Skibrillen. Foto: Arc'teryx

Skibrillen – eine grobe Übersicht

18. Dezember 2014

Sportart

Giro - Skibrille

Skibrillen sind ein modisches Accessoire und ein effektiver Augenschutz

Gefühlt sind sie riesig, zum Teil sehen sie schon ziemlich abgespacet aus und manchmal fragt man sich, ob derjenige dahinter durch diese bunten Scheiben überhaupt noch was sehen kann. Aber warum müssen die Scheiben eigentlich so bunt sein? Ist das nur Design oder doch Funktion?

Wir haben für Euch die wichtigsten Fakten zum Thema Skibrillen zusammengetragen, damit Ihr bei Eurem Einkauf eine bessere Übersicht über die unterschiedlichen Funktionen habt. Denn das Aussehen ist natürlich wichtig, entscheidend ist es aber, die richtige Brille auf der Nase zu haben!

 

Skibrillen komplettieren nicht nur das Outfit und sind ein modisches Accessoire, sie schützen auch effektiv unsere Augen vor äußeren Einflüssen. Damit der Schutz auch wirklich vorhanden ist, werden alle Skibrillen nach der EN 174 Norm geprüft.

Zunächst wird die Lichtdurchlässigkeit (Lichttransmissionsgrad) im sichtbaren Bereich bestimmt. Die Einteilung erfolgt dabei in folgende Filterkategorien:

  • Stufe 0 = 80-100% Lichtdurchlässigkeit
  • Stufe 1 = 43-80% Lichtdurchlässigkeit
  • Stufe 2 = 18-43% Lichtdurchlässigkeit
  • Stufe 3 = 8-18% Lichtdurchlässigkeit
  • Stufe 4 = 3-8% Lichtdurchlässigkeit

Ebenfalls unterliegen die Brillen strengen Anforderungen an den Schutz vor UV-Strahlung.

Drei Skifahrer in Gargellen mit Uvex Skibrillen

Skibrillen schützen die Augen vor Fremdgegenstände

Gerade am Berg ist dies sehr wichtig. Neben UVA, UVB und UVC Schutz sollte daher die Brille auch vor dem gefährlichen Blaulicht schützen.

Die Scheiben werden weiterhin auf ihre mechanische Festigkeit geprüft. Gerade bei einem Sturz können Skistöcke und andere Gegenstände schnell zur Gefahr werden. Daher ist es wichtig, dass die Scheibe ausreichend schützt, nicht bricht und sich auch nicht aus dem Rahmen löst. Außerdem dürfen die Scheiben keinerlei verzerrende Wirkung haben und müssen gegen Wasser und Schnee dicht sein.

Scheiben

Bei den Scheiben unterscheidet man in erster Linie zwischen zylindrischen und sphärischen Scheiben. Diese sind einfach bzw. zweifach gekrümmt. Sphärische Scheiben haben eine bessere Optik, liegen im Anschaffungspreis aber auch wesentlich höher.

Nur wer eine klare Sicht bei allen Lichtverhältnissen hat, kann seine Schwünge präzise setzen und möglichen Hindernissen ausweichen. Daher gibt es für die verschiedensten Wetterverhältnisse die passende Tönung um Kontraste zu verstärken und das Auge bei der Wahrnehmung zu unterstützen. Während dunkle Tönungen wie schwarz, grau und braun für sonnige Verhältnisse geeignet sind, bieten sich blaue, lilane, rote und pinke Scheiben für leicht bewölkten Himmel an. Erst wenn die Verhältnisse richtig schlecht sind und Nebel und Schneefall die Sicht beeinträchtigen, sollte zu gelben, orangenen oder gar durchsichtigen Scheiben gegriffen werden. Man kann aber auch aufgrund der Filterkategorie auf den Verwendungszweck schließen:

  • Kategorie 0 für starke Bewölkung und nächtliche Abfahrten
  • Kategorie 1 für wechselnde Licht- und Wetterverhältnisse
  • Kategorie 2 für sonnige Tage mit wenig Bewölkung
  • Kategorie 3 für überwiegend Sonnenschein
  • Kategorie 4 für strahlenden Sonnenschein und Gletscher

Polarisierte Gläser in der Skibrille verhindern außerdem den Blendeffekt, der durch die Oberfläche des Schnees noch verstärkt wird. Die Tiefenwahrnehmung wird verbessert, wodurch Unebenheiten im Schnee besser erkannt werden können.

Scheibenwechselsystem aus dem Hause Giro

Mit den auswechselbaren Scheiben ist man für alle Lichtverhältnisse gewappnet

Scheibenwechselsystem

Nicht selten hat man morgens noch Nebel mit Schneefall und am Nachmittag strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel. Wer für die verschiedensten Lichtverhältnisse keine extra Brille möchte, sollte sich bei Herstellern, welche ein Wechselsystem anbieten, umsehen. Bei den meisten Anbietern reicht es aus, die Scheibe herauszudrücken und durch eine andere Tönung zu ersetzen. Uvex bietet mit seinem Take-Off System eine ebenso leicht zu handhabende Lösung an: Mithilfe eines Minimagneten, der beiderseits am Rahmen angebracht ist, wird die dunkle Magnetscheibe einfach auf der Grundscheibe der Skibrille fixiert. Wer es noch etwas komfortabler möchte, sollte zu den Brillen mit Zebra oder Cameleon Gläsern von Julbo greifen. Diese Scheiben sind selbsttönend und verändern je nach Lichteinfall innerhalb von ca. 20 Sekunden ihre Schutzstufe.

Oakley - Airwave Fire Iridium - Skibrille

Die Airwave Fire Iridium von Oakley ist eine innovative Skibrille mit Bordcomputer und Wechselscheibentechnologie

Bei der mittlerweile riesigen Auswahl an Größe und Form unterscheidet sich auch das Sichtfeld von Modell zu Modell. Es ist daher ratsam, verschiedene Formen auszuprobieren, um ein Gefühl für den richtigen Durchblick zu bekommen.

Dass es „noch ein bisschen mehr sein darf“ zeigen Oakley und Smith Optics mit ihren Highendbrillen Airwave und I/O Recon. Hier werden durch eine aufwendige Prismentechnik Informationen wie Geschwindigkeit, Hangsteilheit, Höhe und Temperatur direkt in das Sichtfeld projiziert und die Brille zeigt mittels Bluetooth die aktuelle Handyplaylist und eingehende Anrufe oder SMS an.

Belüftung

Wer kennt es nicht: Bei einer rasanten Abfahrt oder im Frühjahr gerät man ins Schwitzen und im Lift wird einem wieder kalt. Wie bei einem guten Skihelm muss daher auch die Skibrille jederzeit ein angenehmes Klima bieten. Diverse Belüftungseinlässe sorgen für einen Luftaustausch, lassen warme Luft entweichen und führen den Fahrtwind entsprechend wieder ab.

Da gerade bei kurzen Pausen auf der Piste der Fahrtwind nicht mehr kühlt und durch die eigene Körperwärme die Brille beschlagen lässt, sind sogenannte Antifog Beschichtungen ein weiteres Qualitätsmerkmal einer guten Skibrille. Nur so hat man immer freie Sicht – auch bei widrigen Wetterverhältnissen.

Uvex Skibrille mit OTG-Technologie

Brillenträgerfreundliche Skibrillen mit OTG-Technologie

Brillenträger

Es gibt auch Skibrillen, die speziell für Brillenträger (OTG – over the glass) entwickelt wurden und über die Korrektionsbrille getragen werden können. Sie sind etwas größer gebaut und haben meist seitliche Aussparungen im Schaumstoff, damit die Brillenbügel ihren Platz finden. Außerdem bietet Julbo sogenannte „Optic Clips“ an, welche vom Optiker direkt mit der individuellen Sehstärke ausgestattet werden und anschließend in die Skibrille geclippt werden.

Helmkompatibilität

Ein entscheidender Faktor, auf den man achten sollte, ist die Helmkompatibilität. Der Rahmen der Skibrille sollte in die Aussparung des Helmes passen und dabei bündig auf dem Gesicht aufliegen. Der Spalt zwischen Brille und Helm sollte nicht zu groß sein. Silikonstreifen auf der Bandinnenseite verhindern ein Verrutschen und sorgen für sicheren Halt. Im Idealfall wählt man bei Brille und Helm jeweils den selben Hersteller.

Die Qual der Wahl

Ist die Skibrille nicht bequem oder sitzt sie nicht optimal, dann ist es nicht die richtige – egal wie schön das Design auch sein mag. Bei der Anprobe sollte man daher einige Punkte beachten, um herauszufinden, welche Brille passt: Hierzu schüttelt man kräftig mit dem Kopf in alle Richtungen. Die Brille sollte dabei nicht verrutschen oder unangenehm drücken. Es hat sich bewährt, die Brille für einige Minuten Probe zu tragen, da erst mit der Zeit mögliche Druckstellen zum Vorschein kommen. Weiterhin sollte das Kopfband flexibel und leicht einzustellen sein.

Die richtige Pflege

Wenn die Scheibe innen nass geworden ist, sollte man nie mit einem Tuch oder den Handschuhen reiben, denn dadurch zerstört man die Anti-Fog Beschichtung und die Scheibe wird matt. Besser ist es, die Brille auszuklopfen und trocknen lassen. Will man direkt weiterfahren kann zur Not mit einem fusselfreien Tuch die Scheibe trocken getupft werden. Hierzu eignet sich die meist mitgelieferte Brillentasche.

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