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Gear-Tipp: Lowa – Camino GTX – Wanderschuhe

27. Oktober 2016
Gear-Tipp!

gt_blog_vorlageFür Wanderer beginnt jetzt die beste Jahrszeit. Nicht zu kalt, nicht zu warm und die Natur zeigt sich mit buntem Blätterwerk von ihrer besten Seite. Bergfreund Stephan treibt es ebenfalls regelmäßig hinaus und weiß deshalb was einen guten Wanderschuh ausmacht. Seine Wahl fällt auf den Camino GTX von Lowa. Was den Schuh so besonders macht, verrät er Euch in seinem Gear-Tipp!

Ich war auf der Suche nach einem Wanderschuh, der weder zu klobig noch schwer ist. Gleichzeitig sollte er eine steife Sohle haben, damit ich auch mal schweres Gepäck tragen oder eine einfache Bergtour/Klettersteige gehen könnte.

Vorteile

Wie man es von Lowa gewohnt ist, sind die Schuhe sehr bequem und passen wie angegossen. Dazu besitzt er eine zwei Zonen Schnürung, die mir persönlich besonders zusagt, da ich einen schmalen Fuß habe. Ich muss beim Bergabgehen nur kurz die Schnürung nach oben ziehen und laufe nicht Gefahr, dass sich der Rist dabei lockert.

Ebenso der Schaft des Schuhs – der ist wirklich gelungen, drückt nicht und ermöglicht einen leichten Einstieg. Außerdem ist dadurch ein gutes Abrollverhalten gegeben. So verleiht er dem Fuß einen guten Halt am Knöchel, was vor allem beim Bergabgehen ein Plus an Sicherheit gibt.

Auch die Vibram-Sohle des Camino GTX hat mich bisher nicht enttäuscht, sowohl im Fels/Geröll, als auch auf Waldboden finde ich guten Halt, selbst wenn der Untergrund feucht ist. Nur bei starkem Matsch ging etwas von der ansonsten soliden Griffigkeit verloren.

Verarbeitung; Qualität

Nach einen halben Jahr kann ich bisher nur positives über die Verarbeitung berichten. Keine offenen Nähte, die Ösen verbiegen sich nicht und der Schuh ist weiterhin absolut wasserdicht. Das Leder ist zudem bisher noch sehr geschmeidig und sieht auch nach einigen bestandenen Touren noch aus wie neu. Die Qualität des Schuhes entspricht damit in Gänze meinen Erwartungen.

Einsatzgebiet

  • Wanderungen (von einfach bis schwer)
  • Leichte Bergtouren
  • Leichte Klettersteige

Für wen eignet er sich besonders

Top Schuhe für alle Allrounder, die es auf langen Touren gerne bequem mögen. Durch die tolle Schaftkonstruktion und der ausreichend steifen Sohle sind aber auch mehrtägige Berg- und Hüttentouren mit Gepäck überhaupt kein Problem.

 

 

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Gear-Tipp: Arc’teryx – Zeta AR Jacket – Hardshelljacke

15. Oktober 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Markus im Glacier Nationalpark (British Columbia)Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst beginnt die Blätter zu färben. Eine perfekte Gelegenheit, die Wanderschuhe anzuziehen und das Naturschauspiel zu bewundern. Damit wechselhaftes Wetter dem Ausflug nicht ein frühzeitiges Ende setzt, darf eine Regenjacke nicht fehlen. Bergfreund Markus hat unter unzähligen Modellen von dutzenden von Herstellern seinen persönlichen Favoriten gefunden. Die Zeta AR Jacke von Arc’teryx. Warum Markus so begeistert von der Hardshell-Jacke ist, erzählt er Euch in dem folgenden Gear-Tipp.

Meine Anforderungen beim Kauf waren hoch, da auch Arc’teryx einen Premium-Anspruch an sich selbst stellt. Entsprechend hoch sind die Preise: Während die UVP im Sommer 2014 – als ich die Jacke kaufte – „nur“ 400€ betrug, kostet das aktuelle Modell bereits 450€.

Die Zeta AR ist aus dreilagigem N70p GORE-TEX-Material gefertigt und hat ein Gewicht von lediglich 448 Gramm (Größe M). In Verbindung mit der sehr kleinen Packmasse ist sie bestens für Trekkingtouren geeignet, da hier die Gewichtsreduktion im Vordergrund steht. Sie ist etwas kürzer geschnitten als beispielsweise die Arc’teryx‘ Topmodell Theta AR und eignet sich deshalb auch für Klettertouren und fürs Fahrradfahren. Obgleich jeder, der längere Jacken bevorzugt mit dem Schnitt weniger glücklich sein wird, finde ich die Passform ideal. Denn trotz des figurbetonten Schnittes ist die Bewegungsfreiheit wirklich toll! Hinzufügen möchte ich noch, dass durch die Position der Taschen keine Einschränkungen beim Tragen eines Hüftgurtes entstehen und diese sich selbst mit Handschuhen noch gut öffnen lassen!

Die Verarbeitung der Jacke bewegt sich auf hohem Niveau, was angesichts des Kaufpreises aber auch nicht anders zu erwarten war. Obwohl ich sie beinahe täglich trage, weisen weder die Reißverschlüsse noch die Membran an sich Abnutzungserscheinungen auf, auch nicht an Stellen wie den Schulterpartien, die durch häufiges Rucksacktragen zusätzlich belastet werden. Mit dem Kundenservice von Arc’teryx bin ich ebenfalls sehr zufrieden: Nachdem infolge eines Sturzes in Südfrankreich das GORE-TEX-Material durchgescheuert und einige getapte Nähte aufgerissen waren, schickte ich die Jacke ein. Die Reparatur dauerte zwar einige Wochen, was aber zu verschmerzen war. Mit der Qualität der Ausbesserungen bin ich sehr zufrieden!

Besonders hervorheben möchte ich noch die ästhetische Schlichtheit der Jacke. Entgegen des allgemeinen Trends, dass Outdoor-Oberbekleidung knallbunte Farben besitzen müsse, wird die Arc‘teryx Zeta AR (noch) in schlichtem Schwarz oder zumindest einfarbigem Rostbraun angeboten. Mit diesen zeitlosen Varianten ist man in den Bergen genauso gut aufgehoben wie in einem Restaurant.

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Gear-Tipp: Saucony Kinvara 7 Runningschuhe

1. Oktober 2016
Gear-Tipp!

Gear-TippBergfreund Johannes ist ein begeisterter Läufer und vertraut das Wohl seiner Füße dabei gerne den Kinvara Laufschuhen von Saucony an. Jetzt hat er sich das neuste Modell der Serie angenommen, die sich inzwischen in der siebten Generation befindet. Der Kinvara 7 verspricht durch seine neue Everun-Technologie, die bisher schon erfolgreiche Schuhreihe, noch weiter zu perfektionieren. Ob das der Wahrheit entspricht, hat Johannes sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden.

Der Saucony Kinvara ist ein Dauerbrenner des US-Laufschuhherstellers. Er ist inzwischen bereits in der siebten Generation erhältlich und hat sich längst als beliebter Trainingsschuh in Läuferkreisen etabliert. Das liegt primär an seiner überragenden Verbindung von Komfort und Schnelligkeit. Das bekommt Saucony immer wieder hin, von Generation zu Generation. Beim Saucony Kinvara 7 wurde erstmals die neue Everun Technologie eingesetzt.

Everun Technologie: Die neue Everun Technologie befindet sich beim Saucony Kinvara 7 im Fersenbereich, also da, wo es in der Regel am meisten gebraucht wird. Das Dämpfungsmaterial wird noch näher an den Fuß gebracht, Kleber und Zwischensohlenschicht zwischen Einlegesohle und Dämpfungsschicht wurden eliminiert. Dadurch soll sich laut Saucony der Kinvara 7 noch lebendiger und reaktiver anfühlen, ohne dabei auf den Kinvara typischen Komfort zu verzichten. Denn Everun bietet dreimal besseren Dämpfungskomfort als das Standard EVA-Material. 83% der beim Aufprall eingebrachten Energie wird zurückgegeben.

Der erste Eindruck

Der Saucony Kinvara 7 sieht erstmal schnell aus – sehr schnell. 473 g (nachgewogen) bringt das Paar in Größe US 11 auf die Waage. Leicht ist er also immer noch. Die Sprengung liegt unverändert bei 4 mm und damit immer noch im niedrigen Bereich. 22 mm misst die Sohle im Fersenbereich und 18mm am Vorderfuß. Es wurde wieder auf schön luftiges Meshmaterial in Kombination mit dem bewährten Flexfilm als Obermaterial zurückgegriffen.

Beim Blick auf die Sohle fällt auf, dass sich diese im Gegensatz zum Vorgänger verändert hat. Die für Kinvara typischen Dreiecke sind der Tri-Flex Außensohle gewichen. Diese soll zusammen mit dem IBR+ (Bezeichnung für die farbig abgesetzte Gummimischung) für noch mehr Halt und Absorption bei gleichzeitig besserer Traktionskontrolle und Flexibilität sorgen. Sprich, noch schneller und noch komfortabler.

Damit genug der Theorie. Der Saucony Kinvara 7 will raus und spielen. Also spielen wir mit ihm.

Der Lauftest

Getestet habe ich den Saucony Kinvara 7  auf insgesamt 73,3 Kilometer auf Asphalt und Forstwegen. Die längste Strecke am Stück betrug ca. 30 Kilometer. Schon beim Anziehen schmiegt sich der Schuh perfekt an den Fuß. Grund dafür ist neben dem Flexfilm Obermaterial das altbewährte  Pro Lock Lacing System, das schon bei den Vorgängern zum Einsatz kam und den Mittelfuß im Schuh fixiert ohne einzuengen. Es stellt sich gleich das üblich wohlige „Kinvara-Gefühl“ ein. Aus meiner Sicht ist auch der neue Kinvara 7 nicht für schmale Füße geeignet, sondern eher für normale bis breite Füße. Die Zehenbox bietet mir ausreichend Platz und Komfort, dennoch genug Halt bei schnellem Tempotraining. Man merkt sofort, dass der Schuh genau dafür gemacht wurde.

Beim Laufen spielt er seine volle Stärke aus. Saucony hat hier nicht zuviel versprochen. Der Kinvara 7 vermittelt in der Tat einen sehr direkten Bodenabdruck, man spürt seine Flexibilität und Dynamik. Hier wird Tempo vom Läufer eingefordert. Die Tri-Flex Außensohle bringt das Tempo für ein perfektes Laufgefühl auf den Asphalt und bietet hervorragenden Halt, auch auf nassem Untergrund. Dabei kommt in der Tat der Komfort nicht zu kurz. Auch bei meiner langen Runde empfinde ich den Schuh als super bequem und mein Bewegungsapparat freut sich über die ausreichende Dämpfung.

Ich habe nicht den Eindruck, dass die neue Everun Technologie das Dämpfungsverhalten positiv beeinflusst. Ich fand bereits die vierte und fünfte Generation des Kinvara unheimlich komfortabel. Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Saucony Kinvara 7 im Vergleich zu seinen Vorgängern noch ein wenig dynamischer, direkter und gefühlt leichter geworden ist. Also scheint die Everun Technologie eine gute Weiterentwicklung zu sein. Das macht ihn für mich zum perfekten Schuh für meine Marathonpremiere in Frankfurt Ende Oktober. Für Leute, die im Winter zu kalten Füßen neigen, ist der Saucony Kinvara 7 hingegen keine gute Wahl, denn das Meshmaterial ist schon ziemlich luftig. Besonders von Frühling bis Herbst mag ich das allerdings sehr gerne. So habe ich persönlich auch im Winter keine Probleme damit und ziehe einfach dickere Socken an.

Mein Fazit

Der Saucony Kinvara 7 ist ein nahezu perfekter Schuh, der Komfort, Dynamik, Schnelligkeit und Laufspaß in sich vereint. Egal, ob beim Tempotraining oder im Wettkampf ab Halbmarathondistanz, er macht ein blendende Figur – und das nicht nur wegen seiner auffälligen, vermutlich auch ein wenig polarisierenden Farbe – sondern schlichtweg, weil Saucony hier mal wieder der Spagat zwischen einem rassigen Sportwagen und einer komfortablen Oberklasselimousine gelungen ist.

 

 

 

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Gear-Tipp: Ozone Lady Kletterschuhe

17. September 2016
Gear-Tipp!

Wie jeder Kletterer weiß, ist der Kletterschuh der wichtigste Gegenstand beim Klettern. Ohne Schuh geht nix! Deshalb muss der Schuh perfekt passen und man will keine Kompromisse eingehen. Der heutige Gear-Tipp von Bergfreundin Sina widmet sich diesem Thema und beleuchtet ihre neuen Lieblingsschlappen:

Ich habe unzählige Paar Schuhe anprobiert, bis ich endlich eines Tages den perfekten Schuh gefunden habe. Es war der Ocun Ozone in der Lady Variante. Der Schuh passte vom ersten Tag und daran hat sich bis jetzt nichts geändert.

Meine Erfahrung mit dem Schuh

Die Ocun Ozone ist seit Oktober mehrmals wöchentlich im Einsatz. Meist in der Halle, aber wenn das Wetter mitspielt auch mal draußen am Fels. Da ich in Westschweden wohne, wird vor allem an Granit geklettert. Heißt, er wird in Rissen gequält und auf Reibung geprüft. In schmalen Rissen tut sich der Schuh ein bisschen schwer, dafür hält er sich sehr gut auf kleinen Tritten und auf Reibung. Auch Heelhocks fühlen sich sicher an. Am Plastik traut man sich dank der Vorspannung auch auf kleinsten Tritten Druck zu geben. Das tolle am Schuh ist, dass ich ihn nicht nach einer Route ausziehen muss, sondern er so bequem ist, dass er meist ein komplettes Training am Fuß bleibt.

Was ist eigentlich so besonders am Ozone Lady?

Im Test: Die Ocun Ozone Lady KletterschuheDank des 3- Force-Systems sitzt der Schuh wie angegossen an meinem Fuß. Die Zehenbox ist im Gegensatz zu anderen Schuhen höher als normal. Dadurch hat man keine Druckstellen und trotzdem besten Halt im Schuh. Die Besonderheit des 3-Force-Systems ist, dass die Zehenbox von einem Gummistück komplett überzogen ist. Dadurch hält sich die Spannung besser. Auch die Ferse hat eine sehr hoch gezogene Gummisohle und Heelhocks fühlen sich sicher an.
Dazu stimmt die Optik. Mit den weißen Klettverschlüssen aus Leder, die mit Blumenmuster versehen sind und dem roten Kunstleder sind sie unauffällig auffällig.

Für wen eignet sich der Schuh

Wer Probleme hat, den großen Zeh in einen Kletterschuh zu bekommen, der sollte den Ocun Ozone auf jeden Fall ausprobieren. Die Schuhe habe ich eine Größe größer als Straßenschuhgröße gekauft. Er weitet sich durch die Gummieinfassung nicht. Die Frauen Variante ist schmaler geschnitten und an die weiblichen Füße angepasst.
Die Verarbeitung ist toll. Nach sechs Monaten sieht man Spuren an der Zehenspitze, aber man kann noch lange nicht von durchgekletterten Schuhen reden. Der restliche Gummi und das Leder macht immer noch einen soliden Eindruck und der Schuh wird auf jeden Fall noch ein paar Monate in Gebrauch sein.

Mein Fazit

Im Test: Die Ocun Ozone Lady KletterschuheIch habe meinen perfekten Kletterschuh gefunden! Wer immer Probleme damit hatte, seine Zehen in einen Schuh zu bringen, der sollte diesen Schuh auf jeden Fall mal anprobieren. Der Preis liegt bei 114,95 €. Jeder Cent, den man in diesen Schuh steckt, lohnt sich.

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Testbericht Fish Autotuber AustriAlpin

Im Test: Der Fish-Autotuber von AustriAlpin

30. August 2016
Ausrüstung, Gear-Tipp!

AustriAlpin hat vor wenigen Monaten den neuen Halbautomat Fish auf den Markt gebracht.  Wie bei jedem neuen Sicherungsgerät stellt sich die Frage, ob das Teil auch wirklich Sinn macht oder nur ein weiterer Stern am mittlerweile reichlich gefüllten Himmel der Sicherungsgeräte ist.

Wir haben uns daher den Fish genau angesehen und ihn ausführlich getestet. Hier kommt unser Erfahrungsbericht.

Inzwischen werden die Modelle der Halbautomaten auf dem Klettermarkt immer zahlreicher. Und auch wenn sie alle zur Klasse der Halbautomaten zählen und sie sich recht ähnlich sehen, unterscheiden sich doch einige in Feinheiten oder besonderen Funktionen. Schließlich wollen die Hersteller nicht einfach nur einen neuen Halbautomaten auf den Markt bringen – jeder versucht ihn noch mal etwas besser zu machen.

Aussehen und Funktionen auf den ersten Blick

Auf den ersten Blick ähnelt der Fish von AustriAlpin stark dem Smart von Mammut. Der zweite Blick zeigt jedoch schnell, dass die Nase/der Rüssel beim Fish etwas größer gebaut ist und der Fish auf dem Rücken einen kleinen Hebel hat. Er erscheint ein wenig wie eine Mischung aus Smart und GriGri von Petzl.  Aber hier erst mal die Fakten:

Lieferumfang: Fish und Karabiner

Gewicht: 68g

Seildurchmesser: 8mm- 11mm

Preis: 69,95€ (inkl. Karabiner)

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpinDer Praxistest

Getestet haben wir den Fish in der Halle und am Fels, im Toprope sowie im Vorstieg. Um einen runden Eindruck zu bekommen, verwendeten wir Seile unterschiedlicher Hersteller zwischen 9,8mm und 10.1mm sowie alte, als auch neue Seile.

Die Funktionsweise…

… ist im Grunde bekannt durch verwandte Geräte, wie dem Smart oder dem Click-Up. Die Grundposition der Hände entspricht der beim normalen Tube. Zum Seil ausgeben, muss die Nase angehoben werden, ansonsten wird das Seil blockiert. Zum Ablassen wird die Nase nach oben gezogen. Ein Wechsel der Bremshand ist somit nicht nötig.

Das Handling

Gleich vorweg kann ich sagen, dass die Handhabung beim Fish einwandfrei ist. Seil Einnahme und Ausgabe gelingen reibungslos und ein ungewolltes Blockieren des Seils stellt sich eigentlich nie ein. Vor allem beim schnellen Ausgeben des Seils ist die größere Nase von Vorteil, da diese sehr gut und sicher in der Daumenbeuge liegt. Der Sichernde muss sich somit keine Sorgen machen, dass die Nase vom Daumen abrutscht und das Seil ungewollt blockiert wird.

Ablassen des Kletternden

Hier hat der Sichernde die Wahl zwischen der klassischen Variante durch hochziehen der Nase (bereits bekannt durch den Smart) oder durch Verwendung des kleinen Hebels auf der Rückseite (bekannt durch Grigri).

Die klassische Variante funktioniert reibungslos. Auch hier ist die größere Nase von Vorteil, da der Rüssel von alleine sehr sicher liegt. Die Ablassgeschwindigkeit lässt sich ohne Probleme von Beginn an gut dosieren und hat einen sehr geringen Anfangswiderstand. Dies stellt einen großen Vorteil dar, da gerade ein ruckhaftes Entriegeln oder eine schlechte Dosierbarkeit der Geschwindigkeit beim Ablassen eine Fehlerquelle darstellen können (bergundsteigen Nr. 92, 2015).

Das Ablassen über den Hebel hat zwei Vorteile und einen kleinen Nachteil: Der Hebel ermögliche eine sehr präzise Dosierung der Geschwindigkeit beim Ablassen. Gleichzeitig beinhaltet er noch eine kleine aber sehr feine Sicherheitsreserve. Im Panikfall (zurückziehen des Hebels Richtung Brust) wird die Bremsfunktion nicht gänzlich aufgehoben sondern im Gegenteil, das Seil bremst sich durch ein Übereinanderlegen der beiden Stränge selbst.

Einziger kleiner Nachteil des Hebels: Das Ablassen erfolgt etwas langsamer, da es schwerer ist, die exakte Position des Hebels zu finden, in der schnell abgelassen werden kann. Dieser Nachteil kann allerdings auch gleichzeitig ein Vorteil sein.

Abseilfunktion am Einzelstrang…

…ist rein theoretisch möglich, allerdings stellt sich schnell die Frage, in welchen Situationen dies nötig ist. Auf jeden Fall würde es funktionieren.

Wie sieht es mit der Sicherheitsreserve aus?

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpinBeim Test konnten wir keine Nachteile des Fish erkennen. In allen Fällen hat das Sicherungsgerät zuverlässig blockiert und den Seilzug auch dauerhaft gehalten. Hier sollte man jedoch hinzufügen, dass wir keine wirklich harten Stürze im Normsturzbereich testen konnten bzw. wollten. Die gängigen Stürze aus der Kletterpraxis wurden hingegen alle mit Bravour bestanden.

Wie bei den meisten Halbautomaten handelt es sich auch beim Fish um ein Gerät, dessen Blockierfunktion von der Position der Bremshand anhängig ist. Wird das Bremshandprinzip und die korrekte Position der Hand eingehalten, ist der Fish damit ein überaus zuverlässiges Sicherungsgerät.

Die zusätzliche Blockierfunktion bei übermäßigem Heranziehen des Ablasshebels erscheint mir darüber hinaus als eine äußerst positive Sicherheitsfunktion des Fish.

Der Fish im Gebrauch mit Kindern

Nicht nur der Name, auch das Design des Fish ließen zunächst darauf schließen, dass das neue Gerät von AustriAlpin bei Kindern beliebt sein könnte. Daher gaben wir den Fish einer Kinderklettergruppe (8-12 Jahre) zum Testen. Da alle Kinder bisher mit dem Smart sicherten, waren sie mit der Handhabung schon relativ vertraut und konnten den Fish direkt übernehmen. Natürlich wurde dabei nur unter Aufsicht eines Erwachsenen und mit Rücksicherung getestet.

Der Gesamteindruck schließlich war auch unter den Kindern sehr positiv. Vor allem die größere Nase, machte es den Kleinsten beim Ablassen des Kletternden einfacher.

Der Ablasshebel allerdings stellt für Kinder keinen großen Mehrwert da. Sicherungsgeräte „sitzen“ bei Kindern beim Ablassen höher als bei Erwachsenen, nämlich eher auf Brusthöhe. Die Position ergibt sich naturgemäß aus der Länge ihrer Oberkörper sowie der Kombination aus Anseilschlaufe, Karabiner und Sicherungsgerät. Beim herkömmlichen Ablassen mit dem Fish stellt das kein Problem dar, sind es die Kinder doch gewöhnt ein Sicherungsgerät so weit oben zu bedienen. Der Hebel allerdings rückt den Ablassvorgang nochmal etwas höher, was dann sehr unbequem werden kann – vor allem, da der Hebel sehr weit an den Körper herangezogen werden muss. Daher kam diese Funktion bei den Kindern nicht so gut an.

Fazit

Mit dem Fish hat sich AustriAlpin einen soliden und sehr komfortabel zu handhabenden Halbautomaten einfallen lassen.  Das Handling funktioniert einwandfrei und ist sehr angenehm.

Die zusätzliche Sicherheitsfunktion beim Ablassen durch den Hebel macht mir persönlich den Fish sehr sympathisch.

Einziger Nachteil: Der Fish kann nur mit dem mitgelieferten Karabiner verwendet werden, das macht das System etwas unflexibler, allerdings kennt man das ja bereits von anderen Halbautomaten, wie dem Clickup von Climbing Technology oder dem Ergo von Salewa.

Außerdem positiv hervorzuheben, sind das Gewicht sowie die Verarbeitung des Fish. Mit gerade einmal 68 g zählt er definitiv zu den leichteren Halbautomaten. Gleichzeitig macht er in der Hand den Eindruck einer sehr soliden und kompakten Verarbeitung.

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Gear-Tipp: Osprey Rev 6

19. August 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Johannes ist ein alter Hase was das Trailrunning betrifft – sei es bei Bergläufen oder Ultratrails. Jetzt stellt er den Osprey Rev 6 Trailrunningrucksack auf die Probe. Wen es wie ihn häufig in die Berge zieht, weiß, dass ein ordentlicher Lauf gut vorbereitet sein will. Von der Wasserflasche bis zur Windjacke muss alles im Rucksack Platz finden und darf beim Laufen nicht unnötigen stören. Welche Erfahrungen er gemacht hat, berichtet er Euch in seinem Gear-Tipp.

Unter dem Fischadler

Hurra, mein neues Spielzeug ist da. Ganz aufgeregt nehme ich das Paket entgegen. Da ist er drin, der Osprey Rev 6. Ich besitze bereits die Modelle Mutant 28 und 38 für Bergwanderungen, Klettersteig- und Hochtouren sowie den Osprey Talon 22 für Tageswanderungen und den Alltag. Mit allen drei bin ich sehr zufrieden. Da sich in den letzten Jahren meine Prioritäten jedoch hin zu ambitionierten Bergläufen und Ultratrails entwickelt haben, liegt es nahe, auch in diesem Bereich mit einem Rucksack unter dem Zeichen des Fischadlers (Osprey ist englisch für Fischadler) aufzurüsten. Doch was kann der Rev 6 und ist er eine echte Alternative zu alteingesessenen Herstellern im Bereich der Trailrunningrucksäcke?

Der erste Eindruck und die Fakten

Schnell den Paketboten verabschieden, die Treppe hoch, Wohnungstüre zu und dann den Osprey Rev 6 aus seinem Paket befreien. Was gleich auffällt – und was ich von Osprey auch so gewohnt bin – ist der sehr hochwertige Eindruck. Da steht kein Faden über, ich finde keine unsaubere Naht, die Reißverschlüsse sind alle leichtgängig. So muss das sein! Die gewohnte Osprey Qualität bestätigt sich hier abermals aufs Neue.

Das Volumen des Osprey Rev 6 beträgt nach offiziellen Angaben 5 Liter (Größe S/M) bzw. 6 Liter (Größe M/L). Ich habe Größe M/L getestet, konnte das Volumen aber nicht nachprüfen. Das Gewicht beträgt nachgewogen 425 Gramm, also vier und eine Viertel Tafel Ritter Sport Schokolade. Ist zwar nicht quadratisch, aber der erste Eindruck ist praktisch und gut.

Mit in der Lieferung des Osprey Rev 6 ist ein Hydraulics™-LT-Wasserbehälter mit 1,5 Liter Volumen für die Flüssigkeitsversorgung. Der Wasserbehälter bringt nochmal 159 Gramm auf die Waage, kann allerdings optional auch herausgenommen werden.

Die Funktionen

Der Osprey Rev 6 ist zunächst einfach mal ein Trailrunningrucksack, bietet aber noch eine ganze Menge mehr. Am linken Schulterträger befindet sich der so genannte Digi Flip. Das ist eine am Träger integrierte Tasche, in die man perfekt sein Smartphone unterbringen kann. In der heutigen Zeit mit Sicherheit ein tolles Feature. Jedoch gibt es auch Leute wie mich, die kein Smartphone besitzen, sondern ein altbackenes Handy für 20 €, mit dem man telefonieren und SMS schreiben kann. Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich am Schulterträger eine Getränkeflasche unterbringen könnte. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung und viele andere Nutzer werden sicherlich von der Digi Flip begeistert sein.

Am rechten Schulterträger befindet sich eine kleine Tasche, die sich geschickt per Reißverschluss erweitern lässt. So kann man dort Kleinteile oder auch eine Getränkeflasche unterbringen. Geschickte Lösung, wie ich finde. Seitlich hat der Osprey Rev 6 zwei Flossen. Zusammen mit dem restlichen Tragesystem – zwei Gummistraps vorne über die Brust und verstellbare Schulterträger – soll sich so der Rucksack perfekt an den Träger anpassen und beim Laufen nicht verrutschen. An den Flossen befinden sich jeweils noch zwei kleine Mesh-Taschen. Diese kann man während des Laufens gut erreichen und sind so perfekt geeignet, um Utensilien unterzubringen, an die man schnell rankommen will, ohne dabei den Rucksack abzusetzen, wie zum Beispiel Klopapier oder Energieriegel.

Im Hauptteil des Trailrunningrucksacks befinden sich drei Taschen – in der hinteren davon findet das Wasserreservoir seinen Platz. Seit dieser Saison lässt es sich zusätzlich durch einen Schiebeverschluss verschließen und hat bei mir in keiner Weise geleckt. Per Ventil kann man es einfach vom Schlauch lösen und zum Befüllen oder Reinigen aus dem Rucksack nehmen. Der Clou beim System von Osprey ist der Magnet, mit dem das Mundstück am oberen Brustgurt befestigt werden kann und so beim Laufen kein bisschen stört, aber jederzeit erreichbar ist.

Das mittlere Fach ist für Kleinzeug wie Schlüssel, Geld, Personalausweis, etc. gedacht. Außerdem hat es hat einen integrierten Schlüsselaufhänger, damit nichts verloren geht. Die äußere Tasche ist zugleich die Haupttasche des Rucksacks. Ich habe sie mit der gängigen Pflichtausrüstung von alpinen Ultratrails zur Probe gepackt und alles anstandslos hineinbekommen. Auch für drei Laugenbrötchen, zwei Brezeln, zwei Croissants und zwei Rosinenbrötchen ist genug Platz, was selbst die hungrige Ehefrau nach dem sonntagmorgendlichen Lauf stets erfreut. Außen hat der Osprey Rev 6 eine Bungee-Kordel und bietet so zusätzlichen Stauraum für die Windjacke, etc.

Was mir fehlt und was vor allem bei langen Kanten in alpinen Regionen relevant wird, ist eine sichere Befestigung für Trailrunningstöcke. Wenn man also welche mitnehmen will, ist man gezwungen, diese durchgehend in der Hand zu halten. Auch die in manchen Pflichtsausrüstungen stehende Trillerpfeife ist nicht dabei. Normalerweise befindet sich die bei Osprey Rucksäcken integriert in den Schnallen der Brustgurte. Wieso hier darauf verzichtet wurde, erschließt sich mir nicht so ganz. Das ist schade und bringt leichte Abzüge in der B-Note. Es wäre aus meiner Sicht schön, wenn hier für die nächste Generation nach einer Lösung gesucht wird.

Der Praxistest

Der Osprey Rev 6 lässt sich vollständig befüllt sehr gut an den Körper anpassen. Die Passform ist allerdings, wie immer bei Trailrunningrucksäcken, sehr individuell, daher will ich nicht ausschließen, dass es Läufer gibt, denen der Rucksack nicht passt.  Mir hingegen hat er außerordentlich gut gepasst. Mein Testlauf ging daraufhin über ca. 30 km Distanz. Dabei war auch an Untergründen so ziemlich alles dabei – lange Asphaltstrecken, Forststraßen und teils technische Trailabschnitte. So konnte ich mir ein gutes Bild von den Laufeigenschaften machen.

Mein Fazit fällt unter dem Strich schließlich sehr positiv aus. Da wackelt kaum etwas, nur bei sehr schnellen Läufen und enorm abrupten Richtungswechseln kommt etwas Bewegung in die Sache, aber das auch nur minimal und kaum störend. Das Mundstück des Hydraulics Systems bleibt durch den Magneten zuverlässig an Ort und Stelle und ist so positioniert, dass man während des Laufens schnell hinkommt. Die seitlichen Mesh-Taschen in den Flossen sind ebenfalls problemlos erreichbar. Nach 30 km …

Das Fazit

…komme ich zufrieden und erschöpft wieder zu Hause an. Ich habe im Osprey Rev 6 ein zuverlässiges Spielzeug für lange Läufe und spaßiges Trailvergnügen gefunden. Und wie ich heute Morgen testen konnte, eignet er sich auch bestens für den Lauf zum Bäcker, wenn das Auto mal in der Garage bleiben soll – schließlich liegt uns die Natur als Trailläufer auch am Herzen. Lediglich die fehlende Stockbefestigung sowie die nicht bedachte Trillerpfeife bringen leichten Abzug in der dennoch guten Gesamtnote. Ich persönlich mag am Schulterträger lieber Meshtaschen für Getränkeflaschen und kein Digi Flip für’s Smartphone – wobei sich viele Trailläufer vermutlich schon eher darüber freuen werden. In diesem Sinne kann ich den Osprey Rev 6 mit bestem Gewissen nur empfehlen.

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Gear Tipp: Inov-8 – Terraclaw 220 – Trailrunningschuhe

6. August 2016
Gear-Tipp!

Wer mich kennt der weiß, dass ich auf Inov-8 stehe. Im Bereich der Trailschuhe gibt es für mich keine bessere Marke. Vor allem, was das Produktportfolio betrifft. Hier bietet Inov-8 einfach für jeden Untergrund und für jede Distanz den richtigen Schuh. Der Terraclaw 220 tanzt allein durch sein Design mit der asymmetrischen Schnürung aus der Reihe. Ganz klar, dass dieser Schlappen getestet werden muss.

Von der ersten Begutachtung in der Wohnung ….

Auffallend am Inov-8 Terraclaw 220 ist die asymmetrische Schnürung. Diese soll den Schuh perfekt an den Fuß anpassen. Um ehrlich zu sein habe ich diesen Effekt nicht bemerkt, aber er bietet auch keinen Nachteil. Auf jeden Fall stimmt die außergewöhnliche Optik und macht den Schuh zu einem echten Hingucker. Die Zehenbox ist breit gehalten und bietet zusammen mit der Standard Fit Passform von Inov-8 genügend Komfort auch für lange Kanten. Die Sprengung ist mit 4 Millimeter eher im unteren Bereich, genau wie das nachgemessene Gewicht von 498 Gramm (Paar in Größe UK 10,5). Das sorgt neben dem Komfort für die nötige Brise Dynamik und Schnelligkeit.

Der Inov-8 Terraclaw 220 macht auf mich den üblichen hochwertigen Eindruck, den ich von dieser Marke gewohnt bin. Also, nichts wie das Laufzeug gepackt und ab auf die Trails – denn dafür ist der Schuh ja gemacht. Mal schauen, wie er sich im Einsatz schlägt und ob sich der erste gute Eindruck bestätigt.

….. raus auf die Trails ….

Getestet habe ich den Inov-8 Terraclaw 220 bei drei Runden auf der Schwäbischen Alb. Ingesamt waren das 88,5 Kilometer und 4510 Höhenmeter rauf und runter – die längste Strecke war 41 km. An Untergründen war nahezu alles vertreten, was einen Läufer auf Trails erwarten kann. Daher konnte ich mir ein sehr gutes Bild vom Laufverhalten machen. Nur alpine Geröllhalden haben gefehlt.

Der Grip der Dual C Sohle hat sich auf jedem Untergrund sehr griffig gezeigt mit leichten Abzügen auf nassem Holz und Fels. Für mich war der Grip aber auch dort absolut ausreichend. Die Stollen sind weit genug auseinander, so dass sich kein Matsch dazwischen festsetzten kann. Dadurch ist der Grip durchgehend gegeben. Auch Asphaltstrecken oder Forstautobahnen sind kein Problem. Man merkt die Stollen kaum. Mir ist nach den ersten Runden keine übermäßige Abnutzung aufgefallen.

Die Fersenkappe ist ziemlich niedrig. Dadurch entsteht beim Anziehen zunächst das Gefühl, man würde hinten rausschlappen. Das Phänomen kenne ich bereits von anderen Inov-8 Schuhen. Tatsächlich stellt sich das aber gar nicht ein. Vielmehr wird dadurch eine Irritation der Achillessehne verhindert und die Flexibilität des Schuhes erhöht. Die Zehenkappe bietet wenig Schutz. Daher ist konzentriertes Laufen erforderlich. Feindkontakt mit einem Stein oder einer Wurzel kann schnell schmerzhaft werden.

Der Inov-8 Terraclaw 220 bietet für mich einen optimalen Kompromiss zwischen Komfort und Schnelligkeit. Sowohl rassige Downhills, fließendes Flowgelände als auch zermürbende Gehpassagen bergauf meistert er perfekt. Der direkte Kontakt zum Untergrund und die flexible Sohle machen Spaß und bieten ein sehr dynamisches Laufgefühl. Das erinnert fast an „Barfußlaufschuhe“. Führung bietet der Schuh nicht. Da er sehr minimal gehalten ist, muss der Läufer selber führen können und darf sich hier nicht auf den Schuh verlassen. Ist man dazu in der Lage, steht dem nächsten vergnüglichen Trailtango nichts im Wege.

…. und ab ins Auto.

Ich habe jetzt drei Trailtangos hinter mir mit dem Inov-8 Terraclaw 220. Für Läufer, die führen können und einen Trailrunningschuh für einen breiten Einsatzzweck suchen, ist er ein nahezu perfekter Schuh. Für Anfänger ist er meiner Meinung nach eher weniger geeignet. Auf Grund des geringen Schutzes im Zehenbereich würde ich leichte Abstriche für den Einsatz auf rein alpinen, technischen Trails machen – oder man lässt den Feindkontakt einfach bleiben. So kommt man dann mit einem blauen Auge und nicht mit blauen Zehen davon. Der Schuh macht definitiv Spaß und wird mich noch auf vielen Geländeläufen begleiten – vermutlich auch in den Alpen. Olé!

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Gear Tipp: Ortovox Rock’n’Wool Long Pant

19. Juli 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Philip stand vor kurzem vor der Herausforderung die perfekte lange Unterhose zu finden. Diese sollte ihn bei Skitouren, Hochtouren aber auch beim Joggen begleiten und stellt damit gleich eine dreifache Herausforderung an Textilproduzenten. Nicht nur wärmen muss sie wenn es kalt ist und kühlen wenn es heiß ist, gleichzeitig muss sie auch Schnee und Wasser abweisend sein. Eben eine Multifunktionshose, die für jede Situation geeignet ist.

Philip hat sich für den Kauf einer Ortovox Rock’n’Wool Long Pants entschieden. Warum, erfahrt ihr im folgenden Gear-Tipp.

Erste Gedanken:

Sportler schwitzen. Der Eine mehr, der Andere weniger. Aber das bringt Sport eben mit sich, damit unser Körper sich auf seine korrekte Temperatur regulieren kann.

Dazu gibt unser Kühlsystem Feuchtigkeit ab. Dieses austretende Wasser hält die Temperatur der überschüssigen Körperwärme, trägt diese nach außen und verdunstet. Dadurch entsteht Verdunstungskälte.

Doch nun kommt das Problem: Sobald wir die Belastung unterbrechen, beispielsweise am Gipfel, bei einer Pause, oder am Standplatz auf Klettertouren fährt der Körper den Puls runter und kommt zur Ruhe. Somit wird keine weitere Wärme produziert.

Ein möglicherweise durchgeschwitztes Bekleidungsstück in dieser Situation wird weiterhin Feuchtigkeit nach außen transportieren. Diese Verdunstet und es entsteht Kälte am Körper. Der sogenannte „post-exercise-chill“. Dies ist besonders deutlich zu spüren bei kalten (Ski)Touren mit hoher Luftfeuchtigkeit.

 

Die Suche:

Aus diesem Dilemma resultiert, dass wir besonders hohe Anforderungen an unsere First-Layer Bekleidung stellen. Diese sollen warm sein, wenn es kalt ist; kühl sein, wenn es warm ist; schnell trocknen; wenig riechen; robust und langlebig; angenehm zu tragen und nicht zu schwer sein. Um diesen Spagat zu bewältigen, gehen verschiedene Hersteller, verschiedene Wege. Zumeist verwenden Hersteller Synthetik Materialien, allerdings haben sich einige wenige Marken der Merinowolle verschrieben. Dazu gehören bekannte Marken wie Icebreaker, Ortovox, Smartwool und Woolpower.

Nun, je nachdem was man will und was man sucht, beginnt nun eine Glaubensfrage, welchen Artikel und welche Marke man wählen sollte.

Für mich stellte sich dieses Problem anhand der Suche nach einer langen Unterhose, die ich als First-Layer unter einer Softshell-Hose bei Skitouren, oder auf kalten Hochtouren in den Schweizer Bergen tragen könnte. Daneben wollte ich die Unterhose auch noch beim Joggen tragen können, wenn der Frühling sich noch von seiner kalten Seite zeigt, oder ich mir im Winter mal was anderes überstreifen möchte, als immer nur die gleiche Hose. Eine drei Jahreszeiten Unterhose also, die mir mehr Spielraum eröffnet meine Bekleidung zu kombinieren und ein bisschen rumzutricksen.

Das Produkt und seine Vorteile:

Nach der oben genannte Suche habe ich mich für die Ortovox Rock’n’Wool Long Pants entschieden und somit meine eigene Glaubensfrage für Merinowolle entschieden. Die Rock’n’Wool Serie von Ortovox will neue bunte Farben in seine Unterwäsche bringen und weg von dem normalen schwarz oder grau anderer Funktionsunterwäsche. Darüberhinaus ist die Ortovox Rock’n’Wool Long Pant angenehm zu tragen. Dies liegt daran, dass Merinowolle eine durchschnittliche Faserstärke von 16,5 bis 24 Mikron aufweist. Zum Vergleich: Haare haben eine Faserstärke von 30 Mikron. Gröbere oder synthetische Fasern können bei Personen mit empfindlicher Haut reizend wirken.

Ein weiterer Vorteil der Merinowolle liegt in ihrer starken Kräuselung und den damit entstehenden Windungen, wodurch Luft zwischen Körper und der Außenseite der Ortovox Rock’n’Wool Long Pant gehalten wird. Da Luft ein guter Wärmespeicher ist, wärmt die Ortovox Rock’n’Wool Long Pants, wenn es kalt ist und kühlt, wenn es heiß ist. Gerade im Sommer können die einzelnen Fasern der Merinowolle einen hohen Anteil von Feuchtigkeit aufnehmen und leiten diese von der Haut weg.

Diese Eigenschaften hat Ortovox dem Ausbruch aus dem alten Produktionsschemata der bisherigen Herstellung zu verdanken. Bis dato wurden die Wolle entweder in der Stärke 150 g/m² für den Sommer, oder in der Stärke 200g/m² für den Winter verkauft. Die Ortovox Long Pants hat eine Stärke von 185g/m², was sie in einem mittleren Bereich zu einem ausgewogenes Kleidungsstück macht.

Das Allerbeste ist, dass die Ortovox Rock’n’Wool Long Pant auch dann wärmt, wenn sie nass ist. Dieser Vorgang ist die erstaunlichste Fähigkeit von Merinowolle. Die Wolle kann eine hohe Menge an Wasserdampf im Inneren der Fasern aufnehmen, während die Faseroberfläche wasserabweisend wirkt. Dadurch fühlt sich die Wolle auch bei schweißtreibenden Aktivitäten trocken und warm an und bei der Aufnahme des Wasserdampfes durch den Faserkern wird Absorptionwärme erzeugt. Bei kaltem Wetter wärmt diese lange Unterhose somit auch aktiv.

Fazit:

Nach einigen Wochen des Testens sowohl beim Joggen als auch auf Skitouren bin ich sehr zufrieden mit dieser Hose. Sie hält nicht nur die oben genannten funktionalen Eigenschaften, die sie verspricht, sondern ist auch auf der Hütte oder beim Joggen unter der kurzen Hose ein absoluter Hingucker.

Somit eine rundherum positive Kaufempfehlung.

 

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Gear Tipp: Vaude – Badile Pants II – Tourenhose

28. Juni 2016
Ausrüstung, Gear-Tipp!

Bergfreund Philip stellte sich vor kurzem die Frage: Was für eine Hose sollte man in jeder Ausrüstungsgarage eines ambitionierten Bergsportlers vorfinden? Natürlich, die Allroundhose. Die Hose, die sowohl auf Hochtouren, Skitouren und zum Klettern eingesetzt werden kann. Die Hose, die sowohl windabweisend, wasserabweisend als auch hoch atmungsaktiv ist. Kurz gesagt eine Hose, die unter allen Bedingungen und auf allen Touren Spaß machen soll und dem Benutzer alle Möglichkeiten offen lässt.

Philip hat sich für den Kauf einer Vaude – Badile Pants II – Tourenhose entschieden. In seinem Gear-Tipp erfahrt Ihr mehr über den Alleskönner!

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Gear-Tipp: Edelrid – Jul 2 – Sicherungsgerät

19. Mai 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Andreas war vor kurzem auf der Suche nach einem neuen Sicherungsgerät. Bisher sicherte er ausschließlich mit dem Petzl – Reverso 4 (Tube-Prinzip). Nun sollte ein Umstieg auf einen Halbautomaten folgen. Einige Erfahrung hat er bereits durch DAV-Kletterkurse und verschiedene Kletterpartner mit diversen Geräten gemacht. Darunter Petzl – GriGri 2, Climbing Technology – Click-Up, Mammut – Smart (Autotuber) und Co. Nach längerem Einlesen in die Materie und Abwägen der Pros und Contras der verschiedenen Geräte hat er sich letztlich für das Edelrid – Jul 2 – Sicherungsgerät entschieden.

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Gear-Tipp: Ortovox – Merino Competition Serie

14. April 2016
Ausrüstung, Gear-Tipp!

Zahlreiche Redaktionen ernennen die Merino Competition Produkte von Ortovox immer wieder zu ihren Lieblingsprodukten. Nicht zu unrecht, denn die innovative Kombination aus Merinowolle und Kunstfasern sorgt für ausgezeichnete Performance-Werte bei herausstechendem Tragekomfort.

Zu dieser Erkenntnis kam auch Bergfreund Alexander, der in seinem Gear-Tipp die Merino Competition Serie von Ortovox vorstellt.

 

 

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Gear-Tipp: Ortovox Merino (MI) Fleece Serie

23. März 2016
Gear-Tipp!

Ortovox hat mit seinem ersten Merino Fleece Produkt die Kategorie Midlayer geradezu revolutioniert. Erstmals kam eine brauchbare Alternative zur klassischen Fleecejacke auf, bei der Wolle und synthetische Stoffe nicht in sich gemischt, sondern in einem zweilagigen Verbund kombiniert werden.

Bergfreund Alexander ist ein großer Fan der Merino Produkte und möchte Euch in seinem Gear-Tipp Merino Fleece von Ortovox erklären, warum er nur noch selten ohne diese Midlayer aus dem Haus geht.

 

 

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