Wie man Skifelle richtig zuschneidet

Wie man Skifelle richtig zuschneidet

13. Februar 2018

Sportart

Wie man Skifelle richtig zuschneidet

Du kannst das Zuschneiden auch einem Fachhändler überlassen, aber es selbst zu machen ist doch viel schöner. Hier findest du eine Anleitung.

Unsere Übersicht über die richtige Behandlung, Pflege und Lagerung von Skifellen war ein ziemlich üppiges Menü. Um Völlegefühlen vorzubeugen, haben wir einen Teil ausgelagert und bringen ihn jetzt mit etwas Abstand als gut verdauliches Nachschlags-Häppchen: die detaillierte Anleitung zur Anpassung des Zuschneidefells an den Tourenski.

Mit ihren meist möglichst einfach und universal gestalteten Befestigungssystemen (Bügel vorn und spannbarer Haken hinten) sind die Zuschneidefelle eine preisgünstige Alternative zu den „Fertigfellen“ und eine ziemlich lohnende. Denn die Preisdifferenzen sind beachtlich, ohne dass man nennenswerte qualitative Abstriche hinnehmen müsste. Abgesehen davon gibt es für viele ältere Skimodelle keine passenden Fertigfelle bzw. Befestigungssysteme mehr, sodass ein Zuschneidefell die einzige Option ist.

Richtige Größe und passendes Spannsystem kaufen

Wie man Skifelle richtig zuschneidet

Das Mutli-Clip-System von Kohla . Für eine schnelle und erleichterte Installation sind eine Holzunterlage, Zuschneidemesse, Schablone und ausführliche Montageanleitung enthalten.

Das ist schon mal der wichtigste Schritt. Denn das Zuschneidefell darf auf keinen Fall zu klein sein, sonst wird man mit der Performance wenig Freude haben. Die Länge des Fells muss länger sein als die Länge des Skis und die Breite des Fells breiter als die breiteste Stelle des (taillierten) Skis.

Das Spannsystem mit seiner Mechanik sollte vor dem Kauf ebenso in Augenschein genommen werden. Auch wenn so gut wie alle Hersteller auf eine möglichst simple und universelle Mechanik achten, kann es bei Freeridern mit ihren extrem breiten Spitzen unter Umständen zu Größen- oder Kompatibilitätsproblemen kommen.

Die einfachste Zuschneidevariante ist natürlich die, die du dem Fachhändler überlässt. Aber dann geht ja ein Teil unserer schönen Geldersparnis gleich wieder flöten. Außerdem ist do-it-yourself doch sowieso viel schöner. Die Prozedur erfordert weder Expertenwissen noch Zauberkräfte, sondern nur ein wenig Geduld, Konzentration und Fingerspitzengefühl.

Arbeitsfläche und Vorbereitung

Zunächst muss der Ski so eingespannt werden, dass er beim Zuschneiden nicht verrutschen kann. Das geht am besten, wenn man ihn seitlich auf der Kante, in zwei Schraubklemmen befestigt, aufstellt. Das ist kein Muss, der Ski kann auch liegen, doch so ist es am leichtesten. Wichtig ist, dass die Kanten, an denen die Felle zugeschnitten werden, frei zugänglich sind und sich beim Schneiden nicht bewegen. Ansonsten werden präzise, saubere Schnitte sehr schwierig. Am besten „probt“ man die Bewegung vor dem Ansetzen des Messers erst einmal „pantomimisch“, bevor man mit einem zu tiefen Schnitt das Fell ruiniert.

Methoden ohne Fixierung der Skier wie das Zeichnen einer „Schablone“ und anschließende „Ausschneiden“ des Fells empfehlen sich nicht, da sie sich trotz scheinbarer Einfachheit als langwierig, mühsam und fehleranfällig entpuppen.

Schneiden: erst hinten …

Meist muss das Fell auch an die Länge der Skier angepasst werden. Dazu hängt man das Fell an der Skispitze ein und klebt es möglichst glatt und sauber so auf den Ski, dass sich eine Seite des Fells mit der entsprechenden Ski-Kante möglichst genau deckt, während die andere Fellseite übersteht.

Zuerst schneidet den Überstand am Ende des Skis ab. Hierfür kann man alternativ zu einem scharfen Messer auch eine (große) Schere verwenden. Dabei ist darauf zu achten, dass man nur so viel abschneidet, dass der Spannhaken noch richtig befestigt werden kann.

Dessen Mechanismus unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller und bisweilen braucht es auch Zusatzwerkzeug wie ein Locheisen, um Löcher für seine Befestigung zu stanzen. Doch keine Sorge, meist muss nur mit Haushaltsüblichem wie einem Hammer ein bißchen geklopft werden. Zudem ist die Befestigung im „Beipackzettel“ der Felle erklärt – oft auch sehr klar und deutlich.

… dann an den Seiten

Erst danach kommt das seitliche Zuschneiden. Hier folgt man mit einem möglichst scharfen Messer/Cutter den Konturen, der vom Fell überdeckten Seitenkante, mit einer möglichst fließenden Bewegung und entfernt so das an dieser Seite überstehende Fell.

Am besten funktioniert der Schnitt mit einer seitlich ziehenden Bewegung von oben, wenn der Ski wie erwähnt an der gegenüberliegenden Kante eingespannt und aufgestellt ist. Außerdem sollte man den sich dabei ablösenden Fellstreifen mit der freien Hand straff spannen, um den Schnitt zu erleichtern.

Nach dem ersten Schnitt wird das Fell abgezogen und erneut aufgeklebt. Allerdings nicht zentriert, sondern mit der frisch geschnittenen Seite etwa vier Millimeter nach innen (also von der seitlichen Skikante weg) versetzt.

Dann wird die gegenüberliegende Seite auf die gleiche Weise wie eben, genau entlang der Konturen der Skikante geschnitten. Auf diese Weise bleiben die seitlichen Skikanten mit jeweils etwa 2 mm Überstand frei. Während der gleitende Kunststoffbelag der Ski-Unterseite komplett durch das Steigfell bedeckt ist. Oder, um es wirklich genau auszudrücken: der Teil der Gleitfläche, der direkten Bodenkontakt hat.

Die fertig geschnittenen Felle haben dann also die gleiche Form wie die Skier, abzüglich der Schaufelbereiche und der Kanten. Wenn die Kanten nicht frei liegen, wird man bei Querungen, Schrägaufstiegen und Fahren im Bruchharsch schnell merken, dass hier etwas nicht stimmt …

Versiegeln und imprägnieren

Wie man Skifelle richtig zuschneidet

Zuletzt müssen die Schnittkanten mit Imprägniermittel gegen Nässe geschützt werden.

Zuletzt müssen noch die frei liegenden Schnittkanten versiegelt und mit einem Imprägniermittel gegen Nässe geschützt werden.

Für die Versiegelung nimmt man ein Feuerzeug auf kleiner Flamme. Damit langsam und vorsichtig an den „offenen“ Schnittkanten des Fells entlangfahren, sodass alle Ausfaserungen zusammenschmelzen. Dabei immer gerade so viel Abstand halten, dass die Flamme das Fell niemals direkt berührt!

Für die abschließende Imprägnierung kann man dann ein Flüssigwachs mit Applikatorschwamm verwenden. Fertig.

Jetzt sollte der ersten Tour mit dem neuen Zuschneidefell nichts mehr im Wege stehen.

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.

Bitte beachte, dass wir Cookies verwenden, um die Nutzung dieser Website zu verbessern. Wenn Du auf der Seite weitersurfst, stimmst Du der Cookie-Nutzung zu.