Testbericht: Mountain Equipment Gandiva

21. Mai 2019

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Hope for the best, prepare for the worst – ein Sprichwort, welches nicht nur im Bergsport seine Berechtigung hat. Es trifft gleichermaßen auf die Gandiva Jacket aus dem Hause Mountain Equipment zu. Warum? Das erfahrt ihr in unserem Kurztest. Bergfreund Jan konnte seine Hände natürlich kaum von der ultraleichten Gore-Tex Paclite Plus Jacke lassen und kommt zu einem überaus positiven Fazit.

Hands on: Material und Funktion

Die Gandiva-Jacket ist mit dem neuen Gore-Tex Paclite Plus ausgestattet.

Wie schon erwähnt: Bei der Gandiva Jacket kommt Gore’s ultraleichtes Paclite Plus zum Einsatz. Und das spürt man in jeder Hinsicht. Das Material ist richtig leicht. Zwar raschelt es, was dem einen oder anderen Leisetreter missfallen wird, dafür wiegt die ganze Jacke gerade einmal 240 Gramm. So zumindest die offizielle Angabe. Ich hab‘ die Jacke also in Größe M erst einmal auf die Küchenwaage gelegt. Das Ergebnis: 245 Gramm. Man kann dem Hersteller zunächst einmal glauben. Doch hält das Material auch, was es verspricht? Gore-Tex „garantiert dauerhaften Schutz vor Regen, Wind und mehr – in einer extrem atmungsaktiven Jacke, die ultraleicht und sehr klein packbar ist.“

Zumindest die letzten beiden Punkte kann ich bis hierher abhaken. Zusammengerollt kaum größer als eine durchschnittliche Honigmelone, passt sie für den Notfall in so ziemlich jeden Wander- oder Tourenrucksack. Soweit so gut. Was einem darüber hinaus auffällt: getapte Nähte, stark wasserabweisende AquaGuard-Reißverschlüsse (sowohl am Front-RV als auch den beiden Taschen, dazu jedoch später mehr) sowie eine großzügige, da helmtaugliche (und verstellbare) Kapuze. Hinzu kommt ein zweiteiliger Saumzug, um die Jacke vor dem Eindringen von Wind zu schützen.

Die Kapuze passt auch mit Helm…

Doch kommen wir zur eigentlichen Kernkompetenz der 2,5-lagigen Gandiva Jacket: sie ist absolut wind- und wasserdicht (mit einer Wassersäule von mind. 28.000 mm). Wer einmal einen früh-sommerlichen Regenschauer mit ihr Überstanden hat, wird wissen: Mountain Equipment hat seine Hausaufgaben gemacht. Die Atmungsaktivität der Jacke lässt sich dabei mit einem RET-Wert < 4,5 als schlichtweg hervorragend bezeichnen. Die Membran wird dazu direkt mit dem Außenmaterial verbunden. Die Innenseite ist Carbon-beschichtet und verleiht dem Laminat seine Stabilität. High-Tech in seiner minimalistischsten Form.

Zum Thema Wasserdichtigkeit der Taschen: Auch wenn das Material selbst uneingeschränkt als wasserdicht zu bezeichnen ist, Reißverschlüsse sind dies nie. Darauf weist der Hersteller mit einem Papiereinleger auch explizit hin. In der sogenannten Pocket Advice steht geschrieben, dass es trotz der Verwendung fortschrittlichster Technologien unmöglich ist, jegliches Restrisiko des Eindringens von Wasser vollständig zu reduzieren. Wer beispielsweise Elektronik zu 100% vor Wasser schützen möchte, sollte dies durch die Verwendung eines separaten, wasserdichten Packsackes tun. Und dies gilt bis zum heutigen Tage (im Mai 2019) für jede mir bekannte Jackenkonstruktion.

Einsatzbereich und Fazit

… und hoch angelegte Taschen sind selbst mit Klettergurt prima erreichbar.

Man mag es zwischen den Zeilen bereits herausgelesen haben: Ich habe eine neue Lieblingsjacke! Und das nicht nur für den feuchtfröhlichen (Wander-)Notfall; denn um ihr Dasein einzig und allein im Rucksack zu fristen, ist die Jacke in ihrer schlichten Eleganz viel zu schade. Dennoch: Wer ein Backup für Bergtouren sucht, ist mit der Gandiva Jacket bestens bedient. Wer Wert auf technische Features, wie die helmtaugliche Kapuze legt, kommt hier genauso auf seine Kosten wie Ultraleicht-Fans.

Doch ganz gleich, ob Hüttenwanderung oder im Alltag, für mich hat Mountain Equipment einen würdigen Ersatz für meine altgediente Firefox Jacket (mit Gore-Tex Active Shell) auf den Markt gebracht. Dabei sollte man stets bedenken, dass sich 2,5-lagige Jacken generell nur bedingt zum Tragen schwererer Rucksäcke eignen. Konkret heißt das: ein 25 Liter-Rucksack mit maximal 7 kg Zuladung geht in Ordnung. Anderenfalls ist es schnell vorbei mit der Glückseligkeit, denn sind die Schultern einmal von den Gurten durchgeschubbert, war es das mit der Wasserdichtigkeit. Abgesehen davon bekommt man hier ein starkes Stück Funktionsbekleidung mit hoher Atmungsaktivität für durchaus wärmere früh- oder spätsommerliche Temperaturen mit erhöhtem Regenrisiko.

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