Alle Beiträge zum Schlagwort ‘Ski’

Gute Ökobilanz beim Skifahren – So wird der Winterurlaub nachhaltig

14. Februar 2019
Tipps und Tricks

Über Schneearmut muss sich aktuell im nördlichen und östlichen Alpenraum niemand beklagen. Pünktlich zum neuen Jahr schneit es ohne Unterlass. Die Skigebiete sind mit den Neuschneemassen teilweise sogar überfordert und müssen vorübergehend schließen. Die Grundlage für die Saison ist gelegt.

Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass auf den ersten Blick Nachhaltigkeit und Skitourismus schwierig zu vereinen sind. Aktuell gelten allein in Bayern nur 50 Prozent der Skigebiete in mittlerer Höhe als naturschneesicher, in Österreich werden knapp 70 Prozent aller Flächen beschneit. Laut Deutschem Alpenverein wird die Abhängigkeit der hiesigen Gebiete von künstlicher Beschneiung zunehmen. Auch der Alpenraum bleibt vom Klimawandel nicht verschont. Viele Gemeinden bemühen sich daher um mehr Nachhaltigkeit durch sanften Tourismus und alternative Freizeitangebote für Wintersportler.

Keine Sorge, es geht beim Thema Nachhaltigkeit nicht darum den Skisport abzuschaffen, sondern ein größeres ökologisches Bewusstsein im Wintersport anzuregen. Wir haben uns dem Thema angenähert und festgestellt: Ein nachhaltiger Winterurlaub ist möglich! Und mit den folgenden vier Tipps kann jeder einen Beitrag dazu leisten!

1. Selektive Auswahl von Skigebieten: Mehr Natur- als Kunstschnee

Ein nachhaltiger Urlaub beginnt schon bei der Auswahl des Skigebietes. Meiden sollte man solche, die aktiv an einer Expansion arbeiten. Das umfasst den Bau von Skischaukeln (also eine Verbindung zwischen zwei Skigebieten, die in verschiedenen Tälern liegen), unnötige Modernisierungen und vor allem die Neuerschließung von Gebieten. Einige Skigebiete werben mit sehr langen, garantierten Saisonzeiten von bis zu 200 Tagen. Das können eigentlich nur Gletscherskigebiete leisten. In niedrigeren Lagen wird das durch zusätzliche Beschneiung und Snowfarming, also die Aufbewahrung von Schnee aus der alten Saison, erreicht. Das ist ökologisch bedenklich.

Vielmehr sollte man in Alpenregionen fahren, die Sommer- und Wintertourismus betreiben. Wintersportgebiete, die nur im Winter genutzt werden, offenbaren im Sommer die Auswirkungen des Massentourismus. Die starken Eingriffe in die Natur werden sichtbar, sobald die Schneedecke geschmolzen ist. Ein nachhaltiges Skigebiet sorgt sich auch im Sommer um den Zustand der Pisten. Bei guter Pflege erholen sich die Wiesen bis zur nächsten Saison. Sie sollten entweder gemäht oder beweidet werden, um Erosion vorzubeugen. Zusätzliche Einnahmequellen im Sommer motivieren Betreiber auch auf den Weiterbau von Anlagen zu verzichten: Sommertouristen erfreuen sich eher unberührter Natur als brach liegender Skiinfrastruktur.

Außerdem sollte man Skigebiete meiden, die mit mehr als 60 Prozent beschneiten Pistenkilometern werben. Auskunft darüber erhält man beim jeweiligen Tourismusverband. Die Beschneiung ist sehr teuer, kostet viel Energie und Wasser. Obwohl es sich auf Kunstschnee ähnlich gut fahren lässt, wie auf Naturschnee, ist die Technik zumindest noch nicht soweit, Pulverschnee zu produzieren. Außerdem vereisen die Pisten bei Sonneneinstrahlung schneller, weil Kunstschnee einen höheren Wasseranteil besitzt.

Exkurs Kunstschnee

Damit überhaupt Kunstschnee produziert werden kann, muss es über einen längeren Zeitraum hinweg mindestens -2 Grad kalt sein. Außerdem bedeutet die Errichtung von Speicherteichen und Rohrleitungen einen schwerwiegenden Eingriff in die Natur, der Erosion fördern kann. Kunstschnee bleibt zudem länger liegen. Die Regenerationszeit der Wiesenflächen wird dadurch verkürzt. Die Gefahr von Vegetationsschäden ist auf Kunstschneepisten deutlich höher als auf Naturschnee.

Nachhaltige Formen der Beschneiung sind noch rar. Die Schneewolke ist eine der neueren Methoden, die im Tiroler Skigebiet Obergurgel-Hochgurgel ausprobiert wurde. Dabei wird mit geringem Strom- und Wasserverbrauch eine Wolke simuliert, aus der es schneit. Einige Skigebiete nutzen auch Wasserkraftwerke, um Strom zu erzeugen.

2. Sanfter Tourismus mit Ökolabel und alternativer Anreise

Zwischen 70 und 80 Prozent des CO2-Ausstoßes verursachen Skifahrer bei der An- und Abreise sowie bei Fahrten während des Urlaubs mit dem Auto. Statt Tages- und Wochenendausflüge ins Skigebiet zu unternehmen, sollte man gleich mehrere Tagen wegfahren – und das im vollbesetzten Auto.

Wirklich nachhaltig wäre es aber, mit dem Zug ins Skigebiet zu fahren. Die Skiausrüstung kann mit der Bahn schon vorausgeschickt werden. Das erspart das lästige Schleppen der Skiausrüstung. Shuttlebusse, der örtliche Nahverkehr oder Elektroautos ermöglichen Mobilität im Ort. Die Deutsche Bahn bietet auch günstige Kombitickets in Skigebiete an, die den Skipass beinhalten. Um die Anreise möglichst kurz zu halten, wählt man Skigebiete in der Nähe aus. Auch wenn Fernziele wie Japan, Beaver Creek oder Kamtschatka verlockend sind, belastet die Anreise mit dem Flugzeug die Umwelt zusätzlich.

Auch die Auswahl der Unterkunft kann nachhaltig sein. Einige Gemeinden setzen ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept um, das Hotelanlagen, Transportsysteme und das Skigebiet mit einschließt. Über Internetportale, wie beispielsweise Alpine Pearls oder Bergsteigerdörfer, kann man sich konkret über Regionen im Alpenraum informieren, die aktiv ökologischen Tourismus fördern. Es muss nicht immer das riesige Luxushotel sein. Auch kleine Hotels oder Berggasthöfe stellen sich auf Skitouristen ein. Sie beziehen ihre Produkte von Höfen, Käsereien und Metzgern aus der Nähe. Damit unterstützt man die Wirtschaft vor Ort.

3. Kaufe nachhaltige Ausrüstung und Skikleidung

Diverse Labels und Zertifikate wie die Fair Wear Foundation, bluesign, Responsible Down Standard und der Zusatz „PFC-frei“ helfen bei der Auswahl von umwelt- und sozialverträglichen Produkten. Einige Marken verwenden auch recyceltes Material in der Produktion von Outdoorbekleidung und Ausrüstung. Zudem gibt es eine breite „Reuse“-Initiative: Anstatt sich eine neue Jacke zu kaufen, repariert man die alte. Gleiches gilt für die Ausrüstung. Schon beim Kauf sollte man auf bestmögliche Qualität achten, weil das auf Langlebigkeit der Produkte schließen lässt. Je länger man Material nutzen kann, umso besser ist dessen Ökobilanz

Wer nur einmal im Jahr in den Skiurlaub fährt oder nur sehr sporadisch auf die Piste geht, muss gar nicht erst eine komplette Ausrüstung kaufen. Ausrüstungsverleihe im Skiort haben meistens die aktuellsten Modelle im Angebot. Das ist eine kostengünstige und umweltschonende Alternative. Richtige Outdoormenschen scheuen auch nicht davor zurück, ihre Skijacke beim Einkaufen in der Stadt oder auf dem Weg zur Arbeit anzuziehen. Produkte mehrfach zu nutzen, hilft Ressourcen zu sparen.

4. Winterurlaub vielseitig gestalten: Das sind Alternativen zum Skifahren

Der Winterurlaub muss nicht nur aus Skifahren bestehen. Mehr Unabhängigkeit von schneesicheren Pisten erlangt man, indem man seinen Winterurlaub vielseitig gestaltet.

Winterwanderungen machen Spaß, wenn man sich eine abwechslungsreiche Route raussucht. Bei moderaten Steigungen und auf präparierten Wegen kann man mühelos mit festem Schuhwerk und Teleskopstöcken losmarschieren. Ein besonderes Schmankerl sind Wanderungen durch eine Klamm. Im Winter gefrieren die Wasserfälle zu spektakulären Eisgebilden und die Stromschnellen der wilden Bäche, die sich im Sommer noch tosend durch die Schluchten winden, blitzen nur zeitweise unter einer Eisschicht hervor.

Mitte Februar findet zum Beispiel die deutsche Meisterschaft im Hundeschlittenrennen in Wallgau im Karwendelgebirge  statt. Über 100 Gespanne mit rund 1000 Hunden rennen in verschiedenen Distanzen um den Sieg.

Einmal die Winterlandschaft aus der Vogelperspektive betrachten? Das geht im Winter bei einer Heißluftballonfahrt. Der Brenner, der den Ballon zum Steigen bringt, sondert viel Hitze ab und sorgt für eine wohlige Wärme an Bord. Ein besonderes Angebot ist die Alpenüberquerung im Ballon. Durch die besondere Wetterlage und Thermik ist die kalte Jahreszeit perfekt fürs Paragliding geeignet.

Außerdem bieten viele Wintersportgebiete Schneeschuhtouren, Ski-Langlauf auf natürlichen Loipen, Rodeln, Skitouren und Schlittschuhlaufen an. Um sportlich aktiv zu sein, muss es also nicht immer die künstlich beschneite Piste sein. Abseits der gesicherten Wege sollte man aber besonders vorsichtig sein. Sicherheitsausrüstung wie LVS-Gerät, Sonde und Schaufel sind bei Skitouren Pflicht. Ebenso ein Blick in den Lawinenlagebericht.

Behindertenskilauf – Alles ist möglich

24. Januar 2019
Die Bergfreunde

9 Uhr morgens, Skigebiet Cardrona, Neuseeland. Ich sitze in einem der ersten Sessel gen Gipfel, als ich unter mir einen Sitzskifahrer in seinem Mono-Ski mit unglaublichem Tempo Richtung Talstation schießen sehe. Wahnsinn, wie ist es möglich, dass man sein Skigerät mit reiner Arm- und etwas Rumpfkraft so beherrschen kann? Mein Interesse ist geweckt, noch nie war mir eine querschnittsgelähmte Person auf der Piste begegnet. Dass es sowas wie Paralympics und sitzenden Skilauf gibt, war mir unterschwellig bekannt, aber nie wirklich in meinen Bewusstseinskreis vorgedrungen.

Wenig später sitze ich Tereza gegenüber, der Koordinatorin des Cardrona Adaptive Snow Sports Programme. Die ehrenamtliche Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Skifahrer mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen. Ziel ist es, Skifahrern mit Handicap eine Begleitperson zur Seite zu stellen, die auf der Piste und beim Liftfahren unterstützt, als auch beim Skiunterricht assistiert. Was dabei rausspringt, ist jede Menge gemeinsamer Skispaß und ein intensiver Erfahrungsaustausch.

Unkompliziert werde ich in die Truppe an Ehrenamtlichen aufgenommen. Nach ein paar grundlegenden Trainings darf ich zum ersten Mal ran. Im Laufe der Saison werde ich mit den erstaunlichsten Menschen und unterschiedlichsten Schicksalen konfrontiert. Es verbindet uns alle – die Liebe zum Schnee, den Bergen und diesem genialen Gefühl, auf Skiern den Hang herunterzugleiten.

Geschichte des Behindertenskilaufs: Deutschland und Österreich in der Pionierrolle

Der Skilauf hat im Behindertensport eine lange Tradition. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland und Österreich zahlreiche Kriegsversehrte, die ehemals gute Skifahrer waren und sich von ihrem erlittenen Handicap – sei es Amputationen oder Blindheit – nicht vom Wintersport abhalten ließen.

Sie fanden Mittel und Wege, ihre Skiausrüstung an die entsprechende Verletzung oder Behinderung anzupassen – der Kreativität waren hier keine Grenzen gesetzt. Oberschenkelamputierte versuchten es mit drei Skiern: Einen am verbliebenen Bein und zwei kurze an Krücken – der Krückenskilauf war geboren!

Vom Nischenplatz zum Breitensport

War der Skisport damals nur einem kleinen Kreis an beeinträchtigten Sportlern zugänglich, so wird er heute bei Menschen mit Handicap immer beliebter und auf allen Niveaus ausgeübt. Für die breite Masse ist er ein Genusssport und bietet ein Gefühl von Freiheit, das eine willkommene Abwechslung zum (sicher nicht immer leichten) Alltag darstellt. Für andere bietet er eine Möglichkeit, Sport auf Spitzenniveau zu betreiben und an ihre Grenzen zu gehen. Mit Sicherheit aber ist er für alle ein tolles Mittel, ungeahnte Möglichkeiten auszuloten und ein positives Körpergefühl zu erlangen.

Je nach Behinderungsart haben die Betroffenen in ihrem Alltag ganz unterschiedliche Hürden zu überwinden. Diese übertragen sich natürlich auch auf den Skihang. Ganz abgesehen von der mentalen Herausforderung, sich auf Skiern den Berg hinunter zu stürzen, stellt der Skisport auch technische Anforderungen: Jede Behinderung erfordert eine spezifische Skiausrüstung. Und die hat es meist in sich – preislich. Wer jedoch nicht gleich mehrere tausend Euro hinlegen will (und kann), kann die meisten Skigeräte in ausgewählten Wintersportorten leihen.

Für nahezu jede Art von Behinderung, von der Querschnittslähmung über Sehbehinderungen bis hin zu mentalen Einschränkungen, gibt es Anpassungen in Skiausrüstung und Ausübungsform, die den Sport für ein breites Spektrum an Menschen zugänglich machen. Doch wie genau sehen die Anpassungen aus und wie organisiert sich der Sport auf Wettkampfniveau?

Vom Rollstuhl auf die Piste – Skifahren mit Mono- und Bi-Ski

Rollstuhlfahrer auf Schnee – wie zum Teufel soll das denn funktionieren? Ganz einfach – mit besagtem Mono-Ski! Ein gefederter Rahmen mit Sitzschale wird auf einem Carvingski angebracht und der Skifahrer in der Sitzschale festgeschnallt. Das Gleichgewicht wird mit Hilfe von Krückenskiern gehalten, die der Skifahrer links und rechts von sich durch den Schnee gleiten lässt.

Wer beim Gebrauch seines Unterkörpers stark beeinträchtigt ist, findet im Mono-Ski das geeignete Gerät für verschneite Berghänge. Betroffen sind Menschen mit Querschnittslähmung, Spina Bifida, Multipler Sklerose, doppelter Oberschenkelamputation oder auch einer Cerebralparese. Was mit einem Mono-Ski alles möglich ist, hat Josh Dueck 2012 spektakulär bewiesen: Der nach einem Skiunfall querschnittsgelähmte ehemalige Freeskier stand den ersten Back Flip in einem Sit-Ski!

Für die Benutzung eines Mono-Skis sind allerdings ein relativ stabiler Rumpf und funktionsfähige obere Extremitäten plus Hände nötig. Die stabilere Alternative ist der Bi-Ski, der auf zwei Skiern thront und meist von einer Begleitperson gestützt und mitgelenkt wird. Der Bi-Skifahrer selbst kann sich hier so weit einbringen, wie es ihm möglich ist! Das macht den Bi-Ski zu einem äußerst vielseitigen Gerät, das bei diversen neurologischen und motorischen Einschränkungen eingesetzt werden kann.

Ähnlich dem Alpinskifahren mit Mono-Ski, kann auch beim Langlaufen ein Sitzski verwendet werden. Der Skifahrer bindet sich mit Hilfe von Gurten an einer Art Skischlitten fest. Auch hier sind ein funktionsfähiger Rumpf und eine kräftige Armmuskulatur Voraussetzung.

Stehend Skifahren mit Hilfsmitteln

Wie beim sitzenden Skilauf gibt es auch hier eine Vielzahl von Beeinträchtigungen, für die diese Art von Skifahren geeignet ist. Voraussetzung: Einigermaßen stabil auf einem oder beiden Beinen stehen können.

Für Menschen mit Unterschenkelamputation ist, mit Hilfe von Prothesen, sogar oftmals ein klassisches Skifahren oder Snowboarden möglich. Wer mit einer kompletten Beinamputation lebt, fährt auf einem Bein Ski und hilft sich mit unterstützenden Krückenskiern. Auch für Cerebralparetiker oder Menschen mit spastischer Lähmung ist Skilauf mit Hilfe von Krückenski eine Möglichkeit.

Wer auf zwei Skiern stehen, seine Beine aber schwer kontrollieren kann, dem kann mit einer Skispitzenhalterung geholfen werden. Die Halterung hält die Ski in einer festen Position und macht das Abfahren in einem kontrollierten Pflug möglich.

Blindes Vertrauen – Skifahren mit sehender Begleitung

Wer mit einer Sehbeeinträchtigung lebt, dem steht zumindest schon mal bei der Verwendung einer normalen Skiausrüstung nichts im Weg. Allerdings braucht der Skifahrer einen Begleitläufer, der das „Sehen“ übernimmt und ihn über die Piste leitet. Das funktioniert anfangs über simples An-die-Hand-Nehmen und viel Erklären, später über Zurufe, Headset, Klopfgeräusche – kurz mit jedem denkbaren Hilfsmittel, auf das sich Begleitfahrer und Sehbehinderter einigen können.

Skifahren mit geistigen Beeinträchtigungen

Skifahren mit mentalen Einschränkungen lässt sich weniger leicht in Kategorien einteilen. Möglich ist es aber definitiv auch für Menschen mit Trisomie 21, Autismus, ADS oder anderen Lernbehinderungen. Im Mittelpunkt stehen hier allerdings weniger technische Hilfsmittel, als vielmehr die Frage, wie der Bewegungsablauf beim Skifahren vermittelt und erlernt werden kann. Mit etwas psychologischem Fingerspitzengefühl und speziellen Techniken lässt sich hier viel erreichen.

Da mentale Behinderungen sehr häufig auch mit motorischen Einschränkungen einhergehen, wählt man hier das Hilfsmittel, das am geeignetsten erscheint. Krückenski, Skispitzenklemmen, Bänder und Seile – alles, was dem Betroffenen hilft, auf Skiern zu stehen und den Hang hinunter zu gleiten, ist erlaubt. Und wo kein kein selbstständiges Skifahren möglich ist, bietet ein von einem Begleiter gelenkter Bi-Ski eine tolle Alternative. Das Gefühl des Gleitens bleibt das gleiche und bereitet dem Passagier unvergleichliches Vergnügen. Vereine wie Freizeit-PSO in Schladming bieten Skiunterricht für Menschen mit den verschiedensten mentalen Behinderungen an und finden für jeden die passende Art, über den Schnee zu gleiten.

Behindertenskilauf als Wettkampfsport

Der Behindertenskilauf ist mittlerweile weit mehr als nur spaßige Freizeitbeschäftigung: Paralympische Winterspiele, Weltcuprennen, Special Olympics, Winter X-Games – um nur einige internationale Wettkämpfe für Skifahrer mit Behinderungen zu nennen.

Der Sport organisiert sich in verschiedenen alpinen und nordischen Disziplinen, wobei das Internationale Paralympische Komitee (IPC) Regeln vorgibt, an die sich die meisten nationalen Verbände auch größtenteils halten. Das IPC wiederum orientiert sich am FIS-Regelwerk, das unter anderem die Kurssetzung, Torabstände oder die Skilänge für die verschiedenen Disziplinen vorgibt. Man sieht – beim Behindertenskilauf auf professioneller Ebene wird nichts dem Zufall überlassen.

Das Klassifizierungssystem: Welche Behinderungsgruppen gibt es im Wettkampf?

Wie aber wird sichergestellt, dass die Wettkampfbedingungen fair sind? Schließlich geht ein von der Brust ab gelähmter Rollstuhlfahrer mit ganz anderen Voraussetzungen an den Start eines Abfahrtsrennens als ein Skifahrer mit Sehbeeinträchtigung oder ein Oberschenkelamputierter. Die Lösung des Problems: Das Klassifizierungssystem.

Im internationalen Wettkampfsport wird in drei Arten von Behinderungen unterteilt:

  • B1 – B3: Blinde und Sehbehinderte
  • LW 1 – 9: Stehende Klassen (Amputationen, Cerebralparese, Les Autres)
  • LW 10 – 12: Sitzende Klassen (Querschnittslähmung, Spina Bifida, Cerebralparese, Amputationen…)

Vor allem in der sitzenden und stehenden Kategorie wird noch einmal präzise in Klassen unterteilt. Es besteht eben ein massiver Unterschied zwischen einem stehenden Skifahrer mit zwei amputierten Beinen und einem, dem lediglich ein Unterarm fehlt. Auch beim Querschnitt gibt es erhebliche Differenzen: Je höher die Schädigung der Wirbelsäule liegt, desto schwieriger ist es für den Skifahrer, die Kontrolle über seinen Mono-Ski zu bewahren.

Ein Faktorsystem macht die Leistungen vergleichbar

Damit in jeder der drei Kategorien eine faire Wertung möglich ist und nicht in jeder einzelnen Klasse Medaillen vergeben werden müssen, wurde zusätzlich ein Faktorsystem entwickelt. Jede Klasse wird mit einem bestimmten Faktor versehen, der am Ende alle Klassen innerhalb einer Behinderungsgruppe vergleichbar macht.

Man kann sich das im Prinzip so vorstellen, dass die Uhr während der Zeitnahme für einen stärker behinderten Skifahrer langsamer läuft als für einen geringer beeinträchtigten. So werden die Zeiten vergleichbar und am Ende kann ein Sieger ermittelt werden.

So praktisch das Faktorsystem ist, so schwierig ist es dennoch die verschiedenen Behinderungen angemessen zu kategorisieren und so sorgt das Faktorsystem immer wieder für Kontroversen.

Highlight im 4-Jahres-Takt: Die Paralympischen Winterspiele

Der bekannteste Wettbewerb im Behindertenskilaufs sind ganz klar die Paralympischen Winterspiele. Seit 1976 wird das internationale Event abgehalten. Ursprünglich waren nur alpiner und nordischer Skilauf vertreten, aber im Laufe der Jahre wurde die Liste an Sportarten und Disziplinen beständig erweitert. 2018 waren in Pyeongchang, Südkorea allein im alpinen Skilauf fünf Disziplinen vertreten: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Super-Kombination. Bei den nordischen Disziplinen waren beeinträchtigte Biathleten und Langläufer am Start.

Auch Snowboarder sind übrigens mittlerweile dabei: Die relativ jungen Disziplinen Boarder Cross und Banked Slalom vermischen Elemente aus klassischem alpinem Skilauf und Freestyle und sind definitiv cool anzusehen!

„Adaptive“ Outdoorsport

Nicht nur im Skilauf hat der Behindertensport mittlerweile ein festes Standbein. Auch viele andere Outdoorsportarten öffnen sich immer mehr für eine „adaptive“ Ausübung, wie es der englische Begriff so schön treffend und politisch unverfänglich umschreibt. Meisterschaften im Paraclimbing werden abgehalten, man liest von Menschen, die einbeinig Gipfel erklimmen und – für mich persönlich besonders faszinierend – auch Wellenreiten wird für Behinderte immer besser erschlossen.

Grund für diese Entwicklung ist zum einen ein immer größeres Interesse bei Menschen mit Behinderung, ihre Grenzen auszuloten. Zum anderen gibt es stärker werdende Bestrebungen in der Gesellschaft aktiv Inklusion zu betreiben und diese vor allem auch auf Bereiche auszuweiten, die als nicht zugänglich für Behinderte angesehen waren.

Die High Fives Foundation in den USA beispielsweise fördert Extremsportler, die nach einem Unfall in der Ausübung ihres Sports eingeschränkt sind, sich davon aber nicht abschrecken lassen. Kitesurfen, Wellenreiten, Paragliden, Klettern – alles ist möglich, solange man Equipment und Ausübungsform an die körperlichen Möglichkeiten anpasst.

Dicht und warm? Der Testbericht Ortovox 2L Swisswool Leone Jacket

19. Dezember 2018
Ausrüstung

Da hat sich Ortovox was ausgedacht! Packt jetzt sein bewährtes Schurwollematerial unter die wasserdichte Dermizax NX Membran und macht daraus seine erste wasser- und winddichte Swisswooljacke. Ich hatte die große Ehre das gute Stück im Alpinen zu testen – wie sie mir getaugt hat, will ich euch verraten. Doch zunächst wollen wir uns das technische Gerüst mal genauer anschauen:

  • Wasser- und Winddichtheit: Dermizax NX Membran sowie getapte und verschweißte Nähte.
  • Gewichtsvorteil: mit 372 g richtig leicht; Ortovox kombiniert in der Zweilagenjacke ihre hochwertige Schweizer Schurwolle mit 60g/m² mit der Dermizax NX Hochleistungsmembran – richtig gut für eine warme und atmungsaktive Hardshell.
  • Stabilität und Robustheit: An der Kapuze, den Schultern und im Hüftbereich sind 3-Lagen Dermizax Einsätze verarbeitet.
  • Weitenregulation: An den Säumen mit Kordelzug und selbstregulierenden Bündchen mit Gummiband. An der Kapuze ebenfalls mit umlaufenden Gummiband und anatomisch optimierten Schnitt.
  • Hochleistungsmembran Dermizax NT: 20.000 mm Wassersäule, Atmungsaktivität bei 30.000 – 50.000 g / 24 Stunden, die porenlose Konstruktion verstopft nicht.
  • Rucksackkompatibilität: Zwei Fronttaschen, robuste Schulterpartie durch 3fach Dermizax-Einsätze.
  • Sonstiges: Tragekomfort durch Merino Mesh Einsätze im Kinnbereich und verlängerter Rückenbereich.

Alpinklettern – ab jetzt immer dabei!

Erst seit kurzer Zeit begleitet mich die ORTOVOX Women’s 2L Swisswool Leone Jacket auf meinen Touren. Als Teil der Ortovox Naked Sheep Linie ist sie komplett auf Funktion und Technik reduziert. Kein Schnickschnack und damit voll meine Welt.

Witzigerweise hatte ich sie im Oktober bei meinem letzten Alpinklettertrip mit Kollegen am Salbitschijen in den Schweizer Alpen dabei. Eigentlich nicht der vom Hersteller angegebene ideale Einsatzbereich, aber gerade da hat sie unglaublich gut funktioniert.

Unser Hüttenaufstieg in der Nacht bei unteren einstelligen Temperaturen war sportlich zügig und ganz schön schweißtreibend. Ich habe die Jacke angelassen, da sie tatsächlich atmungsaktiv ist und die Feuchtigkeit nach außen transportiert hat. Kein lästiges, zeitkostendes An- und Ausziehen war hier nötig.

Am nächsten Tag folgte dann die Klettertour. Im Stand hat sie mich wunderbar warm gehalten und den immer wieder auffrischenden Wind wirklich perfekt abgehalten. Auch gewärmt hat sie mich Frostbeule derart gut, dass meine Daunenjacke im Rucksack blieb. In den Kletterphasen hab ich die Jacke gar nicht bemerkt – 4 Wegestretch olé.

Goldwert für das Alpinklettern: die zwei Fronttaschen. Die sind so groß, dass der Routentopo im A6 Format einfach richtig gut reinpasst und sich jederzeit bequem und unkompliziert rausholen lässt. Im abendlich kalten Abstieg konnte die Jacke ihre perfekte Kombination von Wärme und Atmungsaktivität ausspielen.

Weitere Pluspunkte für recycelbares Material und Bündchen

Am Handgelenk schließen die Bündchen durch das Gummiband schön ab. Das puffige Material nach dem Gummiband schmiegt sich gut an die Hände an und lässt vor allem über Handschuhe angezogen definitiv keine Luft in den Ärmel.

Zusätzliche Pluspunkte gibt für das Material: Dermizax ist aus Polyurethan hergestellt und somit 100% recycelbar. Auch entstehen bei der Produktion (im Gegensatz zur PTFE Membran) keine gesundheitsschädlichen Abfallprodukte. Daumen hoch für die deutlich bessere Ökobilanz!

Was mir fehlt: helmtaugliche Mütze

Die Kapuze ist an sich ist mit seinem Gummibundeinsatz gar nicht schlecht gedacht. Vorne an der Stirn schließt sie somit gänzlich ab und hält die Kapuze sicher am Kopf. Mich persönlich stört allerdings, dass der Gummizug am mittleren Hinterkopf entlang läuft und bei mir drückt.

Was mir ehrlich gesagt noch nicht ganz klar ist: Ortovox empfiehlt die Jacke unter anderem für Hochtouren. Da habe ich zumindest auf dem Gletscher vorbildlicherweise immer einen Helm auf. Wenn die Jacke jetzt ihre volle Leistung und Stärke ausspielen und dann bei Regen und Schnee auch zum Einsatz kommen soll, dann gibt es da ein Problem. Die Kapuze ist nicht helmtauglich und regnet sich dann nur voll. Damit fallen dann leider auch sämtliche andere Aktivitäten mit Helm im Regen raus. Schade.

Mein Fazit

Die Jacke wird definitiv fester Bestandteil meiner künftigen Tourenausrüstung, egal ob auf Hoch- und Bergtouren, beim Alpinklettern oder im Alltag. Besonders dann, wenn man ohne Helm im Regen unterwegs ist oder definitiv weiß, dass es nicht regnet ;)

Im Ernst, ich hätte mir diese Jacke schon für den diesjährigen Patagonientrekkingtrip gewünscht. Da hatten wir viel Regen plus viel Bewegung und das bei sehr niedrigen Temperaturen.

Fest steht: Freiwillig gebe ich die Leone Jacket jedenfalls nicht mehr her.

Mähhhhr drin – Testbericht Ortovox Zebru Jacket

29. Januar 2019
Ausrüstung

“Viel Spaß beim Testen” steht auf dem Post-It, der auf der Jacke klebt, die ich vor einigen Wochen auf meinem Schreibtisch fand. In blau leuchtete mich die Ortovox Zebru Jacket an. Ein paar Tage zuvor wurde ich als Tester ausgewählt, weil die nächste Hochtour für das Wochenende geplant war.

Bei einem neuen Merino Midlayer und ISPO Gold Award Gewinner braucht es schließlich gute Argumente, warum nicht ein anderer der zahlreichen interessierten Kollegen die Jacke als erster testen sollte.

Der Materialmix macht die Jacke besonderes

Ein Midlayer ist ja eigentlich gar keine Besonderheit und es gibt unzählige mehr oder minder ähnliche Varianten. Für viele Hersteller ist die größte Herausforderung neben der Atom-Reihe von Arc’teryx zu bestehen. Doch während in den meisten Modelle eine Kunstfaser für die Isolation zuständig ist, geht Ortovox seinen eigenen Weg.

Im Inneren der Jacke schlummert mehrheitlich Merinowolle. Genauer gesagt die hauseigene Swisswool, über die auch hier im Basislager schon berichtet wurde. 70% Wolle und 30% Polyester wurden in einem neuen, aufwändigen Verfahren zu einem 70 g/qm Loft verarbeitet. Darin eingearbeitet sind Löcher, die das Innenmaterial flexibel und dehnbar machen.

Der erste Gedanke wenn man die Jacke auspackt: Hui, das Außenmaterial ist aber weich. Der zweite Gedanke: hoffentlich geht das nicht beim ersten Felskontakt kaputt. Es handelt sich um TEC STRETCH – ein Polyamidgewebe, das Ortovox noch recht frisch im Programm hat. Es ist nicht nur strechig, sondern laut Hersteller auch atmungsaktiv sowie wind- und wasserabweisend.

Die Ortovox Zebru: auf Leicht getrimmt

Bei der weiteren Ausstattung der Jacke fällt auf, dass diese auf minimales Gewicht getrimmt wurde. Tatsächlich bekommt meine Jacke in Größe S mit 272 Gramm zwar mit etwas mehr als die Herstellerangabe auf die Waage, liegt aber dennoch rund 100 Gramm unter der Atom LT. Für dieses Gewicht wurde auf Taschen weitgehend verzichtet. Lediglich eine Brusttasche bietet Stauraum, die aber immerhin für eine normale Landkarte oder ein Paar Softshellhandschuhe reicht. Praktisch: Die Brusttasche ist zugleich der Packsack, in dem die Jacke ohne große Mühe verstaut werden kann.

Auch die weitere Konzeption der Jacke lässt den Wunsch nach geringem Gewicht erkennen. Als Reißverschlüsse kommen leichte YKK aus Kunststoff zum Einsatz. Dank kurzen Kordeln mit gummierten Ende lassen sich diese auch mit Handschuhen noch gut greifen. Immerhin wurde der Jacke eine Windschutzleiste spendiert. Auch die Bündchen sind einfach aber funktional gehalten: Weiche Gummibänder sorgen für einen guten Abschluss. Klettverschlüsse oder Gummizüge sucht man jedoch überall vergebens.

Mehr als ein normaler Midlayer

Um es vorweg zu nehmen: Im breiten Praxiseinsatz hat sich die Jacke für mich sehr bewährt. Seit langem schwöre ich im Baselayerbereich auf die positiven Eigenschaften von Merinowolle. Bei Midlayern mit Merinofütterung hatte ich bislang immer das Gefühl, dass diese steifer sind als die Kollegen mit Kunstfaser. Und genau hier macht die Zebru einen Unterschied! Sowohl das Obermaterial als auch die Füllung sind angenehm weich und dehnbar. In Kombination mit dem anständigen Schnitt blieb die Jacke auch bei viel Bewegung da wo sie bleiben sollte.

Lediglich als ich von einem Stand aus meinte, in Jacke weiter klettern zu müssen, war es am Bauch etwas luftig. Fairerweise muss man sagen, dass die Jacke dafür auch nicht gedacht ist. Vielmehr sind Ski- und Hochtouren ihr angestammtes Revier (aber wo soll man diese bei Herbst und Möchtegernwinter, gleichzeitig jedoch hohem Testdrang her nehmen?).

Die Hauptaufgabe eines Midlayers ist ja bekanntlich zu wärmen und dabei möglichst atmungsaktiv zu sein. Meine Hoffnung wurden erfüllt: Hier spielt die Wollfüllung ihre Stärken aus. Im Vergleich zu anderen Jacken hatte ich das Gefühl, dass die Isolationsleistung gut ist.

Wirklich erwähnenswert finde ich jedoch den (natürlich völlig subjektiv wahrgenommenen) höheren Klimakomfort. Insbesondere wenn die Jacke ohne 3rd-Layer getragen wird, staut sich keine Feuchtigkeit und es fühlt sich stets mollig warm an. Es ist schwer zu beschreiben aber es erinnert ein wenig an den Unterschied zwischen einem Daunen- und einem Kunstfaser-Schlafsack: Im Naturprodukt spürt man, wie dieses Feuchtigkeit puffert und Wärme zurückgibt. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber ich bin überzeugt.

Apropos Daune: Auch im nassen Zustand ist Wolle noch isolierend und übertrifft laut Ortovox sogar die Wirksamkeit von Daune. Damit ist die Zebru auch eine Alternative zu superdünnen Daunen-Midlayern, die man im Aufstieg dann doch manchmal “plattschwitzt”.

Ein gelungenes Standardprodukt mit Stärken im Detail

Im Einsatz lernte ich schnell den hohen Kragen zu schätzen, der bis zur Unterlippe reicht. Trägt man ein Buff-Tuch oder ein Baselayer mit Kragen unter die Jacke, zieht da auch kein eisiger Wind mehr rein. 

Die Kapuze lebt von der Dehnbarkeit der Bündchen und des Materialmixes. Sie liegt eng am Kopf an und wärmt diesen, dank Fütterung, gleich mit. Der Helm kommt im Bedarfsfall einfach drüber –  der Kinnriemen kommt dann zwar naturgemäß mit dem Jackenkragen überquer, aber das ist durch die weichen Materialien vertretbar.

Bei trockener Witterung macht die Jacke (insbesondere auch ohne Hardshell darüber) richtig Freude. Leichter Wind und auch ein paar Tropfen Regen werden problemlos abgehalten, Pulverschnee ohnehin. Damit ist die Zebru eine überaus atmungsaktive und sehr angenehm zu tragende Jacke, die auch bei wechselnden Intensitäten mitkommt. Tatsächlich gibt es Tage an denen die Zebru durchgängig am Körper ist und ein 3rd-Layer darüber die nötigen Variationen ermöglicht.

Ein neues Lieblingsteil

Die Zebru Jacket hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem meiner neuen Lieblingsteile gemausert. Mein neuer Standard für Hochtouren ist damit: Merino-Baselayer auf der Haut, bei richtig kalten Temperaturen ein Merinofleece (bei mir in der Regel ein Ortovox Fleece Hoody), dann die Zebru und darüber bei Bedarf eine Schicht Dermizax. Zur Nachahmung nur empfohlen! 

Was ist das neue PHASEknit von Mammut?

24. Januar 2019
Ausrüstung

Gefühlt ist es schon ewig her, dass es im Material-Wirrwarr des Outdoor-Markts eine echte Neuerung gab. So eine, bei der einem die Kinnlade runterkippt. Ein wenig mehr Recycling hier, ein bisschen Stretch dort. Aber so einen richtig großen Wurf, den gab es schon länger nicht mehr. Doch das ändert sich jetzt vielleicht…

Denn Mammut hat ein äußerst spannendes Materialkonzept unter dem Namen PHASEknit am Start. Was steckt dahinter? Was ist besonders daran? Und kann der Endverbraucher mit dem Kauf am Ende sogar unmittelbar zur Nachhaltigkeit in der Outdoorbranche beitragen?

Was ist anders an PHASEknit?

PHASEknit ist eine neue Verarbeitungsmethode, die auf einem alten Strickverfahren (Wirkware) basiert. Wie bei Oma zu Hause, nur mit moderner Produktionstechnik. Ganz neu ist die Idee nicht und wird z.B. bereits bei Fussballtrikots angewendet. Durch die Technik können hybride Materialien fast in einem Guss produziert werden. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand…

Welche Vorteile ergeben sich dadurch?

Unterschiedliche Materialkonstruktionen und Strukturdesigns können einfach miteinander verbunden werden und es werden Nähte eingespart, die später nicht mehr abgedichtet werden müssen. Außerdem sind die Materialien dehnbarer als konventionelle Stoffe. Am Ende der Produktionsstraße hat man ein extrem elastisches, abriebfestes, wasserdichtes und atmungsaktives Material, das sich zu ein-, zwei- oder dreilagigen Materialschichten fertigen lässt.
Ganz konkret kann man durch die Fertigungsweise am Rücken größere Maschen stricken, um mehr Atmungsaktivität zu erreichen, während die Schulterbereiche dichter gestrickt sind, um robuster zu sein. Der Kreativität in der Konstruktionsvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt.

Viel versprechende Funktion gepaart mit minimaler Umweltbelastung

Die Stoffe für PHASEknit werden in Deutschland und ohne PFC-Chemikalien hergestellt. Selbst die Membran für das dreilagige Material auf einer lösemittelfreien Polyurethanbasis, wird hier produziert. Mammut setzt auf die hauseigene Membran unter dem Namen „DryTechnology“. Diese überzeugt mit einer 10.000 mm Wassersäule und 20.000 gr/m2/24 Std bei der Atmungsaktivität.

Die Stoffe können genau auf die gewünschte Größe produziert werden und erzielen weniger Verschnittreste, die sonst anschließend in der Tonne landen würden.
Der Strom für die Produktion speist sich laut Mammut komplett aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, Wasser und Solar) und sogar Abwasser und Abluft werden aufwändig gereinigt. So erreichen die PHASEknit-Produkte den STANDARD 100 von OEKO-TEX.

In welchen Produkten ist PHASEknit verarbeitet?

Mammut geht aktuell mit einer Hard- und Softshelljacke sowie einer Hardshellhose für Männer und Frauen ins Rennen. Hier kurz und knapp erklärt:

  • Mammut Alvier Flex Jacket Hardshell
    wasserdichtes 3-Lagen Material und abriebfeste Zonen an stark beanspruchten Stellen, wie Schultern, Ellebogen und Hüfte. Eine offene Materialstruktur für ein gutes Körperklima an den Armen und am Kinnbereich.
  • Mammut Alvier Flex Pant Hardshell
    wasserdichtes 3-Lagen Material und abriebfeste Zonen an Knien und Hüften. Offene Strukturen im Schritt und Kniekehlen für ein angenehmens Körperklima.
  • Mammut Alvier Hybrid Flex Jacket Softshell
    winddichtes 3-Lagen Material im Frontbereich. Am Rücken und Armen 2-Lagen für mehr Atmungsaktivät. An den Seiten ist ein 1-Lagen Material für maximale Atmungsaktivität verarbeitet.

Ganz nach dem Motto: „Die Nachfrage regelt das Angebot“ plant Mammut eine Vergrößerung des Sortiments, wenn sich PHASEknit am Markt etabliert. Es könnten also noch weitere Produkte wie z.B. Jacken für den Sommer und Funktionsunterwäsche folgen. Wir dürfen gespannt sein!

In der Preisgestaltung schlägt sich „Made in Germany“, das Nachhaltigskeitskonzept und der aufwendige Produktionsprozess nieder. Um eine Hausnummer zu nennen: die Mammut Alvier Flex Hardshelljacke durchbricht fast die Schallmauer und kommt für 999€ auf den Markt. Nichts für den schmalen Geldbeutel!

Für wen ist PHASEknit gedacht?

Die kurz angesprochenen Modelle richten sich an den ambitionierten Skitourengeher, Bergsteiger und Wintersportler, dem es am nötigen Kleingeld nicht fehlen darf. Dafür bekommt man viel Komfort und Funktion in einer neuartigen Hybridbekleidung.

Wir sind gespannt…

Lohnenswerte Neuheit oder doch nur gutes Marketing? Leider konnten wir bis zur Veröffentlichung des Beitrags kein Testprodukt in die Hand bekommen, daher sind wir selbst schwer gespannt, ob PHASEknit in der Praxis genauso gut abliefert, wie es sich auf dem Papier liest!

Bis dahin: genießt den Winter und habt viele schöne Bergabenteuer!

Noch keine Geschenke? Wie wärs mit ein paar Bergfreu(n)den?

6. Dezember 2018
Kaufberatung

Jo, is denn scho wieder Weihnachten? Jupp, ist es, und damit auch wieder Zeit für Konsumrausch, Verweigerung oder irgendwas dazwischen. Letzteres ist die schwierigste Option, denn hier muss man durchaus nachdenken und die Beschenkten richtig einschätzen, um passende Präsente zu erwischen. Klar im Vorteil sind hier all jene, die Bergfreunde und Outdoorenthusiasten wie uns unter ihren Angehörigen und Freunden haben. Denn bescheiden wie wir sind, kann man uns immer irgendwie zufrieden stimmen ;-P Außerdem gibt es einen riesengroßen und prall gefüllten Geschenkesack, in dem garantiert für Jeden etwas dabei ist. Ich habe da mal reingeschaut und mir einen Haufen Sachen ausgesucht, die ich mir auf jeden Fall gern selber schenken lassen würde ;-)

Der Schwerpunkt liegt dabei eher auf vielseitig verwendbaren Gegenständen. Extreme Spezialitäten wie den Haulbag fürs Bigwallclimbing werdet ihr hier also nicht finden. Auch macht es nicht viel Sinn komplexe Ausrüstungsgegenstände wie Tourenskischuhe, die zumeist individuell abgestimmt sein müssen, mit hineinzunehmen. Andererseits… so eine nagelneue Komplettausrüstung für den Einstieg in die gerade beginnende Skitourensaison hätte auch was, oder?

Es sollen hier auch nicht nur lustige Gadgets sein, sondern auch wirklich nützliche Dinge. Es sollen Kleinigkeiten dabei sein, die nicht die Welt kosten, und dicke Dinger, falls jemand dieses Weihnachten mal richtig Eindruck schinden will. Außerdem ist hier was für Kletterer dabei, für Campingfreaks, für Männer, für Frauen, für die reifere Generation und für Kids. Also, auf geht’s zum Bergfreundegeschenkekauf!

1. Passt immer: Der Bergfreunde-Weihnachtsgutschein

Den Einstieg macht das universale Alleskönnergeschenk, das nie verkehrt sein kann: Der Bergfreunde.de Weihnachts-Gutschein. Auch wenn man keine Idee hat oder nicht weiß, was der zu Beschenkende da genau in den Bergen treibt, sind mit diesem Geschenk leuchtende Augen garantiert. Der Gutschein-Code wird auf einer schönen Karte verschickt und ist unbegrenzt gültig. Der Gutschein-Betrag wird beim Einkauf im Bergfreunde.de Shop nach Eingabe des Gutschein-Codes automatisch verrechnet.

2. Falls der Winter zur Abwechslung mal wieder kalt wird: Winter-Outdoorjacken

  • Als Edelvariante empfiehlt sich die Swisswool Piz Bianco Jacket Winterjacke von Ortovox. Schon die Optik mit den gedeckten Farben verrät es: Hier handelt es sich um etwas richtig Hochwertiges! Die wohlige Wärme der winddichten und wasserabweisenden Outdoorjacke kommt von weichen Merinowoll-Inserts, die sich richtig gut anfühlen und natürliche funktionale Eigenschaften haben. Hinzu kommt eine super Ausstattung, die ebenfalls ein sehr weites Einsatzspektrum ermöglicht. Mehr dazu in der Produktbeschreibung.
  • Die Günstig-aber-gut-Variante: Der Women’s Aden Wintermantel von Helly Hansen. Viel Funktion, angenehme Wärme und einen bewährten Markennamen kann man auch mit kleinerem Budget bekommen. Weitere Infos zu dem Mantel gibt es in der Produktbeschreibung.

3. Endlich Ruhe im Massenlager: Ohrenstöpsel für unterwegs

Mit kleinem Kostenaufwand kann man etwas wirklich wertvolles schenken: Erholsame Nachtruhe. Die Eagle-Creek Ohrstöpsel sind waschbar und wiederverwendbar und kommen im Set mit sechs Plugs im praktischen Aufbewahrungsdöschen.

4. Was nicht passt wird passend gemacht: Mit dem Bear Grylls Gerber Multitool

Wer gleich nach dem Fest zum nächsten Wildnistrip aufbricht, sollte das Gerber Multitool noch einstecken. Schließlich benutzt auch Superman Bear Grylls solch ein Teil, wenn er im Dschungel und in der Wüste mal wieder eine Unterkunft baut, Feuer macht oder Käfern, Skorpionen und anderen Leckerbissen nachstellt.

5. Auch in dunklen Winternächten schön gemütlich: Die LED-Campleuchte

Die Apollo LED-Lampe von Black Diamond glänzt als Multitalent. Bei diesem Exemplar handelt es sich um eine klappbare Steh- und Hängelampe, die in alle Richtungen für bis zu 225 Lumen an blendfreiem Licht sorgt.

6. Funktionale und stimmungsvolle Winterklamotten

Wer nicht nur Wärme und Funktion, sondern auch stimmungsvolles Design mit Winter- und Gebirgsmotiven sucht, sollte sich mal bei der deutschen Edelschmiede mit dem Schweizer Bergdorf im Namen umschauen. Bitte hier entlang: Zum Bergfreunde-Maloja-Shop.

7. Überall sauberes Trinkwasser: Der Katadyn Pocket Filter

Bei etwas so Wichtigem wie sauberem Trinkwasser verlässt man sich gern auf ein richtig edles Schweizer Markenprodukt wie den Katadyn Pocket Filter. Der hat zwar seinen Preis, doch wenn man bedenkt, dass hier 50.000 Liter Wasser ohne Filterwechsel gereinigt werden, zahlt sich die Sache ganz sicher aus. Und nebenbei ist man mit dieser unabhängigen Wasserversorgung auch noch für den nächsten Weltuntergang gerüstet.

8. Für die langen Winterabende braucht es gute Bücher

9. Kalender

Wer das ganze Jahr über „on Fire“ bleiben will, greift zum Kalender. Im Bergfreunde-Kalender-Shop gibt es eine kleine aber feine Kalenderauswahl für Bergsportdisziplinen wie Klettern, Running oder Bouldern.

10. Immer voller Durchblick: Echo Pocket Mini-Fernglas

Eher ein schönes Spielzeug als wirklich notwendig, dafür aber auch wirklich klein und leicht: Das Brunton Echo Pocket Scope. Es passt in die Jackentasche und bietet dennoch gute Vergrößerungswerte!

11. Unverzichtbare Winterbegleiter: Fäustel und Fingerhandschuhe in einem

Vielseitiger als die Roeckl Kadane Handschuhe geht’s kaum, denn die taugen fürs Fahrrad genauso wie für den Alltag und den Berg. Möglich macht es die integrierte „Kapuze“ (der über die halboffenen Finger klappbare Fäustel). Wenn beim Hantieren mit GPS, Taschenmesser und Pausenstullen oder während einer Klettereinlage freie Finger gefragt sind, klappt man ihn einfach zurück und fixiert ihn am Klettverschluss auf der Oberhand. Funktioniert super, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

12. Gefütterte Hüttenschuhe mit Kunstfaserfüllung

Heimelige Gemütlichkeit auch im eiskalten Basecamp, Biwak oder Winterraum – geht sowas? Ja, sofern man die Camp Booties von Exped im Gepäck hat – kuschelig-warme und weiche „Hausschuhe“ mit Kunstfaserfüllung. Dank ihrer rutschfesten Sohle ist auch der Toilettengang nach draußen kein Problem.

13. Outdoor-Besteckset: Gute Tischmanieren auch in der Wildnis

Das KUPILKA – Geschenkset besteht aus Tasse, Untersetzer, Löffel und sorgt für Flair beim Campen und Picknicken. Es besteht aus einem neuartigen Verbundmaterial aus Kiefernholzfasern und dem Kunststoff Polypropylen, wodurch es unter anderem spülmaschinenfest und recycelbar ist.

14. Creme statt Staub: Dickflüssiger Chalk von den Bergfreunden

Mit dem LiquidChalk von Bergfreunde.de macht man sich und den Mitkletterern in langen winterlichen Hallensessions eine Freude. Man selbst hat staubtrockene Grip-Finger und die Anderen keinen Feinstaub in der Lunge. Und wenn es hart auf hart kommt, deckt man damit schnell noch einen Pickel ab ;-)

15. Weihnachtliche Leckereien

Warum nicht mal ein paar schöne Energieriegel statt der üblichen langweiligen Plätzchen? Okay, nicht wirklich, an Weihnachten bleiben wir lieber bei „richtigem“ Zuckerkram. Doch für unterwegs und draußen macht spezielle Trekking- und Outdoor-Nahrung oftmals Sinn. Das Zeug ist leichter, haltbarer, einfacher zu lagern, praktischer portioniert, schneller zubereitet und schmeckt manchmal trotzdem richtig anständig. Und dank all dieser Vorzüge lässt es sich auch sehr gut als Geschenk verpacken ;-)

Bei unserer Shopauswahl ist vom Müsli zum Frühstück mit fertigem Milchpulver, über Nudel- und Fleischgerichte, bis hin zu vegetarischem und veganem Trekking-Essen für jeden Kletterer, Wanderer oder Expeditionsteilnehmer das Richtige dabei.

16. Die berüchtigten Socken – aber anders!

Mut zum Klischee – mit Socken zu Weihnachten! Aber nicht mit irgendwelchen Socken, sondern mit den richtig sportlichen und fetzigen Winter Run Kompressionssocken für Läufer, Trailrunner und Skitourengeher! Die sehen zwar nicht so putzig aus, haben aber einiges mehr drauf als Omas Selbstgehäkelten vom letzten Jahr. Überzeugt euch selbst – beispielsweise mit den cep Winter-Kompressionssocken.

17. Farbenfrohe Trinkflasche für die Kurzen

Die Kids Wide Mouth von Hydro Flask Trink- und Thermosflasche ist praktisch und macht auch in der Schule einen coolen Eindruck. Und sie wartet mit kleinen Extras auf, die für die Kids von Vorteil sind.

18. Für die großen Jungs und Mädels: Der Fiskars Axt- und Messerschärfer

Mit diesem Teil machen Rechts- und Linkshänder nicht nur Messer, sondern auch Äxte wieder fit. Sehr einfach und intuitiv in der Bedienung, liefert der Fiskars Nachschärfer auch für Laien gute Ergebnisse. Ein super Geschenk für Bastlernaturen, die es kaum erwarten können gleich nach der Bescherung mit dem Schleifen loszulegen!

So, bis hierhin hat der Blick in den großen Bergfreunde-Jutesack hoffentlich für Jede und Jeden was Passendes zutage gefördert. Falls ich ein wirklich wichtiges Weihnachts-Must-Have übersehen haben sollte, gerne rein damit in die Kommentare!

Sohle runter, Schuh noch gut – Welche Hersteller bieten den Sohlen-Service?

20. Dezember 2018
Pflegetipps

Auch bei guten Schuhen ist es nach ein paar hundert Kilometern Stock und Stein soweit: Die Sohle hat an den häufigst abgetretenen Stellen kaum noch Profil und an den Stellen, wo der höchste Druck abgefangen wird, bröselt und schwindet das Material. Auch der Geröllschutzrand ist mittlerweile ziemlich löchrig und zerkratzt. Alles in allem sieht‘s „untenrum“ ziemlich düster aus. Der Schuhschaft hingegen ist zu diesem Zeitpunkt oft noch völlig in Ordnung und zudem auch richtig schön eingelaufen.

Unser, in der Wegwerfgesellschaft, gut eingeübte Standardmove wäre nun, die ‚kaputten‘ Treter in die Tonne zu befördern und ein neues Paar zu kaufen. Das geht schnell und erfordert den geringsten Aufwand.

Doch wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Reparatur der Schuhe? Bei guten und teuren Bergschuhen kann diese deutlich preisgünstiger sein als die nächste Neuanschaffung. Außerdem stellt sich ja noch die Frage, was ein bessere Gefühl hinterlässt: Eine unnötige Geld- und Ressourcenverschwendung oder eine optimale Nutzung der Schuhlebensdauer. Und schließlich gibt es ja auch noch die dritte „Alternative“: Die halb verschlissenen Schuhe so lange weiter zu benutzen, bis sie die Backen endgültig zusammenkneifen. Das ist allerdings eher keine gute Idee, denn erstens will man es sicher nicht erleben, dass mitten im steilen Geröllfeld der Schuh am Fuß auseinanderfällt, zweitens ist es nicht gerade heilsam für Füße und Knöchel, mit abgelaufenen und verfortem Sohlen unterwegs zu sein.

Ab wann lohnt sich die Reparatur?

Die Sohle ist ein Verschleißteil, das sich schneller abnutzt als der Rest des Schuhs. Höchste Zeit für eine neue Sohle wird es dann, wenn sie kaum noch sichtbares Profil aufweist. Zu diesem Zeitpunkt sollte man den Schuh-Unterbau auch auf mögliche weitere Materialalterung prüfen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn diese findet bisweilen unsichtbar im Inneren der Sohle statt und ist nicht nur auf physische Belastung, sondern vor allem auch auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Für die feuchtigkeitsbedingte Zersetzung des Sohleninneren (genauer: der Zwischensohle und des Dämpfkeils) gibt es sogar ein Fachwort: Hydrolyse. Ihre Vermeidung ist der Hauptgrund warum gute Pflege und vor allem gründliches Trocknen (während und nach der Tour) sowie eine trockene Lagerung so wichtig sind!

Ob und wann sich die Reparatur lohnt ist natürlich auch eine Kostenfrage. Die Kosten hängen davon ab wie viele Sohlenteile ausgewechselt werden müssen und zu welcher Kategorie die Schuhe gehören. So ist der Spaß bei einem Wander- und Trekkingschuh billiger als bei einem steigeisenfesten Bergschuh.

Am günstigsten sind Reparaturen bei Kletterschuhen. Hier fängt der  Sohlentausch bei 20 € an und endet bei ca. 60 €. Beim Schuster um die Ecke kann es billiger sein, doch ist es Glückssache, ob bei diesem die spezielle Kompetenz für Kletter- und Bergschuhe vorhanden ist. Bei guten Markenbergschuhen belaufen sich die Kosten je nach Anbieter und Aufwand auf 40 bis 80 €. Bei Internetanbietern kann es auch an die 100 € gehen. Das ist viel Geld, doch gemessen an einer Neuanschaffung immer noch deutlich günstiger.

Obacht gilt bei Schuhen mit Membran (z.B. Gore-Tex): hier solltet ihr drauf achten, ob die Schuhe noch wasserdicht sind. Ist das nicht der Fall kann es ggf. Sinn machen, neue Schuhe zu kaufen. Bei Volllederschuhen oder Schuhen ohne Membran stellt sich die Frage natürlich nicht.

Wie funktioniert die Reparatur? Welche Möglichkeiten gibt es?

Vom Prinzip her ist der Austausch der Profilsohle sehr simpel: Die beschädigte alte Sohle wird abgeschliffen oder abgezogen, die Neue draufgeklebt, fertig. Die praktische Durchführung ist jedoch in den seltensten Fällen so einfach, selbst wenn keine weiteren Teile ausgetauscht werden müssen. Am besten überlässt man das Ganze also jenen Experten, die sich mit dem gesamten Sohlenunterbau auskennen und auch den Gummirand fachgerecht austauschen können.

Um die Schuhe in die Hände dieser Experten zu geben, gebt man sie in der Regel bei dem Fachhändler ab, bei dem sie gekauft wurden. Dieser schickt die Schuhe dann an den Hersteller weiter. Abholung oder Versand der reparierten Schuhe werden ebenfalls über den Händler abgewickelt. Ein direktes Einsenden an den Hersteller ist nur in wenigen Fällen möglich. Deshalb listen viele Schuhhersteller auf ihren Websites die autorisierten Fachhändler auf, die ihre Marke vertreiben. Das konkrete Vorgehen bei den renommierten und in unserem Shop vertretenen Bergschuhherstellern schauen wir uns im letzten Abschnitt an.

Alternativ bleiben folgende drei Möglichkeiten:

  • Einsenden an einen Online-Spezialschuster für Berg- und Kletterschuhe: Hierbei handelt es sich um eine relativ sichere Möglichkeit, die allerdings nicht die Schnellste und Günstigste ist.
  • Einen Schuster in der eigenen Umgebung kontaktieren und fragen, ob sie Kletter-/Bergschuhe reparieren können: Das ist zwar leider Glückssache, aber kann durchaus funktionieren. Es kann allerdings auch sein, dass man bei einer Neubesohlung nicht unbedingt die Originalsohle des Herstellers bekommt. Entsprechend ist diese Möglichkeit nicht die sicherste, aber im Glücksfall die Günstigste und Schnellste.
  • Do it yourself: Bei dieser Alternative hantiert man mit Klebern wie Freesole herum und hat selbst im einfachsten Fall, wenn zum Beispiel nur die Laufsohle verschlissen ist, keine Erfolgsgarantie. Die Forenbeiträge in Outdoorforen, die überwiegend von Schwierigkeiten und Misserfolgen berichten, sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem sind oft nicht nur die Profilsohle, sondern auch weitere Teile wie Zwischensohle und Dämpfkeil beschädigt und müssen entsprechend ebenfalls ersetzt werden. Damit dürfte man als Schuh-Laie, alleine schon wegen den fehlenden Spezialwerkzeugen, überfordert sein. Wenn es allerdings wirklich nur die abgelaufene Profilsohle ist, klappt es vielleicht mit dieser Anleitung des Outdoor-Magazins.

Sonderfall Reklamation

Sollte in Ausnahmefällen die Schuhsohle trotz „sachgemäßer Verwendung“ innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist unbrauchbar werden, kann ein Konstruktionsfehler und Reklamationsfall vorliegen.

Das ist natürlich immer ärgerlich, doch wenn du den defekten Schuh bei den Bergfreunden gekauft hast, kannst du sicher sein, dass sie sich im Garantiefall voll für dich reinhängen! So steht dir im begründeten Gewährleistungsfall der gesetzliche Anspruch auf Nacherfüllung oder, falls nicht möglich, Gelderstattung zu. Bitte unternehme in diesem Falle keine überstürzten Reparaturversuche, denn die Gewähr verlischt bei unsachgemäßer Reparatur durch einen nicht autorisierten Servicepartner. Auch wenn die Schuhe zurück an den Händler gehen, wird es eher zu einem Umtausch als zu einer Reparatur kommen.

Alles Weitere zu diesem Ablauf findest du zusammengefasst auf der Bergfreunde-Reklamationsseite.

Infos zu den Regelungen verschiedener Hersteller folgen gleich im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Können alle Schuhe repariert werden? Welche Bauart muss der Schuh haben?

Eine komplette Neubesohlung ist im Normalfall nur möglich, wenn der Schuh in der „gezwickten“ oder in der „zwiegenähten“ Machart hergestellt ist. Nur hier sind Brandsohle, Laufsohle und andere Teile des Schuh-Unterbaus so verbunden, dass eine saubere Auftrennung und Erneuerung möglich ist.

Alternativ gibt es die „gestrobelte Machart“, bei der höchstens ein Abschleifen und Neubekleben der Laufsohle möglich ist, nicht aber ein kompletter Sohlenaustausch. Die gestrobelte Bauweise kommt eher bei weicheren und flexibleren Schuhen zum Einsatz. Die Laufsohle wird hier ohne Kleber an den Schaft „angespritzt“ und ist demnach nicht ohne weiteres ablösbar. Man erkennt gestrobelte Schuhe leicht an ihrer, an der Schuhinnenseite verlaufenden, Verbindungsnaht zwischen Schaft und Brandsohle. Man muss nur die Einlegesohle entnehmen, um die Strobelnaht zum Vorschein zu bringen. Bei der gezwickten und der zwiegenähten Machart ist hingegen nur die Brandsohle zu sehen, die unsichtbar aber stabil mit dem Schaft verklebt oder vernagelt ist. Unter Bergfreunde-Reklamationsseite findest du ein Bild, auf dem der Unterschied gut zu sehen ist.

Auflistung der Hersteller, die einen Austausch der Sohle anbieten

Wenn es ein hochwertiger Bergstiefel oder Trekkingschuh ist, den du dein eigen nennst, stehen die Chancen gut eine Tip-Top-Neubesohlung vom Hersteller zu bekommen. Allerdings gilt das auch wirklich nur bei einigen der Top-Hersteller. Bei allen anderen wird es innerhalb der Gewährleistungszeit eher zum Umtausch kommen und nach Ablauf der Gewährleistung schwierig mit der Reparatur.

Hier folgend das Vorgehen bei einigen der renommierten und im Bergfreundeshop vertretenen Hersteller:

Hanwag, Mammut und Lowa bieten auch einen Reparaturservice außerhalb der Gewährleistungszeit von zwei Jahren an – natürlich mit Kosten und auch auf jeden Fall individuell abgestimmt. Das kann auch über den Hersteller direkt organisiert werden, dauert meistens aber mehrere Wochen.

LaSportiva und Boreal führen auf Anfrage und nur in seltenen Fällen Reparaturen außerhalb der Gewährleistung durch. Bei allen anderen Herstellern werden Reparaturen nur innerhalb der Gewährleistungszeit und mit Einschränkungen durchgeführt. Dazu gehören: Edelrid, Haglöfs, Salewa, Martini (sehr langsam), Duckfeet (verweist an Schuster in DE wenn nicht innerhalb der Gewährleistung oder Eigenverschulden), Mavic, Montura (sehr langsam).

Soweit der kleine Einblick in die Welt der Schuhreparaturen. Zunächst sieht das Ganze etwas kompliziert aus, doch mit den Infos dieses Artikels sollten dem nächsten Sohlentausch abgesehen von ein bis zwei Anrufen beim Händler oder Hersteller keine großen Hindernisse im Weg stehen.

Hier noch ein paar meiner vorherigen eigenen Rechercheergebnissen:

Habt ihr noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

 

Tiefschneefahren leicht gemacht

4. Dezember 2018
Tipps und Tricks

Mit Snowboard oder Ski durch unverspurten Powder gleiten und dabei mit eleganten Schwüngen die steilsten Abfahren meistern? Kein Problem! Einfach Ski oder Board an die Füße schnallen und beim Ausstieg aus dem Lift nicht der markierten und gesicherten Piste folgen, sondern direkt hinter der nächsten Absperrung mit dem deutlichen Hinweisschild auf die drohende Lawinengefahr in den Hang einfahren. Der Rest geht dann wie von allein und falls nicht, kommt bestimmt die Bergwacht zur Rettung geeilt.

STOPPSO NICHT! Was hoffentlich eindeutig als höchst ironisch zu erkennen war, ist leider nicht allzu weit von der Herangehensweise vieler Skifahrer und Snowboarder entfernt, die ohne einen Hauch von Erfahrung oder Gefahrenbewusstsein ihr eigenes Leben und das der anderen aufs Spiel setzen.

Zugegeben: Nichts ist schöner als an einem sonnigen Tag, nach den ergiebigen Schneefällen der vorangegangenen Nacht, die ersten Linien durch den unberührten Pulverschnee zu surfen. Allerdings gehört hier ein wenig Technik und Training genauso dazu, wie etwas Erfahrung in den Bergen, Risikomanagement und die richtige Ausrüstung zum Tiefschneefahren.

Aller Anfang ist schwer: der erste Schritt von der Piste in den Tiefschnee

Bei Skifahrern und Snowboardern unterscheidet sich die Technik beim Tiefschneefahren. Obwohl viele Sportexperten der Meinung sind, dass Anfänger mit dem Snowboard schneller sichtbare Fortschritte beim Tiefschneefahren machen könne, haben beide Wintersportgeräte ihre Vor- und Nachteile im Tiefschnee.

An Tagen mit frischem Neuschnee sind die Ränder an den Pisten ideal für die ersten Gehversuche mit dem neuen Element. Doch Schnee ist nicht gleich Schnee. Der feste, griffige Untergrund der präparierten Piste ist nicht zu vergleichen mit dem lockeren Pulver, der eine ganz andere Fahrtechnik verlangt. Je nach Schneehöhe und Schneekonsistenz bremst der tiefe Schnee enorm. Das bedeutet, dass Anfänger, die von der Piste in den tieferen Rand fahren schnell bis zum Stillstand ausgebremst werden. Daher ist es am besten immer kleine Bögen durch den Tiefschnee am Pistenrand zu fahren, um dann auf der Piste wieder Schwung aufzunehmen.

Das der Tiefschnee stark abbremst, lassen sich steilere Passagen besser im Tiefschnee fahren. Der nächste Schritt ist also, dieselbe Übung an steileren, roten oder schwarzen Pisten zu trainieren. Beim Skifahren ist dabei eine zentrale Position wichtig, sodass der Körperschwerpunkt über der Bindung liegt. Die Skispitzen sind über der Schneedecke oder auf gleicher Höhe. Trotz der zentralen Position und einer leicht gehockten Körperhaltung, kann es sich beim Fahren so anfühlen, als ob man in leichter Rücklage fahren würde. Das hängt mit dem schrägen Einsinken der Ski in den Tiefschnee zusammen. Daran gewöhnt man sich allerdings sehr schnell.

Neben einer lockeren und zentralen Fahrerposition, spielt auch die eigene Geschwindigkeit im Tiefschnee eine große Rolle. Je schneller man im Tiefschnee fährt, desto besser gleiten die Ski über die Oberfläche. Dadurch können die Ski leichter gedreht werden. Der Einsatz der Kanten wird dabei vollkommen unnötig. Richtungswechsel werden nur durch die Gewichtsverlagerung in Zusammenhang mit der Geschwindigkeit eingeleitet. Durch eine aktive Hoch- und Tiefenlastung der aufeinanderfolgenden Schwünge wedeln Skifahrer die Tiefschneehänge hinunter, wie im klassischen Bogner Skifilm.

Umdenken auf dem Snowboard

Während Snowboardanfänger auf der Piste lernen müssen ihre Nose zu belasten, damit sie ihr Tail kontrolliert drehen können, heißt es im Tiefschnee: Nose nach oben. Auch das Snowboard wird durch die Gewichtsverlagerung in einer zentralen Position im Powder gelenkt. Vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten gilt es die Nase am Snowboard oben zu halten. Kann dies nicht umgesetzt werden, gräbt sich das Brett bald im Schnee ein und der Tiefschneeneuling bleibt ziemlich schnell stehen.

Je routinierter der Fahrer und je höher die Geschwindigkeit im Powder, desto zentraler wird die Fahrposition im Tiefschnee. Zudem gleitet das Board daraufhin mit minimalem Kraftaufwand über den Schnee. Wer es also bis zu diesem Gefühl geschafft hat, weiß zum einen was die anderen Snowboarder mit „Powder surfen“ meinen und zum anderen, warum er die Abfahrt gleich nochmal machen muss…

Um das richtige Gefühl für Board, Schnee und Geschwindigkeit zu bekommen, muss man am Anfang etwas Übung einplanen. Außerdem verlangt das Fahren im Tiefschnee eine flüssige und vorausschauende Fahrweise. Kurzes Sitzen und Ausruhen (wie Snowboardanfänger das auf der Piste gerne machen) ist im Tiefschnee eher hinderlich, denn ist der Schwung weg, kommt man in flachen Abschnitten teilweise nur noch schwer von der Stelle.

Selbst wenn man liftet: Tiefschneefahren ist anstrengend

Egal ob Ski oder Snowboard – das Fahren im Tiefschnee ist anstrengend für die Muskulatur, aber noch viel anstengender für alle, die sonst nur auf der Piste fahren oder wenig trainiert sind. Waden und Oberschenkel sind am ehesten von Krämpfen und Muskelkater betroffen.

Um aus dem Muskelkater ein Muskelkätzchen zu machen, hilft es, die Muskulatur schon vor der anstehenden Wintersaison gezielt zu trainieren. Auch das Risiko für Verletzungen kann durch gezielte Skigymnastik oder spezielles Zirkeltraining vorgebeugt werden. Für alle, die ihre Abfahrten lieber aus eigener Kraft erreichen, als mit Liftunterstützung, gilt das im besonderen Maße, denn in der Regel sind Aufstiege noch viel anstrengender als die Abfahrt im Powder.

Vom Schwungtraining zum Traumhang

Wer sich auf den Übungsstrecken mit Fahrtechnik und Geschwindigkeit im Tiefschnee vertraut gemacht hat, wird sich in der Regel die nächsten Tiefschneeziele stecken. Am besten sollten diese innerhalb eines kontrollierten Gebietes stattfinden, dass die alpinen Gefahren minimiert. Besonders geeignet sind Skirouten in Skigebieten. Anders als auf normalen Pisten, sind diese nicht präpariert und abgesteckt, der Streckenverlauf aber, dank einer groben Markierung mit Pfosten, gut zu erkennen. Auf diese Weise wird vermieden, dass man in einer Gletscherspalte versinkt oder am nächsten Abhang abrutscht.

Doch spätestens hier müssen Skifahrer und Snowboarden anfangen, sich mit alpinen Gefahren auseinanderzusetzen. Auch bei schlechter Sicht, Schneefall oder starkem Wind kann die Skiroute schnell zur Irrfahrt werden. Deshalb gehören das Einsammeln an Informationen über die Wetteraussichten und ein Blick auf die Lawinengefahr immer dazu. Für alle, die auf eigene Faust ihre Powderträume auf Skitouren im Backcountry verwirklichen wollen, gilt das doppelt und dreifach.

Genaues Wissen über Schneebeschaffenheit, Wind, Tragfähigkeit der Schneedecke, Wahl der Aufstiegsroute und Abfahrtsroute, usw. – das alles ist absolut notwendig, um schöne Touren zu gehen, wundervolle Tiefschneeabfahrten zu erleben, aber auch um in brenzligen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen und schließlich immer heil nach Hause zu kommen.

Die richtige Ausrüstung beim Tiefschneefahren

Wie immer gibt es an Auswahl und Diversität von Snowboards und Ski kaum Grenzen. Für die ersten Versuche und Erfolge im Tiefschnee ist das Board oder der Ski jedoch für das erste gar nicht mal so wichtig. Die Vorlieben und feinen Unterschiede bemerken viele ohnehin erst, wenn sie mit den Basics vertraut sind. Sehr empfehlenswert ist allerdings eine wasserdichte und atmungsaktive Wintersportbekleidung. Viele Tiefschneefahrer schwören im Powder auf Latzhosen und wer einmal im tiefen Schnee ein paar Purzelbäume geschlagen hat, der weiß auch aus welchem Grund. Auch am Hals und an den Ärmeln sollte die Skibekleidung gut decken. Handschuhe müssen im Powder nicht nur warm und wasserdicht sein, sondern auch über den Ärmelenden der Jacke sicher abschließen.

Skihelme und Skibrillen gehören zur modernen Skiausrüstung fest dazu – das gilt natürlich auch im Tiefschnee. Für die weitere Sicherheit sind viele Skijacken oder Skihosen auch mit Recco Reflektoren ausgerüstet. Kommt es zu einer Verschüttung, kann die Bergwacht die kleinen Reflektoren schnell orten. Zwar ersetzen die Reflektoren keine komplette Lawinenverschüttetensuch-Ausrüstung (LVS), aber sie sind dennoch praktisch, da man sie nicht daheim vergessen kann (es sei denn man vergisst Hose oder Jacke…).

Für Skitouren abseits markierter Areale muss eine LVS Ausrüstung dabei sein. Diese Ausrüstung besteht aus einem LVS Gerät (ein Peilsender zum Suchen verschütteter Kameraden und Kameradinnen), Lawinenschaufel und Lawinensonde. Zusätzlich dazu kommt bei einer längeren Ausrüstung noch weiteres, wie Trinken, Vesper, Wechselbekleidung, Erste-Hilfe-Set, Tourenführer, Karte, usw. zusammen. Um diese ganze Ausrüstung zu stemmen, sind Skifahrer im Backcountry stets mit den passenden Skitourenrucksäcken anzutreffen. Diese verfügen auch über entsprechende Halterungen für Ski, Splitboard oder Snowboard.

Lawinenairbag als letzter Ausweg

Eine besondere Form der Skitourenrucksäcke sind Rucksäcke mit Lawinenairbag. Sie sind quasi die letzte Lebensversicherung, wenn beim Freeriding alle Stricke reißen, sprich, wenn man von einer Lawine im Gelände erfasst und mitgerissen wird. In solch einem Falle, können Skifahrer und Snowboarder innerhalb von Sekunden und mit einer einzigen Handbewegung einen großen Luftsack aufblasen, der dafür sorgt, dass man nicht von der Lawine nach unten gezogen und tief verschüttet wird.

Für alle, die gerne regelmäßig im Backcountry Touren gehen, ist ein Lawinenairbag sicher eine Überlegung wert. Die Rucksäcke sind zwar nicht gerade günstig, aber im Vergleich zum Nutzen wird es schwierig über den Preis zu urteilen. Es muss allerdings hervorgehoben werden, dass der Airbagrucksack keinesfalls die Verantwortung entbindet, sich über Lawinengefahr, Schneelage und Wettersituation zu informieren.

Für alle Skifahrer und Snowboard, die auch in der nächsten Saison noch Spaß im Powder haben wollen gilt nach wie vor: Erst denken, dann droppen!

Skifreeride – was muss ich für den Einstieg ins Pulverschnee-Paradies wissen?

27. November 2018
Tipps und Tricks

In einem Reiseprospekt habe ich den ultimativen Skifreeride Trip meiner Träume entdeckt: 14 Tage mit einem Schiff in den Gewässern vor Alaska mit einem eigenen Helikopter an Deck. Pilot und Guides starten dann mehrmals am Tag und bringen die Skifahrer zu neuen unverspurten Abfahrten. Der Traum vom faszinierenden Freeride-Abenteuer fand jäh im darunter angeführten Preis sein Ende: knapp 20.000 € sollte der Spaß kosten.

Aber zum Glück können Skifahrer auch ohne Helikopter und ohne Alaska eine Menge Spaß beim Freeriding haben. In der Alpenregion zwischen Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Frankreichen bieten sich dafür unerschöpfliche Möglichkeiten. Und wer Lust auf neue Abenteuer verspürt, kommt auch in der Hohen Tatra, den Pyrenäen oder der spanischen Sierra Nevada auf seine Kosten.

Was ist eigentlich Skifreeride?

Den Begriff „Freeriding“ hört man in der Regel im Zusammenhang mit Ski, Snowboard oder Mountainbike. Das Skifreeriding grenzt sich im Grunde vom Skifahren auf präparierten Pisten und abgesteckten Buckelpisten und Slalomstrecken ab. Um dies zu erleben, müssen Skifahrer nicht zwangsläufig jeden Aufstieg selber bewältigen und abseits der Skigebiete unterwegs sein.

Prinzipiell bezeichnet Skifreeriding alle Arten von Powder-, Backcountry und Variantenfahrten. Alle verbindet die Liebe zum unverspurten Tiefschnee und die sportliche Herausforderung im Gelände. Etwas überspitzt lassen sich folgende Typen von Skifreeridern unterscheiden:

Der Variantenfahrer

Skifreerider dieser Art mögen es im Tiefschnee ein paar Abfahrten zu machen, fühlen sich aber auf der Piste ebenso wohl. Je nach Schneelage fährt der Variantenfahrer gerne ein paar markierte Skirouten ab und nimmt auch mal die eine oder andere Powder-Abkürzung im Skigebiet. Den ganzen Tag aufsteigen, um dann nur ein einziges Mal abzufahren, ist dem Variantenfahrer viel zu anstrengend – deshalb verlässt er sich auf Lifte und Infrastruktur im Skigebiet.

Der Skitourengeher

Der Skitourengeher startet schon früh morgens und hat stets ein festes Ziel vor Augen. Für den stundenlangen Aufstieg ist er bestens trainiert und zieht seine Spur bis zum Traumgipfel. Ausgestattet mit Vesper, Trinken, LVS Ausrüstung und Skitourenrucksack bewegt er sich aus eigener Kraft. Er genießt die Stille und Ruhe abseits der hektischen Liftanlagen und wird mit einer fantastischen Aussicht und einer langen, unverspurten Abfahrt ins Tal belohnt. Da er sich oft alleine oder in kleinen Gruppen im hochalpinen Gelände bewegt, hat sich der Skitourengeher eingehend über Wetterverhältnisse und Lawinengefahr informiert.

Der Skibergsteiger

In diesem Fall handelt es sich um die „Plus-Version“ der Skitourengeher. Der Skibergsteiger schreckt vor keinen Gletscherspalten, Abseilstellen und schmalen Rinnen zurück. Neben der üblichen Ausrüstung für Skitourengeher, gehören beim Skibergsteigen Klettergurt, Helm und Kletterseil zur Grundausstattung. In der Regel sind Skibergsteiger bereits erfahrene Alpinisten, die schon etliche Skitouren, Hochtouren und Kletterpassagen gemeistert haben.

Welche Ausrüstung benötigen die verschiedenen Freerider?

Zugegeben, nicht jeder Skifreerider passt in eine der oben genannten beispielhaften Kategorien; und zudem fühlt sich so mancher Variantenfahrer auf Skitouren wohl oder unwohl. Dennoch eignen sich die grob umrissenen Charaktere sehr gut dafür, um eine Vorstellung darüber zu bekommen, welches Equipment für die einzelnen Arten von Freeriding benötigt wird und auch welche Erfahrungen vorausgesetzt sein sollten.

Variantenfahrer kommen mit gewöhnlichen Alpin-, Freestlye oder Allround-Ski im Tiefschnee bestens zurecht. Auch Bindungen und Skischuhe sind dabei identisch, wie beim Skifahren auf der Piste, denn das Aufsteigen aus eigener Kraft entfällt und macht Skitourenbindungen überflüssig. Bei speziellen Tourenski machen sie wiederum effizientes Aufsteigen möglich. Für den Aufstieg werden die Ski dann mit Steigfellen ausgestattet, die auf den Skibelag aufgeklebt werden. Auf diese Weise lässt sich der Ski nach vorne schieben und kann zeitgleich nicht nach hinten rutschen.

Die Bindung ist für den Aufstieg auf der Zehenseite der extra Skitourenstiefel fixiert und an der Fersenseite beweglich. Dadurch ermöglicht das System zügiges und kraftsparendes Aufsteigen. Die Bewegung lässt sich dabei mit der von Langläufern vergleichen. Um Kraft zu sparen gehen Skitourengeher im Aufstieg gerne auf bereits vorhandenen Spuren.

In steileren Passagen ähneln die Spuren einer Loipe im Zickzack-Kurs. Bei besonders steilen Hängen oder verdichteter Schneefläche und Eis, kommen, neben den Steigfellen, Harscheisen zum Einsatz. Ähnlich wie Steigeisen sorgen Harscheisen für sicheren Halt und verhindern seitliches Abrutschen.

Zusätzlich zu den Ski und Skischuhen, sind Skifreerider mit Skistöcken, Skihelm und der passenden Skibekleidung ausgestattet. Skihose und Skijacke sollten wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv sein sowie eine hohe Bewegungsfreiheit beim Skifahren garantieren.

Latzhosen sind bei Freeridern besonders beliebt, da mit diesen auch bei tiefstem Schnee keine Nässe von oben eindringen kann. Auch integrierte Gamaschen, die über dem Skistiefel abschließen, erweisen sich in tiefem Schnee als hilfreich. Bei Tourengehern und Skibergsteigern sollten außerdem die Beininnenseiten auf Höhe der Stiefel verstärkt sein, damit sie, durch die Stahlkanten, Harscheisen oder Steigeisen, nicht beschädigt werden. Eine Schneebrille, die möglichst gut am Gesicht abschließt und Skihandschuhe mit langer Stulpe komplettieren die Basisausstattung für Skifreerider.

Je nach Tour können zu dieser Grundausstattung noch alpine Ausrüstungsgegenstände, wie Kletterseil, Klettergurt, Eisgeräte und Steigeisen hinzukommen.

Das wichtigste Equipment wird im Skitourenrucksack verstaut und ist, neben LVS Ausrüstung und Verpflegung, immer mit dabei.

Auswahl der Touren – passend zu Know How und Erfahrung

Skifreerider wachsen in der Regel mit ihren Aufgaben, beziehungsweise mit ihren Tourenzielen. Für Variantenfahrer reicht da meist ein Blick auf die Wetter-App und die derzeitige Lawinensituation. Je mehr Freerider im Gelände abseits der Skigebiete unterwegs sind und je schwieriger die Abfahrten werden, desto intensiver sollten sie sich auch mit dem Thema Risiken beim Freeriding, Gefahrenvermeidung und Erste-Hilfe beschäftigen. Wer im Backcountry eine Skitour plant, muss in jedem Fall:

  1. …die Wettervorhersage eingehend studiert haben.
  2. …die Lawinengefahr (mittels des aktuellen lokalen Lawinenlageberichts) für die geplante Route in Erfahrung gebracht haben.
  3. …eine LVS Ausrüstung (LawinenVerschüttetenSuch-Ausrüstung), bestehend aus LVS Gerät („Piepser“), Lawinensonde und Lawinenschaufel mit sich führen.
  4. …genau den Umgang mit diesen Geräten kennen (Bei einer Verschüttung geht es um jede Minute und das LVS Gerät nützt nur dem Freerider, der es im Schlaf bedienen kann).
  5. …am besten einen Kurs beim DAV, der örtlichen Bergwacht oder Skischule absolviert haben. In diesen Kursen werden die Gefahren beim Skitouren vermittelt sowie der richtige Umgang mit der LVS Ausrüstung erklärt und geübt.
  6. …über Kenntnisse in erster Hilfe verfügen und ein Erste-Hilfe-Set mit sich führen.
  7. …genügend Proviant und vor allem Flüssigkeit mitnehmen.
  8. …seine Route kennen und in der Lage sein diese auch bei schlechter Sicht zu finden und zu navigieren.
  9. …ein Telefon mit vollem Akku mit auf Tour nehmen, um im Notfall Hilfe zu holen (ggf. muss man sich vorher erkundigen, ob es im gewünschten Gebiet Empfang gibt).
  10. ….seine Kräfte und sein Fahrkönnen richtig einschätzen und immer Reserven für unerwartete Situationen einplanen.

Beim Skifreeriding lohnt sich daher nicht nur die Investition in zuverlässige und robuste Ausrüstung, sondern auch in Wissen und Erfahrung. Wissen über das Wetter, die Berge und wie Schnee, Wind und Temperatur die Lawinenlage beeinflussen sowie das Wissen wie eine sichere Aufstiegsroute zu wählen ist und welche Hänge sich am besten für eine sichere Abfahrt im Tiefschnee eignen.

Für den Einstieg in die Welt der Skitouren gibt es viele einfache Routen, die oft nicht zu anstrengend und auch nicht sehr gefährlich sind. Solche Touren eignen sich prima, um Erfahrungen zu sammeln und belohnen einen meistens mit wunderschönen Abfahrten.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit, Skitouren mit ortskundigen Guides und Bergführern zu unternehmen, die ihr Know How und ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen und die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten.

Wettkämpfe im Freeriding, Extreme Freeriding und Ski Mountaineering

Skitourenrennen gibt es schon seit über 100 Jahren als Wettkampfsport. Zeitweise war die alpine Wintersportart sogar in den olympischen Spielen präsent. Zu den renommiertesten Rennen des ISCM (International Council for Ski Mountaineering Competitions) gehören die Patrouille des Glaciers, die Pierra Menta oder der Frofeo Mezzalama. Bei der Pierra Menta werden beispielsweise in Zweier-Teams innerhalb von vier Tagen etwa 10.000 Höhenmeter in Aufstieg und Abfahrt bewältigt.

Bei anderen Wettbewerben, wie zum Beispiel dem legendären Xtreme Verbier (als Teil der Freeride World Tour), geht es nicht um den Aufstieg, sondern um die Abfahrt. Diese ist möglichst steil und mit hohen Klippen und schmalen Rinnen gespickt. Ziel der Teilnehmer ist es, die Kampfrichter durch eine spektakuläre Linienwahl und durch extrem riskante Sprünge über Wechten und Felsen zu beeindrucken.

Materialinfo Aramid/Kevlar – Ein Superheldenmaterial im Outdoorsport?

31. Oktober 2018
Ausrüstung

Ein leichtes, schnitt- und stichfestes Gewebe, verwendbar für schusssichere Westen, feuerfeste Verstärkungen oder Beschichtungen für Flugtriebwerke: auf den ersten Blick eignet sich Aramid mit seinem Handelsnamen Kevlar eher für Superheldenkostüme als für Outdoor-Breitensport. Doch die Eigenschaften dieses ganz speziellen Materials lassen sich für viele Outdoorprodukte nutzen – von Handschuhen über Hosen, Helme und Rucksäcke bis hin zu Reepschnüren. Auf jeden Fall lohnt es sich diesen Kunststoff mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was ist Aramid?

Salopp gesagt ist Aramid eine Unterart der Polyamide und damit ein weiterer der zahlreichen Kunststoffe, die auf Erdöl-bzw. Kohlenwasserstoffbasis bestehen. Bei Wikipedia klingt die Definition präziser, aber auch sperriger:

Aramide, auch Polyaramide oder aromatische Polyamide genannt, sind Polyamide, bei denen die Amidgruppen an aromatischen Gruppen gebunden sind. Aramide zählen zu den Flüssigkristallpolymeren (FKP). Die wichtigsten Typen sind Poly(p-phenylenterephthalamid) (PPTA, Handelsnamen: Kevlar, Twaron) und …“

Warum die Dinger „aromatisch“ genannt werden? Gute Frage! Es liegt tatsächlich daran, dass diese Stoffgruppe (zumindest in Teilen) gern intensive, oft als angenehm empfundene, (Duft)Aromen freisetzt. Doch wir sind weniger am Geruch, sondern eher an den funktionalen Eigenschaften interessiert. Und von diesen Eigenschaften gibt es so einige, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen werden.

Zuvor aber erstmal noch ein paar Infos zu der Schmiede von Aramid: Mitte der Sechziger Jahre forschte man beim amerikanischen DuPont Konzern intensiv an der praktischen Verwendbarkeit von Aramiden. Dabei wurde Kevlar, die bekannteste Aramidfaser, enwickelt und zur Produktstreife gebracht. Kevlar dürfte der einzige Handelsname sein, der Bergfreunden eventuell schon einmal zu Ohren gekommen ist, denn diese Aramidfaser wird auch in Outdoor- und Bergsportprodukten verarbeitet. Genauer gesagt findet man in diesem Bereich nur Kevlar, weshalb wir uns in der weiteren Betrachtung auch hauptsächlich auf diese Markenfaser konzentrieren. Andere Aramidprodukte wie Nomex, Teijinconex, Twaron oder Technora sind eher für Modellsportfreunde, Feuerwehrleute, Soldaten und Astronauten interessant…

Herstellung

Vielfältig und komplex – so könnte man die Herstellungsverfahren von Aramiden zusammenfassen. Hauptsächlich werden sie als Fasern, seltener als Folien, hergestellt. In der Werkstoffkunde unterscheidet man Niedermodul- und Hochmodulfasern, deren funktionalen Eigenschaften etwas voneinander abweichen.

Hochmodulfasern werden „aus einer flüssigkristallinen Lösung von polyparaphenylenen Terephthalamiden in konzentrierter Schwefelsäure versponnen. Nach der Oberflächenbehandlung werden HM-Fasern zusätzlich mechanisch gereckt, wobei ein hoher Orientierungsgrad der Einzelfibrillen erreicht wird.“ Der „hohe Orientierungsgrad“ ist als sehr saubere Musterung der Fasermatrix sichtbar. Die exakte Geometrie ist für Aramidgewebe ebenso charakteristisch wie die goldgelbe Farbe. Damit sind wir auch schon bei den Eigenschaften angekommen.

Eigenschaften

In der Eigenbeschreibung ihres Kevlar-Produktes hebt die Firma DuPont hervor, dass man mit diesen Fasern „besser, fester und sicherer“ unterwegs sei: „Sie werden dazu verwendet, Kleidung, Zubehör und Ausrüstung sicher und schnittfest zu machen. (…) Sie werden ebenso auf Skihängen, Bahnstrecken, in anspruchsvollen Wüstengebieten, ja sogar in den unendlichen Weiten des Alls eingesetzt.

Der breite Einsatzbereich kommt durch die hohe (Zug)Festigkeit, hohe Schlagzähigkeit, hohe Bruchdehnung, gute Schwingungsdämpfung und Hitzebeständigkeit der Aramide zustande. Statt zu schmelzen, beginnen sie erst bei etwa 400 °C zu verkohlen. Auch Lösungsmittel, Kraftstoffe, Schmiermittel, Salzwasser sowie Pilze und Bakterien können den Aramidfasern nicht viel anhaben. Lediglich von einigen starken Säuren und Laugen werden sie angegriffen. Man könnte entsprechend sagen, dass das Zeug wirklich hart im Nehmen ist.

In Sachen Druckfestigkeit liegen Aramidgewebe allerdings nur im Mittelfeld der Kunststoffe; bei UV-Beständigkeit und Wasseraufnahme (bis zu 7 %) schneiden sie sogar ziemlich schlecht ab. UV-Einstrahlung führt relativ schnell zu bis zu 75 % der Festigkeit. Dem lässt sich jedoch mit UV-absorbierenden Deckschichten bzw. einer Verarbeitung als Laminat relativ einfach entgegenwirken. Generell ist Aramid gut kombinierbar mit anderen Stoffen, wodurch sich die Funktionalität in viele Richtungen optimieren und erweitern lässt.

Verwendung

Die speziellen Eigenschaften prädestinieren Aramid für eine große Bandbreite an Verwendungen. So kommt es zum Beispiel in der Industrie und im Bauwesen in unzähligen Teilen zum Einsatz. Im Sport- und Outdoorbereich werden besonders die Zähigkeit, Zugfestigkeit und das geringe Gewicht des Materials geschätzt. Aramidfasern werden so zum Beispiel in Reepschnüren, Fangleinen für Gleitschirme, Segeln, Fahrradreifen usw. verwendet.

In den Textilien dienen Kevlar-Elemente vor allem als Verstärkungen, die den Körper schützen und die Lebensdauer der Kleidungsstücke erhöhen. Besonders beliebt sind die Kevlar-Verstärkungen bei Fahrrad-, Motorrad- und Rennsportkleidung sowie an besonders beanspruchten Stellen von Outdoorhosen und Rucksäcken. Als Nähte kommen Kevlarfasern in Klettersteig- und Skihandschuhen zum Einsatz.

Mit der Zähigkeit des Materials geht allerdings eine gewisse Steifheit einher, die besonders im Outdoorbereicht nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich bringt. Anschaulich wird das am Beispiel der relativ neuartigen Kevlar-Reepschnüre, die es auch als fest vernähte Schlingen in verschiedenen Größen gibt. Sie bestehen im Kern aus Aramid, während sich der Mantel, wie bei „normalen“ Reepschnüren und Seilen, aus Polyamid zusammensetzt. Der Aramidkern ist bräunlich und so vom herkömmlichen, blendend weißen Polyethylenkern des üblichen Schnur-, Seil- und Bandmaterials leicht zu unterscheiden.

In der Ausgabe 5/2014 des DAV Panorama Magazins wurden als Vorteile die hohe Festigkeit und hohe Kantenschnittfestigkeit hervorgehoben. Hinzu kommen eine besondere Abriebfestigkeit, hohe Hitzbeständigkeit und eine Zugfestigkeit, die weit über der von Polyamidschnüren liegt. Kevlar-Reepschnüre bieten bei gleichem Durchmesser auch eine weitaus höhere Bruchlast als herkömmliche Reepschnüre.

Als Nachteil nennt das Panorama Magazin die, im Vergleich zu reinen Polyamidschlingen, größere Mantelverschiebung. Außerdem ist „das quasi-statische Material … nicht geeignet zum Sichern für dynamische Belastungen (Vorstieg).“

Wegen der Steifheit ist Kevlar nicht als Material für Bandschlingen geeignet und wegen der fehlenden Elastizität (genauer: Bruchdehnung) nicht als Seilmaterial. Die Steifheit wird jedoch zum Vorteil, wenn die Kevlarschlinge zum Fädeln enger Sanduhren, oder für eine Abalakow-Eissanduhr zum Abseilen, verwendet wird.

Fazit

Wenn es auf Stabilität, Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit ankommt, ist Aramid/Kevlar ein kaum zu übertreffendes Material. Seine spezifischen Eigenschaften erweisen sich im Bereich Outdoor und Bergsport in bestimmten Verwendungen und Situationen als vorteilhaft, in anderen wiederum nicht. Seine Verwendungsmöglichkeiten sind hier nicht ganz so vielseitig wie in Rad- und Motorsport, Arbeitsschutz und anderen Bereichen.

Schneeblindheit – gefährlich verstrahlt am Berg

18. Oktober 2018
Tipps und Tricks

Müssen wir alpine Normalos uns mit Schneeblindheit herumschlagen? Sowas passiert doch nur einem Messner am Everest und irgendwelchen Polarforschern, oder? Leider nein. Es passiert viel häufiger, und zwar überall dort, wo intensive Sonnenstrahlung mit einem hohen Anteil an ultraviolettem Licht auf Schnee und andere sehr helle Erdoberflächen trifft. Es kann also auch beim Segeln auf dem Meer oder gar bei einem Langstreckenflug zu „Schneeblindheit“ kommen.

Wenn  die Augen über Stunden hinweg ungeschützt bleiben, kann das sehr unangenehm werden. Es fängt mit der relativ harmlosen Augenrötung an und kann bei kompletter vorübergehender Blindheit mit dauerhaften Sehschäden enden. Für Sologänger ist Schneeblindheit doppelt gefährlich, da das eingeschränkte Sehvermögen die Orientierung erschwert oder unmöglich macht. Damit es nicht zu solchen Szenarien kommt, gibt es hier alle wichtigen Infos dazu.

Wie kann es dazu kommen?

Das grelle Licht bei klarem Sonnenschein in Schnee und Eis ist normalerweise so anstregend für die Augen, dass man die Sonnenbrille lieber nicht vergisst – beziehungsweise, genauer, die Gletscherbrille mit Filterkategorie 4, denn nur die bietet wirklich ausreichenden Schutz. Die Sonnenbrille vom Grabbeltisch in der Fußgängerzone taugt fürs Hochgebirge nichts! Warum es eine Gletscherbrille sein muss und welche es sein sollte, ist in der Bergfreunde-Kaufberatung für Gletscherbrillen ausführlich erklärt.

Doch bekanntlich knallt die Sonne bei weitem nicht immer, denn oft „schlucken“ Wolken und Nebel sehr viel von ihrem Licht. Also alles palletti und die Schneeblindheit nur Panikmache? Keineswegs, denn die Hauptgefahr ist nicht das sichtbare Licht, sondern, wie oben bereits angedeutet, das unsichtbare UV-Licht. Dieses dringt nämlich auch durch Wolken und Nebel:

Wolken und Nebel können für mehr als 80 Prozent der UV-Strahlung durchgängig sein“, heißt es dort (im Kompendium „Gebirgs- und Outdoormedizin“ des Schweizer Alpenclubs SAC, Anm.) (…) An einem sonnigen Sommertag ist der UV-Index auf dem Jungfraujoch (3570m) mit einem Wert von 13 ebenso hoch wie im südaustralischen Sommer.“

Manche Bergfreunde berücksichtigen den Unterschied zwischen sichtbarem Licht und UV-Licht nicht ausreichend und „vergessen“, bei Bewölkung oder Nebel, die Gletscherbrille zu tragen. Es lässt sich ohne zwar besser und angenehmer sehen, doch die Augen sind dann schutzlos einer immer noch beachtlichen UV-Strahlung ausgesetzt. Je nach Dauer und Strahlungsintensität machen sich dann in der Regel einige Stunden nach der Tour ziemlich schmerzhafte Folgen bemerkbar.

Bevor wir uns diese Folgen genauer anschauen, sollte noch ein mögliches Missverständnis ausgeräumt werden: die Tatsache, dass UV-Licht der „Hauptschuldige“ bei Schneeblindheit ist, bedeutet nicht, dass die Überlastung der Augen durch sichtbares Licht harmlos wäre und folgenlos bliebe! Im Gegenteil, denn hier sind bleibende Netzhautschäden und im schlimmsten Fall Erblindung möglich. Deshalb ist guter Lichtschutz durch dunkle Brillengläser in Eis und Schnee kein Luxus, sondern pure Notwendigkeit.

Was passiert bei Schneeblindheit?

Schneeblindheit kann man sich als einen, durch UV-Strahlung hervorgerufenen, „Sonnenbrand des Auges“ vorstellen. Das ultraviolette Licht strahlt auf einer kürzeren Wellenlänge als das sichtbare Licht und befindet sich im elektromagnetischen Frequenzspektrum, „jenseits von violett“, knapp außerhalb des sichtbaren Bereichs. Die geringe Wellenlänge der Strahlung ist ein Ausdruck von hoher elektromagnetischer Energie. Deshalb ist die UV-B-Strahlung mit ihren Wellenlängen von 280–315 Nanometern gefährlicher, als die langwelligere UV-A-Strahlung mit ihren 315–380 nm.

Die elektromagnetische Energie wandelt sich bei Kontakt mit empfindlichem Körpergewebe in andere Energieformen, wie Wärme und Bewegung, um, was in der Regel zu Schädigungen führt. Beim Auge treten diese Schädigungen zuerst in der äußersten Schutzschicht, der Hornhaut auf. Wie bei einem „normalen“ Sonnenbrand werden die Hautzellen thermisch und (durch ödemartiges Aufquellen) mechanisch beschädigt. Es kommt auf der Hornhaut „zu feinfleckigen Defekten (Keratitis superficialis punctata) der oberen Schicht, die typischerweise starke Schmerzen, Lidkrampf, Tränenfluss und eine Sehschärfenminderung verursachen.

Das Absterben der zerstörten Zellen beginnt etwa drei bis zwölf Stunden nach der Einstrahlung und geht mit einer entzündlichen Reaktion des umgebenden Gewebes einher. Je nach Dauer und Intensität der Einstrahlung wird zusätzlich die, das Lid und den Augapfel verbindende, Bindehaut geschädigt. In diesem Fall wird es richtig unangenehm: das Ablösen der zerstörten äußeren Bindehautschicht lässt Nervenenden freilegen, „wodurch es zu starken Schmerzen, extremer Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss, geröteten Augen und einem Fremdkörpergefühl im Auge kommt.“ Betroffene haben das Gefühl, Sand in den Augen zu haben und sich diesen Herausreiben zu müssen.

Exkurs: Was ist eine Verblitzung?

Im Zusammenhang mit Schneeblindheit tauchen oft die Begriffe „Verblitzung“ und „Augen verblitzt“ auf. Klingt etwas seltsam, fast so wie bei den „Men in Black“, bei denen unerwünschte Erinnerungen gelöscht werden, indem man „geblitzdingst“ wird. Von Verblitzung wird aber nicht bei Gedächtnisverlust gesprochen, sondern dann, wenn die UV-bedingte Hornhautschädigung auf andere Ursachen als Schneereflektion zurückgeht. Am häufigsten kommt das bei der Arbeit mit dem Schweißgerät ohne ausreichenden Augenschutz vor. Beim Schweißen wird ebenfalls starkes UV-Licht ausgestrahlt.

(Drohende) Schneeblindheit erkennen

An sich selbst kann man die ersten Alarmzeichen oft rechtzeitig spüren: der Schnee und die Umgebung reflektieren grell, die Augen sind angestrengt, fühlen sich irgendwie überreizt an und werden irgendwann auch müde. Bei den Tourenpartnern kann man die drohende Schneeblindheit an den angestrengt zusammengekniffenen Augen und den ersten geschwollenen Äderchen im Augapfel erkennen. Spätestens jetzt ist es allerhöchste Zeit, die Augen zu schützen.

Doch die Symptome werden manchmal – ähnlich wie beim Sonnenbrand – erst nachgelagert spürbar, vor allem wenn die Sonne den größten Teil des Tages hinter Wolken und Nebel verborgen war. Wenn man zudem noch voll auf die Action der Tour konzentriert war, hat man das Hineinhorchen in den Körper vielleicht auch vernachlässigt. Doch damit ist es vorbei, wenn, einige Stunden nach dem Aufenthalt im Freien, die Symptome beginnen: gerötete und stark lichtempfindliche Augen, Schmerzen (Fremdkörpergefühl), Tränenfluss und Sehstörungen.

Schneeblindheit behandeln

In den meisten Fällen halten sich die Hornhautverbrennungen in einem Ausmaß, dass der Körper diese selbst regenerieren kann. Das Hornhautepithel und die Hornhaut erneuern sich ständig und können deshalb schon nach 24-48 Stunden die Selbstheilung vollenden.

An Therapie besteht, abgesehen von Schonung und Beruhigung der Augen (kühlende Umschläge, Bettruhe, abgedunkelter Raum), kein Bedarf. Wobei schmerzlindernde Maßnahmen wie Verabreichung von kühlender Augensalbe, entzündungshemmenden Augentropfen und Schmerztabletten natürlich zu empfehlen sind.

Wenn nach spätestens 48 Stunden keine deutliche Besserung eingetreten ist, sollte man einen Augenarzt aufsuchen, notfalls auch ein Krankenhaus. Bei starken Schmerzen und Beeinträchtigungen sollte man das unverzüglich tun. Im besten Fall kann schnelle medizinische Hilfe eine Vernarbung in der Hornhaut und damit irreparable Beeinträchtigungen der Sehkraft verhindern. Auch die Gefahr von bakteriellen Infektionen des entzündeten Gewebes, mit schlimmstenfalls vollständiger Erblindung, kann mit diesem Handeln minimiert werden.

Besser: vorbeugen

Zunächst einmal sollte man, wie oben erwähnt, nie vergessen, dass auch bei Bewölkung und Nebel eine hohe UV-Belastung bestehen kann. Wer viel in den Bergen und entsprechenden Situationen ist, sollte sich eine Brille mit Wechselgläsern oder selbst tönenden Gläsern anschaffen. Der schon oben verlinkte Bergfreunde-Artikel gibt die genauen Infos dazu.

Ansonsten besteht die einzig praktikable Vorbeugungs- und Schutzmethode gegen Schneeblindheit im konsequenten Tragen einer guten, das gesamte Blickfeld abdeckenden, Sonnen,- Gletscher- oder Skibrille. Das gesamte Blickfeld muss die Brille deshalb abdecken, weil auch durch die „Streustrahlung“ von unten, oben und von den Seiten UV-Licht an die Augen gelangt. Geeignete Brillen mit ausreichend hohem UV-Schutz erkennt man am CE-Zeichen und der Filterkategorie von mindestens 3; bei Aufenthalt in Schnee und Eis Kategorie 4. Sowohl die CE-Zeichen als auch die Filterkategorien sind auf dem Brillenbügel markiert.

Ja, so kurz, langweilig aber auch effektiv ist hier der ganze Maßnahmenkatalog. Gerne würde ich hier ein Stück Pappe, in das man Sehschlitze schneidet oder andere coole MacGyver-Gimmicks, empfehlen, doch die sind in Sachen Sehkrafterhalt leider nicht zielführend.

Eine Kaufberatung zu Reise- und Mikrofaserhandtücher

26. September 2018
Kaufberatung

Seit 2001 feiern jedes Jahr am 25. Mai tausende Menschen auf der ganzen Welt den offiziellen „Towel Day“. Damit bringen sie allerdings in erster Linie nicht ihre Liebe zu Handtüchern zum Ausdruck, sondern gedenken des berühmten Science Fiction Autors Douglas Adams und seines legendären Romans „Per Anhalter durch die Galaxis“. Dort heißt es nämlich wörtlich: „Das hier ist eine verdammt harte Galaxis. Wenn man hier überleben will, muss man immer wissen, wo sein Handtuch ist!“. Im Morgenmantel und mit einem Handtuch um den Hals gelegt, meistert die Hauptfigur des Romans so manche brenzlige Situationen, um am Ende nicht weniger zu leisten als die Welt zu retten.

Auch wenn mancher Basislager-Leser nach diesen Zeilen wohl eher an einen Bergfreunde Autor mit Sonnenstich, als an einen echten Handtuch Tag glauben mag (es gibt ihn wirklich), lassen sich Nutzen und Notwendigkeit von Handtüchern beim Reisen, Campen und Wandern zweifelsfrei belegen. Inwieweit sie dabei zur Rettung des Planeten beitragen, hängt nicht zuletzt vom Grad der Verschmutzung des Outdoorsportlers ab und bleibt somit der Phantasie des Handtuchbesitzers überlassen.

Frotteehandtücher für Camping und Reisen – lieber nicht…

Ein durchschnittliches Handtuch aus Frottee, das die meisten von uns im Bad zum Trocknen von Gesicht, Händen und Haaren verwenden, ist etwa 80 cm lang und 45 cm breit. Duschhandtücher sind dementsprechend größer und Handtücher, die nur zum Trocknen der Hände dienen, etwa halb so groß. Frisch gewaschen, weich und herrlich duftend, sind die Baumwollhandtücher perfekt, um viel Nässe aufzunehmen. Um sich nach dem Waschen, Baden oder Duschen abzutrocknen, sind die dicken Handtücher daher ideal.

Allerdings haben Frotteehandtücher zwei entscheidende Nachteile, die sie für den Einsatz beim Campen, Reisen oder Outdoorsport vollkommen ungeeignet machen:

  • Sie brauchen sehr lange zum Trocknen. Die Feuchtigkeit, die sie beim Abtrocknen (zwar schnell) aufnehmen, speichern sie sehr lange und geben sie nur schleichend wieder ab. Was an einem heißen Sommertag noch vertretbar ist, kann bei feuchter Witterung beim Zelten zum echten Geduldspiel werden. Und jeden Tag ein feuchtes Handtuch vom Vortag zu benutzen, macht auf Dauer auch keinen Spaß.
  • Der zweite Nachteil der saugkräftigen Baumwollhandtücher ist das riesige Packmaß. Bei einem kleinen Handtuch fällt das Volumen vielleicht noch nicht ganz so auf, aber spätestens wenn jeder in der Familie ein normales Handtuch und ein zusätzliches Duschhandtuch ins Urlaubsgepäck einpackt, füllen sich Taschen und Rucksäcke im Nu.

…stattdessen ultraleichte Mikrofaserhandtücher

Da auch viele Outdoorfirmen stets bemüht sind die Welt zu retten (oder wenigstens zu verbessern), lautet die leichte Antwort auf ein unhandliches und unpraktisches Frottehandtuch schlicht: Mikrofaser. Handtücher aus Mikrofaser sind aus synthetischem Gewebe gefertigt, das meistens aus Polyester oder einer Kombination von Polyester und Polyamid besteht. Polyester ist auch der Rohstoff aus dem sämtliche Fleecejacken hergestellt werden. Er eignet sich mit seinem geringen Gewicht und seiner schnelltrocknenden Eigenschaft optimal für die Herstellung von Reisehandtüchern. Durch die Zugabe von Polyamid werden Outdoorhandtücher noch robuster und langlebiger.

Handtücher aus synthetischer Mikrofaser haben für Campingreisen, Hüttentouren, Weitwanderungen und Pilgerreisen ein paar entscheidende Vorteile gegenüber „normalen“ Handtüchern:

  • Sie sind sehr leicht. Im Gegensatz zum Frottehandtuch (Format 80 x 40 cm) mit über 250 g, wiegt ein Mikrofaserhanduch in gleicher Größe nur etwa 60 g.
  • Sie lassen sich sehr kompakt verstauen. Ob gefaltet, gerollt oder im Packsack verstaut – selbst ein großes Duschhandtuch aus Mikrofaser ist nicht sehr viel größer, als ein aufgerolltes T-Shirt.
  • Sie trocknen extrem schnell. Werden Mikrofaserhandtücher in der Waschmaschine gewaschen, sind sie nach der Wäsche schon annähernd trocken. Je nach Temperatur und Witterung dauert das Trocknen bei normaler Nutzung (Waschen & Duschen) natürlich unterschiedlich lange. Im Vergleich zum Frotteehandtuch verringert sich die Trocknungszeit jedoch auf ein Bruchteil.

Baumwolle vs. Microfaser – ein ganz anderes Gefühl

Viele, die zum ersten Mal ein Mikrofaserhandtuch auf Reisen oder beim Wandern verwenden, sind irritiert vom ungewohnten Gefühl auf der Haut. Manche haben auch den Eindruck, dass das Reisehandtuch nicht so gut trocknet, wie sie es von ihrem normalen Handtuch gewöhnt sind. Tatsächlich ist die Saugkraft von Frottehandtüchern höher, als die von Mikrofaserhandtüchern. Durch eine etwas andere Handhabung lassen sich Reisehandtücher laber ganz normal zum Abtrocknen nach dem Waschen oder Duschen verwenden. Der Trick dabei ist, das Mikrofaserhandtuch langsamer und mit etwas mehr Druck über die Haut zu führen. So kann das Polyestergewebe die Feuchtigkeit von der Haut optimal aufsaugen. Da die Reisehandtücher sehr weich sind, fühlt sich das Abtrocknen genauso angenehm oder sogar noch angenehmer an wie mit einem Baumwollhandtuch.

Die Qual der Auswahl – welches Reisehandtuch und welche Größe?

Mikrofaserhandtücher werden mittlerweile nicht nur von Outdoorherstellern angeboten, sondern sogar als Saisonware beim Discounter. Qualität von Materialien und Verarbeitung unterscheiden sich dabei stark. Von kratzigen und fusselnden Handtüchern ist immer wieder die Rede und auch Haltbarkeit, Formstabilität und UV-Beständigkeit der Farben sind nicht bei jedem Outdoorhandtuch gleich gut.

Qualitativ hochwertige Handtücher bieten zum Beispiel Cocoon, Sea to Summit, Packtowl oder LACD an. Neben verschiedenen Farben (die meisten Mikrofaserhandtücher sind einfarbig) haben Camper und Traveller die Wahl zwischen verschiedenen Größen von XXS bis XXL. Die kleinste Ausführung reicht gerade so, um damit Hände oder Gesicht zu trocknen. Als Duschhandtuch ist diese Variante nur für extreme Ultraleicht-Spezialisten zu empfehlen. Mit der größten Ausführung können es sich zwei Personen, am Seeufer oder im Freibad, nebeneinander bequem machen. Ein Mikrofaserhandtuch mit einem individuell optimierten Verhältnis zwischen Maßen und Gewicht liegt in der Regel irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Wer das Handtuch beim Campen und Wandern zum Duschen verwenden will, ist in der Hinsicht gut beraten die Länge so zu wählen, dass sich das Handtuch gut um die Hüfte wickeln lässt. Manche Outdoorsportler greifen auch gerne zu einer Kombination, zum Beispiel bestehend aus einem kleinen Handtuch fürs Gesicht und einem mittelgroßen Handtuch zum Waschen und Duschen.

Praktische Features und nützliches Zubehör

Viele Outdoorhandtücher werden in kleinen Packbeuteln aus Meshgewebe geliefert. Diese lassen sich mit einem Kordelzug verschließen und sorgen dafür, dass das Handtuch stets aufgeräumt ist. Eine Stofftasche, Plastiktüte oder ein wasserdichter Packsack eignen sich ebenfalls als Ergänzung. Im Packsack lassen sich beim Duschen zudem wichtige Wertsachen sicher und wasserdicht verstauen. Bevor das Handtuch für den Transport im Beutel verstaut wird, sollte es allerdings gut trocknen.

Sehr hilfreich beim Waschen und Duschen sind die Befestigungsschlaufen oder Befestigungsösen an Reisehandtüchern. Viele sind mit einem zusätzlichen Druckknopf ausgestattet, sodass sich das Handtuch fast überall fixieren lässt.

Unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten für Mikrofaserhandtücher

Durch das geringe Gewicht und das minimale Packmaß ergeben sich zahllose Möglichkeiten, um die praktischen Handtücher auch außerhalb von Urlaub, Camping und Reisen zu verwenden.

  • Beim Radfahren – ob auf Tour oder im Alltag, um sich schnell abtrocknen zu können.
  • Für Hundebesitzer, die nach dem Gassi gehen ihren Hund abtrocknen möchten.
  • Als Teil der Fotoausrüstung, da sich das Handtuch hierfür prima als Regenschutz für die Kamera oder als Unterlage verwenden lässt.
  • Beim Schwimmen im Freibad oder Hallenbad, denn das Mikrofaserhandtuch benötigt viel weniger Platz.
  • Um Strandliegen im Urlaub zu reservieren,…

Wenn du dein (Mikrofaser) Handtuch immer dabei hast, werden dir garantiert noch viele weitere tolle Möglichkeiten begegnen, in denen du dein Handtuch nie mehr missen möchtest. Bei den Bergfreunden hier bei uns geht es auf jeden Fall nicht mehr ohne.

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.

Bitte beachte, dass wir Cookies verwenden, um die Nutzung dieser Website zu verbessern. Wenn Du auf der Seite weitersurfst, stimmst Du der Cookie-Nutzung zu.