Alle Beiträge zum Schlagwort ‘Nachhaltigkeit’

Microadventures – das Abenteuer vor der Haustüre

26. September 2018
Tipps und Tricks

Wer kennt das nicht, die Woche war stressig, auf der Arbeit hat es nicht so geklappt wie es sollte, dazu kamen noch ein Dutzend Privattermine und überhaupt reicht es gerade einfach allgemein. Doch nun ist ja zum Glück Wochenende und man kann den ganzen Stress hinter sich lassen, einfach mal was machen, was Cooles, was Spontanes, was in der Nähe ist und auch nicht viel kostet. Ja aber was denn eigentlich genau?

Die Antwort auf diese Frage lautet „Microadventures“.

Microadventures, was ist das denn?

Geprägt wurde der Begriff der Microadventures durch den britischen Abenteurer und Blogger Alastair Humphreys. Es geht hierbei im Wesentlichen darum, vergleichsweise kurze, günstige und einfach zu realisierende Aktivitäten zu finden. Also Kurzabenteuer vor der eigenen Haustüre. Hierbei sind der Kreativität beinahe keine Grenzen gesetzt. Ob ihr dabei zu Fuß, mit dem Rad oder vielleicht sogar mit dem Boot unterwegs seid, spielt keine Rolle. Wichtig ist lediglich, dass Ihr Spaß dabei habt und die Hektik des Alltags hinter euch lasst. Wie das genau aussehen kann und worauf ihr dabei achten solltet, erfahrt ihr im Folgenden.

Biwakieren und Sternegucken

Gerade in warmen Sommernächten ist ein Biwak im Freien eine gute Möglichkeit für eine Auszeit. Wenn man sich dann auch noch eine passende Location aussucht und das Biwakieren mit einem Picknick verbindet, wird die Unternehmung perfekt. Laut der Schätzung von Experten gibt es in Deutschland weit über 25.000 Burgen (die genaue Zahl ist derzeit noch nicht bekannt). Davon sind viele Ruinen, die irgendwo im Wald stehen und von touristischer Seite nur wenig Beachtung finden. Genau solche Burgen eignen sich jedoch optimal für unser Microadventure. Hier ist man in der Regel ungestört und läuft nicht Gefahr, jemand anderen zu belästigen. Außerdem sind alte Burgen ein großartiger Ort für eine Nacht im Freien.

Allerdings solltet ihr darauf achten, ob für die jeweilige Ruine besondere Ge- und Verbote gelten. Hier kann auch ein Blick in eine gute Wanderkarte nicht schaden. Führt ein beliebter Wanderweg direkt an der Burg vorbei, muss man damit rechnen, dass schon in den frühen Morgenstunden der eine oder andere Wandersmann vorbeischaut. Außerdem sollte man es tunlichst vermeiden, ein Zelt oder zu großes Lager aufzuschlagen, da Wildcampen in Deutschland nicht erlaubt ist.

Habt ihr die perfekte Burg gefunden und alle wichtigen Dinge im Gepäck, heißt es nichts wie raus! Wer außerdem Lust auf Sterne und Sternschnuppen gucken hat kann diesbezüglich auf Prognosen zurückgreifen, die voraussagen was, wann und wo zu sehen sein wird.

Tipp: Ist gerade keine Burg zur Verfügung eignen sich auch idyllisch gelegene Aussichtspunkte oder Schutzhütten. Letztere sind gerade auch mit kleineren Kindern eine gute Anlaufstelle.

Feuer machen

Feuer zu machen ist seit jeher eine Faszination und eigentlich mit Streichhölzern, Feuerzeug und Co. auch keine große Sache. Genau darin liegt jedoch bei unserem Microadventure Vorschlag Nummero 2 der Knackpunkt: Das Feuer soll ohne die üblichen Hilfsmittel entstehen. Der beste Ort hierfür ist ein offizieller Grillplatz. Am besten einer, den man nur mit einer Wanderung erreichen kann, denn hier ist man nicht selten ungestört. Außerdem seid ihr ja an einem Grillplatz und könnt nach getaner Arbeit den Tag bei ein paar Würstchen, Kartoffeln etc. gemütlich ausklingen lassen. Für mich war als Kind immer auch Stockbrot ein absolutes Highlight. Wie ihr das auch unterwegs selber machen könnt und wo dabei die Raffinessen liegen, wir im Blogbeitrag „Bannock-Brot – der Klassiker in der Outdoorküche“.

Nun aber zum Thema Feuer machen. Hier könnt Ihr euch langsam herantasten. Mit einem Feuerstahl geht das sicherlich ganz gut, wenn ihr es aber wirklich auf Steinzeitart (also Feuer bohren oder sägen) versucht, seid ihr sicherlich eine Weile beschäftigt.

Achtung: Gerade in heißen und trockenen Sommern herrscht eine erhöhte Brandgefahr. An solchen Tagen ist das Feuermachen auch an Grillplätzen absolut tabu. Für Deutschland gibt es hierzu zwei wichtige Indizes, den Waldbrand-Gefahrindex und den Grasland-Feuerindex. Beide Indizes sind in fünf Warnstufen unterteilt:

  • Warnstufe 1 sehr geringe Gefahr: Das Benutzen einer geeigneten Grillstelle ist mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen kein Problem.
  • Warnstufe 2 geringe Gefahr: Auch bei dieser Stufe ist das Feuermachen an einer geeigneten Grillstelle noch erlaubt, es ist jedoch erhöhte Achtsamkeit geboten.
  • Warnstufe 3 mittlere Gefahr: Ab dieser Warnstufe werden erste besonders gefährdete Grillstellen geschlossen. Wer bei dieser Gefährdungslage ein Feuer entfachen will, muss sich gut informieren ob bzw. wo dies möglich ist.
  • Warnstufe 4 hohe Gefahr: Der aktive Schutz des Waldes /der Grasflächen beginnt. Öffentliche Straßen und Wege sollten nicht verlassen werden. Besonders gefährdete Gebiete können außerdem von den Behörden gesperrt werden. Feuer ist absolut tabu.
  • Warnstufe 5 sehr hohe Gefahr: Maximaler Schutz von Wald und Grasflächen. Wälder werden zeitweilig gesperrt, betreten und befahren ist strengstens untersagt. An ein Lagerfeuer sollte nicht einmal gedacht werden.

Sammler werden

Gerade im Sommer und im Herbst bietet die Natur so einiges. Zahlreiche Früchte sind nun reif und warten auf die Ernte und je nach Wetterlage sprießen auch die Pilze (naja förmlich wie Pilze) aus dem Boden. Was bietet sich da besser an, als auf große Sammeltour zu gehen und daraus dann ein leckeres Essen zu zaubern. Wer sich ein wenig auskennt, kommt so schnell mit allerlei Leckerem wieder nach Hause.

Pilze

Ob Frühjahr, Sommer oder Herbst, essbare Pilze gibt es je nach Region eigentlich immer. Während die Speisemorchel beispielsweise vergleichsweise früh, in den Monaten April bis Juni zu finden ist, gibt es Steinpilze nicht selten bis Ende Oktober. Das Problem bei vielen Pilzsorten ist jedoch, dass sie nicht gerade leicht zu erkennen sind und dass es zu nahezu jedem essbaren Pilz einen giftigen Kollegen gibt. Wer sich hier also nicht auskennt, läuft Gefahr etwas Falsches zu erwischen. Fachliteratur, wie der Naturführer Pilze vom Kompass-Verlag, können bei der Bestimmung helfen. Außerdem gibt es zahlreiche Pilzvereine, die Seminare zu diesem Thema anbieten.

Nüsse

Ende September ist es so weit: die Hasel- und Walnüsse sind reif. Hier kann nach Herzenslust gesammelt werden. Reife Nüsse werden vom Baum bzw. Strauch abgeworfen und können bequem aufgesammelt werden. Vorsicht ist jedoch mit den grünen Schalen der unreifen Walnuss geboten. Schneidet man die Schalen auf, sondern sie eine Flüssigkeit ab, die hartnäckige braune Flecke auf der Kleidung hinterlassen kann.

Kastanien

Edelkastanien oder auch Esskastanien sind wie der Name schon sagt essbar und können wunderbar als Beilage zu deftigen Gerichten gereicht werden. Außerdem kann man sie als Maroni auch problemlos im Backofen rösten und zwischendurch als Snack verzehren.

Beeren

Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Walderdbeeren lassen sich problemlos in den heimischen Wäldern pflücken. Heidelbeeren und Himbeeren kann man bereits ab Juni finden, Brombeeren kommen im August dazu. Ob als Dessert, Marmelade oder einfach als Frucht, Beeren sind eine super Ergänzung zum Speiseplan.

Kräuter und Grünzeug

Von Giersch bis Bärlauch unsere Wälder geben mehr her, als wir gemeinhin für möglich halten. Aus Bärlauch lässt sich so beispielsweise ein sehr aromatisches Pesto machen, Giersch eignet sich ideal als Ergänzung zu herkömmlichen Salatkräutern und aus Brennnesseln lässt sich mit dem nötigen Know-how problemlos eine leckere Suppe zaubern.

Die Heimatstadt umrunden

Hier mal ein Microadventure, das sich eher an die urbanen Bevölkerungsgruppen unter uns richtet. Denn bei diesem Microadventure geht es darum, einmal die Stadt in der man lebt mit dem Fahrrad zu umrunden.

Alle, die eine Kleinstadt ihre Heimat nennen, werden damit vergleichsweise schnell fertigt sein (ihr könnt es ja vielleicht mit dem Landkreis ausprobieren). Versucht man aber Städte wie beispielsweise Berlin zu umrunden, sollte man ein bisschen mehr Zeit einplanen. Auf rund 250 Kilometern führt hier ein beschilderter Radweg vorbei an geschichtsträchtigen Orten und durch beeindruckende Landstriche. Aber auch andere Städte lassen sich problemlos umrunden.

Wo es keinen ausgeschilderten Radweg gibt, braucht es allerdings eine gute Vorplanung für die Tour. Am besten bastelt ihr euch einen GPS-Track, sodass ihr diesem während der Tour folgen könnt. Legt dabei die Streckenführung so fest, dass ihr immer mal wieder an einem Bahnhof oder einer Haltestelle vorbeikommt. So habt ihr im Fall einer Panne, schlechtem Wetter oder konditionellen Problemen die Möglichkeit eure Tour problemlos abzubrechen.

Einen Gewaltmarsch machen

„Soweit die Füße tragen“, ist das Motto dieses Microadventures. Das Prinzip eines Gewaltmarsches ist eigentlich leicht erklärt: an einem Tag so weit Laufen, bis nichts mehr geht.

Nehmt euch hierzu eine vergleichsweise lange Wanderstrecke vor. 70 bis 100 Kilometer dürfen es schon sein. Wie viele Höhenmeter ihr dabei machen wollt, bleibt euch überlassen, jedoch sollte euch klar sein, dass sich weite Strecken und viele Höhenmeter nicht unbedingt gut vertragen. Wenn möglich legt eure Tour so an, dass ihr immer wieder die Chance zum problemlosen Abbruch der Tour habt, denn nur so könnt ihr in Sachen zurückgelegte Kilometer ans Limit gehen. Auch eignen sich Rundwanderwege, die oft eigentlich für mehrere Tage ausgelegt sind, perfekt für eine solche Unternehmung.

Sorgt dafür, dass ihr mit leichtem Gepäck unterwegs seid. Der große Trekkingrucksack kann hier getrost zu Hause bleiben. Ein kleiner Tagesrucksack mit Regenjacke, Getränk und Verpflegung reicht hier völlig aus.

Tipp: Es gib Tage, an denen wandert es sich besser, als an anderen. Wer beispielsweise am 1. Mai oder am Vatertag unterwegs ist, der kann seine Tour so planen, dass er an zahlreichen Festen und Veranstaltungen vorbeikommt. Da dort eigentlich immer für das leibliche Wohl gesorgt ist, kann man so problemlos auf die Brotzeit im Rucksack verzichten und spart damit nochmals an Gewicht. Gleichzeitig sind an solchen Tagen mehr Wanderer unterwegs und man trifft immer wieder auf Gleichgesinnte.

Höhenmeter-Challenge mit dem Rad

Bei der Höhenmeter-Challenge oder auch dem Everesting geht es darum an einem Tag eine vorgesehene Anzahl an Höhenmetern mit dem Rad zu fahren. Gleichzeitig ist damit ein spielerischer Ansatz verbunden, der für die nötige Motivation sorgt.

Als erstes solltet ihr euch überlegen, welches virtuelle Ziel ihr erklimmen wollt. Berge wie die Zugspitze (2962 m), den Säntis (2502 m) oder Watzmann (2713 m) eignen sich hierzu sehr gut. Einsteiger können sich beispielsweise auch Wolkenkratzer, wie den Burj Khalifa (828 m), vornehmen. Allen die es sich derber geben wollen sind selbstverständlich keine Grenzen nach oben gesetzt.

Nehmen wir also als Beispiel die Zugspitze: Mittels Fahrrad gilt es 2962 Höhenmeter zu erklimmen. Da diese mit mehreren Anstiegen erklommen werden müssen ergeben sich hierzu zwei Möglichkeiten.

  1. Man sucht sich einen Anstieg heraus, den man für geeignet hält und fährt diesen so oft bis die gewünschten Höhenmeter erreicht sind.

Beispiel: Im Schwarzwald ist gibt es eine beliebte Rennradstrecke, die auf den Kandel führt. Der gesamte Anstieg beträgt rund 1200 Höhenmeter. Also müsste man diese Strecke ca. zweieinhalbmal fahren um auf die virtuelle Höhe der Zugspitze zu kommen. Will man das gleiche an der Großen Kalmit machen, schlägt ein Anstieg mit 673 Höhenmetern zu Buche. Folglich müsste die Strecke also knapp viereinhalbmal gefahren werden.

  1. Man plant eine Radtour mit möglichst vielen unterschiedlichen Pässen. Die Kunst liegt hierbei darin, die Strecke zwischen den einzelnen Pässen so kurz wie möglich zu halten. Außerdem kann es durchaus knifflig sein, die verschiedenen Anstiege so auszusuchen, dass man möglichst genau auf die gewünschte Anzahl an Höhenmetern kommt.

Fazit

Ein kleines Abenteuer muss nicht immer von langer Hand geplant werden. Mit ein bisschen Kreativität gibt es bereits vor der eigenen Haustür zahlreiche Aktivitäten, die bestens als Flucht aus dem Alltag funktionieren. Plant ihr ein Microadventure aus unserer Liste auszuprobieren oder habt ihr bereits eines ausprobiert? Welche Microadventures habt ihr außerdem schon unternommen oder auch selbst ausgedacht? Lass es uns mal wissen, wir freuen uns über eure Kommentare!

Nachhaltigkeit: Problemfall Mikroplastik

3. Mai 2018
Die Bergfreunde

„Plaste und Elaste“ hieß es einst einprägsam in der DDR. Damals waren die Wundermaterialien auf Kohlenwasserstoff-Basis hüben wie drüben noch frisch auf ihrem Siegeszug. Mittlerweile hat dieser Komplex der Kunststoffe jede Menge Namen. In der Outdoorwelt weißen Bezeichnungen wie „Tex“, „Pro“ oder „Tech“ im Produktnamen darauf hin, dass hier wohl Kunststoff verarbeitet ist. Und seien wir ehrlich: Die Vorteile von Polyester, Polyamid, Polyethylen und Co. sind kaum von der Hand zu weisen. Aber seit einiger Zeit legt sich ein großer Schatten über die einst so heile Kunststoffwelt. Der Begriff Mikroplastik ist in aller Munde… und das leider nicht nur sprichwörtlich.

Das Problem

Leider hat das erdölbasierte Material neben den für uns nützlichen Funktionen auch gewisse unerfreuliche Eigenschaften. Diese Eigenschaften führen seinen Siegeszug sehr viel weiter, als man es beabsichtigte – nämlich bis in den letzten Winkel und die hinterste Pore unseres Heimatplaneten.

Der Grund ist, dass so gut wie alle Kunststoffe im Laufe ihrer (Ab)Nutzung in unzählige winzige Partikel zerfallen, die ihrerseits fast unzerstörbar sind. Im Falle der Outdoorprodukte sind es  Kunstfasertextilien, die beim Waschvorgang Kunststoffpartikel ins Abwasser abgeben. Am stärksten ist die Absonderung bei aufgerauten Fleece-Materialien, aber auch bei Windbreakern oder Wandersocken tritt sie auf. Aus dem Abwasser gelangen die Partikel dann in sämtliche Wasserkreisläufe und schließlich in alle Weltmeere.

Aufgrund ihrer Leichtigkeit sind die mini Kunststoffteilchen sehr „agil“ und beweglich. Da wundert es nicht, dass man diese Teilchen, die man mittlerweile Mikroplastik getauft hat, einfach überall wiederfindet – zu Lande und zu Wasser, in allen Ökosystemen weltweit. Selbst auf den abgelegensten Eilanden gibt es wohl keinen Strand mehr, wo man Mikroplastik nicht nachweisen könnte.

Die traurige Prognose: in den Ozeanen sollen nach Hochrechnungen bis 2050 mehr Plastikteile als Fische schwimmen. Doch nicht nur „außen“ zieht der Plastik seine Kreise, sondern auch „innen“. Denn selbstverständlich gelangt das Material auch in die Organismen sämtlicher Lebewesen, einschließlich des Menschen (wo es auch bereits nachgewiesen wurde).

Als visuelle Veranschaulichung haben wir hierfür noch ein Video (dieses ist zwar auf englisch, aber der Untertitel kann auf deutsch eingestellt werden):

Dringend benötigt: erste Gegenmaßnahmen

Dass solch ein Vorgang eine große Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt, leuchtet ein. Neben der Verbreitung liegt das Problem von Mikroplastik vor allem darin, dass die Partikel wie ein Magnet für Giftstoffe wirken – und zwar aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit. Dem will man natürlich nicht tatenlos zusehen.

Die zunehmende Erforschung des Problems macht natürlich Sinn, genauso wie es Sinn macht, dass nun auch die großen Player aus Politik und Industrie reagieren. Bis 2030 will die EU-Kommission alle Plastikbehälter in der EU wiederverwertbar machen. Eine löbliche Absicht, doch wie wir von „Klimazielen“ und anderen wohlmeinenden (Umwelt)Vorhaben wissen, klaffen in der großen Politik bisweilen gewisse Lücken zwischen Ankündigung und Umsetzung. Und zudem ist bis 2030 noch eine lange Zeit.

Auch der Sportartikelindustrie lässt es an guten Absichten nicht mangeln. So hat sich die europäische  Interessenvertretung EOG (European Outdoor Group) „ebenfalls zum Thema Mikroplastik Gedanken gemacht, und im Rahmen des EU-Plans Maßnahmen aufgesetzt“, wie es im Branchenjournal SAZSport heißt. Dabei geht es in allererster Linie um die Vermeidung der Partikelabsonderung beim Waschen von Outdoortextilien.

Bislang gibt es Übereinkünfte der EOG mit der europäische Vereinigung für Textilien und Bekleidung (EURATEX), der internationalen Vereinigung für Seifen, Waschmittel und Reinigungsprodukte (A.I.S.E.), der europäischen Kunstfaser-Vereinigung (CIRFS) und anderen. Die Partner wollen gemeinsame Maßnahmen definieren sowie sich dafür zu verpflichten, Wissen zu teilen und gemeinsam zu forschen. „Ein erster Vorschlag für bindende Maßnahmen soll der EU-Kommission Ende 2018 vorgelegt werden“ heißt es bei SAZSport.

Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass die Outdoor- und Bekleidungsindustrie nicht die Hauptverursacher der Mikroplastik-Schwemme sind. Verglichen mit den Hauptquellen, nämlich dem Abrieb von Reifen und dem Verlust von Pellets bei der Produktion von Kunststoffen, ist die Mikroplastikbelastung, die auf Bekleidung, aber auch Kosmetika entfällt, verschwindend gering und liegt laut Studien aus Norwegen und des Umweltbundesamts bei geringen einstelligen Prozentbeträgen. Freilich kein Grund, sich zurück zu lehnen und nichts zu tun…

Konkrete Lösungsansätze

Einzelne „übliche Verdächtige“ der Outdoorindustrie sind schon gut zwei Schritte weiter. Im November 2017 stellte man auf der Textil-Fachmesse Performance Days in München den ersten Fleecestoff vor, der kein Mikroplastik mehr abgeben soll. Der Grund für dieses scheinbar technische Wunder ist einfach: der Stoff, der auf den Namen Biopile hört und vom italienischen Produzenten Pontetorto hergestellt wird, besteht auf der angerauten Innenseite aus Naturfasern.

Das Material, das aus Holz gewonnen wird und hervorragende Funktionseigenschaften haben soll, gibt zwar ebenfalls Mikropartikel ab, doch diesse können sich im Meerwasser vollständig biologisch abbauen. Den Anstoß für die Entwicklung hat Vaude gegeben, jener deutsche Hersteller, der seit Jahren immer wieder zu den zuvor genannten „üblichen Verdächtigen“ zählt, wenn es um konkrete Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit geht.

Diese Technologie ist also eine richtig gute Nachricht, die künftig auch die Verantwortung mehr in Richtung von uns „Outdoor-Endverbrauchern“ rückt. Denn dadurch ist die technische Lösung, die funktional UND umweltfreundlich ist, direkt verfügbar. Auch wenn das Gewebe vor allem in der Anfangszeit sicher nicht zu den Billigangeboten für die breite Masse zählen wird. Das liebe Geld ist ja leider häufig ein Problem bei wirklich nützlichen und wertvollen technischen Innovationen – am Anfang entscheidet vor allem die Kaufkraft.

In unserem Falle der Mikroplastik gibt es aber eine weitere gute Nachricht: der Entwicklungsweg lässt sich mit einer eleganten, sprich definitiv bezahlbaren und auch schon greifbaren Zwischenlösung abkürzen. Das Berliner Zwei-Mann-Startup namens „Guppy Friend“ hat sich nämlich etwas genial einfaches einfallen lassen: den Guppybag.

Der Guppybag, auch Guppyfriend genannt, ist ein 70 x 50 cm großer Waschbeutel, der die Kunstfaser-Bruchstücke daran hindert, ins Abwasser und damit in den Wasserkreislauf zu gelangen. Die Synthetikkleidung wird einfach in den Beutel gesteckt und dann ganz normal gewaschen. Der Guppybag fängt die Fasern nicht nur auf, sondern verhindert durch seine glatte Oberfläche teilweise auch deren Abbrechen. Damit wird ganz nebenbei noch die Lebensdauer der Outdoorkleidung verlängert. Die angesammelte Plastikwolle kann mit einfachen Handgriffen herausgelöst und in den Restmüll entsorgt werden. Meist ist dies jedoch erst nach mehreren Wäschen nötig. Der Beutel selber besteht aus hochqualitativen Polyamiden und kann am Ende seiner Nutzungszeit ebenfalls vollständig recycelt werden. Auch hier haben wir nochmal ein Video in petto:

Wirklich billig ist der Guppybag mit seinen 30 Euro zwar auch nicht, doch gemessen an dem, was er für die Umwelt und für seine Besitzer leistet, ist er wirklich preisgünstig. Der Preis trägt auch dem Guppy Friends Vorsatz der nachhaltigen Unternehmensführung Rechnung, „denn allein die Einrichtung einer Webmaschine für 2,5 Meter breiten Guppy-Friend-Stoff dauert etwa fünf Wochen, da 62.500 Fäden von Hand eingefädelt werden müssen. Zeit, die fair bezahlt werden soll und auch das abbaubare Material der Waschbeutel fordert seinen Preis.“

Da kann man als Berg- und Naturfreund nicht wirklich meckern – der Guppybag ist sicher kein weiterer grüngewaschener Luxuskonsum, sondern eine kleine Investition mit großer Wirkung. Dass ich den Guppybag als Zwischenlösung bezeichnet habe, ist übrigens keine Abwertung, denn gerade dessen Entwickler betonen, dass das Problem Mikroplastik noch viel umfassender angegangen werden muss.

  • Hier findet ihr noch mehr Infos zu Biopile und weiteren Vaude-Projekten gegen Mikroplastik in der Vaude Pressemitteilung vom 18.1.2018
  • Und hier gelangt hier zu weiteren Infos über das Berliner Unternehmen Guppy Friend und dessen Projekt Stop!Microwaste
  • Für einen tieferen Einblick in die Mikroplastiktragödie, gibt es auch von dem dänischen Umweltministerium eine interessante Studie

Kennt oder benutzt ihr den Guppybag schon? Oder welchen weiteren Tipp habt ihr um Mikroplastik in unserer (Outdoor-)Welt zu vermeiden? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Vegane Outdoor-Produkte

Vegan unterwegs – tierfreie Produkte für Outdoorer

8. Januar 2018
Ausrüstung

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Das Thema Nachhaltigkeit dominiert gerade wie kein anderes den Outdoor-Markt. Herstellerfirmen packen das Thema „soziale und ökologische Verantwortung“ auf ihre Agenda, lassen sich unter dem bluesign- oder einem anderen Standard zertifizieren oder entwickeln gleich ganz eigene. Das ist natürlich sehr zu begrüßen!

Unter dieser Prämisse entstehen auch inzwischen Produktlinien für vegetarisch und vegan lebende Menschen. Denn auch dieses Thema wird immer aktueller und nicht nur bei uns landet hin und wieder ein Kunde mit der Frage: Was ist bei euch im Shop wirklich vegan? Wir wollen dieser Frage an dieser Stelle einmal nachgehen…

Veganes für die Füße – Wanderschuhe

Einer der Bereiche, an den man beim Thema vegane Outdoor-Ausrüstung wohl zuerst denkt, sind die Schuhe. Klar – bei Bergstiefeln und Wanderschuhen ist Leder irgendwie omnipräsent – und natürlich maximal problematisch, wenn man nach tierfreien Alternativen sucht. Die Stolperfallen lauern aber nicht nur im Material selbst. Der Teufel steckt wie immer im Detail, so kann z.B. das Klebemittel, das am Schuh verwendet wird, tierisches Protein enthalten.

Glücklicherweise gibt es Firmen, die den Bedarf an veganen Alternativen erkannt haben. So erobert zum Beispiel Lowa das Herz aller wanderlustigen Veganer mit einer ganz eigenen Produktlinie. Als Obermaterial kommt ein Kunstleder zum Einsatz und die verbaute GORE-TEX-Membran macht die Schuhe wasserdicht. Der Schweizer Outdoor-Hersteller Mammut bietet mit seinen T Aenergy-Modellen einen ganz ähnlichen Aufbau an. Der Schaft wird durch zwei unterschiedlich strukturierten Polyamid-Garne abrieb- und reißfest. Auch hier sorgt Gore-Tex dafür, dass der Schuh dicht bleibt. Im Bereich Approach-Schuhe geht der Vegan-Preis an Salewa, deren Wildfire-Serie ebenfalls ohne tierische Komponenten auskommt. Bei den Kletterschuhen hat Red Chili mit dem Durango VCR und dem Durango Lace ebenfalls vegane Varianten im Angebot und last but not least sei hier noch der The One von SO ILL erwähnt.

Auch muss man heute nicht mehr auf gute Performance verzichten, nur weil man Synthetikschuhe trägt. Lederschuhe sind zwar sehr langlebig, jedoch ist die Entwicklung der synthetischen Schuhe so weit fortgeschritten, dass auch sie bei richtiger Pflege lange ein treuer Begleiter sind. Echtes Leder passt sich der Fußform des Trägers an, weitet sich aber mit der Zeit. Das passiert bei einem Kunstleder beziehungsweise Synthetikschuh in der Regel nicht. Er behält seine Form bei. Synthetische Schuhe sind zudem besonders alltagstauglich, da sie sehr leicht zu reinigen sind und nicht die intensive Pflege eines Leder-Schuhs brauchen.

Obenrum vegan – auf was sollte man bei Bekleidung achten

Vegane Outdoor-Ausrüstung hört nicht bei den Schuhen auf, auch wenn dieser Bereich der sein dürfte, in dem das Thema am relevantesten ist. Auch bei der lieben Outdoor-Bekleidung gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte.

Der große Elefant im Raum heißt „Daune“. Die kommt bekanntlich von Gänsen oder Enten und ist demnach natürlich nicht vegan. Die Alternative lautet: Kunstfaser. Auch diese Isolations-Technologie auf Basis von Polyester ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass es zahlreiche Jacken und Thermo-Layer gibt, die mit ihren Daunenkollegen mithalten können und sie in manchen Bereichen sogar übertreffen. Stichwort „Wärmeleistung bei Feuchtigkeit“. Hersteller wie z.B. The North Face versuchen die Struktur von Daune nachzuahmen. Im Marketing-Sprech nennt sich das dann „Thermoball“.

In aller Regel findet ihr in den Attributen auf unserer Produktseite einen Hinweis, ob tierische Komponente in der Bekleidung verbaut sind. Dort steht dann „enthält nicht-textile Teile tierischen Ursprungs“.

Wer darüber hinaus auf eine möglichst ökologische Fertigung der Bekleidung und vor allem auf die nachhaltige Schonung von Ressourcen Wert legt, der sollte nach Produkten aus recyceltem Polyester Ausschau halten. Die Herstellung aus eingeschmolzenen PET-Flaschen verbraucht zwischen 50 bis 70% weniger Energie als die konventionelle Fertigung einer chemischen Faser aus Rohöl. Einige Marken wie zum Beispiel Bleed (bieten auch ausdrücklich vegane Bekleidung an), Klättermusen, Patagonia und Vaude haben bereits solche Produkte in ihrem Sortiment.

Hier lohnt sich ein Blick auf das Etikett, wo der Recyclinganteil explizit aufgeführt ist. Der amerikanische Outdoor-Ausrüster Patagonia, der im Thema Umweltschutz schon länger Vorreiter in der Branche ist, hat noch eine Schippe draufgelegt. Patagonia betreibt ein eigenes Rücknahme-System. Das heißt, dass Kunden ihre Kleidung zurück in den Laden bringen oder ins Werk schicken können und daraus wieder neue Bekleidung hergestellt wird. Darüber hinaus bietet Patagonia auch an, kaputte oder beschädigte Kleidungsstücke zu reparieren um zu verhindern, dass Produkt zu schnell im Mülleimer landen.  Auch Pyua aus Kiel hat sich darauf spezialisiert und nimmt Ware nach Gebrauch wieder zurück. So entsteht ein Kreislauf, bei dem Outdoor-Bekleidung aus synthetischen Fasern nach Gebrauch immer wieder zu neuer Mode verarbeitet wird.

Back to the Roots – Back to Naturfaser

Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und auf Naturfasern zurückgreifen. Ich weiß schon, was ihr denkt: Kleidung aus Naturfasern und schweißtreibende Aktivitäten, verträgt sich das denn überhaupt? Auf den ersten Blick denkt man vielleicht, dass man schon nach kurzer Zeit dementsprechend mieft und für lange Zeit galt das Prinzip auch als undenkbar. Bisher bestand Funktionsunterwäsche aus Mikrofasern, die gegen Geruchsbildung mit Nano-Silber behandelt werden mussten.

Doch es geht. Die schwedische Firma Fjällräven setzt bereits seit ihrer Gründung auf ihr zuverlässiges G-1000-Material, das heute zwar nicht mehr zu 100%, aber immerhin noch zu einem Drittel aus Baumwolle besteht. Das große Problem – zumindest aus tierischer Perspektive: Bei vielen Fjällräven-Modellen finden sich Lederapplikationen und das Wachs, dass die Bekleidung wetterfest macht, enthält Bienenwachs.

Anders sieht es bei Lundhags aus, die bei ihrer Polycotton-Technologie einen ähnlichen Aufbau haben wie Fjällräven, bei Modellen wie der Women’s Gliis Jacket oder der Lomma Jacket aber ohne Lederapplikation auskommen. Dennoch dürfte dieses Material einer synthetischen Hardshell im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht das Wasser reichen, was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Regen angeht. Und auch hier ist hier genaues Hinsehen nötig, denn Polycotton gibt es vereinzelt als gewachste Variante.

Vegane Ernährung auf Tour

Und dann gibt’s da natürlich noch das Thema Nahrung. Denn was wär eine Wanderung oder Trekking-Tour ohne die Brotzeit, die Leib und Seele zusammenhält? Wer schon länger vegan lebt, der hat vermutlich ohnehin sehr viel Ahnung, was bei der Ernährung geht und was nicht. Aber auch hier gibt es natürlich Hersteller, die passende Trekkingnahrung liefern, so z.B. Adventure Menu, BLA BAND, Lyo Food, Innosnack und Chimpanzee – um nur einige zu nennen.

Im Zweifel hilft aber natürlich immer der Blick in die Zutatenliste, denn natürlich wird dort haarklein aufgedröselt, welche Bestandteile im Produkt vorhanden sind.

Unterm Strich…

… lässt sich also feststellen, dass vegane Bekleidung und Outdoor-Ausrüstung zwar noch keinen dominanten Platz in den Produktlinien der Hersteller einnehmen, es allerdings in den letzten Jahren zumindest auf das Radar geschafft haben. Und das zum Glück bei namhaften Firmen, die auch tierfreie Produkte mit einem hohen Qualitätsanspruch herstellen. Vor dem Hintergrund, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihren Konsum umstellen, sicherlich eine begrüßenswerte Entwicklung.

Vegane Produkte findet ihr bei uns, indem ihr in der Suchfunktion das schöne Wort „Vegan“ eintippt und dann weiter filtert. Oder ihr folgt einfach folgendem Link:

Gore-Tex Nachhaltigkeit

GORE-TEX – Wie stehts um die Nachhaltigkeit?

8. August 2018
Ausrüstung

Neben den Fragen nach Qualität, Verarbeitung, funktionellen Materialien, angenehmer Passform und raffinierten Features, betrachten die meisten Kunden auch das Thema einer nachhaltigen Herstellung immer genauer und kritischer. Moderne Outdoorbekleidung muss nicht nur gut vor Wind und Regen schützen, sondern sollte auch aus umweltfreundlichen Materialien bestehen, mit hohen ökologischen Vorgaben und sozialverantwortlicher Herstellung produziert werden und nach einer hohen Lebensdauer, möglichst vollständig recycelbar sein.

Dass diese Ziele auch in der Outdoorbranche mit Sicherheit noch nicht in allen Punkten erreicht werden, hat vielschichtige Gründe, die hier unmöglich alle erörtert werden können. Fakt ist allerdings, dass die Entwicklung in Richtung einer nachhaltigeren Produktion voll im Gange, voll im Trend und auch in hohem Maße erfolgreich und zukunftsweisend ist.

Der Erfolg von Kennzeichnungen für umweltfreundliche und sozialverantwortliche Produktion wie bluesign, Öko-Tex 100 oder Fair Wear Foundation setzen dabei ebenso markante Meilensteine, wie die starke Nachfrage der Kunden, die sich immer bewusster mit der nachhaltigen Herstellung ihrer Outdoorbekleidung auseinandersetzen.

Auf einem langen Weg zu noch mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Als Marktführer für wasserdichte und atmungsaktive Bekleidung steht GORE schon seit langem unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit. Bei der Herstellung von GORE-TEX® Membranen wird dabei vor allem PFC immer wieder kritisiert.

„Per- und polyfluorierten Chemikalien“ (PFC) werden als Verarbeitungshilfsstoff (ökologisch bedenklich) für die Herstellung von PTFE und damit auch von wasserdichten GORE-TEX® Laminaten benutzt.

PTFE selbst ist allerdings kein ökologisch bedenkliches oder gefährliches PFC.  PTFE ist ein extrem grosses, stabiles Molekül und deswegen nicht biologisch verfügbar.

GORE ist sich der Problematik mit PFCs durchaus bewusst. In einem zweistufigen Plan wird GORE deshalb zunächst 85% aller GORE-TEX® Laminate bis zum Jahr 2020 auf eine PFC-freie Produktion umstellen und bis 2023 alle ökologisch bedenklichen PFCs aus ihrer Herstellung verbannen. Die Funktionstextilien dürfen dabei laut GORE natürlich keinerlei Kompromisse in Bezug auf ihre Qualität, Langlebigkeit und Performance eingehen.

Maßnahmen zur Verbesserung von umweltfreundlichen Produktion und fairen Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern gibt es bei GORE allerdings schon fast so lange, wie das wasserdichte Laminat selbst.

Bereits 1986 ersetzt GORE die Klebstoffe seiner Laminate durch lösungsmittelfreie Alternativen und galt schon damals als innovativer Pionier. Die meisten Produkte von GORE sind heute nach dem bluesign-Standard zertifiziert oder erfüllen den Öko-Tex 100 Standard. Unabhängige Prüfungen garantieren so die Vermeidung von umweltbelastenden Materialien und Verfahren in der textilen Wertschöpfungskette.

Darüber hinaus investiert GORE etliche Millionen Dollar in die Suche nach alternativen DWR-Beschichtungen und Systemen, um die ganzheitliche Umweltbelastung in der Herstellung von Bekleidung und Schuhen besser sichtbar und vergleichbar machen zu können. Als Gründungsmitglied der Substainable Apparel Coalition (SAC) rief GORE in Zusammenarbeit mit anderen Firmen, Zulieferern, Rohstofflieferanten und zahlreichen staatlichen und nicht staatlichen Organisationen den Higg-Index ins Leben. Durch diesen Index soll eine ganzheitliche Betrachtung und Bewertung aller umweltbeeinflussenden Faktoren auf einfache und transparente Weise abgebildet werden können.

GORE übernimmt nicht nur in seinen Produktionsstätten in Asien soziale Verantwortung mit klaren und verbindlichen Grundsätzen, die gesunde Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung garantieren sollen, sondern bringt sich darüber hinaus weltweit in zahlreichen sozialen Projekten ein.

Ob in der nachhaltigen Sensibilisierung und Umwelterziehung in Nordamerika, der Unterstützung von Schul- und Hilfsprojekten in der Nähe ihrer chinesischen Produktionsstätten oder bei Aufforstungsprojekten in den bayerischen Alpen – GORE unterstützt also soziale und umweltfördernde Projekte im großen und kleinen Maßstab.

Der Ansatz des Life Cycle Assessments (LCA)

Trotz aller Bemühungen und technischen Fortschritte, wird die Produktion von Bekleidung und Schuhen auch in Zukunft mit dem Verbrauch von Rohstoffen und Energie verbunden sein und auch in Zukunft werden dabei CO² freigesetzt und Abfälle entstehen. Selbst wenn die Umweltbelastung in der Produktion auf ein Minimum reduziert werden kann, ist jede weitere Jacke und jedes weitere Paar Schuhe auch automatisch eine weitere Belastung unserer Umwelt.

Das Prinzip des LCA, das GORE dieser Entwicklung entgegen setzt, ist denkbar einfach und effektiv: der Anspruch und das Ziel beim Design und bei der Herstellung der GORE-TEX® Produkte ist eine maximale Lebensdauer jedes einzelnen Schuhs, jeder Hose und jeder Jacke. Mit seinem Grundsatz „Guaranteed to keep you dry“ verspricht GORE seinen Nutzern bereits eine lebenslange Garantie in Bezug auf die Wasserdichtigkeit.

Aber auch das Obermaterial, das Design, hochwertige Reißverschlüsse und stabil versiegelte Nähte, zählen zu den Markenzeichen der GORE-TEX® Outdoorbekleidung. Durch die hohe Qualität verlängert sich die Nutzungsdauer der GORE-TEX® Produkte und bei kleinen Beschädigungen durch Risse oder Schnitte können die Reparaturen mit den Reparaturtapes für GORE-TEX® ganz einfach von jedermann selbst und auch unterwegs durchgeführt werden. Die so gepflegte GORE-TEX® Bekleidung hat beste Chancen ihre lebenslange Garantie auf die Membran in Anspruch zu nehmen.

Weitere Infos zu den Bestrebungen von GORE könnt ihr auf ihrer Webseite nachlesen.

Die Save-Bouldering-Initiative

Bleibt sauber – Interview mit Christian von Save Bouldering

14. September 2017
Tipps und Tricks

Bouldern ist in aller Munde. Und das nicht erst seit gestern. Im ganzen Land schießen neue Hallen aus dem Boden und die bestehende Infrastruktur wird erweitert. Mit zunehmender Anzahl an Sportlern, steigt natürlich auch die Nutzung der natürlichen Boulderspots. Leider geht es dabei nicht immer ganz sauber zur Sache – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch was tun um der Verschmutzung Herr zu werden? Genau das trieb auch Christian um, der vor vier Jahren die Initiative „Save Bouldering“ gründete. Im Basislager-Interview erzählt er von seiner Idee, der Umsetzung und wie es ein paar prominente Namen auf die Liste der Unterstützer geschafft haben.

Hi Christian, erstmal vielen Dank, dass Du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Heute schon am Fels gewesen?

Hallo zusammen, gerne. Und nein, leider nicht. Das lokale Angebot an Felsen ist bei mir eher mies, deshalb beschränkt sich der Aufenthalt am Fels jährlich eher auf wenige Trips nach Bleau – oder mal ganz verwegen – nach Schweden. Leider ist daher mein „Fels“ meisthin nur aus Plastik.

Erzähl uns ein bisschen was über dich – soweit ich weiß, kletterst und boulderst du schon einige Jahre durch die Gegend?

Ich bin Ende der 1980er zum Klettern gekommen. Nach einem Diavortrag des legendären Duos Güllich/Albert musste ich es einfach selbst ausprobieren und bin die ersten Jahre sehr häufig in der Fränkischen kletternd zugegen gewesen. Nach etwas weniger kletterintensiven Zeiten bin ich in den letzten zehn Jahren nun fast ausschließlich Bouldern und das am allerliebsten in Bleau. Besonders begeistert mich dort die Textur der Felsen und die qualitative Dichte an Problemen auch in gemäßigten Schwierigkeiten bis in den unteren 7. Grad, für viel mehr reicht es bei mir halt (noch) nicht.

Mit eurer Initiative wollt ihr die Boulderer da draußen ermutigen, den Sport nachhaltiger zu gestalten. Was war der Auslöser für die Gründung von SaveBouldering?

Ich wollte irgendwann, so um das Jahr 2013 herum, mehr aus meinem Hobby machen und war an der Eröffnung der Boulderwelt in Frankfurt beteiligt. Im Zuge dessen konnte ich live miterleben, wie sich der Randgruppensport Bouldern, durch das lokale Angebot an Indoormöglichkeiten, rasend schnell in die Breite entwickelt. Dass sich daraus auch schnell Konsequenzen für das Bouldern draußen ableiten würden, lag auf der Hand. Wer in letzter Zeit mal zu Hochzeiten wie Ostern in den populären Spots in z.B. Bleau zugegen war, kann das nur schwerlich leugnen. In einem Gespräch mit Irene und René von NIHIL Climbing bzw. MadRock Europa wurde uns klar, dass Boulderer, die in einer Halle an den Sport herangeführt werden, dort nicht unbedingt automatisch mit den Soft Skills ausgestattet werden, die es draußen für einen verantwortungsvollen Umgang in und mit der Natur braucht. Daher entschlossen wir uns, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit den Jungs von Kletterszene.com, Gerhard und Sebastian, fanden sich schnell weitere Mitstreiter und wir gingen die Sache mal zaghaft an.

Wie lange hat es von der Idee bis zum ersten Poster-Entwurf gedauert?

Das Poster war eher ein Zufall, ein oder zwei Wochen nach besagtem Gespräch war es schon fertig. Zu dem Zeitpunkt leitete ich noch den Bouldershop in der Boulderwelt Frankfurt und erdachte mir, einen Aushang dort zu platzieren, der wirklich rudimentäre Verhaltensregeln für das Draußenbouldern postulieren sollte: Verbote respektieren, Zugänge achten, Müll mitnehmen, Waldbrände vermeiden, Chalknutzung & Tickmarks begrenzen, Schuhe saubermachen und so weiter. Weil die Intention des Plakats gut angenommen wurde, gründeten wir kurz darauf eine Facebook-Seite und stellten eine einfache Website online. Darin sahen wir die Chance, das Ganze auch über den deutschen Sprachraum hinaus zu pushen und begannen sukzessive, zumindest die Website, in weitere Sprachen zu übersetzen. Inzwischen sind wir bei zehn Sprachen angekommen und decken damit einen Großteil Europas ab.

Da habt ihr in den vier Jahren eures Bestehens ja schon viel erreicht. Sicherlich auch dank eurer Unterstützer, unter denen sich auch prominente Namen wie Adam Ondra und Guillaume Glairon-Mondet finden – wie kam es zu der Zusammenarbeit mit den Profis?

Das war eher glücklicher Zufall bzw. ein wenig Networking. Guillaume Glairon-Mondet ist zum Beispiel im MadRock-Team und Irene fragte ihn einfach, ob er es übersetzen würde und er tat es gerne. An Adam Ondra kamen wir über Black Diamond, die die Initiative ebenfalls unterstützen. Die anderen Übersetzer waren entweder persönliche Kontakte oder Freiwillige, die uns damit unterstützen wollten. Generell ist es zwar schön, wenn man Unterstützung von großen Namen erfährt, aber ein wirklich breites „Spreading the word“ erreicht man vielmehr, wenn jeder, der es unterstützenswert findet, seinen vermeintlich kleinen Teil dazu beiträgt: danach handeln und andere animieren, es gleichzutun.

Wie verbreitet ihr eure Botschaft? Stehen schon Schilder an den berühmten Boulder-Spots?

Wir sind leider nicht in der Lage, große, aufmerksamkeitsstarke Aktionen auf die Beine zu stellen. Zeit und Geld sind da limitierende Faktoren, die wir alleine nicht überwinden können. Es freut uns sehr, wenn bei Clean-Up-Days in Bleau, in der Fränkischen oder auch in Kürze wieder im Magic Wood, ein Plakat von uns aufgehängt wird und wir sind froh um jeden einzelnen, den wir erreichen können. Sei es nun vor Ort oder über Facebook, eine Erwähnung im Netz, freiwillige Aktionen (Anzeigen in der Climax oder Postkartenbeilagen in den Boulderführern von Panico) oder dass doch mal irgendwo ein Plakat in einer Halle hängt.

Gab es auch irgendwann mal Gegenwind für eure Aktion oder wurde sie durchweg positiv aufgenommen?

Von Boulderern gab es bisher nahezu nur positives Feedback. Entweder ist es in der Sache an sich begründet, dass es nicht viel Negatives daran auszusetzen gibt oder aber wir sind noch zu klein und unbekannt und damit unter dem Radar derer, die sich daran reiben würden. Zumal wir auch wirklich versuchen, niemanden zu drangsalieren oder uns als die großen Moralaposteln aufzuführen. Wenn wir mit diesem Vorhaben mal brechen, dann richtet sich das eher an die Industrie, wenn dort aus Vermarktungsgründen Nachtbouldern propagiert wird oder Events in empfindlichen Gebieten abgehalten werden. Doch selbst von deren Seite gab es bisher kein negatives Echo.

Zum Schluss wäre noch Platz für eine Botschaft: Was möchtest du den Bergfreunden da draußen gerne mit auf den Weg geben?

Die Möglichkeiten für Outdooraktivitäten wie Bouldern sind limitiert, vielfach auch schon reguliert. Gebiete wie Bleau werden nicht „nachwachsen“ und wenn Gebiete erst einmal gesperrt werden, dann wird es sehr schwer werden, dies wieder aufzuheben. Es gibt viele Gelegenheiten durch unumsichtiges oder falsches Verhalten den weiteren Bestand dieser Ressourcen zu gefährden. Wenn Ihr Freude am Bouldern draußen habt, dann seid einfach fair und verhaltet Euch so, dass es für uns alle auch weiterhin noch möglich sein wird, die Zeit am Fels zu genießen. Zeigt Verantwortung und habt Spaß.

Wir danken für das Interview und wünschen euch natürlich weiterhin viel Erfolg. Alle Infos findet ihr natürlich auch auf der Homepage der Save-Bouldering-Initiative.

Leave no Trace Basislager5

Leave no Trace – Guidelines für ein sauberes Outdoorvergnügen

14. September 2017
Ausrüstung

„Hinterlasse keine Spur“ – eine Regel, die im Outdoor-Leben eigentlich selbstverständlich sein sollte. Und doch: Es kommt subjektiv immer noch zu häufig vor, dass man Schmutz und sonstigen Unrat am Wegesrand findet, der da definitiv nicht hingehört. Manch ein Zeltplatz sieht aus wie willkürlich in die Wildnis gepflanzt und – ach, da vorne verlässt gerade ein Wanderer den Weg um eine Abkürzung zu suchen, so ein Schelm. Freilich sind die Beispiele hier bewusst etwas überzeichnet, aber auch nicht ganz unrealistisch.

Doch was tun, um dem entgegenzuwirken? Bereits in den 70er-Jahren haben sich Mitarbeiter des United States Forest Service darüber die Köpfe zerbrochen und kurz darauf die „Leave-no-trace“-Kampagne auf den Weg gebracht. Was das konkret heißt, kommt jetzt!

Sieben einfache Regeln

Um das Ganze nicht zu sehr zu verkomplizieren, wurden im Zuge der Entwicklung des Projekts sieben einfache Regeln aufgestellt, die Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Müll und zum generellen Verhalten in der Wildnis geben.

  1. Plane voraus und bereite dich vor
    • Das beinhaltet mehrere konkretere Handlungsempfehlungen, zum Beispiel, dass man sich in dem Gebiet in dem man unterwegs ist über Regularien schlau macht, sich auf gefährliche oder extreme Situationen vorbereitet und Essen umpackt, um Müll zu vermeiden. Also alles, was man gemeinhin unter „Tourenplanung“ zusammenfassen würde.
  2. Wandere und nächtige auf festem Untergrund

    • Die Rede ist zum Beispiel von bereits ausgetretenen Pfaden und vorhandenen Camping-Stellen, aber auch von Fels, Schotter, trockenem Gras oder Schnee. Also alle Untergründe, auf denen man so schnell keine Spuren hinterlässt, bzw. wo kein nachhaltiger Schaden entstehen kann. Es wird zudem empfohlen Ufergebiete zu meiden und eine minimale Distanz von 200 m zum See oder Fluss zu wahren. Feuerstellen sollten klein gehalten und abseits der Vegetation errichtet werden.
  3. Entsorge deinen Müll
    • Noch so ein Klassiker! Checkt euren Campingplatz bevor ihr in verlasst, ob ihr auch wirklich alles an Müll aufgesammelt habt. Menschliche Hinterlassenschaften sollten in Löchern, etwa 200 m entfernt von Gewässern vergraben werden. Auch beim Waschen des Körpers oder des Geschirrs sollte dieser Abstand eingehalten werden. Waschmittel oder Seifen nach Möglichkeit so wenig wie möglich verwenden und darauf achten, dass die Produkte biologisch abbaubar sind.
  4. Hinterlasse was du findest
    • Oder: Lass deine Finger von kulturellen oder historischen Strukturen und Bauten, lass Pflanzen einfach da wo sie sind (Blümchenpflücken, anyone?) und vermeide es, Hütten oder ähnliche Strukturen zu bauen. Außerdem sollten keine nicht-einheimischen Tiere in ein fremdes Ökosystem transportiert werden. Aber wer geht schon mit seiner Schlange wandern?
  5. Vermeide Lagerfeuer
    • Ein Lagerfeuer ist schön. Da sind wir uns einig! Dennoch sollte man nicht überall wo man geht und steht das Zündholz anlegen, denn Feuer hinterlässt den Boden nun mal verbrannt. Optimal ist es natürlich, wenn man einfach den Gaskocher auspackt und damit kocht. Wenn Feuer erlaubt und nötig sind, dann solltet ihr darauf achten, nur bereits vorhandene Feuerstellen oder Feuerschalen zu verwenden. Das Feuer sollte klein gehalten werden. Das erreicht man am besten, indem man kleine Holzstücke vom Wegesrand sammelt, die per Hand gebrochen werden können. Das Feuer sollte immer komplett heruntergebrannt sein. Optimal ist es, wenn man die kühle Asche danach großzügig verteilt.

  6. Respektiere die Wildtiere
    • Ebenfalls eigentlich ziemlich logisch. Wildtiere sollten in Ruhe gelassen werden. Kein Füttern, kein Verfolgen und schon gar kein Streicheln. Darum sollte das mitgebrachte Essen auch gut verstaut werden, damit man am nächsten Morgen keine ungebetenen Gäste im Camp hat. Natürlich sollten auch unsere vierbeinigen Begleiter gut im Auge behalten und an der Leine gehalten werden, damit sie Wildtieren nicht hinterher jagen. Es hilft, wenn man sich im Vorfeld darüber informiert, wann Wildtiere besonders sensibel sind, z.B. während der Paarungszeit oder im Winter.
  7. Sei rücksichtsvoll gegenüber anderen Outdoor-Sportlern
    • Auch das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Seid nett zueinander, respektiert die anderen Wanderer, Biker und Läufer und macht eure Pausen vielleicht nicht gerade mitten auf dem Weg. Haltet eine angemessene Lautstärke ein, damit die Klänge der Natur nicht übertönt werden.

Die Leave-no-trace-Kampagne geht inzwischen weit über die simple Abbildung und Verbreitung dieser sieben Richtlinien hinaus. In Schulen werden Workshops angeboten, es gibt handliche Karten, auf denen alle sieben Regeln nochmals ausführlich erklärt werden und sogar Online-Awareness-Kurse können auf der Webseite der Organisation gebucht werden, die sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. 80% dieser Geldmittel fließen in die Programme oder in Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur.

Logisch, oder?

Jetzt habt ihr das alles gelesen und denkt vermutlich: Ok, wo ist die Neuigkeit? Wenn das so ist, dann freue ich mich – und noch mehr die gute alte Mutter Natur. Aber es gibt aktuell immer mehr Leute, die die Erholung in der Natur suchen, die den Wald und die Berge erkunden um dem Alltagstrubel zu entfliehen. Manch einer mag dabei noch etwas Nachholbedarf in Sachen Outdoor-Spielregeln haben und wenn wir demjenigen hiermit ein wenig auf die Sprünge helfen, ist das Wichtigste schon erreicht.

Hier findet ihr den originalen Wortlaut der 7 Principles!

Gaskartuschen transportieren und entsorgen

Gaskartuschen sicher transportieren und fachgerecht entsorgen

7. September 2018
Ausrüstung

Neben Gasflaschen, Benzinkochern und Spiritusbrennern gehören Campingkocher mit Gaskartuschen zu den am weitesten verbreiteten Brennstoffen für mobile Outdoorkocher. Die Gaskartuschen gibt es in verschiedenen Größen, die dementsprechend unterschiedlich viel wiegen. Gängige Größen sind hierbei ca. 100 g als kleinste Kartusche, ca. 230 g als mittlerer Gasbehälter und ca. 450 g als oberes Ende der Fahnenstange.

Die Kartuschen sind meistens mit einer flüssigen Mischung aus Butan und Propan befüllt. Diese beiden Arten von brennbarem Gas haben den Vorteil, dass sie schon bei geringer Kompression flüssig bleiben. So müssen die Kartuschen keinem hohen Druck standhalten und das Gemisch in den Gaskartuschen ist dadurch wesentlich ungefährlicher im Transport und in der Handhabung. Das Flüssiggas in den Gaskartuschen für Campingkocher ist oft identisch mit dem Gemisch in handelsüblichen Feuerzeugen.

Schraubkartuschen und Stechkartuschen für Campingkocher

Gaskartuschen transportieren und entsorgenJe nach Konstruktion des Campingkochers können zum Kochen nur die passenden Stech- oder Schraubkartuschen verwendet werden. Vor allem bei älteren Kochern werden die Stechkartuschen beim Verbinden mit dem Kocher angestochen. Die Dichtung am Kocher sorgt dafür, dass das Gas nicht ungewollt entweichen kann. Wenn die Kartusche angestochen wurde, darf sie nicht mehr vom Kocher entfernt werden, bevor sie komplett verbraucht und entleert ist.

Bei Schraubkartuschen besteht dieses Problem nicht. Ausgestattet mit einem integrierten Ventil und einem Schraubgewinde lässt sich die Gaskartusche beliebig oft vom Kocher abschrauben und zum Kochen wieder anschrauben. So können Gaskocher mit Schraubkartuschen für den Transport im Rucksack, Fahrrad oder Auto wieder zerlegt und platzsparend verstaut werden. Dabei besteht auch keine Gefahr, dass Gas beim Transport aus der Kartusche austreten kann.

Transport von Gaskartuschen im Auto

Gaskartuschen im Auto zu transportieren ist in der Regel problemlos möglich. Die Kartuschen sollten aus Sicherheitsgründen aber nicht über 50° C erhitzt werden. Da die 50° C an heißen Tagen im Auto schnell erreicht werden, sollte man die Kartuschen besser im Kofferraum verpacken, damit sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind. Wer seine Gaskartuschen also nicht direkt hinter der Frontscheibe aufbewahrt, muss sich in dieser Hinsicht keine ernsthaften Sorgen um die Sicherheit seiner Kartuschen machen.

Falls die Kartusche aus irgendeinem Grund viel zu heiß werden sollte, beginnt sie sich in der Regel am Boden aufzublähen und auszudehnen. Wirklich explosiv kann aber eine Gaskartusche nur werden, wenn sie direkt im Feuer liegt und beim Aufplatzen entzündet wird. Insofern sind Gaskartuschen sehr sicher und ohne Bedenken zu verwenden.

Bei längeren Fahrten ist es sicherlich besser, die Schraubkartuschen beim Transport im Auto kurz abzuschrauben. Zwar schraubt sich die Kartusche beim Fahren nicht selbständig ab, aber falls das Ventil am Kocher nicht richtig fest verschlossen ist oder sich leicht auf holpriger Strecke löst, könnte Gas ins Innere des Autos strömen. Deswegen lieber kein Risiko eingehen, die Kartuschen abschrauben und an einem möglichst kühlen und lichtgeschützten Ort verstauen.

Transport von Gaskartuschen im Flugzeug

Weder im Handgepäck, noch im aufgegebenen Gepäck dürfen bei einer Flugreise Gaskartuschen mitgenommen werden. Das gilt im übrigen nicht nur für Gaskartuschen sondern auch für alle anderen entflammbaren Gase und Flüssigkeiten. Benzin für den Benzinkocker oder Spriritus für den Spirituskocher sind im Fluggepäck deshalb absolut tabu. Die einzige Ausnahme, die beim Fliegen in der Regel gestattet wird, ist ein einzelnes (Gas-) Feuerzeug, das am Körper aufbewahrt werden muss (es darf jedoch nicht in den mitgeführten Gepäckstücken aufbewahrt werden). Sturmfeuerzeuge, Benzinfeuerzeuge und Nachfüllpatronen für Feuerzeuge jeglicher Art sind generell verboten.

Was bei den Gaskartuschen und Brennstoffen ausnahmslos verboten ist, gilt nicht für die Kocher selbst. Egal ob Gaskocher, Benzinkocher, Mehrstoffkocher oder Spirituskocher – alle Outdoor- und Campingkocher dürfen im aufgegebenen Gepäck mitgenommen werden. Das gilt allerdings nur dann, wenn sie komplett entleert und von Brennstoffen befreit und gereinigt sind. Gerade bei leeren Brennstoffflaschen, die immer noch nach Benzin riechen, kann die Fluggesellschaft den Transport verweigern. Gründliches Reinigen vor der Gepäckaufgabe ist also oberste Pflicht, um Ärger am Flughafen zu vermeiden.

Verfügbarkeit von Gaskartuschen im Reiseland

Nicht in allen Regionen der Welt sind Gaskartuschen für Outdoorkocher erhältlich. Teilweise findet man keine Stechkartuschen, manchmal keine Schraubkartuschen und oft auch überhaupt keine Gaskartuschen. Je nach Reiseziel sollte man sich daher schon mit der Verfügbarkeit vor Ort beschäftigen und zu einem Mehrstoffkocher oder Benzinkocher greifen. Falls Schraubkartuschen im ausgewählten Reiseland verfügbar sind, spricht der unkomplizierte Transport des Kochers mit dem Flugzeug (keine aufwändige Reinigung) klar für die Variante mit Flüssiggas.

Für Reisende in Europa ist die Versorgung mit Campinggas fast flächendeckend gegeben. Allerdings sind auch hier in verschiedenen Regionen die Stechkartuschen beliebter und in anderen Gebieten die Schraubkartuschen mit Ventil eher verbreitet. Wer also die Möglichkeit hat seinen Gasbedarf schon vor der Reise abzuschätzen und mit dem Auto unterwegs ist, erspart sich Zeit (und meistens auch Geld), indem er die nötigen Kartuschen mit etwas Reserve vor der Fahrt einkauft.

Entsorgung und Recycling von Gaskartuschen

Einfach in der Natur liegen lassen geht natürlich überhaupt nicht! Leere Gaskartuschen sind kein Müll, sondern Rohstoffe, die fachgerecht recycelt werden. In Deutschland funktioniert das bequem über den gelben Sack oder die gelbe Tonne, während in anderen Ländern teilweise Systeme für die Wertstoffrücknahme bestehen. Oftmals werden die leeren Behälter dort auch über den normalen Hausmüll entsorgt und von zur Wiederverwertung aussortiert.

Damit die alte Gaskartusche entsorgt werden kann, muss sie komplett geleert sein. Beim normalen Verbrauch des Flüssiggases bleiben in der Regel noch ein paar Tropfen in der Kartusche. Bei Stechkartuschen reicht es dann, den Kocher zu entfernen und ein paar Sekunden abzuwarten, bis sich das Gas verflüchtigt hat. Bei Schraubkartuschen mit Ventil ist die Entleerung nicht ganz so einfach. Jetboil bietet mit seinem CrunchIt zum Beispiel ein praktische Recyclingtool mit dem die Kartusche komplett geleert wird. Um dann noch den letzten Tropfen aus der Kartusche entweichen zu lassen, wird die Kartusche mit einem spitzen Gegenstand „angestochen“. Durch das kleine Loch verflüchtigt sich dann der letzte Rest Gas. Die so entleerten Kartuschen sind bereit für den Wertstoff-Kreislauf. Vorsicht gilt allerdings bei nicht vollständig entleerten Kartuschen: sie gelten noch als Problemmüll und dürfen nicht über die übliche Abholung für Wertstoffe entsorgt werden. In einem solchen Fall sollte man sich im Rathaus seiner Gemeinde  erkundigen, wann und wo man Problemstoffe entsorgen kann.

BPA-freie Lebensmittelbehälter und Trinkflaschen

BPA-freie Lebensmittelbehälter und Trinkflaschen – Wieso, weshalb, warum?

14. September 2017
Ausrüstung

„BPA-frei!“ das ließt man immer öfter auf allen möglichen Behältern, die mit Lebensmittel zutun haben. Vornehmlich auf Plastikbehältern und Trinkflaschen, die an irgend einer Stelle Plastik verbaut haben. Warum das für das Outdoor-Leben von Bedeutung ist? Weil wir beim Campen, beim Wandern, Laufen oder Radfahren fast immer eine Trinkflasche dabei haben. Und weil Plastik nun mal so schön leicht und unkompliziert ist, sind es meistens ebendiese Flaschen, die letztlich im Rucksack landen.

In den Medien hört man immer mal wieder eher unschöne Meldung über die Gesundheitsgefahr, die von BPA – im gemeinen Sprachgebrauch auch „Weichmacher“ genannt – ausgehen soll. Wir wollen uns den „Stoff“ daher mal genauer ansehen und erörtern, wo die Probleme liegen.

BPA – was ist das eigentlich?

BPA ist die Abkürzung für Bisphenol A, einer chemischen Verbindung aus der Gruppe der Diphenylmethan-Derivate. So weit, so verwirrend und vermutlich auch nur für Chemiker wirklich relevant. Bisphenol A wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts synthetisiert und war zunächst als Ersatzstoff für das weibliche Sexualhormon Östrogen gedacht. Da ihm aber nur eine sehr schwache Wirkung nachgewiesen werden konnte, wurde BPA nicht weiter zur Hormontherapie genutzt.

Später erkannte man, dass BPA ein guter Ausgangsstoff zur Synthese von Kunststoffen ist. So begann der Siegeszug von BPA, der bis heute anhält. Als Weichmacher wird der Stoff übrigens deshalb bezeichnet, weil er eine antioxidative Wirkung hat. Vereinfacht gesagt verhindert er, dass Kunststoff mit der Zeit aushärten oder spröde werden. Deshalb findet sich BPA auch in ziemlich vielen Dingen des täglichen Gebrauchs und kommt unter anderem in Konservendosen, Getränkebehältern aber auch Wasserkochern vor, wenn z.B. das Sichtfenster aus Kunststoff besteht. Lacke, Farben, Klebstoffe und Beschichtungen sind ebenfalls klassische Einsatzgebiete für auf BPA-basierende Kunststoffe.

Welche Auswirkungen hat BPA auf die Gesundheit?

Zwar sind eben jene BPA-haltigen Kunststoffe biologisch weitgehend unbedenklich, allerdings kann unter gewissen Umständen wieder BPA daraus freigesetzt werden. Wärme, Säuren und Laugen begünstigen diese Freisetzung, was natürlich immer dann relevant ist, wenn man in heißen Gegenden unterwegs ist, warme Flüssigkeiten abfüllt oder aus Behältern isst, die aus entsprechenden Kunststoffen bestehen. Auch sollte Geschirr und Besteck z.B. aus Polycarbonat nicht in der Spülmaschine gewaschen werden, da sonst BPA ausgespült und das restliche Geschirr damit verunreinigt werden kann.

Bei der Bewertung der gesundheitlichen Gefährdung bezieht man sich immer wieder auf die anfangs schon erwähnte hormonähnliche Wirkung. So gibt es diverse Studien die untersuchen, ob eine erhöhte Aufnahme von BPA mit einer verminderten Fruchtbarkeit bei Frauen und Männer einhergeht, ob der Stoff Auswirkungen auf die Neuroentwicklung hat oder auch Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme oder Fettleibigkeit mit verursacht.

Was sagt die Forschung zum Thema BPA?

Das alles klingt erstmal ziemlich heftig. Aber es gibt auch positive Nachrichten: Unser Körper ist verdammt gut, wenn es um Gefahrenabwehr geht. Wir nehmen Tag für Tag Stoffe auf, die für den Körper ungesund sind und solange er damit nicht überschwemmt wird, kann er diese über diverse Mechanismen deaktivieren und ausscheiden. Die Dosis macht das Gift.

Um die Menge, ab der ein Stoff gefährlich wird, zu beziffern, hat man den sogenannten TDI eingeführt. TDI steht für Tolerable Daily Intake, zu deutsch: Die täglich tolerierbare Menge. Diese wurde für BPA im Jahre 2015 von der europäischen Lebensmittelbehörde und darauf folgenden auch dem deutschen Bundesamt für Risikobewertung auf 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgesetzt. Die durchschnittliche Aufnahmemenge von BPA in der Bevölkerung liegt bei etwa 1,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dieser Wert ist vorläufig, da eine aktuelle Langzeitstudie in den USA weitere Daten liefern soll.

Seit März 2011 ist zudem der Verkauf von Babyflaschen aus BPA-haltigen Kunststoffen EU-weit verboten. Zuvor hatten die meisten Hersteller aber selbstständig Flaschen vom Markt genommen.

Die Bewertung der Behörden ist allerdings nicht unumstritten, da es inzwischen zahlreiche Studien gebe, die eine gesundheitliche Gefährdung eher befürworten. In Frankreich geht man zum Beispiel deutlich weiter und verbot bereits 2015 kurzerhand alle Lebensmittelverpackung mit BPA.

Was kann man tun, um die BPA-Belastung zu minimieren.

Ziemlich easy: Natürlich alle Kunststoffe vermeiden, die BPA enthalten. Das sind vor allem Polycarbonate. Ok, bleiben wir realistisch. Das komplette Vermeiden ist im Alltag wohl kaum möglich. Man kann aber ein paar Schritte unternehmen um zu verhindern, dass BPA übermäßig stark in den Umweltkreislauf gelangt:

  • Kunststoffbehälter nicht mit warmem Inhalt füllen – schon gar kein kochendes Wasser
  • Flaschen und Schüsseln nicht warm lagern
  • Plastikbehälter vor der Benutzung nochmals mit kaltem Wasser abwaschen
  • Entsprechende Behältnisse möglichst nicht in der Spülmaschine waschen
  • Checken ob der Behälter für die Mikrowelle geeignet ist
  • BPA-freie Behälter nutzen

Gerade der letzte Punkt ist natürlich am Wirksamsten. Logisch. Zum Glück sind viele Produkte heute schon BPA-frei und entsprechend gekennzeichnet. Auch die Hinweise „Spülmaschinengeeignet“ oder „Mikrowellengeeignet“ sind ein deutliches Indiz dafür, dass kein BPA im Produkt verwendet wird.

Natürlich gibt’s im Bergfreunde.de-Shop jede Menge BPA-freie Lebensmittelbehälter oder Trinkflaschen zu kaufen. Schaut einfach mal rein und wenn ihr noch Fragen habt, könnt ihr natürlich unseren Kundenservice über die 07121/70 12 0 erreichen. Die Kollegen sind jeden Tag von 10 – 17 Uhr für euch verfügbar!

GOTS-Title

Umfassend ökologisch – der Global Organic Textile Standard

14. September 2017
Tipps und Tricks

Dass Umweltschutz und soziale Verträglichkeit bei der Herstellung von Textilien eine immer größere Bedeutung erlangen, ist den meisten Herstellern und Kunden bewusst. Einige Menschen fühlen sich allerdings verunsichert, da sie nicht genau wissen, was die verschiedenen Labels und Zertifikate im Textilbereich bedeuten und ob die Hersteller auch wirklich die Vorgaben zur Einhaltung der ökologischen Standards erfüllen. Ein sehr umfassendes und weitreichendes Siegel ist das weiße Hemd auf grünem Untergrund – das begehrte Zeichen für den Global Organic Textile Standard.

Wofür steht das GOTS Label?

Der Global Organic Textile Standard garantiert eine umfassende umweltverträgliche und sozialverantwortliche Textilproduktion in allen einzelnen Teilbereichen, die mit der Herstellung von Textilien verknüpft sind. Dafür wird die gesamte Kette der Zulieferer unter die Lupe genommen und nach strengen Kriterien überprüft. Um nach dem GOT-Standard zertifiziert zu werden, müssen Textilien zu mindestens 70% Fasern aus kontrolliertem biologischen Anbau bestehen. In der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und im Vertrieb gelten genaue Vorschriften in Sachen Umweltschutz und sozialer Standards. Dank umfangreicher Kontrollmechanismen ist das GOTS-Zertifikat mittlerweile in der Version GOTS 5.0 in einer beständigen
Weiterentwicklung weltweit auf Erfolgskurs und gilt als echter Garant für nachhaltige Bio-Textilien.

Was müssen Textilien leisten, um nach dem GOTS zertifiziert zu werden?

Die Liste der Kriterien, die für die begehrte Auszeichnung mit dem Bio-Label nachgewiesen werden müssen, ist lang. Sehr lang. Deshalb gibt die folgende Zusammenfassung auch nur einen Überblick über die wichtigsten Vorgaben und führt nicht jede einzelne Anforderung auf. Trotz der übersichtlichen Stichpunkte wird klar, dass für die Vergabe des GOTS Labels kein einziger Teil der Lieferkette ausgeklammert wird und eine Zertifizierung ist auch nur dann möglich, wenn alle Anforderungen erfüllt werden.

  • Produktion der Fasern für die Textilien
    Es werden nur Fasern anerkannt, die nach bestimmten Bioanbaustandards produziert werden. Dafür kommen mehrere nationale und internationale Verfahren in Betracht. In Europa ist beispielsweise die EU Bio-Verordnung maßgebend für die Produktionskriterien von Bio-Baumwolle und Bio-Wolle . Darin sind beispielsweise der Verzicht auf chemische Pflanzenschutz und Düngemittel, artgerechte Tierhaltung und Verbot von Gentechnik gesetzlich geregelt. Für die Auszeichnung mit der GOTS Kennzeichnung „Bio“ müssen über 95% der Fasern diese Vorgaben erfüllen. Für eine generelle GOTS Zertifizierung müssen es immer mindestens 70% sein.
  • Herstellung der Garne und Stoffe
    Bei der Herstellung der Stoffe dürfen Rohstoffe aus biologisch kontrolliertem Anbau und herkömmliche Fasern nicht vermischt werden und müssen jederzeit identifizierbar bleiben. Beim Färben und bei der Weiterverarbeitung der Fasern zu Garnen und Stoffen müssen alle Zusatzstoffe auf ihre Umweltverträglichkeit, Toxizität und biologische Abbaubarkeit hin überprüft werden. Viele Chemikalien in der herkömmlichen Produktion von Textilien enthalten zum Beispiel Schwermetalle, Lösungsmittel oder Formaldehyd und sind für die Herstellung nach dem GOT-Standard nicht erlaubt.
  • Produktion und Konfektion der Bekleidung und anderer Textilien
    Bei der Weiterverarbeitung der Stoffe und Garne zu fertigen T-Shirts, Hosen und Sweatshirts dürfen keine Drucke mit Phthalaten oder PVC verwendet werden. Abfälle und Abwässer müssen minimiert und fachgerecht entsorgt oder aufbereitet werden und sogar das Öl der Produktions- und Nähmaschinen hat die GOTS-Prüfung im Visier: die Verwendung von Ölen mit Schwermetallzusätzen ist absolut tabu.
  • Umweltfreundliche Verpackung
    Bekleidung die nach dem Global Organic Textile Standard zertifiziert ist, muss in einer PVC-freien Verpackung ausgeliefert werden und auch Etiketten oder Banderolen, die dem Produkt beiliegen, müssen aus zertifizierten oder recycelten Materialien bestehen.

Zu den umfangreichen Vorgaben in Sachen Ökologie und Umweltschutz kommen weitere Anforderungen im sozialen Bereich. Ähnlich wie bei den Kriterien der Fair Wear Foundation legt der GOTS grundlegende Rechte für die Beschäftigung der Mitarbeiter in der Textilindustrie fest. Dazu gehören Verbot von Zwangsarbeit, Verbot von Kinderarbeit, Verbot von unmenschlicher oder diskriminierender Behandlung am Arbeitsplatz und eine klare Regelung von Arbeitszeit und angemessenem Lohn. Was sich anhört, wie ganz normale Arbeitsbedingungen ist leider in den Produktionsländern der Textilindustrie noch immer eher die Ausnahme als die Regel. Dank des Engagements von GOTS und der Fair Wear Foundation haben Kunden mittlerweile immerhin die Wahl und die Möglichkeit ihre Bekleidung nachhaltig und fair produziert zu kaufen.

Wie garantiert die GOTS die Einhaltung der Vorgaben?

Aus den vier Mitgliedsorganisationen der Global Organic Textile Standard International Working Group (kurz: GOTS IWG) in Deutschland, England, Japan und den USA, ging 2008 die gemeinnützige Global Standard GmbH hervor. Durch dieses Unternehmen wird auf internationaler Ebene die Qualitätssicherung und das Lizenzierungssystem mit dem GOTS-Label verwaltet und geleitet. Auch über die Markenrechte des eingetragenen und auf allen internationalen Märkten geschützten Labels mit dem weißen Hemd auf grünem Grund wacht die Organisation. So stellt sie sicher, dass keine Firma das Bio-Label zu unrecht verwendet.

Weit mehr als 3000 Firmen sind bereits nach dem internationalen GOT-Standard zertifiziert. Firmen können sich für die Aufnahme zum Lizenzierungssystem anmelden und werden daraufhin überprüft, ob sie die Richtlinien für die Kennzeichnung erfüllen. Betriebe, die eine Zertifizierung erhalten und alle Kriterien erfüllen, dürfen ihre Produkte dementsprechend kennzeichnen. Damit aber ein Endprodukt mit dem GOTS-Label im Laden verkauft werden darf, müssen alle Betriebe in der Zulieferungskette GOTS-zertifiziert sein. Wenn nun also der Stofflieferant nach GOTS zugelassen ist und der Betrieb zur Weiterverarbeitung nicht zugelassen sein sollte, darf das Endprodukt auch nicht mit dem GOTS-Logo gekennzeichnet werden.

Neben der ständigen Bearbeitung und Weiterentwicklung des Lizenzsystems und der Anpassung der Vorgaben, kontrolliert die Global Standard GmbH sowohl die einzelnen Betriebe, als auch die Produkte am Markt. Die einzelnen Betriebe müssen jederzeit mit angemeldeten und unangemeldeten Kontrollen in ihren Produktionsstätten rechnen. Nach dem Motto „Vertrauen ist gut, doch Kontrolle ist besser“ überwachen unabhängige Institute im Auftrag der Global Standard GmbH die zertifizierten Produkte zusätzlich durch stichprobenartige Tests, Analysen und Kontrollen im Labor. Dabei werden die Fasern beispielsweise auf unerlaubte Pestizide oder Rückstände von verbotenen Färbemitteln überprüft.

Durch diese ständige Präsenz einer Betriebskontrolle wird eine absichtliche oder unabsichtliche Nichteinhaltung der Lizenzbestimmungen effizient entgegengewirkt. Für den Kunden ist so eine bestmögliche Sicherheit gewährleistet, dass auf den Produkten die das GOTS-Label tragen auch wirklich einwandfreie ökologische Ware angeboten wird. Deshalb ist ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit bei der Global Standard GmbH die Überwachung der internationalen Märkte und die Identifizierung von Herstellern, die ihre Produkte ohne entsprechende Lizenzierung mit dem Öko-Label kennzeichnen. Da aber auch in diesem Bereich sehr gründlich geprüft wird, ist der Global Organic Textil Standard tatsächlich eine Kennzeichnung, die dem Kunden ein Höchstmaß an Transparenz und Sicherheit garantieren kann.

Reparieren statt Wegschmeissen – Das Patagonia Worn Wear Programm

Reparieren statt wegschmeißen – das Patagonia Worn Wear Programm

14. September 2017
Tipps und Tricks

Wie können wir als Menschen, als Kunden und Konsumenten die Entstehung von Emissionen, Abfällen und Abwässern reduzieren? Wie können wir Ressourcen schonen und die Verschmutzung und Zerstörung unserer Umwelt möglichst gering halten?

Die Antworten auf diese Fragen sind vielfältig, teilweise sehr komplex und miteinander vernetzt: Ausbau regenerativer Energiegewinnung, effiziente Filtertechnologien, intelligente Verkehrskonzepte und gesetzliche Rahmenbedingungen, die Grenzwerte für Schadstoffe festlegen, sind dabei nur ein Bruchteil aller Maßnahmen.

Ein ganz anderer Ansatz wird in Sachen Umweltschutz allerdings von der kalifornischen Outdoor- und Bergsportfirma Patagonia verfolgt. Auf die Festlegung gesetzlicher Richtwerte und den Aufbau eines Windparks zur Stromerzeugung haben die meisten Bürger wenig Einfluss. Als Konsument und Kunde in einer „Wegwerfgesellschaft“ ist ihr Wirken dagegen unmittelbar verbunden mit Umweltschutz und Umweltzerstörung. Das bedeutet ganz einfach: wer viel kauft und viel wegschmeißt und dann wieder neu einkauft, zerstört die Umwelt in höherem Maß. Um diese „Müllspirale“ zu durchbrechen, gibt es zwei Lösungen: entweder nichts mehr zu kaufen, was in der täglichen Praxis wohl eher unmöglich ist oder die Dinge die man kauft möglichst lange zu nutzen. Das wiederum bedeutet, die Waren, die man kauft, sollen langlebig, haltbar und von hoher Qualität sein. Damit man sie lange benutzen kann, müssen sie gut zu pflegen und einfach zu reparieren sein.

Die Neuentdeckung der Reparatur im Patagonia Worn Wear Program

Kein Mensch würde ein Auto wegen einer Reifenpanne in der Schrottpresse entsorgen. Bei einem kaputten Reißverschluss an der Regenjacke ist bei vielen Käufern die Entscheidung zugunsten eines Neukaufs schnell gefallen. Und genau an diesem Punkt setzt Patagonia mit seinem Worn Wear Program an, um Funktionstextilien zu reparieren, anstatt sie wegzuschmeißen. Da Patagonia nun mal Outdoorbekleidung herstellt und keine Küchenmaschinen oder Rasenmäher, liegt der Schwerpunkt des Programms auf ihren Funktionstextilien. Der grundsätzlichen Ansatz von Patagonia geht allerdings weit über ihren eigenen Tellerrand hinaus – die Idee des Reparierens soll in allen Bereichen der Menschen wieder neu Fuß fassen. Die erste Frage bei einem defekten Gegenstand sollte daher nicht sein „wo bekomme ich einen Neuen?“, sondern „wie lässt sich das denn reparieren?“.

Um die Lebensdauer der Patagonia Produkte zu verlängern und den ökologischen Fußabdruck jedes Einzelnen zu verkleinern, haben die Macher von Patagonia das Worn Wear Programm ins Leben gerufen. Dabei geht es nicht primär um die möglichst umweltfreundliche Herstellung und die Verwendung recycelter Rohstoffe (diese spielt bei Patagonia ohnehin eine elementare Rolle), sondern konkret um die Reparatur beschädigter Patagonia Artikel. Über 45 festangestellte Mitarbeiter reparieren allein in Nordamerika über 30.000 Jacken, Rucksäcke und Hosen. In Europa findet jedes Jahr eine Reparatur-Tour statt, bei der Patagonia Mitarbeiter mit mobilen Industrienähmaschinen kostenlose Reparaturen an beschädigter Outdoorbekleidung vornehmen. Die Marke der kaputten Regenjacken und Trekkinghosen spielt dabei übrigens keine Rolle.

Die Reparatur-Events sind natürlich auch eine gute Möglichkeit, um auf das Worn Wear Projekt aufmerksam zu machen, Pflegetipps und Reparaturratschläge zu geben und sich mit anderen Outdoorenthusiasten auszutauschen. Deshalb finden die Events auch immer in Zusammenarbeit mit lokalen Outdoorhändlern oder Kletterhallen statt und sind so in Europa gestreut, dass möglichst viele Kunden den Service in Anspruch nehmen können. Wem dagegen nur die Reparatur seiner Naht oder seines Knopfes am Herzen liegt, kann sich auch einfach an den Patagonia Reparaturservice wenden, der in Portugal eine eigene Filiale für die Kunden in Europa betreibt. Oft hilft es aber auch zunächst beim nächsten Patagonia Händler nachzufragen, da viele für die Ausführung von kleineren Reparaturen speziell geschult werden und kleine Schäden direkt vor Ort beheben können.

Beschädigte Outdoorbekleidung selber reparieren

Viele Reparaturen an gerissenen Nähten oder aufgeschlitzten Ärmeln sind gar nicht so schwer durchzuführen – wenn man weiß wie es geht. Deswegen bietet Patagonia im Rahmen seines Worn Wear Programms wertvolle Ratschläge, Tipps und Tutorials für häufig auftretende Reparaturen, die jeder mit einfachen Mitteln selbst erledigen kann. Dazu gehört beispielsweise eine einfache Anleitung, um ein gerissenes Hemd zu nähen, wie ein Kordelzug im Jackensaum ersetzt wird oder wie man ein Rad an seinem Rollkoffer austauscht. Mit genauen Pflegeanleitungen sorgt Patagonia außerdem für eine lange Lebensdauer der Outdoortextilien. Optimale Imprägnierung gehört dazu genauso, wie Tipps zur idealen Benutzung von Bügeleisen und Waschmitteln.

Re-use und Recycling im Worn Wear Programm

In Nordamerika können die Besitzer von gut erhaltener oder reparabler Patagonia Bekleidung ihre gebrauchten Jacken und Hosen an Patagonia zurück verkaufen. Die Ware wird daraufhin überprüft, gegebenenfalls repariert und auf jeden Fall gründlich gereinigt. Danach können die Artikel im Worn Wear Onlineshop von anderen Kunden wieder gekauft werden. Die wiederum dürfen ihre Second Hand Textilien gerne einige Zeit wieder an den Second Hand Onlinestore zurück verkaufen, und so weiter, und so weiter,… – bis irgendwann tatsächlich der Punkt erreicht ist, an dem eine Reparatur keinen Sinn mehr macht oder in manchen Fällen einfach nicht mehr möglich ist.

Aber selbst dann wird ein Patagonia Produkt nicht einfach auf einer Mülldeponie landen. Stattdessen können alle Patagonia Artikel bei den entsprechenden Händlern oder bei Patagonia direkt zum Recycling abgegeben werden. Schon beim Design und bei der Auswahl der Materialien berücksichtigen die kreativen Entwickler bei Patagonia die möglichst einfache Recyclebarkeit ihrer Produkte. Dadurch kann zum Beispiel aus einem alten und total zerschlissenen Fleecepulli ein nagelneuer Fleece entstehen. Recycling ist natürlich kein ganz neues Thema, aber der Unterschied zu anderen Firmen liegt darin, dass Patagonia in seinem Recyclingprozess auch tatsächlich die eigene Ware selbst recycelt und nicht weitergibt und aus anderem recycelten Material neue Artikel herstellt.

Wie viele Tonnen Rohstoffe, wie viel Energie und wie viele Kubikmeter Wasser durch die Worn Wear Initiative bereits eingespart werden konnten, lässt sich nicht genau berechnen. Allein die Reparatur von mehreren hunderttausend Produkten in den Reparaturzentren, die dadurch nicht im Müll gelandet sind, ergibt ein gigantisches Volumen. Durch die Öffentlichkeitsarbeit und den Appell des Worn Wear Programms, die Lust am Reparieren zu erwecken, geht das Ganze weit über den Rahmen der Outdoortextilien und Bergsportbekleidung hinaus. Mit jedem Menschen, dem Patagonia mit seinem Worn Wear Program ein wenig die Augen öffnen kann und zu einem veränderten Blickwinkel auf die „Wegwerfgesellschaft“ verhilft, sind die engagierten Kalifornier ihrem Ziel, unseren gemeinsamen ökologischen Fußabdruck auf der Erde zu minimieren, ein großes Stück näher gekommen.

Fair Wear Foundation Titel

Was ist eigentlich die Fair Wear Foundation?

5. Oktober 2017
Tipps und Tricks

Eines vorab: die Fair Wear Foundation ist kein Ökolabel für umweltfreundliche Stoffe, organisch angebaute Baumwolle oder artgerechte Tierhaltung. Die Ziele der Fair Wear Foundation richten sich stattdessen zu 100% auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Ländern, in denen die Bekleidung für den europäischen Markt konfektioniert wird, aus. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Bangladesch, Bulgarien, China, Indien, Polen, Rumänien, Thailand, Tunesien, Türkei und Vietnam.

Um den teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie entgegen zu wirken, setzt die Fair Wear Foundation (FWF) seit ihrer Gründung 1999 auf einen strengen Kodex mit einigen unumstößlichen Richtlinien für Arbeitspraktiken und für Rechte der Arbeitnehmer in den Textilfabriken. Abgeleitet aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und Grundlagen der internationalen Arbeitsorganisation sind die folgenden acht Bestimmungen elementar für eine Zertifizierung durch die FWF:

  1. Die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit muss geregelt und begrenzt sein.
  2. Der Arbeitsplatz muss vom Arbeitnehmer frei gewählt werden können.
  3. Die Ausbeutung durch Kinderarbeit ist streng verboten.
  4. Arbeitnehmer dürfen am Arbeitsplatz nicht diskriminiert werden.
  5. Das Arbeitsverhältnis ist durch einen rechtsverbindlichen Arbeitsvertrag abgesichert.
  6. Der Arbeitgeber sorgt durch gezielte Maßnahmen für Sicherheit am Arbeitsplatz und gesunde Arbeitsbedingungen.
  7. Für die Arbeitnehmer besteht Versammlungsfreiheit und sie haben das Recht auf Tarifverhandlungen.
  8. Der Lohn muss mindestens die Sicherung der Existenz gewährleisten.

Umsetzung und Einhaltung der Richtlinien in den Produktionsländern

So einfach und klar die Grundsätze der FWF formuliert sind, so schwierig scheint es auch, sie in der Produktion umzusetzen und die Einhaltung der Vorgaben in den produzierenden Ländern dauerhaft zu kontrollieren. In der Organisation der FWF beraten daher Repräsentanten von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden über die notwendigen Mittel, Strategien und Lösungen.

Für die direkte Kontrolle vor Ort stehen lokale Gruppen aus spezialisierten Organisationen bereit, die sich um die Einhaltung der FWF Vorgaben in den jeweiligen Betrieben kümmern. Sie verstehen sich aber nicht als reine Kontrolleure, sondern gestalten aktiv die Verbesserung der betrieblichen Arbeitsbedingungen mit und begleiten und beraten die Unternehmen auf ihrem Weg. Durch diese Prüfung und Betreuung können Abweichungen zügig korrigiert werden und die Garantie für die Einhaltung der FWF Grundsätze aufrechterhalten werden.

Um eine zweite Kontrollinstanz zu schaffen, ist es Arbeitern in den produzierenden Betrieben und Außenstehenden möglich, sich bei der FWF über eventuell auftretende Probleme zu beschweren oder auch auf Schwierigkeiten hinzuweisen. Spezialisten der FWF werden dann bei Bedarf vor Ort mit der Prüfung der Missstände beauftragt. Ziel ist es dabei immer eine konstruktive Lösung zu entwickeln, denn die Verbesserung der Arbeitsbedingungen steht klar im Fokus. Durch die Beendigung der Zusammenarbeit mit einzelnen Produzenten würde sich die Situation der Arbeitnehmer eher wieder verschlechtern. Da sich die Firmen, die der FWF beitreten, zur Einhaltung der Richtlinien in ihrer Produktion und ihrer Lieferkette verpflichten, ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass alle Beteiligten an einer langfristigen und nachhaltigen Zusammenarbeit interessiert sind.

Das Fair Wear Label in der Outdoorbekleidung

Einige bekannte Hersteller von Outdoor- und Skibekleidung sind Mitglieder der Fair Wear Foundation. Dazu gehören beispielsweise Mammut, Odlo, Dynafit, Jack Wolfskin, Ortovox, Pyua, Salewa, Schöffel und Vaude.

Als Kunde erkennt man die Zertifizierung durch die FWF durch das Label mit dem roten Kleiderbügel in gesticktem Design und dem Fair Wear Foundation Schriftzug darunter.

Bei all dem Engagement der Hersteller kann man beim Kauf der Bekleidung leider nicht erkennen, in welcher Entwicklungsstufe sich der Produzent und der Auftraggeber in Bezug auf die FWF befinden. Das bedeutet konkret, dass eine Firma bereits seit vielen Jahren Mitglied in der FWF ist und in seinen Produktionsstätten für die Einhaltung der Richtlinien zu fast 100% garantieren kann und die andere Firma sich erst in der Anfangsphase befindet und um die Umsetzung bemüht. Beide sind allerdings mit dem gleichen Label gekennzeichnet. Aber auch wenn das zunächst verwirrend klingen mag, entspricht es dennoch dem Ansatz der FWF, die Arbeitsbedingungen in den textilverarbeitenden Betrieben langfristig zu verbessern. Die geplanten und angestrebten Verbesserungen sind in jedem Fall wertvoller, als die sozialen Missstände einfach zu ignorieren.

Vaude beispielsweise ist seit 2010 Mitglied der FWF und beschäftigt in Asien ein eigenes Team, das in den Vaude Produktionsstätten in China, Vietnam und Myanmar mit den produzierenden Betrieben zusammenarbeitet und auch vor Ort die Qualitätskontrollen durchführt. Als Mitglied der FWF werden außerdem nicht nur die Produktionsstätten unter die Lupe genommen, sondern auch Vaude selbst muss sich jedes Jahr in seinem „Brand Performance Check“ gegenüber der FWF verantworten. Dabei wird geprüft, inwieweit das Mitglied seine Anforderungen an die Mitgliedschaft erfüllt und seinen Verpflichtungen zur Einhaltung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen nachkommt.

Sehr guter Ansatz mit nur wenig Verbesserungspotential

Die Ansätze zur Verbesserung sozialer Standards in der Bekleidungsbranche durch die Fair Wear Foundation betrifft Millionen von Menschen. Mit zunehmender Bekanntheit und einem gesteigerten Bewusstsein der Kunden für die Arbeit der FWF ist mit einer steigenden Bedeutung des Zertifikats und der kontinuierlichen Erhöhung der Mitgliederzahlen und einer Ausweitung der sozialen Arbeitsbedingungen auf neue Betriebe zu rechnen. In den letzten Jahren konnten in Sachen umweltfreundliche Produktion, organisch angebaute Baumwolle und zertifizierte Daune bereits allgemein große Erfolge erzielt werden, die zu einem regelrechten Trend in Richtung ökologisch verträglicher Bekleidung geführt hat. Es besteht nun die Hoffnung, dass auch das Fair Wear Label zu einem echten Trend zur Schaffung und Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechten in den Produktionsländern führen wird.

Einzig das Kontrollsystem und die Überprüfung der Betriebe durch die FWF könnten eventuell noch engmaschiger und für den Kunden transparenter erfolgen, damit die Glaubwürdigkeit des sehr guten Ansatzes nicht untergraben werden kann. Dann kann der rote Kleiderbügel der FWF seinen Bekanntheitsgrad und seine Akzeptanz bei den Kunden weiter festigen und dazu beitragen die Arbeitsbedingungen von unzähligen Menschen zu verbessern.

Klean Kanteen marke

Klean Kanteen: für eine gesunde Alternative zu Plastik

16. Januar 2018
Ausrüstung

„Volle Kraft voraus, für Natur, Umwelt und Mensch.“ Wenn man die Firmengeschichte und das Engagement der Flaschen-Manufakteure von Klean Kanteen auf einen Satz herunterbrechen würde, wäre es wohl der eingangs erwähnte. Liest man die zahlreichen Texte auf der Homepage des amerikanischen Unternehmens, kommt man regelmäßig in’s Staunen, wie viele Gedanken man sich über vermeintlich profane Dinge wie Flaschen und Trinkbehälter machen kann. Zumindest ging es mir so, als ich für diesen Artikel recherchiert habe. Doch beginnen wir von vorne…

Edel und Stahl

Plastik hilft uns in vielen Lebenslagen und ist nach wie vor ein wichtiges Material, nicht nur in der Outdoor-Industrie. Es ist allerdings ebenso klar, dass Plastik unsere Umwelt in einem nicht geringen Maße belastet. Die Maßnahmen, dem entgegen zu wirken, sind zahlreich und Recycling ein wichtiges Thema unserer Zeit. Doch man kann freilich auch einfach auf Kunststoff verzichten. Nämlich dann, wenn es gute Alternativen gibt! Und die heißt bei Klean Kanteen: 18/8 Lebensmittel-Edelstahl.

Sämtliche Produkte bestehen aus dem robusten Metall und sind an der Außenseite mit bleifreiem Acryllack beschichtet. Die Innenseite wurde lediglich elektropoliert. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem die Oberfläche mit einem elektrochemischen Verfahren veredelt wird. Dadurch nimmt sie keine Geschmäcker an und die Flüssigkeiten bleiben geschmacksneutral.

Es sei der Fairness halber erwähnt, dass auch Klean Kanteen nicht zu 100% auf Plastik verzichtet bzw. verzichten kann. Einige Verschlüsse sind aus Polypropylen #5 gefertigt, das aber natürlich komplett ohne BPA auskommt und gut recyclebar ist.

IM NEUEM (PULVER) GEWAND

Dass KleanKanteen in Sachen Nachhaltigkeit so einiges auf dem Kasten hat, ist ja nichts Neues. 2018, legt das Unternehmen aber noch einen drauf. Dank der neu entwickelten Klean Coat™ Pulverbeschichtung sind die Fläschchen noch nachhaltiger, vier mal robuster und haltbarer als bisher.

Ziel der neuen Technologie war es, den Ressourcenverbrauch so gering wie möglich zu halten. Heraus kam eine nachhaltige Pulverbeschichtung, die absplitter- und widerstandsfest ist und kein Wasser mehr benötigt. Und das durch die einfache Wiederverwendung von Pulverresten.

Das allein genügte den Ansprüchen von KleanKanteen natürlich nicht. Mit der Einführung der neuen Pulverbeschichtung wollten sie noch mehr erreichen. Daher sind bei der Prüfung der neuen Beschichtung weit über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgegangen und wandten eine chemische Gefährdungsanalysemethode, bekannt als Green Screen®.

Dieses Verfahren erlaubt es, die bestehenden Gefahren verschiedener chemischer Optionen auf einer Punkteskala zu bewerten und  die KleanCoat-Formel chemisch so zu verändern, dass die Auswirkungen sowohl auf die Umwelt als auch auf den Menschen so gering wie möglich gehalten werden. Schließlich wurden Elemente mit einer höheren Gefahrenstufe durch eine niedrige ersetzt.

Ohne Schnörkel – aber mit runden Ecken

Simplizität ist das große Stichwort, wenn es um das Design der Klean Kanteen-Flaschen geht. Sie sind schnörkellos und einfarbig. Aber auch das hat seinen Grund: Durch das bewusste Vermeiden von bunten Designs muss man keine aufwendigen Fertigungstechniken anwenden und kann sich auf wenige, umweltfreundliche Techniken konzentrieren.

Sämtliche Ecken sind abgerundet, das erleichtert nicht nur die Reinigung, sondern auch den Umgang mit der Flasche. Stößt man sich, tut es weniger weh – besonders wenn Kinder damit hantieren ein toller Bonus. Apropos Reinigung: natürlich sind die Flaschen und Verschlüsse spülmaschinenfest.

Bis ins kleinste Detail

Respektable Leistung. Schon hier könnte man anerkennend nicken und feststellen, dass die Mitarbeiter von Klean Kanteen sich offenbar sehr viele Gedanken um ihre Produkte machen. Aaaaaaber… es geht noch weiter. Wie groß muss die Öffnung für welchen Trinkbehälter sein? Wie lässt sich die Flasche noch leichter reinigen? Was kann man tun, um die Produkte noch nachhaltiger zu gestalten? All das sind Überlegungen, die immer wieder aufs Neue auf die Agenda gebracht werden.

So sind zum Beispiel die Verpackungen aus Karton und FSC-zertifiziert und auch sonst legt man bei Klean Kanteen viel Wert auf Umwelt und Natur. Das Unternehmen ist Teil der Initiative „1% for the Planet“ und spendet 1% seines Umsatzes an Umweltorganisationen. Außerdem sind sie eine sogenannte „B-Cooperation“ und gehören damit einem Kreis von Firmen an, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen, sowohl aus ökologischer, als auch sozialer und ökonomischer Sicht.

Und was gibt es alles?

Flaschen. Logisch. Nice job, Sherlock! Warte, warte. Es gibt ja nicht nur eine Flasche! Klean Kanteen bietet sowohl klassische Edelstahl-Trinkflaschen an, als auch vakkuumisolierte Flaschen für heiße oder kalte Getränke. Beide Flaschen gibt es mit weitem oder schmalem Trinkverschluss. Die Growler-Flaschen sind mit einem Schnappverschluss ausgestattet – ideal für Bier oder andere kohlensäurehaltige Getränke. Es werden zudem verschiedene Verschlüsse angeboten. Neben – natürlich – Edelstahl, kommen hier auch Holz oder Kunststoff zum Einsatz und es gibt Kappen mit einem Trinkventil – ideal fürs Bike oder wenn man keine Zeit zum Zielen hat!

Das gefällt euch? Dann nichts wie rein in den Bergfreunde-Shop uns den Warenkorb voll machen! Wir sind auf jeden Fall auch schwer begeistert von den coolen Flaschen und haben deshalb erstmal 200 Stück unter der Belegschaft verteilt.

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.

Bitte beachte, dass wir Cookies verwenden, um die Nutzung dieser Website zu verbessern. Wenn Du auf der Seite weitersurfst, stimmst Du der Cookie-Nutzung zu.