Bergfreunde

Reiner ist unser neuer Mann im Kundenservice

26. Juli 2012

Sportart

Eine kletternde Frohnatur

Eine kletternde Frohnatur

Seit ein paar Wochen haben wir einen neuen Kollegen im Kundenservice. Sein Name ist Reiner und eigentlich kommt er beruflich aus einem ganz anderen Bereich. Warum er sich aber trotzdem bei uns wie im Himmel fühlt, wie man vor 20 Jahren geklettert ist und wie man es schafft in drei Sätze vier mal das Wort Lappland einzubauen, erfahrt Ihr im folgenden Interview. Denn wir haben ihm – nach alter Bergfreundetradition – ein paar Fragen gestellt, damit Ihr Euch ein erstes Bild von ihm machen könnt.

Hallo Reiner, willkommen bei der Truppe von Bergfreunde.de. Jeder Neuzugang bekommt die selbe Aufgabe: stelle Dich doch mal in drei knackigen Sätzen selbst vor.

Mh. Das verkürzt doch etwas. Ich versuch’s mal mit der Leitlinie, der ich versuche mich anzunähern:
Man braucht den Mut, Dinge zu ändern, die man ändern kann, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann und die Weisheit, zwischen beidem zu unterscheiden.

Seit ein paar Wochen bist Du bei uns im Kundenservice unterwegs. Wie läuft’s?

Die Hälfte der Zeit habe ich ja in den verschiedenen Abteilungen verbracht. Es ist ’ne Menge an Informationen. Aber das klappt schon.

Reiner ist schon angekommen

Reiner ist schon angekommen

Schnell ins Team und Kundengespräch gefunden?

Das Team macht’s mir ja wirklich leicht. Da findet jeder schnell rein! Ich glaube auch, dass mir das Kundengespräch liegt, da ich auch früher schon serviceorientiert gearbeitet habe.

Mit gut vierzig bist Du glaube ich der älteste Bergfreund im Team, oder? Sind die Jungspunde um Dich herum brauchbar?

Solange ich auf dem Stuhl sitze und mich nicht bewege, merkt man fast keinen Unterschied ;-). Bislang geben mir die jungen Hüpfer noch nicht das Gefühl, so ein alter Sack zu sein, wie ich bin.

Du hast schon vor einer ganzen Weile das Klettern angefangen. Gehst Du einfach an den Fels um mit Kumpels Spaß zu haben oder hast Du das Ziel harte Projekte abzuhaken?

Also, ich denke, dass bei vielen, die vor 20 Jahren angefangen haben, schon auch der Spaß am Fels und vor allem mit den Kumpels, maßgeblich ist.
Als ich anfing, gab’s an meinem Wohnort in Heilbronn noch keine künstlichen Kletteranlagen (kurz darauf schon). Die nächste Klettermöglichkeit waren die Felsengärten in Hessigheim. Weitere Gelegenheiten Schriesheim oder das Battert. Das waren jedenfalls Tagesaktionen, die nur mit Spaß verbunden waren, wenn man sich nicht allein auf die Zeit des Kletterns fokussierte, sondern Spaß mit den Leuten hatte, mit denen man unterwegs war. Harte Projekte sind nicht mein Ziel. Mich selbst im Vorstieg zu überwinden ist für mich der Maßstab, nicht das was andere als hartes Projekt bewerten.

Und warst Du in den zwanzig Jahren immer gleich angefixed oder gab es auch mal Phasen in denen Du weniger in der Vertikalen unterwegs warst?

Am liebsten am richtigen Fels unterwegs

Am liebsten am richtigen Fels unterwegs

Es gab immer wieder Zeiten, in denen ich entweder 1-2 Jahre nichts, bzw. kaum geklettert bin. Das musste zeitweise mit der Familie abgestimmt werden. Meine beiden Kinder kann ich zwar für Hessigheim begeistern, Mehrseillängen-Touren stoßen aber auf keine Gegenliebe. Auch war ich zeitweise beruflich so eingespannt, dass ich kaum zu Freizeitaktivitäten gekommen bin.

Was hast Du so gemacht bevor Du bei den Bergfreunden eingestiegen bist?

Ich war seit 1999 als selbstständiger Rechtsanwalt tätig.

Und wie ist es dazu gekommen, dass Du Dich dann auf die Stelle bei uns im Kundenservice beworben hast?

Um eine abgegriffene Floskel zu verwenden: Ich wollte Hobby und Beruf verbinden.
Darüber hinaus habe ich mir als eigener Chef in 3 Jahren 10 Tage Urlaub bewilligt und hinsichtlich der Arbeitszeiten war ich mir gegenüber auch eher ein Sklaventreiber.
Hier gibt’s Urlaub und geregelte Arbeitszeiten! I’m in heaven!

Mir wurde gesagt, dass auch Trekking zu Deinen Leidenschaften gehört?!

Richtig. Leider aber habe ich auch hierfür in letzter Zeit kaum Gelegenheit gehabt. Den besten Erholungswert hat für mich ein Trip nach Lappland; am Besten abseits der üblichen Routen, um ungestört auf die wesentlichen Bedürfnisse reduziert zu sein: Trockene Kleidung, Essen, Schlafen!
Lappland hab’ ich denn auch in allen vier Jahreszeiten erlebt.

Ohne Frage, mit Spaß bei der Sache

Ohne Frage, mit Spaß bei der Sache

Wohin führte Deine letzte Trekkingtour?

Nach Lappland

Und wohin sollte jeder mal gehen, der einige Tage mit Rucksack, Zelt und Trockennahrung unterwegs sein möchte?

Einige Tage? Nach Lappland! (Mein kürzester Trip waren 5 Tage, zzgl. 6 Tage Hin- und Rückfahrt mit der Bahn)

Welches sind in Deinen Augen die drei Ausrüstungsteile an denen kein Trekker sparen sollte? Und warum genau diese?

Eine ordentliche Hardshell
Weil: es richtig unangenehm ist, bei drei Tagen Regenwetter jede Nacht seine nassen Klamotten im Schlafsack anzuziehen und zu hoffen, dass diese durch die Körperwärme morgens nur noch klamm sind.

Einen guten Benzinkocher
Weil: es auch unangenehm ist abends total fertig am Zelt zu sitzen nahe dem Gefrierpunkt und Dein Kocher teilt Dir mit, dass er jetzt auch Urlaub hat (Ich hatte mal dieses ehemalige DDR-Modell, das man mit Benzin übergießt und anzündet, um Druck drauf zu kriegen, war einfach, aber wenn der Kocher nicht wollte, wollte er nicht)

Eine bequeme Isomatte
Weil: etwas mehr schleppen besser ist, wenn Du dadurch ausgeruhter in den neuen Tag starten kannst.

Gibt es noch etwas abschließendes, dass Du dieser Welt mitteilen möchtest?

Live long and prosper!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Dennis sagte am 3. August 2012 um 13:25 Uhr

    „Weil: etwas mehr schleppen besser ist, wenn Du dadurch ausgeruhter in den neuen Tag starten kannst.“

    Ich glaube wir müssen uns mal ernsthaft unterhalten! Willkommen bei den Bergfreunden!

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