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Was ist eigentlich eine PU-Beschichtung?

4. Dezember 2017

Kategorie

Sportart

Die PU-Beschichtung wird bevorzugt in Outdoor-Bekleidung verwendet

Die PU-Beschichtung wird bevorzugt in Outdoor-Bekleidung verwendet

Die PU-Beschichtung. Jeder, der sich einmal nach funktioneller Outdoor Bekleidung umgesehen und sich währenddessen durch die Untiefen des Textilkennzeichnungs-Dschungels gekämpft hat, der hat dieses Wörtchen sicher schon gehört.

Aber was verbirgt sich hinter diesem kryptisch klingenden Kürzel PU? Brauchen wir das? Kann man darauf verzichten? Finden wir es raus!

Begriffserklärung, Eigenschaften und Schutzwirkung

Um den Begriff Polyurethan zu klären, ziehen wir das allseits beliebt Internet-Lexikon zur Hand. Das klärt uns auf, dass Polyurethan –kurz PU- eine Kunststoffgruppe bezeichnet. Diese Kunststoffgruppe kommt als Hartschaum, Weichschaum, in flüssiger Form oder als Gießharz vor. Entdeckt wurde das Ganze 1932 von einem gewissen Otto Bayer, einem bekannten Chemiker.

Dämmschicht aus Polyurethan-Hartschaum beim Hausbau

Dämmschicht aus Polyurethan-Hartschaum beim Hausbau

Tatsächlich dürfte uns Polyurethan aber weit näher bekannt sein als man auf den ersten Blick denken könnte. Denn seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts hat das PU mit nahezu rasender Geschwindigkeit Einzug in der Industrie gefunden. Neben den abstrakteren Einsatzmöglichkeiten, wie als Wärmedämmung in Häusern oder Kühlgeräten, kommt es auch in alltäglichen Dingen vor. Ob im Topfschwamm, in unseren Rucksackträgern, in Pflastern, in unseren Matratzen, in Skiern, in seiner flüssigen Form kommt es in Farben, Lacken oder sogar in unserer Kosmetik vor. Überall finden wir Polyurethan.

Also ein ganz schön vielseitiges Zeug, so viel steht fest. Aber was ist jetzt die PU-Beschichtung bei unseren Textilien? Ganz einfach! Wie der Name PU-Beschichtung sagt, ist das Ganze eine schützende Schicht aus Polyurethan. Das PU auch in flüssiger Form vorkommt und in Farben und Lacken Verwendung findet, haben wir gehört. In seiner feuchten Inkarnation kann das Polyurethan zu einer Art dauerhaftem Imprägnierungsmittel verarbeitet werden. Und hier wird es für uns Outdoor Fans interessant.

Um den Textilien einen zusätzlichen Schutz zu verleihen, wird ein dünner Film aus flüssigem PU auf sie aufgesprüht. Das sorgt in jedem Fall für starke wasserabweisende Eigenschaften, kann Stoffe aber auch komplett wasserdicht machen. Solch eine Schicht kann einfach und mehrfach aufgetragen werden. Das nennt man dann single- und multicoated. Je nach Bedarf oder Einsatzzweck werden in der Industrie die ganze Textilfläche mit dem Kunststoff behandelt oder jeweils die einzelnen Fasern. Gleichzeitig sorgt eine PU-Beschichtung für zusätzliche Robustheit, macht die Textilien reißfester, knickfester und abriebfester. Eine PU-Beschichtung ist flexibel und haltbar und durch moderne Herstellungsprozesse gibt es sogar atmungsaktive PU-Gewebe. Also ein echtes Wundermittel. Oder?

Vorteile und Nachteile einer Polyurethan Beschichtung

PU beschichtete Bekleidungen sind besonders wasserabweisend

PU beschichtete Bekleidungen sind besonders wasserabweisend

Die Vorteile eine Polyurethanbeschichtung sind nicht von der Hand zu weisen. Der wichtigste Vorteil ist die dauerhafte Dichtheit, die es den Geweben verleiht. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Imprägnierung oder einer DWR ist eine PU-Beschichtung für eine lange Zeit beständig. Wenn auch nicht bis in alle Ewigkeit! Nach einer gewissen Zeit wird eine PU-Beschichtung undicht. Aber wir reden hier von einer sehr, sehr langen Zeit. So lange, wie die wenigsten von uns eine Jacke oder Handschuhe verwenden werden. Also kann das getrost außer Acht gelassen werden.

Als echter Nachteil kann allerdings der Gewichtsaspekt gesehen werden. Eine Polyurethanbeschichtung ist, wie wir mittlerweile wissen, nichts anderes als eine (oder mehrere, je nachdem) Kunststoffschicht. Und die hat ein gewisses Gewicht. Mit Polyurethan beschichtete Textilgewebe sind in aller Regel schwerer als solche, die mit einer DWR behandelt wurden. Überall dort, wo es auf ultraleichte Textilien ankommt, sind PU-beschichtete Kleidungsstücke eher hinderlich.

Eine Polyurethanbeschichtung hat zudem ein gewisses Volumen. Das macht beispielsweise eine Jacke, die polyurethanbeschichtet ist, immer etwas dicker als eine „normale“ Outdoorjacke. Das mag zwar nur ein Nachteil optischer Natur sein, aber zumindest auf mich wirken PU-beschichtete Textilen auf den ersten Blick deutlich schwerer und mächtiger, als welche ohne oder mit DWR Imprägnierung. Und im Alltag macht so eine schwere Jacke für mich nicht allzu viel her. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Und Ausnahmen gibt es immer wieder.

Reusch - Isak GTX - Handschuhe mit PU-Beschichtung

Reusch – Isak GTX – Handschuhe mit PU-Beschichtung

Auf der Habenseite kann das Polyurethan die zusätzlichen Schutzeigenschaften verbuchen. Die zusätzliche Kunststoffschicht verleiht einem Gewebe ein ordentliches Maß an Robustheit. Nicht zuletzt deswegen sind Zeltböden sehr häufig mit einer Textilbeschichtung aus Polyurethan ausgestattet. Die Böden von Zelten sind durch kleine Kiesel auf dem Boden, Sand, Wurzeln, Stock und Stein sowie natürlicher Reibung durch den darauf ruhenden Outdoorer, ständig starker Belastung ausgesetzt. Da sorgt die PU-Beschichtung für die nötige Abriebfestigkeit. Des Weiteren ist eine Polyurethanbeschichtung elastisch und knickfest. Das Gewebe verliert nicht an Schutz wenn es geknüllt, gefaltet sonst wie „zerkruschelt“ wird. Gerade für passionierte Jacke-in-die-Ecke-pfeffern-wenn-nach-Hause-Kommer wie mich ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

Früher galt es gemeinhin als großer Nachteil polyurethanbeschichteter Textilien, dass sie nicht atmungsaktiv sind. Das ist heute, dank moderner Herstellungsverfahren, beziehungsweise Beschichtungsmethoden ein Relikt der Vergangenheit. Ein Beispiel für einen modernen Beschichtungsprozess ist die mikroporöse Beschichtung. Darunter versteht man eine PU-Beschichtung, die durch und durch mit mikrofeinen Löchern durchsetzt ist. Diese Löcher sind so klein, dass Wasserdampf nach außen austreten, aber keine Feuchtigkeit nach innen eindringen kann. Voila! Die Atmungsaktivität ist gegeben. Mittlerweile ist ein solches Verfahren relativ preisgünstig zu machen und ist im Outdoortextil-Mainstream angekommen.

Umweltverträglichkeit und Einsatzgebiete

In Sachen Umweltverträglichkeit gibt es natürlich auch einiges zu sagen. Im Gegensatz zu so mancher DWR ist eine PU-Beschichtung klar die umweltfreundlichere Alternative. Natürlich ist Polyurethan kein Umweltengel, der mit grünen Schwingen über der Outdoorwelt schwebt. Ganz im Gegenteil. Polyurethan ist sowohl in der Herstellung als auch in der Entsorgung nicht unproblematisch. Doch gerade im Vergleich mit einer Fluorcarbon-DWR ist PU ein echtes Unschuldslamm. Solche Flourcarbone (PFOA oder PFOS) sind hochgradig umweltschädlich und können unter Umständen in den menschlichen Organismus gelangen. Darum verzichten viele Outdoorhersteller mittlerweile konsequent darauf. Auch im Vergleich zu PVC- beschichteten Geweben, die giftige Weichmacher enthalten, ist PU der klare Sieger.

Löffler - Bike Kapuzenjacke WPM-3 CF ist eine wind- und wetterfeste Fahrradjacke

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Einsatzbereiche

So, jetzt wissen wir einiges über Polyurethan, den Beschichtungsprozess und vor allem über die Pros und Contras einer solchen Beschichtung. Aber für welchen Einsatzzweck eignet sich ein Polyurethan beschichtetes Textil nun? Klar, die Frage ist nicht ganz ernst gemeint. Zum Trailrunning an einem gleißenden Sommertag wird niemand eine dick beschichtete Jacke anziehen. Regenwetter und Feuchtigkeit ist hier das Wetter to go. Aber Regeneinsatz ist nicht gleich Regeneinsatz. Im Allgemeinen gilt: beim „normalen“ Schlechtwettereinsatz sind PU-beschichtete Textilien ideal. Ist das Gewebe ordentlich dicht und die Nähte schön versiegelt, bleibt auch der gewiefteste Tropfen draußen. Durch moderne Beschichtungsverfahren ist –wie wir gelernt haben- heutzutage ein atmungsaktives PU-Gewebe möglich. Für sportliche Höchstleistungen bei schlechtem Wetter solltet Ihr Euch nach einer Alternative umsehen. Zum einen sind die atmungsaktiven Eigenschaften bei starker Beanspruchung nicht ausreichend, zum anderen beschwert das beschichtete Gewebe unnötig. Aber nicht nur bei Wind und Wetter nützt das PU. Wenn es auf besondere Robustheit und Abriebfestigkeit ankommt, hat ein beschichtetes Gewebe einige Asse auf der Hand. Beispielsweise ein polyurethanbeschichtetes Cordura (ein besonders robustes Polyamid Gewebe) steckt selbst den rauesten Kontakt mit einer Felskante mit links weg.

So, das war beinahe alles, was es über eine Polyurethan-Textilbeschichtung zu sagen gibt. Und Euch hängt das Wort Polyurethan bestimmt schon meterweit aus den Ohren raus. Trotzdem hoffe ich, dass Euch meine kleine PU-Kunde weitergeholfen hat!

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Textilien mit PU-Beschichtung. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. GEORGE sagte am 18. November 2016 um 20:13 Uhr

    DAS IST ALLES SCHÖN WAS SIE SCHRIEBEN UND AUFKLÄREND.WIE SIEHT ES ABER MIT DEN SCHUHEN DIE MIT PU BESCHICHTET SIND?GELTEN DIE EIGENSCHAFTEN AUCH FÜR DIE SCHUHE.LOHNT ES SICH SIE ZU KAUFEN?MIT VIELEN GRÜSSEN GEORGE.

  2. Jörn sagte am 21. November 2016 um 08:59 Uhr

    Hi George,

    da kommt es ein wenig darauf an, was es genau für Schuhe sind, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass sich die Eigenschaften ähneln. Ich gehe jetzt mal von PU-beschichtetem Leder aus. Der Vorteil: Sie sind in der Regel günstiger, aber genauso stark wasserabweisend wie Leder. Der Nachteil: Sie sind nicht so atmungsaktiv. Deshalb werden PU-beschichtete Leder häufig in Verbindung mit Mesh-Einsätzen verbaut. Die Pflege wiederum ist vereinfacht. Durch die PU-Beschichtung kann ohnehin keine Lederpflege ans Leder dringen, daher sollte man lediglich feucht abwaschen. Es gibt aber auch spezielle PU-Pflegemittel, die man von Zeit zu Zeit anwenden kann.

    Als sportliche Allround-Treter kann man PU-Leder-Schuhe gut gebrauchen. Wird es etwas spezieller, sollte man aber meiner Einschätzung nach lieber zum klassischen Leder-Bergstiefel greifen.

    Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter.

    Viele Grüße,

    Jörn

  3. Anita sagte am 3. März 2017 um 08:49 Uhr

    Grüezi

    Ich habe im Internet gelesen, dass PU leicht entflammbar ist! Müsste das hier nicht auch erwähnt werden? Gerade für Kinderbekleidung doch eher problematisch, nicht?

    Vielen Dank und beste Grüsse

    Anita

  4. Jörn sagte am 6. März 2017 um 13:09 Uhr

    Hallo Anita,

    hast Du uns dazu eine Quelle?

    Prinzipiell kommt es darauf an, wie Polyurethan verarbeitet wird. Bei einer Beschichtung ist PU auf einem Trägermaterial aufgebracht und kann dieses sogar noch robuster machen. Kunstleder z.B. wird in der Regel auch mit Polyurethan beschichtet und sogar in Feuerwehrbekleidung gibt es PU-beschichtete Gewebe.

    Liebe Grüße,

    Jörn

  5. Philipp sagte am 2. Mai 2017 um 19:48 Uhr

    Ist ein PU-beschichtetes Campingzelt wasserdicht?

  6. Jörn sagte am 3. Mai 2017 um 09:49 Uhr

    Hi Philipp,

    prinzipiell verhält es sich bei Zelten genau wie bei Jacken. PU-Beschichtung sorgen auch hier für Wasserdichtigkeit. Je nach Beschichtung kann diese aber natürlich in der Wassersäule variieren. Die Höhe der Wassersäule ist bei jedem Zelt in den Attributen angegeben und was die Wassersäule überhaupt ist, haben wir hier für Dich zusammengefasst: https://www.bergfreunde.de/basislager/wasserdicht-oder-wasserabweisend/

    Allerbeste Grüße,

    Jörn

  7. Alex sagte am 14. August 2017 um 10:26 Uhr

    Wir haben ein Zelt das schon einige Zeit im keller lag. Die schwarz pu Beschichtung löst sich langsam auf bzw wird porös und blättert regelrecht ab. Einmal angefasst und man alles ab den Händen.
    Ist es jetzt schädlich wenn mit dem Zelt zelten fahren?

  8. Jörn sagte am 14. August 2017 um 13:22 Uhr

    Hi Alex,

    ich bin jetzt kein Mediziner, würde aber nicht unbedingt empfehlen, abgeblättertes PU zu konsumieren. Von daher: Wenn die Chance besteht, dass das Zeug nachts eingeatmet wird oder sonstwie den Weg in den Organismus findet, würde ich einen Neukauf vorziehen oder mal bei Freunden fragen, ob man sich nicht ein Zelt ausleihen kann.

    Beste Grüße,

    Jörn

  9. Florian sagte am 28. Oktober 2017 um 10:55 Uhr

    Vielen Dank für den Artikel!
    War für mich ziemlich aufschlussreich.

    Ich wüsste aber gern noch, ob PU beschichtete Jacken z.B. Imprägniert werden sollten und falls ja, nimmt man dann Imprägnierungen auf PU Basis?
    Werden die Jacken nicht Fleckig vom imprägnieren?

  10. Jörn sagte am 30. Oktober 2017 um 10:42 Uhr

    Hi Florian,

    man muss in dem Fall zwischen der PU-Beschichtung, die für die Wasserdichtigkeit verantwortlich ist und von der Imprägnierung an der Außenseite der Jacke unterscheiden. Die Imprägnierung sollte wie bei Membran-Jacken auch regelmäßig erneuert werden. Dazu eigenen sich alle Imprägnierungen, die für Textilien empfohlen werden.

    Wenn Du den Anwendungsempfehlungen des gewählten Sprays folgen, sollte es eigentlich keine Probleme mit Flecken geben.

    Beste Grüße,

    Jörn

  11. Matthis Otte sagte am 25. Dezember 2017 um 18:41 Uhr

    Warum wird die PU Beschichtung nicht an der Aussenseite des Obestoffes angebracht?
    Regenwassser würde schön abperlen, der Oberstoff kann sich nicht mit Nässe vollsaugen, bleibt leicht und trocknet sehr schnell. Und die Atmungsaktivität müsste auch funktionieren.
    Imprägnierung wäre unnötig. Der Oberstoff sieht dann erwas nach Plastik aus, na und? Ist Geschmackssache.

  12. Jörn sagte am 21. Februar 2018 um 13:25 Uhr

    Hi Matthias,

    so ähnlich macht es OutDry inzwischen. Allerdings exponierst du damit die wasserdichte Beschichtung direkt äußeren Einflüssen. Dadurch nutzt sie sich schneller ab und die wasserdichten Eigenschaften würden komplett verloren gehen. In der Regel ist es ja so, dass die imprägnierte Außenschicht als Schutz für Membran oder die PU-Schicht dient. OutDry z.B. hat deswegen eine extra Linie, die an Schultern und Hüften nochmals verstärkt ist.

    Ich hoffe, das beantwortet die Frage.

    Liebe Grüße,

    Jörn

  13. Cornelia sagte am 11. Januar 2018 um 00:27 Uhr

    Meine Frage: Dürfen PU beschichtete Jacken in den Trockner? Hintergrund: Meine Jacke ist PU beschichtet. Ich würde sie gerne neu imprägnieren mit einem Spray, Einwaschimprägnierungen scheinen bei PU-Beschichtung ja nicht angeraten, wenn ich das recht nachgelesen habe. Bei dem umweltfreundlichen Spray Fibertec steht allerdings, dass die Imprägnierung erst durch anschließende Wärmebehandlung, also am einfachsten im Trockner, wirksam wird. Auf dem Pflegeetikett der Jacke steht allerdings, dass sie nicht in den Trockner soll.
    Der Trockner hat ein Imprägnierprogramm, das angeblich 117 min läuft. Bei den sonstigen Imprägniertipps im Netz steht immer max 30 min bei 60°C in den Trockner. Ich bin verwirrt. Wie imprägniere ich die Jacke denn nun am Besten? Spray ohne anschließende Wärmebehandlung aber umweltschädlich? Oder Jacke Fönen/Bügeln, beides finde ich umständlich? Gibt es ein umweltfreundliches und gleichzeitig erschwingliches Spray, das ohne anschließende Wärmebehandlung auskommt?
    Danke für einen Rat.

  14. Jessica sagte am 23. Januar 2018 um 16:23 Uhr

    Hallo Cornelia,

    nach meiner Recherche sollte man Polyurethane nur bei einer Fein- oder Schonwäsche bei höchstens 30 Grad Celsius waschen und ja sie sind nicht trocknergeeignet. Ich denke es ist grundsätzlich ratsamer dem Pflegehinweis des Herstellers zu vertrauen.

    Was die Imprägnierung angeht. Eine abgetragene PU-Beschichtung zu erneuern ist nahezu unmöglich. Allerdings kannst du versuchen mit einem Imprägnierspray die äußere Oberfläche wasserabstoßend zu machen. Ich hab Dir hier mal ein Imprägnierspray rausgesucht: https://www.bergfreunde.de/nikwax-tx-direct-spray-impraegnierspray/

    Es ist für Bekleidung mit PU-Beschichtung geeignet. Zur Handhabung: Einfach in das noch nasse, gerade gewaschene Kleidungsstück aufsprühen und trocknen lassen. Das Aktivieren der Imprägnierung durch Wärme ist nicht notwendig! Nikiwax-Produkte sind Wasser basiert, ohne Aerosol, nicht-brennbar, ungefährlich und umweltfreundlich. Die Produkte enthalten keine schädlichen Lösungsmittel oder flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) und sind absolut frei von Fluorcarbonen (die sich hartnäckig in der Umwelt halten und mit ernsthaften Gesundheitsproblemen assoziiert werden).

    Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen.

    Liebe Grüße
    Jessi

  15. Cornelia sagte am 11. Januar 2018 um 00:42 Uhr

    P.S.: In der Bedienungsanleitung des Trockners sthet noch, dass nur fluorhaltige, nicht paraffinhaltige Mittel auf der Jacke verwendet worden sein dürfen. Enthalten die Eco-Sprays, die kein Fluor enthalten, Paraffin?

  16. Jörn sagte am 26. Februar 2018 um 11:35 Uhr

    Hi Cornelia,

    ich habe jetzt eine ganze Weile recherchiert, aber konnte leider nicht herausfinden, ob dort Paraffin enthalten ist. Ich würde dir empfehlen, direkt mal bei Toko oder den anderen Firmen anzufragen.

    Meines Wissens nach kommt Paraffin aber hauptsächlich bei Schuhimprägnierungen zum Einsatz. Ausnahme wäre das G1000-Aufreibwachs von Fjällräven.

    Viele Grüße,

    Jörn

  17. Alex sagte am 3. Februar 2018 um 11:13 Uhr

    Ich muss dringend von PU abraten. Habe mich für Schuhe informiert. PU zersetzt sich innerhalb von 7-10 Jahren von allein. Das lässt sich ein wenig beeinflussen, je nachdem wie sie gelagert und wie regelmäßig die Schuhe getragen werden, aber grundlegend ist innerhalb dieses Zeitraums Schluss. Der Prozess nennt sich Hydrolyse.
    Und ich finde nicht, dass es sich dabei um einen langen Zeitraum handelt. Möchte ich Qualität haben gebe ich 200-300 Euro für einen Wanderschuh aus. Trage ich den dann 1-2 Mal im Jahr lohnt sich das nicht wirklich, und wer hat nicht gern für jede seltene, aber schöne Gelegenheit die richtigen Schuhe im Schrank?
    Es gibt Schuhe, die haben statt einer Zwischensohle aus PU eine aus EVA. Das ist besser, nutzt aber nichts, wenn die EVA Sohle mit PU Kleber verarbeitet wurde.
    Nach meinen Recherchen gibt es derzeit keinen Anbieter am Markt, der vollkommen PU-freie Schuhe anbietet, und das gilt leider auch für zwiegenähte Schuhe.
    Sicher ein tolles Geschäft für die Hersteller, aber schlecht für den Verbraucher, und ein Desaster für die Umwelt. All die kleinen PU Partikel. Ist ja nicht so, als hätten wir nicht bereits mehr als genug Mikroplastik im Wasser und sonstwo.

    Und ich gehe einfach mal davon aus, dass es sich mit allen anderen PU-haltigen Kleidungsstücken genauso verhält.
    Ich habe gerade eine länger liegen gebliebene Packung Glitzi-Schwämme im Gebrauch. Wie lange sie lagen weiß ich nicht genau, so um die 5 Jahre vermutlich, sie überdauerten in einer Umzugskiste. All diese Schwämme zerbröseln von selbst, schon nach den ersten Benutzungen. Und siehe da, sie sind hergestellt aus PU, zu 100%.
    Aber bloß nicht euer Kaugummi irgendwo hinspucken, da gibt es direkt ein Bußgeld für den bösen Umweltsünder.

  18. Jörn sagte am 8. Februar 2018 um 11:05 Uhr

    Servus Alex,

    danke für deinen ausführlichen Beitrag. Hast du mir dazu eine Quelle? Bei meiner Recherche gerade konnte ich fast ausschließlich Aussagen auftun, bei denen von einer Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten die Rede ist – v.a. abhängig vom Einsatzbereich und der Verarbeitungsart des Polymers.

    Bei Schuhen die wenig getragen werden, verläuft die Hydrolyse schneller – das ist richtig. Aber auch EVA-Sohlen sind nach einigen Jahren normaler Nutzung „durch“ oder verlieren ihre dämpfende Wirkung. Tatsächlich wird gerade in Wanderschuhen PU-eingesetzt, weil es deutlich formstabiler ist als EVA, was am Berg natürlich ein Vorteil darstellt.

    Losgelöst davon ist das Thema Mikroplastik natürlich ganz aktuell und auch in der Industrie angekommen. Hier mal ein aktueller Beitrag dazu: https://www.sazsport.de/hersteller/eog/endlich-geht-es-mikroplastik-an-kragen-1462379.html.

    Viele Grüße,

    Jörn

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