (MYAU). 100 Teilnehmer aus 17 Nationen sind gemeldet. Die meisten von ihnen starten zu Fuss, aber auch die Disziplinen Mountainbike und Skilanglauf sind vertreten. Bei den möglichen Distanzen ist die Bandbreite groß: Marathon, 100, 200, 300 und 430 Meilen stehen zur Verfügung. Die beliebteste Streckenlänge ist tatsächlich 430 Meilen. Das sind 692 km von der Hauptstadt des Yukon Territory zur der Ziellinie in Goldgräberstadt Dawson City.

Die Strecke folgt dem Trail des Yukon Quest, dem härtesten Hundeschlittenrennen der Welt. Dabei ist alles geboten, was das Herz eines Winterabenteurers begehrt. Zugefrorene Flüsse und endlos lange Seen, Wälder, Sümpfe und hügelige bis bergige Landschaften. Die Wildnis des Yukon erscheint oft endlos.

Neben der Herausforderung für den Körper, bringt dieses Abenteuer auch den Kopf an seine Grenzen. „Man fühlt sich da draußen plötzlich sehr, sehr klein. Das Leben reduziert sich auf überlebenswichtige Dinge. Einen Schritt nach dem anderen tun. Essen. Trinken. Nur nicht schwitzen. Ruhen“, erklärt der deutsche Veranstalter Robert Pollhammer. „Du wirst mit vielen Ängsten konfrontiert. Nachts allein mitten im Nirgendwo. Mit etwas Glück heulen im Hintergrund noch die Wölfe“, fügt Pollhammer hinzu. Das verkraftet nicht jeder.

Wer macht so etwas?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Der jüngste Teilnehmer ist 24 Jahre alt, der älteste Teilnehmer ist 72. Es sind alle Einkommensschichten und viele Berufsgruppen vertreten. Die Fitness reicht vom erfahrenen Wanderer bis zum Profisportler. Und nicht immer erreichen die Profis das Ziel. Denn bei Temperaturen bis – 50 Grad Celsius und derart langen Strecken, ist es verheerend, wenn man sich die Kräfte nicht vernünftig einteilt.

Umso erstaunlicher ist es, dass viele Teilnehmer immer wieder zum MYAU nach Kanada kommen. „Das ist die Magie des Yukon. Viele Starter nehmen zwei-, drei oder viermal teil. So eine Herausforderung erdet und gibt einem Kraft. Auch, wenn man körperlich zunächst sicher k.o. ist“, erklärt Pollhammer. „Dazu trägt nicht nur die unglaubliche Landschaft bei. Unsere Gastgeber an den Checkpoints sind unglaublich freundlich. Die Crew und freiwillige Helfer lieben die Arbeit. Dazu kommt eine familiäre Atmosphäre, die ein Rennen mit maximal 100 Teilnehmern bringen kann. Das gilt ganz besonders für die Teilnehmer über die 300 und 430 Meilen. Hier lernen wir uns alle sehr gut kennen. Nicht selten entstehen Freundschaften fürs Leben“.

Damit die Teilnehmer sicher sind, gibt es eine lange Liste an Pflichtausrüstung. Dazu gehören zum Beispiel eine Expeditionsdaunenjacke, ein Schlafsystem für extreme Kälte, Säge, Stirnlampe und Kocher. Für den Transport der Ausrüstung nehmen die Läufer- und Skilangläufer eine Pulka. Die Fatbiker nutzen jeden verfügbaren Platz an ihren Rädern. Eine Mannschaft von Schneemobilfahrern fährt den Trail regelmäßig ab, um nach dem Rechten zu sehen. Für extra Sicherheit sorgen noch die sogenannten SPOT-Geräte. Das sind GPS-Sender, die regelmäßig die Positionen der einzelnen Teilnehmer durchgeben. Dazu kann man mit einem SPOT noch Nachrichten senden. Das geht von einem einfachen „okay“, über ein Hilfesignal bis zu einem echten Notruf. Die SPOTs ermöglichen es zudem Familie, Freunden und Kollegen daheim, das Rennen zu verfolgen. Achtung: Suchtpotenzial! Wer einmal anfängt, einem SPOT-Tracker zu folgen, kann oft nicht mehr damit aufhören.

Der Non-Stop Modus des MYAU sorgt dafür, dass sich das Teilnehmerfeld schnell in die Länge zieht. 100 Meilen oder mehr zwischen den Führenden und den Letzten ist absolut keine Ausnahme. Wer es möchte, kann sein ganzes Rennen alleine bestreiten. Andere schließen sich lieber spontan zu kleinen Teams zusammen.

Extrem – aber nicht um jeden Preis

Gefahren gibt es viele. Risiko Nummer 1 sind sicher die Auswirkungen der Kälte. Passt man nicht auf, holt man sich schnell eine Erfrierung. Wer sich eine Erfrierung einfängt, für den ist laut Reglement das Rennen beendet. Denn zunächst harmlose Erfrierungen können durch weiterführende Temperaturschwankungen zu einem echten Problem werden. Besonders gefürchtet sind die sogenannten „Overflows“. Hier sammelt sich Wasser über einer Eisschicht und unter einer Schicht Schnee. Nicht immer sind solche Stellen leicht zu erkennen. Mit etwas Glück ist das Wasser nicht tief. Doch es kann durchaus vorkommen, dass man plötzlich bis zur Hüfte im kalten Nass steht. Dann heißt es, Ruhe bewahren und Schritt für Schritt richtig reagieren.

Immer wieder machen sich die Athleten Sorgen um Wölfe oder Bären. Letztere halten Winterschlaf und Wölfe sind eher menschenscheu. Taucht ein Elch vor einem auf, ist wesentlich mehr Gefahr im Verzug. Dann ist Zurückhaltung angesagt. Verscheuchen könnte bei einem Elch aggressives Verhalten auslösen und böse Konsequenzen haben.
Wesentlich öfter bereiten den Athleten die körperlichen Strapazen Probleme. Knie, Rücken, Hüfte und Füße leiden wie bei allen Langstrecken-Veranstaltungen. Deshalb ist es wichtig, Warnsignale nicht zu ignorieren. Ein klassisches Beispiel sind Blasen an den Füßen. Wartet man zu lange mit der Problemlösung oder einer Behandlung, werden Blasen schnell so groß, dass nur noch die Aufgabe bleibt.

Der Lohn für all die Mühen? Man erfährt eine beeindruckende Stille. Man kommt an Orte, die andere Menschen niemals sehen werden. Man lernt Leute kennen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und, mit etwas Glück, sorgen Nordlichter nachts für ein unvergessliches Lichterspiel.

Wer also einmal seine Grenzen ausloten will, der hat beim MYAU eine Gelegenheit dazu, denn es gibt keine klassischen Teilnahmekritierien. Wichtig ist, dass man die Kälte mag. Es ist auch gar nicht so entscheiden, dass man ewig lange laufen kann. Aber man sollte sehr lange wandern können und Schlafmangel gut vertragen. Den Rest schafft man mit gezielter Vorbereitung und der richtigen Ausrüstung. Nach dem Event werden wir übrigens noch einen Nachbericht liefern und mit den Athleten sprechen. Bleibt also dran, das dürfte interessant werden!

Winter wandern

Abenteuerliche Reisen in den Norden – Herbst und Winter

5. Januar 2017
Die Bergfreunde

Das neue Jahr ist noch taufrisch und einige haben vielleicht noch ein paar Tage Urlaub. Für diese Glücklichen ist dieser Artikel eventuell eine schöne Inspiration – gerade wenn man mit der Familie unterwegs ist. Geertje von der nordicfamily gibt im zweiten Teil schöne Tipps für Herbst und Winter. Diesmal dabei: Rasante Zipline-Abenteuer in Schweden und Hundeschlittenfahrten durch einen echten Winter in Lappland.

Herbst: Zipline in Schweden

Der Süden Schwedens ist für viele Familien einfach von Deutschland aus zu erreichen. Wegen eigener Kindheitserinnerungen oder der aktuellen Literatur aus dem Kinderzimmer besucht man gerne die Wohnorte von Pippi, Michel und Lotta aus der Krachmacherstraße.

Wir reisen in den Herbstferien auf einem Roadtrip durch den Süden Schwedens und entdecken viele interessante Orte und schöne Plätze in der Natur.
An einem sonnigen und kühlen Tag zieht es die ganze Familie zur Rocky Lake Zipline etwas nördlich von Kosta in Småland.
Diesmal ist es ein Mädelsding, etwas für mutige Frauen. Die Männer werden das Abenteuer dokumentieren.

Wir halten auf einem kleinen unauffälligen Parkplatz und stiefeln einen Berg hinauf. Hohe Türme geraten in Sichtweite und Drahtseile, die diese verbinden. Wir haben einen fabelhaften Ausblick vom Startpunkt der Zipline über den See Ämghultasjön und eine hügelige Landschaft.

Zwei Guides statten uns mit Klettergurten und der ganzen Ausrüstung aus. Ein Tuch über die Haare und ein Helm auf den Kopf. Wir sehen mit all dem Klimbim ganz schön gut aus. An einem 3 Meter langen Stahlseil anderthalb Meter über dem Boden erklärt Peter, unser Guide, den Bewegungsablauf. Klingt alles logisch.

Dann geht’s hoch auf den ersten Turm, dann über eine Hängebrücke. Spätestens hier kann man merken, ob man Höhenangst hat und noch mal vom Abenteuer zurücktreten möchte. Wir halten durch und dann geht es auch schon los, die erste Zipline ist 95 Meter lang und über den Baumwipfeln. Die Tochter wird mit ihren Karabinern befestigt und bekommt Anweisungen zum Start. Beine anziehen oder weg strecken. Hände oben an die Bremse.

Aber lieber nicht in der Fahrt bremsen, sonst kommt man vielleicht nicht ganz rüber zum Turm. Die zierliche Neunjährige bekommt noch einen Rucksack mit Steinen aufgesetzt, damit sie auch rüber kommt und genug Schwung hat. Ich bin ein bisschen mit aufgeregt, als ich sie darüber flitzen sehe und bin als Nächste dran. Der Moment von der Plattform los zu sausen ist gigantisch. Der kalte Wind weht mir ins Gesicht, ich sehe die Welt von oben und fliege über die bunten Herbstbäume in Småland. Als ich am gegenüberliegenden Turm ankomme, empfängt mich die Tochter mit erwartungsvollen Blicken. Wir plappern uns gegenseitig voll, wie überraschend, kribbelig und aufregend die erste Fahrt war.

Schon geht’s auf den nächsten Turm, noch höher, noch weiter. Die längste Strecke, die wir zippen, ist über vierhundert Meter lang. Die höchste Geschwindigkeit kann bis 75 Kilometer pro Stunde betragen. Als ich über einen Fluss „fliege“ spiegelt sich mein Abbild im Wasser viele Meter unter mir. Mir bleibt fast die Luft weg vor Staunen.

Der kleine blaue Köttbullar (Fleischbällchen), meine Tochter vor mir, sieht manchmal richtig lustig aus, wenn sie durch den Wald schießt. Jedoch leuchten der blaue Helm und die blaue Jacke unerhört zwischen den warmen Herbstfarben im schwedischen Wald. Die letzte Station, an der wir schließlich nach der sogenannten Kamikaze Tour ankommen, heißt „Happy Ending“. Voll mit Glückshormonen, einer gehörigen Portion frischer Luft und einem bestandenen Abenteuer mehr im Gepäck beschließen wir den langen Nachmittag.

Das besondere an diesem actionreichen Erlebnis ist es, die Natur aus einer anderen Perspektive zu erleben und über weite unberührte Landschaft zu blicken und am Ende dann gemeinsame Erinnerungen daran zu haben.

In Småland gibt es ein breites Angebot von Unterkünften. Ganz typisch wohnt man in einem roten Holzhaus. Diese Ferienhäuser gibt es auf Zeltplätzen oder als individuelle Unterkünfte bei Ferienhausanbietern. Es bietet sich auch eine Tour mit Wohnmobil oder Zelt durch die Region an. Angefangen vom Ikea Museum über das Glasreich und die Zipline bis hin zum Theaterpark Astrid Lindgrens Welt hat die Region in Südschweden viel zu bieten.
Auch in der Nebensaison, wie im goldenen Herbst, kann man die Natur auf verschiedene Art und Weise erleben und die Kultur kennenlernen.

Einerseits kann man über Norddeutschland und Dänemark die Region Småland mit dem Auto erreichen. Eine entspannte Variante bieten auch die verschiedenen Fährlinien, die über die Ostsee nach Trelleborg fahren.

Das Erlebnis Zipline kann man hier buchen: www.swedenzipline.com/de

Über die Region: www.visitsmaland.se/de

Winter: Hundeschlittenfahren mit der ganzen Familie in Lappland

Es ist schon Frühling in Deutschland. Erste Frühblüher haben die Blätter aus dem Boden gereckt während hier in Schwedisch Lappland noch der Schnee meterhoch liegt. Bei den Samen gibt es acht Jahreszeiten und wir befinden uns gerade im Spätwinter. Wir haben gerade ein paar sonnige Wintertage im nördlichsten Skigebiet Europas verbracht. In Björkliden ist im Spätwinter Hochsaison.
Jetzt sind wir auf dem Weg zu unserem Freund Sebastian. Er hat sich als Deutscher Auswanderer in der Nähe von Kiruna mit seinen drei Dutzend Hunden niedergelassen und bietet im Winter Hundeschlittentouren an.

Gemeinsam helfen wir beim Vorbereiten der Schlitten. Unsere Große packt kräftig mit an und darf mit dem Musher (derjenige, der den Hundeschlitten lenkt) die Hunde zu ihren Schlitten führen und sie anleinen. Die Hunde sind mächtig aufgeregt, denn sie wissen, dass es gleich los geht. Ein Bellen und Kläffen schallt über den großen Hof. Wir packen Thermoskannen, Feuerholz und ein paar belegte Brote in eine große Kiste und befestigen sie auf einem der Schlitten. Der Papa darf einen Schlitten führen und Sebastian den anderen. Ein paar von uns sind die Passagiere und dürfen sich genüsslich auf dem Rentierfell bespannten Schlitten zurücklehnen.

Alle stehen in den Startlöchern. Sebastian hat vorher erläutert, wie das mit dem Bremsen funktioniert und wie sich die Passagiere in den Kurven verhalten sollen. Es ist eigentlich nicht sehr kalt, jedoch tragen wir große robuste Overalls und extra dicke Stiefel, denn der Fahrtwind kann auch schon mal empfindlich kalt wirken. Die Musher lösen die Bremsen, das Hundegebell lässt nach, als die Vierbeiner endlich losrennen dürfen. Schnee wird aufgewirbelt und die Hunde rennen, als gäbe es kein Morgen. Es geht durch den Wald und manchmal muss ich mich als Passagier ducken, damit ich keinen Tannenzweig ins Gesicht bekommen.

Die Kinder jauchzen vor Freude, weil es so flott voran geht. Über einen zugefrorenen See gleiten die Gefährte durch den tiefen, fast sulzigen Schnee. Dann geht es wieder zwischen kleine Krüppelkiefern, in eine Kurve und da passiert es. Der Schlitten kippt um und wir landen im tiefen weichen Schnee. Alle lachen, niemandem ist etwas passiert. Sebastian ordnet die Leinen und sortiert alles wieder richtig, während der Schlitten mit der Bremse gut gesichert ist.

Alles ist voller Schnee, ein bisschen ist in meinem Nacken gelandet. Eine schöne Erfrischung. Es geht weiter bis zu einem verwunschenen Ort, einer Lichtung im Wald. Dort steht ein Lavvu, so heißen die samischen Zelte. Die Musher zünden ein Lagerfeuer aus Birkenholz an. Die Kinder versorgen die Hunde, kuscheln und spielen mit den tollen Tieren. Es gibt belegte Brote, Kakao aus Thermoskannen und für die Großen wird Kaffee über dem offenen Feuer gekocht, Kokkaffe. Es ist eine Wissenschaft für sich und ein besonderer Genuss, wenn man im Winter draußen am Feuer sitzt und heißen, frisch gebrühten Kaffee in der Hand hält.

Die Rentierfelle isolieren von unten während wir zusammen sitzen und samischen Geschichten lauschen.
Bald müssen die Hundegespanne wieder vorbereitet werden. Die Kinder tollen gerne mit roten Wangen draußen im Schnee und merken gar nicht, wie die Zeit vergeht. Beim nächsten Mal werden wir auf jeden Fall eine mehrtägige Hundeschlittentour unternehmen, denn eine Nacht im Lavvu unter Nordlichtern würde sicherlich auch Groß und Klein begeistern.

Wir bringen alle Hunde, Kinder und Schlitten wieder sicher auf den Hof. Dann wird es langsam Nacht und die ersten Sterne funkeln am Himmel. Weit ab von den großen Städte ist die Nacht besonders schwarz, und man kann den nördlichen Sternenhimmel gut bewundern. Ein paar mäandernde Nordlichter lassen uns noch für eine Weile gebannt in den Himmel schauen. Die Kinder erzählen, dass in ihnen die Seelen der verstorbenen Tiere durch die Lüfte fliegen.

Eine Hundeschlittentour in Lappland ist etwas für Winterfreunde und Tierliebhaber. Kinder wie Erwachsene fühlen sich besonders verbunden mit der unendlichen Stille und der Natur des Nordens.

Ob im Süden von Schwedisch Lappland, wie im Ort Arvidsjaur, wie auch weiter im Norden in Kiruna und Abisko kann man Wintererlebnisse wie Hundeschlitten-Touren buchen.

Am besten fragt man bei den jeweiligen Gastgebern nach Empfehlungen. In der Nähe von Kiruna und auch südlich von Arvidsjaur kann man sogar auf einer Huskyfarm zu Gast sein und seinen ganzen Urlaub mit den Hunden verbringen.

Sprachprobleme muss man nicht fürchten, wenn man sogar bei deutschen Auswanderern zu Gast ist.
Direktflüge gibt es regelmäßig von verschiedenen deutschen Städten mit Flycar nach Arvidsjaur. Nach Kiruna kann man von Stockholm aus fliegen. Einen echten Winter kann man so von Deutschland aus in wenigen Stunden erreichen.

Über die Region Kiruna: www.kirunalapland.se/en

DAV Alpinkader Sichtungslehrgang Donautal

Mit dem Alpinkader NRW im Oberen Donautal

24. Dezember 2016
Die Bergfreunde

„Franzi, Stand!“ Kletterkommandos hallen am Freitagmorgen den 120 Meter hohen Schaufels entlang. Vereinzelt erkennt man leuchtend orange Shirts in den gleißenden Wänden, die entstanden sind, weil sich über Jahrmillionen die Donau ihr tiefes Bett in das Juragestein der Schwäbische Alb grub. In den Mehrseillängenrouten wie dem Donautalklassiker „Kaiserweg“ sollten die am Vortag demonstrierten Tricks und Kniffe des Felskletterns nun praktisch und eigenständig in Zweierseilschaften umgesetzt werden.

Doch der Reihe nach. Sicherungstechnik und Bergrettung sollten die Themen der nächsten Tage sein. Die Wettervorhersage verhieß für die nächsten Tage Gutes und so versammelten sich, mehr oder weniger pünktlich, die verbliebenen zehn von ehemals um die 40 Aspiranten für den ersten Alpinkader NRW sowie deren Ausbilder in einem urigen Gasthof im Oberen Donautal zum Nachtessen. Die Gaststube wurde vom Haupt eines gewaltigen Wasserbüffels sowie eines ausgestopften Mankei geschmückt. Diese Murmeltierart war der Namensgeber der gemütlichen Unterkunft.

Am Donnerstag stand zunächst die Vertiefung von Fertigkeiten rund ums Felsklettern auf dem Programm, wie zügiges und sicheres Einbinden, die Wahl des richtigen Helms, Varianten des Standplatzbaus mit mobilen Sicherungsgeräten, Felshaken schlagen sowie Sturztraining inklusive der angepassten Seilsicherung. Nach kurzer Einführung ging es rasch in medias res und damit in wechselnden Kleingruppen zu den Stationen der Ausbilder Fritz, Dave und Charly.

Dabei wurde auch routinierten Kletterern klar, dass diese vordergründig profanen Grundkenntnisse eine Menge Optimierungspotential boten. Zum einen sollten die Teilnehmer ihr Material so beherrschen, dass sie, den Verhältnissen angepasst, behelfsmäßige Techniken variieren können. Zum anderen sollte aber auch ein gewisser Konsens bestehen, der den Kader beziehungsweise die Seilschaft verbindet.

„Geschwindigkeit bringt Sicherheit“

Dies gewinnt Bedeutung, führt man sich vor Augen, dass bei einer Gratbegehung mit dutzenden Wechseln zwischen Kletter- und Abseilpassagen gesparte Sekunden beim Ein- und Ausbinden, Standplatzbau oder Vorstiegs-Wechsel am Ende des Tages darüber entscheiden, ob man den letzten Abseilstand bei Tageslicht oder im Schein der Stirnlampe sucht.

Nach so viel klettertechnischem Input ging es, zugegebenermaßen artfremd, zunächst auf den örtlichen Minigolfplatz und dann zum kulinarischen Tagesabschluss auf die Terrasse unseres Gasthofes.

Der Freitagvormittag begann am Schaufels, hier stellte unser Bergführer und „Local“ Fritz Seilschaften zusammen und wies Routen zu. Rasch war das Material zusammengestellt. Die kommenden Morgenstunden, in denen die Sonne langsam ihre Strahlen auf den Fels lenkte, waren erfüllt von freudiger Erwartung auf den meist griffigen Fels, von Kletterkommandos, Materialklimpern und den Anweisungen unseres Fotografen Felix, der selber in luftiger Höhe am Statikseil schwingend, seine mobilen Motive am Fels lenkte.

Nachmittags wurden am Fels oberhalb der Ortschaft und zu Füßen des ehemaligen Schloss Hausen von Charly Prusik-Techniken und von Dave die Ein-Mann-Rettungstechnik nach unten vermittelt und von den Teilnehmern geübt.

Derweil inspizierte Andre die persönlichen Erste-Hilfe-Taschen, deren unterschiedliche Volumen und Praktikabilität in direkter Beziehung zueinander standen. Dabei vermittelte der Arzt Aspekte der Ersten Hilfe und insbesondere der alpinen Notfallmedizin, passend zu den alpinistischen Themen der behelfsmäßigen Bergrettung. Das theoretische Wissen vermittelte er anschaulich durch Einsatzberichte aus der Bergrettung und dem organisierten Rettungsdienst.

Überschattet wurde dieser Tag durch die Meldung eines tödlichen Absturzes einer Zweierseilschaft südlich des Alpenhauptkammes. Dieses und die Ereignisse der zwei Wochen zuvor, bei denen ebenfalls Alpinisten aus dem näheren Bekanntenkreis zu Tode kamen, führte allen die Wichtigkeit der Bergrettungs- und Sicherungstechniken erneut vor Augen und unterstrich die Bedeutung des Risikomanagements bei alpinistischen Unternehmungen.

Auch der Samstag bot super Wetter und so begaben wir uns zu einer übersichtlichen Felsformation südlich unserer Unterkunft auf der gegenüberliegenden Flussseite. Hier wiederholten die Alpinkader-Anwärter zunächst den wichtigen Standplatzbau mit mobilen Sicherungsgeräten und übten ihn bis zur sicheren Beherrschung. Dann trainierten sie die Verwendung des doppelten Halbmastwurf beim Ablassen von mehreren Personen und führten das theoretische Wissen bei der Ein- und Zwei-Mann-Rettungstechnik nach unten vor. Anschließend trainierten sie die Technik in wechselnden Gruppen, was von Durchgang zu Durchgang flüssiger vonstatten ging.

 

Abschließend wurde Dave als „verunfallter Kletterer“ aus der Wand gerettet, in „absturzgefährdetem Gelände“ erstversorgt und für den Hubschrauber Abtransport vorbereitet.

Auch der Kletterspaß sollte nach all den ernsten Themen nicht zu kurz kommen und so standen am Ende des Tages diverse Routen an den „Zinnen“ und Prusiken auf dem Tagesprogramm, bei denen sich die Teilnehmer nach Lust und Laune austoben konnten.

Am letzten Tag des Ausbildungsblocks standen die noch verbliebenen, wichtigen Themen wie der Bau von Abseilständen mit begrenztem Material und Flaschenzüge auf dem Programm. Beim erneuten Prusiken, diesmal auf Zeit, zeigte sich bezüglich der Rangliste Erstaunliches.

In ihrem Schlusswort an die Teilnehmer appellierten die Ausbilder nicht nur an den für den Kader naturgemäßen Leistungsgedanken, sondern auch an ein risikobewusstes und sicheres Verhalten am Berg bei der Routenplanung und auf einer Tour.
In diesem Sinne: Berg Heil!

surfen

Abenteuerliche Reisen in den Norden – Frühling und Sommer

21. Dezember 2016
Die Bergfreunde

Das neue Jahr steht vor der Tür und gerade als regelmäßig Reisender macht man sich so seine Gedanken, welche schönen Flecken der Erde man neu entdecken oder mal wieder besuchen könnte. Besonders knifflig wird es immer dann, wenn man die lieben Kleinen noch mit dabei hat. Dass man Familie und Reisen aber auch sehr gut unter einen Hut bringen kann, beweist Geertje in ihrem Blog nordicfamily immer wieder aufs Neue. Wie der Name des Blogs schon vermuten lässt, zieht ihre Familie der Norden Europas magisch an. Für uns hat die Skandinavien-affine Bloggerin ihre besten Tipps aus der Schublade gekramt und erzählt im ersten Teil vom Surfen in Dänemark und Wandern durch die schwedischen Fjells.

Frühling: Surfen in Dänemark

Die Winterwellen in Klitmøller sind berühmt. Cold Hawaii nennt man auch diesen fantastischen Ort im Norden Jütlands.
Ich stromere durch die Gassen des kleinen Örtchens mit den typischen dänischen Holzhäusern. Kühler Wind weht mir um die Ohren, ich ziehe meine Mütze tiefer ins Gesicht. Ein Holzwegweiser lässt mich aufschauen: zum Cafe, zur Surfschule, zum Buchladen…. Ich biege ab und plötzlich sehe ich mich zwischen lauter Neoprentragenden sportlichen Menschen. Einige tragen Surfbretter unter den Armen. Andere fahren lässig auf Longboards über einen Parkplatz.

Vor mir erstreckt sich ein 50 Meter breiter Strand. Bunte Kites, Menschen und weiße Schaumkronen tummeln sich bis zum Horizont. Es riecht salzig und etwas nach Abenteuer. „Cold Hawaii“ klingt es in meinen Ohren und so richtig warm ist mir an diesem Frühlingstag nicht. Ich steuere in die Surfschule und höre, wie ich mich mit meiner Teenie Tochter zu einem Surfkurs anmelde. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Ich würde mich als sportlich bezeichnen, nicht mehr ganz jung, aber motiviert. Aufgeregt bin ich trotzdem.

Bis zum Start des Kurses schauen wir uns noch ein bisschen in der Umgebung um, nicht weit vom Klitmøller Strand sind Bunker in den Sand eingeweht und halb freigelegt.  Wir klettern wie ein paar Gämsen herum und bestaunen bunte Graffitis an alten Bunkerwänden. Die Dünenlandschaft ist unglaublich wild und lädt zum Herumstromern ein, zum Verweilen und Entdecken.

In zehn Minuten beginnt unser Kurs, wir hasten zu den Umkleideräumen der Surfschule Westwind. Ich ziehe einen Neoprenanzug in der Größe L von der Garderobenstange und finde Neoprenschuhe in einer Kiste, die mir passen. Ich zwänge mich wie eine Presswurst hinein, schwitze, ächze, komme das erste Mal außer Atem. Wir versammeln uns mit anderen Menschen vor der Surfschule. Surfbretter liegen bereit. Die kleine zierliche Surflehrerin Yvonne beginnt mit uns ein Trockentraining.

Mit mir sind viele junge Menschen in der Gruppe, unter zwanzig. Der Wind weht immer noch ordentlich und als Strandwetter würde ich dieses hier nicht bezeichnen. Wir nehmen uns jeder ein sperriges Surfbrett aus dem Regal, Fangleine nicht vergessen und erst mal alles auf den Asphalt legen.  Ich höre von vorne einige Anweisungen was die Bewegungsreihenfolge betrifft. „Paddeln, paddeln, paddeln und aufstehen! Arme ausbreiten, Gleichgewicht halten“ Soweit so gut als Trockenübung.

Mittlerweile haben wir alle gelbe T-Shirts an und haben uns unten am Wasser versammelt, in Paaren sollen wir ins Wasser laufen und bis zu einer bestimmten Stelle vorpaddeln. Yvonne wartet geduldig auf uns im brusttiefen Wasser. Die ersten Wellen haben eine mächtige Kraft in der Brandung und schleudern mich fast um. Die kleine leichte Tochter wartet schlauer Weise auf den richtigen Moment, um in die Ostsee zu laufen. Dann lege ich mich aufs Brett und paddele nach vorne. Jetzt verstehe ich, warum es Wassersport heißt.  Einige Meter entfernt sieht man die Pros auf die richtige Welle warten, sie dümpeln im Wasser umher und wenn es soweit ist, paddeln sie los, springen aufs Brett und surfen die dänische Welle ab, als gäbe es kein Morgen. Warum verbinde ich damit nur so ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit?

Ich bin bei Yvonne angekommen, die mich dann in die Welle entlässt mit „Paddeln, paddeln, paddeln“ und dann höre ich sie schon nicht mehr, setze ein Knie aufs Brett, als ich denke, dass es der richtige Moment ist, versuche aufzustehen und plumpse ins salzige Nass. Ich werde von der Welle verschluckt, dabei wollte ich ihr doch gerade zeigen, wer hier der Chef ist. Ein zweiter Versuch bleibt erfolglos, dann bin ich am Strand angekommen. Die Große hat ihren ersten Versuch schadlos überstanden und war etwas erfolgreicher als ich. Die Strömung hat uns dreihundert Meter vom Startpunkt weggebracht. Eine „Westwind“ Fahne steckt dort.

Wir schleppen unsere Surfbretter dorthin zurück und spüren schon, wie die Kraft in den Armen weniger wird. Ich komme schnaufend am Startpunkt an und begebe mich gleich nochmal ins Wasser. Jetzt will ich es schließlich wissen. Das Wetter ist egal, im Neoprenanzug ist es einigermaßen gemütlich, die Haare kleben im Gesicht. Ich wiederhole den gesamten Vorgang vielleicht noch ein Dutzend Mal, bis ich wirklich nicht mehr kann. Am Ende habe ich es vielleicht zwei drei Mal geschafft, ganz kurz oben auf dem Brett zu stehen und meine Arme auszubreiten.  Die jungen Kollegen aus dem Kurs und vor allem mein eigenes Kind sehe ich fast jedes Mal stehen. Die leichten Kids scheinen es irgendwie einfacher zu haben in Sachen Gleichgewicht und Co.

In den kommenden Tagen muss ich erleben, wie auch in Klitmøller die Wellen wegbleiben. Ich probiere Windsurfen auf dem nahe gelegenen See aus und lerne die Gegend etwas besser kennen. Eine ehemalige Hippie Community Thy Ljeiren lädt zum Herumgucken ein und die Dünen zum Herunterkullern.

Wenn man hier oben steht und aufs Meer schaut, weiß man was Weite, Unendlichkeit und Freiheit so bedeuten könnte.
Ich merke meine Muskeln, an Stellen, die ich vorher nicht kannte – das coole Surferleben hat auch seine dunklen Seiten. Dennoch birgt der Ort mit seinen netten Surfern, Cafés und weiten Stränden Suchtpotential.  Sobald wieder „Welle“ ist, bin ich auch wieder draußen.

Entlang der Westküste in Jütland gibt es immer wieder kleine Orte und Ferienhäuser mitten in den weiten Dünen. Je weiter man in den Norden kommt, desto windiger und welliger kann es werden. Von Norddeutschland ist man mit dem Auto in ca. 4-5 Stunden in Hvide Sande. Neben den Wassersportangeboten kann man viel durch die Gegend radeln, auf Leuchttürme klettern oder Robben beobachten.
Weitere Infos zu Wassersportkursen gibt es bei der Surfschule Westwind in Hvide Sande oder Klitmøller. Es gibt sowohl einen Campingplatz, als auch viele Ferienhäuser in Klitmøller, wo man dicht am Wasser als Familie wohnen kann. In der Nebensaison sind sie besonders preiswert und die Wellen besonders gut zum Surfen.

Sommer: Wandern durchs Fjell und zu Gast in einem Samendorf

Das Weltnaturerbe Laponia befindet sich ungefähr 200 Kilometer nördlich des Polarkreises in schwedisch Lappland. Tor zu dieser besonderen Gegend ist die Mountainstation Stora Sjöfallet Mountain Center. Es ist Sommer und ich fürchte mich schon vor den tausenden Mücken im hohen Norden. Die Berge werden höher als ich die Straße entlang fahre, die von Gällivare nach Westen führt. Auf den höchsten Gipfeln liegt noch Schnee. Einer der höchsten Gipfel in dieser Gegend ist Áhkká – the Queen of Lapland. In der Mountainstation wartet unser samischer Guide wie verabredet.

Abenteuer im hohen NordenWir checken die Ausrüstung und müssen die aufgeregten Kinder etwas beruhigen. Ein mehrtägiger Ausflug ins Fjell mit der ganzen Familie steht auf dem Plan.

Als wir alle und alles zusammengesammelt haben geht es zum Hafen in Ritsem. Hier wartet ein Same mit seinem kleinen Motorboot auf uns. Wir müssen ans andere Ufer des Ákkhájaure, um die Zivilisation wirklich hinter uns zu lassen. Den jungen Guide haben die Kids gleich ins Herz geschlossen und plaudern mit ihm auf Englisch los und treiben ihre Späße.

Währenddessen trifft er mit dem Bootsführer einige letzte Absprachen auf samisch. Eine Sprache, die in unseren Ohren einigermaßen fremd klingt. Über den Bug krabbeln wir unter das niedrige Verdeck. Holzbänke bieten Platz für maximal acht Menschen. Der Kleinste ist begeistert von der Geschwindigkeit, endlich mal ein schnelles Boot, wo man nicht rudern muss. Eine dreiviertel Stunde geht es rasant über das Wasser des tiefblauen Sees. Die Sonne scheint und die Königin Lapplands steht am Ufer und winkt uns zu.

In Änonjalme legen wir an und schleppen unser Gepäck den Hang hinauf. Wir sind zwischen einer Handvoll Holzhäusern und einem Lavvu in einem Samendorf angekommen. Wir dürfen in einem der Häuser Gäste sein. Aus dem Lavvu, so heißen die samischen Zelte, quillt dicker Rauch oben heraus. Das Feuer ist schon an und als wir eintreten, duftet uns frisch gegrillter Fisch und flaches Brot entgegen. Eine junge samische Künstlerin begrüßt uns, bewirtet uns und erzählt von ihrem Leben hier im Dorf. Im Winter lebt sie in Jokkmokk und lernt an der samischen Schule für Handwerkskunst. Bald rennen die Kids kreuz und quer durchs Dorf  und spielen mit dem Hund Edda.

Ein Haus im Dorf ist das zentrale Waschhaus. Hier wird die Sauna mit Holz angeheizt. Gleichzeitig wird ein riesiger Bottich mit Wasser warm gemacht. Hier darf jeder aus dem Dorf herkommen und sich waschen, auch Wäsche waschen und in die Sauna gehen. In den Wohnhäusern gibt es nur Solarstrom und kaltes Wasser, sowie Trockentoiletten neben den Häusern.

Nach der Stärkung im Lavvu treten wir eine Wanderung auf dem berühmten Wanderweg Padjelantaleden an. Unser Guide führt uns kleine Pfade entlang. Es nieselt und dafür, dass Sommer ist, ist es auch nicht sonderlich warm. Wir mögen das. Einige Wegstrecken sind mit Planken ausgelegt, sonst würde man im Morast versinken. So laufen die Kids behände voraus.

Abenteuer im hohen NordenAn einigen Stellen plätschern kleine Bäche unter den Planken entlang. Ich schöpfe Wasser mit der hohlen Hand und trinke das klare Wasser aus den Bergen. Nach ein paar Kilometern pausieren wir. Unser samischer Guide hockt sich an einen Bach und fängt an zu joiken. Ein Kehlkopfgesang, wie ich ihn vorher noch nie gehört habe, einige samische Worte mit tiefergehender Bedeutung formen ein Lied. Das Wasser plätschert, der Wind weht, die Stille des Fjells und der Gesang verschmelzen zu einem einzigartigen Erlebnis. Ich bekomme Gänsehaut und möchte, dass es nicht aufhört.

Doch wir wollen weiter zu einer Hängebrücke, wo gewaltige Mengen Wasser vom Kutjaure in den Ákkhájaure fließen. Ohrenbetäubender Lärm schallt uns entgegen nachdem wir noch ein paar weitere Kilometer gewandert sind. Jeweils ein Erwachsener nimmt ein Kind an die Hand und wir gehen in Ruhe und mit sehr viel Respekt über die wacklige Hängebrücke über diesen reißenden Fluss. Ich fühle die kleine Kinderhand in meiner und kann vor lauter Wasserrauschen gar nicht hören, was der Kleine zu sagen hat. Wir müssen uns anschreien, um uns zu sagen, wie toll laut das hier ist.

Als wir drüben sind, hopst er von einem Stein auf den anderen. Es gibt Picknick, getrocknetes Rentierfleisch und flaches Brot. Frische Luft macht hungrig und müde.
Mit einigen Spielen halten wir die Kids noch aktiv, dem Guide fallen noch Versteckspiele ein, außerdem kann er uns interessante Tiere im Fjell zeigen. Die Kinder sind hellauf begeistert. Die Große läuft vor und scheint noch unendlich Energie zu haben. Den Kleinen nehme ich bald Huckepack und balanciere mit ihm über die Holzplanken, während ihm die Augen zu fallen.

Am Weg streifen wir noch eine STF Hütte. Sie gehört zum schwedischen Jugendherbergsverband. Hier kann man gut unterkommen, wenn man den gesamten Padjelantaleden wandern möchte. Einige Gäste haben auch ihr Zelt am Wegesrand aufgestellt. Das Jedermannsrecht in Schweden macht es möglich, auch eine Nacht draußen in der Natur zu verbringen. Wir wandern zurück in unser Samendorf am Ufer des Ákkhájaure. Am Wegesrand picken wir noch ein paar Moltebeeren auf und freuen uns über den schwedisch kühlen Sommer.

Die Nacht wird so dunkel und still sein, wie ich sie noch nie vorher erlebt habe. Inmitten von Natur verbringen wir wertvolle gemeinsame Zeit im Naturerbe Laponia. Wir hoffen mit solchen Erlebnissen, die Kinder auch für den Schutz der Natur zu sensibilisieren. Denn nur, was man in solch einer Intensität erlebt hat, kann man auch schützen.

Abenteuer im hohen NordenEin paar Tage später, als wir schon gar nicht mehr in die Zivilisation zurück wollen, bringt uns ein Helikopter wieder nach Ritsem. Die Samen, die in den Nationalparks hier oben leben, aber auch Gäste und Wanderer benutzen den Flugservice wie andernorts verschiedene Buslinien. Sie bieten die Möglichkeit, weit abseits von Autoabgasen und Stadtlärm in die Natur einzutauchen.

Dank unseres samischen Guides vom Stora Sjöfallet Mountaincenter hatten wir die Gelegenheit, mit den Menschen hier in Kontakt zu kommen und die Kultur hautnah zu erleben. Mit Kindern unterwegs zu sein, öffnet selbstverständlich in der Beziehung auch viele Türen.

Auch ohne Guide kann man die langen Wanderwege in schwedisch Lappland entdecken. Der Padjelantaleden oder der Kungsleden sind gute Beispiele für Wanderwege, die man auch abschnittsweise bewältigen kann. Die Hütten des schwedischen Jugendherbergsverbandes STF bieten eine einfache Unterkunft auf den Wegen. Dank des Jedermannsrechts kann man auch überall im Fjell sein Zelt aufschlagen. Das Wasser aus den Quellen im Fjell kann man trinken, Fische kann man angeln und Beeren pflücken.

Wenn man gerne mit einem Guide im Laponia Naturerbe unterwegs sein möchte, kann man in der Bergstation Stora Sjöfallet Mountaincenter im Stora Sjöfallet Nationalpark nachfragen oder man besucht einfach deren Webseite. Hier gibt es Angebote, die individuell zugeschneidert werden oder Gruppenausflüge zu den Wasserfällen, zu samischen Kunsthandwerkern oder gar einem Schamanen.

hallenklettern

Wie wird man eigentlich Routenbauer?

17. Dezember 2016
Die Bergfreunde

Der Routenbauer gehört zu den heimlichen Helden der Kletter- und Boulderhallen, von dem die meisten Kletterer allerdings überhaupt nichts mitbekommen. In seiner Verantwortung liegt es, spannende Routen zu gestalten und einen Schwierigkeitsgrad festzulegen. Für das Glücksgefühl, wenn man nach etlichen Versuchen endlich eine besonders knifflige Passage gemeistert hat, kann man sich bei Menschen wie Joseph Wetzel bedanken (oder ihm die Schuld für seine Abstürze geben). Wie man Routenschrauber wird und wie sich deren Alltag in den Kletterhallen gestaltet, wollen wir euch erzählen.

Stellt man sich nun ganz plakativ das Handwerk eines Routenbauers vor, kommt man schnell zu dem Trugschluss, dass das ja eigentlich nicht sonderlich schwer sein kann. Hier und dort schraubt man ein paar Griffe an die Wand und baut sich so langsam empor. Je kleiner sie sind und je weiter die Griffe auseinander liegen, desto höher der Schwierigkeitsgrad. So zumindest die Theorie. Wer allerdings jemals eine Kletterhalle betreten hat und den Kopf in den Nacken legen musste, um bis zum höchsten Punkt der Wand hinaufsehen zu können begreift schnell, dass damit mehr verbunden sein muss, als nur mit einer Bohrmaschine bewaffnet ein paar Schrauben in die Wand zu jubeln.

Den Routenbau meistern

Joseph Wetzel hat die Leidenschaft für den Routenbau während seines Studiums entdeckt und nach und nach ausgebaut. Inzwischen geht er seit 5 Jahren dem Beruf des Routenschraubers nach. „Angefangen hat alles durch das Definieren und Schrauben für das eigene Training. Es war schon immer mein Traum, mich mit einer Materie, die ich liebe, auseinander zu setzen. Klettern ist diese Materie“, erklärt er.

Gewöhnlich sind es die besten und erfahrensten Kletterer, die das Schrauben in einer Halle übernehmen, da sie einschätzen können, wie anspruchsvoll eine Route tatsächlich ist. Zusätzlich zu dem, was sich Joseph so im Laufe der Zeit selbst beigebracht hat, absolvierte er zusätzlich mehrere Seminare. Obwohl der Beruf des Routenschraubers – ähnlich dem des Tätowierers – keine Ausbildung im eigentlichen Sinne erfordert, empfiehlt er, sich ordentlich fortzubilden. Man will ja schließlich auch eine bewegungstechnisch schöne Route bauen – und nicht nur eine, die maximal den Bizeps zum Glühen bringt! Hinzu kommt, dass bei offiziellen Wettkämpfen beispielsweise ausschließlich lizensierte Routenbauer angestellt werden.

Die Ausbildung zum Kletterlehrer, etwa beim Verband deutscher Berg- und Skiführer e.V. (VDBS), beinhaltet beispielsweise einen Lehrgang zum Hallenmanagement und Routenbau. Ebenso bieten Joseph und seine Jungs von der Kletterkultur regelmäßig entsprechende Kurse an, bei denen allerdings eher gestalterische und handwerkliche Aspekte im Vordergrund stehen. Wer bereits Erfahrungen im Klettern und Schrauben gesammelt hat, kann diese hier mit Inhalten wie Arbeitssicherheit, Materialkunde, Schrauben für den kommerziellen Betrieb und für den Wettkampf sowie Bewegungsideen verfeinern. So sitzen dann letztendlich auch Bewegungsabläufe und Schraubgeschwindigkeit, sodass zum Schluss Hallenbesitzer, als auch Kletterer zufrieden sein können.

Der Alltag des Routenbauers

Für Joseph beginnt der Arbeitstag meist zwischen sieben und neun Uhr morgens. Bei 150 Routenbauplätzen im Jahr, ist er in ganz Deutschland unterwegs. Gewöhnlich reist er deshalb am Tag zuvor an, um sich auf seinen Einsatz vorzubereiten. „Dies beinhaltet neben Besichtigung der Anlage, Einweisung der Hebebühne, Abklären der Vorstellungen des Betreibers, ebenso eine Vorbereitung der Werkzeuge, Griffe, Tritte, Volumen, Schrauben und Co. Ein guter Kaffee lässt mich morgens auf Touren kommen und es kann sofort richtig losgehen.“

Nachdem das Gros an Routen geschraubt ist, werden diese im Anschluss natürlich auch getestet. Das dient zum einen der Überprüfung von Sicherheitsaspekten, aber auch dem finalen Check zur Stimmigkeit einer Route in sich. Nachdem alle Routen getestet sind, werden Veränderungen vorgenommen und es wird erneut getestet. Erst wenn jeder Griff und Tritt gegengeprüft wurde, kann aufgeräumt und der Kletterbereich wieder freigegeben werden.

Routenbauer als Beruf

Nicht jeder, der nun einen Kurs im Routenbau besucht hat, wird gleich unter Jobangeboten begraben. Häufig beginnt die Arbeit als Griffeputzer oder ehrenamtlicher Mitarbeiter. Ebenso kann es natürlich hilfreich sein, den einen oder anderen Hallenbetreiber persönlich zu kennen. Sich also sofort hauptberuflich als Routenschrauber zu verdingen, ist deshalb weder ratsam, noch realistisch.

Wie dem jedoch auch sei, es ist und bleibt eine Leidenschaft, der es sich nachzugehen lohnt! Für Joseph ist klar: „Schrauben ist eine Form des Ausdrucks und die Möglichkeit, gigantische Emotionen für andere Personen zu ermöglichen.“ Er verbindet mit seiner Arbeit viel Kreativität. Ob er nun bei Wettkämpfen oder für Kletterhallen schraubt – er möchte den Menschen, die später sein Werk besteigen, einfach ein Erlebnis bieten.

Wer also mit frühen Arbeitszeiten und beschränkter Freizeit umgehen kann, handwerkliches Geschick besitzt und dazu ein echter Kletterprofi ist, für den ist der Beruf des Routenbauers bzw. Routesetters wie gemacht.

Versand bis Weihnachten

Pünktlicher Versand bis Weihnachten 2016

14. Dezember 2016
Die Bergfreunde

Der Countdown auf Weihnachten ist nun endgültig eröffnet. Wer noch nicht alle Geschenke am Start hat, der sollte sich so langsam in die überfüllten Fußgängerzonen stürzen und seinem Jagdtrieb freien Lauf lassen.

Alternative: in den nächsten Tagen bei den Bergfreunden online shoppen und nur kurz warten bis es an der Haustüre klingelt. Wie lange das noch gut gehen kann, erklären wir Dir in diesem Artikel. Aber es sei schon verraten: unsere Logistiktruppe wird bis zum Schluss fleißig Päckchen packen – da sehen selbst die Elfen des Weihnachtsmanns alt aus! (mehr …)

Gleitschirm

Betriebssport für Bergfreunde – Gleitschirmkurs in Andelsbuch

13. Dezember 2016
Die Bergfreunde

Bergfreunde-Mitarbeiter haben es nicht leicht: Damit die Authentizität der Firma gewahrt wird, ist es Pflicht, die Freizeit möglichst prall mit sportlichen Aktivitäten zu füllen. Dieser Umstand erklärt, weshalb Kollegen und Kolleginnen ganze Länder zu Fuß durchqueren, bei strapaziösen Lauf- und Triathlonveranstaltungen am Start stehen, Berge im Himalaya besteigen oder unzählige Radkilometer abspulen. Wer nicht als Außenseiter gelten will, sollte sämtliche Bergsportdisziplinen perfekt beherrschen.

Nachdem Alpinisten wie Ueli Steck oder Michi Wohlleben den Gleitschirm als Abstiegshilfe für sich entdeckt haben, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch wir Bergfreunde diesen Sport testen mussten. Wo soll das bloß enden?

Naheliegend

Die Anfänge der Gleitschirmfliegerei waren eng mit dem Bergsport verknüpft. Kreative Köpfe unter den Bergsteigern überlegten sich, wie der Abstieg vom Gipfel komfortabler gestaltet werden kann. Zunächst wurde mit modifizierten Fallschirmen an steilen Berghängen gestartet, bevor Mitte der 80er Jahre ein regelrechter Gleitschirmboom die Entwicklung schnell vorantrieb.

Was im darauffolgenden Jahrzehnt folgte, war aus Sicht der Bergwanderer ein Irrweg: Die Leistung und Sicherheit der Fluggeräte wurde zwar immer besser, allerdings war die Ausrüstung tonnenschwer, voluminös und in seltsamen Packsäcken verstaut, die eigentlich nur einen Transport vom Auto zur Bergbahn zuließen.

Motivierte Piloten arbeiteten jetzt daran, möglichst weite Strecken zu fliegen oder verwegene Kunstflugmanöver in den Himmel zu zaubern. Auch wenn man mit solchen Prognosen vorsichtig sein muss: Vermutlich werden hier demnächst die konstruktionsbedingten Grenzen erreicht und weitere Steigerungen sind nur noch schwer möglich. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe, weshalb momentan wieder eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Idee der Gleitschirmfliegerei stattfindet und viele Piloten das Erlebnis in der Kombination aus Wandern und Fliegen suchen.

Damit einher geht die Konstruktion von immer leichteren Ausrüstungsgegenständen, die aber trotzdem eine akzeptable Sicherheit bieten. Aktuelle Leichtausrüstungen lassen sich fast schon in Daypacks verpacken und wiegen zwischen fünf und zehn Kilogramm.

Wer also Trekkingstöcke hasst (so wie ich) und trotzdem gelenkschonend vom Berg absteigen will, findet hier eine echte Alternative. Der Haken an der Sache ist allerdings, dass zwischen den beiden Produkten ein beträchtlicher Preisunterschied liegt und das Erlernen der Fliegerei langwieriger ist.

Wetter wie bestellt

Ob die Abneigung gegenüber Teleskopstöcken auch ein Grund dafür ist, dass sich sieben mutige Bergfreunde am Übungshang im Bregenzerwald einfinden, möchte ich bezweifeln. Vielmehr sind es die perfekten Bedingungen, die uns in das schöne Fluggebiet zwischen Bodensee und Arlberg gelockt haben: spätsommerliche Temperaturen, Sonnenschein und ein moderater Wind aus der richtigen Richtung, bieten einen würdigen Rahmen für die ersten Flugversuche mit dem Gleitschirm. Deshalb werden die Teilnehmer an so einem Tag auch nicht unnötig lange mit der Theorie gequält.

Nach einer kurzen Einweisung durch den Fluglehrer, der aus den Reihen der Bergfreunde rekrutiert werden konnte, dürfen dann auch gleich die Schüler ran. Zunächst gilt es, den Gleitschirm flugbereit zu machen. Schirm auslegen, Leinen sortieren, Pilotengurtzeug anziehen und sich mit dem Gleitschirm verbinden sind die ersten Lektionen, die gelernt werden müssen.

Danach kommt der Teil, auf den ich mit großer Vorfreude gewartet habe. Als Mitarbeiter der Logistik darf ich meine Kollegen aus dem Einkauf und dem Marketing durch die Gegend hetzen und Kommandos ins Funkgerät brüllen, die sofort umgesetzt werden sollen.

Im wahren Arbeitsleben sind die Rollen meist vertauscht: Die Einkäufer bestellen Unmengen an Klamotten und Hartwaren, die möglichst schnell ins Lager geschafft werden müssen. Zusätzlich wird man mit fiesen Marketingaktionen auf Trab gehalten. Nur gerecht also, dass ich einen Tag lang gemütlich in der Sonne stehen durfte, während sich meine Kollegen total verausgaben ;)

Und das machen sie nicht mal schlecht! Die Bewegungsabläufe stimmen schon nach den ersten beiden Durchgängen so gut, dass der Gleitschirm in einer flugfähigen Lage über den Schülern stehen bleibt.

Kontinuierlich wandern wir nun etwas weiter den Hang hinauf, bis nach knapp zwei Stunden die ersten Piloten den Boden unter den Füßen verlieren! Motiviert wird jetzt mit dem gerafftem Schirm bergauf gerannt und der nächste Start vorbereitet.

Das Wetter ist uns weiterhin hold, was uns richtige Flüge ermöglicht. Aus den geplanten Fünf-Meter-Flügen werden so gegen Ende des Tages zwanzig bis dreißig Meter weite Übungsflüge mit kleineren Kurven. Dies ist deutlich mehr, als man bei einem durchschnittlichen Kurs erwarten kann.

Eigentlich geize ich als strenger Fluglehrer mit Lob, aber hier sind ausnahmsweise ein paar motivierende Worte angebracht:

Der Lernerfolg war nicht nur auf die guten Flugbedingungen zurückzuführen, meine Kollegen haben tatsächlich Talent!

Cool Down

Dem bunten Treiben am Übungshang setzen planmäßig am Nachmittag die Kühe ein Ende. Diese zupfen die letzten stehenden Grashalme ab, die nicht von uns nieder gerannt wurden und genießen übermütig die letzten Sonnenstrahlen. Wir tun es ihnen (fast) gleich und lassen den Tag mit ’nem kühlen Bier am Lagerfeuer ausklingen, während die Erlebnisse vom Tage ausgiebig wiedergekäut werden.

Rissklettern in Indian Creek

Caro North in Indian Creek – das Paradies der Risse

7. Dezember 2016
Die Bergfreunde

Indian Creek ist das Mekka des Risskletterns schlechthin! Der rote Sandstein scheint wie mit dem Messer durchschnitten, und nicht nur einmal, sondern überall. Denn es ragt hier eine Linie neben der anderen empor in den blauen Himmel. Dadurch findet man alles was das Risskletter-Herz begehrt: vom Fingerriss über den perfekten Faustriss bis hin zum Offwidth, den gefürchteten großen Schlünden. Das spezielle daran ist, es gibt wirklich nur Risse und keine andere Kletterei. Und die Risse sind obligatorisch, denn nebendran ist der Fels glatt und ohne Struktur. Das heißt Füße und Hände müssen irgendwie in diesen Spalten verklemmt werden. Dazu kommen ganz spezielle Techniken ins Spiel und so manch europäischer Kletterer ist daran bereits verzweifelt…

Aber wo befindet sich nun eigentlich Indian Creek?

Indian Creek ist ein Canyon im Süden von Moab im Staat Utah der USA. Am besten fliegt man nach Salt Lake City oder Denver, mietet sich dort ein Auto und fährt dann nach Moab (etwa eine Stunde Fahrt von Denver). Um die Kletterfelsen zu erreichen, ist zudem ein geländegängiges Auto (SUV) von großem Vorteil. Noch besser ein Allrad-Fahrzeug, aber nicht zwingend. Ohne ein solches muss man zu manchen Sektoren dann schlichtweg einfach etwas länger laufen.

Es lohnt sich außerdem, bereits im Vorfeld einen Großeinkauf in einem der Supermärkte in SLC oder Denver zu machen, was definitiv günstiger kommt, als in Moab selbst. Die meisten Supermärkte sind rund um die Uhr offen und mit Jetlag kann man so problemlos auch mitten in der Nacht einkaufen gehen! Moab selbst ist nur ein kleines Städtchen. Für amerikanische Verhältnisse echt ganz nett, denn es gibt zahlreiche kleine Cafés. Besonders zu empfehlen: Eklektika (auf der linken Seite in der Main Street, ziemlich am Anfang, wenn man reinkommt) und die Red Rock Bakery mit ihren Monster Cookies (etwas weiter hinten auf der rechten Seite). Bei beiden gibt es auch guten Kaffee, der sonst in den USA eher rar gesät ist. Gute Curries gibt’s zudem beim Thailänder: Bangkok House Too (an der McStiffPlaza).

Zum Lebensmitteleinkauf gibt es den City Market am Ende der Main Street auf der linken Seite und den Moon Flower Health Store, ein absolutes Muss für alle, die durch Moab kommen. Mein Tipp, den Chai aus dem Kühlregal probieren! Der gibt Power für Durchstiege. Kletterläden gibt es hier zwei: Gearheads und Pagan Mountaineering. Wobei Gearheads sicherlich der größere ist. Außerdem kann man hier sein Wasser im Laden auffüllen, was man vor der nächsten Tour auf jeden Fall machen sollte! Denn in Indian Creek gibt es kein Wasser. Also heißt es: ordentlich Wasserkanister füllen! Und auch den Tank des Autos, denn die Distanzen sind oft länger als gedacht (Tankstellen gibt es einige in Moab).

Voll beladen geht es somit nach Indian Creek, um dort das Lager aufzuschlagen. Die meisten Kletterer tun dies entweder auf dem Super Bowl oder Creek Pasture Campground. Beide sind mit Trockentoiletten und Feuerstellen ausgestattet und man zahlt 5$ pro Campsite. Die sind wiederum riesengroß und der Betrag splittet sich dann auf alle auf, egal wie viele Zelte oder Autos man dabei hat. In der Hochsaison, also im Frühling und Herbst, können die Campingplätze – vor allem jedoch an den Feiertagen – ziemlich voll sein. Ein wahres meet and greet um neue Kletterer kennenzulernen und neue Ideen für Projekte zu sammeln. Oder die teils verrückten Riten der Amis zu beobachten!

Vom Campingplatz muss man immer zu den verschiedenen Sektoren fahren, die sich über das ganze Tal auf beiden Seiten ausstrecken. Man kann also entscheiden, ob man in der Sonne oder im Schatten klettern möchte und dann die entsprechende Exposition wählen. Die Sonne in der trockenen Wüste ist allerdings ziemlich heftig, sodass wir uns oft ein eher schattiges Plätzchen zum Klettern suchen. Die Schattenwand schlechthin ist etwa die Reservoir Wall mit dem Super Klassiker: Pente, 5.11-. Ein absolutes Muss!

Die typischer Indian Creek Zustieg beläuft sich vom Parkplatz aus, auf round about 20-30 min. Fußmarsch bergauf. Die Wege starten stets von den im Führer genannten Parkplätzen und sind dann mit Steinmännern markiert. Manchmal muss man den Einstieg zwar etwas suchen, aber es lohnt sich auch definitiv nicht, wild Querfeldein zu laufen – denn die Wege sind überall ziemlich ausgetreten und definitiv die beste Lösung, um den jeweiligen Wandfuss zu finden!

Zum Klettern selbst empfiehlt es sich zuallererst, so viele Cams wie möglich und ein 80m Einfachseil dabei zu haben – auch wenn selbst das für manche Routen noch zu kurz ist. Aus diesem Grund haben wir zusätzlich eine Rapline dabei. Auch ein zweites Einfachseil ist empfehlenswert, falls man im Toprope etwas ausbouldern möchte oder eine Tour für die Kletterpartner einfach hängen lässt… denn nicht jeder traut sich in Indian Creek direkt in den Vorstieg…

Material:

Das klingt nach extrem vielen Klemmgeräten – sind es auch! Aber erfahrungsgemäß ist es besser, lieber zu viel dabei zu haben und jede Tour nach Belieben klettern zu können, als sich Material irgendwo leihen zu müssen, weil ausgerechnet in der aktuellen Tour nicht genug Cams in der richtigen Größe verfügbar sind. Am besten ist es gar, zu viert mit dem oben genannten Material unterwegs zu sein! So hat man definitiv immer genug Gerödel dabei und kann sich ganz einfach bei der Routenwahl absprechen und entsprechend ausrüsten.

Kletterschuhe geeignet fürs Rissklettern:

Wichtig ist, dass die Zehen möglichst wenig aufgestellt sind, damit es in den Rissen nicht zu stark schmerzt. Von Vorteil ist auch, wenn zusätzlich Strümpfe in die Schuhe mit reinpassen – so kann man seine Knöchel besser schützen. Alternativ gibt es den überknöchel-hohen Rissschuh schlechthin: den TC-Pro von La Sportiva. Dieser ist besonders für Offwidth-Kletterei sehr empfehlenswert, da kann er gerne auch mal größer ausfallen. Ansonsten ist er mir für filigrane Risse aber zu unpräzise. Mein Tipp hier: der Scarpa Instinct Velcro, einfach eine Nummer grösser als beim Sportklettern wählen und schon habe ich den für mich idealen Schuh.

Risse erfordern weiterhin viel Kraft, beanspruchen die Haut und somit auch die Schmerzresistenz. Dies führt dazu, dass man meist zwei Tage klettert und dann einen Ruhetag macht. Dieser Rhythmus hat sich super bewährt, vor allem wenn man bis zum Ende noch schwer klettern will!

Also dann, was machen an Ruhetagen in Indian Creek?

1. Wasser auffüllen
in Moab: im Gearheads oder am Wasserhahn vor Pagan Mountaineering
in Monticello: am Caravan Campingplatz auf der linken Seite beim Reinfahren. Doch Achtung: Je nach Jahreszeit schmeckt das Wasser hier sehr nach Chlor.

2. Essen einkaufen
in Moab: Supermarkt oder MoonFlower Health Store
in Monticello: Supermärkte

3. Duschen
in Moab: Lazy Lizard Hostel für 3$ (wenn man von Indian Creek aus reinfährt, ziemlich am Anfang auf der rechten Seite, gelbes Schild), hat auch Internet
in Monticello: Caravan Campingplatz 5$

4. Essen und Kaffee
in Moab: Eklektika, RedRock Bakery
in Monticello: Peace Tree

5. Internet
in Moab: WiFi gibt’s überall, in jedem Kaffee, Hostel, …
in Monticello: Bücherei hat kostenloses Internet, im PeaceTree gibt’s keins!
im Canyonlands Visitor Center: das Nächste von Indian Creek aus – hier gibt es kostenloses WiFi. Man muss allerdings entweder den Pass für die National Parks haben oder Eintritt in den National Park zahlen

6. Wäsche waschen
in Moab: neben Gearheads gibt’s einen Waschsalon, der sogar freies WiFi zum Überbrücken der Wartezeit hat
in Monticello: Hinter der Bibliothek links und dann auf der rechten Straßenseite

7. und was dann…?
Zum Beispiel Mountainbiken rund um Moab. Ganz berühmt ist der Slick Rock Trail. Fahrräder kann man sich fast überall mieten, wir haben gute Erfahrung mit Moab Cyclery gemacht. Ein Mountainbike leihen kostet ca. 60$ pro Tag. Aber Achtung: oft ist man nach dem Biken ziemlich platt. Ansonsten einen der Nationalparks anschauen, wie z.B. Arches … und meist gehen die Ruhetag doch ohnehin schneller rum als gedacht!

Dann noch die große Frage: Wann geht’s idealerweise nach Indian Creek?

Die besten Saisons sind Frühling und Herbst. Wobei im Frühling der Vorteil besteht, dass die Tage länger sind. Dafür ist es aber eher auch etwas wärmer. Im Herbst wiederum sind wir kein einziges Mal ohne Stirnlampen vom Fels abgestiegen. Da dies gleichzeitig die guten Monate zum Klettern sind, ist auch dementsprechend viel los. Allerdings gibt es so viele Routen dort, dass sich die Leute gut verteilen. Und wenn man nicht auf die Klassiker fixiert ist, muss man auch nicht Schlange stehen! Der Super Crack beispielsweise, der Oberklassiker schlechthin, lässt sich zudem auch gut mit Stirnlampen klettern. Aber das nur am Rande ;)!

Und noch ein abschließender wichtiger Tipp:
Starkes Desinfektionsmittel mitnehmen und bei Wunden sofort verwenden! Denn in der trockenen Umgebung entzünden sich Verletzungen rasend schnell und heilen dann überhaupt nicht mehr richtig zu. Deswegen ist zusätzlich eine antibiotische Creme im Gepäck definitiv von Vorteil.

Klettern am Brauneck

Auf der Sonnenseite – Klettern am Brauneck

30. November 2016
Die Bergfreunde

Letztens habe ich wieder für Aufruhr gesorgt, als ich felsenfest behauptet habe, die letzten Jahre sei der November ein wunderschöner Kletter-Monat gewesen. Für uns war es so, aber niemand sonst war meiner Meinung. Erst lange danach ist mir klar geworden, warum die Meisten den November hassen: ich sitze selbst in der Nebelsuppe und frage mich, ob es die Sonne überhaupt noch gibt. Dabei müsste ich es eigentlich besser wissen, denn an solch trüben Tagen muss man zum Klettern hinauf auf den Berg! Doch gerade in der Übergangszeit sind die Anforderungen an ein Klettergebiet besonders hoch: südseitig sollte es sein, mit guter Felsqualität und abwechslungsreichen Routen, wenn möglich schnell erreichbar und gut abgesichert. Und dabei möchte man natürlich nicht ständig die gleichen Routen klettern. Am besten weit oben, um über den Wolken und mit schöner Aussicht einen Hauch von alpiner Freiheit zu spüren. Die „eierlegende Woll- Milch- Sau“, wohin also?

Liebe auf den zweiten Blick

„Sportklettern am Brauneck, dem alten Lenggrieser Hausberg? Gibt es dort überhaupt Felsen?“ Auch wir wollten lange Zeit nicht glauben, dass es direkt vor unserer Haustür ein südseitiges Klettergebiet mit alpiner Kulisse gibt. Aber manche Erfahrungen muss man eben selbst machen. „In einem zweijährigen Erschließungsrausch wachgeküsst“, heißt es poetisch im Kletterführer, der über 250 abwechslungsreiche Routen verspricht. Genügend Linien für viele, viele Herbst- und Wintertage.

Die Landschaft im Isarwinkel ist geprägt von bewaldeten Hügeln, grünen Almwiesen und vergleichsweise lieblichen Gipfeln. An Klettermöglichkeiten mangelt es deshalb trotzdem nicht. Am Bergkamm zwischen den Gipfeln von Brauneck, Latschenkopf und Achselköpfen liegen verstreut zahlreiche, kleine Felsen. Abseits der Hauptwege, teils etwas versteckt, bieten sie die von vielen ersehnte Ruhe und Einsamkeit. Der beeindruckende Weitblick reicht vom Mangfallgebirge über das Rofan und Karwendel bis herüber zum Wetterstein. Am Brauneck ist man in erster Reihe für das gesamte Alpenpanorama. Es vereint alle wichtigen Vorzüge: kurze Anfahrt, interessante Linien, geniale Aussicht und Einkehrmöglichkeiten auf urigen Berghütten. Was will man mehr?

Willkommen bei den Stie’s

Erst einmal die Finger aufwärmen. Vielleicht dort anfangen, wo auch die jüngere Erschließungsgeschichte des Klettergebietes begann, nämlich im Stie-Alm Kessel. Direkt hinter der bewirtschafteten Alm beginnt der Hauptsektor Wilderland mit einer Vielzahl an Routen aller Schwierigkeitsgrade im geneigten bis senkrechten Kalk. Nach ein paar leichten Routen steht fest: der Fels bietet gute Strukturen, griffige Leisten und hat eine super Reibung. Also auf zum nächsten Level! Ein Dach mit großen Griffen wie in Arakis (7+) dürfte ja kein Problem sein…oder? Danach der harmlos wirkende, aber ganz schön verzwickte Erste Ameisenweg (7-) und gleich daneben in Same same but different (8-) der Test für Fingerkraft und Ausdauer. Die Hauptwand und die umliegenden, kleinen Sektoren können leicht zu einer tagesfüllenden Klettereinheit werden.

Auf dem Weg zum Zirkuskessel steht unübersehbar der Gamskopf, eine kleine Felsnadel mit Gipfel-Steinbock aus Beton. Geschmack hin oder her, der athletische Dach-Ausstieg von Laminator (7) vor dem Panorama der bayerischen Voralpen ergibt ganz nebenbei auch schöne Kletterfotos. Dieses feine Schmankerl kann man auf dem Zustieg oder Rückweg noch gut einbauen.

Ab in den Zirkus

Nicht nur für Geologen sehr interessant ist die grau-orange Felsformation der Zirkuswand. Was aus der Ferne (wenn man einmal ehrlich ist) eher nach Bruch aussieht, entpuppt sich nach klettertechnischer Erkundung als purer Spaß an Seitgriffen und Schuppen. Ausgesprochen „interessante“ Linien. Der außergewöhnliche Felsriegel aus senkrecht gestuften, aufeinander liegenden Felsschichten ist eine super Übung für die Fußtechnik und die Koordination. Von wegen Schuppenterror (6)! Selbst der lange Schneesturm (7) ist bei solch positiven Griffen ein Genuss, zumindest wenn man sich darauf einlässt.

Ein kleines Stück weiter im Sektor Balkon wartet gleich die nächste Überraschung: leichte Plattenkletterei an riesigen Wasserlöchern. Die Wand ist auf der linken Seite wie ein Schweizer Käse und bietet wunderschöne Henkelparaden – wie zum Klettern gemacht. Nur nach rechts hin wird sie etwas kompakter und auch schwerer. So richtig Dampf im Kessel macht Chilli (8-), mit einem Piaz, der es in sich hat. Und wo wir schon beim Piaz sind, ist es auch bis zum Riss nicht mehr weit.

Hand im Löwenkäfig

Risse lassen zwar nicht jedes Kletterer-Herz höher schlagen, aber das könnte sich hier vielleicht ändern? Im Kalk sind schöne Risse eigentlich sehr selten. Umso erstaunlicher, dass die Wände am Brauneck gleich mehrere tolle Riss-Verschneidungen zu bieten haben. „An Zirkusriss (7-) müsst‘s unbedingt maha…“, das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen. Wer es über die abdrängenden ersten Meter schafft, kann sich an traumhaften Kletterei erfreuen – ob in Piaz- oder Klemmtechnik. Echte Riss-Fans finden etwas westlich der Stie-Alm ein weiteres Highlight; den Devil’s Crack (7) an der Felsnadel Herr Nilson im Sektor Taka Tuka Land. Und ich wette diese Liste könnte man noch fortsetzen.

Langsam tasten wir uns also an etwas wildere Linien mit einem Hauch von Abenteuer heran. „Nichts für Plastikkletterer, muss man gemacht haben“, stichelt der Kletterführer bei der Beschreibung zur Route Furchtfurche (7/7+). Dass uns der Autor hier in ein kleines Test-Piece lockt, liegt auf der Hand. Dennoch, die Neugier siegt: was hat es damit wohl auf sich?! Der Einstiegskamin und der hängende Offwidth-Riss fordern vom Kletterer bewegungstechnisch Kreativität und Mut zur Lücke. Die kritische Frage lautet immer wieder aufs Neue: innen oder außen klettern? Eine Entscheidung zwischen schmerzender Enge und unangenehmer Leere, oder einfach eine Frage der Technik. Es wäre wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass die Route auch für Kletterer höherer Schwierigkeitsgrade eine Herausforderung darstellt. Die Tour ist dennoch oder gerade deshalb absolut empfehlenswert. Wer sich Schwierigkeitstechnisch noch steigern möchte, dem sei Gula (9-) im Sektor Raubtierkäfig ans Herz gelegt. Die überhängende Riss-Verschneidung kann ganz schön einheizen.

Über den Wolken

Dies sind nur einige wenige Kletter-Schmankerl, die über dem Isartal auf euch warten. Gemütlich von Fels zu Fels ziehend die schönsten Linien abgrasen, das geht nicht nur im Herbst, sondern auch im frühen Winter und teils bis tief in den Dezember hinein. Das Brauneck ist ein Gebiet mit vielen kleinen Herausforderungen, in dem sich Felssüchtige ganz wunderbar den Winter verkürzen können. Es ist ein wahres Privileg, hoch über der trüben Nebeldecke noch einmal im T-Shirt kletternd die Sonne zu genießen, während im Tal auf den Weihnachtsmärkten schon Glühwein ausgeschenkt wird.

Kletterführer:
„Bayerische Alpen Band III“ von Markus Stadler, Panico Verlag, 2015

Material:
Für die Mehrzahl der Routen reicht ein 60m Einfachseil und 12 Express- Schlingen. Manche Routen sind jedoch über 35m lang, sodass man nur mit einem 70m Einfachseil auf der sicheren Seite ist. Trotz Sportkletter-Ambiente ist ein Kletterhelm ratsam.
Tendon Hattrick 10.2mm (Einfachseil)
Klettergurt Onyx und Garnet, Helm Penta
Kletterschuhe Tenaya RA und Triop Tiger

Anfahrt:
Mit dem Auto: über die A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Holzkirchen oder A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen bis zur Ausfahrt 9 Sindelsdorf, weiter nach Bad Tölz und über die B13 nach Lenggries bis zur Ausfahrt Lenggries/Wegscheid. Über die Isarbrücke in Richtung Brauneckbahn.
Mit Öffis: die Bayerische Oberlandbahn (BOB) verkehrt im Stundentakt zwischen München und Lenggries, ab Lenggries Bahnhof in 7 Minuten mit der RVO (Linie 9564 oder 9595) zur Brauneckbahn.

Bergbahn:
Brauneck Bergbahn, Gilgenhöfe 28, D-83661 Lenggries, Tel. 08042 503940, Betriebszeiten 8:15 Uhr – 16:30 Uhr (bis 17 Uhr im Sommer), Revisionszeit der Bergbahn (14 Tage nach Ostern und 14 Tage im November), www.brauneck-bergbahn.de

Zustieg:
Von der Brauneckbahn Bergstation mühelos über gut beschilderten, fast ebenen Panoramaweg in 35 Minuten zur Stie-Alm bzw. je nach Sektor vorher abbiegen.

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Mein bester Bergfreund: Auf zwölf Pfoten zum Nordkap

19. November 2016
Die Bergfreunde

Der eine oder andere hält uns für verrückt. Sehr oft werden wir gefragt, wie genau wir das machen wollen. Zu Fuß zum Nordkap, 4000 km und nur knapp über 4 Monate Zeit – so der Plan.
Nichts Neues… haben schon andere gemacht. In gewisser Weise ja, denn es gibt schon viele Berichte über ähnliche Wanderungen. Zuletzt waren ja auch zwei Frauen von Basel aus zum Nordkap unterwegs. Dennoch ist unser Projekt einmalig, denn wir nehmen unsere Hunde Ellie, Kacy und Cajou mit. Auf 12 Pfoten und 4 Füßen zum Nordkap.

Was für Hape Kerkeling der Jakobsweg, und damit sein persönliches „Ich bin dann mal Weg“-Abenteuer war, das wird für uns zum größten Teil der Fernwanderweg E1, der Weg zum Nordkap sein. Angefangen hat alles mit Hundewanderungen, wo wir uns auch kennengelernt haben. Hundewanderungen, also Langstreckengassigehen mit Hund als Sportart findet man in Wikipedia unter dem Begriff Dogtrekking. So entstand während der Vorbereitung auf eine Dogtrekking-Veranstaltung im Elbsandsteingebirge die Idee, gemeinsam mit den Hunden ein richtiges Abenteuer zu erleben und über mehrere Wochen gemeinsam zu wandern.

Der Traum vom Nordkap

Viele Menschen haben ja die Vorstellung, sich einmal im Leben den einen oder anderen Traum zu erfüllen, sich eine Auszeit zu nehmen, um etwas Besonderes, etwas Verrücktes zu erleben. Viel zu oft bleibt dies leider ein Traum. Das wollten wir jedoch nicht – und so starten wir am 08. April 2017 zu Fuß in Richtung Nordkap. Natürlich mag es gewagt klingen, für 4-5 Monate der Arbeit und damit auch dem Alltag den Rücken zuzukehren und einfach los zu wandern – aber hey, man lebt nur einmal. Für uns ist es das Abenteuer, das wir gemeinsam mit unseren Hunden erleben wollen.

Warum also zum Nordkap? Nun ja, ein Ziel ist wichtig und in Richtung Süden (Stichwort Jakobsweg) wäre für die Hunde vermutlich zu warm geworden. So bleibt der nördlichste Punkt des europäischen Kontinents die für uns logische Antwort… und wie wir finden, gleichzeitig das schönste Ziel, das man vor Augen haben kann. Was die Routenplanung und Ausrüstung als solche betrifft, so können wir natürlich auf Erfahrungsberichte zurückgreifen. Was allerdings die Mitnahme von Hunden betrifft, da betreten wir gewissermaßen Neuland.

Die Erfahrungen, die wir bei der Teilnahme an verschiedenen Dogtrekking-Veranstaltungen in Österreich und Deutschland sowie bei einem Trainingsurlaub in der Schweiz sammeln konnten zeigen, dass es durchaus machbar ist, diese Distanz gemeinsam mit unseren Hunden zurückzulegen. Diese werden, neben einem speziellen Geschirr mit Leine und Ruckdämpfer, ebenfalls eigene Rucksäcke tragen, denn schließlich muss neben der Verpflegung für uns selbst, zusätzlich das Hundefutter mitgenommen werden. Und das ist nach wie vor die größte Herausforderung, vor der wir stehen – denn Nahrung für Menschen ist unterwegs schlichtweg einfacher zu beschaffen, als hochwertige Tiernahrung.

Die Routenplanung gestaltet sich daher auch so, dass wir einige festgelegte Stationen anlaufen, um die Ausrüstung zu wechseln, zu ergänzen und Proviant aufzufüllen. Hierbei können wir nicht nur auf die Adressen von Familien und Freunden in Deutschland zurückgreifen – nein, auch ein Stopp bei dem Verein Nothilfe Polarhund Nord e.V. bei Lüneburg ist geplant. Das ist der Verein, über den die zwei Huskys Kacy und Cajou an uns vermittelt wurden. Ebenso werden wir noch vor dem Start der Tour einige Nachschub-Pakete nach Schweden und Norwegen versenden. Auf 4000 Kilometern braucht man schließlich mehr als nur ein Paar Schuhe und auch andere Kleidungsstücke werden vermutlich auszutauschen sein. Schließlich starten wir in Deutschland im Frühling und wandern sozusagen in den nordischen Sommer hinein. Hier bietet Skandinavien zur Midsommerzeit, in der es nie richtig dunkel wird, natürlich ideale Voraussetzungen, um auch bei Nacht zu wandern.

Unsere Ausrüstung

Gepäcktechnisch werden wir zwei Rucksäcke mit jeweils 50 Litern Fassungsvermögen für den Transport nutzen. Die Hunde tragen ihrerseits jeweils einen eigenen Hunderucksack mit ca. je 15 Litern Volumen. Darüber hinaus nehmen wir ein Zelt, Isomatten, Kochutensilien und die notwendige Bekleidung sowie alles, was für eine bebilderte Berichterstattung während der Tour so notwendig ist mit. Auch hier können wir auf die zahlreichen Erfahrungsberichte zurückgreifen, die im Internet zu finden sind. Ebenso haben sich bisher einige Bücher zum Thema Weitwandern in Skandinavien als überaus nützlich erwiesen. Übernachtet wird letztlich überwiegend im Zelt oder unter freiem Himmel, wobei uns hier das sogenannte Jedermannsrecht in Skandinavien vielfältige Möglichkeiten bietet.

Die Routenplanung haben wir für den Deutschen Teil zunächst über Fuß- und Radwege von Leipzig in Richtung Harzvorland und weiter durch die Lüneburger Heide bis nach Hamburg und weiter nach Travemünde geplant. Von dort geht es mit der Fähre nach Trelleborg und dann entlang der schwedischen Südwestküste bis nach Göteborg. Von dort verläuft der Fernwanderweg E1, von der Adria kommend – durch Deutschland und Dänemark – weiter in Richtung Nordkap… hieran wollen wir uns orientieren, wobei die letztendliche Detailplanung natürlich von den lokalen Gegebenheiten vor Ort abhängen wird.

Soweit der Plan. Wie die Realität dann tatsächlich aussieht, sehen wir ab dem 08. April 2017. Auf unserer Webseite werden wir, ebenso wie in den sozialen Medien, regelmäßig über den Stand der Dinge berichten und freuen uns natürlich über jegliche Unterstützung und “virtuelle” Begleitung der Tour. Weitere Informationen über uns, unsere Hunde und die Vorbereitungen gibt es auf Facebook unter www.facebook.com/ontwelvepaws sowie im Internet unter www.on12paws.com.

DU HAST AUCH EINE aufregende GESCHICHTE, DIE DU MIT DEINEM BESTEN BERGFREUND ERLEBT HAST?

Dann immer raus damit, wir belohnen die Teilnahme mit einem kleinen Bergfreunde-Paket! Sendet einfach eine kurze Zusammenfassung eures Vorschlags an mbbf@bergfreunde.de und wir melden uns bei euch, falls ihr dabei seid.