Wickel’s ein – weniger Einwegplastik bei Retouren

18. September 2020

Kunststoff ist prinzipiell eine ziemlich geniale Sache: Man kann ihn in so ziemlich jede Form bringen, er ist günstig herzustellen, hat sogar eine gute Klimabilanz und ist meist ohne Qualitätsverlust recyclebar. Das Problem, das alle übrigen durchaus positiven Aspekte überschattet, heißt: Entsorgung. Wir alle kennen die wenig schönen Bilder von zugemüllten Stränden und auch das Thema Mikroplastik geistert immer wieder durch die Medien. Fest steht: Wir müssen es irgendwie schaffen, das Aufkommen an Plastikmüll zu reduzieren oder den anfallenden Müll zu recyceln.

Single Use Plastics – der Bösewicht!

Eine typische Ladung Retouren…

Sogenannte Single Use Plastics, also Kunststoffprodukte, die nur einmal verwendet und dann entsorgt werden, sind in der ganzen Geschichte besonders problematisch. Einige Produkte aus dieser Kategorie, wie z.B. Plastikstrohhälme, sind inzwischen sogar schon verboten. Zu diesen SUPs zählen auch die feinen Plastikbeutel, in denen Bekleidung verpackt ist, wie sie zuhauf in unserem Lager herum liegt.

An sich erfüllen die Beutel einen guten Zweck: Sie schützen Bekleidung beim Transport vor Schmutz und Beschädigungen. Und das ist wichtig, denn jeder Kunde erwartet im Grunde einwandfreie Ware. Problem dabei: Diese Beutel sind derart zahlreich, dass es schwer ist, sie beim Kunden einzusammeln und wieder zu verwerten. Das Ergebnis: Viele landen direkt im Müll.

Eine Lösung muss her! Dafür wurde vor einigen Jahren die Single Use Plastics Initiative gegründet. Sie hat zum Ziel, das Problem mit den Polybags anzugehen und einen Recycling-Kreislauf zu etablieren, damit sie nicht mehr in der Umwelt landen, sondern direkt wiederverwertet werden. Wir sind ebenfalls Teil dieser Initiative und haben im Zuge dessen z.B. schon mehrmals testweise Bekleidung ohne Polybags versendet – mit sehr positiven Rückmeldungen seitens der Kunden. Die Polybags sammelten wir bei uns und schickten sie zum Recylinghof. 

Noch gibt es allerdings keine finale Lösung. Immerhin nutzen einige Marken, wie z.B. adidas inzwischen Polybags aus Recycling-Kunststoff, aber der große Wurf ist noch nicht gelungen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

Wie kann man SUPs vermeiden?

Rechts seht ihr einen sogenannten Polybag.

Nun gibt es natürlich nicht nur die Möglichkeit, Single Use Plastics wie Polybags zu recyceln. Man kann sie auch ganz einfach versuchen zu vermeiden – sie schlicht nicht nutzen. Das ist aus den oben genannten Gründen (Schutz der Bekleidung) zwar nicht praktikabel, aber wir haben einen Weg gefunden, wie wir zumindest einen kleinen Teil der Polybags einsparen können und zwar bei den Retouren.

Diese sind zahlreich. Das ist das Joch des Onlinehandels. Zwar geht es bei uns nicht so hoch her, wie bei reinen Mode-Online-Händlern, aber dennoch haben auch wir mit einem hohen Aufkommen an Retouren zu kämpfen.

Wenn Bekleidung vom Kunden zu uns zurück gesendet wird, wird sie wieder eingelagert – logisch. Dafür nutzen wir dann entweder den ursprünglichen Polybag oder – sofern der nicht mehr intakt ist – einen neuen. Zumindest war das bis vor kurzem so… denn seit einigen Wochen finden sich in unserer Retouren-Abteilung mehrere Maschinen, mit deren Hilfe wir Bekleidung mit Papierbanderolen verpacken können. Wie das aussieht, seht ihr hier:

Ziemlich genial, oder? Zwar noch immer nicht 100% perfekt, da auch auf den Bändern ein wenig Kunststoff aufgebracht ist, damit sie zusammengeschweißt werden können, aber wir sparen dadurch in der Retoure schon mal eine ganze Menge Plastik ein. Der Vollständigkeit halber: Große Waren wie zum Beispiel Parkas passen leider nicht in die Maschine und besonderes empfindliche Bekleidung, wie z.B. weiße T-Shirts müssen wir aufgrund unseres offenen Lagersystems leider weiterhin in Plastikbeutel verpacken. Beide Kategorien zusammen machen aber zum Glück nur einen kleinen Anteil aus.

Fragen, Vorschläge, Anmerkungen?

Wir hoffen, wir konnten euch einen guten Einblick in die Problematik der Polybags und möglicher Lösungsansätze bieten. Falls ihr Fragen, Vorschläge und Anmerkungen habt: Immer her damit. Wir halten euch hier im Blog immer über die neusten Entwicklungen bei uns auf dem Laufenden.

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