Peak Performance Ultraks mit Johannes und Jörn

8. Mai 2015

Sportart

Johannes und Jörn bei den Peak Performance Ultraks

„The world’s most beautiful challenge“ (Peak Performance über die Ultraks)

Der Transalpine Run scheint unserem Kollegen Johannes echt Spaß gemacht zu haben, denn er schickt sich bereits an, den nächsten harten Trailrunning-Wettbewerb anzugehen: den Peak Performance Ultraks.

Dieses Mal begleitet ihn unser anderer Kollege Jörn aus der Online-Redation. Seines Zeichens Trailrunner, Triathlet und überhaupt mehr oder weniger unfähig, lange still zu sitzen.

Johannes stellt Euch im folgenden Artikel den anstehenden Lauf vor, worauf es ankommt und wie er und Jörn sich darauf vorbereiten und wie seine Materialliste voraussichtlich aussehen wird.

Ein Prolog

Heute morgen, Weckerklingeln, die Uhr zeigt 6:00 Uhr – es ist Karfreitag. Die meisten Menschen drehen sich da noch mal rum und freuen sich auf zwei weitere Stunden Schlaf. Nicht so bei mir, ich schleiche mich auf Zehenspitzen aus dem Zimmer, nur nicht meine Frau wecken. Eisblumen zieren die Dachfenster unserer Wohnung. Vier Toasts mit Holundergeele, dazu einen warmen Früchtetee. Eine halbe Stunde später starte ich am Waldfriedhof in Herrenberg zur heutigen 30km-Runde durch den Schönbuch. Kein Mensch hält sich zu dieser feiertäglichen Unzeit draußen auf, nur die Vögel sind schon wach. Die Luft ist klar und kalt, ich brauche ein wenig, bis ich in Schwung komme. Irgendwann läuft’s – im wahrsten Sinne des Wortes.

Da fallen mir meine Worte vom letzten Jahr ein, als ich frisch vom Gore-Tex Transalpine Run zu Hause war: „Nächstes Jahr lasse ich es mal ruhig angehen, nichts Langes oder so, keine Alpen, oder unzählige Höhenmeter. Mal wieder die klassische 10er-Volkslauftour durchs Ländle. Bla bla bla.“ Ich meinte das damals in der Tat ernst, und ich hätte es wohl auch so gemacht. Als Laufjahrhöhepunkt war der ERBE-Lauf in Tübingen geplant. Nun, es sollte anders kommen. Irgendwann hatte ich eine Mail von Steffi aus der Marketing-Abteilung im Postfach. Ob ich bei den Matterhorn Ultraks mitmachen wolle, wir bekämen eventuell von Peak Performance zwei Startplätze zur Verfügung gestellt. Da war es um mich geschehen und meine guten Vorsätze über den Haufen geworfen. Und daher klingelt halt an einem Feiertag wieder um 6:00 Uhr der Wecker für ein 30km-Läufchen.

Matterhorn

Die Ultraks finden beim Schweizer Exportschlager dem Matterhorn statt

Die Matterhorn Ultraks

Die Matterhorn Ultraks bieten ein ziemlich cooles Konzept. Im Winter gibt es Skitourenwettkämpfe. Im Sommer messen sich Trailläufer miteinander. Beides wird vom selben Veranstalter umgesetzt. Peak Performance ist einer der Hauptsponsoren. Es sollen sich sowohl Profis als auch Anfänger angesprochen fühlen. Beide Sportarten haben in den letzten Jahren unter Ausdauersportlern enorm an Zuspruch gewonnen. So hat jeder hier die Möglichkeit, um vordere Plätze mitzurennen, oder die eigenen Grenzen zu erfahren, je nach Leistungsstand. Es gibt unterschiedliche Distanzen und Schwierigkeiten. Da ist also für jeden was dabei. Und dazu kommt natürlich, dass alles im Schatten des vermutlich meist fotografierten Berges der Welt sowie des größten Schweizer Exportschlagers stattfindet – dem Matterhorn. Das sind die Matterhorn Ultraks – und mein Kollege Jörn und ich, wir sind dabei und rocken die Trails!!

Das Rennen – die Trails

Die Trailwettkämpfe bieten viel Auf und Ab über vier Distanzen, jeweils gespickt mit massig Höhenmeter:

  • 16k: 17 km / 1.100 Hm
  • 30k: 31,5 km / 1.950 Hm
  • 46k: 48 km / 3.600 Hm
  • Vertical Race (nur ganz schnell bergauf): 9,6 km / 1.500 Hm

Wenn wir schon mal im mondän-schicken Zermatt sind, gönnen wir uns dann schon die lange Runde 46k, ständiges Auf und Ab über 48 km, lange Anstiege, rassige Downhills. Am Ende stehen 3.600 positive und negative Höhenmeter. Im wahrsten Sinne des Wortes Höhepunkt der Runde ist der Gornergrat auf 3.130 m ü. NN. Von dort oben soll man mehr als 20 Viertausender sehen können. Ich bezweifle aber, dass wir die Zeit und Muse haben, das zu kontrollieren. Uns reicht schon der omnipräsente Schatten des schönsten Viertausenders. Dem Matterhorn dürfte es aber recht egal sein, dass ein paar Verrückte diesen Quatsch zu seinen Füßen freiwillig machen. Es wird souverän und erhaben an Ort und Stelle stehen und weiterhin seinen Namen zur Verfügung stellen – ob’s ihm Recht ist, darüber herrscht Stillschweigen. Wir werden die Runde und die Aussichten, die grandiose Landschaft und die knackigen Trails hoffentlich ein wenig genießen können – spätestens, wenn wir danach mit schmerzenden Beinen, kaputt und zufrieden auf der Massagebank liegen und unsere strapazierten Muskeln durchkneten lassen. Natürlich im Schatten von Matterhorn, Breithorn, Lyskamm und Co. – wo auch sonst?

Die Ausrüstung

Peak Performance Ultraks Matterhorn mit Johannes und Jörn

Nicht selten kommen vier Jahreszeiten innerhalb eines Tages vor

Für solch einen Lauf eher untypisch: Es gibt keine vorgeschriebene Ausrüstung. Keine obligatorische Regenbekleidung, kein Erste-Hilfe-Set. Das ist eher selten bei Läufen, die bis in alpine Regionen vorstoßen. Es wird nur empfohlen, die Ausrüstung den Bedingungen anzupassen. Seit dem Tod von Läufern beim Zugspitzlauf von ein paar Jahren ist das ein sehr sensibles Thema. Ich finde es daher mutig, keine obligatorische Ausrüstung wie warme Kleidung, Hardshelljacke oder Erste-Hilfe-Set vorzuschreiben. Auf der anderen Seite sind alle Läufer erwachsen und sollten bei der Teilnahme wissen, was in alpinen Regionen auf sie zukommen und wie schnell das Wetter umschlagen kann – nicht selten kommen vier Jahreszeiten innerhalb eines Tages vor.

Daher gehören wärmende, wind- und wasserabweisende Laufklamotten, Mütze und Handschuhe in den Laufrucksack (zum Beispiel als Jacke die Peak Performance Focal Jacket). Eine wasserdichte Hardshelljacke schadet nicht (Peak Performance Tour Jacket). Obligatorisch sind Erste-Hilfe-Set und Rettungsdecke; beides mit der Hoffnung, dies umsonst durch die Berge zu schleppen. Im Idealfall reichen zum Laufen eine kurze Laufhose oder –tight und ein Laufshirt (zum Beispiel Kombi aus Peak Performance Johtu Shorts und Balkka Tee), dazu noch Armlinge und Trailrunningschuhe (La Sportiva Bushido). Für weniger kopfbehaarte Männer wie mich schadet ein Sonnenschutz auf dem Haupt nicht, am besten kombiniert mit einer Sonnenbrille. Nach Gusto können dann noch Kompressionsbeinlinge getragen werden. Ob sie jetzt was bringen oder nicht, sei mal dahin gestellt. Daran scheiden sich die Geister. Meine Waden und ich mögen die Dinger bei langen Läufen jedenfalls. Und wenn’s nichts bringt hat man wenigstens sehr professionell ausgesehen, wenn man auf dem letzten Platz einläuft. Trailrunningsstöcke können so manchen Aufstieg erleichtern, und bei rassigen Downhills sind damit wagemutige Sprünge und Manöver möglich. Dann noch Sonnencreme, Futter und Trinken in den passenden Laufrucksack (Salomon S-Lab Adv Skin 3 12 Set) eingepackt – und die Trails können kommen.

Ein Nachwort

Es ist kurz nach 10:00 Uhr geworden. Der Wanderparkplatz am Waldfriedhof in Herrenberg füllt sich langsam mit Wanderern, Läufern und Walkern, die den Karfreitag auch in der Natur verbringen möchten. Die ersten Mountainbiker ziehen ihre Spuren durch die vom Vortag regenbedingt aufgeweichten Wanderpfade. Wann wohl deren Wecker geklingelt hat? – Vermutlich nicht um 6:00 Uhr. Rotmilane ziehen ihre Kreise in der sich erwärmenden Luft hinaus ins Obere Gäu. Auf ein ordentliches Frühstück freue ich mich auch, der Magen knurrt.

Johannes bei seiner Vorbereitung für den Peak Performance Ultraks

Johannes ist dem Runner’s High verfallen

Ich sitze noch etwas auf dem Randstein neben meinem Auto und ziehe den letzten Schluck isotonischen Getränks aus meiner Salomon Soft Flask. Es waren gute 30 km mit einigen Höhenmetern und einem Runner’s High – Laufen ist eben doch eine Droge. Man kommt vor allem von den langen Distanzen nicht mehr weg, wenn man ihnen mal verfallen ist. Diese Illusion hatte ich letztes Jahr noch nach dem Transalpine Run. Ich bin geläutert. Und in der Vorbereitung für die Matterhorn Ultraks, die vor allem lange Läufe, ausreichend Regeneration und Stabilisationstraining bedeutet, wird es wohl nur ein Runner’s High unter vielen sein. Wenn dann auf dem Gornergrat das „Runner’s Highest“ folgt, war alles richtig – auf jeden Fall wird es eine spannende Herausforderung und mal wieder ein Grenzgang. Auf Beides freue ich mich wahnsinnig.

In diesem Sinne, geht raus und lauft!!

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Frank Weller sagte am 8. Mai 2015 um 22:07 Uhr

    Sehr schön geschrieben. Wir sehen UNS dann in Zermatt beim Start des Ultraks. So long und eine gute Vorbereitung, Frank

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