Ausrüstung

Pivot und Grip, die neuen Sicherungsgeräte von DMM

19. Mai 2015

Kategorie

Sportart

DMM Grip Sicherungsgerät

Der Grip halb geöffnet auf der OutDoor 2014

DMM hat sich mal wieder etwas einfallen lassen und bringt zwei neue Sicherungsgeräte auf den Markt. Genau genommen zwei bisher unbekannte Formen des Tubes: den Pivot und den Grip.

„Nicht schon wieder“, denkt sich jetzt sicher der eine oder andere. Zugegeben, inzwischen gibt es wirkich viele Tuber und zu Zeiten einer sehr angeregten Diskussion über die Daseinsberechtigung des Tube liegt diese Reaktion nahe.

Aber diese zwei Tuber sind anders und wie ich finde, haben sie auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung. Hier meine Begründung. In den letzten Monaten ging es in Sachen Tuber in der Kletterszene ziemlich hoch her. Angeregt durch einen Artikel in der Bergundsteigen (3/13 und 2/14) entsprang eine heiße Diskussion über die Fehlertoleranz des Tube. Diese wurde in den folgenden Monaten durch Artikel im Panorama des DAV und der Zeitschrift Klettern weiter angeheizt und gipfelte bisher in der Verkündung des Klever e.V. ab 2015 in seinen Hallen-Grundkursen nur noch Halbautomaten und Autotuber zu lehren.

Man könnte jetzt natürlich einen Abgesang auf den Tube anstimmen, die Halbautomaten in den Himmel loben und die Auto-Tuber, die durch die Diskussion neu entstandene Kategorie, gleich mit heilig sprechen. Aber ganz so einfach ist es nicht.

Der Tube ist nicht tot

Bei der Diskussion um den Tuber geht es hauptsächlich um seine Verwendung im Bereich des Sportkletterns, speziell in der Halle. Dass gerade im alpinen Klettern oder im Bereich der Mehrseillängen ein Tuber noch nicht wegzudenken ist, wird gerne vergessen zu erwähnen.

Viele Sicherungstechniken im alpinen Bereich funktionieren nur über den Tube oder den HMS und sind durch einen Halbautomaten nicht zu ersetzen. Gut, manches lässt sich mit einem Smart oder GriGri2 auch machen, wie Abseilen oder Nachsichern, aber die Vielzahl an Techniken, die man mit dem Tube in der Tour anwenden kann, in Kombination mit seinem Handling und Gewicht, daran kommt bisher kein anderes Gerät heran.

Es macht also durchaus Sinn, den Tube weiterzuentwickeln und sich Gedanken zu machen, welche Funktionen, vor allem für den Einsatz am Fels, verbessert werden können, denn hier ist er nach wie vor nicht wegzudenken.

Der Pivot

DMM Pivot im Guide Modus

Hier der Pivot im Gide-Modus, also zum Nachsichern

Funktion und Handling

Im Grunde ein ganz normaler Tuber, haben wir duzendweise im Shop. Jetzt hat sich DMM aber Gedanken gemacht, wie man das Nachsichern über den Tuber im Guide Modus einfacher und angenehmer gestalten könnte.

Gesagt getan, sie haben die Öse, die den Tube beim Nachsichern am Stand befestigt, durch zwei Ösen beweglich gemacht. So kann sich der Tube im Winkel anpassen und erleichtert das Handling ungemein.

Vor allem lässt sich so die Blockierfunktion durch einen zweiten Schrauber wesentlich leichter aufheben und der Kletterpartner kann so kontrollierter und mit weniger Kraftaufwand abgelassen werden.

Technische Fakten

Grafik von DMM zum Pivot Sicherungsgerät

Ein grafische Darstellung der Kraftverhältnisse

Kategorie: Tuber

Gewicht: 72g

Geeignete Seile: 7,5mm-11mm; ideal ist 8mm – 10,5mm

Anwendungsgebiete: alpines Klettern, Mehrseillängen, Sportklettern

 

Der Grip

Jetzt wird es richtig spannend, denn hier haben sich die Waliser echt was interessantes einfallen lassen und ich bin gespannt, wie der Grip die Diskussion um den Tube in der Halle beeinflussen wird.

DMM Grip Sicherungsgerät

Der Grip geöffnet

Beim Grip handelt es sich im Grunde um einen normalen Einzelstrang-Tuber, also kein Halbautomat. Er ähnelt in seiner Öffnung dem Bug und garantiert so einen sehr leichten Seildurchlauf, was das Handling ziemlich angenehm macht.

Die Innovation steckt in einem Gelenk und zwei Magneten. Die zwei Magnete halten den Grip in einer Bug-ähnlichen Stellung. Seil einziehen und ausgeben wird so sehr leicht gemacht. Kommt aber Zug auf das Seil der Bremshand, lösen sich die Magnete und der Grip klappt auf. Dadurch verändert sich nicht nur der Winkel, in dem das Seil durchläuft, sondern auf Höhe des Karabiners drücken auch zwei Backen gegen das Seil und bremsen es ab. Dadurch wird die benötigte Handkraft, um „zu zu machen“, wesentlich verringert. Wird der Zug am Bremsseil wieder verringt, drückt eine Feder die Backen auseinander und die Magnete können sich schließen.

Ich konnte den Grip auf dem Stand von DMM auf der Messe in Friedrichshafen testen. Klar, kein richtiger Test, aber er machte einen sehr sehr intressanten Eindruck! Durch das Aufklappen und die anpressenden Backen handelt es sich im Grunde nicht um einen einfachen Tuber und ich bin sehr gespannt, wie er in Zukunft eingeordnet wird – doch bei den Tubern oder ist er eigentlich ein Autotuber?

Technische Fakten

Kategorie: Tuber (oder Autotuber?)

Geeignete Seile: 8,5mm-11mm

Anwendungsgebiete: Sportklettern draußen und in der Halle

Hinweis: Leider hat DMM leichte Lieferschwierigkeiten beim Grip, daher kommt er erst 2016 in den Handel. Wir wollten Ihn Euch aber gerne trotzdem vorstellen. Sobald er bei uns im Shop ist, lassen wir es Euch gerne wissen.

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