titelbild_wildcampen

Schlafplatz gesucht – was ist wo erlaubt beim Wildcampen in Deutschland?

25. Oktober 2018

Sportart

Für Liebhaber des Draußenseins gibt es wohl kaum etwas Schöneres als ein richtiges Himmelbett – das Schlafen unter freiem Himmel mit Blick auf das Sternenzelt – wohl eine der intensivsten Arten, ganz tief in die Freuden der Natur einzutauchen. Doch egal ob man einfach Schlafsack und Isomatte bevorzugt, einen simplen Biwaksack oder ein richtiges Zelt, niemand möchte jäh vom diensthabenden Ranger aus seinem Traum herausgerissen werden oder verdattert in die klaffende Gewehr-Mündung vom Jäger mit Schäferhund blicken. Wer dort übernachtet, wo es verboten ist, kann schon mal eine unangenehme, manchmal sogar teure, Überraschung erleben. Und verboten ist in Deutschland vieles. Wir wollen Euch einen kleinen Einblick zur Rechtslage des Wildzeltens, oder einfach auch Übernachtens, in unserem Land geben.

Allgemeines zum Wildcampen – ein Versuch

Einfach im Wald geht in Deutschland nicht

Einfach im Wald geht in Deutschland nicht

Zunächst ist es wichtig zu erwähnen, dass die Gesetzeslage zum Wildzelten und Übernachten im Freien in Deutschland mehr als unübersichtlich ist. Dieser Artikel soll demnach nur einen kurzen Einblick in die Gesetzeslage zum Übernachten im Freien geben und erhebt absolut keinen Anspruch auf Vollständigkeit und auch keinen auf Universalität oder das Prädikat „juristisch wertvoll“. Wer ins Detail recherchieren möchte, sollte sich mit den Naturschutz- und Waldgesetzen des jeweiligen Bundeslandes vertraut machen. Denn genau hier liegt das Problem – was man in der Natur darf und was nicht, wird Bundesland-intern geregelt. Passierschein A38 lässt grüßen.

Generell gilt: In Naturschutzgebieten, z.B. Nationalparks, Biosphärenreservaten oder Biotopen, ist das Campen streng verboten. Die Küstenbereiche Deutschlands sind ebenfalls als gesonderte Schutzgebiete streng geschützt, deshalb kann ein Übernachten an Stränden oder in Dünen richtig zu Buche schlagen. Basis für diese Regelung ist das Bundesnaturschutzgesetz sowie Anordnungen am jeweiligen Ort zum Wegegebot (Bleiben auf gekennzeichneten Wegen) und ausdrückliche Verbote zum Lagern oder Campen, z.B. auf Verbotsschildern oder Tafeln. Eine weitere halbwegs universelle Regel ist, dass ich auf Privatgrund, auch Privatwald, mit der Zustimmung des Eigentümers übernachten darf.

Das sogenannte Betretungsrecht beinhaltet, dass Wälder und Flure, egal ob privat oder nicht, zum Zwecke der Erholung betreten werden dürfen, solange man die allgemeinen Verhaltensregeln des Naturschutzes nicht verletzt. Auch laut §59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist jedermann das „Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen“ zu diesem Zweck gestattet. Da Schlaf nun einmal das Non-plus-Ultra der Erholung ist, fällt er streng genommen auch darunter. Im Klartext – ein mehrstündiges Dösen unterm Baum, und das eigentlich auch über Nacht, wird hier nicht explizit verboten, da nur das „längere Verweilen“ an einem Ort verboten ist. Wann „kürzer“ aufhört und „länger“ anfängt, bleibt eine gesetzliche Grauzone. Übernachten, nicht zelten!, in der freien Natur ist somit weder verboten noch erlaubt.

Zelten oder Biwakieren?

Lieber Biwakieren als Zelten

Lieber Biwakieren als Zelten

Es klang eben schon an: Draußen schlafen ist nicht gleich draußen schlafen. Das Gesetz macht einen Unterschied zwischen dem Schlafen im Zelt und dem Biwakieren, also Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt (z.B. nur mit Schlafsack/Isomatte, Hängematte oder selbst gebautem (nicht festem) Shelter). Beim genannten Betretungsrecht beziehe ich mich hier auf das bloße Übernachten ohne Zelt, das so gesehen wesentlich unproblematischer ist als Campen mit Zelt. Denn zum Biwakieren gibt es, im Gegensatz zum Zelten, nirgends ausdrückliche Regelungen im Gesetz.
Auch ist „draußen“ im deutschen Gesetz nicht gleich draußen. Es gibt eine Unterteilung in freie Landschaft und Wald, bei denen es jeweils, wie bereits erwähnt, je nach Bundesland unterschiedliche Schutzgesetze gibt. Im Folgenden findet Ihr eine kleine Übersicht darüber, was man wo darf.

Darf ich im Wald zelten?

Nein. Auch hier greifen die Landesgesetze der einzelnen Bundesländer sowie das Bundeswaldgesetz. Generell gilt: Zelten im Wald ist in Deutschland nicht erlaubt! In manchen Bundesländern ist das Betreten des Waldes außerhalb der Wege in der Nachtzeit sogar verboten. Gehört der Wald einer Privatperson, befindet man sich sowieso auf Grund, der ohne Genehmigung gar nicht betreten werden darf. Im Bundesland Berlin sollte man gesondert auch beim Biwakieren aufpassen, denn dort sind neben Zelten auch Shelters und Tarps ohne die Zustimmung des Eigentümers verboten.

Darf ich in freier Landschaft zelten?

Die freie Landschaft als Alternative

Die freie Landschaft als Alternative

Jein. Als freie Landschaft „zählen die Gebiete außerhalb des Waldes – wo ein eigenständiges Betretungsrecht greift – und außerhalb der bebauten Ortslagen“ (Bundesnaturschutzgesetz §44). Für das Zelten in freier Landschaft gibt es keinen Passus, der es explizit verbietet. Doch da man in Deutschland in vielen Fällen nicht erkennen kann, ob man sich auf privatem Grund befindet, bzw. dies sehr oft der Fall sein wird, sollte man besser nicht in der freien Landschaft sein Zelt aufbauen – nicht zuletzt um das beschriebene Eingangsszenario zu vermeiden. Nur weil es laut Landesgesetz kein Verbot gibt, heißt das nicht, dass das Zelten in der freien Landschaft im jeweiligen Bundesland auch erlaubt ist, wenn keine anderen Regelungen dagegenstehen. Hat man sich vorher allerdings die Genehmigung des Grundbesitzers eingeholt, kann man über den Dingen stehen und ruhigen Gewissens die Reise ins Traumland antreten.

In Bayern beispielsweise ist das Zelten in freier Landschaft nicht ausdrücklich verboten, genauso wie in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Hessen und Berlin. In Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland dagegen ist das Wildzelten in freier Landschaft überall ohne Ausnahme verboten. In Bremen darf man auf Feldern nicht zelten, ansonsten herrscht kein ausdrückliches Verbot. In Brandenburg ist das Zelten Fuß-, Rad-, Reit- und Wasserwanderern erlaubt, „wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine besonderen Schutzvorschriften entgegenstehen.“ (§49, BbgNatschG)

Was sind die Alternativen?

Dank des Jedermannsrecht in Skandinavien campen

Dank des Jedermannsrecht in Skandinavien campen

Wer in den Genuss des Draußen-Schlafens kommen und dabei auf der sicheren Seite sein möchte, für den gibt es in Deutschland ein paar Alternativen. Gemeint sind hier die Alternativen, die einem Wildzelten oder Biwakieren in der freien Natur „in Reinform“ noch am nächsten kommen – abseits von Campingplätzen, Trekkinghütten und sonstigen Einkehrmöglichkeiten.

Spärlich gesät, aber doch vorhanden sind in einigen Teilen Deutschlands die Naturlagerplätze, wie sie manch ein Skandinavienfreund im hohen Norden schon gern genutzt hat. Bei diesen Plätzen handelt es sich um kleine freie Flächen für wenige Zelte, die meist nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen und für eine, maximal zwei Nächte zur Übernachtung vorgesehen sind. Manchmal sind die Plätze mit Komposttoiletten, Feuer- oder Kochstellen ausgestattet. In Deutschland gibt es diese Art Schlafplätze seit kurzem als eine Art Pionierprojekt des Internetforums outdoorseiten.net e.V. in der Eifel (http://www.trekking-eifel.de/de/). Diese sind vorab zu buchen und gegen einen Obolus von 10 Euro zu nutzen. Dafür erhält man aber etwas mehr als nur ein Plätzchen zum Zeltaufschlagen – Sitzgruppen, ein stilles Örtchen und Plattformen aus Holz laden zum Genuss der frischen Luft ein, und das auch noch mit einem Fuß in der Komfortzone.

 Ausgewiesene Naturlagerplätze gibt es auch in Deutschland

Ausgewiesene Naturlagerplätze gibt es auch in Deutschland

In Schleswig-Holstein gibt es ebenfalls ausgewiesene Naturlagerplätze, die nicht nur vom Land, sondern auch teilweise von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Die Seite Wildes Schleswig-Holstein stellt Ort, Koordinaten und kurze Infos zu den Plätzen für alle Radler und Trekker bereit.

Beliebt bei Fans des Elbsandsteingebirges ist das sogenannte Boofen, das sich ehemals aus der Kletterkultur entwickelte. Geschlafen bzw. biwakiert wird hier unter Überhängen oder in kleinen Höhlen im Sandstein, allerdings gibt es strenge Auflagen zu beachten, denn immerhin befindet man sich im Nationalpark. Offenes Feuer ist verboten, was auch stets kontrolliert und geahndet wird. Außerhalb der Boofen darf nicht übernachtet werden. Im Gebirge gibt es etwa 57 ausgewiesene Boofen, zu finden unter: www.wandern-saechsische-schweiz.de/wordpress/boofenliste

Schlusswort

Was das Naturschutzgesetz in §1 bereits festschreibt, sollte in uns allen fest verankert sein:

„Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich nach Maßgabe der nachfolgenden Absätze […] zu schützen[…].“

Als Gast in der Natur

Als Gast in der Natur

Ohne sich in gebetsmühlenartigen Oberlehrer-Standpauken verlieren zu wollen: Man kann nicht oft genug dazu aufrufen, sich als Mensch als Gast in der Natur zu sehen und sich auch so zu verhalten. Hier gilt es, das Prinzip „Leave no Trace“ (Hinterlasse keine Spuren) mit gesundem Menschenverstand umzusetzen – egal ob Privatgrund oder nicht. Müll wird nicht zurückgelassen, kein Lärm gemacht, wo kein Örtchen vorhanden ist, werden Hinterlassenschaften vergraben, und alles, was Strukturen in der Natur nachhaltig verändert (beispielsweise Feuermachen auf einer Wiese ohne Feuerstelle, Absägen von Bäumen für Feuerholz etc.) ist zu unterlassen. Es sollte jedem, dem die Natur am Herzen liegt, selbstverständlich sein, dass man den Rastplatz so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat – egal ob man nun dort geschlafen hat oder nicht.
Bundesländer, Wald, freie Landschaft, Privatgrund oder nicht – dass die Gesetzeslage in Deutschland zum Wildcampen äußerst kompliziert und kaum auszuklamüsern ist, überrascht wohl niemanden. Wer Touren plant, bei denen ein Übernachten in freier Natur unvermeidlich ist, der sollte sich vorher eingehend über die Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes informieren. Genauso wichtig wie sich durch Gesetzbücher zu fräsen ist es aber, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Wer Privatgrundbesitzer freundlich fragt, am Waldrand zelten zu dürfen oder in einem einsamen Stück Landschaft eine kurze Nacht im Schlafsack mit zeitigem Weiterziehen verbringt, ohne jegliche Spuren in der Natur zu hinterlassen, den muss kein schlechtes Gewissen grämen.

Disclaimer: Dieser Artikel soll keine Empfehlungen zum Übernachten in der Natur aussprechen oder Menschen dazu animieren, immer und überall draußen ihr Lager aufzuschlagen! Er soll lediglich Fakten wiedergeben. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Hilfreiche Links zum Thema:
https://www.youtube.com/watch?v=npcYlWZ4_t8 (Kai Sackmann, Bushcraft- und Survival-Experte, erklärt die Sachlage zum Übernachten im Wald)
https://dejure.org/gesetze/BNatSchG (Bundesnaturschutzgesetz)
https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/bwaldg/gesamt.pdf (Bundeswaldgesetz)

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Benjamin sagte am 30. Dezember 2016 um 12:44 Uhr

    Ihr habt die Plätze in der Pfalz vergessen, oder habe ich es nur überlesen? Die gibt es schon einige Jahre und sind wirklich toll gestaltet: http://www.trekking-pfalz.de/

  2. Anni sagte am 9. Januar 2017 um 08:18 Uhr

    Hi Benjamin,
    du hast Recht, die sind mit bei der Recherche tatsächlich entgangen. Danke für Deine Ergänzung!
    Gruß, Anni

  3. Holger sagte am 31. Dezember 2016 um 16:04 Uhr
  4. Anni sagte am 9. Januar 2017 um 08:16 Uhr

    Hi Holger,
    vielen Dank für die Ergänzung! Das sind ja sehr interessante Neuigkeiten.
    Gruß, Anni

  5. Stefan sagte am 21. Juni 2017 um 12:39 Uhr

    Trekkingplätze gibt es mittlerweile auch im Schwarzwald:

    http://www.schwarzwald-nationalpark.de/erleben/uebernachten/trekking-camps/

  6. Jörn sagte am 21. Juni 2017 um 14:24 Uhr

    Hi Stefan,

    herzlichen Dank dafür! Gute Info.

    Liebe Grüße,

    Jörn

  7. AlterWolf sagte am 12. Januar 2018 um 18:42 Uhr

    Ein Bett im Kornfeld, das ist immer noch frei…

  8. Jörn sagte am 22. Januar 2018 um 16:42 Uhr

    … denn es ist Sommer und was ist schon dabei!

    ONKEL JÜRGEN!!!

  9. Lauch sagte am 4. Juni 2018 um 10:18 Uhr

    Über Verbote lesen kann man ja viel, aber wurde von euch schonmal jemand erwischt und musste tatsächlich zahlen? Wenn ja wieviel?

    An der Elbe in Sachsen jedenfalls ist mir das noch nie passiert. Abends ein kleines Zelt aufgebaut und früh Morgens wieder weitergezogen.
    Nichts zurücklassen und auch schon vorhandenen Müll mitnehmen ist klar.
    Die Angler sitzen dort auch die ganze Nacht mit Zelten.

  10. Jörn sagte am 4. Juni 2018 um 11:15 Uhr

    Servus Lauch!

    tatsächlich kenne ich persönlich keinen Fall, bei dem jemals ein Bußgeld verhängt wurde. Den Bußgeldkatalog kannst du aber hier einsehen: https://umwelt.bussgeldkatalog.org/campen.

    Für den Fall der Fälle ist es aber besser, wenn man Bescheid weiß! ;)

    Liebe Grüße,

    Jörn

  11. Oliver sagte am 18. Juni 2018 um 18:06 Uhr

    Bei uns im Allgäu, im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, werden seit dem letzten Jahr regelmäßig zum Teil sehr hohe Bußgelder für das Biwakieren und Zelten verhängt. Dies hat aber auch an den Bergseen sehr stark zugenommen und ufert komplett aus. Da ist es nur verständlich, dass die Behörden und die Polizei einschreiten.

  12. Marlen sagte am 6. Juli 2018 um 18:46 Uhr

    Hoffe ich habe es nicht überlesen. Im schwarzwaldcamp am schluchsee kann man prima im Wald campen

  13. Jens sagte am 18. August 2018 um 19:51 Uhr

    Das Boven in der Sächsischen Schweiz ist nur im Zusammenhang mit Klettern erlaubt. Aber solange man sich an die Verhaltensregeln des gesunden Menschenverstandes hält, gibt es sicher kein ärger.
    Leider tun viele Kletterer selbst manche Boven zerstören und als Feuerholz benutzen. Gibt halt überall Idioten.

  14. Sterling sagte am 15. September 2018 um 23:20 Uhr

    Hallo,

    Ist ja echt mal wieder typisch, mit dem „Man darf nicht…“, aber was soll man machen.

    Wie sieht die Rechtslage den in Baden-Württemberg aus? Und wo gibt es dort den diese Campingbereiche die Sie erwähnt haben. Wäre schön wenn Sie das noch ergänzen könnten. Vielen Dank!

  15. Bergfreund Marco sagte am 17. September 2018 um 09:46 Uhr

    Hallo Julian,

    Baden-Württemberg hält es hier wie die meisten anderen Bundesländer. Wildcampen ist hier weder in der freien Landschaft noch in Wäldern erlaubt. Sollte man sich dabei erwischen lassen, gibt´s eine Geldbuße meist im zweistelligen Bereich…um das also wirklich genießen zu können, empfiehlt es sich dann doch eher nach Skandinavien, einige osteuropäische Länder oder auch Nordamerika zu reisen. Da darf man das nämlich!

    Liebe Grüße,

    Marco

  16. Anni sagte am 23. September 2018 um 11:19 Uhr

    Hej. Danke für die Infos! In Schweden gibt es solche „Trekkingplätze“ wie Sand am Meer. Oft sogar mit fließend Wasser, Toiletten usw. Diese kann jeder kostenlos nutzen und in Deutschland kassiert man 10 ,- pro Nacht? -.-

  17. Bergfreund Marco sagte am 24. September 2018 um 08:40 Uhr

    Hallo Anni,

    freut uns, dass wir hier etwas Hilfreiches beisteuern konnten. Und ja, es ist leider so, dass Deutschland in puncto „wild“ Übernachten, nicht unbedingt zu den Tolerantesten Ländern gehört…

    Liebe Grüße,

    Marco

  18. Rafael sagte am 17. Oktober 2018 um 12:45 Uhr

    Hallo,

    was ist denn jetzt der große Unterschied zwischen zelten und biwakieren?
    Warum ist biwakieren erlaubt, bzw. ne rechtliche Grauzone, während zelten eindeutig verboten ist?
    Will mir irgendwie nicht ganz einleuchten. Der einzige Grund wäre vielleicht, dass zelten zu einem längerfristigen Aufenthalt an einem Platz animiert und damit zu einem größeren Störungsfaktor der Flora und Fauna. Ansonsten kann ich mir diese Regelung ehrlich gesagt nicht erklären. Weiß jemand vielleicht den Grund?

    Liebe Grüße
    Rafael

  19. Bergfreund Marco sagte am 17. Oktober 2018 um 14:16 Uhr

    Hallo Rafael,

    letztlich bleibt das in der Tat eine rechtliche Grauzone, aber grundsätzlich ist es so, dass Biwakieren juristisch unter Lagern oder Rasten fällt und nicht unter Kampieren. Und ersteres darfst Du immer und überall. Juristisch wird das dann so ausgedrückt:

    „Lagern bedeutet einfach rasten oder „Pause machen“ und ist selbstverständlich erlaubt. Der Übergang zwischen campen und lagern ist fliessend, sodass meist nicht geklärt werden kann ob der „Täter“ nun einfach lagert oder schon campiert.
    Lagern kann man auch mit einem Biwaksack oder einem Schirm als Ersatz für das Zelt. Auch ein Tarp, Poncho oder nur ein Schlafsack/Isomatte sind möglich.
    Biwakieren ist das »Kampieren außerhalb von Campingplätzen während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraumes im hochalpinen Gelände«.
    Unter Kampieren versteht man meist das »Nächtigen von Personen in mobilen Unterkünften, wie Zelten, Wohnwägen, Kraftfahrzeugen, Wohnmobilen, Mobilheimen und dergleichen im Rahmen des Tourismus«. In der Regel ist das Biwakieren aber vom Verbot des Kampierens ausgenommen.

    Sicherheitshalber deshalb eher Biwakieren und behaupten man würde Vögel beobachten oder so etwas ;-)

    Viele Grüße,

    Marco

Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.

Bitte beachte, dass wir Cookies verwenden, um die Nutzung dieser Website zu verbessern. Wenn Du auf der Seite weitersurfst, stimmst Du der Cookie-Nutzung zu.