Mein bester Bergfreund, Foto: Sascha Ragone

Mein bester Bergfreund: Auf den Hund gekommen!

26. Oktober 2016

Sportart

Mein bester Bergfreund, Foto: Sascha Ragone

Der Vernagt Stausee, Foto: Sascha Ragone

Schon als wir den Urlaub 2016 in Südtirol geplant hatten stand schnell fest, dass es eine besondere Highlight-Tour geben soll. Aber ausgerechnet an dem Tag, als die Tour stattfinden sollte, meldete der Wetterdienst Tirol 28°C . Meine Frau entschloss sich daraufhin, den Tag lieber in Meran zu verbringen. Und so machte ich mich um 8 Uhr morgens gemeinsam mit Pico, meinem fünfjährigen spanischen Hütehund, auf den Weg zum Vernagt Stausee (1.689 m) am oberen Schluss des Schnalstals – einem Ortsteil der Gemeinde Sölden im Ötztal – um von dort aus auf die Similaunhütte auf 3015 m aufzusteigen. Laut Wegweiser soll dieser Trek rund 3.15 Stunden dauern.

Abkühlung gefällig?

Mein bester Bergfreund, Foto: Sascha Ragone

Abkühlung muss sein. Foto: Sascha Ragone

Mit ausreichend Getränken und passender Bekleidung im Rucksack geht es zunächst entlang kleiner Brücken, inmitten größerer Kuhherden über saftig grüne Wiesen und wir erreichen nach gut 1,5 Stunden das Geröllfeld, welches uns zum steinigen Einstieg führt. Mittlerweile ist auch die Sonne voll da und die anderen Wanderer staunen nicht schlecht, welches Tempo wir zwei vorlegen. Dabei überlege ich aufgrund der Hitze tatsächlich mehrfach die Tour abzubrechen. Doch Pico sieht das alles natürlich ganz anders und erfreut sich sichtlich an dem kühlen Gletscherwasser, das immer wieder in kleinen Bächen unseren Weg kreuzt. Ans Aufgeben ist nicht zu denken.

Stattdessen tue ich es ihm gleich und kühle Kopf sowie Nacken, wann immer möglich im herrlich erfrischenden Flusswasser ab – den Blick weiter nach oben gerichtet, dem Gipfel entgegen. Pico rennt währenddessen, wie auf all unseren gemeinsamen Touren zuvor, vorneweg und überholt dabei freundlich begrüßend selbst noch den einen oder anderen Bergsteiger mehrere hundert Meter vor uns. Diese Erfahrung, ein solches Bergerlebnis mit seinem vierbeinigen Freund anzutreten, kann ich unterdessen nur jedem empfehlen. Das Wandern mit Hunden ist einfach eine ganz wunderbare Sache!

Wir nehmen uns natürlich die Zeit und genießen immer wieder den Ausblick bei diesem strahlend blauen Himmel ins Tiroler Alpenland – für mich einer der schönsten Plätze zum Urlaub machen. Die letzte Stunde der Tour wird dann schließlich zur Herausforderung, denn die Sonne erreicht, wie angekündigt, ihre Tageshöchsttemperatur, und der mittlerweile kühle Wind in dieser Höhe sorgt abwechselnd für Hitze und Gänsehaut.

Höhengenuss und Hüttenflirt

Mein bester Bergfreund, Foto: Sascha Ragone

Pico eilt voraus. Foto: Sascha Ragone

Die sich im Abstieg befindlichen Wanderer in ihrer dicken Kleidung bestätigten mir, dass es die richtige Entscheidung war, Daunenjacke plus Mütze in den Rucksack zu stecken. Schließlich wollen wir ja auch noch draußen sitzen und den Ausblick auf das Gipfelkreuz des 3599 Meter hohen, eisüberzogenen Similaun genießen. Die letzten Meter zur Hütte sind dann zwar recht steil, aber die Freude es gleich geschafft zu haben, treiben mich an und nach 3 Stunden erreiche ich als zweiter meiner Gruppe die Hütte. Pico ist unterdessen schon einige Minuten vor mir auf der Terrasse angekommen und flirtet bereits ausgiebig mit der Hüttenwirtin, die ihn später gar nicht mehr gehen lassen will.

So suchen wir uns einen halbwegs windgeschützten Platz an der Sonne und ruhen uns bei einem Weißbier, dem obligatorischen Kaiserschmarrn und frischem Quellwasser ausgiebig aus. Im Einklang mit dem facettenreichen Bergmassiv beobachten wir währenddessen noch einige Seilschaften, wie sie das Gipfelkreuz über den Gletscher erreichen. Gestärkt und überglücklich nehmen wir anschließend den Abstieg über die selbe Route wie zuvor in Angriff.

Mein bester Bergfreund, Foto: Sascha Ragone

Foto: Sascha Ragone

Am späten Nachmittag zurück im Dorf Tirol erzähle ich meiner Frau von unserem Tag in trauter Zweisamkeit und zeige ihr die Bilder der Tour – derer sie sich beim Betrachten doch ein kleines bisschen ärgert, nicht mitgegangen zu sein. Aber so verspreche ich ihr, dass der Berg auch im nächsten Jahr noch da sei und wir dann ja zu dritt hoch gehen können …

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