Pflegeanleitung Trekkinghosen

Pflegeanleitung Trekkinghosen

1. Juni 2016

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Eine gute Trekkinghose sitzt, passt und atmet

Eine gute Trekkinghose sitzt, passt und atmet

Wer viel draußen unterwegs ist, wird das vielleicht kennen. Man kommt von einer etwas längeren Tour nach Hause und die Hose steht förmlich vor Dreck. Gerade in der Übergangszeit oder bei Schlechtwettertouren ist dieser Effekt quasi vorprogrammiert. Wie aber pflegt man eigentlich eine Trekkinghose richtig? Was sollte man bei der Reinigung einer Wanderhose beachten? Und wie um alles in der Welt bekommt man die Imprägnierung wieder hin?

Wie immer haben wir uns einmal umfassend schlau gemacht und wollen Euch nun an unserem Wissen teilhaben lassen.

Runter mit dem Ranz – grobe Verschmutzungen entfernen

Der erste Schritt zur sauberen Hose ist ganz einfach: ausschütteln. Das mag jetzt vielleicht marginal klingen, bewirkt aber meist schon sehr viel. Trekkinghosen kommen nicht selten mit einer Vielzahl an Taschen daher. Gerade in den großen Cargotaschen sammelt sich im Lauf einer Tour so einiges an Schmutz. Aus diesem Grund sollte man vor dem Ausschütteln alle Taschen öffnen oder, sofern möglich, auf links drehen. Somit wird das Herausfallen von Staub, Sand und Tannennadeln erleichtert und später das Flusensieb der Waschmaschine nicht überstrapaziert.

Gerade bei intensivem Schlammkontakt kommt es oft zu groben Verschmutzungen im Beinbereich. Ist der Matsch einmal getrocknet, lässt sich dieser in der Regel recht gut mit einer mittelharten Bürste ausbürsten. Was sich auf diese Weise nicht entfernen lässt, ist definitiv ein Fall für eine gründliche Wäsche.

Achterbahn für die Hose – waschen mit der Waschmaschine

Trekkinghosen gibt es mit vielen verschiedenen Materialien, die alle unterschiedliche Vorgaben haben. Im Zweifelsfall empfehlen wir daher, immer auf die Angaben des Herstellers zu achten, ein Blick auf den Waschzettel kann schon sehr aufschlussreich sein. Ein paar grundsätzliche Aussagen lassen sich aber für viele Materialien pauschal treffen. Waschen sollte immer mit Wasser erfolgen…

Bei Trekkinghosen wird bevorzugt Flüssigwaschmittel verwendet

Bei Trekkinghosen wird bevorzugt Flüssigwaschmittel verwendet

Mal im Ernst, es gibt spezielle Waschmittel für spezielle Materialien. Für Soft- und Hardshellhosen sollte man auf jeden Fall ein geeignetes Flüssigwaschmittel verwenden. Waschpulver hinterlässt oft Rückstände an und in den Materialien. Diese Rückstände neigen dazu, die Poren von mikroporösen Membranen zu verstopfen, was zumeist die Atmungsaktivität dauerhaft beeinträchtigt. Für Funktionsmaterialien wie beispielsweise Gore-Tex gibt es spezielle Waschmittel. Diese sorgen nicht nur dafür, dass das Kleidungsstück wieder richtig sauber wird, sondern verlängern gleichzeitig auch die Lebensdauer und Performance. Ein absolutes No-Go ist Weichspüler. Dieser greift die empfindlichen Membranen an und kann sie im schlimmsten Fall beschädigen.

Nach einer gründlichen Wäsche muss die Trekking- oder Wanderhose ersteinmal trocknen. Hierzu empfehlen wir, diese einfach auf die Leine zu hängen und gemütlich abzuwarten. Das Trocknen im Wäschetrockner geht zwar schneller, kann sich aber auch negativ auf die Materialien auswirken.

Nicht ganz dicht? – Imprägnierung auffrischen

Ist eine Hose bereits einige Male gewaschen worden, wirkt sich das meist negativ auf die Imprägnierung des Materials aus. Aufgesprühte Imprägnierungen werden mit der Zeit regelrecht vom Material gewaschen und auch dauerhafte Imprägnierungen (DWR) lassen mit der Zeit nach.

Verfügt die Trekkinghose über eine DWR, kann diese einfach und schnell wieder reaktiviert werden. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man gibt die Hose bei niedrigster Stufe für kurze Zeit in den Wäschetrockner oder man erwärmt das Material mittels Bügeleisen. Gerade bei der Variante mit dem Bügeleisen ist jedoch Vorsicht geboten. Auch hier sollte allenfalls die niedrigste Wärmestufe gewählt werden und das Dampfbügeln deaktiviert sein. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zwischen Hose und Bügeleisen ein sauberes Geschirrtuch zu legen. So kann sich die Wärme besser über das Material verteilen und die Hose ist vor zu großer, punktueller Hitze geschützt.

Nicht alle Soft- und Hardshellhosen verfügen über eine DWR. Oft werden hier auch herkömmliche Imprägnierungen verwendet, die von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen. Dazu braucht es lediglich ein geeignetes Imprägniermittel. Dieses kann je nach Produktvariante aufgesprüht oder eingewaschen werden. Wofür man sich letztlich entscheidet spielt keine große Rolle. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich Imprägniermittel zum Einsprühen in der Regel besser verarbeiten lassen und ein wenig länger halten.

Bei besonders robusten (Baumwoll-)Stoffen wie beispielsweise G-1000 von Fjällräven gibt es aber noch eine dritte Variante: Das Wachsen. Lässt bei Materialien dieser Art einmal die Wetterbeständigkeit nach, können sie mit einem geeigneten Imprägnierungswachs, wie beispielsweise dem Greenland Wax, eingerieben werden. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Paraffin und Bienenwachs. Nach dem Einreiben muss die Hose mittels Bügeleisen erwärmt und das Wachs gleichmäßig eingearbeitet werden. So erhält man ein Material, das nicht nur wasser- und schmutzabweisend ist, sondern gleichzeitig atmungsaktiv bleibt.

Wenn es einmal klemmt – Reißverschlüsse gangbar machen

Gegen klemmende Reißverschlüsse hilft Wachs

Gegen klemmende Reißverschlüsse hilft Wachs

Von Zeit zu Zeit kann es vorkommen, dass auch der beste Reißverschluss nicht mehr ganz flüssig läuft. Dies hat meist vehementes Ziehen und Zerren und nicht zuletzt eine dauerhafte Beschädigung zur Folge. Mit einfachen Hausmitteln kann man diesem Problem jedoch meist einfach und kostengünstig beikommen. Bei Metallreißverschlüssen heißt das Zaubermittel Wachs. Hierzu kann man einfaches Kerzenwachs oder auch Skiwachs verwenden. Dieses wird im kalten und festen Zustand einfach am Reißverschluss entlanggerieben. Danach öffnet und schließt man den Reißverschluss mehrfach, sodass sich das Wachs gleichmäßig verteilen kann. Ein kleiner Tipp noch: Es empfiehlt sich, möglichst weißes oder farbloses Wachs zu verwenden. So können lästige Flecken an der Hose oder anderen Kleidungsstücken vermieden werden. Bei Kunststoffreißverschlüssen ist das Verfahren ähnlich. Jedoch verwendet man hierzu besser Silikonspray.

Kampf den Flusen – Klettverschlüsse wieder fit machen

Trekking- und Wanderhosen verfügen nicht selten auch über Klettverschlüsse. Diese finden sich oft am Hosenbund und an Gesäß- bzw. Cargotaschen. Das Prinzip eines Klettverschlusses basiert darauf, dass sich unzählige kleine Häkchen in einem flauschigen Material verhaken. Problematisch wird es aber immer dann, wenn sich die kleinen Häkchen des Klettverschlusses nicht das für sie vorgesehene Material krallen, sondern sich beispielsweise in einem Pullover verhaken. Schnell werden kleinste Fasern aus der Wolle oder dem Fleece gezogen und der Klettverschluss verstopft regelrecht. Auch beim Transport in Rucksack oder Tasche können sich allerlei Flusen in den Häkchen sammeln. Diesem Problem wird man jedoch problemlos Herr, indem man die so verstopften Klettverschlüsse mit einer kleinen Bürste auskämmt. Harte Zahnbürsten sind hierfür beispielsweise sehr gut geeignet.

Also…

Ob Trekkinghose oder Wanderhose, Softshell, Hardshell oder Baumwolle, die richtige Pflege ist meist kein größeres Problem. Auch ausgewaschenen und abgenutzten Imprägnierungen kommt man problemlos mit ein paar kleineren Tricks bei. Manchmal hilft die bunte Welt der Hausmittel schon ein gutes Stück weiter, ein anderes Mal sollte man speziell geeignete Pflegemittel verwenden. Was nun für die jeweilige Hose die beste Lösung ist, verraten euch die Angaben des Herstellers.

Wenn du noch Fragen hast oder Dich nicht entscheiden kannst, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hier ist Hannes unser Fachmann für alles rund um Textil und Bekleidung. Du erreichst ihn unter der Woche telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

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