Ausrüstung

Schlafsack-Pflege: So geht’s

11. Juni 2014

Sportart

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Gemütlich im Schlafsack lümmeln.

Manche Produkte kauft man nicht mal eben nebenher. Entweder, weil sie ziemlich teuer sind oder weil man sich vor dem Kauf ausgiebig informieren muss, welches Produkt wirklich das richtige für den eigenen Gebrauch ist.

Bei Schlafsäcken kommt gerne beides zusammen: ein nicht ganz niedriger Preis und eine längere Information vor dem Kauf. Da will man dann natürlich auch, dass das gute Stück möglichst lange hält.

Nur wie stellt man das am besten an? Hier findest Du ein paar Tipps, wie Du das Leben Deines Schlafsacks verlängern kannst.

Erstmal ist es wichtig zu wissen, was für eine Art Schlafsack Du hast. Es gibt zwei Grundtypen: Daune und Kunstfaser. Beide haben ihre Vor-und Nachteile was Funktion und Pflege angeht, funktionieren aber nach demselben Prinzip: Sie schließen Körperwärme ein und halten so warm.

Aufbewahrung

Die allerwichtigste Regel zuerst: Bewahre Deinen Schlafsack im unkomprimierten Zustand auf. So wird die Isolierung nicht zerdrückt und behält die Fähigkeit, sich bei Benutzung wieder aufzuplustern. Das gilt ganz besonders für Daunenschlafsäcke.

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Links ein Packsack von Kelty und rechts ein Aufbewahrungssack für den SB20 Schlafsack.

Zu einem Schlafsack gehören normalerweise zwei Säcke: ein Aufbewahrungssack und ein Packsack. Der Aufbewahrungssack ist größer und aus Mesh, Baumwolle oder einem anderen leichten, atmungsaktiven Material. Auf diese Größe kann der Schlafsack bedenkenlos komprimiert werden. Der Aufbewahrungssack kann auch gut genommen werden, wenn es mit dem Auto mal wohin geht und Platz keine so große Rolle spielt.

Der Packsack ist sehr viel kleiner, aus haltbaren Material und hat manchmal externe Kompressionsriemen, um den Schlafsack auf das kleinstmögliche Packvolumen zu bringen. Solange es nur vorübergehend ist, schadet das der Isolierung nicht.

Profi-Tipp

Hänge Deinen Schlafsack an den Schlaufen am Unterende auf, möglichst an einem trockenen Ort. Vermeide auf alle Fälle direktes Sonnenlicht. So entfaltet sich die Isolierung während der Schlafsack nicht in Gebrauch ist und garantiert, dass du lange Freude an ihm hast. Ist nur wenig Platz zur Verfügung, verstaue den Schlafsack unter Deinem Bett. So bleibt er aufgeplustert und aus dem Weg.

Richtiger Gebrauch

Halte Deinen Schlafsack sauber und schütze ihn vor Abnutzung. Generell ist das nicht schwierig, da Du ihn wahrscheinlich hauptsächlich im Zelt benutzten wirst. Achte auf schmutzige Stiefel und trete niemals mit Schuhen auf den Schlafsack.

Wird der Schlafsack feucht von Regen, Tau, Frost, Kondenswasser oder Schweiß, trockne ihn sorgfältig sonst kann sich ein unangenehmer Müffelgeruch entwickeln.

Nochmal: vermeide nach Möglichkeit direktes Sonnenlicht, da UV-Strahlen das Material schädigen können. Gelegentlich ist Sonne jedoch die einzige Möglichkeit, zum Beispiel, wenn Du im Schnee campst. Vermeide es, den Schlafsack im feuchten Zustand zu komprimieren. Das ist besonders wichtig bei Daunenschlafsäcken, da zerdrückte nasse Daune sich erst wieder entfaltet, wenn sie komplett trocken ist.

Waschen – Aber Wie?

Es ist leider unvermeidlich. Allen Anstrengungen zum Trotz wird er eben irgendwann schmutzig, der Sack! Nach einem langen Tag draussen krabbelst Du in den Schlafsack; er wird schmutzig, muffig und muss gewaschen werden. Spätestens jetzt musst Du wissen, was für einen Schlafsack Du hast, da Daunenschlafsäcke anders gewaschen werden als Schlafsäcke aus Kunstfaser.

Spezialwaschmittel von Nikwax und Granger.

Spezialwaschmittel von Nikwax und Granger’s.

Für Daunenschlafsäcke brauchst Du ein spezielles Daunenwaschmittel, zum Beispiel Nikwax Down Wash. Daunen haben eine schützende Schicht aus natürlichem Öl, die das Aufplustern erlaubt und damit die Isolierung gewährleistet. Verschmutzte Daunen verlieren ihre Fähigkeit, sich voll zu entfalten. Wenn das passiert, verliert der Schlafsack ein Teil seiner wärmenden Funktion. Normales Waschmittel entzieht der Daune Öl, der Schlafsack wird zwar sauber aber verliert an Volumen und wird schneller wieder schmutzig. Daunenwaschmittel dagegen erhält die natürliche Ölschicht und die Isolierungseigenschaften der Daune.

Eine ausführliche Anleitung, wie Du Daune waschen kannst, findest Du hier.

Für Kunstfaser-Schlafsäcke benutze ein Waschmittel wie Nikwax Base Wash für synthetisches Material. Das reinigt den Schlafsack von innen und aussen und sorgt dafür, dass er viele Jahre hält.

Reparaturen

Loch im Schlafsack? Es gibt verschiedene Rettungsmöglichkeiten, zum Beispiel das Renovative Self-Adhesive Tape – Reparaturband von Sir Joseph. Das hält gut auf Nylon und so flexibel, dass es auch noch klebt, wenn der Schlafsack häufig aus dem Packsack rein- und rausgeholt wird.

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Eine alte Reparatur mit Tenacious Tape.

Breites Isolierband funktioniert gut als Übergangslösung, muss aber ersetzt werden, da es schnell nicht mehr klebt und Du größere Löcher riskierst, wenn du den Schlafsack aus dem Packsack ziehst.

Ansonsten bleibt noch die teurere, aber nachhaltigere Möglichkeit, den Schlafsack zum Hersteller zu schicken und professionell reparieren zu lassen. Die meisten Hersteller bieten Reparaturen für eine geringe Gebühr an.

Wenn Du einen Qualitätsschlafsack kaufst und gut auf ihn achtgibst, wird er dir viele Jahre Freude bereiten!

Dieser Artikel stammt nicht direkt aus unserer Feder. Das Original wurde von Matt Park für unseren Partner Backcountry in den USA geschrieben und von unserer Redakteurin Carolin ins Deutsche übersetzt.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Reiner ist hier unser Fachmann in Sachen Schlafsack. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Uwe sagte am 16. Juni 2014 um 13:17 Uhr

    Super Artikel, wusste garnicht, das man einen Schlafsack auch waschen darf. Hab ihn bisher immer nur so gut es ging gelüftet. Jetzt geht er erstmal ne runde waschen…

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