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Geschenke für Bergfreunde, die schon alles haben

2. Dezember 2016
Ausrüstung

Jeder hat so einen in der Familie. Der Typ, der vermeintlich schon alles hat. Meistens Mama oder Papa. Und jedes Jahr stellt sich die große Frage: Was schenkt man diesen Personen zu Weihnachten? Eine Fleecejacke? Das wäre dann Nummer 127. Eine neue Hardshell? Die komplette Gore-Tex-Palette ist eh schon da. Kletter-, Wander- und Bergstiefel haben sie noch und nöcher und sogar ein paar Laufschuhe stehen da jetzt rum. Gut, dass es die Bergfreunde gibt, denn wir haben für Dich Geschenke-Tipps für Outdoor-Leute, die definitiv nicht alltäglich sind.

Ein Gürtel aus Kork

bleed-cork-belt-men-guertel„Guter Mann, ich seh’s sofort, Ihnen steht am besten Kork“. Der Klassiker unter den 90er-Jahre-Bodenbelägen, gibt es jetzt als genialen Gürtel. Was er kann? Er sieht ziemlich cool aus, ist immerhin GOTS-zertifiziert und besteht aus einem nachwachsenden Material für das keine Bäume gefällt werden müssen. Ein absolutes Must-Have!

Bürstenset für Biker

Eine wahre Wonne für jeden Zweiradfan, der sein Bike regelmäßig putzt (oder putzen sollte). Oft hat man ja das Problem, dass man nicht unbedingt in alle kleinen Ecken reinkommt. Mit dem fünfteiligen Bürstenset von Muc Off ist das jetzt absolut kein Problem mehr. Vor allem die Ritzel-Bürste, mit der sich hartnäckiger Schmutz aus Ritzeln, Kettenblättern und Schaltröllchen entfernen lässt, ist richtig praktisch! Liegt mit gerade einmal 29,95€ auch perfekt im Budget. Zum Produkt bitte hier entlang.

Pimp my Bike

shaman-racing-bullet-for-valve-pair-ventilaufsatz-detail-2Wer erinnert sich nicht mit Freude an die Serie „Pimp my ride“ zurück, in der der Rapper Xzibit abgehalfterte Karren zu wahren Designer-Glanzstücken umfunktionierte, die dann auch schon mal ne Playstation mitsamt Fernseher im Kofferraum hatten. Nun, soweit kann man es mit den Bullets von Shaman Racing nicht treiben, aber eine Ventilkappe in Form einer Gewehrkugel hebt den Coolnesfaktor des Gefährts durchaus auf ein völlig neues Level. Die bunten Dinger gibt’s hier.

Abheben mit dem Helicopter-Hoodie

Ein Hoodie mit nem‘ Propeller an der Kapuze? Ihr denkt jetzt vielleicht: „Haha, der Jörn hat wohl mal wieder etwas zu viel Höhenluft geschnuppert. So ein Schmarrn“. Aber nein, ich kann euch sagen: Das Teil gibt es wirklich. Der Propeller Hoodie von Degree ist DAS lässige Teil für unter den Weihnachtsbaum. Und wer keinen Bock auf den Propeller aus Holz oder gerade keine Möglichkeit zum Abheben hat, kann ihn einfach in der am Pullover angebrachten Tasche verstauen. Wenn das mal nicht total abgedreht ist! Und hier gibts das gute Stück!

Geruchshemmende Bananen

Jeder mag Bananen. Jeder. Sie schmecken gut, haben eine lustige Form und sind darüber hinaus auch noch gesund. Aber wusstet Ihr, dass sie auch als Schuherfrischer herhalten können? Also zumindest die Boot Bananas bekommen das ziemlich gut hin. Sie werden einfach nach der Berg- oder Klettertour in die Schuhe gesteckt und sorgen dank des Mix aus Aktivkohle, Soda, vulkanischen Mineralien sowie diversen pflanzlichen Ölen für Frische. Aber Obacht: Sie helfen leider nicht gegen schlechten Atem.

Ultraleicht und ultralöchrig

klymit-inertia-o-zone-isomatteGerade einmal 350 g für eine aufblasbare Isomatte. Nicht schlecht, oder? Wie das geht? Man haut einfach überall Löcher rein. Und dann ist das Ding sogar noch mega klein. Nur 9 x 15 cm Packmaß sprechen eine deutliche Sprache. Die Zaubermatte stammt aus dem Hause Klymit und ist ein echtes Schmankerl für alle Ultraleicht-Trekker. Durch das integrierte Kopfkissen ist gleichzeitig für soliden Schlafkomfort gesorgt. Der Hammer kommt aber ganz zum Schluss: Das Teil legt man direkt IN den Schlafsack. Ich dreh‘ durch. Du auch? Dann gleich zugreifen.

Nie mehr zerdepperte Eier

Jeder hat ja so ein Gipfelritual. Sei es die Gipfelhalbe, das Gipfel-Snickers (Empfehlung von Bergfreund Janpeter) oder das Gipfel-Ei. Ja, richtig. Ich kenne Menschen, die futtern am Gipfel traditionell ein hartgekochtes Ei. Und für genau solche Menschen – vermutlich aber auch einfach für Camper und Trekker – hat Coghlans eine Eierbox entworfen, in der man die empfindlichen Leckerbissen sicher verpacken kann. Praktischerweise ist die Box für zwei Eier ausgelegt – Anspielungen könnt ihr euch an dieser Stelle gerne sparen. Und hier gibts das gute Stück!

Energie!

powertraveller-crankmonkey-usb-ladegeraetDie Berge. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer von allen, die mit ihrem Smartphone unterwegs sind und keine Bilder machen können, weil der Akku schon wieder leer ist. Der Captain auf der Brücke empfiehlt hier: Das Crankmonkey USB-Ladegerät. Warum? Nun, es wird mit einer Kurbel betrieben und erzeugt damit Strom in Hülle und Fülle. Man muss lediglich ein wenig Kraft investieren und das Glück des richtigen Anschlusses haben. Ums jedoch gleich vorweg  zu nehmen: Liebe Apfel-Jünger, ihr seid leider raus. Micro-USB only! Wer das Teil haben will: Bitte hier entlang.

Bitte recht warm

Ihr dachtet immer, Heizdecken seien nur was für alte Leute? Ganz, ganz weit gefehlt. Denn mit der faltbaren und akkubetriebenen Heizmatte von Brunton kommt wohlige Wärme jetzt auch unterwegs fast wie von allein von unten. Das Teil kann einfach unter den Schlafsack gelegt werden und der integrierte Akku läuft bis zu zwölf Stunden. Nach Gebrauch wird das gute Stück zusammengefaltet und kann platzsparend verstaut werden. Am besten gleich zugreifen!

Das wird ein Fest

Wir wollen doch stark hoffen, dass hier schon was Schönes für euch und eure Liebsten dabei war. Wenn nicht, könnt ihr euch auch gerne in unserem Geschenkeshop umsehen. Dort haben wir für euch weitere schicke Präsente ausgewählt, an denen sich Wanderer, Kletterer, Tourengeher und Biker gleichermaßen erfreuen würden. Die sind zwar nicht so fesch, wie die im hiesigen Artikel, aber auch Klassiker kommen als Geschenk immer gut an!

Interview Antworks

Mein Holz und ich – Chris von Antworks im Interview

15. November 2016
Ausrüstung

Ihr kennt doch diese kleinen, sympathischen Ein-Mann-Betriebe, die coole Stories zu erzählen haben und richtig geile Sachen bauen. In der Regel betrieben von Menschen, die mit jeder Menge Herzblut an der Sache dran sind und fast ihre gesamte Freizeit für ihr Business opfern. Davon gibt es in der Outdoor-Branche einige! Zum Beispiel Chris, der unter dem Label antworks im Österreichischen Sankt Wolfgang, Trainingsgeräte für Kletterer baut. Hier ist seine Geschichte:

Chris, zunächst einmal vielen Dank, dass Du uns einen kleinen Einblick in Deine coole Klitsche gibst. Was mich brennend interessiert: Wie bist Du auf den Firmennamen gekommen?

Die Frage nach dem Firmennamen ist immer die erste. So genau weiß ich das heute auch nicht mehr, wie ich auf antworks gekommen bin. Vielleicht liegt es daran, dass mein privates Pseudonym Bienenfleiss ist. Bienenfleiss wollte ich aber nicht kommerzialisieren, deswegen habe ich nach einem anderen Gliederfüßer gesucht. Antworks hat mir dann deshalb sehr gut gefallen, weil Ameisen einfach ziemlich viel Power haben, was im übertragenen Sinn fürs Klettern nicht nachteilig ist.

Zudem gefällt mir die Analogie mit der fleißigen Ameise, die einfach immer weiterarbeitet, egal wie hindernisreich der Weg auch sein mag. Das passt in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist das Training nur dann effektiv, wenn man es halt mit Fleiß und Kontinuität betreibt. Zum anderen ist es meine persönliche Motivation, alles zu geben, um immer wieder gute Produkte zu entwerfen und zu produzieren, auch wenn es mal Rückschläge oder Hindernisse gibt. (Das kommt nicht so selten vor)

Hattest Du schon vorher mit Holzverarbeitung zu tun oder hast Du dir das alles selbst beigebracht? Wie fing das alles an?

Gebastelt und geschnitzt habe ich schon seit der Grundschulzeit. Zuerst waren es Bögen, dann Armbrüste und noch allerlei Sachen, mit denen ich weit schießen konnte. Aus heutiger Sicht natürlich völlig unverantwortbar. Später habe ich dann E-Gitarren entworfen und gebaut. Einen richtigen Holzberuf habe ich allerdings nie gelernt. Ich bin eigentlich Industriemechaniker für Papiermaschinen. Während der Ausbildung bin ich auch zum Klettern gekommen. Über den Alpenverein war ich Teilnehmer bei einem „Kletterschnuppern“ und da ist der Funke übergesprungen. Teilweise bin ich sechs Tage die Woche von Osnabrück nach Münster in die Kletterhalle oder in den Teutoburger Wald gependelt um nach der Arbeit klettern zu können. Das hat (im Nachhinein) meine Lebensumweltbilanz ziemlich ramponiert. ;-) Jedenfalls habe ich damals, 1999, mein erstens Trainingsboard gebaut. Unmittelbar nach dem Fachabitur bin ich für ein Jahr nach Südamerika aufgebrochen um den Kontinent von Bolivien aus zu entdecken. Dabei konnte ich ein paar höhere Berge besteigen (u.a. den Aconcagua).

Zurück in Europa (2004) bekam ich daraufhin die Möglichkeit an der FH Salzburg Design und Produktmanagement zu studieren, speziell für den Holz- und Möbelbau. Jetzt habe ich aber noch gar nichts zur Gründung von antworks geschrieben: Also, gegründet habe ich die Firma im Herbst 2012, zu der Zeit war ich noch in ein anderes Start Up eingebunden. Der eigentliche Grund der Firmengründung waren 2.500 EUR. Ich hatte dieses Geld aus einer Rückzahlung übrig und wusste nicht was ich damit machen sollte. Anlegen war zudem schon damals nicht wirklich attraktiv. So habe ich von dem Geld die ersten 25 Strong Ant 1 Fingerboards, eine Platte Birkensperrholz und einen Exzenterschleifer gekauft. Die Formalia war schnell erledigt, der Account bei Amazon eingerichtet und im Dezember sind dann auch schon ganze zwei Bestellungen reingekommen. Seitdem arbeite ich nonstop 24/7-1 (also sechs Tage in der Woche) an der Entwicklung von antworks und meiner Selbständigkeit.

Du fertigst jedes Trainingsgerät per Hand, ganz ohne Fräsen. Ist das nicht deutlich aufwendiger?

So ganz stimmt das nicht mehr. Seit diesem April fertige ich einige Boards auf meiner CNC Fräse. Das letzte Jahr war vom Volumen her ordentlich, was allerdings dazu geführt hat, dass ich mich körperlich ziemlich verausgabt habe, um die Boards immer ausliefern zu können. Das Fräsen von Hand mit einer 3PS starken Oberfräse und Schablonen war richtige Knochenarbeit, die so nicht lange durchhaltbar war. Deswegen steht jetzt ein kleiner Fräsautomat in meiner Werkstatt, der einen Großteil der Fräsarbeiten übernimmt.

Die Boards sind seitdem noch besser, präziser und ich bin bei der Entwicklung und Formgebung von neuen Produkten wesentlich flexibler (siehe Climbing Burger). Aber auch wenn die Boards jetzt teilweise per CNC gefräst werden, ist die Qualität nicht schlechter geworden, obgleich der Output deutlich höher ist. Ich nehme mir nach wie vor sehr viel Zeit, die Boards richtig gut zu schleifen. Es ist ein bisschen schade, dass man im Web nicht diese Art der Verarbeitung der Boards fühlen kann. Auf Messen war das immer sehr amüsant zu sehen, welchen positiven Emotionen gut geschliffenes Holz auslösen kann.

Welches Holz nutzt Du für die Produktion?

Ich verarbeite verschiedene Hölzer und Werkstoffe. Für die Pegboards wird Birkenschichtholz verwendet, das ist schön hell und optimal für diese Anwendung. Die Fingerboards werden aus Esche oder Walnuss hergestellt, der Climbing Burger wiederum aus Lindenholz, was dem Ding eine „sakrale“ Komponente gibt. Lindenholz ist ein hervorragendes Schnitzholz, früher (und auch heute noch) wurden Statuen und Altäre daraus hergestellt, weswegen es in Kirchen mitunter auch nach Lindenholz riecht. Ein sehr aromatischer Duft (und nicht zu verwechseln mit Weihrauch).
Das Holz kaufe ich bei einem Händler ein paar Dörfer weiter. Der bezieht das Holz seinerseits bei den umliegenden Bauern und verarbeitet es weiter. Das ist auch der Grund, warum das Holz, das ich verwende kein FSC Siegel hat. Die Lieferkette ist zu kurz, als dass sich diese Zertifizierung für meinen Händler lohnen würde.

Dein Climbing-Burger ist echt große Klasse! Woher nimmst Du deine Ideen?

Wie schon gesagt bin ich diplomierter Produktentwickler, ich kenne also eine ganze Menge Kreativtechniken, wie ich zu meinen Funktionen und Formen komme. Das Initial für ein neues Produkt kommt meist von mir selber, wenn ich bei einem Kletterprojekt kraftmäßig anstehe. Dann überlege ich mir, wie genau man diesen einen Griff oder eine bestimmte Bewegung besser trainieren kann. Auf der anderen Seite bekomme ich aber auch Vorschläge von Freunden. Beim Climbing Burger kam der Luki (Lukas Wöber, einer der sehr guten Kletterer und Routenbauer hier in der Gegend) in meine Werkstatt mit einer riesigen, gedrechselten Holzbirne unterm Arm. Wir haben das Ding aufgehängt, getestet und schon war ich angefixt. Den ersten Prototypen hatte ich noch kurz vor dem Urlaub auf Facebook online gestellt und war überrascht von den vielen Likes und der Reichweite. Der Urlaub war dann für mich nicht mehr so entspannend, es hat sich alles um eine möglichst effektive und kosteneffiziente Produktion gedreht.

Bei der Produktion setzt Du voll auf Strom aus Wasserkraft. Ist Nachhaltigkeit für Dich ein großes Thema?

Interview AntworksIch denke, um den Gedanken der Nachhaltigkeit kommt man heute nicht mehr herum. Der maßvolle Einsatz von Energie in der Produktion ist mir schon aus finanziellen Gründen ein großes Anliegen. Aber ja, ich beziehe meinen Strom von einem der letzten kleinen Stromerzeuger hier direkt aus dem Ort. Die Firma Eisenhuber produziert dabei ausschließlich durch Wasserkraft. Ob der Strom aus meinen Steckdosen nun tatsächlich aus Wasserkraft oder doch Atomkraft produziert wurde weiß ich nicht, die Stromrechnung kommt jedenfalls vom Wasserkrafterzeuger.

Worauf ich bei meinen Produkten so gut wie möglich verzichte, ist der Einsatz von Kunststoff. Klar, in Form von Leim ist er in den Boards vorhanden, aber diese Menge könnte man auch als homöopathisch bezeichnen. Nur für den Ant Bar und das Strong Ant 4 brauche ich zwei kleine Kunststoffdrehteile, ansonsten setze ich ganz auf inerte Materialien wie Edelstahl oder Aluminium, die nach dem Produktlebenszyklus wieder einfach sortenrein getrennt werden können. Die Boards aus Massivholz könnten sogar noch thermisch verwertet werden. Ich zumindest heize meinen Kamin mit Ausschussware.

Kommt man bei der ganzen Arbeit eigentlich selbst noch zum Klettern? Wo kann man dich antreffen, wenn du doch mal am Fels und nicht am Holz hängst?

Selber klettern, das wäre schön. Haha, im Ernst. Ich komme nur mehr selten zum Klettern. Neben der Firma habe ich noch drei kleine Kinder zu Hause und die wollen auch Zeit mit mir verbringen. Deswegen beginnt mein Tag mittlerweile zwischen 3:30 und 4:00 in der Früh, dann habe ich bis zum Nachmittag genug Zeit, meinen Workload abzuarbeiten und es bleibt dann noch ein bisschen Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Wenn ich draußen bin, dann im Höllental an der Rax, oder der Hohen Wand, beides schöne Gebiete südlich von Wien. Und hier in Kirchberg gibt es auch ein paar interessante Boulder. Damit ich mein Niveau halten oder verbessern kann, baue ich während der Arbeit öfter mal kurze Trainingseinheiten mit ein. Material dafür hängt in meiner Werkstatt eh genug herum. Und das Training funktioniert wirklich, denn wer trainiert wird besser oder kann zumindest den Status Quo konservieren.

Wann gibt’s den ersten Antido im Bergfreunde-Look? ;)

Gute Idee, darüber sollten wir mal in der Bergfreunde Homebase schnattern. Vor Weihnachten wird sich das aber sicher nicht ausgehen.

Und das werden wir sicher tun. Wir danken Dir für Deine Worte und wünschen Dir alles Gute für die Zukunft. 

Wenn ihr es jetzt kaum noch abwarten könnt, euren Trainingsraum mit den schicken Geräten von antworks auszustatten, dann schaut doch mal im Shop vorbei. Im antworks-Markenshop gibt es Boards, Pegs und Klimmzugstangen!

expedition

Packliste Expedition

11. November 2016
Ausrüstung, Packlisten

Da das Wort Expedition eine ganze Reihe möglicher Aktivitäten umfasst, von der Skidurchquerung Grönlands, über eine Motorradtour quer durch die Sahara bis hin zum Survival-Trip im Amazonasgebiet, wollen wir erstmal kurz definieren, worum es uns hier gehen soll.

Die folgende Packliste soll eine Übersicht geben über die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, die für eine mehrwöchige hochalpine Expedition nötig sind. Angefangen von den Basics, über die Ausrüstung für das Basislager bis hin zur eigentlichen Kletterausrüstung sollte die Liste einen guten Überblick über das Nötigste bieten. Weitere wichtige Hinweise folgen im Anschluss an die Packliste.

Anmerkung: Die Ausrüstung, die mit auf den Berg geht, ist kursiv gehalten.

Im Vorfeld solltest du checken:









Ausrüstungs-Basics:




















Basislager & Hochlager:












Kochausrüstung & Lebensmittel

















Expeditionskleidung















Kletterausrüstung














Zusätzliche Hinweise zur Packliste für Expeditionen

Wie oben im Text bereits angemerkt, ist es schwer, eine allgemeingültige Packliste für Expeditionen zusammenzustellen, weil der Begriff an sich ein sehr weites Feld abdeckt. Selbst wenn man, wie hier geschehen, den Fokus auf außereuropäische, hochalpine Bergexpeditionen setzt, gibt es noch zahlreiche Varianten.

Es ist eine völlig andere Hausnummer, ob man sich einer kommerziellen, geführten Expedition anschließt oder alles selbst organisiert. Eine Expedition mit Trägern, Fixseilen und mehreren festen Zwischenlagern bedarf einer ganz anderen Planung (und ganz anderer Ausrüstung) als eine Besteigung im Westalpen-Stil (bei der man alles, was man braucht, im Rucksack mit sich führt). Nicht zuletzt machen der Charakter und die Höhe des Berges sowie die Schwierigkeit der Route einen erheblichen Unterschied aus.

Um es nicht unnötig zu komplizieren: die Packliste geht von einer geführten Expedition in einer Gipfelhöhe aus, in der noch kein künstlicher Sauerstoff (und die entsprechende Ausrüstung) benötigt wird.

Leistungsumfang im Vorfeld in Erfahrung bringen

Der Reiseveranstalter wird im Vorfeld sehr genau beschreiben, was zum Leistungsumfang der Expedition gehört und was nicht. Falls es hier Unklarheiten gibt, diese unbedingt rechtzeitig abklären und ggfs. erforderliche Ausrüstung kaufen und noch zu Hause ausprobieren (ein Gletscher ist der falsche Ort um zu lernen, wie man Steigeisen anzieht). Wichtig sind hier die Punkte Versorgung mit Lebensmitteln, Brennstoff und Unterkünfte. Es macht einen großen (auch finanziellen) Unterschied, ob man sich mehrere Höhenzelte selbst kaufen muss, oder auf gestelltes Material zurückgreifen kann. Gleiches gilt auch für die Kletterausrüstung, insbesondere Seile. Fixseile, insofern benötig, werden vermutlich von den Guides gestellt und auch verlegt, bei Kletterseilen kann das anders aussehen.

Je besser man im Vorfeld Bescheid weiß, desto weniger unnötige Eigenausrüstung fliegt man im Zweifelsfall um die halbe Welt. Andererseits sollte man bei bestimmten Dingen auch keine Kompromisse eingehen und zum Beispiel bei der Besteigung nur Lebensmittel nutzen, von denen man weiß, dass man sie auch verträgt. Hier muss man mit gesundem Menschenverstand abwägen, wo man Prioritäten setzen sollte.

Wichtige Abschlussbemerkung

Wie schon mehrfach erwähnt, ist jede Expedition verschieden, also kann es nie eine perfekte Packliste geben, die generell stimmt. Die hier angegebenen Ausrüstungsgegenstände können nur ein Vorschlag sein, der individuell (am besten in Absprache mit den Bergführern) erweitert oder zusammengestrichen werden muss.

Außerdem gilt es eine gesunde Balance zu finden zwischen „alles dabei“ vs. „schnell und leicht unterwegs“ und zwischen „leicht“ vs. „robust“. Viel Spaß beim Packen für die Expedition und natürlich beim Bergsteigen!

eisklettern

Packliste Eisklettern

10. November 2016
Ausrüstung, Packlisten

Eisklettern wird von Jahr zu Jahr beliebter. Und das, obwohl die Hürde bei dieser Kletterdisziplin eher hoch ist: der Zeitraum kurz, nur an wenigen Orten möglich, und man muss einiges wissen über Eis, Wetter und Sicherung im Eis. Und dann braucht es auch noch die Technik und die Kraft, sich mit Steigeisen und Eisgeräten an der Wand zu halten.

Die folgende Liste dient in diesem Sinne als Grundausstattung, die ein jeder individuell an die Charakteristika der Route anpassen kann:

Bekleidung









Ausrüstung













Das sollte auch immer dabei sein













Je nach Bedarf





Eisklettern sollte nur, wer auch weiß, was er tut und wo er sich bewegt. Fürs sicheres Eisklettern reicht das Wissen über Sportklettern nicht aus.

Beim Eisklettern ist es meist ziemlich frisch. Zumindest der Sichernde bekommt schnell kalte Füße, dem Kletterer hingegen wird schon nach wenigen Metern ziemlich warm. Man sollte sich bei der Auswahl der Kleidung auf die zum Teil deutlichen Minusgrade einstellen und die Tatsache, dass man sich an gefrorenem Wasser bewegt, welches gerne schmilzt, wenn es mit dem Körper in Kontakt kommt. Wasserdichte Hosen und Jacken sind zu empfehlen.

Auch bedenken sollte man, dass man mit spitzen und scharfen Gegenständen hantiert wird. Steigeisen und Eisgeräte sind so gemacht, dass sie sich leicht ins Eis fressen und dort halten. Bei der Auswahl der Kleidung sollte man daher robuste Materialien aussuchen oder sensiblere Schichten (Daunenjacke) unter eine robuste Schicht (Hardshelljacke) packen.

mountainbike_transalp

Packliste MTB Transalp

7. November 2016
Ausrüstung, Packlisten

Einmal eine Transalp zu unternehmen steht auf der To-do-Liste vieler ambitionierter Mountainbiker. Neben guter Trainingsvorbereitung und akkurater Planung der einzelnen
Etappen ist die richtige Ausrüstung ausschlaggebend für das Gelingen einer Alpenüberquerung.

Hier findest du eine Packliste für deine anstehende Transalp.

Bekleidung










Ausrüstung unterwegs











Werkzeug & MTB-Kleinteile







Für die Hütte













Am Körper trägst Du Deine MTB-Schuhe und Socken, eine gepolsterte Radhose und ggf. eine Baggy-Shorts, ein Funktionsunterhemd und ein Trikot. An den Händen sorgen MTB-Handschuhe für guten Grip an den Lenkergriffen und der Helm für Sicherheit und Sonnenschutz zugleich. Eine passende Outdoor-Brille schützt die Augen vor der Sonne und vor Schmutz.

Damit du all die empfohlenen Sachen in deinem Rucksack auch Platz hast, empfehlen wir dir Rucksäcke ab 25 l. Es gibt spezielle Ausführungen für Mehrtagestouren. Achte darauf, dass die Rucksäcke über einen Regenschutz verfügen.

Tipp: Packe deine Wechselklamotten in Plastiksäckchen! So bleiben sie garantiert trocken.

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Welche Ausrüstung brauche ich für meine erste Skitour?

2. November 2016
Ausrüstung

Jedes Jahr freue ich mich bereits im Hochsommer auf die anstehende Skitourensaison. Das liegt vor allem daran, dass ich es einfach mag auf hohe Berge zu steigen und dann elegant mit den Skiern abzufahren. Hinzu kommt noch, dass sich über die Jahre hinweg bei mir eine gewisse Routine etabliert hat. Typische Anfängerfehler sind überwunden und das genau ist einer der Gründe, warum ich diese Sportart so sehr mag.
„Schön!“, wird jetzt da der eine oder andere sagen, „aber was bringt das mir persönlich?“. Ganz einfach, nur weil ich teilweise mit der falschen oder unpassenden Ausrüstung unterwegs war, muss das nicht zwangsläufig auch jeder Skitourenneuling machen. Schauen wir uns also einmal an, welche Ausrüstung für eine Skitour benötigt wird und wo dabei die Feinheiten liegen.

Aufstiegs- oder Abfahrtsorientiert – Wo liegt dein Fokus?

Um das weite Feld der Skitourenausrüstung ein wenig besser fassen zu können, lohnt es sich, zwei weit verbreitete Philosophien einmal näher anzuschauen. So lassen sich zwei Typen von Skitourengängern unterscheiden: die Aufstiegsorientierten und die Abfahrtsorientierten. Natürlich handelt es sich hierbei nur um Stereotype und es gibt sicherlich auch zahlreiche Personen, die sich irgendwo dazwischen einordnen. Nutzen wir aber einmal dieses vereinfachte Bild zur Verdeutlichung:

Der aufstiegsorientierte Skitourengeher

Vom athletischen Tourengänger, der den Berg förmlich hinaufrennt, bis zum Bergfex, dem sprichwörtlich kein Weg zu weit und keine Nordflanke zu steil ist, sind hier die unterschiedlichsten Bergphilosophien vertreten. Eines eint sie jedoch: Der Weg ist das Ziel! Also in diesem Fall der Aufstieg. Dieser kann eigentlich gar nicht lang oder anspruchsvoll genug sein. Die Abfahrt ist dabei eher zweitrangig. Ob diese durch Tiefschnee oder Bruchharsch geht, spielt nur selten eine Rolle. Beim Thema Material achtet er vor allem auf das Gewicht. Skier, Schuhe und Co. müssen so leicht wie möglich sein. Da die Abfahrt nur als Nebenprodukt des Aufstiegs betrachtet wird und der Fahrspaß zweitrangig ist, kommen hier zumeist kürzere, schmalere und leichtere Skier zum Einsatz. Auch in Sachen Schuhe wird in erster Linie Wert auf ein ermüdungsfreies Gehen gelegt. Hie kommen nicht selten vergleichsweise weiche und flexible Skitourenschuhe zum Einsatz. Auch bei der Tourenskibindung und den Fellen stehen ein geringes Gewicht und ein möglichst angenehmes Gehen im Vordergrund.

Der abfahrtsorientierte Skitourengeher

„No friends on powder days!“, ist das Lebensmotto des Abfahrtsorientierten Tourengängers. Er ist immer auf der Suche nach dem idealen Spot, der genialen Tiefschneeabfahrt oder dem herausfordersten Couloir. Man kann den abfahrtsorientierten Tourengeher nicht unbedingt als lauffaul bezeichnen. Wenn sich aber durch eine geschickte Tourenplanung die Länge der Abfahrt im Vergleich zur Aufstiegslänge steigern lässt, nimmt er das gerne mit. Für den abfahrtsorientierten Skitourengänger ist es in erster Linie wichtig, dass es den Berg runter möglichst gut läuft. Ein Ski, der im Tiefschnee oder Firn förmlich absäuft, wird hier nicht nur als unangenehm empfunden, sondern stellt den Sinn des ganzen Tages infrage. Ähnlich wie beim Freeriden kommen hier daher vergleichsweise breite und lange Skier zum Einsatz. Da der Aufstieg eher ein notwendiges Übel als zusätzlicher Bergspaß ist, sind Schuhe, Bindung und Skier stark auf Robustheit und Fahrperformance getrimmt. Ein geringes Gewicht ist dabei eher zweitrangig.

Gerade für Einsteiger ist es oft schwierig, die passende Ausrüstung zu finden. Daher empfiehlt es sich, schon vor dem Kauf von Ausrüstungsgegenständen darüber nachzudenken, worauf der persönliche Fokus liegt. Auch ist es wichtig, das Fahrkönnen und die allgemeine Fitness in die Betrachtung einfließen zu lassen. Wer sich beispielsweise mit Spitzkehren am Steilhang schwertut, sollte eher zu kürzeren Skiern greifen. Wer aber ein hohes Körpergewicht mit sich bringt, ist sicherlich mit etwas breiteren und längeren Skiern besser bedient.

Lawinenausrüstung – Lebensretter im Notfall

Eine gute Lawinenausrüstung ist bei jeder Skitour ein Muss. Bestehend aus LVS-Gerät, Schaufel und Sonde, sorgt sie im Ernstfall dafür, dass eine schnelle Kameradenrettung erfolgen kann. Wo hier die Unterschiede liegen und was beim Kauf beachtet werden sollte, haben wir in einem gesonderten Artikel einmal näher beleuchtet. Trotzdem möchte ich euch hier einmal die wichtigsten Infos zusammenfassen.

  • LVS-Gerät. Ein gutes LVS-Gerät kann Leben retten. Dabei ist es aber nicht nur wichtig, dass das Gerät über eine möglichst neue Technik verfügt, sondern dass man auch damit umgehen kann. Für Personen, die technisch nicht sonderlich versiert sind, ist im Zweifelsfall ein Gerät mit wenigen bis keinen Zusatzfunktionen besser zu verstehen, als ein ausgesprochenes Profigerät. Welches hier das beste Gerät ist, hängt also stark von persönlichen Faktoren ab. Wer nach einem Lawinenabgang erst einmal in der Bedienungsanleitung nachlesen muss, hat eigentlich schon verloren. Aus diesem Grund ist es wichtig, ein Gerät zu wählen, das man schon fast intuitiv bedienen kann. Auch muss der Umgang mit dem LVS-Gerät regelmäßig geübt werden.

  • Lawinenschaufel. Für Schaufeln lässt sich verallgemeinernd sagen, dass mit einem längeren Stiel der Wirkungsgrad steigt und mit einem größeren Schaufelblatt selbstverständlich auch mehr Schnee bewegt werden kann. Auch ist ein Trittrand am Schaufelblatt gerade bei hartem Schnee sehr hilfreich. Dennoch sollte man nicht einfach die größte und längste Schaufel kaufen, die sich auf die Schnelle finden lässt. Denn eine größere Schaufel ist immer auch schwerer als eine Kleinere. Außerdem sind hier kleinere Personen deutlich im Nachteil. Wer mit einer zu langen Schaufel gräbt, ermüdet deutlich schneller. Auch kann es sein, dass die einzelnen Segmente des Schaufelstiels zu lang für eher kleinere Rucksäcke sind.
  • Lawinensonde. Im Bereich der Sonden gibt es deutliche Gewichtsunterschiede. Dies liegt zumeist am Material sowie der Bauart. Neben einer ausreichenden Länge (mindestens 2,40 m) und einer guten Verwindungssteifigkeit, ist es auch wichtig, dass die Sonde in den Rucksack passt. Gerade bei Sonden variiert die Länge der einzelnen Segmente je nach Modell stark. Wer selbst eine kurze Rückenlänge hat und somit einen eher kleinen bzw. niedrigen Rucksack besitzt, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass die Segmente möglichst kurz sind.

Skitourenrucksack – worauf kommt es an?

Neben den herkömmlichen Skirucksäcken hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Lawinenrucksäcke so einiges am Markt getan. Zahlreiche Hersteller bieten die unterschiedlichsten Systeme mit den verschiedensten Funktionsweisen an. Wiebke hat in ihrem Artikel zum Thema Lawinenrucksäcke die wichtigsten Entwicklungen am Markt einmal zusammengefasst und näher erläutert.
Wir wollen uns daher hier nur auf den Rucksack in seiner Funktion als Gepäckstück beschränken. Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Rucksack passt. Er muss gut sitzen und darf auch bei längerem Tragen nicht drücken. Darüber hinaus müssen alle Ausrüstungsgegenstände in den Rucksack passen. Es ist also wichtig, dass der Rucksack weder ein viel zu großes, noch ein deutlich zu kleines Volumen hat. Ein paar Features können dabei das Leben auf der Tour wesentlich erleichtern:

  • Fach für Notfallausrüstung. Hierbei handelt es sich um ein Fach, in dem Schaufel und Sonde untergebracht werden können. Je nach Rucksack ist hier auch zusätzlich Platz für Erste-Hilfe-Beutel und Biwaksack. Hierdurch ist im Notfall die entsprechende Ausrüstung schnell griffbereit und muss nicht lange im Rucksack gesucht werden.
  • Kompatibilität mit Trinksystemen. Viele Skitourenrucksäcke bieten die Möglichkeit, ein Trinksystem zu integrieren. Besonders praktisch sind dabei Rucksäcke mit isolierten Fächern und einem isolierten Trinkschlauchkanal im Träger. Hierdurch bleiben heiße Getränke warm und kalte Getränke frieren nicht ein. Verfügt der Rucksack selbst nicht über eine entsprechende Isolation für den Schlauch, kann diese auch an den Trinkblasen nachgerüstet werden. Dies ist sehr zu empfehlen, da sonst mitunter schon nach kurzer Zeit Schlauch und Mundstück völlig vereist sind.
  • Ski- und Eispickelhalterung, Materialschlaufen. Wer auch auf Skitour hoch hinaus will und sich öfter in hochalpinem Gelände tummelt, hat nicht selten auch einen Eispickel im Gepäck. Auch kann es sein, dass der letzte Aufschwung zum Gipfel nur gehend oder kraxelnd zu erreichen ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Rucksack zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten für Skier, Stöcke und Eispickel besitzt.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt…

Wer auf Skitour geht, sollte sich vorab ein paar Gedanken zu seiner Ausrüstung machen. Die Frage nach dem „Wofür“ ist hierbei entscheidend. Auch lohnt es sich, seine Bekleidung angemessen zu wählen. Wer hier zu viel mitnimmt, hat die ganze Tour mit unnötigem Ballast zu kämpfen. Gerade bei Touren mit mehreren Aufstiegen und Abfahrten ist es wichtig, die Felle möglichst gut zu behandeln. Diese sollten bei Pausen nach Möglichkeit immer zum Trocknen aufgehängt werden. Auch gibt es Modelle, die weniger zum Durchnässen und somit zur Stollenbildung neigen.

bouldern-am-fels

Packliste Bouldern am Fels

31. Oktober 2016
Ausrüstung, Packlisten

Bouldern – das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – erfreut sich als Alternative bzw. Ergänzung zum Sportklettern nicht nur im Winter großer Beliebtheit. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem klassischen Klettern ist, dass man zum Bouldern nahezu kaum kostenintensive Ausrüstung braucht. Ein paar bequeme Kletterschuhe, normale Sportsachen und ein kleiner Magnesiumbeutel mitsamt einer Handvoll des weißen Goldes reichen für den Anfang bereits vollkommen aus.

Wer jedoch länger dabei bleibt und sich die recht steile Lernkurve nach oben wurschtelt, wird schnell merken, dass das Kraxeln an künstlichen Griffen in der Halle längst nicht alles sein kann. Spätestens wenn der Frühling mit den ersten Sonnenstrahlen lockt, zieht es einen förmlich hinaus an den Fels. Dass hierzu ein bisschen mehr an Equipment nötig ist liegt auf der Hand. Schließlich sind weiche Matten draußen genauso Fehlanzeige, wie stickige Luft und aufgepumpte Fitnessstudio-Flüchtlinge.

Aus diesem Grund folgt hier in aller gebotenen Kompaktheit eine kurze Packliste zum Bouldern am Fels.

Boulderausrüstung & Bekleidung








Zusätzliche Ausrüstung (Optional)






In diesem Sinne heißt es nicht zu Unrecht: Vor dem Bouldern ist nach dem Bouldern. Ein solides Aufwärm- und leichtes Dehnprogramm vor dem ersten Einstieg macht also nicht nur aus sportphysiologischer Sicht Sinn, es reduziert auch deutlich das Verletzungsrisiko. Und wie wichtig eine aktive Nachbereitung zum Training der Antagonisten ist, wissen spätestens alldiejenigen mit muskulären Verkürzungen und dem klassischen „Kletterrücken“. Hier empfiehlt sich also zusätzlich das Lesen einschlägiger Literatur zum Thema „Gimme Kraft“, als auch „Yoga für Kletterer“ sowie sonstiger Lehr- und Trainingshandbücher.

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Lowa – Camino GTX – Wanderschuhe

27. Oktober 2016
Gear-Tipp!

gt_blog_vorlageFür Wanderer beginnt jetzt die beste Jahrszeit. Nicht zu kalt, nicht zu warm und die Natur zeigt sich mit buntem Blätterwerk von ihrer besten Seite. Bergfreund Stephan treibt es ebenfalls regelmäßig hinaus und weiß deshalb was einen guten Wanderschuh ausmacht. Seine Wahl fällt auf den Camino GTX von Lowa. Was den Schuh so besonders macht, verrät er Euch in seinem Gear-Tipp!

Ich war auf der Suche nach einem Wanderschuh, der weder zu klobig noch schwer ist. Gleichzeitig sollte er eine steife Sohle haben, damit ich auch mal schweres Gepäck tragen oder eine einfache Bergtour/Klettersteige gehen könnte.

Vorteile

Wie man es von Lowa gewohnt ist, sind die Schuhe sehr bequem und passen wie angegossen. Dazu besitzt er eine zwei Zonen Schnürung, die mir persönlich besonders zusagt, da ich einen schmalen Fuß habe. Ich muss beim Bergabgehen nur kurz die Schnürung nach oben ziehen und laufe nicht Gefahr, dass sich der Rist dabei lockert.

Ebenso der Schaft des Schuhs – der ist wirklich gelungen, drückt nicht und ermöglicht einen leichten Einstieg. Außerdem ist dadurch ein gutes Abrollverhalten gegeben. So verleiht er dem Fuß einen guten Halt am Knöchel, was vor allem beim Bergabgehen ein Plus an Sicherheit gibt.

Auch die Vibram-Sohle des Camino GTX hat mich bisher nicht enttäuscht, sowohl im Fels/Geröll, als auch auf Waldboden finde ich guten Halt, selbst wenn der Untergrund feucht ist. Nur bei starkem Matsch ging etwas von der ansonsten soliden Griffigkeit verloren.

Verarbeitung; Qualität

Nach einen halben Jahr kann ich bisher nur positives über die Verarbeitung berichten. Keine offenen Nähte, die Ösen verbiegen sich nicht und der Schuh ist weiterhin absolut wasserdicht. Das Leder ist zudem bisher noch sehr geschmeidig und sieht auch nach einigen bestandenen Touren noch aus wie neu. Die Qualität des Schuhes entspricht damit in Gänze meinen Erwartungen.

Einsatzgebiet

  • Wanderungen (von einfach bis schwer)
  • Leichte Bergtouren
  • Leichte Klettersteige

Für wen eignet er sich besonders

Top Schuhe für alle Allrounder, die es auf langen Touren gerne bequem mögen. Durch die tolle Schaftkonstruktion und der ausreichend steifen Sohle sind aber auch mehrtägige Berg- und Hüttentouren mit Gepäck überhaupt kein Problem.

 

 

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Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Arc’teryx – Zeta AR Jacket – Hardshelljacke

15. Oktober 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Markus im Glacier Nationalpark (British Columbia)Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst beginnt die Blätter zu färben. Eine perfekte Gelegenheit, die Wanderschuhe anzuziehen und das Naturschauspiel zu bewundern. Damit wechselhaftes Wetter dem Ausflug nicht ein frühzeitiges Ende setzt, darf eine Regenjacke nicht fehlen. Bergfreund Markus hat unter unzähligen Modellen von dutzenden von Herstellern seinen persönlichen Favoriten gefunden. Die Zeta AR Jacke von Arc’teryx. Warum Markus so begeistert von der Hardshell-Jacke ist, erzählt er Euch in dem folgenden Gear-Tipp.

Meine Anforderungen beim Kauf waren hoch, da auch Arc’teryx einen Premium-Anspruch an sich selbst stellt. Entsprechend hoch sind die Preise: Während die UVP im Sommer 2014 – als ich die Jacke kaufte – „nur“ 400€ betrug, kostet das aktuelle Modell bereits 450€.

Die Zeta AR ist aus dreilagigem N70p GORE-TEX-Material gefertigt und hat ein Gewicht von lediglich 448 Gramm (Größe M). In Verbindung mit der sehr kleinen Packmasse ist sie bestens für Trekkingtouren geeignet, da hier die Gewichtsreduktion im Vordergrund steht. Sie ist etwas kürzer geschnitten als beispielsweise die Arc’teryx‘ Topmodell Theta AR und eignet sich deshalb auch für Klettertouren und fürs Fahrradfahren. Obgleich jeder, der längere Jacken bevorzugt mit dem Schnitt weniger glücklich sein wird, finde ich die Passform ideal. Denn trotz des figurbetonten Schnittes ist die Bewegungsfreiheit wirklich toll! Hinzufügen möchte ich noch, dass durch die Position der Taschen keine Einschränkungen beim Tragen eines Hüftgurtes entstehen und diese sich selbst mit Handschuhen noch gut öffnen lassen!

Die Verarbeitung der Jacke bewegt sich auf hohem Niveau, was angesichts des Kaufpreises aber auch nicht anders zu erwarten war. Obwohl ich sie beinahe täglich trage, weisen weder die Reißverschlüsse noch die Membran an sich Abnutzungserscheinungen auf, auch nicht an Stellen wie den Schulterpartien, die durch häufiges Rucksacktragen zusätzlich belastet werden. Mit dem Kundenservice von Arc’teryx bin ich ebenfalls sehr zufrieden: Nachdem infolge eines Sturzes in Südfrankreich das GORE-TEX-Material durchgescheuert und einige getapte Nähte aufgerissen waren, schickte ich die Jacke ein. Die Reparatur dauerte zwar einige Wochen, was aber zu verschmerzen war. Mit der Qualität der Ausbesserungen bin ich sehr zufrieden!

Besonders hervorheben möchte ich noch die ästhetische Schlichtheit der Jacke. Entgegen des allgemeinen Trends, dass Outdoor-Oberbekleidung knallbunte Farben besitzen müsse, wird die Arc‘teryx Zeta AR (noch) in schlichtem Schwarz oder zumindest einfarbigem Rostbraun angeboten. Mit diesen zeitlosen Varianten ist man in den Bergen genauso gut aufgehoben wie in einem Restaurant.

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Recycelte Daune von Patagonia

Recycelte Daune by Patagonia

13. Oktober 2016
Ausrüstung

Seit jeher ist Patagonia eine der Outdoor-Marken, die nicht nur viel Wert auf Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung legt (Stichwort CSR), sondern diese Punkte auch fest in ihrer Firmenphilosophie verankert hat. So unterstützen die Kalifornier unter anderem Förderprogramme für Umweltschutzgruppen, sind Teilnehmer am Fair Trade Programm und haben mit den bis dato einzigartigen Footprint-Chronicles eine virtuelle Karte erschaffen, auf der die komplette Lieferkette der Produktion von Outdoor-Bekleidung interaktiv nachvollzogen werden kann. Auch bereits verwendete Materialien werden emsig recycelt bzw. wiederverwertet, darunter Baumwolle, Schafswolle, Polyester, Nylon und – seit neuestem – ebenso Daune!

Ein logischer Schritt

Daunen sind von Natur aus recht robust und meist noch voll funktionell – selbst wenn Jacke oder Schlafsack schon lange auseinander fallen. Dabei steht der Aufwand, bereits gebrauchte Daunen zu reinigen, aufzubereiten und erneut zu verwenden in etwa im gleichen Verhältnis zu der Gewinnung und erstmaligen Verarbeitung neuer Daunen. So macht es längst nicht nur aus diesem Grund durchaus Sinn, gebrauchte Daunen schlichtweg wiederzuverwenden.

Überhaupt ist die Idee, Daunen zu recyceln gar nicht mal neu. In der Decken- und Kissenindustrie etwa, wird diese Methode schon seit vielen Jahre praktiziert, wo entsprechende Produkte als Couchée-Daune bezeichnet werden. Da war es nur ein weiterer logischer Schritt, dieses Wissen und die Technologie auf den Bekleidungssektor auszuweiten. Die tatsächliche Umsetzung dessen stellt damit die zweite große Innovation im Produktionsprozess seitens Patagonias dar, nachdem diese bereits seit dem Jahr 2014 ausschließlich Daune verwenden, die zu 100% zurückverfolgt werden kann und weder aus geächteter Stopfmast noch tierquälendem Lebendrupf stammt.

Daune aus Europa

Den größten Markt für recyclebare Daune stellt derzeit zweifelsohne Europa dar. Hier den passenden Partner zu finden, war dennoch nicht ganz leicht. Schließlich muss dieser im gleichen Maße den hohen Qualitäts- und Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht werden, wie Patagonia dies in ihren hauseigenen Richtlinien zur Environmental & Social Responsibility vorlebt. Nach eingehender Suche standen schließlich jedoch zwei Familienbetriebe fest, welche dieselben Wertvorstellungen vertreten und so perfekt mit dem Verantwortungsdenken des neuen, großen Partners harmonisieren.

Am vorläufigen Ende dieses Prozesses stehen für den Kunden schließlich hochwertige Daunenprodukte zur Verfügung, die ein Gemisch aus Gänse- und Entendaune mit einer Bauschkraft von 600 cuin aufweisen. Die recycelte Daune kommt unter anderem bei der Down Shirt Jacke zum Einsatz und ist selbstverständlich als solche entsprechend gekennzeichnet!

skitour

Packliste Skitour

13. Oktober 2016
Ausrüstung, Packlisten

Warum sich an vorgegebene Pisten halten, wenn man querfeldein ein wunderbares Naturerlebnis erleben kann. Das denken sich immer mehr Skifahrer und machen genau das. Hier die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, die dabei sein sollten.

Die folgende Liste dient in diesem Sinne als Grundausstattung, die ein jeder individuell an die Charakteristika seiner Tour anpassen kann:

Bekleidung










Ausrüstung









Lawinenausrüstung





Das sollte auch immer dabei sein













Falls auf der Hütte übernachtet werden soll






Wenn noch Platz im Rucksack ist




Wer abseits von bewirtschafteten Pisten Skifahren möchte, genießt nicht nur die Freiheit sich ganz nach Belieben bewegen zu können, er/sie verzichtet auch auf die Sicherheit einer gespurten Piste und setzt sich den Risiken einer wilden Winterlandschaft mit Wetterumstürzen und Lawinen aus. Daher sollte sich jeder, der auf Skitour geht, gut auskennen mit dem Wetter in den Bergen, Lawinenkunde und Lawinenrettung. Die Reduktionsmethode von Werner Munter zur schnellen Entscheidungsfindung vor Ort im Schlaf zu beherrschen ist sicher ein guter Anfang. Und natürlich nie alleine losziehen, wenn es in gefährliches oder unbekanntes Gelände geht.

Die hier genannte Liste bezieht sich auf eintägige Skitour, die evtl. mit einer Übernachtung auf einer Hütte kombiniert wird. Wenn die Übernachtung draußen unter freiem Himmel stattfinden soll, dann bedarf es wesentlich mehr Ausrüstung. Bitte in diesem Fall die Liste fürs Biwak hinzuziehen.

Testbericht zum Edelrid Ohm

Das OHM von Edelrid – ein Widerstand, der Sinn macht

11. Oktober 2016
Ausrüstung

Gute Nachrichten für alle Seilschaften mit großem Gewichtsunterschied: Ihr könnt endlich entspannt miteinander Klettern gehen, denn Edelrid hat sich ein neues Gerät ausgedacht, dass dies ermöglicht. Wir haben das OHM für Euch getestet und untersucht, was es kann, was nicht und für wen es eigentlich geeignet ist. Um zu verstehen, was das OHM macht, müssen wir einen kleinen Ausflug in den Bereich der Klettertheorie unternehmen. Denn wer Klettern möchte, muss auf sein Gewicht achten. Allerdings weniger auf das Eigene, als viel mehr auf den Gewichtsunterschied zwischen dem eigenen Gewicht und dem des Kletterpartners. Ist dieser zu groß, wird das Sichern für die leichtere Person nicht nur unbequem, ab einem gewissen Gewichtsunterschied kann es gefährlich werden, besonders im Vorstieg.

Gewichtsunterschiede beim Klettern

Wer sich mit den Gewichten beim Klettern beschäftigt, weiß, dass sich bei einem Sturz schnell große Kräfte entwickeln können. Wie hoch diese genau sind, kann in unserem Kalkulator für Fallhöhen nachgesehen werden.

Daher hat der Deutsche Alpenverein (DAV) eine Empfehlung herausgegeben, welche Gewichtsunterschiede okay sind, welche gerade noch vertretbar sind, und ab welchem Gewichtsunterschied Seilschaften eigentlich nicht mehr gemeinsam klettern sollten. Eine Studie zur Sicherheit in Kletterhallen aus dem Jahr 2012 ergab, dass in 8,5% der untersuchten Fälle der Kletterer zu schwer für den Sichernden war.

Dabei kann man den Gewichtsfaktor ganz leicht errechnen:
Gewicht Kletterer / Gewicht Sicherer = Faktor x

Hier ein Beispiel: Bei einem Kletterer von 75 kg und einem Sicherer/einer Sichernden mit 55 kg ergibt sich ein Gewichtsfaktor von 1,36. Damit liegt die Seilschaft bereits weit über dem vom DAV empfohlenen Gewichtsfaktor (im Vorstieg).

Faktor0,7 – 0,80,9 – 1,11,2 – 1,3> 1,2 – 1,5
SicherungsgerätTubeTube oder HalbautomatHalbautomatHalbautomat und Sandsack
EmpfehlungExtrem weich SichernIdeales Gewichtsverhältnis, weich Sichern durch AbfedernNur erfahrene KlettererNur Experten, wenn überhaupt

Wie man an der obigen Beispielrechnung sieht, ist der Spielraum der noch tolerierbaren Gewichtsunterschiede relativ gering. Gerade, wenn Männer und Frauen zusammen klettern, ist man ziemlich schnell über dem empfohlenen Faktor von 1,1.

Wie funktioniert das Ohm von Edelrid

Das Ohm ersetzt im Grunde die erste Expressschlinge an der Kletterwand und wird statt ihr in den ersten Haken eingehängt. Kommt es zu einem Zug auf das Bremsseil, wird das Ohm nach oben gezogen. Dadurch verändert sich der Winkel des Seildurchlaufs im Ohm und es entsteht eine erhöhte Reibungswirkung. Durch diese Reibung wird ein Widerstand aufgebaut, welcher das Seil progressiv abbremst – also nicht abrupt stoppt, sondern lediglich die Durchlaufgeschwindigkeit herabsetzt. Beim Sichernden kommt somit weniger Energie an, die stattdessen in den ersten Haken geleitet wird.

Was bringt das Ohm

Die erhöhte Reibung in der Sicherungskette führt dazu, dass der Ruck, der beim Sichernden ankommt, spürbar abgeschwächt wird. Dadurch wird der Sichernde nicht mehr so hart nach vorne an die Wand oder in Richtung der ersten Exe gezogen. Wird mit einem Tube gesichert, wird zudem weniger Handkraft benötigt, um den Sturz zu halten.

Kletterer, die mit wesentlich leichteren Kletterpartnern klettern, müssen zur Vermeidung unkontrollierter Stürze häufig vorsichtiger klettern. Durch das Ohm soll diese Notwendigkeit wegfallen. Da der Gewichtsunterschied „ausgeglichen“ bzw. „vermindert“ wird, können leichtere Sicherer auch unkontrollierte Stürzen kontrolliert sichern. Der Kletterer kann somit unbeschwert an sein Leistungslimit gehen.

Was bringt das Ohm nicht

Ganz wichtig: das Ohm ist kein Sicherungsgerät und es ändert nichts an der aktuellen Lehrmeinung des DAV. Wer das Ohm verwendet, sichert wie gewohnt mit seinem bevorzugten Sicherungsgerät und – ganz wichtig – schaltet seinen Kopf ein.

Das betrifft ebenso das Thema Altersunterschied. Das Ohm gleicht Gewicht aus, aber keine Erfahrung. Wer das Gerät verwendet, muss weiterhin wie gewohnt sichern (Ausbildung) und die Verantwortung für den Kletterer übernehmen können (Alter). Es ist nicht dafür gedacht, dass Eltern mit ihren viel zu jungen Kindern klettern gehen!

Das Ohm im Test – hält es was es verspricht?

Wir haben das Ohm unter verschiedenen Bedingungen getestet: Vorstieg Halle und Fels, Toprope Halle sowie im Kinderkletterkurs (unter Anleitung und Betreuung beim Sichern).

Mehr Komfort und Sicherheit für den Sichernden

Testbericht zum Edelrid OhmJa, das Ohm macht das Sichern von schweren Personen nicht nur wesentlich sicherer, sondern auch komfortabler. Während verschiedener Szenarien (variable Sturzhöhe und Gewichtsunterschiede) zeigt sich, dass der Ruck, der beim Sichernden ankommt, wesentlich geringer ist, als ohne das Ohm, dabei jedoch sehr gleichmäßig verläuft. Das macht das Sichern angenehmer. Das Verwenden eines zusätzlichen Sandsackes als Extra-Gewicht war nicht mehr nötig. Auch das Ablassen funktioniert mit dem Ohm um einiges entspannter. Das Handling erinnert dabei an eine Route mit schrägem Seilverlauf und damit erhöhter Reibungswirkung.

Im Gegensatz zum Sandsack, kann man sich mit dem Ohm als Sicherer frei am Wandfuß bewegen. Dadurch ist der Sicherer in der Lage, seine Position an die Kletterrichtung des Kletternden anzupassen. So kann zusätzlich beim Klettern in Bodennähe, ein Sturz auf das Sicherungsseil verhindert werden. Ein großer Zugewinn.

Mehr Freiheit für den Kletterer

Die testenden Kletterer sind sich einig, dass das Ohm ein Plus an Sicherheit und damit Gelassenheit für den Kletterer bringt, da dieser sich voll auf sein Klettern konzentrieren kann und Stürze nicht länger ein Tabuthema sind. Somit können die Kletterer eher an ihr Leistungslimit gehen und auch schwere Routen in Bodennähe versuchen.

Das Ohm im Toprope

Da nicht alle Seilschaften im Vorstieg unterwegs sind, haben wir das Ohm weiterhin im Toprope getestet. Die Bremseigenschaften funktionierten auch hier wie erwartet einwandfrei. Einziger Nachteil: durch die Führung in der ersten Exe ist der Sichernde in seiner Position an der Wand nicht so frei, wie normalerweise beim Topropesichern. So kommt es eher dazu, dass der Kletterer ein störendes Seil zwischen sich und der Wand hat.

Das Ohm am Fels…

… funktioniert genauso, wie in der Halle. Da am Fels der Seilverlauf häufig jedoch nicht so gerade verläuft wie in der Halle, sollte man berücksichtigen, dass durch diesen Umstand bereits naturgemäß mehr Zug auf dem Seil herrscht. Daher ist das Ohm nicht unbedingt in allen Routen notwendig.

Das Handling…

…ist einwandfrei. Zugegeben anfangs erscheint einem das Gewicht des Ohm etwas befremdlich, aber schließlich muss man ihn nur bis zur ersten Exe tragen und das Gewicht ist nötig, damit das Ohm bei einer Entlastung des Seils von sich aus herunterfällt und der Widerstand damit wieder wegfällt.

Beim Seilnachziehen merkt man das Ohm ebenfalls kaum. Lediglich nach einer Pause in der Wand sollte man sicherstellen, dass das Seil vollkommen entlastet und das Ohm wieder unterhalb der Exe hängt, sonst kann es hakelig werden. Benutzer eines Grigri2 kennen das bereits. Beim Ablassen in der Halle nicht vergessen das Ohm abzubauen, sonst hängt er an der ersten Exe. Und erst das Bremsseil rausnehmen, sonst rauscht das Ohm am Seil dem Sicherer auf die Finger.

Dynamisches Sichern…

…ist möglich, allerdings hängt dies nach unserem Eindruck mit dem Gewicht des Kletterers zusammen. Je leichter der Kletterer (unter 80 kg), desto mehr muss der Sicherer sehr aktiv Sichern um dem Kletterer einen halbwegs dynamischen Sturz zu ermöglichen. Freunde des sehr weichen Sicherns müssen hier evtl. Abstriche machen oder einen Tube verwenden.

Das Ohm mit Kindern

Kinder können bei gleichem Alter stark in ihrem Gewicht variieren. Daher lag bei uns die Idee nahe, das Ohm könnte im Kursbetrieb Seilschaften im Vorstieg (betreut, mit Hintersicherung) möglich machen oder erleichtern. Bei Kindern ist man schnell bei einem Gewichtsverhältnis von 1,3. Leider war das Ohm hier jedoch nicht hilfreich. Da Kinder selten über einem Gewicht von 65 kg liegen, sind dynamische Stürze nur schwer möglich. Wegen dem oben beschriebenen Umständen im Topropebetrieb kommt eine Anwendung im Grunde also nicht in Frage.

Das Testergebnis zum Ohm

Zusammengefasst: Eine sehr gute Idee, die an einem gänzlich neuen Punkt ansetzt. Eigentlich erstaunlich, dass nicht schon früher jemand auf diese Idee gekommen ist. Schließlich gibt es so viele Seilschaften, die entweder nur in leeren Hallen klettern können („Exe aus der Nachbarroute klippen“) oder ausschließlich in der Halle, denn wer nimmt schon gerne einen Sandsack mit an den Fels. Vom alpinen Klettern mal ganz abgesehen.

Macht das Ohm Sinn?

Unserer Meinung nach ja! Zugegeben, man muss ein paar Abstriche machen (dynamisches Sichern, Gewicht, Toprope) aber wenn man bedenkt, dass durch das Ohm Seilschaften miteinander Klettern können, denen dies vorher nicht möglich war, können diese Einschränkungen als vertretbar in Kauf genommen werden. Umso mehr, wenn man den Zugewinn an Komfort beim Sichern und Klettern mit einrechnet. Alles in allem also eine großartige Idee, für die es eigentlich schon höchste Zeit war!

Wann kommt das Ohm auf den Markt?

Voraussichtlich Mitte November sollte es bei uns im Shop zu haben sein. Auf dieser Seite könnt ihr euch eine Benachrichtigung einrichten! Und wenn ihr von Edelrid nicht genug bekommen könnt, dann schaut euch doch mal die neue Kollektion an!