Ausrüstung

Nemo GOGO Elite: ein Zelt zum Aufpusten

1. Juli 2011

Kategorie

Sportart

Wiebke im GOGO-Zelt

Wiebke im GOGO-Zelt

Klein ist es, sehr leicht ist es und genau das richtige, wenn es schnell gehen soll. Ich durfte das Einpersonenzelt GOGO Elite von Nemo testen und war überrascht wie ein Zelt gleichzeitig unglaublich viel und praktisch nichts sein kann.

Da es sich um ein Zelt zum Aufblasen handelt hatte ich schnell das Interesse meiner Kollegen geweckt. Die häufigsten Fragen von diesen möchte ich in meinem kleinen Testbericht jetzt auch für Euch klären.

Das GOGO: ein kleines Zelt kommt groß heraus…

Das Zelt ist nicht nur in seinem Packmaß (10x15cm) ein Winzling, mit gerade mal 600-800 Gramm (Maße laut Hersteller) gehört es auch zu den Leichtgewichten unter den Einpersonenzelten. Gewicht und Packmass werden möglich, da das GOGO Elite ganz ohne Gestänge auskommt. Gehalten wird das Zelt durch eine innovative Doppel-Kammer-Schlauchkonstruktion, die sich wie ein Bogen in 69cm Höhe über den Kopfteil des Zeltes biegt. Die Handhabung ist kinderleicht und der Aufbau dauert nur wenige Minuten: Das Aufpumpen des Schlauches kann entweder nur mit dem Mund oder mit Hilfe einer mitgelieferten Pumpe erfolgen. Dabei ist die Variante mit der Pumpe sicherlich hygienischer. Das Ventil befindet sich im Innenraum, was einen trockenen Aufbau bei Regen ermöglicht.

Aufbau des Nemo GOGO Elite

Aufbau des Nemo GOGO Elite

Die restliche Statik erhält das Zelt über das Spannen der Eckpunkte. Die drei Reepschnüre und fünf Karabiner die bei dem Zelt dabei sind, sind für eine solides Spannen des Zelten zwar reichlich knapp bemessen, sollten aber ausreichen. Ist allerdings stürmisches Wetter zu erwarten, sollte man hier definitiv nachrüsten. Allerdings sollte man sich ohnehin überlegen, ob das GOGO Elite das richtige Zelt für stürmische Regionen ist.

Größe und Konstruktion des GOGO Elite

Der

Der "lange Hannes" im Nemo-Zelt

Beim GOGO Elite sind, bis auf den Kopfbereich, Über- und Innenzelt eins. Das erleichtert den Aufbau noch um ein Vielfaches. Bei trockenem Wetter kann man am Kopfteil das Überzelt fast über die gesamte Breite zur Seite klappen und so mit dem Kopf – gefühlt – im Freien liegen. Dadurch wird auch der Bildung von Kondenswasser im Inneren des Zeltes entgegen gewirkt. Bei dem doch eher spartanischen Platzangebot eines Einpersonenzeltes sicher nicht zu verachten. Nemo ist auch so nett und liefert im Packbeutel ein grobes Piktogram der bekanntesten Sternenbilder mit.

Zeltstange im Eigenbau

Zeltstange im Eigenbau

Aufgebaut mutet das GOGO Elite zunächst von der Größe eher wie ein gespannter Schlafsack, als ein Zelt an. Doch innen ist es mit 1,8 m² Grundfläche geräumiger als erwartet. Um die Luftzirkulation im Innenraum zu verbessern, lässt sich das Fußteil zusätzlich mit Hilfe eines Stockes (der nicht mitgeliefert wird) spannen und so der Fußraum nach oben vergrößern. Obwohl ich ein klein wenig klaustrophobisch veranlagt bin, habe ich mich in dem kleinen Zelt pudel wohl gefühlt. Ob das bei Regen auch der Fall wäre, kann ich allerdings nicht sagen, denn mein Test erfolgte bei trockenem Wetter.

Der Fussbereich

Der Fussbereich

Da Außen- und Innenzelt eins sind, muss die Ausrüstung mit ins Zelt und kann nicht unter das Vorzelt ausgelagert werden. Für kleine Personen bietet sich im Kopfbereich dafür Platz, da wir weiter runter rutschen können. Bei größeren Menschen könnte es hingegen bei einer Grundfläche von 274cm auf 104cm in Kombination mit Gepäck, reichlich eng werden.

Material und Verarbeitung: solide gemacht

Käfer fliegen auf die Farbe...

Käfer fliegen auf die Farbe...

Die Verarbeitung des Zeltes macht einen sehr guten Eindruck und scheint sehr solide zu sein. Der Luftschlauch besteht aus einem robusten Mantelgewebe das ihn vor Schäden schützen soll. Sollte trotzdem mal ein Austausch nötig werden, lässt sich der Schlauch mit wenigen Handgriffen wechseln. Das Außenzelt besteht aus einem 10D OSMO Elite W/B (Waterproof/Breathable) und gehört damit zu den wenigen Zelten, die über eine atmungsaktive Außenmembran verfügen. Alle Nähte sind bereits vertapet, was die Wasserdichtigkeit erhöht. Das Vorzelt besteht aus 10D PU Nylon; der Boden aus 30D PU Nylon (5000mm). Leider sind die mitgelieferten Heringe und Schnüre nicht nur zahlenmäßig knapp bemessen auch die Qualität scheint nicht so gut zu sein. Hier hätte sich Nemo ruhig etwas mehr ins Zeug legen können..

Fazit:

Ein kleines und leichtes Zelt, das ich jedoch mehr als Notunterkunft denn als wirklichen Zeltersatz empfehlen würde. Das Luftkammersystem, wie die ganze Verarbeitung, macht einen sehr zuverlässigen und soliden Eindruck. Allerdings würde ich dieses Zelt nicht für stürmische oder hochalpine Regionen einsetzen. Das mitgelieferte Zusatzmaterial könnte umfangreicher sein. Die Idee das Zelt durch einen Stock im Fußraum zu spannen ist originell – solange immer ein Stock zur Hand ist und dieser Morgens auch noch an Ort und Stelle ist. Die Angaben des Herstellers zu Packmaß und Gewicht erreichten wir im Test nur mit viel gutem Willen. Tatsächlich bewegt sich das Packmaß eher bei 13x30cm und das Gewicht bei ca. 1000Gramm.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. geocaching sagte am 30. Juni 2011 um 11:37 Uhr

    prima, das trifft im grossen und ganzen auch meine eindruecke. unser testbericht kommt naechste woche – wenn der ganze ulm-stress vorbei ist ;)

    gruesse aus schwerin
    aba

  2. René sagte am 4. Juli 2017 um 11:24 Uhr

    Danke für das Review! Wo kann man das Zelt denn kaufen? Ich finde online nur Shops in den USA, die aber nicht nach Europa liefern.
    Viele Grüße

    René

  3. Jörn sagte am 5. Juli 2017 um 10:38 Uhr

    Hi René,

    wir können es für Dich ordern, du müsstest es dann aber auf jeden Fall abnehmen. Wir können leider aktuell noch nichts zur Lieferzeit sagen. Die Bestellung müsste per Email über den Kundenservice gemacht werden.

    Lass uns wissen, wenn wir für dich aktiv werden sollen.

    Gruß,

    Jörn

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