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Kletterschuhe. Foto: Norröna

Wie trockne ich meine Schuhe richtig?

18. Februar 2017
Pflegetipps

Für eine möglichst lange Lebensdauer von Schuhen kommt es neben der richtigen Wäsche und Reparatur auch auf die passende Lagerung, den Transport, die spezielle Pflege bestimmter Materialien und die Trocknung an. Um letzteres soll es hier gehen. Wir geben Tipps, wie Du Schuhe schnell und schonend trocknest, damit die lieben Treter auch so bleiben, wie sie sein sollen.

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Alles wissenswerte zu Merinowolle

Merinowolle – die Funktionsfaser im Detail

15. Februar 2017
Ausrüstung

Ende der 1980er Jahr hielten viele Outdoor-Fans Funktionskleidung aus Kunstfaser für das Nonplusultra – nachdem „normale“ Wolle und Baumwolle wegen „Unbrauchbarkeit“ ausgedient hatten. Damals setzten nur einige wenige Pionier-Firmen im Outdoor-Bereich wie Icebreaker, Smartwool, Woolpower und Ortovox auf Merinowolle. Inzwischen haben jedoch fast alle Outdoor-Bekleidungshersteller Produkte aus dieser „neuen Wolle“ im Angebot. Das Merinoschaf ist sozusagen zum Lieblingstier vieler Sport- und Outdoor-Begeisterter geworden. Wer einmal ein Kleidungsstück aus Merinowolle anhatte, wird darauf nicht mehr verzichten wollen. Doch was hat es mit dieser High-Tech-Faser aus der Natur auf sich? Im Folgenden wollen wir uns die Merinowolle und ihre Eigenschaften einmal genauer anschauen:

Woher kommt Merinowolle?

Merinowolle ist ein Naturprodukt, das aus der Wolle von Schafen gewonnen wird – und zwar aus der Wolle der Merinoschafe. Die Tiere stammen ursprünglich aus den nordafrikanischen Hochebenen des Atlas-Gebirges und zählen heute zu den ältesten und widerstandsfähigsten Schafrassen der Welt. Merinoschafe lebten dort unter extremen, oft widrigen Wetterbedingungen, wie man sie nur im Gebirge vorfindet, wenn man dort alle vier Jahreszeiten am Stück verbringt. So mussten sie – und müssen dies etwa in den neuseeländischen Südalpen auch heute noch – extreme Temperaturschwankungen von minus 20 bis plus 35 Grad aushalten. Deshalb besitzen sie ein Fell, das an solche harschen Bedingungen perfekt angepasst ist. Im Mittelalter gelangten die Schafe schließlich nach Spanien, wo ihre Wolle als wertvolle „spanische Wolle“ verkauft wurde. Im 18. Jahrhundert wurden die ersten Merinoschafe daraufhin nach Australien exportiert, welches sich mittlerweile neben anderen Wolle-produzierenden Ländern wie Neuseeland, Südafrika und Südamerika zum größten weltweiten Exporteur dieses kostbaren Guts entwickelt hat.

Was sind die Eigenschaften von Merinowolle?

Merinowolle besitzt von Natur aus einige sehr vorteilhafte Eigenschaften:

  • Sie kratzt nicht.
  • Sie wärmt, wenn es kalt ist.
  • Sie kühlt, wenn es warm ist.
  • Sie wärmt in feuchtem Zustand.
  • Sie entwickelt auch nach mehrmaligem Tragen keine unangenehmen Gerüche.
  • Sie ist wasser- und schmutzabweisend.
  • Sie ist besonders leicht bei hoher Wärmeleistung.
  • Sie verfügt über einen natürlichen UV-Schutz.
  • Sie lädt sich nicht elektrostatisch auf.
  • Sie ist schwer entflammbar.
  • Sie knittert nicht.

Natürlich sind alle diese Eigenschaften optimal, wenn es darum geht, Funktionskleidung für Outdoor-Aktivitäten herzustellen. Zunächst wollen wir uns aber die wichtigsten Eigenschaften im Detail anschauen und ergründen, warum Merinowolle diese eigentlich besitzt.

Warum kratzt Merinowolle nicht?

Merinoschafe gehören zur Rasse der Feinwoll-Schafe. Das Fell dieser Schafe besteht aus besonders feinen, weichen und stark gekräuselten Haaren mit einer Faserstärke von lediglich 16,5 bis 24 Mikron (die Faserstärke von Wollfasern wird in der Einheit Mikron angegeben; 1 Mikron entspricht 1 Mikrometer, d.h. 1 Tausendstel Millimeter). Damit sind die Fasern der Merinowolle in etwa nur halb so dick wie „normale“ Wollfasern und nur ein Viertel so dick wie ein menschliches Haar. Je feiner Wollfasern nun sind, desto stärker krümmen sie sich, wenn sie die Haut berühren. Während sich dickere Wollfasern kaum krümmen, kräuseln sich Merinofasern mit bis zu 40 Richtungsänderungen pro Zentimeter. Dadurch werden die Nervenenden der Haut deutlich weniger gereizt, und es entsteht kein unangenehmes Jucken. Die menschliche Empfindlichkeitsgrenze, ab der Fasern als kratzend empfunden werden, liegt bei etwa 25 Mikron. Deshalb wird normale Wolle als kratzend empfunden, während Merinowolle sich angenehm weich auf der Haut anfühlt.

Warum wärmt Merinowolle, wenn es kalt ist?

Merinowolle besitzt eine hervorragende Isolationsfähigkeit bei Kälte. Dies liegt in der genialen Struktur der Merinofasern begründet. Die Fasern der Merinowolle bestehen – bezogen auf ihr Gesamtvolumen – bis zu 85% aus Luft. Die feinen und wellenartigen Fasern liegen dabei so locker aufeinander, dass sich zwischen ihnen Luftkammern bilden können. Und da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, isoliert sie hervorragend – sowohl gegen Kälte als auch gegen Wärme.

Der Effekt ist vergleichbar mit einem Fenster, das eine Doppelglasscheibe besitzt. Die zwischen den beiden Scheiben liegende Luft wirkt isolierend – sowohl im Winter als auch im Sommer. Merinowolle wärmt also nicht von sich aus, aber sie verhindert durch den Einschluss isolierender Luftpolster, dass die eigene Körperwärme entweichen kann. Sie hält die Wärme unseres Körpers dort, wo wir sie brauchen, wenn die Umgebungstemperatur kalt ist. Zusätzlich besitzen die Merinofasern aufgrund ihrer starken Kräuselung weniger Kontaktpunkte mit der Haut und leiten dadurch weniger Wärme ab. Zusammengefasst: Der Vorteil der gekräuselten Fasern der Merinowolle besteht darin, dass mehr isolierende Luft gebunden und weniger Wärme abgegeben wird.

Warum kühlt Merinowolle, wenn es warm ist?

Unser menschlicher Körper besitzt eine natürliche Klimaanlage. Bei warmen Umgebungstemperaturen oder bei intensiver körperlicher Aktivität fangen wir an zu schwitzen. Der Körper sondert Feuchtigkeit in Form von Schweiß ab, um sich abzukühlen und die Körpertemperatur auf einem konstanten Niveau zu halten.

Merinowolle kann diese körpereigene Funktion auf optimale Weise unterstützen. Sie funktioniert wie eine zweite Haut, die die Kühlwirkung noch verstärkt. Denn einerseits isolieren die Luftpolster der Merinofasern nicht nur gegen kalte, sondern auch gegen warme Umgebungsluft. Und andererseits verhalten sich die Fasern Feuchtigkeit gegenüber einzigartig. Ihr Feuchtigkeitsmanagement ist bisher von keiner künstlich entwickelten Textil-Faser je erreicht worden. Die Fasern der Merinowolle können bis zu einem Drittel ihres eigenen Trockengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen – bei Kunstfasern liegt der Wert unter zehn Prozent. Ihr hohes Feuchtigkeitsaufnahmevermögen verdanken die Fasern ihrer chemischen Struktur. Sie sind hygroskopisch – das heißt, sie können Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf binden, und zwar besonders viel und besonders schnell. Schweiß oder Regennässe werden über ein Fasernetzwerk kleinster Kanäle schnell ins Faserinnere transportiert.

Gleichzeitig bleibt die Faseroberfläche trocken, da sie wasserabstoßend ist. Deshalb fühlt sich Merinowolle auch dann noch trocken an, wenn sie viel Feuchtigkeit in ihr Faserinneres aufgenommen hat. Genial, oder? Die hygroskopischen Fasern funktionieren wie ein Speicher, der dazu dient, die Feuchtigkeitsschwankungen in der Umgebung optimal ausgleichen zu können.

Warme Umgebungsluft sorgt nun dafür, dass die ins Faserinnere aufgenommene Feuchtigkeit an der Außenseite des Kleidungsstücks verdunstet. Für den Prozess der Verdunstung – also den Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand – benötigen die Wassermoleküle jedoch Energie. Und diese entziehen sie dem nächstgelegenen „Körper“ – also den Merinofasern – in Form von Wärme. Die Fasern kühlen ab, mit ihnen dann auch die Haut und der eigene Körper. Dieser Prozess nennt sich Verdunstungskälte, und er bewirkt ein angenehm kühlendes Gefühl auf der Haut.

Kunstfasern dagegen können – wie bereits angedeutet – fast keine Feuchtigkeit in ihrem Faserinneren speichern. Dies hat einen besonders schnellen Abtransport der Feuchtigkeit nach außen zur Folge. Dadurch entsteht ein Wärmestau, und der Körper reagiert mit einer Erhöhung der Schweißproduktion, um eine Abkühlung zu bewirken. Dies kostet natürlich entsprechend mehr Energie, die dann für die Leistungsfähigkeit – beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten – nicht mehr zur Verfügung steht. Studien der Universität Graz konnten bereits einen höheren Laktat-Anstieg bei Sportlern nachweisen, die Kunstfaser-Textilien trugen. Alles in allem trägt die natürliche Funktion der Merinowolle also auch zu einer höheren Leistungsfähigkeit des Körpers bei – was will man mehr?

Warum wärmt Merinowolle auch in feuchtem Zustand?

Im Vergleich zu Baumwolle oder Kunstfasern behält Merinowolle ihre guten Materialeigenschaften auch im feuchten Zustand bei. Anders als ein Baumwoll-Shirt klebt ein Merino-Shirt nicht unangenehm auf der Haut, wenn es feucht wird. Und in einem verschwitzen Kleidungsstück aus Merinowolle erlebt man auch kein unangenehmes Frösteln, wie dies bei der Gipfelpause in einem Synthetik-Shirt der Fall ist. Aber womit hängt das zusammen?

Letztlich liegt auch dieser wärmenden Wirkung in feuchtem Zustand die Fähigkeit der Merinofasern zu Grunde, Feuchtigkeit absorbieren zu können. Bei der Feuchtigkeitsaufnahme läuft ein sogenannter exothermer Prozess ab, bei dem Absorptionswärme entsteht. Das heißt, die Fasern erwärmen sich bei der Aufnahme von Feuchtigkeit. Klingt unglaublich? Ist aber wahr! Merinowolle wärmt aktiv, solange sie Feuchtigkeit aufnimmt. Denn die Eiweißmoleküle der Merinofasern setzen beim Aufeinandertreffen mit Wassermolekülen Energie in Form von Wärme frei – und zwar so viel, dass die Temperaturerhöhung, je nach Faserqualität, bis zu zehn Grad betragen kann.

Dieser Prozess vollzieht sich solange, bis die Wollfasern mit Wassermolekülen gesättigt sind. Ein leicht feuchtes Merino-Baselayer kann also Wärme erzeugen, ein völlig vom Regen durchnässtes natürlich nicht mehr. Aber selbst dann hält das Merino-Teil noch warm – bedingt durch die bei Bewegung mechanisch entstehende Reibungswärme der Fasern. Aber: Bei leichtem, einsetzenden Regen macht es tatsächlich Sinn, kurz mit dem Anziehen einer Regenjacke zu warten. Denn ein leichtes Nasswerden des Merino-Shirts sorgt ja dafür, dass dieses mit der Produktion von angenehmer Wärme beginnt.

Am besten funktioniert der wärmende Prozess natürlich, wenn die Funktionskleidung aus Merinowolle vorher vollkommen trocken ist, denn dann können die Fasern ihr Potential der Feuchtigkeitsaufnahme am besten ausschöpfen. Deshalb macht es Sinn, die Kleidungsstücke vor dem Beginn einer Outdoor-Unternehmung vollständig zu trocknen – vor allem, wenn die Unternehmung im Winter stattfinden soll. Am besten geht das natürlich in einem warmen Raum mit möglichst niedriger Luftfeuchtigkeit, wie dies in einem mit Ofen oder Heizungsluft erwärmten Raum der Fall ist. Wechselkleidung aus Merinowolle packt man dann möglichst vor der Tour in einen wasserdichten Packsack oder eine Plastiktüte, damit die Wollfasern nicht schon während der Tour Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnehmen können. Schließlich sollen sie ja erst dann anfangen zu wärmen, wenn man das Kleidungsstück anzieht!

Warum riecht Merinowolle auch nach mehrmaligem Tragen nicht unangenehm?

Der unangenehme Geruch, den wir oft nach dem Schwitzen an uns und unseren Kleidungsstücken wahrnehmen, entsteht nicht durch den Schweiß selbst. Frisch gebildeter Schweiß ist geruchslos. Wir fangen erst dann an zu stinken, wenn die Hautbakterien beginnen, den Schweiß in seine Einzelteile zu zersetzen. Schweiß dient ihnen als Nahrungsgrundlage, und sie vermehren sich besonders gerne in warmen und feuchten Regionen – beispielsweise in den Achselhöhlen. Natürlich setzen sich Schweiß und Hautbakterien auch in unseren Kleidungsstücken ab, sodass diese – zumindest, wenn sie aus Kunstfasern bestehen und keine geruchshemmende Behandlung besitzen – irgendwann auch anfangen, unangenehm zu riechen. Warum sollte das also bei Kleidungsstücken aus Merinowolle anders sein?

Kunstfasern besitzen eine glatte Oberfläche, auf der sich Schweiß und Bakterien besonders gut anhaften können. Merinofasern hingegen verfügen über eine schuppige Oberfläche, die man sich wie ein Dach mit Ziegeln vorstellen kann. Darauf haben die Bakterien keine Chance. Außerdem nehmen die Fasern die Feuchtigkeit des Schweißes so schnell auf, dass die Bakterien gar nicht erst dazu kommen, den Schweiß abzubauen. Die wasserabweisende Faseroberfläche lässt es auch nicht zu, dass ein feuchtes Klima entsteht, welches die Bakterien für ihr Wachstum benötigen würden.

Und schließlich verfügen die Wollfasern über ein bestimmtes Faserprotein (wie alle tierischen Haare) – das Keratin –, das die für den üblen Geruch verantwortlichen Bakterien einfach abbaut. Merinowolle wirkt also auf natürliche Weise antibakteriell – und zwar dauerhaft, denn die Wirkung lässt nicht nach. An diese geniale biologische Funktion kommen selbst die in Kunstfasern eingearbeiteten Silberionen, die der Geruchshemmung dienen sollen, nicht heran. Damit aber nicht genug! Um diese Wirkungsweise zu perfektionieren, verfügen Merinofasern außerdem über einen mechanischen Selbstreinigungseffekt. Denn der Kern der Fasern besteht aus zwei verschiedenen Zelltypen, die unterschiedliche Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen können. Bei der Feuchtigkeitsabsorption schwellen sie deshalb ungleich stark an. Dadurch entsteht ein konstanter Reibungsprozess, durch den sich die Faser immer wieder von selbst reinigt.

Warum ist Merinowolle wasser- und schmutzabweisend?

Auch wenn Merinofasern in ihr Faserinneres relativ große Mengen an Feuchtigkeit aufnehmen können, ist ihre Faseroberfläche wasser- und schmutzabweisend. Denn dort besitzt die Faser das Wollfett Lanolin. Bei der Verarbeitung der Wolle wird zwar ein großer Teil davon herausgewaschen, ein Rest verbleibt jedoch auf den Fasern. Das Wollfett wirkt wie eine Schutzschicht. Dreck und Gerüche bleiben an der Faseroberfläche hängen und dringen nicht in sie ein. Lanolin kann außerdem schmerzlindernd bei rheumatischen Gelenkbeschwerden wirken, weshalb Menschen mit dieser Problematik ebenfalls gerne zu Wollkleidung greifen. Durch die starke Kräuselung der Fasern haben Wassertropfen zudem nur eine sehr geringe Angriffsfläche und perlen aufgrund ihrer Oberflächenspannung einfach ab. Dies funktioniert genauso wie bei bestimmten Pflanzen, die mit ihren feinen Härchen an der Oberfläche dafür sorgen, dass Wassertropfen abperlen.

Merinowolle im Outdoor-Bereich – Gibt es nur Vorteile? Oder auch Nachteile?

Über die Vorteile von Merinowolle im Outdoor-Bereich brauchen wir uns wohl nicht mehr viele Gedanken machen. Aus den oben genannten Gründen dürfte einleuchtend hervorgehen, dass sich diese „High-Tech-Wolle“ insbesondere für den Outdoor-Bereich hervorragend nutzen lässt. Zusammenfassend sind Merinofasern also wahre Multitalente, die in jeder Situation das tun, was gerade benötigt wird – sie wärmen bei Kälte, sie kühlen bei Wärme, sie wärmen im nassen Zustand, sie entwickeln keine unangenehmen Gerüche, und zu guter Letzt fühlen sie sich auch noch angenehm auf der Haut an. Mit dieser Flexibilität sind Kleidungsstücke aus Merinowolle natürlich perfekt für Outdoor-Unternehmungen geeignet. Denn egal, ob es draußen warm, kalt, nass oder trocken ist – wer in der Natur unterwegs ist, braucht flexible Kleidung, die genauso flexibel ist, wie das Wetter, dem wir uns aussetzen.

Vor allem die temperatur- und klimaregulierenden Eigenschaften der Merinowolle sind in vielen Outdoor-Situationen von großem Vorteil. Die Körpertemperatur bleibt trotz unterschiedlicher Temperaturbedingungen und unterschiedlicher Aktivitätslevel immer auf einem angenehmen Niveau. Und diese Bedingungen hat man oft – gerade bei alpinen Unternehmungen. Wetterumschwünge oder Temperaturschwankungen spielen eine große Rolle, wenn man viele Höhenmeter zurücklegt. Schwitzt man im Tal womöglich noch, beginnt man auf dem luftigen Grat vielleicht schon leicht zu frösteln. Und wenn dann noch die Pause am Gipfel dazu kommt, ist ein Material, was auch in feuchtem Zustand wärmen kann, von unschätzbarem Wert. Auch für Aktivitäten wie Radfahren, Skitourengehen oder Skifahren, bei denen man bergauf und bergab sehr unterschiedliche Aktivitätslevel und Temperaturbedingungen vorfindet, eignet sich die temperaturausgleichende Wolle vorzüglich.

Die geruchshemmende Eigenschaft von Merinowolle ist besonders dann von Vorteil, wenn man länger unterwegs ist und keine Möglichkeit zum Waschen hat. Gerade auf einer Trekkingtour oder Backpacking-Reise, bei der man mit möglichst leichtem Gepäck unterwegs ist, möchte man Merino-Kleidung dabei haben, die man oft unbegrenzt lange anziehen kann. Es dauert schließlich seine Zeit, bis diese so stark riechen, dass man das Bedürfnis hat, sie zu waschen. Außerdem knittert der Stoff eines Merino-Shirts dank der elastischen Fasern auch dann nicht stark, wenn man es tagelang in einen Rucksack quetscht.

Grundsätzlich gibt es für die Verwendung von Kleidungsstücken aus Merinowolle im Outdoor-Bereich fast keine Grenzen. Egal ob man beim Trailrunning, Klettern, Yoga oder auch im Alltag unterwegs ist – das Material ist einfach überall toll. Ein paar Nachteile sollen aber dennoch nicht unerwähnt bleiben. Die Merinofasern sind nicht ganz so mechanisch belastbar, robust und reißfest wie andere Natur- oder Kunstfasern.

Gerade wenn man ein Shirt aus reiner Merinowolle direkt unter einem schweren Rucksack trägt, kann es zu Beschädigungen am Stoff kommen. Wenn Gewicht und Packmaß eines Kleidungsstücks die wichtigsten Kriterien für die Auswahl sind, schneiden Textilien aus Kunstfasern meist besser ab. Und auch die Trocknungszeiten sind in der Regel schneller. Manchmal werden Kleidungsstücke aus reiner Merinowolle trotz ihrer kühlenden Eigenschaften im Sommer als zu warm empfunden. Und zu guter Letzt gibt es besonders empfindliche Menschen, die auch Merinowolle als kratzend empfinden.

Die Textil-Industrie im Outdoor-Bereich hat jedoch mittlerweile Lösungsmöglichkeiten gefunden, um die genannten Nachteile von Textilien aus Merinowolle zu beseitigen – und zwar mit der Verwendung von sogenanntem Mischgewebe.

Welche Arten von Mischgewebe gibt es?

Der aktuelle Trend im Outdoor-Bereich geht dahin, Merinofasern mit anderen Naturfasern wie Seide oder mit Kunstfasern zu kombinieren. Bei den Kunstfasern werden einerseits synthetische Fasern wie Polyamid und Polyester verwendet, neuerdings aber auch Kunstfasern, die aus natürlichen Zellstoffen künstlich hergestellt werden – wie Lyocell oder Modal. Auf diese Weise sollen die Stärken der einzelnen Natur- und Kunstfasern vereint werden, um das Beste aus beiden Welten herauszuholen. Je nach Hersteller und Einsatzgebiet kommen dabei unterschiedliche Materialien zum Einsatz.

Icebreaker setzt beispielsweise seinen Merino-Baselayern einen kleinen Anteil Elasthan hinzu. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Mischgewebe, sondern eine Sandwich-Konstruktion, die erlaubt, dass auf der Haut nur reine Merinowolle aufliegt. Durch den Elasthan-Zusatz werden die Stoffe reißfester und widerstandsfähiger, da sich der Stoff bei mechanischer Belastung stärker dehnen kann, anstatt zu reißen. Da auf diese Weise noch feinere Wollfasern verwendet werden können, fühlt sich der Stoff gerade für empfindliche Personen angenehmer an, als Stoffe aus reiner Merinowolle. Gleichzeitig besitzt der Stoff einen angenehmen Stretch-Effekt sowie eine meist körpernahe Passform.

Von Ortovox und Icebreaker gibt es außerdem Kollektionen, in denen Lyocell-Fasern gemeinsam mit Merinowolle verwendet werden. Lyocell ist die generische Faserbezeichnung für eine Faser, die aus Bambusholz hergestellt wird. Von dem österreichischen Faserhersteller Lenzing AG wird sie unter der Markenbezeichnung Tencel vertrieben. Durch die Zugabe von Lyocell bzw. Tencel besitzt der Stoff einen angenehm kühlenden Effekt auf der Haut, was natürlich besonders im Sommer von Vorteil ist. Die Lyocell-Fasern haben eine besonders hohe Grundfeuchte, die sich aber nicht nass, sondern kühlend auf der Haut anfühlt. Außerdem ist das Material strapazierfähiger und langlebiger.

Modal wird beispielsweise von Ortovox in Ergänzung zur Merinowolle verwendet. Modal wird aus Buchenholzzellulose hergestellt und besitzt eine besonders glatte Oberfläche. Dadurch fühlen sich Stoffe mit Modal sehr weich an und besitzen eine seidenartige Haptik. Besonders empfindliche Menschen haben daran ihre Freude.

Falke und Engel produzieren Outdoor-Kleidungsstücke mit einem Mix aus Merinowolle und Seide. Auch diese Textilien fühlen sich sehr weich und angenehm auf der Haut an. Außerdem verleiht Seide den Kleidungsstücken einen schimmernden Glanz.

Wenn man Kleidungsstücke aus Mischfaser wählt, sollte man jedoch genau hinschauen: Denn Mischfasern können aus zwei Gründen verwendet werden: entweder, um die Funktionalität des Materials zu verbessern, oder um die Kosten zu senken, indem man ein billigeres Material verwendet. Wenn der Anteil an Merinowolle zu niedrig ist, gehen außerdem die guten Eigenschaften der Merinowoll-Fasern Stück für Stück verloren.

Wie nachhaltig ist Merinowolle?

Auch beim Thema Nachhaltigkeit lohnt es sich, beim Produktkauf genauer hinzuschauen. Denn auf der einen Seite ist Merinowolle zwar von Natur aus ein besonders nachhaltiges Material. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch bestimmte Probleme im Bereich der Tierhaltung, die zu den unschönen Seiten der Woll-Produktion gehören. Zunächst aber zu den Vorteilen von Merinowolle, was den Aspekt der Nachhaltigkeit betrifft.

Merinowolle ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff. Merinoschafe können bis zu zweimal im Jahr geschoren werden und geben bis zu zehn Kilogramm Wolle pro Tier. Außerdem ist die Herstellung und Verarbeitung im Vergleich zu der Herstellung von Kunstfasern besonders ressourcenschonend und umweltfreundlich. Kunstfasern werden auf der Basis von Erdöl hergestellt, wozu es eine Vielzahl von Chemikalien und den Einsatz großer Energiemengen benötigt. Außerdem sind Kunstfasern fast unverrottbar. Synthetik-Kleidung benötigt 30 Jahre oder mehr, bis sie sich zersetzt.

Sie muss deshalb zwangläufig nach ihrer Verwendung auf der Müllkippe landen. Produkte aus reiner Merinowolle sind dagegen ohne Rückstände biologisch abbaubar. Sie können ohne Bedenken auf den Komposthaufen geworfen werden. Ein in die Erde eingegrabenes Merino-Shirt lässt sich innerhalb von 90 Tagen vollständig kompostieren und kann dann im Garten als Dünger verwendet werden. Außerdem besitzt Merinowolle von Natur aus Eigenschaften wie ihren UV-Schutz oder die Geruchshemmung und kommt so ohne umweltschädliche chemische Zusätze aus. Denn die „Technologie“ ist ja bereits in der Faser enthalten. Zu guter Letzt schont auch die Selbstreinigungsfunktion der Merinofasern die Umwelt, da man die Kleidungsstücke nicht so häufig waschen muss.

Nicht immer steht jedoch in der Merinowoll-Produktion der Tierschutz an erster Stelle. In Australien und Neuseeland gibt es bei der Haltung der Merinoschafe das Problem des Fliegenmadenbefalls, der in der tödlichen Krankheit Myasis endet. Dabei werden die Tiere quasi von innen aufgefressen. Insbesondere bei warmen Temperaturen, wie man sie im australischen Sommer vorfindet, legen die Fliegen in den schlecht belüfteten und von Kot und Urin verschmierten Hautfalten am After ihre Eier ab. Vor allem in Australien – dem Land mit den meisten Merinowoll-Produzenten – wird leider eine brutale Methode verwendet, um den Fliegenmadenbefall zu verhindern – das sogenannte Mulesing.

Dabei wird den Lämmern im Alter von bis zu acht Wochen in einer operativen Methode ein tellergroßes Teil der Hautfalten rund um den After, den Schwanz und die Vulva herum abgeschnitten. Dies geschieht in der Regel mit einem heißen Schnittgerät, und zwar ohne Betäubung und bei vollem Bewusstsein! Die Wunden werden nicht weiter behandelt, sondern müssen von alleine heilen und vernarben.

Den Tieren werden also große Schmerzen bei dieser blutigen und verstümmelnden Prozedur zugefügt. Studien zeigen, dass die Schafe noch 113 Tage nach einem solchen Eingriff vor ihren Peinigern flüchten – so traumatisierend ist dieses Erlebnis. Bisher gibt es kaum unumstrittene Alternativen zur Lösung des Problems des Fliegenmadenbefalls. Zumal die Fliegenmaden vermutlich – ebenso wie die Merinoschafe – erst in der Kolonialzeit nach Australien und Neuseeland mit importiert wurden. Aufwändigere und teurere Methoden sind das regelmäßige Scheren der Hautfalten um den After herum, regelmäßige Kontrollen der Schafe sowie das rechtzeitige medizinische Eingreifen bei einem Befall. Tierschützer fordern daher die gezielte Zucht von Schafen mit weniger Hautfalten am Hintern. Tatsächlich wurden die australischen Merinoschafe aber bewusst so gezüchtet, dass sie mehr Hautfalten besitzen und so einen höheren Ertrag an Wolle einbringen.

Beim Kauf eines Merino-Produktes sollte man also angesichts dieser grausamen Tatsachen bewusst darauf achten, dass nur Mulesing-freie Merinowolle verwendet wurde. Dies wird beispielsweise durch das ZQUE-Siegel der neuseeländischen Merino-Industrie garantiert. Viele Hersteller wie Icebreaker oder Ortovox geben zudem sehr genau und zurückverfolgbar an, woher sie ihre Wolle beziehen. Merinowolle, die nicht aus Australien oder Neuseeland stammt, ist immer Mulesing-frei, da dort das Problem des Fliegenmadenbefalls schlicht nicht existiert.

Die meisten Hersteller von Outdoor-Produkten wie Icebreaker, Ortovox, Bergans, Woolpower, Smartwool, Rewoolution, Devold und viele andere verwenden überhaupt keine Wolle, bei der das Mulesing angewandt wurde. Wenn man sich jedoch unsicher ist, sollte man im Zweifelsfall beim Hersteller direkt oder den entsprechenden Händlern nachfragen. Auch ein sehr günstiger Preis eines Merino-Kleidungsstücks ist manchmal auf den Einsatz der Mulesing-Praktik zurückzuführen. Meistens lohnt es sich ohnehin, genau hinzuschauen und lieber etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Dafür bekommt man in der Regel aber auch einwandfreie Qualität geliefert und unterstützt nicht zuletzt die artgerechte Haltung der Merinoschafe.

Du hast noch Fragen?

Auch wenn das durch die schiere Informationsflut fast ausgeschlossen ist: Fragen entstehen. Und da es immer wichtig ist zu Fragen, kannst Du Dich natürlich gerne an unsere Experten im Kundenservice wenden. Du erreichst sie unter der Woche telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail. Alternativ kannst Du natürlich gerne auch einen Kommentar unter dem Beitrag hinterlassen.

Markenvorstellung Helly Hansen

Helly Hansen – von voluminösen Daunenjacken und Hightech-Outdoorbekleidung

14. Februar 2017
Ausrüstung

Kinder der 90er-Jahre können sich vermutlich noch gut an die wuchtigen Daunenjacken mit dem knallgelben Logo erinnern. Wann immer es kalt wurde, ging kein Weg an Helly Hansen Jacken vorbei – auch wenn man damit aussah wie ein aufgeplusterter Hahn. Damals musste das so sein. Die 90er lassen wir aber mal lieber schnell hinter uns – modetechnisch ohnehin eine schlimme Zeit. Darum soll es in diesem Beitrag aber auch gar nicht gehen, stattdessen wollen wir uns lieber mal ansehen, was aus Helly Hansen geworden ist.

Helly Hansen – Aye, Captain!

Schon lange bevor die fetzigen Jacken zur fragwürdigen Modeerscheinung wurden, startete die Geschichte der norwegischen Marke – und zwar im Jahre 1877, als Captain Helly Juell Hansen die Idee hatte, seine Jacke aus Baumwollplane mit Leinöl zu behandeln und somit eine wasserdichte Oberbekleidung erschuf, die dem harschen nordischen Wetter trotzte. Die Idee brachte ihm dann prompt ein Jahr später einen Preis auf der Weltausstellung in Paris ein.

Lange Zeit war es danach ruhig, bis schließlich Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts die nächste Innovation anstand: Mit dem Aufkommen der chemischen Industrie und immer neuer Beschichtungsmethoden, wurden die ehemals geölten Jacken, nun mit einer Schicht aus dünnem PVC überzogen, welche die Wetterbeständigkeit nochmals verbesserte. 1961 folgte die erste Fleecejacke, in den 70iger Jahren fanden technische Baselayer den Weg in die Produktpalette und wie schon erwähnt – spätestens seit den 90iger Jahren ist die norwegische Marke mit den Daunenjacken auch international bekannt.

Doch Mode ändert sich – zum Glück – und irgendwann verschwanden die zwei großen H’s wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung. Nicht aber aus der Outdoor-Szene, denn dort hatte sich Helly Hansen längst einen festen Platz erkämpft. Vor allem im Segelsport, aber auch am Berg überzeugen die Produkte nicht mehr nur durch auffällige Optik sondern doch optimierte Performance und erstklassige Materialauswahl.

Gekommen, um zu bleiben

Egal ob Bergsteiger, Segler oder Winterwanderer – Helly Hansen bietet für viele Spielarten des Outdoorlebens passende Ausrüstung. Dafür wurden unterschiedliche Technologien entwickelt, aus denen Bekleidung für verschiedene Bereiche optimal angepasst werden kann:

  • Helly Tech Professional: Die klassische 3-Lagen-Membran. Robust mit hoher Atmungsaktivität und hoher Witterungsbeständigkeit
  • Helly Tech Performance: Ebenfalls absolut wasserdicht und gleichzeitig extrem atmungsaktiv.
  • Helly Tech Protection: Wasser- und winddichtes Material für alle Herausforderungen des Alltags.
  • Spray Tech Protection: Eine wasserdichte Beschichtung ideal für leichtes Schmuddelwetter
  • H2Flow: Eine spezielle Belüftungstechnologie, dank der der Körper noch zuverlässiger herunter gekühlt aber auch isoliert werden kann. Sie beinhaltet eine Kombination aus Lufttaschen, Ventilationsreißverschlüssen und Body-Mapping

Kombiniert werden die Eigengewächse mit bestehenden Technologien wie Primaloft oder Polartec, um das Beste für den Sportler rauszuholen. Schließlich muss man das Rad ja nicht komplett neu erfinden.

Die Briten und Helly Hansen

Die Briten haben ein besonderes Verhältnis zu der Marke Helly Hansen. Denn auf der Insel sind die funktionellen Baselayer bekannt als „Smelly Hellys“. Allerdings keineswegs im negativen Sinne. Ganz im Gegenteil, die Unterwäsche ist in der Outdoor-Community sehr beliebt, auch wenn der Name zunächst anderes vermuten lässt. Ich habe nicht näher recherchiert, wann und unter welchen Umständen der Spitzname entstanden ist. Ich denke jedoch, mit ein wenig Phantasie kann man sich das selbst ganz gut herleiten.

Wenn ihr jetzt auch heiß auf eure eigenen Smelly Hellys seid oder einfach zuverlässige Outdoor-Bekleidung für Berg- und Wassersport sucht, dann schaut mal in unseren Helly Hansen Markenshop rein. Zur Info vorab: Leider (oder zum Glück) sind keine 90er-Jahre-Daunenjacken mehr im Sortiment dabei.

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: MSR – Dromedary Bag – Wasserbeutel

7. Februar 2017
Gear-Tipp!

Bergfreund Johannes gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Wenn er in die Natur geht, erwartet er, dass seine Ausrüstung mit ihm mithalten kann. Egal ob bei Wanderungen, beim Bergsteigen oder Camping – robust und widerstandsfähig muss sie sein. In seinem Gear Tipp erklärt er, warum der MSR – Dromedary Bag – Wasserbeutel seine Erwartungen sogar übertroffen hat.

Ich persönlich habe eine klare Schwäche für Ausrüstungsstücke, bei denen man einfach sicher weiß, dass man sie in fast jeder erdenklichen Situation schinden und auch bei extremsten Bedingungen verwenden kann und sie einem trotz allem den Dienst niemals versagen. Also Ausrüstung, für die man sich entscheiden würde, wenn man damit bis zum Ende seiner Tage in die Wildnis gehen würde.

Nein… dies ist kein Gear Tipp für einen Klappspaten oder eine Axt. MSR hat es tatsächlich geschafft einen Wassersack zu entwerfen, der der obigen Beschreibung erstaunlich nahe kommt: Der Dromedary Bag.

Er kommt in den Größen 2, 4, 6 und 10 Liter. Ich persönlich habe den 10 Liter Sack seit vielen Jahren im Gebrauch und benutze ihn als kompaktes Wasserreservoir welches ich, für optimale Gewichtsverteilung an der Rückenseite meines Rucksackes tragen kann und welcher mich – unverwüstlich wie er ist – zuverlässig mit viel, viel Wasser versorgt.

Die technischen Features sind einfach: extrem robust, von Grund auf gut durchdacht und funktionell, sodass für mich kein Wunsch zur Verbesserung offen bleibt:

1. Das Cordura Nylon Außenmaterial ist reiß- und abriebfest und kommt mir unverwüstlich vor. Man kann den Sack bedenkenlos gefüllt als Sitzkissen benutzen oder mehrere Meter tief fallen lassen. Spitze Steine und Dergleichen können dem Material allem Anschein nach nichts anheben. Wer’s nicht glaubt, findet im Internet Testvideos, in denen der Sack vor laufender Kamera malträtiert wird und dabei unbeschadet bleibt.

2. Der Trinkverschluss hat drei verschiedene Dosierungsmöglichkeiten: einen dünnen, sparsamen Strahl, den man auch als direktes Trinkventil benutzen kann; einen flaschenhalsgroßen Schraubverschluss zum Gießen; sowie einen Breiten auffüll- und reinigungstauglichen Verschluss. Das ganze wird von einem Henkel direkt an den Öffnungen unterstützt, welcher das Auffüllen und das Gießen ziemlich erleichtert.

3. Seitlich befinden sich am Sack robuste Metallösen, durch die eine Schlinge gezogen ist. Somit kann man den Wassersack beliebig aufhängen, zusammenschnüren, als kleinen Rucksack tragen oder eben kräftig anpacken. Einfach und genial.

4. Der Dromedary lässt sich mit einem dazugehörigen Duschkit und einem Trinkschlauch erweitern und erfüllt somit zugleich mehrere Funktionen als Dusche, Kanister und Hydration System; so wie er eben gerade gebraucht wird. Das spart wiederum Gewicht, da man nicht drei verschiedene Behälter braucht, sondern nur einen, der dafür alle Funktionen erfüllt.

5. Der Wassersack ist mit seiner flachen Form perfekt im Rucksack verstaubar. Wie ein Trinksystem lässt er sich direkt am Rückenteil des Rucksackes fixieren, wo er als meist schwerstes Gepäckstück auch sitzen soll. Durch die Schnürung kann man den Sack komprimieren, wenn er nicht mehr ganz voll ist, um damit lästiges Hin- und Herschwappen beim Tragen zu verhindern.

6. Das dreiteilige Verschlusssystem gibt es auch als Ersatzteil zu kaufen – das ist einfach super und nachhaltig!

Fazit:

Wer einen robusten und extrem vielseitigen Wasserbehälter zum Camping, Trekking, Bigwall-Klettern, für Hochtouren und andere Aktivitäten braucht, bei denen es gilt, zuverlässig und praktisch Wasser zu transportieren, der macht mit dem Dromedary Bag definitiv nichts verkehrt. Wichtig ist, ihn nach der Benutzung zu trocknen, um so einer Keim- und Schimmelbildung vorzubeugen.

Du möchtest auch Deinen Ausrüstungsfavoriten hier vorstellen? Wir belohnen Dein Engagement mit 25 €!

Du hast Deinen persönlichen Gear-Tipp und Lust, diesen mit einem kleinen Beitrag & Foto von Dir hier im Basislager zu veröffentlichen? Hier Deinen Vorschlag einreichen

Vorbericht zur ISPO 2017

ISPO 2017 – was wollt ihr wissen?

2. Februar 2017
Ausrüstung

Momentan geht es bei den Bergfreunden wieder ziemlich rund. Die Einkäufer sind schon gar nicht mehr greifbar, unsere Vendor-Manager seit Tagen nur am Termine koordinieren und auch ich habe den Kamera-Akku aufgeladen und auf der Speicherkarte Platz gemacht. Nein, leider fahren wir nicht alle zusammen in die Berge, allerdings wird es nächste Woche nicht minder spannend, denn die ISPO steht ins Haus und damit wieder viele Neuigkeiten, die es zu entdecken und berichten gibt. Ein paar interessante Nominierungen für den ISPO Brand New Award wollen wir im Vorfeld vorstellen und näher beleuchten und euch natürlich bitten, eure Fragen zu stellen, die wir vor Ort versuchen zu beantworten.

Das Integrated Avalanche System

Ein neuer Lawinenrucksack mit einem Hybrid-System aus Airbag und Atmungssystem steht auf der Agenda. Es ist so konstruiert, dass man das ausgeatmete CO2 (etwa in einer Lufthöhle) nicht wieder einatmet. Denn eine zu hohe CO2-Konzentration in der Atemluft führt von der Bewusstlosigkeit bis zum Tod. Daher ist ein solcher Atemfilter wichtig. Das Mundstück ist gleichzeitig der Auslösegriff des Airbags, so dass man es sich direkt nach der Aktivierung in den Mund stecken kann.

Resero Whistle – Panikknopf, LVS und Blackbox

Entwickelt und getestet mit Xavier de Le Rue (immerhin dreifacher Sieger der Freeride World Tour), erfüllt das Resero Whistle wichtige Aufgaben in Sachen Sicherheit am Berg und kann bei jeder Outdoor-Sportart eingesetzt werden. Es wird mit dem Smartphone verbunden und sendet bei Betätigung automatisch eine Nachricht an zuvor definierte Adressaten (z.B. Bergwacht oder Familie und Freunde). Das funktioniert dank der LoRa-Technik auch unabhängig vom Mobilfunknetz. Auf der App können weitere Daten wie z.B. die Blutgruppe gespeichert werden. Wird man von einer Lawine verschüttet, dient es zugleich als Recco-Reflektor und es kann über GPS geortet werden.

Find—me Lawinenschnur

Simpel und effektiv – ein 10 m langes Band, das an Ski und Skischuh befestigt wird und im Falle eines Falles dabei hilft, die Skier im Tiefschnee wieder zu finden. Die Schnur ist in einem kleinen Täschchen untergebracht, das sich öffnet, wenn der Ski abgeht. Clever: Ein Klettverschluss lässt das Band reißen, wenn sich der Ski verkeilt. Außerdem kann das Band helfen, Verschüttete zu lokalisieren und ist mit allen wichtigen Notfallnummern bedruckt. Lediglich in die Tasche zurückstecken muss man es nach der Auslösung selbst wieder.

Bold – Carbon-Mountainbike mit Dämpfer im Rahmeninneren

Zusammen mit DT Swiss hat die Firma Bold Cycles aus der Schweiz ein innenliegendes Dämpfersystem entwickelt. IST (Integrated Suspension Technology) nennt sich das Ganze. Der große Vorteil: Sehr kurze Umlenkhebel, wodurch der Hinterbau noch steifer wird – und natürlich eine saubere Optik. Damit die Wartung nicht zu kompliziert wird, lassen sich Dämpfer und Hebel relativ einfach ausbauen.

Und was gibt’s aus dem Kletterbereich?

Ehrlicherweise nicht viel – zumindest bisher. Die Hersteller halten sich bedeckt und auch die ISPO Award-Gewinner sind noch nicht bekannt gegeben. Wir halten die Augen offen!

Ihr habt Fragen?

Dann immer her damit. Wir spielen für euch den rasende Reporter und versuchen möglichst viele Infos aus den Vertretern vor Ort rauszuquetschen. Stellt eure Fragen einfach hier als Kommentar und wir sehen mal, was sich machen lässt!

Trekkingnahrung-Reisen-Titel

Ohne Mampf kein Kampf – Mit Trekkingnahrung auf Reisen

31. Januar 2017
Ausrüstung

Der „Bund“ wird es mir verzeihen, dass ich mir seinen Spruch als Überschrift ausgeliehen habe. Aber auch für uns Bergsportler zählt: „Ohne Mampf kein Kampf“. Auch wir verlangen unserem Körper so einiges ab und sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten. Gerade auf Reisen können wir jedoch nicht immer auf gewohnte Lebensmittel zurückgreifen und müssen oft improvisieren. Ob auf einer langen Trekkingreise, einem persönlichen Höhenrekord oder in der Vertikalen – ohne gutes Essen sind schnell die Akkus leer.

Gefriergetrocknete Fertigmahlzeiten, wie sie von namhaften Herstellern angeboten werden, bieten gerade für diesen Fall deutliche Vorteile. Vor allem, weil sie leicht und schnell zubereitet sind und somit Brennstoff sparen, was nochmals zur Gewichtsersparnis beiträgt. Über das „gute Kalorien-Gewichts-Verhältnis“, die „optimale Nährstoffversorgung“ und den „Geschmack“ kann man zwar streiten, denn Reis, Linsen und Co. können dabei gut mithalten. Aber dank Travellunch, Trek`n Eat oder Adventure Food müssen wir nicht wochenlang nur Beilagen essen, sondern genießen auch weit abseits der Zivilisation ein abwechslungsreiches Menü mit Früchten und Gemüse. Die Frage ist nur, wie bringen wir unsere Spezial-Nahrung auch sicher an den gewünschten Zielort?

Fass ohne Boden

Leider gibt es auf diese Frage nicht nur eine Antwort, sondern dutzende. Fast jedes Land hat seine eigenen Einfuhrbestimmungen, deren Missachtung im schlimmsten Fall zu einer Geldstrafe oder sogar einer Anzeige (!) führen kann. Obwohl mir kein solcher Fall bekannt ist, trotz ausführlicher Selbstversuche in der Recherche, die uns fast ins Gefängnis brachten. Unser schlimmstes Vergehen: ein halbes Salamibrot im Rucksack an der Grenze zu den USA. Als die Beamten kurz nicht hinsahen, verschwand es schnell und spurlos im Mund. „Die Hunde müssen wohl diese nach Salami riechende Frischhaltefolie aufgespürt haben“, schwindelten wir uns aus der Affäre. Auch Hunde können sich ja mal irren.

Wir Europäer sind ja auch ganz schön verwöhnt, denn wir müssen uns über vieles Gedanken machen, nicht aber über die Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln innerhalb Europas. Soweit das mitgebrachte Essen für den eigenen Verbrauch vorgesehen ist, hat man auch in den skandinavischen Ländern sowie Island (Lebensmittel bis zu 3 kg Lebensmittel) und der Schweiz großen Spielraum. Aber Vorsicht, auch hier lauern Tücken: nach Norwegen dürfen beispielsweise keine Kartoffeln eingeführt werden, bzw. nur mit Genehmigung!

Armut und Überfluss

Dagegen sind Länder wie die USA, Canada oder Australien unglaublich strikt. Fleisch und Fisch ist in jeglicher Form tabu, ebenso wie Ei- und Milchprodukte inklusive Milchpulver. Hier müssen die Inhaltsstoffe der ausgewählten Trekkingnahrung vorab genau unter die Lupe genommen werden, denn die Zoll-Beamten am Flughafen verstehen meist keinen Spaß und merken sehr schnell, wenn sie angeflunkert werden. Im Zweifelsfall landet alles im Müll, da hilft auch kein Jammern oder Diskutieren. Eigentlich sind aber auch diese Länder weniger das Problem, da man sich vor Ort mit ähnlichen Produkten versorgen kann. Anders sieht es in den afrikanischen Ländern aus oder bei Reisen nach Südamerika oder Asien. Dort kann einen der Verlust der eingeplanten, gefriergetrockneten Nahrung ganz schön ins Schleudern bringen. In den meisten Fällen sind auch hier Fleisch, Fisch und Milchprodukte verboten, oft sogar auch Honig.

Allgemein ist man also mit vegetarischen Gerichten besser bedient, die benötigten Proteine können mit einheimischen Grundnahrungsmitteln (wie beispielsweise Linsen) ausgeglichen werden. Generell kann ich eine Mischung aus mitgebrachter Nahrung und einheimischen Produkten wärmstens empfehlen. Wir sind damit immer am besten gefahren und haben nebenbei viele wertvolle Nahrungsmittel kennen und lieben gelernt. Ob Quinoa in Ecuador oder Bulgur in der Türkei. Der Einkauf regionaler Produkte unterstützt ja auch die lokale Wirtschaft vor Ort. Eine sehr gute, vielleicht die ursprünglichste Form von Entwicklungshilfe, wie wir finden.

Wie gut kannst du Pokern?

Ob Afrika oder Südamerika, es sind grundsätzlich nur „industriell hergestellte“ Lebensmittel in der Original-Verpackung zugelassen. Alles sollte zudem ordnungsgemäß in den Formularen deklariert werden, denn deklarierte Ware wird nicht entsorgt, sondern nur nochmals überprüft. Nur mit nicht deklarierten Waren, deren Einfuhr verboten ist, macht man sich schließlich strafbar. Die genauen Inhaltsstoffe können die Beamten auf dem Etikett nachvollziehen. Meist können getrocknete, kandierte und gekochte Lebensmittel eingeführt werden.

In Chile sind sogar Fleischprodukte wie Würstel oder Salami erlaubt. Solch liberale Bestimmungen sind allerdings eher die Ausnahme – im Gegenteil gibt es die verrücktesten Regeln. Wie mir berichtet wurde, kommt es in manchen Ländern sogar darauf an, ob die Trekkingnahrung in Plastik oder in Aluminium verpackt ist! Es gibt Dinge, die kann man nicht verstehen, aber Regeln sind nun einmal Regeln. Grundsätzlich fährt man immer besser, wenn man während einer Kontrolle einen kühlen Kopf bewahrt und nicht gleich auf Konfrontation geht. Erklärt man den Beamten in einem freundlichen Ton, was man geplant hat und warum diese Produkte unabdingbar sind, kann sich die Lage schnell entspannen.

Ein paar Tipps am Rande

So standen wir schon einmal am brasilianischen Zoll und wurden plötzlich durchgewunken, weil der Beamte ebenfalls Kletterer war und wusste, dass wir ohne unsere Vorräte in der geplanten Bigwall nicht weit kommen. „Die gehören zu mir“, eskortierte er uns bis zum Ausgang und wünschte uns viel Erfolg. In einem anderen Jahr mussten wir leidend zusehen, wie ein paar Mahlzeiten vor unseren Augen vernichtet wurden. Aber auch dieser Beamte drückte mehr als nur ein Auge zu. Er fragte mich zwar, ob es noch mehr Essen in dem Gepäckstück gibt – meinem verzweifelten Kopfschütteln ging er aber nicht weiter nach und zwinkerte mir zum Abschied zu.

Vielleicht waren es die Waffen einer Frau, aber viele Beamte wissen um die verzwickte Situation und machen Ausnahmen, wenn sie nicht vor den Kopf gestoßen werden. Übrigens: die süßen Beagles, die am Flughafen herumlaufen, sind meistens keine Passagiere sondern Spürhunde. Gegebenenfalls die Tasche erst vom Gepäckband nehmen, wenn sie nicht mehr da sind. Ich will hier keinesfalls zu Straftaten aufrufen, aber in manchen Ländern geht es nicht anders, man muss auf sein Glück hoffen. Wer pokert, muss allerdings auch verlieren können.

Vertrauen ist gut, Wissen ist besser

Da sich die jeweiligen Zoll- und Einfuhrbestimmungen ständig ändern, sollten sich Reisende über die Einfuhr ins Zielland stets vorab informieren. Es gilt leider der Grundsatz: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ und vorbereitet zu sein ist in jedem Fall besser. Das Internet ist schnell befragt, eine Suche nach „Einfuhrbestimmungen“ bzw. „customs“ und dem betreffenden Land ist ein guter Anfang. Oft helfen auch die Erfahrungsberichte aus Foren weiter. Wissen ist Macht! In diesem Sinne wünsche ich einen guten Appetit und viel Erfolg auf Reisen!

Eine große Auswahl an Trekking-Nahrung findet ihr selbstverständlich auch in unserem Sortiment, dazu einfach hier entlang!

Teleskopstöcke. Foto: Leki

Teleskopstöcke zum Wandern und Bergsteigen

25. Januar 2017
Ausrüstung, Kaufberatung, Tipps und Tricks

Wozu braucht man eigentlich Teleskopstöcke und welcher ist der Richtige für mich? Bergfreunde Pro-Team Mitglied Fritz Miller hat die wichtigsten Infos für Euch zusammengestellt: Mit Stöcken geht man sicherer und effizienter, im Abstieg werden die Kniegelenke entlastet. Bei Touren mit schwerem Gepäck sind Stöcke Standard, genauso wenn man mit Tourenski oder Schneeschuhen unterwegs ist. Beim Winterwandern ohne Schneeschuhe und auf Hochtouren, bei denen man auf eher flachen Gletschern geht, sind Stöcke auch sehr angenehm. Persönlich habe ich bei den klassischen Hochtouren meist einen einzelnen Stock dabei. Wer einigermaßen fit und gesund ist, sollte aber nicht ständig mit Stöcken gehen – sonst leidet wahrscheinlich das Gleichgewicht. Sommerliche Wanderungen gehen gut mal ohne, gleiches gilt für Spaziergänge in der Oberstdorfer Fußgängerzone.

(mehr …)

Trailrunning

Packliste Trailrunning

24. Januar 2017
Packlisten

Trailrunning erfreut sich unter Bergsportlern aller Couleur großer Beliebtheit. Es eignet sich perfekt um die Ausdauer für die nächste alpine Kletterpartie oder die Hochtour zu trainieren, schult Gleichgewicht und Koordination und macht dazu auch noch richtig Laune!

Allerdings ist es auch mit vielen Anstrengungen verbunden. Gutes und vor allen Dingen leichtes Equipment ist daher fast schon Pflicht, damit man nicht unnötiges Gewicht den ohnehin schon super anstrengenden Anstieg hochschleppen muss. Und natürlich sollte auch die Wahl des Schuhwerks nicht unbedacht bleiben, denn gerade bei rassigen Downhills ist ein guter Grip essentiell.

Mit unserer Packliste wollen wir Dir einen Überblick geben, was du für dein erstes Trailrunning-Abenteuer, vor allem im alpinen Gelände, unbedingt dabei haben solltest:

 

Ausrüstung und Bekleidung:










Optionale Ausrüstung:







Vorsicht ist besser als Nachsicht

So schön das Abenteuer Trailrunning auch sein kann, man sollte sich bewusst sein, dass man nach wie vor in den Bergen unterwegs ist und dass es hier unter Umständen zu Notfällen kommen kann. Daher sollte man sich vorher gut über die Wetterlage informieren und im Zweifel doch lieber eine leichte Regenjacke mitnehmen. Auch Verpflegung sollte definitiv immer dabei sein, vor allem, wenn man eine längere Tour plant.

Das Ganze relativiert sich, sobald der Lauf in den Mittelgebirgen oder Gegenden stattfindet, in denen die Zivilisation näher ist und man ggf. schneller „gerettet“ werden kann. Wer sich aber auf den Spaß einlässt, mal abseits von Asphalt und Forstwegen zu laufen, der wird schnell gefallen an der Abwechslung finden.

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Marmot-Variant-Jacket

17. Januar 2017
Gear-Tipp!

Bergfreund Stephan ist ein leidenschaftlicher Outdoorsportler und weiß für jedes Wetter die richtige Kleidung einzupacken. Heute stellt er ein echtes Multitalent vor. Die Variant Jacket – Kunstfaserjacke von Marmot. Ein Allrounder, den er im Winter genauso tragen kann wie in kühlen Frühlingsmonaten. Wie das möglich ist, erzählt er Euch in seinem Gear-Tipp.

Vorteile

Die Variant Jacket von Marmot ist mein persönliches Lieblingskleidungsstück für die Berge. Egal ob Frühling, Herbst oder Winter, die Jacke kommt bei fast jedem Wetter zum Einsatz und weiß funktionell wie optisch, entweder als Midlayer oder auch als Außenhaut zu überzeugen. Dabei trage ich sie sowohl zum Wandern, Bergsteigen und Schneeschuhgehen, als auch zum Langlaufen.

Die Marmot Variant überzeugte mich vor allem durch ihren tollen Tragekomfort, da sie stets gut am Körper anliegt. Dazu ist sie überaus leicht und sehr bequem, sodass nichts zwickt oder drückt.

Als Außenjacke kann sie bei windigen Frühlings- oder Herbst-Tagen ihre wahre Stärke ausspielen. Durch die winddichte Vorderseite und das Fleece-Material an Armen sowie Rücken wird es einem bei anstrengenden Touren nicht kalt. Außerdem sind bei dieser Jacke endlich mal die Ärmel lang genug für die Daumenschlaufen!

Und auch im Winter macht sie als Midlayer einen super Job, trägt nicht zu dick auf, drückt nicht am Hals und passt somit locker unter meine Hardshell-Jacke. Desweiteren hat mich das Jackentaschen-Konzept überzeugt. Sowohl die zwei Seitentaschen mit gut funktionierendem Reißverschluss (für Handschuhe oder Stirnband) als auch die Innentasche (für Handy oder Wertsachen) bestechen durch Funktionalität.

Verarbeitung & Qualität

Nach zwei Jahren im Einsatz kann ich bisher nur gutes über die Verarbeitung berichten; keine offenen Nähte oder Löcher, trotz sehr regelmäßiger Nutzung. Auch die Farbe der Jacke ist immer noch wie am ersten Tag.

Einsatzgebiet

  • Wandern
  • Bergtouren
  • Klettersteige
  • Langlaufen
  • Skitouren
  • Schneeschuhtouren
  • Freizeit

Für wen eignet es sich besonders

Für alle, die eine Jacke für zahlreiche verschiedene Outdoor Aktivitäten suchen und dabei Wert auf viel Bewegungsfreiheit legen.

Du möchtest auch Deinen Ausrüstungsfavoriten hier vorstellen? Wir belohnen Dein Engagement mit 25 €!

Du hast Deinen persönlichen Gear-Tipp und Lust, diesen mit einem kleinen Beitrag & Foto von Dir hier im Basislager zu veröffentlichen? Hier Deinen Vorschlag einreichen

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Trangia – 27-3 Spiritus Sturmkocher

27. Dezember 2016
Gear-Tipp!

Trangia – 27-3 Spiritus Sturmkocher

Bergfreund Johannes hat auf seinen Reisen Stürmen und Gezeiten getrotzt und an den entlegensten Orten kampiert. Damit es dort nicht nur Käsebrot und Müsliriegel gibt verlässt er sich auf seinen getreuen Tangia Sturmkocher, um auch ohne Stromanschluss kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Warum es ihm gerade sein TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher so angetan hat, erzählt er euch in seinem Gear-Tipp:

Was ist der TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher genau?

Das Standardset des TRANGIA – 27-3 beinhaltet 2 Töpfe, eine Pfanne mit Non-Stick-Beschichtung, einen Spiritusbrenner, eine Topfzange, zwei zusammenschraubbare Teile die den Windfang bilden und einen Riemen zum verschnüren. All diese zusammengehörigen Teile ergeben im aufgebauten Zustand einen Sturmkocher mit verstellbarer Brennintensität, der selbst in bitterkaltem Wintersturm, im Schutze des Aluwindfangs „in Ruhe sein Ding köchelt“.

Zusammengepackt (was in diesem Falle bedeutet ineinander gestapelt) ergeben alle 8 Teile ein überraschend kleines, kompaktes und robustes Paket mit den Maßen 18,5cm x 10cm und einem Gesamtgewicht von 740 Gramm. Beachtlich wenn man bedenkt, dass es sich ja um ein komplettes Kochset handelt!

Alle aktuellen Trangia Kocher bestehe aus Ultralight-Aluminium, einer Aluminiumlegierung, die laut Hersteller bis zu 50% stärker ist, als herkömmliches Aluminium. Dadurch können alle Aluteile des Kochsets extrem dünnwandig sein, ohne sofort wie herkömmliches Aluminium überall Dellen zu bekommen oder zu verbiegen. Noch robuster und vor allem auch lebensmittelechter ist die „Ultralight Hardanodized“-Variante des Kochers. Durch die Hartanodisierung wird die Oberfläche des Materials extrem verdichtet und die Kratz- und Verschleißfestigkeit stark erhöht. Das ist vor allem für Leute interessant die herkömmlichem Aluminium als Ess- oder Kochgeschirr wegen der leicht gesundheitsschädlichen Eigenschaften eher kritisch gegenüberstehen. Die hartanodisierten Teile sind Titan so ähnlich, dass ich sie für Titan gehalten hätte, wenn ich nicht gewusst hätte was es für ein Material ist. Selbst Schaben mit Stahl verursacht auf der extrem harten, dunkleren Oberfläche keine Kratzer! Dass Aluminiumspähne im Essen landen gehört hiermit also der Vergangenheit an.

Den Trangia gibt es in 2 verschiedenen Größen. Die hier vorgestellte 27er Serie ist mit 1 Liter-Töpfen für das Kochen für 1-2 Personen gedacht. Die größere 25er Serie ist für 3-4 Personen bestimmt.

Sturmgeprüft

Zur Regulierung der Flammengröße gibt es für den Brenner übrigens einen Deckel dessen Oberseite sich stufenlos auf und zu machen lässt und somit einen fließenden Spielraum für die Regulierung der Brennintensität ermöglicht. In wenigen Minuten hat man mit dem Spiritusbrenner auf maximaler Stufe einen vollen Topf Wasser zum kochen gebracht. Man kann jedoch auch auf kleinster Flamme etwas über einen langen Zeitraum sanft köcheln und dabei den Brennstoffverbrauch minimieren und Anbrennen verhindern. Durch diese Möglichkeit wird der Trangia zu einer richtigen „Starkoch-Station“ wenn man es drauf anlegt!

Für alle, die ein klassische Gaskartusche dem Spiritus vorziehen gibt es den Trangia auch mit Gasbrenner.

Auch für die anfänglichen Brennschwierigkeiten von Spiritus bei niedrigen Temperaturen hat sich der Hersteller etwas einfallen lassen: Mit dem Winterset braucht man auch bei -20°C den Brennstoff vorher nicht mehr am Körper erwärmen. Eine kleine Menge Spiritus wird hierzu in die unten an den Brenner ansteckbare „Kralle“ gefüllt und angezündet. Durch die große Oberfläche die der Brennstoff dort hat, brennt er selbst bei niedrigsten Temperaturen bei direktem Kontakt mit einer Streichholz- oder Feuerzeugflamme sofort an. Diese Flamme erhitzt dann den Spiritus im Brenner. Sobald dieser warm genug ist springt die Flamme aus der Kralle in den den eigentlichen Brenner über et voilà: der Kocher brennt auch im eisigsten Nordwind wie gehabt.

Fazit

Der Trangia 27 Spirituskocher hat mich mit seiner Kompaktheit, Robustheit und Vielseitigkeit vollends überzeugt und ist mir seit vielen Jahren ein getreuer Begleiter auf allen Touren. Wenn es darum geht wirklich etwas zu kochen und nicht nur Wasser heiß zu machen, ist der Trangia meiner Meinung nach dem Gas- oder Benzikocher überlegen. Auch die unkomplizierte und sehr kostengünstigen Eigenschaften des Spiritus finde ich überzeugend. Zur Not lassen sich natürlich alle brennbaren Alkohole in dem Brenner verwenden und durch die minimalistische Kompaktheit gibt es am Brenner wirklich keinerlei Fehlerquellen – es kann nichts kaputt gehen es sei denn ein Panzer fährt über den Brenner drüber.

Der TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher ist der optimale Kocher für jeden der es gerne „all-in-1“ hat und für sich allein und/oder einen zusätzlichen Bergfreund kochen, braten und köcheln will. Wer auf diese Möglichkeit auch in den kältesten, stürmischsten Nächten nicht verzichten möchte, trifft mit dem TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher eine ausgezeichnete Wahl.

 

Die richtigen Outdoor-Socken finden

Von der vermeintlich leichten Wahl der richtigen Outdoor-Socke

20. Dezember 2016
Kaufberatung

Wandersocken – was soll man da groß erzählen, fragt ihr euch vielleicht an dieser Stelle? Schaut man sich aber mal eine beliebige Herstellerbeschreibung zum neuesten High-Tech-Socken an, fällt man fast vom Glauben ab. Hunderte Materialkombinationen, dazu verschiedenste Garnstärken und innovative Produktbehandlungen machen die einst gemeine Stricksocke aus Opas Zeiten zu einem mittlerweile nicht nur im stationären Handel ziemlich beratungsintensiven Artikel. Ja, man glaubt es kaum, aber die Wahl der richtigen Outdoor-Socke wird mitunter ziemlich unterschätzt.

Was sollen Wandersocken leisten?

Die richtige Outdoor-Socken findenZunächst einmal lautet die Frage: Soll es tatsächlich ein Socken zum Wandern sein, der meist in Kombination mit knöchelhohen, leichten und atmungsaktiven Schuhen getragen wird? Oder doch eher was für die ausgewachsene Trekkingtour mit hohem Rucksackgewicht? Gar eine Winterwanderung?

Vorweg: Für all diese Einsatzbereiche gibt es inzwischen die passende Antwort. Generell gilt jedoch, dass ein idealer Socken den Fuß vor Reibung und damit vor Blasen schützt. Er bietet Dämpfung im Fersenbereich, unterstützt den Fußballen beim Abrollen und leitet Feuchtigkeit schnell nach außen weiter. Vor allem der letzte Punkt ist hier von mitunter entscheidender Bedeutung, schwitzt man doch allein über den Fuß bis zu einem viertel Liter Feuchtigkeit pro Tag aus.

Logisch also, dass die allermeisten Hersteller von Funktionssocken auf Kunstfasermaterialien setzen, deren Kernkompetenz das Weiterleiten von Schweiß ist. In Kombination mit dem passenden Gore-Tex Schuh ein ideales Gespann. Hinzu kommen verschiedenste Anteile von Elasthan (für stretchige Socken), Anteile von Merinowolle (und das längst nicht nur für den Wohlfühlfaktor) sowie Behandlungen aller Art (z.B. Polygiene) zur Vermeidung von Schweißgeruch und Co.

Das A und O beim Sockenkauf

Die richtige Outdoor-Socken findenPunkt 1: die faltenfreie Passform! Egal, was man später für eine Tour plant, der Socken – ob dick oder dünn, Kunstfaser oder Merinowolle – muss einwandfrei sitzen. Schlägt er an den Zehen oder einer anderen Stelle Falten, führt dies unweigerlich zu ungewollter Reibung oder unangenehmen Druckstellen – dem Ausgangspunkt von Blasen. Da nützt einem der beste Schuh nichts, wenn die Socke nicht passt.

Punkt 2: mit oder ohne Polsterung? Als Faustregel kann man sagen: je schwerer das Gepäck auf dem Rücken, desto besser sollte die Polsterung der Socke ausfallen. Hier gibt es verschiedenste Ausführungen – mit mehr Dämpfung im Fersenbereich, dem Mittelfuß und/oder den Zehen. Für sommerliche Tagestouren im Mittelgebirge kann man hier definitiv zum dünneren Paar mit wenig oder gar keiner Polsterung greifen. Für Trekkingtouren mit Zelt und Schlafsack sowie Wintertouren wählt man logischerweise nicht nur ein vom Stoff her dickeres Paar Socken, sondern achtet entsprechend auch auf eine, seinen persönlichen Vorlieben entsprechende Polsterung!

Punkt 3: das Material. Polyamid, Polyester, Merino, Elasthan? Hier scheiden sich die Geister. Vor- und Nachteile haben alle Materialien, der geschickte Mix macht jedoch die Musik. Polyamid etwa ist in der Regel Abriebfester als Polyester und kommt vornehmlich an besonders beanspruchten Stellen wie der Ferse bzw. an den Zehen zum Einsatz. Merino am Knöchel und im Mittelfußbereich sorgt für Komfort und Polsterung, ein Stretch-Polyester Gemisch auf dem Spann verbessert die Passform und die atmungsaktiven Eigenschaften. Hinzu kommen Einsätze, welche den Kompressionsdruck erhöhen und damit die Durchblutung fördern. So hat jeder Hersteller sein eigenes Rezept für die perfekte Outdoor-Socke!

Trivia sowie Tipps und Tricks aus der Praxis

wool_compression_socksDrei einfache Fragen auf dem Weg zur passenden Socke:

  1. Zu welcher Jahreszeit bin ich unterwegs? Danach entscheide ich, ob die Socke dünn oder dick, bzw. mit einem höheren Anteil an Schurwolle (für den Winter) ausgestattet sein soll.
  2. Welche Art von Tour habe ich vor? Eine Wandertour mit leichtem Schuhwerk? Dann empfiehlt sich ein knöchelhohes Paar mit wenig bis moderater Polsterung. Schwere Berg- oder Trekkingtour? Dann kommt ein schienbeinhohes Paar mit mehr Polsterung zum Einsatz. Skitour oder Trailrunning? Hier können sich Kompressionssocken auszahlen.
  3. Was für Schuhe trage ich? Das atmungsaktivste Paar Socken bringt mir herzlich wenig, wenn ein massiver Volllederschuh meine Füße ziert. Hier wären Socken mit einem höheren Anteil Schurwolle und Polsterung zur Reduzierung von Reibung und Druckstellen angesagt. Für atmungsaktive und leichte Gore-Tex Schuhe hingegen wähle ich eher Socken mit Coolmax, Fibretech oder ähnlichen Polyester/Polyacryl-Fasern.

Ebenso wenig darf ich mich beschweren, wenn sich die guten alten Baumwollsocken nach 800 Höhenmetern Aufstieg anfühlen wie schwere, nasse Lappen, weil der Schweiß nur so trieft. Die richtige Kombination aus Schuh und Socken macht den großen Unterschied – und hier muss jeder für sich selbst den richtigen Weg finden.

Und last but not least noch zwei Hinweise zu immer wieder gestellten Fragen: Grundsätzlich keine frisch gewaschenen Socken tragen! Das mag für so manchen Reinheitsverfechter eklig klingen, hat aber einen ernst gemeinten Hintergrund: Waschmittelreste im Gewebe der Socken können die empfindliche Fußhaut angreifen und in Kombination mit Schweiß für Reizungen sorgen. Vermeiden kann man das ganz einfach, indem man seine Wandersocken nach dem Waschen und vor der nächsten Tour einfach schon mal zu Hause ein bisschen zur Probe trägt.

Der zweite Punkt betrifft die Diskussion um das Tragen von zwei Paar Socken übereinandern. Ich möchte an dieser Stelle keine Partei ergreifen, kann jedoch aus eigener Erfahrung Vor- und Nachteile abwägen. Zu Zeiten, als es den Wehrdienst noch gab und junge Rekruten 30, 40 oder 50 Kilometer mit Gepäck marschieren mussten, wurde uns gepredigt, bei Problemen mit Blasen zwei Paar Socken zu tragen. Und siehe da, ich habe nie Probleme mit Blasen gehabt – trotz oder gerade dank zwei Paar grobmaschiger Baumwollsocken übereinander.

Privat bin ich anschließend auf Wanderungen und Bergtouren zu einem ordentlichen, modernen Paar Trekkingsocken übergegangen – und siehe da, auch das hat wunderbar funktioniert. Solange die Socke und der Schuh einwandfrei passen. Jetzt kam ich neulich doch tatsächlich in die Verlegenheit auf einer Hochtour Probleme mit Druckstellen (in den zugegebenermaßen noch relativ neuen Bergschuhen) zu bekommen. Und wer hätte es gedacht, mit dem zweiten Paar Socken waren alle Sorgen vergessen…

Egal ob ein oder zwei Paar: ein riesiges Sortiment an Socken gibt’s natürlich bei uns! Einfach hier entlang ->

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Lundhags – Makke Pant – Softshellhose

12. Dezember 2016
Gear-Tipp!

gt_blog_vorlageWer schon einmal an einer Kletterwand gehangen hat weiß, dass die richtige Kleidung den Unterschied zwischen Erreichen des nächsten Griffs und einem Absturz bedeuten kann. Bergfreund Philip hat das auch erkannt und sich auf die Suche nach einer verlässlichen Kletterhose gemacht. Dabei ist er auf die Makke Pant – Softshellhose von Lundhags gestoßen. Wie die Hose ihn überzeugt hat beschreibt er in seinem Gear-Tipp.

Allgemeines:

Für etwa zwei Jahre Kletterei habe ich eine hässliche graue Hose, in allen möglichen Kletterrouten, Klettergärten und Hallen mit mir rumgetragen, die ich bei irgendeinem Retailer in Tirol, für etwa 20€ erstanden hatte. Damit sollte nun endlich Schluss sein. Eine Erneuerung meiner Kletterhose stand an. Mein Schwerpunkt lag dabei auf alpinen Kletterhosen, da ich die neue Kletterhose eher nicht in Hallen tragen wollte. Die Wandplatten dort beanspruchen die Hosen bei Reibung stark.

Ich wollte, dass diese Hose mir extrem viel Bewegungsfreiheit, etwas Wetterschutz und viel Ventilationsmöglichkeiten bietet, sodass unter keinen Umständen ein Hitzestau entstehen könnte.  Darüberhinaus sollte Sie ein paar Taschen zum Verstauen von Kleinigkeiten haben. Und als letztes sollte sie robust sein, sodass die Hose bei Kontakt mit dem Felsen, nicht sofort den Geist aufgeben würde.

Hosenzipper, mit denen ich die lange Hose zu einer ¾ oder kurzen Hose umfunktionieren könnte, waren kein Kriterium für mich, da ich sowohl beim Wandern als auch beim Klettern eine schützende Schicht zwischen Haut und Außenwelt haben will. Häufig genug, habe ich üble Schürfverletzungen von anderen Kletterern erlebt. Umso wichtiger wurden dadurch allerdings die Belüftungsmöglichkeiten.

Nach einiger Beratung mit Händlern und Gesprächen mit Bergführern, aus meinem Bekanntenkreis, wurde ich auf die Makke Pant von Lundhags aufmerksam. Diese gab es in einigen verschiedenen Farben und diversen Passformen, von lang bis kurz. Sie sah gut und hochwertig aus. Daher habe ich mir die Hose, zur genaueren Ansicht, kurzerhand bestellt.

Marke:

Lundhags ist ein schwedischer Hersteller von Outdoor Bekleidung, der 1932 durch die Übernahme der väterlichen Schuhmacherei, durch Jonas Lundhag entstand. Über die Jahre konnte sich Lundhags zu einem weltweiten Unternehmen ausweiten, die für hohe Qualität und Maßstäbe bekannt sind. Unter Anderem ist Lunhags offizieller Zulieferer für die schwedische Königsfamilie und die Sirius Patrouille, eine dänische Militär Einheit.

Darüberhinaus setzt sich das Unternehmen auch für nachhaltige und umweltfreundliche Produktion ein.

Die Hose:

Als die Hose ankam bin ich natürlich sofort hineingeschlüpft. Sie soll, laut Herstellerangabe eng anliegen und durch einen verstellbaren Hüftbund, ohne Gürtel zu tragen sein. Sie erleichtert das Anziehen eines Gurtes zusätzlich durch eine verstellbare Beinabschluss-Weite.

Sofort fiel die wirklich enorme Bewegungsfreiheit in der Hose auf. Ich konnte ohne Probleme mein Knie zur Brust hoch ziehen. Ich freute mich sehr über die zwei Belüftungsreißverschlüsse, die ziemlich ungewöhnlich, auf der Innenseite der Oberschenkel und auf der Außenseite der Waden angebracht waren. Beide wirkten jedoch durch ihre Länge effektiv.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Nähte, das Material und die gesamte Hose, den Eindruck einer sehr hochwertigen Verarbeitung machten, die den hohen Einkaufspreis rechtfertigten.

Das Material der Hose ist grundsätzlich zweigeteilt. Das farbige Hauptmaterial an den Oberschenkeln nennt sich LPC Strech und besteht zu 35% aus Baumwolle und zu 65% aus Polyester. Diese Kombination soll den Kompromiss zwischen Atmungsaktivität (65% Polyester) und Robustheit (35% Baumwolle) meistern.

Der zweite Teil, alles unterhalb des Knies und am Gesäß, besteht mit Schoeller Dry Skin aus 93% Polyamid und 7% Elasthan. Dieses Material schafft die enorme Bewegungsfreiheit der Hose.

Zusätzlich hatte die Hose, über die normalen Fronttaschen hinaus, zwei große horizontale Reißverschlusstaschen, außen auf dem mittigen Oberschenkel platziert. Somit gab es genügend Platz auch noch etwaige kalte Hände kurz mal in die Hosentasche zu stecken.

An der Wetterfestigkeit der Hose hatte ich so meine Zweifel, da Sie weder eine Membran, noch eine Imprägnierung aufwies.

Im Praxistest habe ich die Hose auf drei Gelegenheiten getestet. Zum Einen ging es über die Höllentalklamm wandernd auf die Zugspitze, am Roß- und Buchstein zum Klettern und am Gran Paradiso auf Hochtour.

In der Praxis hat mich die Hose überzeugt.

Die Makke Pant erwies sich auf allen diesen Gelegenheiten als hervorragender und sicherer Begleiter. Auf die Hose war absolut Verlass! Sie machte alles mit und ich hatte wirklich wenig zu beklagen. Ein tolles Feature war der Schuhhaken, den ich bisher noch bei keiner Hose gesehen habe, die ich nicht nur ausschließlich für Trekking hätte verwenden können. Zusätzlich erwies sich der Kantenschutz gerade auf Hochtour, als wichtig und durchdacht. Die Reißverschlussläufer sind allesamt groß und lassen sich auch mit Handschuhe bedienen.

Nachteile:

Die Belüftung hat mir dann doch, irgendwann im heißen August auf der niedrigen Höhe von etwa 600m zu schaffen gemacht. Zwar war die Hitze in der Hose erträglich, gerade für Bergsteiger, die weniger hohe Maßstäbe bezüglich Hitzestau ansetzen, allerdings hat es mich ein bisschen genervt. Der Oberschenkel konnte durch den Reißverschluss an der Innenseite einfach nicht ausreichend belüftet werden. Somit habe ich mir im Internet einen YKK Zip gekauft, bin damit zum Schneider gerannt, und habe mit auf der Oberschenkel-Außenseite diesen Reißverschluss einnähen lassen. Zugegeben ich bin ein Perfektionist.

Darüberhinaus würde ich diese Hose nicht dauerhaft zum Einsatz auf Hochtouren empfehlen, da der Nässeschutz, auf die Dauer, doch zu wünschen übrig lässt. Es ist halt eben eine Sommerhose, die etwas Nässe hin und wieder übersteht. Hier hilft dann eine ordentlich Imprägnierung.

Fazit:

Ich würde diese Hose als Sommerhose zum Wandern, Trekking und Klettern uneingeschränkt weiterempfehlen. Sie gehört zwar in die höhere Preisklasse, allerdings hat Lundhags auch sein ganzes Können und Repertoire in diese Hose investiert. Insgesamt eine schöne und funktionale Hose, die sich von den allgemeinen Ziphosen abhebt.

 

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