Bergfreunde

OutDoor 2013, ein Tag ist nicht genug

22. Juli 2013

Sportart

Nicht fotografieren: Leider immer wieder gesehen...

Nicht fotografieren: Leider immer wieder gesehen...

Während die Bergfreunde fast schon zu den Stammgästen der OutDoor gehören, war Max das erste mal auf einer der wichtigsten Branchenmessen.

Einen Tag haben wir Ihn nach Friedrichshafen geschickt – wie sich zeigte viel zu wenig Zeit. Was und wie er diesen Tag erlebt hat, das hat er für Euch alle in einen Erfahrungsbericht zusammengefasst….

Bloß nicht verschlafen

Fünf Uhr morgens, mein Wecker klingelt. Eigentlich habe ich viel zu wenig geschlafen. Am Freitagabend noch auf einer Geburtstagsfeier gewesen. Ich bin extra zeitig gegangen, dennoch habe ich mich die halbe Nacht von links nach rechts gedreht, man möchte ja den Wecker nicht überhören. Trotzdem bin ich wach, schließlich geht’s auf die OutDoor!

Am Freiburger Busbahnhof angekommen, warte ich auf meine Verbindung, die mich nach Friedrichshafen bringt. Mit einer Kamera und Katalogen im Rucksack bewaffnet sowie der OutDoor-App auf meinem Smartphone geht es endlich los. Ich bin voller Vorfreude und habe hohe Erwartungen. Was werde ich sehen? Wie wird es sein? Eins steht für mich jetzt schon fest: alles, was interessant ist, muss angefasst werden!

Ein Paar Hintergründe vorweg

20 Jahre OutDoor, let‘s retro!

20 Jahre OutDoor, let‘s retro!

Die OutDoor ist Europas größte Fachmesse und hat dieses Jahr zum 20. Gipfeltreffen der Outdoor-Branche zwischen dem 11. und 14. Juli 2013 abermals nach Friedrichshafen eingeladen. Was hier zu sehen ist, wird die Ausrüstung des nächsten Jahres sein. Das verwundert nicht allzu sehr, wenn man bedenkt, dass 2013 immerhin mehr als 900 Aussteller ihre neuesten Entwicklungen und Produkte vorstellen. Darunter große Namen wie Mammut, Black Diamond, Petzl, Edelrid, DMM, Scarpa und wie sie alle heißen… Aber auch kleine Namen sind vertreten, von denen man vielleicht zuvor noch nie etwas gehört noch gelesen hat.

Innovationen, Trends und Neuigkeiten des Outdoor-Sektors; auf der OutDoor werden sie gezeigt und stehen dem Fachpublikum zum Ausprobieren und Anfassen zur Verfügung – schließlich möchte jeder wissen, was Potential hat, nächstes Jahr in den Regalen oder bei den Bergfreunden im Shop zu stehen.

Es geht los

Es ist kurz nach neun Uhr, als mein Bus den Stadtbahnhof Friedrichshafen erreicht. Ein Anschlussbus zur Messe ist schnell gefunden und so stehe ich um viertel vor zehn Uhr in der Messe.

Direkt nach dem Einlass wird mir klar, bei so vielen Ausstellern ist ein Tag nicht genug! Natürlich, es gibt Firmenstände, an denen man vorbeiläuft, die interessieren einen nicht. Das mag bei jedem unterschiedlich sein, bei mir waren es vor allen Unternehmen, mit deren Produkten ich nicht allzu viel verbinde und anfangen kann.

Daher verbrachte ich letzten Endes die meiste Zeit meiner acht Stunden Aufenthalt in Halle B2 mit: Red Chili, AustrinAlpin, DMM, Climbing Technology, Wild Country, Petzl, Black Diamond, Edelrid, La Sportiva, Edelweiss, Beal und einer hervorragenden Climbing Village, wenn der Koffeinpegel wieder nach oben korrigiert werden wollte. Dennoch, alles angeguckt, das habe ich!

Black Diamond – man muss das Rad nicht neu erfinden, aber man kann es besser laufen lassen

Geschwister unter sich, die Magnetrons

Geschwister unter sich, die Magnetrons

Die ganz große Neuheit habe ich auf der diesjährigen OutDoor nicht gefunden. Zwar bringt Black Diamond jetzt auch einen VaporLock-Karabiner mit dem Magnetverschluss raus und ergänzt somit sein Magnetron-Sortiment, doch war ihr diesjähriges Motto nicht Lösungen für nicht vorhandene Probleme zu finden, sondern die existierenden Produkte noch besser zu machen, wie mir einer von BD erklärte. Das scheint auch soweit funktioniert zu haben.

Zukünftig wird es die X4 Cams auch in Offset-Varianten geben, die Stirnlampen haben eine höhere Maximalleistung erhalten und der Trail-Trekkingstock in seinen verschiedenen Varianten eine Überarbeitung. Auch zahlreicher Klettergurte hat sich Black Diamond angenommen und den Tragekomfort überarbeitet und zum Chaos das passende Frauenpendant entwickelt.

Einfach an beiden Laschen ziehen und schon ist der Rucksack offen

Einfach an beiden Laschen ziehen und schon ist der Rucksack offen

Eine herausragende Überarbeitung haben der Epic und Speed Kletterrucksack erhalten. Manchmal ist es eben der kleine Unterschied, der heraussticht. Beide Rücksäcke lassen sich durch einen Tanka-Verschluss schließen. Soll dieser geöffnet werden, ging dies bisher immer so, dass man mit der einen Hand den Tanka zusammendrücken und mit der anderen die Kordel durchziehen musste.

Hier hat Black Diamond angesetzt und zum einen den Tanka mit einem Riemen versehen, der, sobald man an ihm zieht, den Blockiermechanismus aufhebt, zum anderen auf der gegenüberliegenden Seite der Rucksacköffnung ebenfalls einen Riemen befestigt. Zieht man an beiden gleichzeitig, wird also der Kordelstopper deaktiviert und durch Ziehen am anderen Riemen der Rucksack schnell und einfach geöffnet.

DMM – klein, aber fein

Die Schlinge verräts, das können nur Cams von DMM sein

Die Schlinge verräts, das können nur Cams von DMM sein

DMM kam ebenfalls auf eine kleine, aber feine Idee. Auch ein Karabiner darf eine Ecke haben, so wie in der neuen Rhino-Reihe. Hält man den Karabiner in seiner Hand, wobei auf der linken Seite die Öffnung ist, befindet sich rechts oben eine Nase. Die verhindert, dass ein Gear (beispielsweise ein Grigri) sich verdrehen kann und so Querbelastungen auftreten. Eine sehr effektive und einfache Lösung.

 

Auch hat DMM neue Express-Sets mit dem Thor-Karabiner vorgestellt, einmal für Tradeclimbing mit kleinen Express-Karabinern und zum anderen für Sportklettern mit größeren. Eine zusätzliche Verstärkung im Bereich des Seils verspricht mehr Sicherheit und eine längere Lebensdauer.

Ganz neu im Sortiment hat DMM nun auch Rucksäcke, welche einen soliden Eindruck machen. Aber darüber wurde bereits ausführlich im Basislager berichtet.

Fundgrube

Ansonsten, alles im Detail zu beschreiben, was man auf der OutDoor sehen kann, es würde jeden Rahmen sprengen.

Der FIFTY : FITFY von AustrinAlpin wurde bereits vorgestellt. Dass CT von Anfang an auch Cams im Programm hatte, war mir neu.

Petzl hat seine Stirnlampen überarbeitet und ihnen das gleiche System wie bei der Nao verpasst. Ebenfalls wurden die Kletterhelme Elios, Elia und Meteor überarbeitet, wobei letzterer den bereits bekannten Magnetverschluss erhielt und der Elios eine Option die Luftschlitze zu verschließen, um beispielsweise beim Eisklettern keine Eiszapfen durchfliegen zu lassen.

Unicore, jetzt auch bei Edelweiss

Unicore, jetzt auch bei Edelweiss

Beal ist mittlerweile nicht mehr die einzige Firma, die im Unicore-Prozess fertig, Edelweiss wird nun auch bald unterschiedliche Seile im Sortiment haben.

Mammut hat ab Sommer 2014 nicht nur die Realization Shorts im Angebot, sondern auch eine Pants. Der Stoff fühlte sich gut an, ob der Preis es auch tun wird, bleibt abzuwarten.

Salewa hat ein sehr interessantes Klettersteigset mit sehr flexiblen Längen von ein paar Zentimetern bis zu 130/140cm – allerdings ist auch das nicht allzu neu, sondern bereits in der dritten Generation.

Und ansonsten: für jeden, der Schuhe mag und gerne Schuhe einkaufen geht, er würde schlicht verrückt werden bei dem Angebot an Kletterschuhen, Wanderschuhen, Zustiegsschuhen, Schuhen und nochmals Schuhen!

Jan Hojer: Erst noch ganz lässig bei Mad Rock...

Jan Hojer: Erst noch ganz lässig bei Mad Rock...

Und neben den Produkten?

Abseits von Neuheiten und Weiterentwicklungen ging es aber auch ums sehen und gesehen werden. Es geht nicht nur darum zu zeigen, was man hat, sondern auch Kontakte zu pflegen und neue Firmen kennenzulernen.

Stefan Glowacz war natürlich bei Red Chili am Stand, Jan Hojer zuerst bei Mad Rock (Jule Wurm war leider verhindert) und später beim Deutschen Bouldercup, sketchy Andy sah man selbstverständlich auf der Slackline und sicherlich waren noch viel mehr bekannte Sportler rund um das Thema Outdoor auf der Messe, sowie ich mit äußerst großer Wahrscheinlichkeit doch die ein oder andere Neuheit übersehen habe.

Doch dies alles sei damit entschuldigt: OutDoor, ein Tag ist nicht genug! Ob zwei Tage besser sind? Ich hoffe, ich kann es nächstes Jahr herausfinden.

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