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Schlafplatz gesucht – was ist wo erlaubt beim Wildcampen in Deutschland?

25. Oktober 2018

Sportart

Für Liebhaber des Draußenseins gibt es wohl kaum etwas Schöneres als ein richtiges Himmelbett – das Schlafen unter freiem Himmel mit Blick auf das Sternenzelt – wohl eine der intensivsten Arten, ganz tief in die Freuden der Natur einzutauchen. Doch egal ob man einfach Schlafsack und Isomatte bevorzugt, einen simplen Biwaksack oder ein richtiges Zelt, niemand möchte jäh vom diensthabenden Ranger aus seinem Traum herausgerissen werden oder verdattert in die klaffende Gewehr-Mündung vom Jäger mit Schäferhund blicken. Wer dort übernachtet, wo es verboten ist, kann schon mal eine unangenehme, manchmal sogar teure, Überraschung erleben. Und verboten ist in Deutschland vieles. Wir wollen Euch einen kleinen Einblick zur Rechtslage des Wildzeltens, oder einfach auch Übernachtens, in unserem Land geben.

Allgemeines zum Wildcampen – ein Versuch

Einfach im Wald geht in Deutschland nicht

Einfach im Wald geht in Deutschland nicht

Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass die Gesetzeslage zum Wildzelten und Übernachten im Freien in Deutschland mehr als unübersichtlich ist. Dieser Artikel soll demnach nur einen kurzen Einblick in die Gesetzeslage zum Übernachten im Freien geben und erhebt absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit und auch keinen auf Universalität oder das Prädikat „juristisch wertvoll“. Wer ins Detail recherchieren möchte, sollte sich mit den Naturschutz- und Waldgesetzen des jeweiligen Bundeslandes vertraut machen. Denn genau hier liegt das Problem – was man in der Natur darf und was nicht, wird Bundesland-intern geregelt. Passierschein A38 lässt grüßen.

Generell gilt: In Naturschutzgebieten, z.B. Nationalparks, Biosphärenreservaten oder Biotopen, ist das Campen streng verboten. Die Küstenbereiche Deutschlands sind ebenfalls als gesonderte Schutzgebiete streng geschützt, deshalb kann ein Übernachten an Stränden oder in Dünen richtig zu Buche schlagen. Basis für diese Regelung ist das Bundesnaturschutzgesetz sowie Anordnungen am jeweiligen Ort zum Wegegebot (Bleiben auf gekennzeichneten Wegen) und ausdrückliche Verbote zum Lagern oder Campen, z.B. auf Verbotsschildern oder Tafeln. Eine weitere halbwegs universelle Regel ist, dass ich auf Privatgrund, auch Privatwald, mit der Zustimmung des Eigentümers übernachten darf.

Das sogenannte Betretungsrecht beinhaltet, dass Wälder und Flure, egal ob privat oder nicht, zum Zwecke der Erholung betreten werden dürfen, solange man die allgemeinen Verhaltensregeln des Naturschutzes nicht verletzt. Auch laut §59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist jedermann das „Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen“ zu diesem Zweck gestattet. Da Schlaf nun einmal das Non-plus-Ultra der Erholung ist, fällt er streng genommen auch darunter. Im Klartext – ein mehrstündiges Dösen unterm Baum, und das eigentlich auch über Nacht, wird hier nicht explizit verboten, da nur das „längere Verweilen“ an einem Ort verboten ist. Wann „kürzer“ aufhört und „länger“ anfängt, bleibt eine gesetzliche Grauzone. Übernachten, nicht zelten!, in der freien Natur ist somit weder verboten noch erlaubt.

Zelten oder Biwakieren?

Lieber Biwakieren als Zelten

Lieber Biwakieren als Zelten

Es klang eben schon an: Draußen schlafen ist nicht gleich draußen schlafen. Das Gesetz macht einen Unterschied zwischen dem Schlafen im Zelt und dem Biwakieren, also Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt (z.B. nur mit Schlafsack/Isomatte, Hängematte oder selbst gebautem (nicht festem) Shelter). Beim genannten Betretungsrecht beziehe ich mich hier auf das bloße Übernachten ohne Zelt, das so gesehen wesentlich unproblematischer ist als Campen mit Zelt. Denn zum Biwakieren gibt es, im Gegensatz zum Zelten, nirgends ausdrückliche Regelungen im Gesetz.
Auch ist „draußen“ im deutschen Gesetz nicht gleich draußen. Es gibt eine Unterteilung in freie Landschaft und Wald, bei denen es jeweils, wie bereits erwähnt, je nach Bundesland unterschiedliche Schutzgesetze gibt. Im Folgenden findet Ihr eine kleine Übersicht darüber, was man wo darf.

Darf ich im Wald zelten?

Nein. Auch hier greifen die Landesgesetze der einzelnen Bundesländer sowie das Bundeswaldgesetz. Generell gilt: Zelten im Wald ist in Deutschland nicht erlaubt! In manchen Bundesländern ist das Betreten des Waldes außerhalb der Wege in der Nachtzeit sogar verboten. Gehört der Wald einer Privatperson, befindet man sich sowieso auf Grund, der ohne Genehmigung gar nicht betreten werden darf. Im Bundesland Berlin sollte man gesondert auch beim Biwakieren aufpassen, denn dort sind neben Zelten auch Shelters und Tarps ohne die Zustimmung des Eigentümers verboten.

Darf ich in freier Landschaft zelten?

Die freie Landschaft als Alternative

Die freie Landschaft als Alternative

Jein. Als freie Landschaft „zählen die Gebiete außerhalb des Waldes – wo ein eigenständiges Betretungsrecht greift – und außerhalb der bebauten Ortslagen“ (Bundesnaturschutzgesetz §44). Für das Zelten in freier Landschaft gibt es keinen Passus, der es explizit verbietet. Doch da man in Deutschland in vielen Fällen nicht erkennen kann, ob man sich auf privatem Grund befindet, bzw. dies sehr oft der Fall sein wird, sollte man besser nicht in der freien Landschaft sein Zelt aufbauen – nicht zuletzt um das beschriebene Eingangsszenario zu vermeiden. Nur weil es laut Landesgesetz kein Verbot gibt, heißt das nicht, dass das Zelten in der freien Landschaft im jeweiligen Bundesland auch erlaubt ist, wenn keine anderen Regelungen dagegenstehen. Hat man sich vorher allerdings die Genehmigung des Grundbesitzers eingeholt, kann man über den Dingen stehen und ruhigen Gewissens die Reise ins Traumland antreten.

In Bayern beispielsweise ist das Zelten in freier Landschaft nicht ausdrücklich verboten, genauso wie in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Berlin. In Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland dagegen ist das Wildzelten in freier Landschaft überall ohne Ausnahme verboten. In Bremen darf man auf Feldern nicht zelten, ansonsten herrscht kein ausdrückliches Verbot. In Brandenburg ist das Zelten Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderern erlaubt, „wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen.“ (§49, BbgNatschG)

Was sind die Alternativen?

Dank des Jedermannsrecht in Skandinavien campen

Dank des Jedermannsrecht in Skandinavien campen

Wer in den Genuss des Draußen-Schlafens kommen und dabei auf der sicheren Seite sein möchte, für den gibt es in Deutschland ein paar Alternativen. Gemeint sind hier die Alternativen, die einem Wildzelten oder Biwakieren in der freien Natur „in Reinform“ noch am nächsten kommen – abseits von Campingplätzen, Trekkinghütten und sonstigen Einkehrmöglichkeiten.

Spärlich gesät, aber doch vorhanden sind in einigen Teilen Deutschlands die Naturlagerplätze, wie sie manch ein Skandinavienfreund im hohen Norden schon gern genutzt hat. Bei diesen Plätzen handelt es sich um kleine freie Flächen für wenige Zelte, die meist nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen und für eine, maximal zwei Nächte zur Übernachtung vorgesehen sind. Manchmal sind die Plätze mit Komposttoiletten, Feuer- oder Kochstellen ausgestattet. In Deutschland gibt es diese Art Schlafplätze seit kurzem als eine Art Pionierprojekt des Internetforums outdoorseiten.net e.V. in der Eifel (http://www.trekking-eifel.de/de/). Diese sind vorab zu buchen und gegen einen Obolus von 10 Euro zu nutzen. Dafür erhält man aber etwas mehr als nur ein Plätzchen zum Zeltaufschlagen – Sitzgruppen, ein stilles Örtchen und Plattformen aus Holz laden zum Genuss der frischen Luft ein, und das auch noch mit einem Fuß in der Komfortzone.

 Ausgewiesene Naturlagerplätze gibt es auch in Deutschland

Ausgewiesene Naturlagerplätze gibt es auch in Deutschland

In Schleswig-Holstein gibt es ebenfalls ausgewiesene Naturlagerplätze, die nicht nur vom Land, sondern auch teilweise von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Die Seite Wildes Schleswig-Holstein stellt Ort, Koordinaten und kurze Infos zu den Plätzen für alle Radler und Trekker bereit.

Beliebt bei Fans des Elbsandsteingebirges ist das sogenannte Boofen, das sich ehemals aus der Kletterkultur entwickelte. Geschlafen bzw. biwakiert wird hier unter Überhängen oder in kleinen Höhlen im Sandstein, allerdings gibt es strenge Auflagen zu beachten, denn immerhin befindet man sich im Nationalpark. Offenes Feuer ist verboten, was auch stets kontrolliert und geahndet wird. Außerhalb der Boofen darf nicht übernachtet werden. Im Gebirge gibt es etwa 57 ausgewiesene Boofen, zu finden unter: www.wandern-saechsische-schweiz.de/wordpress/boofenliste

Schlusswort

Was das Naturschutzgesetz in §1 bereits festschreibt, sollte in uns allen fest verankert sein:

„Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze […] zu schützen[…].“

Als Gast in der Natur

Als Gast in der Natur

Ohne sich in gebetsmühlenartigen Oberlehrer-Standpauken verlieren zu wollen: Man kann nicht oft genug dazu aufrufen, sich als Mensch als Gast in der Natur zu sehen und sich auch so zu verhalten. Hier gilt es, das Prinzip „Leave no Trace“ (Hinterlasse keine Spuren) mit gesundem Menschenverstand umzusetzen – egal ob Privatgrund oder nicht. Müll wird nicht zurückgelassen, kein Lärm gemacht, wo kein Örtchen vorhanden ist, werden Hinterlassenschaften vergraben, und alles, was Strukturen in der Natur nachhaltig verändert (beispielsweise Feuermachen auf einer Wiese ohne Feuerstelle, Absägen von Bäumen für Feuerholz etc.) ist zu unterlassen. Es sollte jedem, dem die Natur am Herzen liegt, selbstverständlich sein, dass man den Rastplatz so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat – egal ob man nun dort geschlafen hat oder nicht.
Bundesländer, Wald, freie Landschaft, Privatgrund oder nicht – dass die Gesetzeslage in Deutschland zum Wildcampen äußerst kompliziert und kaum auszuklamüsern ist, überrascht wohl niemanden. Wer Touren plant, bei denen ein Übernachten in freier Natur unvermeidlich ist, der sollte sich vorher eingehend über die Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes informieren. Genauso wichtig wie sich durch Gesetzbücher zu fräsen ist es aber, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Wer Privatgrundbesitzer freundlich fragt, am Waldrand zelten zu dürfen oder in einem einsamen Stück Landschaft eine kurze Nacht im Schlafsack mit zeitigem Weiterziehen verbringt, ohne jegliche Spuren in der Natur zu hinterlassen, den muss kein schlechtes Gewissen grämen.

Disclaimer: Dieser Artikel soll keine Empfehlungen zum Übernachten in der Natur aussprechen oder Menschen dazu animieren, immer und überall draußen ihr Lager aufzuschlagen! Er soll lediglich Fakten wiedergeben. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Hilfreiche Links zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=npcYlWZ4_t8 (Kai Sackmann, Bushcraft- und Survival-Experte, erklärt die Sachlage zum Übernachten im Wald)
https://dejure.org/gesetze/BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bwaldg/gesamt.pdf (Bundeswaldgesetz)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Benjamin sagte am 30. Dezember 2016 um 12:44 Uhr

    Ihr habt die Plätze in der Pfalz vergessen, oder habe ich es nur überlesen? Die gibt es schon einige Jahre und sind wirklich toll gestaltet: http://www.trekking-pfalz.de/

  2. Anni sagte am 9. Januar 2017 um 08:18 Uhr

    Hi Benjamin,
    du hast Recht, die sind mit bei der Recherche tatsächlich entgangen. Danke für Deine Ergänzung!
    Gruß, Anni

  3. Holger sagte am 31. Dezember 2016 um 16:04 Uhr
  4. Anni sagte am 9. Januar 2017 um 08:16 Uhr

    Hi Holger,
    vielen Dank für die Ergänzung! Das sind ja sehr interessante Neuigkeiten.
    Gruß, Anni

  5. Stefan sagte am 21. Juni 2017 um 12:39 Uhr

    Trekkingplätze gibt es mittlerweile auch im Schwarzwald:

    http://www.schwarzwald-nationalpark.de/erleben/uebernachten/trekking-camps/

  6. Jörn sagte am 21. Juni 2017 um 14:24 Uhr

    Hi Stefan,

    herzlichen Dank dafür! Gute Info.

    Liebe Grüße,

    Jörn

  7. AlterWolf sagte am 12. Januar 2018 um 18:42 Uhr

    Ein Bett im Kornfeld, das ist immer noch frei…

  8. Jörn sagte am 22. Januar 2018 um 16:42 Uhr

    … denn es ist Sommer und was ist schon dabei!

    ONKEL JÜRGEN!!!

  9. Lauch sagte am 4. Juni 2018 um 10:18 Uhr

    Über Verbote lesen kann man ja viel, aber wurde von euch schonmal jemand erwischt und musste tatsächlich zahlen? Wenn ja wieviel?

    An der Elbe in Sachsen jedenfalls ist mir das noch nie passiert. Abends ein kleines Zelt aufgebaut und früh Morgens wieder weitergezogen.
    Nichts zurücklassen und auch schon vorhandenen Müll mitnehmen ist klar.
    Die Angler sitzen dort auch die ganze Nacht mit Zelten.

  10. Jörn sagte am 4. Juni 2018 um 11:15 Uhr

    Servus Lauch!

    tatsächlich kenne ich persönlich keinen Fall, bei dem jemals ein Bußgeld verhängt wurde. Den Bußgeldkatalog kannst du aber hier einsehen: https://umwelt.bussgeldkatalog.org/campen.

    Für den Fall der Fälle ist es aber besser, wenn man Bescheid weiß! ;)

    Liebe Grüße,

    Jörn

  11. Keks sagte am 15. Juni 2018 um 08:52 Uhr

    Moin!

    §49, BbgNatschG ist seit 2013 aufgehoben.

    Gruß aus Brandenburg.

  12. Oliver sagte am 18. Juni 2018 um 18:06 Uhr

    Bei uns im Allgäu, im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, werden seit dem letzten Jahr regelmäßig zum Teil sehr hohe Bußgelder für das Biwakieren und Zelten verhängt. Dies hat aber auch an den Bergseen sehr stark zugenommen und ufert komplett aus. Da ist es nur verständlich, dass die Behörden und die Polizei einschreiten.

  13. Marlen sagte am 6. Juli 2018 um 18:46 Uhr

    Hoffe ich habe es nicht überlesen. Im schwarzwaldcamp am schluchsee kann man prima im Wald campen

  14. Jens sagte am 18. August 2018 um 19:51 Uhr

    Das Boven in der Sächsischen Schweiz ist nur im Zusammenhang mit Klettern erlaubt. Aber solange man sich an die Verhaltensregeln des gesunden Menschenverstandes hält, gibt es sicher kein ärger.
    Leider tun viele Kletterer selbst manche Boven zerstören und als Feuerholz benutzen. Gibt halt überall Idioten.

  15. Sterling sagte am 15. September 2018 um 23:20 Uhr

    Hallo,

    Ist ja echt mal wieder typisch, mit dem „Man darf nicht…“, aber was soll man machen.

    Wie sieht die Rechtslage den in Baden-Württemberg aus? Und wo gibt es dort den diese Campingbereiche die Sie erwähnt haben. Wäre schön wenn Sie das noch ergänzen könnten. Vielen Dank!

  16. Bergfreund Marco sagte am 17. September 2018 um 09:46 Uhr

    Hallo Julian,

    Baden-Württemberg hält es hier wie die meisten anderen Bundesländer. Wildcampen ist hier weder in der freien Landschaft noch in Wäldern erlaubt. Sollte man sich dabei erwischen lassen, gibt´s eine Geldbuße meist im zweistelligen Bereich…um das also wirklich genießen zu können, empfiehlt es sich dann doch eher nach Skandinavien, einige osteuropäische Länder oder auch Nordamerika zu reisen. Da darf man das nämlich!

    Liebe Grüße,

    Marco

  17. Anni sagte am 23. September 2018 um 11:19 Uhr

    Hej. Danke für die Infos! In Schweden gibt es solche „Trekkingplätze“ wie Sand am Meer. Oft sogar mit fließend Wasser, Toiletten usw. Diese kann jeder kostenlos nutzen und in Deutschland kassiert man 10 ,- pro Nacht? -.-

  18. Bergfreund Marco sagte am 24. September 2018 um 08:40 Uhr

    Hallo Anni,

    freut uns, dass wir hier etwas Hilfreiches beisteuern konnten. Und ja, es ist leider so, dass Deutschland in puncto „wild“ Übernachten, nicht unbedingt zu den Tolerantesten Ländern gehört…

    Liebe Grüße,

    Marco

  19. Rafael sagte am 17. Oktober 2018 um 12:45 Uhr

    Hallo,

    was ist denn jetzt der große Unterschied zwischen zelten und biwakieren?
    Warum ist biwakieren erlaubt, bzw. ne rechtliche Grauzone, während zelten eindeutig verboten ist?
    Will mir irgendwie nicht ganz einleuchten. Der einzige Grund wäre vielleicht, dass zelten zu einem längerfristigen Aufenthalt an einem Platz animiert und damit zu einem größeren Störungsfaktor der Flora und Fauna. Ansonsten kann ich mir diese Regelung ehrlich gesagt nicht erklären. Weiß jemand vielleicht den Grund?

    Liebe Grüße
    Rafael

  20. Bergfreund Marco sagte am 17. Oktober 2018 um 14:16 Uhr

    Hallo Rafael,

    letztlich bleibt das in der Tat eine rechtliche Grauzone, aber grundsätzlich ist es so, dass Biwakieren juristisch unter Lagern oder Rasten fällt und nicht unter Kampieren. Und ersteres darfst Du immer und überall. Juristisch wird das dann so ausgedrückt:

    „Lagern bedeutet einfach rasten oder „Pause machen“ und ist selbstverständlich erlaubt. Der Übergang zwischen campen und lagern ist fliessend, sodass meist nicht geklärt werden kann ob der „Täter“ nun einfach lagert oder schon campiert.
    Lagern kann man auch mit einem Biwaksack oder einem Schirm als Ersatz für das Zelt. Auch ein Tarp, Poncho oder nur ein Schlafsack/Isomatte sind möglich.
    Biwakieren ist das »Kampieren außerhalb von Campingplätzen während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraumes im hochalpinen Gelände«.
    Unter Kampieren versteht man meist das »Nächtigen von Personen in mobilen Unterkünften, wie Zelten, Wohnwägen, Kraftfahrzeugen, Wohnmobilen, Mobilheimen und dergleichen im Rahmen des Tourismus«. In der Regel ist das Biwakieren aber vom Verbot des Kampierens ausgenommen.

    Sicherheitshalber deshalb eher Biwakieren und behaupten man würde Vögel beobachten oder so etwas ;-)

    Viele Grüße,

    Marco

  21. Waldschrat sagte am 14. Dezember 2018 um 10:57 Uhr

    Einen Jäger mit Schäferhund wird man wohl nie zu Gesicht bekommen! 😂

  22. Brian sagte am 11. Januar 2019 um 11:30 Uhr

    Hallo zusammen,
    Ich habe in den Sommerferien vor gemeinsam mit einem Freund etwas zu wandern und auch im freien zu Campen (Mit Zelt). Kann mir da jemand vielleicht einen Ort empfehlen?
    Wäre sehr nett. Danke schonmal im voraus

    Brian

  23. Bergfreund Marco sagte am 11. Januar 2019 um 16:40 Uhr

    Hallo Brian,

    wo genau planst Du denn die Wanderung?

    Viele Grüße,

    Marco

  24. Frank sagte am 20. Januar 2019 um 14:19 Uhr

    Unglaublich Heuchlerisch, an allen ecken und kanten kann die industrie zerstören und wüten, aber wenn ein paar bürger ein bischen zelten wollen für die körperliche, geistige und seelischer gesundheit da muss man sofort eingreifen. kann ja nicht sein, am ende hat ja sonst keiner mehr lust auf die 50-70 stunden wochen.

  25. Schmittchen Schleicher sagte am 21. Januar 2019 um 10:39 Uhr

    „Gehört der Wald einer Privatperson, befindet man sich sowieso auf Grund, der ohne Genehmigung gar nicht betreten werden darf.“

    Das stimmt so nicht. Die Waldgesetze unterscheidet beim Betretungsrecht nicht zwischen Privatwald und Wald in öffentlicher Hand. Jeder Wald darf für Erholung und Sport betreten werden, wenn es nicht explizit verboten ist. Und diese expliziten Verbote müssen begründet werden (Naturschutz, Gewässerschutz, Verjüngung, Waldarbeiten, …). Einfach nur „weil ich nicht will“ geht nicht.

  26. Geesche Zapf sagte am 23. Januar 2019 um 21:01 Uhr

    Vielen Dank für diese umfangreichen Ausführungen .
    Als Stralsunderin bin ich als Eigentümerin von Wiesenland und Bauerwartugsland am Ortsrand von Kloster auf der Insel Hiddensee mit Eintritt ins Rentenalter an individueller Nutzung der Freifläche interessiert.
    Früher schliefen Studentenund Naturfreunde auf Hiddensee oft und gern in dortigen Scheunen oder auch in so manchem Garten campend.
    Derlei Gelegenheiten sind heute auf Grund der Gegebenheiten weniger und weniger geworden.
    Ich würde es begrüßen, wenn sich die Nachfolgegenerationen auch selbst und bewusst wieder mehr und mehr für derlei natürliche Freiräume auch politisch stark macht.
    Zum einen särkt es den Erhalt einer guten Beziehung zur Natur und zum anderen auch den menschlichen Zusammenhalt .
    Ich beabsichte auf meinem Grund und Boden auf Hiddensee nun diesbezüglich meine Rechte auszuloten und auszuleben. ….und das wohl möglich auch gelegentlich gemeinsam mit gleichgesinnten, auch jungen Menschen.
    Ich bin für gemeinsame Abenteuerafenthalte auf meinem Grund und Boden, zum Zwecke des gegenseitigen austausches relativ offen.
    Wie wäre es wenn wir im kommenden Sommer die eineoder andere kleine Biewacktour auf die Insel Hiddensee gemeinsam gestaltem und somit neuen Wind auch in dieser Hinsicht auf das säute Länneken bringen,?
    Ich habe es als gebürtige Hiddenseerin auch satt in der Sommerzeit auf der Insel für ein oder zwei Kurzzeitige Übernachtungenum teure Quartiere zu bulen. Das unter freiem Himmel nächtigen ist ne feine Sache, so finde ich auch noch als Sechtzigjährige, doch allein macht es weniger Spass als in guter Gesellschaft.
    Falls also Interesse am sich zussammenfinden besteht, kann man mich ansprechen. Mein Name ist Geesche Zapf und ich wohne direk in der Nähe vom Hauptbahnhof Stralsund, von wo aus man in ner knappen halben Stunde zufuß am Fahrgastschiffsanleger der Fähre nach Hiddensee ist.

  27. Bergfreund Marco sagte am 24. Januar 2019 um 08:56 Uhr

    Hallo Geesche,

    vielen Dank für diesen Kommentar und auch das Angebot. Ich habe nichtsdestotrotz aus Datenschutzgründen Deine Kontaktdaten aus dem Beitrag herausgenommen.
    Du kannst Dir einmal folgende Initiative anschauen: https://1nitetent.com/ Das trifft glaube ich ziemlich genau das, was Dir vorschwebt.

    Viele Grüße,

    Marco

  28. Jürgen sagte am 25. März 2019 um 19:20 Uhr

    Hallo Leute, i
    ich werde im Juli/ August den E11 von Bad Bentheim nach Halle wandern und plane, die meiste Zeit in einem kleinen Zelt zum Teil wild zu übernachten (nur 70 cm hoch). Hat jemand mit dieser Strecke Erfahrung?

    Gruß,

    Jürgen

  29. Malu sagte am 26. März 2019 um 11:01 Uhr

    Hallo
    Ich wohne in Stockach. 6 km vom Bodensee entfernt. Habe einen Garten , in dem man mit oder ohne Zelt schlafen kann. Grillplatz vorhanden und kaltes Wasser. Bei Bedarf(schlechtem Wetter kann auch Wohnraum zur Verfügung gestellt werden mit Koch und Duschmöglichkeit. )
    Über Preis würde man sicher einig.
    Also… falls sich mal jemand hierher verirrt: einfach melden

  30. Stanislav sagte am 30. März 2019 um 00:28 Uhr

    Hallo Leute,

    zum übernachten in den Baden-Württenderg im Wald kann ich einen tipp geben.
    Ich war mal vor Jahren bei den Pfadfindern und wir hatten auch im Wald übernachtet unter eine Plane mit Isomatte und Schlafsag aufgestelt.
    Der Pfadfinderleiter hatt damals gesagt mit einer plane währe es nicht verboten im Wald in Baden-Württemberg zu übernachten und wir hatten einen Butan Gas Kocher dabei gehabt und hatten uns eine Suppe gemacht war kein Problem.
    Wie es heute aus schaut weiß ich nicht?

    Gruß,

    Stanislav

  31. Bergfreund Marco sagte am 1. April 2019 um 12:33 Uhr

    Hallo Stanislav,

    ja, so etwas wird in der Regel toleriert, ähnlich wie bei einem Tarp, Danke Dir für den Tipp.

    Viele Grüße,

    Marco

  32. Ickewillmeer sagte am 3. April 2019 um 19:51 Uhr

    Moin,
    ich möchte in diesem Sommer die deutsche Nordseeküste abwandern. Von der dänischen bis zur holländischen Grenze.
    So nah am Meer wie möglich, natürlich werden die gesperrte Naturschutzgebiete umgangen.
    Hat jemand Erfahrungen an der Nordseeküste. Ich habe ein Zelt mit.

    Freue mich auf Erfahrungswerte….

    Liebe Grüße

  33. Socrazy sagte am 6. April 2019 um 12:23 Uhr

    Moin, ich habe dieses Jahr vor, an der Ostsee bis Polen zu bikepacken und halte jetzt bei meinen Fahrradtouren immer schon die Augen offen, wo man so Zelten könnte. Was haltet ihr von den Querstreifen, welche meistens mit Bäumen oder losen Sträuchern bewachsen sind, zwischen den Äckern? Eigentlich schwer einzusehen von eventuellen Straßen und sicher nicht von Jägern oder anderen Waldbesuchern frequentiert. Würde mich freuen, falls jemand seine eventuellen Erfahrungen teilen mag. Liebe Grüße

  34. Bergfreund Marco sagte am 8. April 2019 um 12:52 Uhr

    Hi,

    das ist durchaus auch eine Variante, aber es ist schon so, dass ich auch in Deutschland bislang kaum jemanden kenne, der wegen Wildcampens ein Bußgeld oder Ähnliches bekommen hat.

    Viele Grüße,

    Marco

  35. Schmidt unterwegs sagte am 8. April 2019 um 14:20 Uhr

    Hallo, danke für den artikel, ich bereite mich gerade auf meine outdoor saison in brandenburg vor
    und da ist das immer ein thema.

    „In Brandenburg ist das Zelten Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderern erlaubt, „wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen.“ (§49, BbgNatschG)“

    hier gibts auch sehr widersprüchliche angaben je nach ausgabedatum des gesetzes!

    z.B. hab ich das hier gefunden:

    § 22 BbgNatSchAGBetreten der freien Landschaft (zu § 59 BNatSchG) von 2013

    (1) … Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderer sowie -wan-derinnen dürfen in der freien Landschaft für eine Nacht Zelte aufstellen. Abweichungen von den Betretungsrechten aus den Sätzen 1 und 2, die sich aus den Bestimmungen dieses Gesetzes oder aus anderen Rechtsvorschriften ergeben, oder andere gesetzliche Betretungsrechte bleiben unberührt. Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen der Saat oder Bestellung und der Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses. Ausgenommen von den Betretungsrechten nach den Sätzen 1 und 2 sind Gärten, Hofräume und sonstige zum privaten Wohnbereich, der sich nach den berechtigten Wohnbedürfnissen und den ört-lichen Gegebenheiten bestimmt, gehörende oder einem gewerblichen oder öffentlichen Betrieb dienende Flächen.

    allerdings heißt es in:

    (4) Zelte oder sonstige bewegliche Unterkünfte (Wohnwagen) dürfen in der freien Landschaft unbeschadet weitergehender Vorschriften außerhalb von öffentlichen Stra-ßen und Plätzen nur auf einem Zelt- oder Campingplatz aufgestellt und benutzt wer-den. Zelte von Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderern und -wanderinnen dürfen auch auf Biwakplätzen, die eine Gemeinde im Rahmen der sonstigen naturschutzrechtlichen Vorschriften und mit Gestattung des Grundstückseigentümers oder der Grundstücksei-gentümerin in der freien Landschaft ausgewiesen hat, aufgestellt und benutzt werden.

    gruß schmidt unterwegs

  36. Bergfreund Marco sagte am 8. April 2019 um 14:41 Uhr

    Hallo,

    vielen Dank für diese Hinweise!

    Viele Grüße,

    Marco

  37. Leon sagte am 5. Juni 2019 um 18:38 Uhr

    Hallo,

    Kann jemand empfelen ein freie Campplatz im Baden-Wuttenberg?

  38. Bergfreundin Cora sagte am 15. Juli 2019 um 14:28 Uhr

    Hi Leon,

    einer der Vorposter hat einen schönen Link zu den Campinplätzen im Schwarzwald: http://www.schwarzwald-nationalpark.de/erleben/uebernachten/trekking-camps/

    Ich hoffe das hat dir etwas geholfen.

    Viele Grüße
    Cora

  39. Christine sagte am 10. Juni 2019 um 07:45 Uhr

    Hallo zusammen,
    im August möchte ich eine längere Wanderung – am liebsten im Schlafsack / Biwack – machen. Die Route führt voraussichtlich über den Goldsteig nach Passau, weiter über den Jakobsweg nach Österreich und noch über den Adlerweg Richtung Karwendel. Über Infos zu Biwackverboten auf dieser Route und sonstige Tipps würde ich mich sehr freuen.
    Viele Grüße Christine

  40. Bergfreund Marco sagte am 27. Juni 2019 um 14:53 Uhr

    Hallo Christine,

    Biwakieren, also nächtigen ohne Zelt, darfst Du überall, wenn es kein Privatgrundstück ist.

    Viele Grüße,

    Marco

  41. Christian sagte am 30. September 2019 um 02:14 Uhr

    Moin moin
    Ich Zelte und Campiere schon seit über 20 Jahren Wild und probiere (um es abwechslungsreich zu halten) immer neue ausgefallene Plätze mir einzubauen. Manchmal ist eben ein Microabenteuer mehr Wert als ein ganzer Urlaub ;-))),
    kann aber auch Süchtig machen ;-(.

    Habe dreimal bisher leichten Streß gehabt, aber noch niemals eine Strafe gezahlt.

    Tips für Leute die das noch nie gemacht haben sind z.B. von mir:
    1. Grundsätzlich NICHTs hinterlassen außer eure Fußabdrücke und mitnehmen nur die Erinnerung von diesem Ort.
    2. Kochen tuhe ich nur bei Tageslicht, egal was ich zum Feuermachen nutzt. Denn Feuer ist Licht und Licht zieht Nachts Aufmerksamkeit an.
    3. Im Dunklen verwende ich nur Rotes oder Grünes Taschenlampen Licht, viel unauffälliger als weißese Licht.
    4. Keine reflecktierende Kleidung Tragen und Reflecktierende Taschen oder Gegenstände gut verstecken.
    5. Kein Lärm, keine Musik, Telefon Stum und Display nachts auf die schwächste Lichtstufe einstellen.
    6. Da ich meistens mit Rucksack oder dem Fahrrad meine Ziele erreiche ist Wasser nicht grenzenlos vorhanden. Für den Toilettengang verwende ich Einmalhandschuhe, spart Wasser um die Finger danach Sauber und Geruchsfrei zu bekommen. Dadurch habe ich aber auch die Möglichkeit das Toilettenpapier wieder einzusammel und durch rückwertiges abstreifen das Handschuh von der Hand das Toilettenpapier geruchsfrei einzupacken zum späteren entsorgen.
    7. Alle Handgriffe die man so nachts zum Zeltaufbauen und drum herum machen muss daheim ein paar mal im dunklen üben, das auch mit neuen Ausrüstungsgegenständen.

    Sechs Platzmöglichkeiten habt ihr hier in der Liste nicht wirklich oder etwas anders bezeichnet aufgeführt.
    1. Wasserwander Zeltplätze.
    Kosten meistens ein paar Euro aber wesentlich weniger als ein Campingplatz und nur wirkliche Zelter anzutreffen. Doch sie dürfen wenn sie mit Fördergelder gebaut wurden NICHT an der Straße werben wie ein normaler Zeltplatz. Also ihr müsst euch vorher informieren.
    2. Vor Ort selber fragen. Doch schaut euch die Anlage vorher immer genau an, denn irgendwann braucht ihr auch einen stillen Ort. Und nicht jeder stellt euch eine Toilette zur verfügung. Dann das Blumenbett vor dem Wohnzimmerfenster dazu verwenden bringt ungewollte neue Spannungen mit in diese Begegnung ein ;-)))
    3. http://www.jedermannsland.de
    4. Schutzhütten, Wanderhütten oder Beobachtungshütten, aber Achtung viele haben fest verbaute Tische und Sitzbänke und Grobschotterböden die häufig mit Glasscherben dazu noch übersäht sind ;-(((
    Hochsitze eignen sich meistens nicht da sie zu klein gebaut sind.
    5. Nach Grillplätze im Netz suchen! Hier wird auch meistens das Nächtigen geduldet, da es sowieso manchmal passiert.
    6. Eigene Daten Sammeln. Ich verwende seit Jahren GPS Geräte und sammle mir meine eigene Daten. Man findet häufig gute Plätze wenn man garnicht sucht und freut sich später sie wieder in seine Tour einbauen zu können.
    Wer kein GPS Gerät hat außer sein Smartifon -.- kann sich auch bei Google Maps ein Konto anlegen.

    Mein Moto ist
    Machen ist wie machen wollen, nur Krasser -.-
    Viel spass gewünscht
    Gruß Christian

  42. Jörn sagte am 1. Oktober 2019 um 09:15 Uhr

    Hi Christian,

    danke für den ausführlichen Kommentar – sehr gut!

    Liebe Grüße, Jörn

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