Sohle runter, Schuh noch gut – Welche Hersteller bieten den Sohlen-Service?

5. Dezember 2018
Pflegetipps

Auch bei guten Schuhen ist es nach ein paar hundert Kilometern Stock und Stein soweit: Die Sohle hat an den häufigst abgetretenen Stellen kaum noch Profil und an den Stellen, wo der höchste Druck abgefangen wird, bröselt und schwindet das Material. Auch der Geröllschutzrand ist mittlerweile ziemlich löchrig und zerkratzt. Alles in allem sieht‘s „untenrum“ ziemlich düster aus. Der Schuhschaft hingegen ist zu diesem Zeitpunkt oft noch völlig in Ordnung und zudem auch richtig schön eingelaufen.

Unser, in der Wegwerfgesellschaft, gut eingeübte Standardmove wäre nun, die ‚kaputten‘ Treter in die Tonne zu befördern und ein neues Paar zu kaufen. Das geht schnell und erfordert den geringsten Aufwand.

Doch wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer Reparatur der Schuhe? Bei guten und teuren Bergschuhen kann diese deutlich preisgünstiger sein als die nächste Neuanschaffung. Außerdem stellt sich ja noch die Frage, was ein bessere Gefühl hinterlässt: Eine unnötige Geld- und Ressourcenverschwendung oder eine optimale Nutzung der Schuhlebensdauer. Und schließlich gibt es ja auch noch die dritte „Alternative“: Die halb verschlissenen Schuhe so lange weiter zu benutzen, bis sie die Backen endgültig zusammenkneifen. Das ist allerdings eher keine gute Idee, denn erstens will man es sicher nicht erleben, dass mitten im steilen Geröllfeld der Schuh am Fuß auseinanderfällt, zweitens ist es nicht gerade heilsam für Füße und Knöchel, mit abgelaufenen und verfortem Sohlen unterwegs zu sein.

Ab wann lohnt sich die Reparatur?

Die Sohle ist ein Verschleißteil, das sich schneller abnutzt als der Rest des Schuhs. Höchste Zeit für eine neue Sohle wird es dann, wenn sie kaum noch sichtbares Profil aufweist. Zu diesem Zeitpunkt sollte man den Schuh-Unterbau auch auf mögliche weitere Materialalterung prüfen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn diese findet bisweilen unsichtbar im Inneren der Sohle statt und ist nicht nur auf physische Belastung, sondern vor allem auch auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Für die feuchtigkeitsbedingte Zersetzung des Sohleninneren (genauer: der Zwischensohle und des Dämpfkeils) gibt es sogar ein Fachwort: Hydrolyse. Ihre Vermeidung ist der Hauptgrund warum gute Pflege und vor allem gründliches Trocknen (während und nach der Tour) sowie eine trockene Lagerung so wichtig sind!

Ob und wann sich die Reparatur lohnt ist natürlich auch eine Kostenfrage. Die Kosten hängen davon ab wie viele Sohlenteile ausgewechselt werden müssen und zu welcher Kategorie die Schuhe gehören. So ist der Spaß bei einem Wander- und Trekkingschuh billiger als bei einem steigeisenfesten Bergschuh.

Am günstigsten sind Reparaturen bei Kletterschuhen. Hier fängt der  Sohlentausch bei 20 € an und endet bei ca. 60 €. Beim Schuster um die Ecke kann es billiger sein, doch ist es Glückssache, ob bei diesem die spezielle Kompetenz für Kletter- und Bergschuhe vorhanden ist. Bei guten Markenbergschuhen belaufen sich die Kosten je nach Anbieter und Aufwand auf 40 bis 80 €. Bei Internetanbietern kann es auch an die 100 € gehen. Das ist viel Geld, doch gemessen an einer Neuanschaffung immer noch deutlich günstiger.

Obacht gilt bei Schuhen mit Membran (z.B. Gore-Tex): hier solltet ihr drauf achten, ob die Schuhe noch wasserdicht sind. Ist das nicht der Fall kann es ggf. Sinn machen, neue Schuhe zu kaufen. Bei Volllederschuhen oder Schuhen ohne Membran stellt sich die Frage natürlich nicht.

Wie funktioniert die Reparatur? Welche Möglichkeiten gibt es?

Vom Prinzip her ist der Austausch der Profilsohle sehr simpel: Die beschädigte alte Sohle wird abgeschliffen oder abgezogen, die Neue draufgeklebt, fertig. Die praktische Durchführung ist jedoch in den seltensten Fällen so einfach, selbst wenn keine weiteren Teile ausgetauscht werden müssen. Am besten überlässt man das Ganze also jenen Experten, die sich mit dem gesamten Sohlenunterbau auskennen und auch den Gummirand fachgerecht austauschen können.

Um die Schuhe in die Hände dieser Experten zu geben, gebt man sie in der Regel bei dem Fachhändler ab, bei dem sie gekauft wurden. Dieser schickt die Schuhe dann an den Hersteller weiter. Abholung oder Versand der reparierten Schuhe werden ebenfalls über den Händler abgewickelt. Ein direktes Einsenden an den Hersteller ist nur in wenigen Fällen möglich. Deshalb listen viele Schuhhersteller auf ihren Websites die autorisierten Fachhändler auf, die ihre Marke vertreiben. Das konkrete Vorgehen bei den renommierten und in unserem Shop vertretenen Bergschuhherstellern schauen wir uns im letzten Abschnitt an.

Alternativ bleiben folgende drei Möglichkeiten:

  • Einsenden an einen Online-Spezialschuster für Berg- und Kletterschuhe: Hierbei handelt es sich um eine relativ sichere Möglichkeit, die allerdings nicht die Schnellste und Günstigste ist.
  • Einen Schuster in der eigenen Umgebung kontaktieren und fragen, ob sie Kletter-/Bergschuhe reparieren können: Das ist zwar leider Glückssache, aber kann durchaus funktionieren. Es kann allerdings auch sein, dass man bei einer Neubesohlung nicht unbedingt die Originalsohle des Herstellers bekommt. Entsprechend ist diese Möglichkeit nicht die sicherste, aber im Glücksfall die Günstigste und Schnellste.
  • Do it yourself: Bei dieser Alternative hantiert man mit Klebern wie Freesole herum und hat selbst im einfachsten Fall, wenn zum Beispiel nur die Laufsohle verschlissen ist, keine Erfolgsgarantie. Die Forenbeiträge in Outdoorforen, die überwiegend von Schwierigkeiten und Misserfolgen berichten, sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem sind oft nicht nur die Profilsohle, sondern auch weitere Teile wie Zwischensohle und Dämpfkeil beschädigt und müssen entsprechend ebenfalls ersetzt werden. Damit dürfte man als Schuh-Laie, alleine schon wegen den fehlenden Spezialwerkzeugen, überfordert sein. Wenn es allerdings wirklich nur die abgelaufene Profilsohle ist, klappt es vielleicht mit dieser Anleitung des Outdoor-Magazins.

Sonderfall Reklamation

Sollte in Ausnahmefällen die Schuhsohle trotz „sachgemäßer Verwendung“ innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist unbrauchbar werden, kann ein Konstruktionsfehler und Reklamationsfall vorliegen.

Das ist natürlich immer ärgerlich, doch wenn du den defekten Schuh bei den Bergfreunden gekauft hast, kannst du sicher sein, dass sie sich im Garantiefall voll für dich reinhängen! So steht dir im begründeten Gewährleistungsfall der gesetzliche Anspruch auf Nacherfüllung oder, falls nicht möglich, Gelderstattung zu. Bitte unternehme in diesem Falle keine überstürzten Reparaturversuche, denn die Gewähr verlischt bei unsachgemäßer Reparatur durch einen nicht autorisierten Servicepartner. Auch wenn die Schuhe zurück an den Händler gehen, wird es eher zu einem Umtausch als zu einer Reparatur kommen.

Alles Weitere zu diesem Ablauf findest du zusammengefasst auf der Bergfreunde-Reklamationsseite.

Infos zu den Regelungen verschiedener Hersteller folgen gleich im letzten Abschnitt dieses Artikels.

Können alle Schuhe repariert werden? Welche Bauart muss der Schuh haben?

Eine komplette Neubesohlung ist im Normalfall nur möglich, wenn der Schuh in der „gezwickten“ oder in der „zwiegenähten“ Machart hergestellt ist. Nur hier sind Brandsohle, Laufsohle und andere Teile des Schuh-Unterbaus so verbunden, dass eine saubere Auftrennung und Erneuerung möglich ist.

Alternativ gibt es die „gestrobelte Machart“, bei der höchstens ein Abschleifen und Neubekleben der Laufsohle möglich ist, nicht aber ein kompletter Sohlenaustausch. Die gestrobelte Bauweise kommt eher bei weicheren und flexibleren Schuhen zum Einsatz. Die Laufsohle wird hier ohne Kleber an den Schaft „angespritzt“ und ist demnach nicht ohne weiteres ablösbar. Man erkennt gestrobelte Schuhe leicht an ihrer, an der Schuhinnenseite verlaufenden, Verbindungsnaht zwischen Schaft und Brandsohle. Man muss nur die Einlegesohle entnehmen, um die Strobelnaht zum Vorschein zu bringen. Bei der gezwickten und der zwiegenähten Machart ist hingegen nur die Brandsohle zu sehen, die unsichtbar aber stabil mit dem Schaft verklebt oder vernagelt ist. Unter Bergfreunde-Reklamationsseite findest du ein Bild, auf dem der Unterschied gut zu sehen ist.

Auflistung der Hersteller, die einen Austausch der Sohle anbieten

Wenn es ein hochwertiger Bergstiefel oder Trekkingschuh ist, den du dein eigen nennst, stehen die Chancen gut eine Tip-Top-Neubesohlung vom Hersteller zu bekommen. Allerdings gilt das auch wirklich nur bei einigen der Top-Hersteller. Bei allen anderen wird es innerhalb der Gewährleistungszeit eher zum Umtausch kommen und nach Ablauf der Gewährleistung schwierig mit der Reparatur.

Hier folgend das Vorgehen bei einigen der renommierten und im Bergfreundeshop vertretenen Hersteller:

Hanwag, Mammut und Lowa bieten auch einen Reparaturservice außerhalb der Gewährleistungszeit von zwei Jahren an – natürlich mit Kosten und auch auf jeden Fall individuell abgestimmt. Das kann auch über den Hersteller direkt organisiert werden, dauert meistens aber mehrere Wochen.

LaSportiva und Boreal führen auf Anfrage und nur in seltenen Fällen Reparaturen außerhalb der Gewährleistung durch. Bei allen anderen Herstellern werden Reparaturen nur innerhalb der Gewährleistungszeit und mit Einschränkungen durchgeführt. Dazu gehören: Edelrid, Haglöfs, Salewa, Martini (sehr langsam), Duckfeet (verweist an Schuster in DE wenn nicht innerhalb der Gewährleistung oder Eigenverschulden), Mavic, Montura (sehr langsam).

Soweit der kleine Einblick in die Welt der Schuhreparaturen. Zunächst sieht das Ganze etwas kompliziert aus, doch mit den Infos dieses Artikels sollten dem nächsten Sohlentausch abgesehen von ein bis zwei Anrufen beim Händler oder Hersteller keine großen Hindernisse im Weg stehen.

Hier noch ein paar meiner vorherigen eigenen Rechercheergebnissen:

Habt ihr noch Fragen? Dann ab damit in die Kommentare!

 

Tiefschneefahren leicht gemacht

4. Dezember 2018
Tipps und Tricks

Mit Snowboard oder Ski durch unverspurten Powder gleiten und dabei mit eleganten Schwüngen die steilsten Abfahren meistern? Kein Problem! Einfach Ski oder Board an die Füße schnallen und beim Ausstieg aus dem Lift nicht der markierten und gesicherten Piste folgen, sondern direkt hinter der nächsten Absperrung mit dem deutlichen Hinweisschild auf die drohende Lawinengefahr in den Hang einfahren. Der Rest geht dann wie von allein und falls nicht, kommt bestimmt die Bergwacht zur Rettung geeilt.

STOPPSO NICHT! Was hoffentlich eindeutig als höchst ironisch zu erkennen war, ist leider nicht allzu weit von der Herangehensweise vieler Skifahrer und Snowboarder entfernt, die ohne einen Hauch von Erfahrung oder Gefahrenbewusstsein ihr eigenes Leben und das der anderen aufs Spiel setzen.

Zugegeben: Nichts ist schöner als an einem sonnigen Tag, nach den ergiebigen Schneefällen der vorangegangenen Nacht, die ersten Linien durch den unberührten Pulverschnee zu surfen. Allerdings gehört hier ein wenig Technik und Training genauso dazu, wie etwas Erfahrung in den Bergen, Risikomanagement und die richtige Ausrüstung zum Tiefschneefahren.

Aller Anfang ist schwer: der erste Schritt von der Piste in den Tiefschnee

Bei Skifahrern und Snowboardern unterscheidet sich die Technik beim Tiefschneefahren. Obwohl viele Sportexperten der Meinung sind, dass Anfänger mit dem Snowboard schneller sichtbare Fortschritte beim Tiefschneefahren machen könne, haben beide Wintersportgeräte ihre Vor- und Nachteile im Tiefschnee.

An Tagen mit frischem Neuschnee sind die Ränder an den Pisten ideal für die ersten Gehversuche mit dem neuen Element. Doch Schnee ist nicht gleich Schnee. Der feste, griffige Untergrund der präparierten Piste ist nicht zu vergleichen mit dem lockeren Pulver, der eine ganz andere Fahrtechnik verlangt. Je nach Schneehöhe und Schneekonsistenz bremst der tiefe Schnee enorm. Das bedeutet, dass Anfänger, die von der Piste in den tieferen Rand fahren schnell bis zum Stillstand ausgebremst werden. Daher ist es am besten immer kleine Bögen durch den Tiefschnee am Pistenrand zu fahren, um dann auf der Piste wieder Schwung aufzunehmen.

Das der Tiefschnee stark abbremst, lassen sich steilere Passagen besser im Tiefschnee fahren. Der nächste Schritt ist also, dieselbe Übung an steileren, roten oder schwarzen Pisten zu trainieren. Beim Skifahren ist dabei eine zentrale Position wichtig, sodass der Körperschwerpunkt über der Bindung liegt. Die Skispitzen sind über der Schneedecke oder auf gleicher Höhe. Trotz der zentralen Position und einer leicht gehockten Körperhaltung, kann es sich beim Fahren so anfühlen, als ob man in leichter Rücklage fahren würde. Das hängt mit dem schrägen Einsinken der Ski in den Tiefschnee zusammen. Daran gewöhnt man sich allerdings sehr schnell.

Neben einer lockeren und zentralen Fahrerposition, spielt auch die eigene Geschwindigkeit im Tiefschnee eine große Rolle. Je schneller man im Tiefschnee fährt, desto besser gleiten die Ski über die Oberfläche. Dadurch können die Ski leichter gedreht werden. Der Einsatz der Kanten wird dabei vollkommen unnötig. Richtungswechsel werden nur durch die Gewichtsverlagerung in Zusammenhang mit der Geschwindigkeit eingeleitet. Durch eine aktive Hoch- und Tiefenlastung der aufeinanderfolgenden Schwünge wedeln Skifahrer die Tiefschneehänge hinunter, wie im klassischen Bogner Skifilm.

Umdenken auf dem Snowboard

Während Snowboardanfänger auf der Piste lernen müssen ihre Nose zu belasten, damit sie ihr Tail kontrolliert drehen können, heißt es im Tiefschnee: Nose nach oben. Auch das Snowboard wird durch die Gewichtsverlagerung in einer zentralen Position im Powder gelenkt. Vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten gilt es die Nase am Snowboard oben zu halten. Kann dies nicht umgesetzt werden, gräbt sich das Brett bald im Schnee ein und der Tiefschneeneuling bleibt ziemlich schnell stehen.

Je routinierter der Fahrer und je höher die Geschwindigkeit im Powder, desto zentraler wird die Fahrposition im Tiefschnee. Zudem gleitet das Board daraufhin mit minimalem Kraftaufwand über den Schnee. Wer es also bis zu diesem Gefühl geschafft hat, weiß zum einen was die anderen Snowboarder mit „Powder surfen“ meinen und zum anderen, warum er die Abfahrt gleich nochmal machen muss…

Um das richtige Gefühl für Board, Schnee und Geschwindigkeit zu bekommen, muss man am Anfang etwas Übung einplanen. Außerdem verlangt das Fahren im Tiefschnee eine flüssige und vorausschauende Fahrweise. Kurzes Sitzen und Ausruhen (wie Snowboardanfänger das auf der Piste gerne machen) ist im Tiefschnee eher hinderlich, denn ist der Schwung weg, kommt man in flachen Abschnitten teilweise nur noch schwer von der Stelle.

Selbst wenn man liftet: Tiefschneefahren ist anstrengend

Egal ob Ski oder Snowboard – das Fahren im Tiefschnee ist anstrengend für die Muskulatur, aber noch viel anstengender für alle, die sonst nur auf der Piste fahren oder wenig trainiert sind. Waden und Oberschenkel sind am ehesten von Krämpfen und Muskelkater betroffen.

Um aus dem Muskelkater ein Muskelkätzchen zu machen, hilft es, die Muskulatur schon vor der anstehenden Wintersaison gezielt zu trainieren. Auch das Risiko für Verletzungen kann durch gezielte Skigymnastik oder spezielles Zirkeltraining vorgebeugt werden. Für alle, die ihre Abfahrten lieber aus eigener Kraft erreichen, als mit Liftunterstützung, gilt das im besonderen Maße, denn in der Regel sind Aufstiege noch viel anstrengender als die Abfahrt im Powder.

Vom Schwungtraining zum Traumhang

Wer sich auf den Übungsstrecken mit Fahrtechnik und Geschwindigkeit im Tiefschnee vertraut gemacht hat, wird sich in der Regel die nächsten Tiefschneeziele stecken. Am besten sollten diese innerhalb eines kontrollierten Gebietes stattfinden, dass die alpinen Gefahren minimiert. Besonders geeignet sind Skirouten in Skigebieten. Anders als auf normalen Pisten, sind diese nicht präpariert und abgesteckt, der Streckenverlauf aber, dank einer groben Markierung mit Pfosten, gut zu erkennen. Auf diese Weise wird vermieden, dass man in einer Gletscherspalte versinkt oder am nächsten Abhang abrutscht.

Doch spätestens hier müssen Skifahrer und Snowboarden anfangen, sich mit alpinen Gefahren auseinanderzusetzen. Auch bei schlechter Sicht, Schneefall oder starkem Wind kann die Skiroute schnell zur Irrfahrt werden. Deshalb gehören das Einsammeln an Informationen über die Wetteraussichten und ein Blick auf die Lawinengefahr immer dazu. Für alle, die auf eigene Faust ihre Powderträume auf Skitouren im Backcountry verwirklichen wollen, gilt das doppelt und dreifach.

Genaues Wissen über Schneebeschaffenheit, Wind, Tragfähigkeit der Schneedecke, Wahl der Aufstiegsroute und Abfahrtsroute, usw. – das alles ist absolut notwendig, um schöne Touren zu gehen, wundervolle Tiefschneeabfahrten zu erleben, aber auch um in brenzligen Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen und schließlich immer heil nach Hause zu kommen.

Die richtige Ausrüstung beim Tiefschneefahren

Wie immer gibt es an Auswahl und Diversität von Snowboards und Ski kaum Grenzen. Für die ersten Versuche und Erfolge im Tiefschnee ist das Board oder der Ski jedoch für das erste gar nicht mal so wichtig. Die Vorlieben und feinen Unterschiede bemerken viele ohnehin erst, wenn sie mit den Basics vertraut sind. Sehr empfehlenswert ist allerdings eine wasserdichte und atmungsaktive Wintersportbekleidung. Viele Tiefschneefahrer schwören im Powder auf Latzhosen und wer einmal im tiefen Schnee ein paar Purzelbäume geschlagen hat, der weiß auch aus welchem Grund. Auch am Hals und an den Ärmeln sollte die Skibekleidung gut decken. Handschuhe müssen im Powder nicht nur warm und wasserdicht sein, sondern auch über den Ärmelenden der Jacke sicher abschließen.

Skihelme und Skibrillen gehören zur modernen Skiausrüstung fest dazu – das gilt natürlich auch im Tiefschnee. Für die weitere Sicherheit sind viele Skijacken oder Skihosen auch mit Recco Reflektoren ausgerüstet. Kommt es zu einer Verschüttung, kann die Bergwacht die kleinen Reflektoren schnell orten. Zwar ersetzen die Reflektoren keine komplette Lawinenverschüttetensuch-Ausrüstung (LVS), aber sie sind dennoch praktisch, da man sie nicht daheim vergessen kann (es sei denn man vergisst Hose oder Jacke…).

Für Skitouren abseits markierter Areale muss eine LVS Ausrüstung dabei sein. Diese Ausrüstung besteht aus einem LVS Gerät (ein Peilsender zum Suchen verschütteter Kameraden und Kameradinnen), Lawinenschaufel und Lawinensonde. Zusätzlich dazu kommt bei einer längeren Ausrüstung noch weiteres, wie Trinken, Vesper, Wechselbekleidung, Erste-Hilfe-Set, Tourenführer, Karte, usw. zusammen. Um diese ganze Ausrüstung zu stemmen, sind Skifahrer im Backcountry stets mit den passenden Skitourenrucksäcken anzutreffen. Diese verfügen auch über entsprechende Halterungen für Ski, Splitboard oder Snowboard.

Lawinenairbag als letzter Ausweg

Eine besondere Form der Skitourenrucksäcke sind Rucksäcke mit Lawinenairbag. Sie sind quasi die letzte Lebensversicherung, wenn beim Freeriding alle Stricke reißen, sprich, wenn man von einer Lawine im Gelände erfasst und mitgerissen wird. In solch einem Falle, können Skifahrer und Snowboarder innerhalb von Sekunden und mit einer einzigen Handbewegung einen großen Luftsack aufblasen, der dafür sorgt, dass man nicht von der Lawine nach unten gezogen und tief verschüttet wird.

Für alle, die gerne regelmäßig im Backcountry Touren gehen, ist ein Lawinenairbag sicher eine Überlegung wert. Die Rucksäcke sind zwar nicht gerade günstig, aber im Vergleich zum Nutzen wird es schwierig über den Preis zu urteilen. Es muss allerdings hervorgehoben werden, dass der Airbagrucksack keinesfalls die Verantwortung entbindet, sich über Lawinengefahr, Schneelage und Wettersituation zu informieren.

Für alle Skifahrer und Snowboard, die auch in der nächsten Saison noch Spaß im Powder haben wollen gilt nach wie vor: Erst denken, dann droppen!

Trekking im Atlas Gebirge – Auf dem höchsten Berg Nordafrikas

29. November 2018
Bergfreunde Tourenberichte

Nach 3,5 Stunden Flugzeit landen wir am späten Abend in Marrakesch, Marroko. Eine zehntägige Zelt-Trekking-Reise durch die atemberaubenden Berglandschaften Marokkos wartet auf uns. Genauer gesagt zieht es uns speziell in das Atlas Gebirge, das zahlreiche hohe Pässe, Viertausender und auch den höchsten Berg Nordafrikas, den Jebel Tobkal (4167 m) beheimatet.

Unser Trekking-Programm haben wir schon von zu Hause aus ganz nach unseren Wünschen zusammengestellt. Dafür haben wir direkt bei einer einheimischen Agentur über die Vermittlungs-Onlineplattform Evaneos gebucht, die uns am Flughafen abholt und uns ins Hotel bringt. Doch bevor wir ins Hotel ziehen können, müssen wir die Einreise-Passkontrolle meistern, an der wir mehrere Stunden stehen. Im Hotel angekommen fallen wir todmüde ins Bett und freuen uns auf den nächsten Tag, an dem unser Abenteuer so richtig beginnt.

Auf ins Atlas Gebirge

Nach einem entspannten Frühstück am Pool im Hotel packen wir unser Trekking-Equipment zusammen und genießen im Anschluss die sommerlichen Temperaturen am Pool. Noch einmal die Beine hochlegen, bevor uns um 14 Uhr unser Tour-Guide Momo abholen wird. In einem Kleinbus geht es von Marrakesch aus 1,5 Stunden ins Atlas-Gebirge hinein. Letzte Einkäufe werden in den sehr ländlichen Dörfern erledigt, Gasflaschen, Gemüse, Wasser, Klopapier. Eben alles was man für ein Zelttrekking mit 5 Personen und zwei Mulis benötigt.

Ziel und Ausgangspunkt unseres Trekkings ist der einzige Skiort in der Region, Qukaimeden auf 2600 m. Hier treffen wir unsere Begleitmannschaft, die beiden Mulitreiber Mohamed und Darsin mit ihren zwei weißen Mulis. Unser Gepäck und unsere Ausrüstung wie Zelt, Kochgeschirr, Lebensmittel, Gas, Kocher, etc. werden von den beiden Mulis getragen, sodass wir nur mit sehr leichtem Gepäck zu Fuß unterwegs sind.

Nach einem ersten Kennenlernen schlagen wir die beiden Zelte auf und trinken einen Begrüßungstee. Tee (mit viel Zucker) als Nationalgetränk, Tajine zum Mittagessen und Couscous am Abend sind traditionelle Bestandteile des Lebensgefühls und der Kultur Marokkos, wie wir in den nächsten Tagen erleben dürfen. Der Satz „Drink tea, always drink tea“, kommt uns während unserer Reise folglich öfters zu Ohren.

Nach dem Motto „go high and sleep down“ unternehmen wir, das sind Tina und ich, eine kleine Eingehtour.

Was ihr noch wissen solltet, bevor es losgeht: Wir haben uns bewusst für eine Trekking-Tour nur zu zweit entschieden, da wir so alles nach unseren Wünschen gestalten können. Wissenswert ist hierbei zudem, dass dies nicht wesentlich teurer ist, als wenn man mit einer Gruppe reist. Außerdem haben wir uns für das Trekking vorgenommen viele Fotopausen zu machen und das Erlebte zu dokumentieren.

In den Höhen (immer über 2000 m) ist viel trinken, auch für die Akklimatisation, sehr wichtig. 3-4 Liter täglich sind ein absolutes Muss. Nicht immer können wir das mit Mineralwasser abdecken. Die Einheimischen trinken das Wasser direkt aus dem Bach, wir benötigen allerdings einen Wasserfilter um das Wasser vor Ort zu filtern. Dafür haben wir uns einen neuen Wasserfilter (diese gibt es zum Beispiel von Katadyn) zugelegt. Wasserfilter-Tabletten, wie Micropur, gehören damit der Vergangenheit an.

Neben dem Wasserfilter hatten wir uns zuvor auch vorsorglich Trekking-Nahrung und Riegel, insbesondere für die kurzen Pausen, eingepackt. Da unsere Guides immer eine große Tüte mit köstlichen getrocknete Datteln, Feigen, Nüsse und Mandeln dabei hatten, durften die Riegel wieder mit nach Hause reisen. Unsere Begleitmannschaft war TOP organisiert, weshalb wir sie nur bestens weiterempfehlen können. Sie haben sich nicht nur um uns fürsorglich gekümmert, sondern auch ihre Tiere vorbildlich umsorgt.

Tag 1: Sonne, Gewitter, grüne Landschaften

(Hm Aufstieg 850 – Abstieg 1100, Gz 8 h) 

Bereits am frühen Morgen strahlt uns auf wundervolle Weise die Sonne entgegen. Als morgendliches Ritual bauen wir unser Zelt ab, stopfen die Schlafsäcke und legen die Matte zusammen. Wir sind glücklich und genießen mit einem gewissen „Inshallah“ (So Gott will) unser reichhaltiges Frühstück.

Nachdem unser Gepäck auf die Mulis verladen wurde, wandern wir mit leichtem Rucksack und viel Vorfreude zu unserem ersten Pass. Etwas später starten die Mulis, die uns allerdings schon nach kurzer Zeit einholen. Wir sind beeindruckt von der Trittsicherheit, der Kraft und der Geschwindigkeit, mit der die beiden „kleinen“ Mulis auf ihren vier Hufen den Berg gefühlt hochfliegen. In den nächsten Tagen werden wir noch öfters darüber staunen wie geschickt und clever die beiden kleinen Schimmel sind, wie sie die Wege finden und diese gehen.

Tizi bedeutet Pass und mit dem Tizi n’Ouhattar übersteigt der Weg erstmals die 3000-Meter-Marke. Danach geht es wieder bergab, wo das Berberdorf Agounss mit seinen weitläufigen grünen Terrassenfeldern in einsamer Großartigkeit zu Füßen steiler Felsen liegt.

Nach einer Mittagspause machen wir uns gestärkt zu dem letzten Pass, der auf unserer heutigen Agenda steht. Donner und Blitz überrollen uns jedoch kurz vor dem Erreichen des Passes und nachdem auch noch starker Regen mit Hagel einsetzt, sind wir gezwungen schneller abzusteigen. Gott sei Dank müssen wir in dieser Nacht nicht im Zelt schlafen. Wir haben eine bescheidene aber trockene Unterkunft bekommen. Ein reichhaltiges Abendessen und etwas Sonne am Abend runden den Tag ab.

Tag 2: Tal von Tacheddirt

(Hm Aufstieg 900 – Abstieg 1100, Gz 7 h) 

Heute hat sich das Wetter wieder zum Guten gewendet. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen lassen uns hoffnungsvoll in den Tag starten. Durch ein sehr schönes Tal und steil aufragende Felsen kommen wir direkt zum Pass. Wären wir in den Alpen würde ich sagen, dass heute Föhnsturm ist. Starker Wind zwingt uns sofort zum Abstieg.

Nach einer Pause gelangen wir ins abgelegene Tal nach Tacheddirt auf 2300 m. Da der angestrebte Zeltplatz belegt ist, wird das Zeltlager kurzer Hand in ein einfaches Hotel am Rande des Dorfes verlegt. Das schöne ist, dass wenn man mit einer Begleitmannschaft unterwegs ist, gleich nach der Tour mit Tee und Brotzeit verwöhnt wird. Der Tag endet wie er angefangen hat mit viel Sonnenschein und einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Tag 3: Viele Höhenmeter

(Hm Aufstieg 1200 – Abstieg 1100, Gz 8 h) 

Wir sind früh dran und die ersten 2 Stunden gehen wir mit der Stirnlampe. Die Mulis starten erst nach Sonnenaufgang, aber auch heute werden sie uns bis zum Pass wieder eingeholt haben. Die Tour beginnt mit einem langen, steilen Aufstieg. 1200 hm geht es für uns bergauf, für die wir 4,5 Stunden brauchen.

Der Pass Tizzi n’Likmet (3600 m) beschert uns einen wunderschönen Ausblick zurück ins Tal von Tacheddirt sowie auf die umliegende Bergwelt und die vielen Gipfel des Atlasgebirges. Auch unser angestrebtes Ziel, der 4167 m hohe Jebel Toubkal, können wir in der Ferne zum ersten Mal sehen. Nach einer Pause (Datteln, Nüsse und ein Fladenbrot mit Dosenfisch – ich wusste gar nicht, dass das so lecker schmecken kann),  steigen wir ins wunderschöne und einsame Tal ab. Rauschende Bäche, grüne Wiesen und jede Menge Zeit zum Relaxen runden den Tag ab. Spaghetti mit Tomatensoße (ich liebe Nudeln, wer auch?) stehen heute auf dem Speiseplan.

Tag 4: Zum Pass und Abstieg nach Amsourzerte

(Hm Aufstieg 650 – Abstieg 1300, Gz 8 h) 

Heute Morgen sind wir total müde und kommen nur schwer in die Gänge.  Nach einem Kaffee, Fladenbrot mit Butter und Marmelade werden wir allmählich wach. Unzählig viele Mulis (große und kleine Mulis, reitend, gehend, voll beladen und prächtig geschmückt) begegnen uns heute mit ihren Besitzern, da der Pass eine wichtige Versorgungsstrecke für die Einheimischen ist.

Der Anstieg durch das einsame und enge Tal ist wunderschön und es geht immer an einem Bach entlang. Weiter hinauf geht es zum Pass Tizi Tougroudadene (3260 m). Von hier aus steigen wir nach Amsourzerte ab, wo uns ein Hostel mit heißer Dusche erwartet. Zufälligerweise wird bei unserer Ankunft in Amsourzerte gerade eine traditionelle Hochzeit gefeiert, weshalb alles wunderschön und prächtig mit Blumen geschmückt ist.

Auf der sonnigen Terrasse entspannen wir mit Tee und genießen am Abend traditionelles Couscous mit Gemüse.

Tag 5: Berber-Frühstück, Bergseen und Sonne

(Hm Aufstieg 700 – Abstieg 100, Gz 5 h) 

Erneut liegt ein langer und sehr abwechslungsreicher Wandertag vor uns. Heute rücken der Jebel Toubkal (4167 m) und der Imouzzer (4010 m) in unser Blickfeld. Nach etwa einer Stunde hat einer unserer Guides eine Überraschung für uns parat: Er führt uns in ein einheimisches „Restaurant“ für ein traditionelles Berberfrühstück unter freiem Himmel. Frisches Fladenbrot, Honig, Salz und Olivenöl lassen wir uns dort schmecken. Nur schwer können wir uns von diesem köstlichen Essen losreisen. Doch für uns geht es weiter zum Lac de Ifni.

Der eiskalte Lac d’Ifni (2500m) ist der einzige natürliche Bergsee im westlichen Hohen Atlas und ein eiszeitliches Überbleibsel – eine tolle Kulisse zum Fotos machen. Da die Temperaturen heute auf 35 Grad klettern, legen wir am See eine sehr lange Mittagspause für Abkühlung und Trinken ein. Die meisten Gruppen übernachten sogar am See, wir ziehen es jedoch vor etwas einsamer zu zelten und laufen deshalb noch eine Stunde weiter ins Tal.

Ehrlich gesagt habe ich mir den heutigen Tag etwas entspannender vorgestellt. Ich dachte dass 600 hm doch nicht so schwer sein können, aber die Temperaturen und das Gehen in der prallen Sonne haben uns doch sehr gefordert.

Morgen steht ein weiterer langer Tag auf dem Programm und auch für den nächsten Tag sind wieder sehr heiße Temperaturen gemeldet. Da es bei einem Süd-Ostseitigen steilen Aufstieg durch eine steile, schmale Schult auch am Vormittag schnell bis zu 35 Grad heiß werden kann, entscheiden wir uns am nächsten Tag bereits um 5 Uhr zu starten. Auf diese Weise können wir die Hitze bestmöglich umgehen. Früh liegen wir also, mit einem Gutenachttee, in unseren Schlafsäcken.

Was ich euch noch nicht erzählt habe: Meine Freundin liest mir im Zelt jeden Abend eine Gutenachtgeschichte mit Bergabenteuern von großen Bergsteigern unserer Zeit vor. Wann habt ihr euch das letzte Mal eine Geschichte vorlesen lassen? Probiert es mal wieder aus, es ist einfach wunderschön und entspannend.

Tag 6: Die Toubkal-Hütten

(Hm Aufstieg 1200 – Abstieg 500, Gz 7 h) 

Wie geplant beginnt unser Tag um 5 Uhr morgens. Die ersten 1,5 Stunden weisen uns unsere Stirnlampen den Weg. Das Schöne am Morgen unterwegs zu sein ist, dass man mit der Sonne in den Tag zu starten scheint. Wir steigen langsam in die steile, teils ausgesetzte Schlucht ein, die sich über 1300 Höhenmeter zum himmelhohen Tizi Ouanamuss (3664 m) hinaufzieht. Auf 3000 m Höhe blitzen die ersten Sonnenstrahlen hervor.

Der Weg ist eine Herausforderung für Mensch und Tier. Immer wieder helfen die Mulitreiber ihren Tieren über steile hohe Stufen und enge Passagen hindurch. Nach mehreren Pausen erreichen wir schließlich den Pass. Tatsächlich verlief alles besser als wir es gedacht hatten. Eine gigantische Aussicht auf mehrere 4000er belohnt die Mühen. Wir genießen noch einmal die Ruhen oben am Berg, bevor wir zu den hoch frequentierten Toubkal-Hütten (3165 m) absteigen, die unser Basislager für die nächsten zwei Nächte sind.

Der kurze Abstieg zu den Toubkal-Hütten ist von vielen hohen Bergen umrandet. Bei den Hütten angekommen findet dort, wie erwartet, ein reges Treiben, Kommen und Gehen von Mulis, zahlreichen Trekking-Gruppen und Einheimischen statt, denn der bekannte Toubkal ist ein begehrtes Ziel von vielen Kurztripp-Wanderern und Einheimischen.

Neben den Zeltplätzen gibt es hier auch zwei Hütten, in denen übernachtet werden kann. Wir sind froh unser Zelt wenigstens abseits vom Trubel aufschlagen zu können.

Für den Rest des Tages heißt es für uns ausruhen, ausreichend trinken, genug essen und viel schlafen. Außerdem passen wir die Steigeisen an die Schuhe an, packen den Rucksack für die Gipfeltour, bestücken die Stirnlampe mit Batterien, usw.

Um den vielen Bergsteigergruppen am nächsten Tag beim Aufstieg aus dem Weg zu gehen, schlagen wir unserem Bergführer vor bereits in der Nacht zu starten. Somit sollten wir bereits bei Sonnenaufgang am Gipfel sein. Die Antwort unseres Guides: „No problem, it’s good.“ Also start am Morgen bzw. in der Nacht um 03:30 Uhr. Wir gehen früh schlafen und sind voller freudiger Erwartung auf den nächsten Tag.

Tag 7: Gipfeltag am Jebel Toubkal 

(Hm Aufstieg 1000 – Abstieg 1000, Gz 6.5 h) 

Der Wecker läutet um 2:30 Uhr. Wir sind sofort hellwach, denn die Vorfreude ist groß. Heute geht es auf die Spitze Nordafrikas! Der Jebel Toubkal (4167 m) ist unser Ziel. Rasch sind wir in unseren Bergschuhen, nehmen einen heißen Tee und einen Müsliriegel zu uns und dann geht es, mit der Stirnlampe auf dem Kopf, um 3:15 Uhr in der Nacht los. Über uns liegt ein wolkenloser Sternenhimmel.

Einsam und in der inspirierenden meditativen Stille der Nacht wandern wir los. Der Aufstieg erfolgt über teils blockiges Gelände. Nach circa zwei Stunden legen wir die Steigeisen an, denn der Schnee ist hart und das Gelände hinauf zum Tizi n’Toubkal (3940 m), über den es zum Gipfel geht, recht steil.

Nach knapp vier Stunden sind wir noch vor Sonnenaufgang auf der Spitze. Der Ausblick vom Gipfel ist auch im halbdunkeln schon einzigartig. Der für den Toubkal typische starke Wind ist heute zum Glück gut erträglich, sodass wir die noch circa 30 Minuten bis zum Sonnenaufgang genießen können. Wir beobachten wie die ersten Sonnenstrahlen über die Gipfel blitzen und der Tag ganz langsam erwacht. Ein spektakuläres Naturschauspiel mit „flammenden Wolken“. Wow, wir sind sprachlos und machen unzählige Fotos. Alle Mühen sind mit dem beeindruckenden und unvergesslichen Erlebnis entschädigt.

Nach dem Sonnenaufgang steigen wir wieder ab. Ab der Hälfte des Abstiegs kommen uns viele Bergfreunde, teils schon total erschöpft, teils in leichten Turnschuhen entgegen. Einige von diesen werden es nicht schaffen bzw. haben den Berg unterschätzt, denn nur mit Turnschuhen kannst du den Berg nicht besteigen. Wir befinden uns hier in einem hochalpinen Gelände, was bedeutet dass feste Berg- und Trekkingschuhe sowie ein Bergführer (insbesondere bei einem Aufstieg bei Nacht) ein Muss sind. Zudem sind um diese Jahreszeit Steigeisen absolut notwendig.

Nach zwei Stunden kommen wir wieder wohl behalten beim Zelt an. Mit einem späten ausgiebigen Frühstück und dem guten Gefühl es geschafft zu haben, relaxen wir den Rest des Tages in der Sonne.

Tag 8: Wasserfälle und die Sehnsucht nach einer Skitour

(Hm Aufstieg 400 – Abstieg 1400, Gz 6 h) 

Die Tourenplanung für den heutigen Tag ändern wir kurzerhand am Morgen, weil uns einfach danach ist und das Gipfelerlebnis vom Vortag noch so präsent ist. Statt einem weiteren 4000er entscheiden wir uns für das Tal durch den der „Assif n´Quonzane“ führt und das bekannt für seine hohen Wasserfälle und grünen Landschaften ist.

Mit dem Toubkal im Rücken geht es hinauf zu einem 3500 m hohen Pass. Nach circa einer Stunde Gehzeit holen uns die Mulis mal wieder ein und zeigen uns auch heute wie es auf den schmalen Wegen auf vier Hufen sicher den Berg hoch geht.

Am Pass angekommen erwartet uns bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel ein wunderbarer Rundblick auf das Atlas Massiv. Zeit für Pause mit Datteln, Orangen und Tee, bei der uns eine der vielen Schaf- und Ziegenherden Gesellschaft leistet.

Der lange Abstieg führt uns durch eine steile Rinne und in vielen Serpentinen talabwärts. Unten am Einstieg der Rinne angekommen, blicke ich zurück nach oben und bin mehr als beeindruckt. Mein nächster Gedanke: „Was wäre das für eine sensationelle Skitouren-Abfahrt!?“ Ich mache schnell ein Foto, um die Skitouren-Idee weiterzuverfolgen.

Weiter geht es in Richtung Tal. Wir gehen noch circa eine Stunde bis uns das nächste Naturschauspiel, ein hoher Wasserfall, auf unserer Reise erwartet. Mit frischem Orangensaft machen wir eine Pause und schauen dem Wasserfall zu, bevor es zu unserem letzten Zeltplatz geht.

Tag 9: Das Abenteuer neigt sich dem Ende

(Hm Aufstieg 250 – Abstieg 750, Gz 4 h) 

Letzter Tag. Nach einer ruhigen Nacht und einem sehr entspannten Frühstück sind wir auf unserer letzten Etappe unterwegs. Entspannt geht es zum letzten Pass, für welchen wir ins Berberdorf Imlil (1750 m) absteigen. Dort freuen wir uns auf eine Dusche und ein bequemes Bett.

Am Abend genießen wir, gemeinsam mit unserer Begleitmannschaft, Couscous mit Hühnchen. Dann sind wir an der Reihen uns zu bedanken, das Trinkgeld zu übergeben und auch Ausrüstungsgegenstände zu verschenken, die dort dringender benötigt werden als bei uns.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Kleinbus zurück nach Marrakesch. Zwei Tage in der Königsstadt mit ihren bunten Märkten und engen Gassen bilden den stimmungsvollen Abschluss dieser eindrucksvollen Reise.

Viele Sehenswürdigkeiten, wie der Anima Garten, Jardin Majorelle oder die Medina mit dem wunderschönen Marktplatz, lassen keine Langeweile aufkommen.

Von unserer Hotelbesitzern haben wir außerdem noch einen Essens-Tipp bekommen und so lassen wir es uns am Tag vor der Heimreise noch im Restaurant Al Fassia schmecken. Das Restaurant ist international bekannt für die feinste Küche Marrakechs und die beste Tajine der Stadt – das dürft ihr nicht verpassen, wenn ihr mal nach Marrakech reist.

Schön war’s in Marokko.

 

Skifreeride – was muss ich für den Einstieg ins Pulverschnee-Paradies wissen?

21. November 2018
Tipps und Tricks

In einem Reiseprospekt habe ich den ultimativen Skifreeride Trip meiner Träume entdeckt: 14 Tage mit einem Schiff in den Gewässern vor Alaska mit einem eigenen Helikopter an Deck. Pilot und Guides starten dann mehrmals am Tag und bringen die Skifahrer zu neuen unverspurten Abfahrten. Der Traum vom faszinierenden Freeride-Abenteuer fand jäh im darunter angeführten Preis sein Ende: knapp 20.000 € sollte der Spaß kosten.

Aber zum Glück können Skifahrer auch ohne Helikopter und ohne Alaska eine Menge Spaß beim Freeriding haben. In der Alpenregion zwischen Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und Frankreichen bieten sich dafür unerschöpfliche Möglichkeiten. Und wer Lust auf neue Abenteuer verspürt, kommt auch in der Hohen Tatra, den Pyrenäen oder der spanischen Sierra Nevada auf seine Kosten.

Was ist eigentlich Skifreeride?

Den Begriff „Freeriding“ hört man in der Regel im Zusammenhang mit Ski, Snowboard oder Mountainbike. Das Skifreeriding grenzt sich im Grunde vom Skifahren auf präparierten Pisten und abgesteckten Buckelpisten und Slalomstrecken ab. Um dies zu erleben, müssen Skifahrer nicht zwangsläufig jeden Aufstieg selber bewältigen und abseits der Skigebiete unterwegs sein.

Prinzipiell bezeichnet Skifreeriding alle Arten von Powder-, Backcountry und Variantenfahrten. Alle verbindet die Liebe zum unverspurten Tiefschnee und die sportliche Herausforderung im Gelände. Etwas überspitzt lassen sich folgende Typen von Skifreeridern unterscheiden:

Der Variantenfahrer

Skifreerider dieser Art mögen es im Tiefschnee ein paar Abfahrten zu machen, fühlen sich aber auf der Piste ebenso wohl. Je nach Schneelage fährt der Variantenfahrer gerne ein paar markierte Skirouten ab und nimmt auch mal die eine oder andere Powder-Abkürzung im Skigebiet. Den ganzen Tag aufsteigen, um dann nur ein einziges Mal abzufahren, ist dem Variantenfahrer viel zu anstrengend – deshalb verlässt er sich auf Lifte und Infrastruktur im Skigebiet.

Der Skitourengeher

Der Skitourengeher startet schon früh morgens und hat stets ein festes Ziel vor Augen. Für den stundenlangen Aufstieg ist er bestens trainiert und zieht seine Spur bis zum Traumgipfel. Ausgestattet mit Vesper, Trinken, LVS Ausrüstung und Skitourenrucksack bewegt er sich aus eigener Kraft. Er genießt die Stille und Ruhe abseits der hektischen Liftanlagen und wird mit einer fantastischen Aussicht und einer langen, unverspurten Abfahrt ins Tal belohnt. Da er sich oft alleine oder in kleinen Gruppen im hochalpinen Gelände bewegt, hat sich der Skitourengeher eingehend über Wetterverhältnisse und Lawinengefahr informiert.

Der Skibergsteiger

In diesem Fall handelt es sich um die „Plus-Version“ der Skitourengeher. Der Skibergsteiger schreckt vor keinen Gletscherspalten, Abseilstellen und schmalen Rinnen zurück. Neben der üblichen Ausrüstung für Skitourengeher, gehören beim Skibergsteigen Klettergurt, Helm und Kletterseil zur Grundausstattung. In der Regel sind Skibergsteiger bereits erfahrene Alpinisten, die schon etliche Skitouren, Hochtouren und Kletterpassagen gemeistert haben.

Welche Ausrüstung benötigen die verschiedenen Freerider?

Zugegeben, nicht jeder Skifreerider passt in eine der oben genannten beispielhaften Kategorien; und zudem fühlt sich so mancher Variantenfahrer auf Skitouren wohl oder unwohl. Dennoch eignen sich die grob umrissenen Charaktere sehr gut dafür, um eine Vorstellung darüber zu bekommen, welches Equipment für die einzelnen Arten von Freeriding benötigt wird und auch welche Erfahrungen vorausgesetzt sein sollten.

Variantenfahrer kommen mit gewöhnlichen Alpin-, Freestlye oder Allround-Ski im Tiefschnee bestens zurecht. Auch Bindungen und Skischuhe sind dabei identisch, wie beim Skifahren auf der Piste, denn das Aufsteigen aus eigener Kraft entfällt und macht Skitourenbindungen überflüssig. Bei speziellen Tourenski machen sie wiederum effizientes Aufsteigen möglich. Für den Aufstieg werden die Ski dann mit Steigfellen ausgestattet, die auf den Skibelag aufgeklebt werden. Auf diese Weise lässt sich der Ski nach vorne schieben und kann zeitgleich nicht nach hinten rutschen.

Die Bindung ist für den Aufstieg auf der Zehenseite der extra Skitourenstiefel fixiert und an der Fersenseite beweglich. Dadurch ermöglicht das System zügiges und kraftsparendes Aufsteigen. Die Bewegung lässt sich dabei mit der von Langläufern vergleichen. Um Kraft zu sparen gehen Skitourengeher im Aufstieg gerne auf bereits vorhandenen Spuren.

In steileren Passagen ähneln die Spuren einer Loipe im Zickzack-Kurs. Bei besonders steilen Hängen oder verdichteter Schneefläche und Eis, kommen, neben den Steigfellen, Harscheisen zum Einsatz. Ähnlich wie Steigeisen sorgen Harscheisen für sicheren Halt und verhindern seitliches Abrutschen.

Zusätzlich zu den Ski und Skischuhen, sind Skifreerider mit Skistöcken, Skihelm und der passenden Skibekleidung ausgestattet. Skihose und Skijacke sollten wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv sein sowie eine hohe Bewegungsfreiheit beim Skifahren garantieren.

Latzhosen sind bei Freeridern besonders beliebt, da mit diesen auch bei tiefstem Schnee keine Nässe von oben eindringen kann. Auch integrierte Gamaschen, die über dem Skistiefel abschließen, erweisen sich in tiefem Schnee als hilfreich. Bei Tourengehern und Skibergsteigern sollten außerdem die Beininnenseiten auf Höhe der Stiefel verstärkt sein, damit sie, durch die Stahlkanten, Harscheisen oder Steigeisen, nicht beschädigt werden. Eine Schneebrille, die möglichst gut am Gesicht abschließt und Skihandschuhe mit langer Stulpe komplettieren die Basisausstattung für Skifreerider.

Je nach Tour können zu dieser Grundausstattung noch alpine Ausrüstungsgegenstände, wie Kletterseil, Klettergurt, Eisgeräte und Steigeisen hinzukommen.

Das wichtigste Equipment wird im Skitourenrucksack verstaut und ist, neben LVS Ausrüstung und Verpflegung, immer mit dabei.

Auswahl der Touren – passend zu Know How und Erfahrung

Skifreerider wachsen in der Regel mit ihren Aufgaben, beziehungsweise mit ihren Tourenzielen. Für Variantenfahrer reicht da meist ein Blick auf die Wetter-App und die derzeitige Lawinensituation. Je mehr Freerider im Gelände abseits der Skigebiete unterwegs sind und je schwieriger die Abfahrten werden, desto intensiver sollten sie sich auch mit dem Thema Risiken beim Freeriding, Gefahrenvermeidung und Erste-Hilfe beschäftigen. Wer im Backcountry eine Skitour plant, muss in jedem Fall:

  1. …die Wettervorhersage eingehend studiert haben.
  2. …die Lawinengefahr (mittels des aktuellen lokalen Lawinenlageberichts) für die geplante Route in Erfahrung gebracht haben.
  3. …eine LVS Ausrüstung (LawinenVerschüttetenSuch-Ausrüstung), bestehend aus LVS Gerät („Piepser“), Lawinensonde und Lawinenschaufel mit sich führen.
  4. …genau den Umgang mit diesen Geräten kennen (Bei einer Verschüttung geht es um jede Minute und das LVS Gerät nützt nur dem Freerider, der es im Schlaf bedienen kann).
  5. …am besten einen Kurs beim DAV, der örtlichen Bergwacht oder Skischule absolviert haben. In diesen Kursen werden die Gefahren beim Skitouren vermittelt sowie der richtige Umgang mit der LVS Ausrüstung erklärt und geübt.
  6. …über Kenntnisse in erster Hilfe verfügen und ein Erste-Hilfe-Set mit sich führen.
  7. …genügend Proviant und vor allem Flüssigkeit mitnehmen.
  8. …seine Route kennen und in der Lage sein diese auch bei schlechter Sicht zu finden und zu navigieren.
  9. …ein Telefon mit vollem Akku mit auf Tour nehmen, um im Notfall Hilfe zu holen (ggf. muss man sich vorher erkundigen, ob es im gewünschten Gebiet Empfang gibt).
  10. ….seine Kräfte und sein Fahrkönnen richtig einschätzen und immer Reserven für unerwartete Situationen einplanen.

Beim Skifreeriding lohnt sich daher nicht nur die Investition in zuverlässige und robuste Ausrüstung, sondern auch in Wissen und Erfahrung. Wissen über das Wetter, die Berge und wie Schnee, Wind und Temperatur die Lawinenlage beeinflussen sowie das Wissen wie eine sichere Aufstiegsroute zu wählen ist und welche Hänge sich am besten für eine sichere Abfahrt im Tiefschnee eignen.

Für den Einstieg in die Welt der Skitouren gibt es viele einfache Routen, die oft nicht zu anstrengend und auch nicht sehr gefährlich sind. Solche Touren eignen sich prima, um Erfahrungen zu sammeln und belohnen einen meistens mit wunderschönen Abfahrten.

Ebenfalls besteht die Möglichkeit, Skitouren mit ortskundigen Guides und Bergführern zu unternehmen, die ihr Know How und ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen und die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten.

Wettkämpfe im Freeriding, Extreme Freeriding und Ski Mountaineering

Skitourenrennen gibt es schon seit über 100 Jahren als Wettkampfsport. Zeitweise war die alpine Wintersportart sogar in den olympischen Spielen präsent. Zu den renommiertesten Rennen des ISCM (International Council for Ski Mountaineering Competitions) gehören die Patrouille des Glaciers, die Pierra Menta oder der Frofeo Mezzalama. Bei der Pierra Menta werden beispielsweise in Zweier-Teams innerhalb von vier Tagen etwa 10.000 Höhenmeter in Aufstieg und Abfahrt bewältigt.

Bei anderen Wettbewerben, wie zum Beispiel dem legendären Xtreme Verbier (als Teil der Freeride World Tour), geht es nicht um den Aufstieg, sondern um die Abfahrt. Diese ist möglichst steil und mit hohen Klippen und schmalen Rinnen gespickt. Ziel der Teilnehmer ist es, die Kampfrichter durch eine spektakuläre Linienwahl und durch extrem riskante Sprünge über Wechten und Felsen zu beeindrucken.

Die „bekanntesten“ Fernwanderwege Deutschlands

20. November 2018
Tipps und Tricks

Das Netz an Wanderwegen in Deutschland soll etwa 190.000 km lang sein. Wer das alles abwandert, hat knapp viermal die Erde umrundet. Da sieht selbst das Deutsche Autobahnnetz mit seinen läppischen 13.000 Kilometern alt aus. Zudem kommt man auf den Wanderwegen ohne Stau und Baustellen voran. Ist das nicht schon ein guter Grund, die Schuhe zu schnüren?

Auf jeden Fall, doch vorher gibt es noch ein paar Fragen zu klären. Wie viele dieser unzähligen Wege sind Fernwanderwege? Ab wann gilt überhaupt ein Weg als echter FERNwanderweg? Und ist das dann das Gleiche wie ein Weitwanderweg? Die Begriffe werden ja häufig synonym verwendet.

Der Alpenverein definiert zur Abgrenzung des Weitwanderwegs von anderen Wegebezeichnungen „eine Mindestlänge von 300 Kilometern sowie einen Verlauf durch mindestens drei Bundesländer/Kantone“. Zum Fernwanderweg wird ein Weg laut Alpenverein, wenn er 500 km oder länger ist und durch mehrere (Bundes-)Staaten verläuft.

Manche der bekanntesten Fernwanderwege in Deutschland wären demnach kein echter FERNweg, einige davon sind sogar kürzer als 300 km. Nimmt man die 500 km Marke als Maßstab, bleibt kaum noch einer übrig. Nicht einmal der „Goldsteig“, der zwar 660 km lang ist, aber keine Bundesgrenze überschreitet. Vielleicht hängt die Messlatte des Alpenvereins ja etwas hoch. Hängt man sie allerdings zu tief und betrachtet jeden ausgewiesenen Wanderweg mit mehr als einer Tagesetappe als Fernwanderweg, wird es ziemlich unübersichtlich. Die Liste an solchen Wanderwegen ist nämlich sehr lang …

Woher kommt der Fernwandertrend?

Den meisten der immer zahlreicheren Fernwanderer in Deutschland dürfte egal sein, welcher Kategorie der Weg, auf dem sie gerade gehen, definitionsgemäß korrekt angehört. Die wachsende Zahl an Fernwanderbegeisterten bestärkt wiederum Tourismusregionen und Wandervereine noch mehr Wegabschnitte zu mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Routen auszubauen und professionell zu promoten. So gibt es mittlerweile zu zahlreichen Fernwanderwegen eigene Websites, die reichlich Infos zu besonderen Orten und wanderfreundlichen Unterkünften bieten. Hinzu kommen Marketingplattformen mit „Dachmarken“ wie „Top Trails of Germany“.

Auch an der Infrastruktur wird gefeilt. So warten immer mehr Wege mit „Trekkingplätzen“ auf. Damit sind Grill- und Feuerstellen entlang der Wege gemeint, die als Zeltübernachtungsplätze ausgewiesen sind oder zu solchen ausgebaut wurden.

Doch Förderung und Marketing allein können nicht der Grund sein, warum so viele Leute mitten in Deutschland auf Weit- oder Fernwanderung gehen. Denn mal ehrlich: klar hat Deutschland eine erstaunliche Menge an prallen Landschaftseindrücken und -stimmungen zu bieten, manchmal nur wenige Kilometer hinter Autobahn und Gewerbegebiet. Doch ist das im Vergleich zu anderen Weltregionen nicht eher eine lauwarme Erlebnissuppe? Es lässt sich schließlich nicht abstreiten, dass die ganz großen visuellen Wow-Momente in deutschen Mittelgebirgswäldern und Feld-Wald-Wiese-Landschaften eher selten sind. Da können auch Werbung und Marketing nicht viel aufhübschen.

Vielleicht brauchen sie das auch gar nicht, denn das Interesse scheint schon „von allein“ da zu sein. Zumindest wenn man nach dem Erfolg der zahlreichen Wanderbücher von Prominenten, Stars und Sternchen geht. Diese befeuern ebenfalls den Trend, zusammen mit der wachsenden Zahl an euphorischen Berichten in Magazinen, Portalen und Blogs. Berichtet wird da längst nicht mehr nur von Jakobsweg und Alpenüberquerungen, sondern eben gerade auch von Wegen bei uns vor der Haustür, in vermeintlich unspektakulären Gegenden wie Sauerland, Westerwald und Harz.

Es muss also mehr hinter der Attraktivität der Fernwanderwege stecken. Vielleicht ist es ja das innere Erleben. Das spielt beim Fernwandern eine deutlich größere Rolle als beim Tageswandern. Viele der begeisterten Berichte im Netz beschreiben vor allem innere Prozesse und inneres Erleben statt großer äußerer Schauwerte. Nicht Wenige beschreiben das Fernwandern als eine ganzheitliche Erfahrung von besonderer Lebendigkeit, die im heutigen Alltagsleben kaum noch vorhanden ist. Vielleicht ist der Fernwandertrend tatsächlich so etwas wie die moderne Pilgerfahrt…

Was sind die bekanntesten Wege?

Wie soll man aus der Vielzahl nun die bekanntesten Routen der neuen Pilgerbewegung heraussuchen? Gibt es überhaupt „die“ Bekanntesten“? Oder ist das nicht ähnlich schwer zu fassen wie „die Besten“ oder „die Schönsten“? Die Fragen kann bestenfalls jemand beantworten, der schon viele Fernwanderwege gegangen ist. Der Wander- und Minimalismusexperte Christof Herrmann ist so jemand. In seinem Blog einfachbewusst.de beschreibt er Fernwanderungen in Deutschland und Europa und regt auf überzeugende Weise zu einem einfachen und natürlichen Lebensstil an. Netterweise hat er mir folgende drei Fragen beantwortet:

Was sind deine persönlichen Highlights und Empfehlungen?

Ich kenne natürlich nur einen kleinen Teil der Fernwanderwege Deutschlands, aber den Fränkischen Gebirgsweg, den Albsteig, den Goldsteig, den Hochrhöner und den Heidschnuckenweg kann ich empfehlen, weil sie tagelang durch schöne Naturlandschaften und Mittelgebirge führen.

Wie sieht es mit dem „Bekanntheitsgrad“ von Wegen aus?

Die bekannten Wege sind zuweilen so bekannt, da sie mit viel Geld von Tourismusverbänden gepusht werden. Oft gefallen mir die kleineren Wege besser. Wie der Nurtschweg, auf dem wir tagelang keine anderen Wanderer gesehen haben.

Wie kann man einen schönen Fernwanderweg finden, wenn man nicht einfach irgendeiner subjektiven Empfehlung folgen will?

Die von wanderbares-deutschland.de zertifizierten Wege sind meist gehenswert und ein guter Anhaltspunkt.“

Fernwander-Vorschläge

Da es so viele Fernwanderwege gibt, ist es eine eher schwierige und willkürliche Angelegenheit daraus „die Bekanntesten“ herauszufiltern. Deshalb übernehme ich einfach mal die Vorschläge von Christof Herrmann und runde sie mit zwei persönlichen Zusatztipps ab, um etwas mehr kartographische Verteilung über unser schönes Heimatland zu schaffen. Der Erste führt in den hohen Norden und sorgt dafür, dass die einzigartige deutsche Küste nicht vernachlässigt wird. Doch wir sind ja nicht die „Küstenfreunde“, deshalb müssen hier natürlich auch die „richtigen“ Berge rein – im zweiten Zusatztipp, der in den ganz tiefen Süden Deutschlands führt.

Den Anfang macht ein dritter Zusatztipp, weil er der Älteste und wohl auch Bekannteste von allen Fernwegen ist. Und vom Rennsteig hat schließlich jeder schonmal irgendwo gehört. Oder? Falls du tatsächlich noch nichts vom Rennsteig mitbekommen haben solltest, kannst du diese peinliche Wissenslücke jetzt schnell und diskret schließen, indem du der Website des Rennsteigs einen Besuch abstattest.

Fränkischer Gebirgsweg

In einem wilden Zickzack führt der Fränkischen Gebirgsweg auf etwa 420 Kilometern durch den Naturpark Frankenwald, das Fichtelgebirge, die Fränkische Schweiz und die Frankenalb. Der Wanderweg führt „über einige der stattlichsten Gipfel Frankens und vermittelt eindrucksvolle Landschaftsimpressionen und vielfältige Naturerlebnisse. Kulturelle Sehenswürdigkeiten wie in Bayreuth, Pottenstein oder Waldsassen liegen direkt an der Strecke.

Albsteig

Immer entlang am Albtrauf, der nördlichen Kante der schwäbischen Alb, führt der Albsteig mit seinen vielen weitläufigen Aussichten. Der auch als HW1 bezeichnete Weg führt auf über 350 Kilometern von Donauwörth bis Tuttlingen. Der Schwäbische Alb-Nordrand-Weg ist über 100 Jahre alt und damit einer der echten Klassiker unter den Fernwanderwegen. Viele seiner Abschnitte verlaufen auf naturbelassenen Pfaden.

Goldsteig

Mit seinen 660 Kilometern ist der Goldsteig offiziell der Längste unter den ausgewiesenen Fernwanderwegen Deutschlands. Auf ihm erkundet man zwischen Marktredewitz im Norden und Passau im Süden die vielfältigen und beeindruckenden Mittelgebirgslandschaften von Oberpfälzer Wald und Bayerischem Wald. Man kann am Goldsteig zwischen zwei Varianten wählen und unterwegs viel erleben. So lassen sich beispielsweise an einem Tag die Achttausend vollmachen, genauer, über acht Tausender wandern.

Hochrhöner

„Durch das Herz Deutschlands über die Ländergrenzen von Bayern, Hessen und Thüringen hinweg“ verläuft der Hochrhöner, dessen Name ein eingetragenes Markenzeichen ist. Seine 180 km führen in 8 oder 9 Etappen (je nach Variante) über die Kuppenrhön (9 Etappen) oder das Plateau der Hochrön (8 Etappen). Er verbindet schöne Mittelgebirgslandschaften mit kulturellen Höhepunkten wie dem Franziskanerkloster auf dem Kreuzberg, dem Segelflugzentrum auf der Wasserkuppe oder Bad Salzungen mit seinen Fachwerk-Gradierbauten.

Ostseeküstenweg

Maximiliansweg

Wer jetzt aber denkt, dass damit genug ist, der täuscht sich, denn wir haben mal ein paar unserer Blogger gefragt, wo es noch ein paar Fernwander-Schmankerl zu entdecken gibt.

Was meinen unsere Bergfreunde-Blogger?

Der Moselsteig

Björn Ahrndt von bergtouren-im-allgäu.de empfiehlt besonders gerne den Moselsteig in Rheinland-Pfalz, da dieser Wandern mit Kultur und Genuss verbindet. Mit seinen 6 Etappen ist der Grenzgänger im Naturschutzgebiet Bad Hindelang „Heimat pur“ für ihn.

Wanderbares Franken

Laut Thomas Harrer von mehr-berge.de ist Franken definitiv eine Wanderreise wert. Nicht nur der zuvor genannte Frankenweg lohnt sich seiner Meinung nach, sondern auch der Altmühl-Panoramaweg oder der neue „Seeländer“. Neben fränkischer Gastlichkeit (nicht nur bei Schäuferla und Kloß) bieten die Wanderwege abwechslungsreiche Landschaften an der Altmühl und im noch jungen Fränkischen Seenland. Auch die einfache Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sprechen sich für eine Wanderung in Franken aus – und haben wir schon das gute fränggische Bier erwähnt?

Der Salzalpensteig

Stefanie Dehler, die auf der Seite gipfel-glueck.de schreibt, schwärmt für den Salzalpensteig und seine Salzalpenwege, auf die man in ihren heimischen Chiemgauer und Brechtesgadener Alpen trifft. Ihr Ziel: „Irgendwann gehe ich mal alle 18 Etappen mit den 10.333 Höhenmetern.“

Der Westweg

Sven Giersig, dessen Arbeit man auf aufundab.eu bewundern kann, empfiehlt den Westweg im Schwarzwald. Sein Prädikat: „Gar nicht so ohne!“

Der Nord-Ostsee-Wanderweg

Wer jetzt aber doch nochmal ein bisschen Meerluft schnuppern möchte, der sollte sich laut Jens von hiking-blog.de von Küste zu Küste auf den Nord-Ostsee-Wanderweg begeben. Obwohl Jens einige Teilstücke des Nord-Ostsee-Wanderwegs verflucht hat, war die Wanderung von der Nordsee zur Ostsee durch Schleswig-Holsteins Mittel ein besonderes Erlebnis für ihn: Die weite, flache Landschaft hat ihren ganz besondern Reiz. Vor allem, wenn sie zusammen mit dem Wolkenspiel zu einem Gesamtkunstwerk verschmilzt, wie es nur die Natur arrangieren kann.

Während der Weg dabei entlang des Kanals mit den riesigen Containerschiffen, der Eider, durch Alleen, Wälder, saftig grüne Wiesen und idyllische Seen-und Moorlandschaften führt, hinterlässt er einen imponierenden Eindruck. Dazu noch die frische Brise Meerluft um die Nase, sorgt unterwegs für eine typische nordische Atmosphäre. Der Nord-Ostsee-Wanderweg zeigt eindrucksvoll, dass man auch im Norden Deutschlands ansprechend Fernwandern kann.

Alternativ empfiehlt Jens noch den Heidschnuckenweg, der durch die einzigartige norddeutsche Heidelandschaft führt. Gerade in der Blütezeit der Heide (im August und September) erlebt man auf dem Heidschnuckenweg einen wahren Farbenrausch. Das kräftige Lila und das leuchtende rosarot der blühenden Heide im Kontrast mit dem grünen Wacholder und den weißen Birken ergibt ein unglaublich schönes Naturgemälde. Bei schönem Wetter und warmen Temperaturen kann auf den sandigen Pfaden schnell mediterranes Flair aufkommen.

Bei dieser Auswahl sollte hoffentlich für jeden Geschmack etwas dabeigewesen sein. Wer Lust auf mehr bekommen hat und weiter forschen will, kann auf vielen Websites Anregungen finden. So zum Beispiel auf den Seiten des Lebedraußen-Blogs. Dort sind zahlreiche Highlight-Wanderwege der Länge nach geordnet beschrieben. Doch ganz egal auf welchen deutschen Fernwanderweg es euch schließlich hinverschlägt, wünschen wir euch eine schöne Tour! Ach ja – und falls ihr noch Ausrüstung sucht… ihr wisst ja, es gibt so einen Shop.

Wer schreibt hier eigentlich? Der Bergfreunde Autoren-Check mit Stephan

15. November 2018
Die Bergfreunde

Servus, mein Name ist Stephan und heute schreibe ich darüber, wie das so ist als Bergfreunde-Schreiber. Es war ja hier im Basislager-Blog immer gute Tradition, dass neue Bergfreunde im Interview portraitiert werden. Das läuft jetzt etwas anders: erstens bin ich nicht mehr ganz so neu und zweitens hat – soweit ich weiß – noch niemand sein Portrait hier selbst geschrieben. Ich frage mich, ob das eine Ehre ist oder Outsourcing… ;-)

Ich fand es jedenfalls cool als Basislager-Boss Jörn mir diese Vorstellungsrunde vorschlug. Doch da mein Lebenslauf Kurven, Sprünge und Loopings enthält, habe ich ihn um ein paar ordnende  „Interviewfragen“ gebeten. Die schaffen hoffentlich einen roten Faden entlang der Themen „Bergsport“ und „digitaler Nomade“.

Du fragst dich was zum Geier ein digitaler Nomade ist? Viehtreiber in einem Computerspiel? Nein, unter diesem Etikett fasst man die wachsende Zahl an Leuten zusammen, die für ihren Broterwerb nur ein Notebook und eine Internetverbindung brauchen. Und damit theoretisch von jedem „netzabgedeckten“ Winkel der Welt aus arbeiten können. So einer bin ich. Zumindest so halb, denn das ist etwas kompliziert. Vielleicht kann ich ja gleich noch etwas über das komplizierte digitale Nomadentum erzählen…

Erzähl erstmal unkompliziert in drei Sätzen, wer du bist…

Gegenfrage: Weißt du wer du im innersten Wesen wirklich bist? Nee? Kein Problem, klären wir im nächsten Selbstfindungsseminar. Hier erstmal Folgendes zu mir: Die meisten meiner Zeitgenossen beschreiben mich als einen eher zurückhaltenden, nachdenklichen Typen, der auch gern mal allein sein Ding durchzieht. Bei Bergtouren und Reisen stimmt das definitiv, ansonsten hängt das wohl hauptsächlich von der Tagesform ab.

Dein erster Kontakt mit den Bergfreunden?

Vor drei Jahren war das. Ich arbeitete zuvor schon als schreibender Freelancer und fühlte mich nicht mehr ganz zufrieden mit den Aufträgen und Themen, die ich hatte. Ich war bereit und reif, mal das Angestelltenleben zu versuchen. Also habe ich Bewerbungen verschickt. Allerdings nur zwei Stück und beide als Texter im Bereich Bergsport/Outdoor. Etwas anderes wollte ich als Vollzeitangestellter nicht machen. Leider hat es in beiden Fällen nicht für den Job gereicht. Oder sollte ich sagen zum Glück? Von den Bergfreunden kam nämlich stattdessen das Angebot als freier Produkttexter einzusteigen.

Was machst du hier genau?

Nach wie vor schreibe ich Produkttexte, also Beschreibungen neuer Produkte im Bergfreunde Shop sowie tabellarische Erfassungen von deren Attributen wie Material, Gewicht, Größen und Ausstattung. Manchmal ist das auch so trocken wie es sich liest ;-P

Vor einem Jahr kam dann coolerweise die Möglichkeit mit dem Basislager-Blog hinzu. Seitdem wechsle ich zwischen Produktbeschreibungen und Blog und das macht mir mehr Spaß als alle vorherigen Jobs.

Was qualifiziert dich hierfür? Wie sieht deine „bergsportliche Vita“ aus?

Mein Einstieg in die Berge war ein Buch namens „Unsere Alpen“, das mir als Achtjähriger in die Hände fiel. Die irgendwie märchenhaften Fotos darin zogen mich völlig in ihren Bann. Ich konnte kaum glauben, dass es solche großen und geheimnisvollen Dinger wie diese Berge tatsächlich gibt. Dazu kamen noch die tiefgründigen, poetischen Texte deren Aussagen einem Zweitklässler komplett unzugänglich sind, die aber dadurch umso faszinierender werden. Mittlerweile verstehe ich die Texte problemlos und die Bergfaszination ist geblieben.

Große Berge sind leider in Ostdeutschland und im Ruhrgebiet, wo ich aufgewachsen bin, nicht gerade um die Ecke. Erst während der Unizeit bin ich bergmäßig richtig zum Zug gekommen. Von Anfang an waren klassische Hochtouren mein Hauptding; hier laufen alle Fäden von Bergerlebnis und Bergsport zusammen.

Ich kann mich aber auch für Wanderungen, Waldläufe, Klettern und Bouldern begeistern. Und für ziemlich viele Gegenden dieser Welt. Hauptsächlich war ich bisher in der Schweiz auf diversen Hörnern unterwegs, auf dem einen oder Wintertrip nach Südeuropa oder Patagonien und zuletzt auf einem wetterbedingt ziemlich kurzen Sommertrekkingversuch in Norwegen. Dazwischen liegen viele Schwarzwaldgipfel und Felsen rund um Freiburg.

Jetzt bin ich zwar als Alpinist eher durchschnittlich und als Kletterer eher mäßig veranlagt, doch dafür verbinde ich das Ganze mit einer flotten Schreibe und der Lust am Reflektieren und Fabulieren.

Außerdem habe ich bei Bergen, leider ausschließlich bei Bergen, ein quasi fotografisches Gedächtnis. Aussehen, Name und Höhe bleiben fast immer hängen, auch wenn ich nur einmal ein Foto gesehen habe. Meine so erworbenen Fachkenntnisse gebe ich auf Tour und beim Panoramagucken stets ungefragt weiter. Mein langjähriger Tourenkumpel nannte das mal Inselbegabung. Was immer es auch ist, sein Nutzen im richtigen Leben pendelt etwa bei „Nagel im Kopf“ ein, aber für einen Bergschreiberling passt es doch ganz gut, oder?

Welche Ziele hast du? Was steht auf deiner Bucket-List?

Bei sehr vielen Fotos und Filmen von Gipfeln, Touren und Landschaften kommt in meinem Bauch so ein Ziehen auf, das mir sagt: „Boah geil, da will ich hin“. Das spüre ich vor allem bei den Namen Aiguille du Dru und Aiguille Noire de Peuterey. Das sind zwei Wahnsinnsgipfel im Montblanc-Gebiet, die für extreme Routen bekannt sind. In denen würde ich wohl nicht einmal vom Boden abheben, doch zum Glück gibt’s da auch „Normalwege“, die „nur“ Vierer sind. Die sehe ich als Must-do-Traumziele für die nächsten Jahre. Ansonsten hält die Bucketlist noch Gucken und Staunen in Nepal, Pakistan-Karakorum und Peru-Bolivien bereit.

Aber weißt du was? Mein wirkliches Ziel ist Bucket-Listen überflüssig zu machen. Und stattdessen in dem Seinsmodus zu verweilen, mit dem man auch die kleinsten Dinge am Wegrand als die Wunder sehen kann, die sie eigentlich sind. Also das ist dieses Erleben der Welt wie es kleine Kinder haben, mit dem Unterschied, das bewusst wahrzunehmen. Da ist dann das Grasbüschel oder das Loch in der Zaunlatte nicht weniger sehenswert als der Everestgipfel. Diese andere Wahrnehmung steckt glaube ich hinter dem zur Zeit arg strapazierten Wort Achtsamkeit. Sie soll ja ein bisschen tricky, aber gar nicht sooo schwer sein. Bis das Bewusstsein soweit geschärft ist, mache ich mal mit der Bucketlist weiter…

Für die Gipfel wirst du gutes Equipment brauchen. Verrat uns doch mal deine Lieblingsmarken – und warum sie es sind

Bei Klamotten stehe ich auf Patagonia. Mir reicht schon der Firmenname als Kaufargument, aber es gibt auch vernünftige Gründe. Die Firmenphilosophie ist super, der Firmengründer als wilder Hund und coole Socke glaubwürdig und die Sachen tragen sich super. Auch halten meine eigenen Patagonia-Teile schon ewig. Außerdem finde ich die Preise angesichts der guten Nachhaltigkeitsansätze sehr vernünftig.

Vaude finde ich aus ähnlichen Gründen ebenfalls richtig gut. Die stellen neben Klamotten eine riesen Bandbreite an Ausrüstung her, auf deren Qualitätsniveau ich vorbehaltlos vertraue. Dabei bieten sie das vielleicht höchste Nachhaltigkeitslevel aller Anbieter überhaupt UND gefallen mir ebenfalls mit den erstaunlich moderaten Preisen.

Eine kleine Spezialempfehlung habe ich bei den Rucksäcken: Schau dir mal die Firma mit dem unscheinbaren Namen Bach an. Bach-Rucksäcke sind super-duper-robust, kommen fast ohne jeden Schnickschnack aus und lassen sich sehr gut an die individuelle Oberkörperform anpassen. Meinen 30-Liter-Daypack von Bach vermisse ich jedenfalls immer noch, obwohl es fast zwei Jahre her ist, seit er geklaut wurde…

Zurück zum Thema digitaler Nomade: Wie lebt es sich als solcher? Was sind die Vor- und Nachteile?

Als digitaler Nomade lebt es sich ganz nett und die Vorteile liegen auf der Hand: Im nasskalten deutschen Winter Caipi schlürfen am Strand von Koh Samui und Piña Colada im Dschungel von Costa Rica. Ansonsten zwischen Nepal, Alaska und Feuerland herumdüsen. Zwischendurch den Rechner aus dem Rucksack holen und in der Hängematte, im Bus oder im wuseligen Straßencafe n bisschen Geld verdienen. Um die Energie hochzuhalten, gibt es regelmäßig Yogaretreats mit Smoothie-Fastenkur auf Bali. Dann ab und zu auf Konferenzen wie der DNX netzwerkeln und irgendwas mit Coaching machen.

Okay, das war jetzt ein Klischee-Lifestyle, den ich aus Eindrücken in der Blogo- und Facebook-Sphäre zusammengezimmert habe. In meinem Fall ist der Nomadenanteil am Digitalen Nomaden deutlich überschaubarer, denn über drei Monate Berge und Reisen pro Jahr bin ich noch nicht hinausgekommen. Das ist zwar immer noch deutlich länger als der Durchschnittsangestellte, läuft aber dafür auch auf einem eher bescheidenen Komfortniveau ab.

Denn – und damit wäre ich beim Hauptnachteil – ich mache kein Vermögen hier. Allerdings zelte ich als Outdoorer und Bergfreund sowieso gerne und brauche auch nicht ständig den städtischen Komfort und Luxus. Und außerdem bin ich in Sachen Lebensführung ein großer Fan des KISS-Prinzips: Keep It Simple, Stupid!

Als Hauptvorteil des „Nomadentums“ sehe ich die freie Zeiteinteilung und Tagesgestaltung – und das sieben Tage die Woche. Es gibt keinerlei Vorschriften und manchmal noch nicht einmal genaue Abgabefristen. Keine Zäune zu haben bedeutet aber auch: keine Leitplanken, keine Führung, kein liebevoller Arschtritt bei Bocklosigkeit. Geregelte Zukunftsvorsorge gehört ebenfalls nicht zu den Stärken meines Modells.

Wer Sicherheit und Kontinuität als Priorität sieht und die Finanzen noch nicht per Lottogewinn, Erbschaft oder Pferdewetten in trockenen Tüchern hat, wird hier folgerichtig auch eher einen weiteren Nachteil sehen. Am besten kultiviert man als digitaler Nomade einen stabilen Optimismus und einen gesunden Lebensstil, mit dem man möglichst bis ins hohe Alter nicht arbeitsunfähig wird :-)

Kann man in der freiberuflichen Schreiberzunft überhaupt „richtig Kohle scheffeln“?

Klar, man kann Bestsellerautor oder Starjournalist werden. Ansonsten bleiben folgende zwei Möglichkeiten:

  1. Wahllos jeden Auftrag von irgendwelchen Jobbörsen und Contentmühlen annehmen und tippen, bis die Tastatur qualmt. Dank der lächerlichen Bezahlung auf diesem Massenmarkt wird man den Schreibtisch nur noch zum Schlafen verlassen.
  2. Das Schreiben als erfolgreiches Business in der eigenen Nische aufziehen und zahlungskräftigen Kunden für maßgeschneiderten Service dicke Rechnungen schreiben. Das erfordert im Normalfall einige Monate bis Jahre an unternehmerischer Vorarbeit und funktioniert selten ohne Social-Media-Affinität mit reichlich Neigung zu Eigenmarketing und Selbstdarstellung. Letzteres ist ganz wertfrei gemeint, weil ganz ohne Rampensau-DNA ist es als Einsteiger ohne Kontakte und Netzwerke sehr unwahrscheinlich aus der Masse hervorzustechen.

Die bekannten und erfolgreichen Berg- und Outdoorblogger haben überwiegend solch ein Business aufgezogen und betreiben eine breite Mischung an Aktivitäten. Neben den (hoffentlich spannenden) Geschichten über ihre Touren verfassen sie Tipps und Anleitungen für Nachahmer, erstellen Ausrüstungs-Testberichte, machen Promotionen für Tourismusregionen, halten Vorträge und betreiben Affiliate-Marketing von Wanderführern, Bildbänden und anderen Produkten.

Was mich etwas wundert ist, dass noch niemand auf den Selbstoptimierungs-Zug aufgesprungen ist und seinem Publikum Workshops anbietet, damit dieses „sein geilstes Leben leben“ und „die beste Version von sich selbst kreieren“ kann…

Was mich betrifft, lassen die Rampensaufähigkeiten noch zu wünschen übrig und die Lust auf anonyme Fließbandtexterei hält sich arg in Grenzen. Deshalb setze ich auch weiter auf den Mittelweg der langfristigen Zusammenarbeit mit wenigen vertrauenswürdigen Special-Interest Medien und Kunden. So Läden wie den Bergfreunden eben ;-)

Feuer machen Teil 3 – Welches Feuer für welchen Zweck?

13. November 2018
Tipps und Tricks

Nachdem wir das Feuer vorbereitet, entzündet und in Gang gebracht haben, schauen wir uns in diesem dritten und letzten Artikel der Feuer-Reihe einige der vielen Möglichkeiten an wie Feuer aufgeschichtet werden kann. Allerdings mag man sich daneben fragen, was es bringt ein ausgefeiltes Feuer zu machen, wenn man nicht weiß, wie man es jederzeit löschen kann – wie das geht, schauen wir uns deshalb abschließend an.

Je nachdem, in welchen Formationen man das Holz schichtet und nachlegt, ergeben sich unterschiedliche Feuerarten mit unterschiedlichen Funktionen. Alle folgenden Feuerarten sind Varianten des Lagerfeuers. Das Lagerfeuer ist schlicht und einfach der Oberbegriff für alle Arten eines kontrollierten, offenen Feuers, das an einer Lagerstätte entfacht wird. Die Lagerstätte kann ein fest installierter Grillplatz oder eine Stelle in der „freien Natur“ sein.

Die zahlreichen „Feuerunterarten“ unterscheiden sich hauptsächlich danach, wie viel Hitze erzeugt werden soll, wie lang es brennen soll und in welche Richtung die Hitze abgegeben werden soll. Daneben gibt es natürlich auch noch die ideellen Zwecke eines Lagerfeuers, beispielsweise als „stimmungsvolle Beleuchtung oder Mittelpunkt einer gemütlichen Runde für Gespräche, gemeinsamen Gesang oder sogar Tanz“.

Kochen, heizen, entspannen

Zunächst lassen sich aus dem Verwendungszweck des Lagerfeuers zwei generelle Arten unterscheiden: das Kochfeuer und das Heizfeuer. Bei beiden Varianten sollte man das Holz nicht willkürlich aufschichten, sondern dabei, auf Basis der folgend erklärten Methoden, zweckmäßig vorgehen. bei einem reinen „Chillfeuer“ braucht man das jedoch nicht unbedingt.

Kochfeuer sollten in aller Regel nur sehr klein ausfallen, sofern man mit nur einem Topf oder einer Pfanne Essen zubereiten will. Möchte man mehr als einen Topf oder eine Pfanne verwenden, kann man den Brennmaterial-Haufen etwas in die Länge ziehen. Alternativ können auch zwei oder mehr kleine Kochfeuer entfacht werden.

Für das Aufstellen oder Aufhängen der Töpfe/Pfannen über dem Feuer gibt es viele Möglichkeiten, deren Zahl lediglich von der eigenen Kreativität begrenzt ist. Entsprechend können Steine und (möglichst nasse) Äste verwendet werden. Überlege hier, ob eine mehr oder minder ausgefeilte Hebelkonstruktion den Abstand von der Flamme regeln soll, oder ob es auch reicht den Pott direkt in Glut und Flammen zu stellen.

Auch Heizfeuer müssen keine Riesendimensionen erreichen. Stattdessen sollte man sie besser effektiv nutzen, indem man nah an sie heranrückt und möglichst Reflektorflächen für die Wärme schafft. Ein Fels oder ein Steilufer, direkt hinter dem Rücken sind ideal.

Alternativ kann man eine Reflektorfläche auch mit einer Plane oder besser mit einer beschichteten Aludecke („Rettungsdecke“) herstellen. Zusätzlich dazu bietet ein Reflektor auch oftmals einen guten Windschutz.

Ein gut gemachtes Reflektorfeuer (auch Kaminfeuer genannt) kann so lange Wärme abgegeben, dass man sogar eine Weile schlafen kann ohne ständig Brennstoff nachlegen zu müssen. Befindet man sich jedoch im Wald oder besteht Brandgefahr, sollte das Feuer über Nacht gelöscht oder ununterbrochen beaufsichtigt werden.

Sterne, Kreuze, Pyramiden: Die wichtigsten Feuerformen

Beim Sternfeuer werden die Äste sternförmig um das zentrale Feuernest gelegt und von außen nachgeschoben. Solch ein Feuer brennt auf einer kleinen Fläche konzentriert und heiß. Der Vorteil dabei ist, dass das Brennmaterial sparsam und effektiv verbraucht wird. Die Kochfläche kann hier durch zwischen die Äste gelegte Steine improvisiert werden. Die eher geringe Hitze wird beim Sternfeuer vor allem nach oben abgegeben.

Für mehr Hitzeentfaltung zu den Seiten hin muss man das Brennmaterial mehr in die Höhe als in die Breite schichten. Aus dem Sternfeuer kann dann ein Pyramidenfeuer werden, welches die klassische Allzweck-Feuerform ist. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass die Pyramide einen guten „Unterbau“ hat und nicht zusammenfällt. Auch sollten die nachgelegten Holzstücke nicht nach außen abkippen.

Das Sternfeuer funktioniert natürlich auch wenn das Holz in Kreuzform nachgelegt wird. Aus diesem Grund wird diese Art von Feuer auch gelegentlich Kreuzfeuer genannt.

Bisweilen wird unter einem Kreuzfeuer allerdings auch das „Jägerfeuer“ verstanden. Dieses brennt bei mäßiger Hitzeentfaltung langsamer. Hierfür schichtet man die Zweige und Äste kreuzweise auf einer „Schiene“, die aus zwei parallel gelegten groben Klötzen/Knüppeln und möglichst aus Hartholz besteht.

Ein Kastenfeuer ist ähnlich wie das Jägerfeuer aufgebaut, nur dass die Zweige und Äste hier in mehreren Schichten aus überwiegend hartem Holz im rechten Winkel und parallel auf die zwei nebeneinander liegenden Klötze gelegt werden. Die Klötze können auch aus grünem und/oder feuchtem Holz sein, da dieses Feuer eine langanhaltende und nach allen Seiten abstrahlende Hitze erzeugen soll. Die Glut bildet sich nicht so schnell, wodurch dieses Feuer sowohl zum Heizen als auch zum langen Garen geeignet ist.

Besonders lang und sicher brennt das Kastenfeuer, wenn man es zu der etwas komplexeren Form eines Pagodenfeuers aufbaut.

Ein Reflektorfeuer dient zum Heizen und soll die Hitze gezielt zu einer Seite hin abgeben. Dafür werden zwei massive Pfähle aus möglichst wenig brennbarem Holz schrägt im Boden verankert. Auf diese „Schiene“ werden dann Knüppel und Äste geschichtet, sodass das Brennmaterial eine geneigte Fläche bildet. Das Feuernest wird auf der Oberseite der Neigung entfacht, indem Zunder und dünnes Brennmaterial gegen die Fläche gelehnt werden. Daraufhin gibt das Feuer die Wärme vor allem zur „Nestseite“ hin nach oben und zur Seite ab. Frisches Brennmaterial wird von oben nachgelegt und brennt dann unten ab.

Das Grubenfeuer ist eine gute Wahl wenn Wind bläst oder eine Mahlzeit sehr lang geschmort werden soll. Funkenflug lässt sich mit Grubenfeuer beträchtlich eindämmen. Die trockenen, größenmäßig durchmischten Äste werden hier an der runden Grubenwand aufgestellt. Auf den Boden gelegte Steine verbessern die Durchlüftung. Das Grubenfeuer ist relativ schwer zu entfachen und gibt seine Wärme konzentriert nach oben ab. Für den Heizwert ist das zwar eher ungünstig, doch lassen sich Reflektorflächen, die man womöglich sowieso als zusätzlichen Windschutz braucht, hier sehr nah und damit effektiv am Feuer platzieren.

Das Lagerfeuer sicher löschen

Die vielleicht wichtigste Regel überhaupt lautet: Die Feuerstelle darf erst dann verlassen werden, wenn der letzte Funken erloschen ist! Warum? Dieser eine Funke kann reichen, um vom Wind auf entflammbares Material in der Umgebung geblasen zu werden und den nächsten Wald- oder Buschbrand auszulösen.

Doch wenn alles gut geht, ist die Angelegenheit denkbar einfach: Das Feuer erlöscht, indem kein Holz mehr nachgelegt wird. Bei dicken Holzscheiten kann das aber ganz schön lange dauern, weshalb man diese auch einzeln mit Wasser, Erde, Sand, oder ähnlichem ablöschen kann. Erst wenn das Feuer keinerlei „Nahrung“ in Form von Brennmaterial mehr hat, geht es aus. Solange allerdings noch kleinste Reste übrig sind, kann ein winziges bisschen Sauerstoff ausreichen, um erneut eine Glut oder einen Funken zu erzeugen.

Auf Nummer sicher geht man, indem Löschmaterial, wie reichlich Wasser, Erde, Sand oder eine Feuerdecke, möglichst von Anfang an in der Nähe des Feuers griffbereit liegt. Alternativ kann auch eine gut gefüllte Blase als Löschwerkzeug dienen – das Auspinkeln ist als Löschmethode zumindest unter Männern gar nicht mal so unbeliebt. Die Geschmacks- und Stildiskussion darüber kann gerne in der Kommentarspalte eröffnet werden.

Nach dem Löschen prüft man durch „herumrühren“ mit einem Stock, ob nicht doch noch ein Glutnest verborgen ist. Dabei bitte auch genau hinschauen, ob noch irgendwo Rauch aufsteigt.

Zuletzt macht man noch den „Wärmetest“, indem man eine Hand nah an das Brennmaterial hält und es auf Restwärme prüft. Falls nötig mischt man nochmals Wasser oder Löschmaterial in den Haufen, rührt nochmals mit dem Stock darin herum und prüft erneut. Erst wenn definitiv nichts mehr zu sehen und zu fühlen ist, kann man die Feuerstelle verlassen. Selbstverständlich sollte sie dann so aussehen, wie man sie vorgefunden hat – oder gar noch ein wenig sauberer…

In allem Falle hoffen wir alles Wissenswerte zum Feuer machen in dieser Trias-Serie beantwortet zu haben. Solltet ihr allerdings noch ‚brennende‘ Fragen haben, könnt ihr uns diese gerne in den Kommentaren stellen!

Feuer machen Teil 2 – Feuer entfachen und erhalten (mit und ohne Feuerzeug)

8. November 2018
Tipps und Tricks

Im vorherigen Feuer-Artikel haben wir die Rechtslage geklärt und alles so weit vorbereitet, dass eine Feuerstelle gefunden ist und der Zunder bereitliegt. Ebenfalls parat sind die dünnen Holzstücke zum Anfeuern sowie die langandauernd brennenden dicken Äste und Scheite. Mithilfe der verschiedenen Materialgrößen wird das Feuer nach und nach „hochgezüchtet“. Zuerst brennen nur die kleinsten Pflanzenteile und Holzstücke. Mit zunehmender Hitzeentwicklung können immer größere Stücke nachgelegt werden.

Zuvor muss jedoch eine Flamme oder ein Zündfunke in den Zunder gelangen, um dort eine Glut und daraus die ersten Flammen zu entfachen. Das kann man mit sehr vielen verschiedenen Methoden und Techniken erreichen. Für die folgende Auswahl habe ich etwas persönliche Erfahrung eingebracht und neben der Onlinerecherche ein wenig Literatur gewälzt – hauptsächlich die (generell sehr empfehlenswerten) Bücher Outdoor Praxis von Rainer Höh und Draußen (Über)Leben von Bear Grylls.

Zunder herstellen und aufschichten

Sicherlich weiß ein jeder, dass man zur Herstellung eines Feuers nicht einfach einen Holzblock anzünden kann. Stattdessen muss man zuerst kleine Stücke aus feinem, lockerem und trockenem Brennmaterial entflammen. Von diesem sogenannten Zunder, der sich allein durch einen Funken entzünden lässt, führt mancher Vollblutoutdoorer stets etwas mit sich.

Wie im vorherigen Feuer-Artikel schon erwähnt, eignet sich jegliches trockene und abgestorbene Pflanzenmaterial als Zunder. Auch bestimmte Pilze, wie der häufig an alten oder kranken Laubbäumen vorkommende Zunderpilz, eignen sich zum Entfachen eines Feuers. Seinen Namen trägt er wegen seiner besonderen Eignung.

Auch das Harz vieler Baumarten (vor allem Kiefer) oder gar alte Orangenschalen können als natürlicher Zündstoff dienen.

Ein besonders vielseitiger und häufig vorhandener Zunder ist die Birkenrinde. Sie fängt auch ungetrocknet und bei kräftig wehendem Wind noch Feuer. Sogar wenn sie nass ist, lässt sie sich nach kurzem trockenwischen leicht entzünden. Wenn möglich sollte nur abgestorbene Rinde eingesammelt werden, notfalls kann man aber auch dünne kleine Stücke der Rinde abziehen, ohne dem Baum damit zu schaden. Auch von anderen Rinden- und Holzarten lassen sich mit dem Messer feine Splitter und lockenförmige Späne abschaben, die sich schnell entzünden.

Neben dem natürlichen Material eignen sich auch Zeitungs- und Papierfetzen sowie alles Material, das sich zerkleinern und zerreiben lässt.

Zunderpyramide

Den Zunder kann man auf vielerlei Arten zum Brennen bringen. Klassischerweise wird er zu einer Pyramide aufgeschichtet, die etwa 10-20 cm hoch sein sollte. Ist sie zu klein, verlöscht sie nach dem Entflammen vermutlich wieder. Ist sie zu groß und zu dicht gepresst, bekommt das Material nicht genug Sauerstoff zum Brennen.

Über die Zunderpyramide werden dann ein paar kleine Zweige und Holzstücke in Form eines Tipis aufgeschichtet. Dabei muss eine Lücke bleiben, damit der Zunder für den Zündfunden oder die Steichholzflamme erreichbar bleibt.

Anzünden – Grundsätzliches

Unabhängig von der Methode gilt: wenn sich kaum eine Flamme bildet, dafür aber umso mehr Qualm, muss die Sauerstoffzufuhr durch vorsichtiges oder kräftiges Pusten erhöht werden. Da sich Hitze und Feuer bekanntlich von unten nach oben ausbreiten, hält man das Feuerzeug/Streichholz an die Unterseite des Zunderhaufens – nicht an die Oberseite. Auch den Zündfunken richtet man auf die Unterseite. Das gleiche gilt für das Pusten zum Anfachen der Glut: von oben hereinzupusten kann zum Verlöschen der Glut führen.

Das Anzünden muss immer von der Windseite her erfolgen. Dabei kann eine schützende Hand über der Flamme als Windschutz dienen. Noch besser ist es, wenn eine zweite Person als Helfer bereitsteht und mit den Händen, dem ganzen Körper, einer Jacke oder Plane für Schutz vor Wind und Feuchtigkeit sorgt.

Anzünden mit Feuerzeug oder Streichholz

Als Zünder eignet sich das Feuerzeug schlicht und einfach am besten. Die vielen anderen „technisch unabhängigen“ Methoden funktionieren gerade bei Anfängern bisweilen genau dann nicht, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Feuer-Neulinge sind auch nicht selten überrascht, wenn es bei den ersten Malen ganz schön lange dauert und erstaunliche Mengen an Zunder verbraucht werden. Aber wie sagt man so schön: Übung macht den Meister.

Bei Nässe und/oder Wind kann die Sache selbst mit Streichhölzern und normalen Feuerzeugen schwierig werden. In solchen Situationen können Sturmfeuerzeuge, Sturmstreichhölzer und Überallanzünder hilfreich sein. Überallzünder entzünden sich nicht nur an der Reibefläche der Streichholzschachtel, sondern auch an vielen anderen Flächen. Wenn Gefahr droht, dass brennendes Material weggeweht wird und es keine Möglichkeiten zur Windabschirmung gibt, muss man auf das Feuer verzichten!

Es schadet also nicht, gut auf den Feuerzeug-Vorrat aufzupassen und ein paar wasserdicht verpackte Not-Streichhölzer dabei zu haben. Der Vorteil von Streichhölzern gegenüber Feuerzeugen ist, dass man sie etwas präziser und näher an den Zunderhaufen halten kann, ohne sich gleich die Finger zu verbrennen. Einer ihrer Nachteile ist die Nässeempfindlichkeit. Hier kann allerdings ein alter Pfadfindertrick helfen: man tauche einfach vor der nächsten Tour die Zündköpfe in flüssiges Kerzenwachs und „imprägniere“ sie so gegen Nässe. Beim nächsten Einsatz kann das Wachs dann leicht abgekratzt werden.

Die Vorteile von regulierbaren Gasfeuerzeugen oder, noch besser, nachfüllbaren Benzin-Sturmfeuerzeugen liegen darin, dass man beim Feuer entfachen eine Hand frei hat und sie so lange brennen bis der Zunder angeht, anstatt nur so lange bis das Streichholz ausgeht oder die Finger anbrennen. Außerdem trocknet der Feuerstein im Feuerzeug selbst dann wieder vollständig, wenn das Feuerzeug ins Wasser gefallen ist.

Wer es aber wirklich stilvoll-steinzeitlich haben will, wirft Feuerzeug und Streichhölzer weg und greift auf eine der folgend vorgestellten Anzünde-Methoden zurück.

Die Alternativen

Wer neugierig und experimentierfreudig ist, wird mit den folgenden „Spielerei-Methoden“ sicher Spaß haben – sofern es sich nicht um eine Survival-Situation handelt, in der das Feuer unbedingt brennen muss…

Brennglas

Diese Methode macht am wenigsten Mühe und geht am schnellsten – allerdings nur, wenn die Sonne vom wolkenlosen Himmel strahlt. Halte eine Lupe oder irgendeine andere gläserne Linse (Fernglas, Flaschenboden, etc.) so über den Zunder, dass das einstrahlende Sonnenlicht in einem möglichst konzentrierten Strahl auf den Zunder gebündelt wird. Die Hitze ist oft groß genug, um das Material nach kurzer Zeit zum Glimmen zu bringen. Meist ist noch etwas Pusten notwendig, um aus dem Glimmen ein Brennen zu machen. Tipp: das Licht wird noch stärker gebündelt, wenn die Linse befeuchtet wird.

Feuer schlagen: Anzünden mit Feuerstahl, Feuerstein und Co.

Unter Feuerstahl versteht man normalerweise die in vielen Outdoorshops angebotenen runden, rauen, mit Plastikgriff versehenen Stifte, die per Schnur mit einer Metallplatte verbunden sind. Reibt man die Metallplatte über den Stift, gibt es reichlich Funken, die in die Richtung fliegen, in die der Stift gehalten wird. Eine sehr zuverlässige Anzündhilfe, doch bis der Funkenflug zu einer Glut im Zunder führt, kann es manchmal ein Weilchen dauern.

Feuersteine zeichnen sich durch ihre besondere Härte und ihre glasartige Konsistenz aus. Diese Eigenschaften bewirken, dass der Stein kleine glühende Teilchen aus Stahl ausschlägt. Je mehr Kohlenstoff der Stahl enthält, desto besser funktioniert es. Auch hier richtet man den Funkenflug auf den Zunder, bis eine Glut entsteht.

Den Feuerstein muss man in der Regel mitbringen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass zufällig feuertaugliches Gestein in der Nähe ist, ist in vielen Regionen kaum höher als die eines zufällig im Wald herumliegenden Feuerzeuges. Eine Übersichtskarte über mögliche Fundstellen in Europa bietet die Seite Flintsource.net. Hier sieht man, dass es zwar viele mögliche Fundstellen gibt, Deutschland und der Alpenraum jedoch weit und breit kein Feuerstein bieten.

Alternativ kann ein Feuerstein auch auf andere Mineralgesteine wie Quarz geschlagen werden. Auch das Schlagen einer Messerklinge auf ganz normales Gestein kann Funkenflug erzeugen.

Etwas einfacher wird das Feuerschlagen, wenn man ein verkohltes Stück Baumwollstoff dabei hat. Der Clou dieses leicht entflammbaren Materials ist, dass kleine Funken sehr gut „aufgenommen“ und als Glut erhalten werden. Näheres dazu und zu weiteren möglichen Materialkombinationen zum Aufeinanderschlagen gibt es in diesem sehr gut illustrierten Wikihow-Artikel.

Feuerbohren

Der Vorteil des Feuerbohrens ist, dass es ohne mitgebrachtes Material funktioniert. Gut, ein Messer braucht man, doch das hat man auf vielen Touren ohnehin dabei. Ansonsten benötigt ihr noch ein Brett aus möglichst weichem Holz und ein Stock, der aus einem möglichst harten Holz bestehen sollte und einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter hat. Mit dem Messer spitzt man den Stock an und schnitzt eine Kerbe in das Holzbrett, die den Stock aufnimmt. Der Stock wird dann mit der angespitzten Seite in dieser Kerbe möglichst schnell hin- und hergedreht.

In diesem Youtube-Tutorial sieht man, wie die Feuerbogenmethode sogar ohne mitgebrachtes Material (abgesehen vom Messer) funktioniert. Beim Feuerbogen wird der Holzstock in eine Bogenschnur eingespannt. Er kann durch das Hin- und Herziehen des Bogens in sehr viel schnellere und „hitzigere“ Rotationen versetzt werden als durch bloßes Auf- und Abreiben der Hände.

Die Bogenschnur baust du dir mithilfe eines Schnürsenkels, mit dem du einen Ast auf Spannung biegst. Allerdings ist die Prozedur nicht nur langwierig, sondern auch reichlich mühsam.

Wer weitere interessante und ausgefallene Methoden, wie zum Beispiel die Batterie-Stahlwolle-Methode, kennenlernen will, wird in dem eben erwähnten Wikihow-Artikel fündig.

Das Feuer am Leben halten

Wenn nach etwa 5 bis 10 Minuten der Zunder die dünneren Zweige entflammt hat und eine stabile Flamme mit genügend Hitze entstanden ist, kann nach und nach das dickere und massivere Brennmaterial nachgeschoben werden. Wenn genug glühende Hitze und eine kräftig lodernde Flamme vorhanden sind, lassen sich grobe Blöcke und dicke Knüppel problemlos nachschieben.

Das zuvor beschriebene Tipi ist die klassische Methode, um dieses stabile Feuer zu kreieren: ein „Indianerzelt“ aus maximal fingerdicken Zweigen wird über dem Zunderhaufen aufgestellt. Das Tipi muss locker genug geschichtet sein, um genug Luft hindurchzulassen. Und nicht vergessen: möglichst viel Brennmaterial sollte schon im Voraus nahe am Feuer aufgeschichtet sein und nur langsam nachgelegt werden.

Für ein lang anhaltendes Feuer sollten dünne und dicke Zweige/Äste vermischt werden. Zu dicke oder zu dicht gelagerte Knüppel können die Luftzufuhr abschnüren und das Feuer ersticken. Andererseits sollte das Brennmaterial auch nicht zu locker geschichtet sein, da sich so die Hitze nicht konzentrieren kann.

Mehr dazu und über die verschiedenen Feuerformen folgt im dritten und letzten Artikel der Feuer Serie. In diesem Sinne, to be continued…

Feuer machen Teil 1 – die richtige Vorbereitung

6. November 2018
Tipps und Tricks

Wärme gibt es aus dem Kocher und Licht kommt aus der LED-Lampe. Warum also überhaupt Feuer machen? Ach so, weil man in gemütlicher Runde zusammensitzen will und es beim Draußensein nicht nur um Zweckmäßigkeit, sondern auch um Stimmung geht? Und weil ein Feuer nicht nur wärmen und beleuchten, sondern auch kochen, entkeimen und beschützen kann? Na dann sollten wir uns das vielleicht doch mal näher anschauen.

Dabei fällt zunächst auf, dass es eher nicht funktioniert, einfach in den nächsten Wald zu spazieren und ein paar Zweige anzuzünden. Abgesehen von den materiellen Herausforderungen gibt es  insbesondere in Deutschland Regeln und Verbote zu beachten. Diese schauen wir uns genauer an, bevor es mit den handfesten Feuer-Vorbereitungen weitergeht. Zuerst braucht es aber noch eine kleine Definition.

Feuer ist nicht gleich Feuer

Wenn von „Feuer machen“ die Rede ist, meint man in der Regel kein Herd-, Kamin- oder Ofenfeuer, sondern ein „offenes Feuer“. Vereinfacht gesagt ist ein Feuer dann offen, wenn es in keinem geschlossenen Brennraum entzündet wird. Beim Lagerfeuer handelt es sich also eindeutig um ein offenes Feuer.

Allerdings können auch Feuertonnen, Hoboöfen, Grillöfen und manche Arten von Kochern als „offen“ gelten. Hier gerät man schnell in einen Dschungel aus Ermessensspielräumen und Grauzonen. Deshalb konzentrieren wir uns in dieser Artikelreihe ausschließlich auf das klassische Lagerfeuer draußen in der „freien Natur“.

Wie jetzt, man darf nicht? Rechtliches und Regeln

Zunächst ist die Antwort so einfach wie ernüchternd: in Deutschland ist offenes Feuer und offenes Licht (Kerzen, Fackeln, Laternen) im Wald und bis in 100 Metern Abstand vom Waldrand verboten. Normalerweise gilt zwischen 1. März und 30. Oktober auch ein Rauchverbot und selbstverständlich ist es verboten, glühende Kippen wegzuwerfen. Auch für Wiese, Feld, Flur und Uferzonen gelten Auflagen und Verbote.

Doch wie immer, wenn es um Rechte, Regeln und Verbote in Deutschland geht, sind diese kompliziert und umfangreich – und so findet man hinsichtlich dessen auch in Sachen Feuer keine Ausnahme. Den regulierenden Rahmen setzt zwar das Bundeswald- und das Bundesnaturschutzgesetz, aber vieles ist auch länderspezifisch geregelt oder unterscheidet sich sogar von Gemeinde zu Gemeinde. Dabei können sich die Vorschriften auf verschiedenen Ebenen durchaus widersprechen. Im Zweifel gilt dann, laut des Outdoor- und Survivalexperten Kai „Sacki“ Sackmann, die länderspezifische Regelung. Sackmanns lesenswerter Artikel ist einer von den wenigen detaillierten und klar strukturierten Beiträgen zur deutschen Rechtslage beim Outdoor-Feuer.

Aber warum geht es in Deutschland eigentlich so kompliziert und reguliert zu? Nun, es gibt hier eben sehr viele Menschen (im Schnitt etwa 225/km²), die sich relativ wenige und überwiegend kleine Naturräume teilen. Die Regeln und Vorschriften sind also nicht dazu da, um uns Outdoorer zu ärgern, sondern es geht darum, die verbliebenen Wälder und Naturflächen vor Bränden und anderen Schäden zu bewahren.

Der allergrößte Teil der Wälder ist zwar frei zugänglich, aber keineswegs wild. Zumeist handelt es sich um forstwirtschaftliche Nutzflächen, die Staat, Ländern, Kommunen oder Privatpersonen gehören. Selbst eine Genehmigung des Grundbesitzers ist nicht immer ein sicherer Freifahrtschein, da auch für Privatgrundstücke Einschränkungen gelten – vor allem, wenn sie in Waldnähe liegen. Im Zweifelsfall sollte man das Feuerchen also lieber bleiben lassen…

Umweltaspekte

Auch wenn die Millionen Grillmeister es nicht gerne hören: jedes Feuer stellt eine Luftverschmutzung dar. Deshalb sollte man, unabhängig von der geltenden Gesetzeslage, immer hinterfragen, ob das Grill- oder Lagerfeuer auch wirklich sinnvoll und stimmig ist.

Anwohner oder andere Outdoorer, die womöglich durch den Rauch belästigt werden, sollte man ebenfalls nicht ignorieren. Vielleicht kann man sie ja mit ins Boot holen, indem man sie auf ein Stockbrot einlädt.

Ist Feuer erlaubt, bedeutet das nicht, dass einfach alles brennbare Material in die Flammen geworfen werden darf. Normalerweise sollte ausschließlich trockenes, unbehandeltes Holz oder Holzkohle verbrannt werden. Nasses Material führt zu einer übermäßigen Rauchentwicklung; behandeltes Material (wie zum Beispiel lackiertes Holz) ist gesundheits- und umweltschädlich.

Die Rechtslage in der Schweiz und in Österreich

Für Bergfreunde ist natürlich auch die Gesetzeslage im Alpenraum von Interesse. Was sagen also die südlichen Nachbarn zum Thema Feuer? Die Eidgenossen setzen ein gewisses Vertrauen in den naturverbundenen „Common Sense“ des Menschen und pflegen deshalb einen liberalen Umgang mit der Sache:

Es gibt auf Bundesebene kein Gesetz, das Feuermachen in der Natur grundsätzlich verbieten würde, erklärt Rebekka Reichlin vom Bundesamt für Umwelt gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1. «Es gibt in der eidgenössischen Wald-, Jagd- bzw. Naturschutzgesetzgebung keine expliziten Feuerverbote. Das heißt, es ist grundsätzlich erlaubt, Feuer zu machen.»

Gute Nachrichten also für die Grill- und Feuerfreunde in der Schweiz. Allerdings heißt das nicht, dass überall wild drauflosgezündelt werden darf, denn es gibt sehr wohl regionale und temporäre Verbote, die in den meisten Fällen durch die Waldbrandgefahr begründet sind. Laut SRF-Recherche gibt es aber mindestens 500 offizielle Feuerstellen, an denen nicht selten eine luxuriöse Infrastruktur vorhanden ist (inklusive frei verfügbarem Brennholz)!

In Österreich ähnelt die Lage jener in Deutschland. Auch hier ist im Wald prinzipiell von einem Verbot auszugehen. Auf anderen Flächen sollte man sich zuvor sicherheitshalber bei den zuständigen Gemeinden informieren.

Wo? Die richtige Feuerstelle

Zum Glück besteht das Outdoorleben nicht nur aus Verboten. Außerhalb von Schutzgebieten kann man durchaus die zuständigen Forstbehörden nach einer Genehmigung fragen. Laut „Sacki“ Sackmann haben erfahrene Bushcrafter damit immerhin eine Erfolgsquote von etwa 50%.

Ansonsten beantwortet sich die Frage nach geeigneten und „wirklich sicher erlaubten“ Stellen fast von alleine: man nehme ausgewiesene Grillplätze und Feuerstellen, die meist in Wanderkarten oder vor Ort auf Schildern gekennzeichnet sind. Ebenfalls finden sich gelegentlich auf den Websites von Tourismusverbänden Auflistungen von offiziellen Feuerstellen. Vereinzelt zeigt auch Google Maps, nach Eingabe von Suchbegriffen wie „Feuerstelle“, „Feuerstätte“ oder „Grillplätze“, solche Plätze an.

Das Feuer in der „freien Natur“ sollte möglichst nicht direkt im Wald brennen. Wenn es im Wald sein muss, dann an einer möglichst offenen Stelle, wie beispielsweise an einer Lichtung.

Zudem sollte man nicht nur auf die Brandgefahr durch Funkenflug und Glutnester achten, sondern auch möglichst vermeiden, ein unschönes Loch in der Bodenvegetation zu hinterlassen. Aus diesem Grund sollten, wann immer möglich, bereits vorhandene Feuerstellen genutzt werden. Im Allgemeinen sind Sand, Kies, Fels und mineralische Untergründe am besten geeignet. Hier können auch die Spuren des Feuers am besten beseitigt werden.

Ist kein mineralischer Untergrund verfügbar, sollte der Erdboden ausgestochen und vor Verlassen der Feuerstelle sorgfältig wieder eingesetzt werden. Hier kann ein robustes Messer oder ein Klappspaten gute Dienste leisten. Doch Vorsicht: Insbesondere in Torf-, Heide- und Sumpflandschaften kann organisches Material im Untergrund noch lange Zeit nach dem Feuer unbemerkt weiter glimmen und folglich Brände auslösen!

Selbstverständlich sollte sich die Feuerstelle auch in gebührendem Abstand sowie auf der windabgewandten Seite von brennbaren Gegenständen, wie dem Zelt, befinden.

Vorbereitung: Worauf muss ich sonst noch achten?

Manche Outdoorenthusiasten entfachen viel zu große Feuer, die nicht nur unnötig viel Material verheizen, sondern auch schwerer zu regulieren sind. Vor allem beim Kochen bringt es wenig, wenn das Feuer zwar einen Riesenumkreis erwärmt, man aber den Topf oder die Pfanne kaum anfassen kann.

Wenn die richtige Größe festgelegt ist, sollte als nächstes Laub, Moos und anderes organisches Material bis zu etwa einem Meter um die Feuerstelle herum entfernt werden. Das gilt auch für feuchtes Material, welches, nach dem Verdunsten der Feuchtigkeit, ebenfalls anbrennen kann.

Vor dem Anzünden des Feuers sollte neben reichlich Zunder auch möglichst viel (und in verschiedenen Größen) Nachschub zum Anfeuern und Brennen griffbereit sein. Dieses kurz vor dem Erlöschen der Flammen hektisch zusammenzusuchen ist eher kontraproduktiv. Mehr zum Thema Zunder und Anzündholz folgt in einem fortsetzenden Artikel, in dem wir näher auf den richtigen Start eines Feuers eingehen werden.

Brennmaterial

Wie vorhin schon erwähnt, sollten ausschließlich trockenes Holz und Holzkohle als Brennstoff dienen. Stroh und Reisig (dünne, trockene Zweige) sind wegen des schnellen Abbrennens, der starken Rauchentwicklung und der großen Gefahr von herumfliegenden Glutfetzen ausschließlich als Zunder geeignet.

Das Verbrennen von Grünschnitt und Gartenabfällen ist wegen der schlechten Brennbarkeit und vor allem der umweltschädlichen Rauchentwicklung normalerweise verboten und mit hohen Geldbußen belegt.

Welches Holz für welches Feuer?

Welchen Zweck hat das Feuer? Soll es schnell und heiß brennen, um eine Suppe oder einen Tee aufzukochen? Oder soll es länger anhaltend und gleichmäßig brennen, um zu grillen und zu schmoren? Vielleicht braucht es auch ein großes Heizfeuer? Grundwissen um die verschiedenen Hölzer und ihre Eigenschaften ist äußerst nützlich, selbst wenn man draußen nicht immer genau das jeweils passende Holz findet.

Zunächst sollte immer versucht werden nur Totholz zu verwenden, anstatt den Bäumen lebende „Gliedmaßen“ zu entwenden. Totes Holz, welches noch steht, beziehungsweise hängt, ist der Idealfall. Auf dem Boden liegendes Holz kann auch verwendet werden, doch glimmt dieses aufgrund seiner Feuchtigkeit eher, als das es wirklich brennt. Wenn das Feuer jedoch ordentlich brennt, kann feuchteres Holz neben dem Feuer etwas getrocknet und dann nachgelegt werden.

Lebendes Holz wird fachmännisch „grünes Holz“ genannt. Wegen seines hohen Harzgehaltes entwickelt es beim Verbrennen viel Rauch und viele Funken. Bei Nadelhölzern treten diese Eigenschaften besonders auf. Sie sind zwar relativ weich, brennen leicht und entfalten kräftig Hitze, machen aber kaum Glut und dafür reichlich Rauch und Funken. Hier kann man mit Tannenzapfen, die oft üppig glühen, nachhelfen.

Holz von Laubbaumarten wie Buche oder Eiche ist schwerer entflammbar als Nadelholz, aber brennt dafür länger, bildet länger anhaltende Glut und entfaltet weniger Rauch und Funken.

Und was macht man wenn es keine Bäume in der Umgebung gibt? Dann kann man alternativ das Material von Sträuchern und Büschen oder Treibholz von Stränden und Ufern verwenden. Letzeres ist jedoch sehr trocken und brennt entsprechend kurz und heiß. Im Notfall können auch Gräser, Moose und Schilf zum Einsatz kommen, die zuvor möglichst dicht gepresst werden sollten. Weitere Notlösungen wären Torf und getrocknetes Tierkot.

Brandbeschleuniger wie Spiritus und Benzin sind eine ganz schlechte, gelegentlich sogar tödliche Idee! Abgesehen davon, dass das Feuer außer Kontrolle geraten kann, entsteht beim Hineingießen oder -sprühen unter Umständen eine Rückzündung – das bedeutet, dass die Flammen einem urplötzlich entgegen schlagen.

Wind, Regen, Schnee: Feuer bei widrigen Bedingungen

Bei Feuchtigkeit oder Schnee braucht es eine Feuerschale oder andere Unterlagen (wie zum Beispiel Sand, Kies, Gestein, feucht-grünes Holz), da das Feuer sonst womöglich einsinkt und in einer Pfütze verlöscht. Wird Holz als Unterlage genommen, sollten die möglichst gleichförmigen und möglichst schlecht brennbaren Zweige und Äste wie ein Grillrost dicht nebeneinander gelegt werden.

Bei starkem Wind muss man das Feuer durch einen umgefallenen Baumstamm, einen Wall aus Steinen oder anderes verfügbares Material abschirmen. Da ein Feuer Sauerstoff braucht, sollte es allerdings auch nicht durch eine zu geringe Durchlüftung eingeschnürt werden. Alternativ zum Wall kann man das Feuer auch als Grabenfeuer in die Tiefe verlegen – mehr dazu und zu weiteren Feuerarten folgt im nächsten Feuer-Artikel.

Bei Regen sind die unteren Äste von Nadelbäumen meist relativ gut geschützt. Hobelt man die äußeren Schichten von Fichten- oder Kieferästen mit einem Messer ab, erhält man Brennholz, das auch bei nasser Witterung noch einigermaßen trocken ist.

Last but not least gilt Vorsicht vor nassen oder vereisten Steinen! Oft befindet sich Wasser in Poren und Spalten, das beim Verdampfen sein Volumen vergrößert. Der dabei entstehende Druck kann stark genug werden, um die Steine zu zerbersten und sie in gefährliche Geschosse zu verwandeln! Durch sehr langsames Erwärmen kann das Problem entschärft werden.

Nach dieser gründlichen Vorbereitung sollte hoffentlich nichts mehr schiefgehen und es kann mit der eigentlichen Action losgelegt werden. Im nächsten Artikel erfahrt wir, wie man das Feuer entzündet und vor allem, wie man es am Brennen hält. Zusätzlichen stellen wir einige besonders praktische Feuerarten vor. Wir sehen uns also in Teil 2!

Materialinfo Aramid/Kevlar – Ein Superheldenmaterial im Outdoorsport?

31. Oktober 2018
Ausrüstung

Ein leichtes, schnitt- und stichfestes Gewebe, verwendbar für schusssichere Westen, feuerfeste Verstärkungen oder Beschichtungen für Flugtriebwerke: auf den ersten Blick eignet sich Aramid mit seinem Handelsnamen Kevlar eher für Superheldenkostüme als für Outdoor-Breitensport. Doch die Eigenschaften dieses ganz speziellen Materials lassen sich für viele Outdoorprodukte nutzen – von Handschuhen über Hosen, Helme und Rucksäcke bis hin zu Reepschnüren. Auf jeden Fall lohnt es sich diesen Kunststoff mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Was ist Aramid?

Salopp gesagt ist Aramid eine Unterart der Polyamide und damit ein weiterer der zahlreichen Kunststoffe, die auf Erdöl-bzw. Kohlenwasserstoffbasis bestehen. Bei Wikipedia klingt die Definition präziser, aber auch sperriger:

Aramide, auch Polyaramide oder aromatische Polyamide genannt, sind Polyamide, bei denen die Amidgruppen an aromatischen Gruppen gebunden sind. Aramide zählen zu den Flüssigkristallpolymeren (FKP). Die wichtigsten Typen sind Poly(p-phenylenterephthalamid) (PPTA, Handelsnamen: Kevlar, Twaron) und …“

Warum die Dinger „aromatisch“ genannt werden? Gute Frage! Es liegt tatsächlich daran, dass diese Stoffgruppe (zumindest in Teilen) gern intensive, oft als angenehm empfundene, (Duft)Aromen freisetzt. Doch wir sind weniger am Geruch, sondern eher an den funktionalen Eigenschaften interessiert. Und von diesen Eigenschaften gibt es so einige, auf die wir im Folgenden noch näher eingehen werden.

Zuvor aber erstmal noch ein paar Infos zu der Schmiede von Aramid: Mitte der Sechziger Jahre forschte man beim amerikanischen DuPont Konzern intensiv an der praktischen Verwendbarkeit von Aramiden. Dabei wurde Kevlar, die bekannteste Aramidfaser, enwickelt und zur Produktstreife gebracht. Kevlar dürfte der einzige Handelsname sein, der Bergfreunden eventuell schon einmal zu Ohren gekommen ist, denn diese Aramidfaser wird auch in Outdoor- und Bergsportprodukten verarbeitet. Genauer gesagt findet man in diesem Bereich nur Kevlar, weshalb wir uns in der weiteren Betrachtung auch hauptsächlich auf diese Markenfaser konzentrieren. Andere Aramidprodukte wie Nomex, Teijinconex, Twaron oder Technora sind eher für Modellsportfreunde, Feuerwehrleute, Soldaten und Astronauten interessant…

Herstellung

Vielfältig und komplex – so könnte man die Herstellungsverfahren von Aramiden zusammenfassen. Hauptsächlich werden sie als Fasern, seltener als Folien, hergestellt. In der Werkstoffkunde unterscheidet man Niedermodul- und Hochmodulfasern, deren funktionalen Eigenschaften etwas voneinander abweichen.

Hochmodulfasern werden „aus einer flüssigkristallinen Lösung von polyparaphenylenen Terephthalamiden in konzentrierter Schwefelsäure versponnen. Nach der Oberflächenbehandlung werden HM-Fasern zusätzlich mechanisch gereckt, wobei ein hoher Orientierungsgrad der Einzelfibrillen erreicht wird.“ Der „hohe Orientierungsgrad“ ist als sehr saubere Musterung der Fasermatrix sichtbar. Die exakte Geometrie ist für Aramidgewebe ebenso charakteristisch wie die goldgelbe Farbe. Damit sind wir auch schon bei den Eigenschaften angekommen.

Eigenschaften

In der Eigenbeschreibung ihres Kevlar-Produktes hebt die Firma DuPont hervor, dass man mit diesen Fasern „besser, fester und sicherer“ unterwegs sei: „Sie werden dazu verwendet, Kleidung, Zubehör und Ausrüstung sicher und schnittfest zu machen. (…) Sie werden ebenso auf Skihängen, Bahnstrecken, in anspruchsvollen Wüstengebieten, ja sogar in den unendlichen Weiten des Alls eingesetzt.

Der breite Einsatzbereich kommt durch die hohe (Zug)Festigkeit, hohe Schlagzähigkeit, hohe Bruchdehnung, gute Schwingungsdämpfung und Hitzebeständigkeit der Aramide zustande. Statt zu schmelzen, beginnen sie erst bei etwa 400 °C zu verkohlen. Auch Lösungsmittel, Kraftstoffe, Schmiermittel, Salzwasser sowie Pilze und Bakterien können den Aramidfasern nicht viel anhaben. Lediglich von einigen starken Säuren und Laugen werden sie angegriffen. Man könnte entsprechend sagen, dass das Zeug wirklich hart im Nehmen ist.

In Sachen Druckfestigkeit liegen Aramidgewebe allerdings nur im Mittelfeld der Kunststoffe; bei UV-Beständigkeit und Wasseraufnahme (bis zu 7 %) schneiden sie sogar ziemlich schlecht ab. UV-Einstrahlung führt relativ schnell zu bis zu 75 % der Festigkeit. Dem lässt sich jedoch mit UV-absorbierenden Deckschichten bzw. einer Verarbeitung als Laminat relativ einfach entgegenwirken. Generell ist Aramid gut kombinierbar mit anderen Stoffen, wodurch sich die Funktionalität in viele Richtungen optimieren und erweitern lässt.

Verwendung

Die speziellen Eigenschaften prädestinieren Aramid für eine große Bandbreite an Verwendungen. So kommt es zum Beispiel in der Industrie und im Bauwesen in unzähligen Teilen zum Einsatz. Im Sport- und Outdoorbereich werden besonders die Zähigkeit, Zugfestigkeit und das geringe Gewicht des Materials geschätzt. Aramidfasern werden so zum Beispiel in Reepschnüren, Fangleinen für Gleitschirme, Segeln, Fahrradreifen usw. verwendet.

In den Textilien dienen Kevlar-Elemente vor allem als Verstärkungen, die den Körper schützen und die Lebensdauer der Kleidungsstücke erhöhen. Besonders beliebt sind die Kevlar-Verstärkungen bei Fahrrad-, Motorrad- und Rennsportkleidung sowie an besonders beanspruchten Stellen von Outdoorhosen und Rucksäcken. Als Nähte kommen Kevlarfasern in Klettersteig- und Skihandschuhen zum Einsatz.

Mit der Zähigkeit des Materials geht allerdings eine gewisse Steifheit einher, die besonders im Outdoorbereicht nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich bringt. Anschaulich wird das am Beispiel der relativ neuartigen Kevlar-Reepschnüre, die es auch als fest vernähte Schlingen in verschiedenen Größen gibt. Sie bestehen im Kern aus Aramid, während sich der Mantel, wie bei „normalen“ Reepschnüren und Seilen, aus Polyamid zusammensetzt. Der Aramidkern ist bräunlich und so vom herkömmlichen, blendend weißen Polyethylenkern des üblichen Schnur-, Seil- und Bandmaterials leicht zu unterscheiden.

In der Ausgabe 5/2014 des DAV Panorama Magazins wurden als Vorteile die hohe Festigkeit und hohe Kantenschnittfestigkeit hervorgehoben. Hinzu kommen eine besondere Abriebfestigkeit, hohe Hitzbeständigkeit und eine Zugfestigkeit, die weit über der von Polyamidschnüren liegt. Kevlar-Reepschnüre bieten bei gleichem Durchmesser auch eine weitaus höhere Bruchlast als herkömmliche Reepschnüre.

Als Nachteil nennt das Panorama Magazin die, im Vergleich zu reinen Polyamidschlingen, größere Mantelverschiebung. Außerdem ist „das quasi-statische Material … nicht geeignet zum Sichern für dynamische Belastungen (Vorstieg).“

Wegen der Steifheit ist Kevlar nicht als Material für Bandschlingen geeignet und wegen der fehlenden Elastizität (genauer: Bruchdehnung) nicht als Seilmaterial. Die Steifheit wird jedoch zum Vorteil, wenn die Kevlarschlinge zum Fädeln enger Sanduhren, oder für eine Abalakow-Eissanduhr zum Abseilen, verwendet wird.

Fazit

Wenn es auf Stabilität, Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit ankommt, ist Aramid/Kevlar ein kaum zu übertreffendes Material. Seine spezifischen Eigenschaften erweisen sich im Bereich Outdoor und Bergsport in bestimmten Verwendungen und Situationen als vorteilhaft, in anderen wiederum nicht. Seine Verwendungsmöglichkeiten sind hier nicht ganz so vielseitig wie in Rad- und Motorsport, Arbeitsschutz und anderen Bereichen.

Kein „Voll normaaal“ Weg – DAV NRW Alpinkader gelingt Bigwall-Erstbegehung im Urner Granit

30. Oktober 2018
Bergfreunde Pro-Team

Mit dem NRW Alpinkader unterwegs zu sein, ist eine coole Sache. Nicht nur, weil ich der Trainer bin und deshalb immer Recht habe. Es ist eigentlich immer lustig, so wie im Sommer 2017 im Schweizer Voralptal: Sebastian kämpft seit Stunden mit der zweiten Seillänge der Techno-Route „The Shield“ (A3, 6c, 7 SL) und Moritz, der ihn sichert, ist gleichermaßen engagiert mit den Mücken.

Genau genommen befinden wir uns in einem kleinen Seitental des Voralptals. Gelegen, man könnte auch sagen versteckt, unterhalb des recht unspektakulären Mittleren Höhenbergs, überragt vom großen Kletterberg Salbitschijen. Aber: Dieses Tal hat es wirklich in sich. Neben vielen Stechmücken gibt es hier sehr sympathische Pflanzen, die einem mitunter zweitgradige Verbrennungen zufügen; und dann gibt es natürlich auch noch diesen perfekten Granitpfeiler, an dem gerade zwei Seilschaften unseres Teams klettern.

Der Rest der Mannschaft ist derweil weiter oben zugange, an einer etwas größeren Wand. Man erreicht diese von der Voralpkurve des Göschenertals in nur eineinhalb Stunden, doch die sind mühevoll. Vielleicht liegt es daran, oder auch an der Vegetation in der Wand, dass sie bisher wenig beachtet wurde. In einem grasigen Riss, nicht weit vom Boden entfernt, finden wir einen alten Fixkeil mit eingeknoteter Reepschnur, was auf einen früheren Versuch hindeutet. Sonst gibt es hier keinerlei menschliche Spuren.

Dave, der Held

Es ist der Sommer 2017. Martin, Charly und ich nehmen uns den unteren Teil der Wand zur Brust. Dieser Bereich ist leicht geneigt, während die Wand oben ordentlich überhängt. Nach einer tollen Platte wird das Gelände für zwei Seillängen – sagen wir mal – ungut.

Nicht nur etwas viel Grünzeug hängt hier in der Wand, sondern auch ein paar lose Schuppen und Blöcke. Als Erstbegeher muss man viele Entscheidungen treffen, unter anderem, was man mit dem losen Zeug tut. Ich persönlich will nicht, dass irgendwann irgendjemand davon zermatscht wird. Also schicken wir es entweder ins Tal, oder wir geben unser Projekt auf, bevor wir richtig losgelegt haben. Aber dafür sieht der obere Teil der Wand zu cool aus.

Dave steht unter uns und gibt per Funk grünes Licht, dass ihn nichts treffen kann. Es ist immer wieder unangenehm die Regel zu brechen, dass man keinen Steinschlag auslösen sollte. Aber abgesehen von Dave kann es in diesem Fall wirklich niemanden treffen…

Teil zwei – jetzt wird’s ernst…

Im Sommer 2018 führt die Reise erneut ins Göschenertal, zum Zeltplatz Mattli, unserem sehr geschätzten Basecamp und Ausgangspunkt, um in wechselnder Besetzung an unserem Projekt weiterzuarbeiten. Klar, klettern spielt dabei auch eine entscheidende Rolle, aber mit dem Anspruch eine gute Route zu hinterlassen trifft es der Begriff „arbeiten“ besser.

Konkret heißt das: einen Zustiegspfad anlegen, Material zur und in die Wand bringen, Fixseile verlegen, die beste Linie austüfteln, Fixpunkte anbringen, Risse ausputzen und so weiter. Es ist cool zu sehen wie alle Gas geben. Ich erlebe sogar den denkwürdigen Moment als Merlin eine Bürste ergreift und zum ersten Mal in seinem Leben putzt…

Blöderweise herrscht nur mal wieder instabiles Sommerwetter. Es ist zwar warm, aber das Wetter ist auch immer wieder für einen Regenschauer oder ein Gewitter gut. Gleichzeitig müssen wir länger am Stück in der Wand bleiben, denn sonst geht’s nicht richtig voran. Am großen Band nach der dritten Seillänge richten wir uns ein komfortables Lager ein, mit Portaledge samt Fly und einer zusätzlichen Plane, unter der wir uns zurückziehen können. Alles ist angerichtet. Jetzt wird’s ernst.

Techno-Spielchen und Fettnäpfchen

Die Seillängen vier und fünf haben es in sich sich. Zuerst diese Rissverschneidung, in der sich über 35 m kaum ein solider Fixpunkt anbringen lässt, dann eine kürzere Länge, die allerdings knifflig und anstrengend ist. An dieser Stelle hinterlassen wir einen der wenig gebohrten Zwischenhaken (den ersten nach der Einstiegsplatte) und einen fixierten Beak. So ist diese Länge nur circa A3+ und nicht A4 (oder mehr), aber ich denke dennoch, dass sich die wenigsten Wiederholer hier langweilen werden.

Bei den Gefahren, die eine Bigwall-Erstbegehung mit sich bringt, denken die wenigsten an Fettnäpfchen. Michaela fand meinen Witz an diesem Morgen, sie sei nur zum Kaffeekochen mit in der Wand, nicht so lustig (wirklich sehr unpassend, aber kann ja mal passieren…). Tatsächlich begleitet sie uns ein paar Tage, sagen wir mal im Rahmen eines Bigwall-Praktikums.

Jetzt ist sie noch ein bisschen wütend – ein idealer Zustand, um sie auf den nächsten zugewachsenen Riss loszulassen. Dieser führt sie direkt zum großen Dach, dem markantesten Detail der Wand. Nach gut 10 Metern Gartenarbeit bricht ihr ein Fixpunkt aus und sie fällt ins Leere. Ich werfe ihr ein Seil zu und ziehe sie zurück zum Stand.

Moritz übernimmt und meistert den Rest dieser spektakulären Seillänge – wir nennen sie „Great-Roof-Pitch“ – gewohnt souverän. Wir installieren ein Fixseil und seilen ab. Dabei stellt sich die Frage, ob man ohne Fixseil überhaupt runter kommt, denn selbst mit zwei sehr langen Seilen erreicht man die Wand unterhalb des Dachs wohl nicht mehr.

Und dann auch noch der Chockstone Crack

Sascha und Charly haben sich in Stellung gebracht. Ihr Portaledge hängt regensicher am Standplatz unterm „Great Roof“. Aber auch sie werden in der Folge nichts geschenkt bekommen. Die Wand bleibt steil und wild. Die achte Seillänge folgt einem immer breiter werdenden Riss. Als der 6er-Cam zu klein wird, sollen zwei eingeklemmte Felsbrocken zur Fortbewegung herhalten, doch die drohen aus der Wand zu fallen. Also nochmal bohren.

Es folgt ein Pendelquergang im überhängenden Gelände, eine unheimliche „A3-Schuppe“ und ein langer Runout. Nach 60 Metern ein perfekter Standplatz. Danach folgt noch eine Seillänge und ein letzter Cliff-Zug unter der großen Felsnase, die man schon vom Tal aus sehen konnte. Die letzten Meter sind ein Hakenriss. Alles löst sich perfekt auf. Welch ein Lohn für Einsatz, Schinderei, und – bei mir natürlich nicht, nur bei den Jungs – für den ein oder anderen Tropfen Angstschweiß! Yeah, so läuft das im Mosquito Circus!

Weitere Infos zur Erstbegehung und Einrichtung des Mosquito Circus (A3+, 6c, 285m).

Routenbeschreibung

  1. SL: 45 m 6c A2 bzw. 7a+ (linke Variante) oder 6c A2+ (rechte Variante). Erst Freikletterei in großer Platte, dann entweder nach links zur Schuppe (einfacher) oder rechtshaltend mit 2 x Bathook zum feinen Riss (besser).
  1. SL: 20 m A1 und 4. Dreckrampe und Podeste.
  1. SL: 40 m A1 und 4+. Linkshaltend bis zu Band, dort nach rechts queren zum „Ersten großen Band“.
  1. SL: 40 m A3+. Viele mittlere Pecker und mittlere Knifeblades. Erst Verschneidung, dann Rechtsquerung an Cam-Schuppe zum Stand: Achtung: am Ende der SL unbedingt den Bogen über links klettern, nicht direkt zum Stand, wegen loser Riesenschuppe!
  1. SL: 25 m A3+ und 4. Links haltend in überhängende Platte mit 8-mm-Bolt und fixiertem Pecker. Zuletzt einfach zum Stand.
  1. SL: 45 m A2+ und 4 „Great-Roof-Pitch“. Feiner Riss in der rechten Wand – luftig.
  1. SL: 10 m „Zweites großes Band“. Querung nach links. Offensichtlicher Stand an Cams.
  1. SL: 60 m A3 und 4 „Chockstone-Crack“. Geschwungener Offwith-Riss. Achtung, die Klemmsteine sind locker. Pendelquergang an Bolt zu heikler Schuppe.
  1. SL: 40 m 5 A2 „Nose“. Markanter Riss, Dachquerung nach rechts, kurze Ausstiegsverschneidung. Stand an Block.

Abstieg

Abstieg entweder über den Gipfel des Mittleren Höhenberges (20-30 min vom Ausstieg der Route) und Salbithütte oder besser durch Abseilen über die Route, beziehungsweise Abseilpiste.

Abseilen

  • SL 9 und SL 8 seilt man direkt ab (35 m, 55 m)
  • SL 7 zurückqueren zum 6. Stand („Zweites großes Band“)
  • 16 m zu Abseilstand mit Fixseil an der Dachkante des „Great Roof“
  • 20 m abseilen und sich zum Stand unterm Dach ziehen
  • 42 m zum „Ersten Großen Band“
  • 20 m direkt runter zu Podest
  • 50 m zu kleinem Absatz
  • 20 m zum Boden

Absicherung und Material

Die Stände sind gebohrt (jeweils zwei 10er-Bolts), abgesehen vom Cam-Stand am „Zweiten großen Band“. Außerdem stecken vereinzelt gebohrte Zwischenhaken und Schlaghaken (bitte nicht entfernen). Inklusiv Standhaken sind es im Schnitt drei Bohrhaken pro Länge. Davon wurde nur knapp die Hälfte während der Erstbegehung gesetzt, der Rest nachgebohrt, mit dem Gedanken, einzelne Stellen zu entschärfen und den Materialaufwand für Wiederholer in einem angemessenen Rahmen zu halten. Mit dem aufgeführten Material lässt sich die Route jetzt weitestgehend gut absichern.

  • 60-m-Seile
  • 2 x Cam #0.1 (besser Aliens)
  • 3 x Cam #0.2–0.5 (besser Aliens)
  • 2 x Cam #0.75–4
  • 1 x Cam #5
  • Rock 3–7
  • kleines Set Micro-Offset-Keile
  • 9 Beaks (1 x groß, 4 x mittel, 4 x klein)
  • 10 Knifeblades, verschiedene Längen und Dicken
  • 2–3 LAs, eher dünn
  • 2–3 Angles, eher dünn
  • 1–2 x Talon
  • 1 x Grappling Hook o. Ä.
  • Drahtbürste und Fugenkratzer
  • Mückenspray
  • für den Zustieg feste Schuhe und dünne Lederhandschuhe

Tipps und Taktik

Schnelle Seilschaften können die Route in zwei Tagen (Tal bis Tal) klettern. Biwak dann am besten am „Ersten großen Band“ (nach der 3. SL). Für die meisten Teams wird wohl ein weiteres Biwak fällig.

  • Die sichere Variante: Biwakzeug bis zum „Zweiten großen Band“ mitnehmen.
  • Die leichte Variante: Biwakzeug am „Ersten großen Band“ lassen und Gas geben. Die Cams #4–5, den 3. Satz #0.2–0.5 und 1 x #3 kann man bis zur „Great-Roof-Pitch“ im Haulbag lassen.

Zustieg und Einstieg

Von der Voralpkurve (1402 m, Parkplatz und Bushaltestelle) dem Weg zur Voralphütte folgen. Nach 20 min Gatter, kurz darauf Doppelkehre. 13 m nach der zweiten Kehre weglos rechts hoch in schwache Waldschneise (ca. 1565 m). Den Steinmännern folgen bis kurz vor den Einstieg der Route Traumschiff. Weiter zum Einstieg von Muja Hedder. Nun tendenziell rechts halten, an der Wand entlang (Wegspuren, vereinzelt kurze Fixseile). Nicht links im großen Couloir gehen (Steinschlaggefahr, mühevoll). Mit Bigwall-Gepäck insgesamt ca. 1,5 h. Einstieg auf ca. 1820 m bei dem kleinen Vorbau der markanten großen Platte (einzelner Bohrhaken).

Sicher übernachten bei eisiger Kälte – eine Schneehöhle bauen

24. Oktober 2018
Tipps und Tricks

Es gibt bekanntlich vier menschliche Grundbedürfnisse, deren Stillung in einer Notsituation entscheidend sind. In der Reihenfolge der Wichtigkeit sind das: Wärme, Schlaf, Wasser und Nahrung. Zumindest für die ersten Beiden kann eine Schneehöhle des Rätsels Lösung sein. Die isolierende Eigenschaft von Schnee sorgt dafür, dass sich die Temperatur in einer Schneehöhle konstant um den Gefrierpunkt bewegt.

Wie ihr eine solche Schneehöhle baut und auf was ihr dabei achten solltet, durfte ich auf einem Kundenevent der österreichischen Firma Carinthia erlernen. Dort ging es nämlich nicht nur darum die Vorzüge und Produktionsspezifika des patentierten Füllmaterials GLoft kennenzulernen, sondern auch unter Anleitung ausgewiesener Experten zu lernen, wie man sicher in eisiger Kälte übernachten kann.

Einen Bauplatz wählen

Beginnen sollte man damit einen geeigneten Bauplatz für die Schneehöhle zu wählen. Ideal sind dafür überhängende Schneewechten oder leichte Hanglagen, weil sich dort der Schnee gut aufstaut. Auch auf die Schneekonsistenz sollte man achten, denn der Schnee sollte an der Oberfläche möglichst fest sein. Schlecht geeignet ist also Pulverschnee oder auch alter, sehr nasser Schnee.

Habt ihr etwas Passendes gefunden, messt ihr mit eurer Lawinensonde die Schneehöhe. Dies macht ihr dabei an mehreren Punkten des anvisierten Grabplatzes, um nachher nicht einen halben Meter umsonst gegraben zu haben. Diese sollte mindestens 1,50 Meter (eher sogar mehr) betragen. Als letzte Maßnahme, bevor es endlich losgehen kann, muss der Wind geprüft werden. Das ist wichtig, da der Eingang einer Schneehöhle immer an der windabgewandten Seite angelegt sein sollte.

Wir buddeln uns einen gemütlichen Schlafplatz

Der geeignete Platz ist nun also gefunden. Jetzt kann das Buddeln losgehen. Mit der – im Optimalfall verwindungssteifen – Lawinenschaufel gräbt man zunächst die oben erwähnten mindesten 1,50 Meter nach unten. Die Decke der Schneehöhle sollte mindestens 40 Zentimeter dick sein, aber auch hier gilt im Zweifel lieber dicker. Vergesst das Trinken nebenher nicht; ich habe erst nach einer Stunde Graberei gemerkt, dass mir längst die Zunge am Gaumen klebt.

Nachdem ihr mindestens 1,50 Meter nach unten gegraben habt, legt ihr eine Stufe nach unten an und grabt dann nach etwa einem halben Meter nach oben. Diese Stufe dient später dazu den Wind abzuhalten und die kalte Luft quasi „aufzusammeln“.

Ab jetzt grabt ihr einfach geradeaus weiter und zwar so weit bis ihr selbst, eure Isomatte und die zentralen Ausrüstungsgegenstände (wie zum Beispiel eure Schuhe) hineinpassen. Viel größer solltet ihr die Höhle nicht anlegen, weil sonst der Effekt, den Bau mit eurer eigenen Körperwärme zu „heizen“, mehr und mehr verpufft. Bei uns in der Gruppe gab es den Einen oder Anderen, der sich nicht vorstellen konnte in einem solchen „Sarkophag“ zu nächtigen, aber glaubt mir, man gewöhnt sich daran! Wichtig ist wasserdichte Kleidung zu tragen, die die Feuchtigkeit beim langen Kien und Liegen im Schnee abhält.

Achtet zudem darauf den eigentlichen Schlafplatz möglichst eben anzulegen und versucht nach einem kurzen Probeliegen etwaige Unebenheiten am Boden auszubessern, sodass ihr möglichst bequem liegt. Auch an der Decke solltet ihr überstehende Zacken und Furchen mit der Schaufel glätten, da diese ansonsten anfangen zu schmelzen – man möchte seine Nacht ja ungern in einer Art Tropfsteinhöhle zubringen, oder? ;-)

Die Schneehöhle einrichten

Die Arbeit ist getan, jetzt kommt die Isomatte und der Schlafsack in das Schlafgemach. Der von mir bei diesem Anlass getestete Schlafsack war der Carinthia G350 Kunstfaserschlafsack. Für mich hat sich dieser absolut bewährt!

Grundsätzlich solltet ihr hierfür einen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von -5 bis -10 Grad wählen. Die Isomatte benötigt wiederum einen R-Wert von mindestens 3. Ausrüstung, die nicht einfrieren sollte, nimmt man entweder mit in den Schlafsack (zum Beispiel Trinkwasser oder einen Wasserfilter) oder verstaut sie so weit weg vom Eingang der Höhle wie möglich. Das gilt insbesondere für eure Schuhe, die ihr sonst am nächsten Morgen nicht mehr anbekommt. Bevor ihr euch dann in den Schlafsack kuschelt, verschließt ihr den Eingang mit eurem Rucksack.

Die schnelle Alternative

Wenn ihr entweder keinen geeigneten Bauplatz findet, oder euch schlicht die Zeit für die Konstruktion einer „richtigen“ Schneehöhle fehlt, gibt es eine Alternative. Für diese messt ihr zunächst die Schneetiefe und grabt möglichst eben eine Mulde, in die ihr samt der üblichen Ausrüstung hineinpasst.

Dann nehmt ihr eure Schneesäge zur Hand und schneidet aus den hart gefrorenen Schichten des Schnees ca. 20 x 50 Zentimeter große Blöcke heraus. Diese Blöcke schichtet ihr nun wie ein Zeltdach (also immer einen Block von jeder Seite) nebeneinander über die Mulde, bis diese ganz überdacht ist und drückt die Blöcke möglichst fest zusammen. Danach schüttet ihr einfach über die noch vorhandenen Löcher und Öffnungen genug Schnee, sodass das Schneezelt bis auf die Öffnung an der windabgewandten Seite komplett verschlossen ist. Dieser aufgeschüttete Schnee wird sich schnell mit den darunterliegenden Blöcken verbinden und für zusätzliche Stabilität sorgen.

Schneehöhlen sind nicht nur für Notsituationen überlebensnotwendig, sondern bieten auch allgemein eine tolle Übernachtungserfahrung!

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