Ausrüstung

Der Weg zur lochfreien Isomatte – eine Reparaturanleitung

24. November 2015

Sportart

Pflegeanleitung Isomatte reparieren

Nur eine aufgeblasene Isomatte ist eine bequeme Isomatte

Bei Isomatten ist es wie mit der Liebe. Wenn die Luft einmal raus ist, fehlt die Wärme. Ok, das ist etwas drastisch formuliert. Aber einen gewissen Wahrheitsgehalt kann man diesem pathetischen Einstieg nicht absprechen. Aufblasbare Isomatten erfüllen nur ihren Job, wenn sie mit Luft gefüllt sind. Und das auch bleiben. Spitze Steine, Abrieb, Funkenflug – das sind alles Faktoren, die der Matte schaden können und im schlimmsten Fall sogar ein Loch verursachen. Aber echte Outdoor-Enthusiasten werfen nicht gleich die Flinte ins Korn! Damit Ihr die Nächte nicht auf dem kalten, harten Boden fristen müsst, folgt hier eine kleine Übersicht, wie Ihr Eure Isomatten wieder perfekt abdichten könnt!

Dem Loch auf der Spur

Vor einer Tour ist es unerlässlich, das Equipment zu überprüfen. Und dazu gehört auch die Isomatte. Packt dazu die Matte aus, blast sie auf (oder auch nicht, wenn sie selbstaufblasend ist) und wartet eine Weile. Verliert die Matte mit der Zeit Luft, dann stimmt etwas nicht. Können andere Faktoren wie ein Volumenverlust durch Temperaturwechsel ausgeschlossen werden, ist ein Loch der Übeltäter. Die undichte Stelle muss gefunden werden. Und hier ist Detektivarbeit angesagt.

Pflegeanleitung Isomatten reparieren

Kontrolliert Isomatten regelmäßig auf Löcher, damit Ihr Eure Tour genießen könnt

Wie so häufig gibt es auch bei der „Lochfindung“ mehrere Möglichkeiten. Ähnlich wie beim kaputten Fahrradschlauch erfüllt auch hier das gute alte Wasserbad seinen Zweck. Taucht hierfür die aufgeblasene Isomatte in eine mit Wasser gefüllte Wanne. Dort wo feine Bläschen aufsteigen, ist das Loch. Habt Ihr kein entsprechend großes Wasserbehältnis zur Verfügung, schafft die Seifenlaugen-Methode Abhilfe. Mischt etwas Spülmittel mit Wasser und streicht damit die Isomatte an den Stellen an denen ihr eine Beschädigung vermutet ein. Bilden sich Blasen, habt Ihr das Loch gefunden. Kommt diese Methode nicht in Frage, gibt es die sogenannten Lochschnüffler. Hinter dem lustigen Namen verbirgt sich ein durchsichtiger Behälter, der mit Styroporkügelchen gefüllt und an der Unterseite mit einem luftdurchlässigen Gitter ausgestattet ist. Diese Dinger gibt es im Fachhandel zu kaufen und sind die ideale Methode für unterwegs. Denn auf Tour ist oft weder das Wasserbad noch die Seifenmethode ohne weiteres möglich. Fahrt mit dem Schnüffler über die Isomatte. Wenn an einer Stelle Luft austritt, geraten die Kügelchen in Bewegung und Ihr habt die undichte Stelle gefunden. Mir hat auch mal ein feuchter Finger dabei geholfen, ein Loch aufzuspüren. Diese Methode ist allerdings nur für den Notfall zu empfehlen, da sie nicht wirklich zu 100% zuverlässig ist. Egal mit welcher Methode Ihr arbeitet, empfiehlt es sich immer, etwas Druck auf die Matte auszuüben, damit sich das Loch bemerkbar macht.

Habt Ihr trotz allen Anstrengungen kein Loch gefunden, kann auch das Ventil am Luftverlust schuld sein. Dreck im Ventil kann dessen Verschlussfähigkeit beeinträchtigen. Eine gründliche Reinigung hat schon so manches Ventil wieder dicht gemacht.

Vorbereitung der Isomatte und Reparatur

Habt Ihr, egal mit welcher Methode, das Loch gefunden, muss die entsprechende Stelle gereinigt und markiert werden. Zur Reinigung könnt Ihr etwas sauberes Wasser und ein Tuch hernehmen. Bei groben Verschmutzungen hilft Reinigungsalkohol. Die Stelle mit dem Loch markiert Ihr mit einem wasserfesten Filzstift. Zur Not geht auch ein Kugelschreiber. Lasst anschließend die Luft aus der Matte und alles ist bereit für die „Operation“.

Zur Schnellreparatur der Isomatte gibt es sogenannte „Repair Kits“. Diese Sets bestehen in der Regel aus mehreren luftdichten Flicken in verschiedenen Größen und einem Textilkleber. Sie sind alle ähnlich in der Handhabe, jedoch solltet Ihr in jedem Fall die mitgelieferte Anleitung für eventuelle Besonderheiten beachten. Ist die Isomatte vorbereitet, also die kaputte Stelle markiert, gereinigt und trocken, kann es losgehen. Nehmt zuerst einen entsprechend großen Flicken zur Hand. Falls Euer Repair Kit keine vorgeformten Flicken beinhaltet, schneidet Euch einen zurecht. Kleiner Tipp am Rande: rundet die Ecken des Flicken mit einer Schere ab. Dadurch kann sich der Flicken nicht so einfach lösen.

Exped - Mat Repair Kit - Reparaturset für Isomatten

Exped – Mat Repair Kit – Reparaturset für Isomatten

Bei den Flicken gibt es im Grunde zwei unterschiedliche Arten: die, die von selbst kleben und jene mit separat aufzutragendem Textilkleber. Für letztere Variante tragt Ihr den Klebstoff auf der Stelle, die es zu reparieren gilt, auf. Drückt nun schnell den Flicken fest auf und entfernt überflüssige Kleberreste. Selbstklebende Flicken sind ähnlich in der Anwendung. Nur ohne das Auftragen des Klebers versteht sich. Nehmt den Flicken her und entfernt die Schutzfolie zur Hälfte von der Klebeseite. Drückt den Flicken auf die kaputte Stelle, zieht vorsichtig die Klebefolie weiter ab und drück den Flicken mit der anderen Hand fest auf die Matte. Bei beiden Methoden heißt es warten. Eine halbe bis ganze Stunde dürfte genügen und die Isomatte ist wieder einsatzbereit.

Wenn Ihr mitten in der Nacht von einem Loch in der Matte geplagt werdet und nicht die Ruhe und Muße für die entsprechende Wartezeit habt, reichen im äußersten Notfall 15 Minuten Wartezeit nach dem Aufkleben aus. Eine langanhaltende Dichtheit kann aber nicht garantiert werden. Ihr solltet darauf achten, dass Ihr im schlaftrunkenen Zustand keine Kleberreste auf der Matte übrig lasst. Sonst kann es sein, dass am nächsten Morgen aus Schlafsack und Isomatte ein unzertrennliches Team geworden ist. Habt Ihr alles richtig gemacht und das Loch oder die Löcher entsprechend geflickt, hält Eure Isomatte wieder dicht wie am ersten Tag. Die bequeme Nachtruhe ist gerettet!

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Isomatten. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

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