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Das bluesign Siegel

21. Oktober 2015

Kategorie

Sportart

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Was kann es und was nicht?

Gütesiegel und Zertifikate gibt es gerade in der Textilindustrie wie Sand am Meer. Doch welches Zertifikat setzt sich wofür ein? Was bedeuten die verschiedenen Standards? Und ist alles nur Augenwischerei oder zeigen die vorgegebenen Richtlinien wirklich Wirkung?

Da es bei der Fülle von Zertifikaten und Gütesiegeln kaum möglich ist einen Überblick zu behalten, wollen wir in diesem Artikel einen Standard vorstellen, der einen vergleichsweise breiten Ansatz verfolgt: das bluesign Siegel.

Ansatz

Das bluesign Siegel wird von der schweizerischen Firma Bluesign Technologies AG vergeben und ist mehr als nur ein einfacher Standard. Es handelt sich dabei vielmehr um ein auf Technologie basiertes System, das mit einem möglichst ganzheitlichen Ansatz versucht eine kontinuierliche Verbesserung der Textilproduktion herbeizuführen. Ziel ist eine umweltfreundliche Textilherstellung zu gewährleisten, die ohne gefährliche Schadstoffe auskommt. Durch das Input Stream Management werden Rohwaren schon vor dem eigentlichen Produktionsbeginn überprüft. Somit wird gewährleistet, dass Materialien, die nicht den vorgegebenen Standards entsprechen, erst gar nicht in die Produktionskette gelangen. Dabei basiert dieses System hauptsächlich auf fünf grundlegenden Prinzipien: Ressourcenproduktivität, Verbraucherschutz, Gewässerschutz, Immissionsschutz und Arbeitssicherheit.

Ressourcenproduktivität

Hierbei geht es hauptsächlich um die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen und Energie. Das bluesign-System setzt sich in diesem Bereich für eine Optimierung der Fertigungsprozesse sowie eine stetige Verbesserung der Prozesseffizienz ein. Somit soll mit einem möglichst geringen Einsatz von Ressourcen ein hoher Effizienzgrad erreicht werden, sodass die Umweltbelastung sinkt.

Verbraucherschutz

Das Auge der Konsumenten richtet sich neben Funktionalität und Preis immer mehr auf Qualität und Herkunft. Auch hier setzt das bluesign-System an und gibt das Versprechen, nur hochwertige Textilprodukte ohne Gesundheitsrisiken aus nachhaltiger Produktion auszuzeichnen. So dürfen laut Eigenangaben nur Materialien und Substanzen in den Fertigungsprozess eingebracht werden, die sich möglichst gering auf die Umwelt auswirken.

Gewässerschutz

Bluesign System Wasserschutz Patagonia

Das Ziel dieses Standards ist es, den Schutz des gesamten Wasserkreislauf zu verbessern

Das Thema sauberes Wasser ist vielseitig diskutiert, doch noch immer findet gerade durch textile Fertigungsprozesse eine vergleichsweise hohe Wasserbelastung statt. Auch hier stellt das bluesign System klar definierte Anforderungen und definiert Standards zum Gewässerschutz. Durch den Einsatz von modernen Abwasseraufbereitungstechnologien, optimierten Produktionsverfahren und dem nachhaltigen Umgang mit Einsatzstoffen soll die Umweltbelastung möglichst gering gehalten werden. Die Einhaltung der Grenzwerte wird fortlaufend kontrolliert und überwacht.

Immissionsschutz

Durch die Verwendung von bestimmten Rohwaren, Chemikalien und Hilfsmitteln kommt es bei textilen Fertigungsprozessen zu hohen Emissionen. Das buesign-System kontrolliert auch hier alle Bereiche und Prozessschritte, so dass durch die Optimierung von Technologien sowie der gezielten Wahl von Rohstoffen und Chemikalien eine Eindämmung der Luftverschmutzung erreicht wird. Dabei werden klar definierte Auswahlkriterien für immissionsrelavante Stoffe angesetzt. Darüber hinaus setzt sich das System für eine moderne Abluftreinigung ein, um somit die Emission von Treibhausgasen zu verringern.

Arbeitsschutz

Auch der große Bereich der Arbeitssicherheit fließt in das bluesign System mit ein. Klar definierte Richtlinien legen die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer fest. Auch hat es sich bluesign zur Aufgabe gemacht, Schwachstellen aufzudecken und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Neben den üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen sind auch Mitarbeiterschulungen für den Umgang mit Gefahrstoffen vorgesehen. Alle Arbeitsbedingungen werden in den Betrieben hinsichtlich der Sicherheit überprüft.

Transparenz, Glaubwürdigkeit und Entwicklung

Papier ist geduldig und die Informationen, die von Firmen nach außen getragen werden, enthalten mitunter geschönte Wahrheiten. Wie sieht es diesbezüglich mit dem bluesign-System aus? Wie können sich Endverbraucher über die angelegten Standards und Richtlinien informieren?

Bluesign System, Patagonia - Beanie Hat - Mütze

Patagonia ist das erste „Marken“-Mitglied von bluesign und unterstützt das Programm seit der Gründung im Jahr 2000

Im Bereich der Transparenz und Glaubwürdigkeit schneidet dieses Siegel sehr gut ab. So ist der Zugang zu zahlreichen Informationen problemlos möglich. Alle Aussagen und Informationen sind nachprüfbar und stammen von zuverlässigen Quellen. Relevante Informationen zu Verwaltungsorganen, zu Geldgebern und zum Umsetzungssystem werden offengelegt. Darüber hinaus ist für interessierte Kreise eine Beteiligung am Umsetzungsprozess möglich. Außerdem wird die glaubwürdige Durchsetzung der Richtlinien durch ein effektives Kontrollsystem überwacht, wobei unnötige Kosten und Hürden vermieden werden. Somit ist es auch für kleinere Betriebe möglich, den Anforderungen des Siegels gerecht zu werden.

Das System des bluesign Siegels beruht auf einer stetigen Weiterentwicklung. Auch die dauerhafte Verbesserung der Fertigungsprozesse innerhalb der Betriebe wird vorangetrieben.

Kritik

Greenpeace kritisierte im Rahmen der Detox-Kampagne immer wieder, dass gerade in der Outdoorbranche zu viele gefährliche Chemikalien im Rahmen der Textilproduktion freigesetzt werden. Da das bluesign Sigel den Fokus auf Technologien und Materialien gelegt hat, sind hier alle verbotenen oder reglementierten Substanzen klar definiert. Auch die jeweiligen Grenzwerte sind klar hinterlegt und die Einhaltung wird regelmäßig überprüft. Greenpeace bemängelte jedoch, dass manche Vorgaben nicht eng genug gefasst bzw. Grenzwerte zu hoch angelegt sind. Als Konsequenz der Detox-Kampagne wurden innerhalb des bluesign Systems einige Grenzwerte zwar erhöht, jedoch bemängelt Greenpeace noch immer, dass die Standards in manchen Breichen noch nicht eng genug gefasst seien.

Das bluesign Siegel ist ein Zertifikat, das sich stark auf die Technologie bezieht. Soziale Aspekte, wie ein Verbot von Kinderarbeit,  gerechte Entlohnung oder soziale Absicherung werden vom Siegel selbst nicht geregelt. Jedoch müssen sich alle teilnehmenden Unternehmen dem UN GLOBAL COMPACT verpflichten.

Fazit

Das bluesign Siegel trägt ein gutes Stück dazu bei, den ökologischen Fußabdruck in der Textilindustrie so klein wie möglich zu halten. Im Bereich der technologischen Weiterentwicklung sowie beim Umweltschutz sorgt dieses Zertifikat für klare Standards und überwacht deren Einhaltung. Die Struktur, Ziele und Richtlinien von bluesign sind transparent und schlüssig. In den Bereichen der Glaubwürdigkeit, Transparenz und Umweltfreundlichkeit werden hohe Anforderungen erfüllt.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Textilien mit Bluesign-Zertifizierung. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

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