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Mein bester Bergfreund: Auf zwölf Pfoten zum Nordkap

19. November 2016

Sportart

5 Bergfreunde auf dem Weg zum Nordkap

5 Bergfreunde auf dem Weg zum Nordkap

Der eine oder andere hält uns für verrückt. Sehr oft werden wir gefragt, wie genau wir das machen wollen. Zu Fuß zum Nordkap, 4000 km und nur knapp über 4 Monate Zeit – so der Plan.
Nichts Neues… haben schon andere gemacht. In gewisser Weise ja, denn es gibt schon viele Berichte über ähnliche Wanderungen. Zuletzt waren ja auch zwei Frauen von Basel aus zum Nordkap unterwegs. Dennoch ist unser Projekt einmalig, denn wir nehmen unsere Hunde Ellie, Kacy und Cajou mit. Auf 12 Pfoten und 4 Füßen zum Nordkap.

Was für Hape Kerkeling der Jakobsweg, und damit sein persönliches „Ich bin dann mal Weg“-Abenteuer war, das wird für uns zum größten Teil der Fernwanderweg E1, der Weg zum Nordkap sein. Angefangen hat alles mit Hundewanderungen, wo wir uns auch kennengelernt haben. Hundewanderungen, also Langstreckengassigehen mit Hund als Sportart findet man in Wikipedia unter dem Begriff Dogtrekking. So entstand während der Vorbereitung auf eine Dogtrekking-Veranstaltung im Elbsandsteingebirge die Idee, gemeinsam mit den Hunden ein richtiges Abenteuer zu erleben und über mehrere Wochen gemeinsam zu wandern.

Der Traum vom Nordkap

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Die Hunde Ellie, Kacy und Cajou

Viele Menschen haben ja die Vorstellung, sich einmal im Leben den einen oder anderen Traum zu erfüllen, sich eine Auszeit zu nehmen, um etwas Besonderes, etwas Verrücktes zu erleben. Viel zu oft bleibt dies leider ein Traum. Das wollten wir jedoch nicht – und so starten wir am 08. April 2017 zu Fuß in Richtung Nordkap. Natürlich mag es gewagt klingen, für 4-5 Monate der Arbeit und damit auch dem Alltag den Rücken zuzukehren und einfach los zu wandern – aber hey, man lebt nur einmal. Für uns ist es das Abenteuer, das wir gemeinsam mit unseren Hunden erleben wollen.

Warum also zum Nordkap? Nun ja, ein Ziel ist wichtig und in Richtung Süden (Stichwort Jakobsweg) wäre für die Hunde vermutlich zu warm geworden. So bleibt der nördlichste Punkt des europäischen Kontinents die für uns logische Antwort… und wie wir finden, gleichzeitig das schönste Ziel, das man vor Augen haben kann. Was die Routenplanung und Ausrüstung als solche betrifft, so können wir natürlich auf Erfahrungsberichte zurückgreifen. Was allerdings die Mitnahme von Hunden betrifft, da betreten wir gewissermaßen Neuland.

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So grün ist der Weg in den hohen Norden

Die Erfahrungen, die wir bei der Teilnahme an verschiedenen Dogtrekking-Veranstaltungen in Österreich und Deutschland sowie bei einem Trainingsurlaub in der Schweiz sammeln konnten zeigen, dass es durchaus machbar ist, diese Distanz gemeinsam mit unseren Hunden zurückzulegen. Diese werden, neben einem speziellen Geschirr mit Leine und Ruckdämpfer, ebenfalls eigene Rucksäcke tragen, denn schließlich muss neben der Verpflegung für uns selbst, zusätzlich das Hundefutter mitgenommen werden. Und das ist nach wie vor die größte Herausforderung, vor der wir stehen – denn Nahrung für Menschen ist unterwegs schlichtweg einfacher zu beschaffen, als hochwertige Tiernahrung.

Die Routenplanung gestaltet sich daher auch so, dass wir einige festgelegte Stationen anlaufen, um die Ausrüstung zu wechseln, zu ergänzen und Proviant aufzufüllen. Hierbei können wir nicht nur auf die Adressen von Familien und Freunden in Deutschland zurückgreifen – nein, auch ein Stopp bei dem Verein Nothilfe Polarhund Nord e.V. bei Lüneburg ist geplant. Das ist der Verein, über den die zwei Huskys Kacy und Cajou an uns vermittelt wurden. Ebenso werden wir noch vor dem Start der Tour einige Nachschub-Pakete nach Schweden und Norwegen versenden. Auf 4000 Kilometern braucht man schließlich mehr als nur ein Paar Schuhe und auch andere Kleidungsstücke werden vermutlich auszutauschen sein. Schließlich starten wir in Deutschland im Frühling und wandern sozusagen in den nordischen Sommer hinein. Hier bietet Skandinavien zur Midsommerzeit, in der es nie richtig dunkel wird, natürlich ideale Voraussetzungen, um auch bei Nacht zu wandern.

Unsere Ausrüstung

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Und so kalt wenn man erst einmal da ist

Gepäcktechnisch werden wir zwei Rucksäcke mit jeweils 50 Litern Fassungsvermögen für den Transport nutzen. Die Hunde tragen ihrerseits jeweils einen eigenen Hunderucksack mit ca. je 15 Litern Volumen. Darüber hinaus nehmen wir ein Zelt, Isomatten, Kochutensilien und die notwendige Bekleidung sowie alles, was für eine bebilderte Berichterstattung während der Tour so notwendig ist mit. Auch hier können wir auf die zahlreichen Erfahrungsberichte zurückgreifen, die im Internet zu finden sind. Ebenso haben sich bisher einige Bücher zum Thema Weitwandern in Skandinavien als überaus nützlich erwiesen. Übernachtet wird letztlich überwiegend im Zelt oder unter freiem Himmel, wobei uns hier das sogenannte Jedermannsrecht in Skandinavien vielfältige Möglichkeiten bietet.

Die Routenplanung haben wir für den Deutschen Teil zunächst über Fuß- und Radwege von Leipzig in Richtung Harzvorland und weiter durch die Lüneburger Heide bis nach Hamburg und weiter nach Travemünde geplant. Von dort geht es mit der Fähre nach Trelleborg und dann entlang der schwedischen Südwestküste bis nach Göteborg. Von dort verläuft der Fernwanderweg E1, von der Adria kommend – durch Deutschland und Dänemark – weiter in Richtung Nordkap… hieran wollen wir uns orientieren, wobei die letztendliche Detailplanung natürlich von den lokalen Gegebenheiten vor Ort abhängen wird.

Soweit der Plan. Wie die Realität dann tatsächlich aussieht, sehen wir ab dem 08. April 2017. Auf unserer Webseite werden wir, ebenso wie in den sozialen Medien, regelmäßig über den Stand der Dinge berichten und freuen uns natürlich über jegliche Unterstützung und “virtuelle” Begleitung der Tour. Weitere Informationen über uns, unsere Hunde und die Vorbereitungen gibt es auf Facebook unter www.facebook.com/ontwelvepaws sowie im Internet unter www.on12paws.com.

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Dann immer raus damit, wir belohnen die Teilnahme mit einem kleinen Bergfreunde-Paket! Sendet einfach eine kurze Zusammenfassung eures Vorschlags an mbbf@bergfreunde.de und wir melden uns bei euch, falls ihr dabei seid.

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