Alle Artikel zum Thema ‘Kaufberatung’

Du bist auf der Suche nach einem neuem Kletter- oder Wanderschuh? Weißt aber nicht, was Du kaufen sollst? Oder bist Dir nicht sicher auf was Du vor dem Kauf achten solltest?

Egal ob Bekleidung, Schuhe oder die neue Campingausrüstung. Hier findest Du alle wichtigen Informationen rund um das Thema Ausrüstung. Unsere Experten erklären Dir, auf was es ankommt. Dabei liegt uns Dein Wohlbefinden am Herzen, keine Verkaufszahlen. Denn wir verkaufen nicht nur, sondern sind selbst Anwender.

Im Test: Patagonia Micro Puff

20. Juli 2018
Kaufberatung

Hast du dich schon mal gefragt was hinter Patagonias Micro Puff Technologie steckt? Und inwieweit sie effizient ist? Dann ist dieser Artikel etwas für dich! Unter kritischem Auge haben wir (Alexandra und Felix) die Technologie an den unterschiedlichsten Orten der Welt unter den Prüfstand gestellt. Alexandra packte dafür den Micro Puff Hoody für einen Skilanglauf am Titisee ins Gepäck, während sich die Micro Puff Jacke bei Felix an dem rauen Wind und der gefühlten Gefrierpunkttemperatur beweisen durfte. Wie unser Urteil wohl ausfiel?

Erstmal die Eckdaten

Patagonia sagt, dass die Micro Puff Jacke die „in Relation zum Gewicht wärmste Jacke [ist], die […] [sie] je entwickelt haben“. Damit macht Patagonia eine starke Aussage. Gilt doch die bessere Wärmeleistung im Verhältnis zum Gewicht bisher immer als eines DER Argumente Daunen statt Kunstfaser als Isolationsmaterial zu wählen.

Dafür hat Patagonia die PlumaFill Isolierung entwickelt. Die Idee dahinter ist nicht neu: Mithilfe von Synthetikfasern wird die Struktur von Daune imitiert. Allerdings kommen die Synthetikfasen in Form von Endlosfasern daher, sodass sie, anders als die klassischen Fasern oder Federn, mit weniger Nähten an Ort und Stelle gehalten werden können. Diese Steppkonstruktion unterscheidet die Micro Puff auch optisch von der Konkurrenz.

Kombiniert wird die Isolierung mit einem ultraleichten, winddichten und wasserabweisenden Außenmaterial aus Pertex Quantum Ripstopnylon mit DWR Beschichtung.

Und auch das Gewicht kann sich durchaus sehen lassen. Bei unserer Messung bringt die  Damenvariante in Größe S insgesamt 230 g und die Männervariante in Größe M 236 g auf die Waage. Unsere Ergebnisse entsprechen damit ziemlich genau den Herstellerangaben.

Der erste Eindruck

Als erstes fällt uns unweigerlich die Farbe auf. Bei der Damenvariante haben wir ein knalliges, glänzendes Rot (Maraschino), kombiniert mit einem blauen Reißverschluss und blauen Elastikbündchen. Bei den Herren ist alles unicolor Orange (Paintbrush Red) – also quasi Knallorange. Mit diesen Farben wird man auf jeden Fall nicht so schnell übersehen. Für all diejenigen, die jedoch nicht ganz so auffällig unterwegs sein möchten, gibt es die Jacken natürlich auch in gedeckteren Farben.

Die Haptik der Jacke ist glatt, sodass sich eine Hardshelljacke ohne Probleme drüber ziehen lässt. Das Material ist sehr dünn und wirkt sogar fast durchsichtig. Aber trotzdem knistert die Jacke mit den Windböen nicht vor sich hin, sondern ist relativ leise.

Der lockere Schnitt lässt viel Raum für Bewegung, aber auch für weitere Schichten unter der Jacke. Die Ausstattung ist schlicht: es gibt eine Kapuze (bei der Hoody Variant), zwei Reißverschlusstaschen außen und zwei große Innentaschen. Der von hinten abgedeckte Reißverschluss schließt hoch. Elastische Bündchen und ein elastischer Saum schließen die Jacke ab. Praktisch ist, dass sich die Jacke kompakt in der linken Jackentasche verpacken lässt.

Die Praxis – der Micro Puff Hoody (w)

(Alexandra) Bevor mich die Micro Puff bei meinem ersten Langlaufausflug am Titisee begleiten darf, muss sie sich erstmal auf dem täglichen Weg zur Arbeit beweisen. Bei Temperaturen zwischen Plus und Minus 8 Grad Celsius pendele ich knapp eine halbe Stunde mit dem Fahrrad. Da ich generell schnell friere bin ich besonders auf die Wärmeleistung gespannt – und ich muss sagen, dass ich dabei nicht enttäuscht werde.

Auch bei Temperaturen unter null Grad reicht mir für die Strecke ein langes Merinoshirt als Baselayer aus. Die Kapuze passt problemlos unter den Helm. Auch vom Gegenwind spüre ich kaum etwas, lediglich am Reißverschluss offenbaren sich kleine Schwächen. Die Abdeckung von innen scheint an dieser Stelle recht knapp bemessen zu sein.

Belüftungsmöglichkeiten gibt es abgesehen vom Frontreißverschluss keine und zugegebenermaßen fehlen mir diese bei wärmeren Temperaturen etwas. Auch weitere Verstellmöglichkeiten mittels Kordelzüge oder Klettverschlüsse sucht man vergeblich. Dies stört mich allerdings weniger, denn es spart Gewicht und man bleibt ohne sie nirgendwo hängen. Außerdem wird das sehr dünne Material nicht unnötig durch Klettverschlüsse strapaziert. Die Kapuze sitzt auch bei meinem kleinen Kopf sicher genug, sodass ich keine Angst vor dem nächsten Windstoß habe. Allerdings hat sich das Wetter in der Testphase vornehm zurückgehalten, sodass ich weder Regenschauer noch starke Winde in den Bericht mit einbeziehen kann.

Auch bei meinem Langlaufausflug in den nahen Schwarzwald zeigt sich der Himmel von seiner sonnigen Seite. Bei 10 Grad minus schichte ich zunächst ein langes Merinoshirt, ein kurzes Funktionshirt und eine Fleecejacke unter die Micro Puff. Nach gut 200 m in der Loipe verschwindet die Fleecejacke aber bis zur Pause wieder im Rucksack. Bei Bewegungen schränkt die Jacke nicht ein und, dadurch dass sie so dünn und leicht ist, fühlt man sich auch nicht wie ein Schneemann.

Die Taschen der Micro Puff sind leicht höher angesetzt, sodass es kein Problem ist, sie bei geschlossenem Hüftgurt des Rucksacks zu benutzen. Geräumig sind sie allemal. Handy, Portemonnaie, Kompaktkamera und die obligatorische Packung Taschentücher passen ohne Probleme hinein. In den Innentaschen könnte man sogar eine Literflasche unterbringen. Allerdings nutzen die Innentaschen den gleichen Platz wie die Außentaschen aus. Da die Taschen bis zum Saum der Jacke gehen, muss man eventuell erst den Rucksack schließen, bevor man sie befüllt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Außentaschen auch prima als Handwärmer dienen.

Die Praxis – die Micro Puff Jacket (m)

(Felix) Mit der Micro Puff Jacke mache ich einen echten Kaltstart. Einmal im Büro anprobiert, kommt die Jacke ungetestet ins Urlaubsgepäck und wird so zum ersten Mal im argentischen Städchen El Chalten nahe des Fitz Roy eingesetzt. Auf der Reise hatte sie bis dahin mit ihren Maßen gepunktet, denn Volumen und Gewicht machen die Patagonia Micro Puff Jacket zum idealen Reisebegleiter.

In den windigen Abendstunden kommt die sehr schön verarbeitete Jacke so also vorerst beim Flanieren zum Einsatz. Doch ihre wahren Werte darf sie dann schon 24 Stunden später unter Beweis stellen. Am Fuße des südlichen patagonischen Eisfelds ist die Sonne selten, der Wind stark und der Regen waagrecht. Die Jacke habe ich hier, je nach Bedingungen (und diese wechseln sehr oft), mit Softshell darunter oder Hardshell darüber kombiniert. Am meisten fiel mir dabei die wasserabweisende DWR Beschichtung positiv auf. Trotz mehrerer Schauer wurde die Jacke nicht nass.

Allerdings ist mir persönlich die Jacke bei größerer körperlicher Anstrengung zu wenig atmungsaktiv und zu warm. Klar hat sie mich so bei jeder Pause und, noch wichtiger, bei jedem Feierabend vor dem Auskühlen bewahrt, aber ich bin eben lieber zu leicht angezogen und friere auch allgemein nicht so schnell wie eventuell andere. Diese Beurteilung ist damit sehr subjektiv.

Technisch gesehen gefallen mir viele der einfachen Details sehr gut. Bei meiner Armlänge und meinem Umfang sind zum Beispiel die elastischen Armbändchen optimal. Dank ihnen bleibt der Ärmel auch bei größeren Bewegungen dort wo er sein soll.

Die großen Außentaschen haben entweder meine Hände gewärmt, oder meine 1 Liter Trinkflasche verstaut (was dank ihrer Position auch bei einem breiten angelegten Rucksack-Hüftgurt möglich ist). Der einzige Wehrmutstropfen ist dabei jedoch, dass bereits nach kurzer Zeit an einer angesteppten Stelle das PlumaFill nach außen durchdrang.

Trotz dem leichtem Material, habe ich die Jacke aber als robust wahrgenommen. Und ich bin mir sicher: für mich wird sie nun ein fester Begleiter bei Wind und Wetter sein. Mich hat die Patagonia Micro Puff Jacket vor allem mit ihren einfachen Details und dem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.

Kurz und knapp können wir Patagonia’s Micro Puff Kleidungsstücke also guten Herzens weiterempfehlen. Und jede Outdoor-Aktivität kann durch die Technologie nun ganz neue, leichte und praktische Züge annehmen.

Eine Kaufberatung zu Biwakzelten

11. September 2018
Kaufberatung

Es ist schon merkwürdig: das Ding heißt Biwakzelt, ist aber weder ein Biwaksack noch ein Zelt. Die Bezeichnung passt aber trotzdem, denn es steht ziemlich genau in der Mitte zwischen diesen Beiden – es ist mehr als ein Biwaksack und weniger als ein Zelt. Obwohl die Lücke zwischen Biwaksack und Zelt ziemlich groß ist und die Lösung für deren Schließung auf der Hand liegt, haben sich die Outdoor-Produzenten sehr lange Zeit genommen, bevor sie hier aktiv wurden. Erst seit etwa zehn Jahren gibt es Biwakzelte überhaupt zu kaufen und die Auswahl ist bis heute überschaubar geblieben. Die große Biwak-Zelt-Lücke ist also trotz des Outdoor-Booms offenbar keine große Marktlücke.

Mit welchen baulichen Maßnahmen haben die Biwakzeltproduzenten die Lücke geschlossen? Nun, zu den Biwaksäcken fügten sie ein Gestänge, sowie die Aufstell- und Fixiermöglichkeit hinzu; von den Zelten zogen sie hingegen den Vorraum (Apsis) und die Doppelwand ab. Erscheint ganz einfach oder? Naja, aber ganz so eindeutig ist die Sache trotzdem nicht immer, denn die Übergänge zwischen „luxuriösem“ Biwaksack, oder Biwakzelt und spartanischem 1-Personen-Zelt sind oft fließend.

Standardkonstruktion Biwakzelt

Die klassische Konstruktion eines aufgestellten Biwakzelts besteht aus einem Kunstfasergewebe, das ähnlich wie ein Biwaksack geschnitten ist, an der Bodenseite jedoch robuster verarbeitet ist. Außerdem wird bei dem Biwakzelt sowohl am Kopfende als auch am Fußende ein Gestängebogen durchzogen. Diese Gestängebögen machen auch den Hauptunterschied zum Biwaksack aus. Der Bogen am Fußende ist kleiner als der am Kopfende und die beiden Bögen sind wiederum deutlich kleiner als bei einem herkömmlichen 1-Personen Zelt. Während man beim Zelt genug Platz zum Sitzen hat, hängt einem das Gewebe im Biwakzelt schon beim Liegen relativ dicht über der Nase. Die Menge der Abspannpunkte ist im Vergleich zum „richtigen“ Zelt etwas geringer, während die Art ihrer Fixierung mit Leinen und Heringen gleich ist.

Für wen ist ein Biwakzelt geeignet?

Die Antwort darauf hängt von den vielen verschiedenen Tourenplänen, Neigungen und Bedürfnissen der Berg- und Outdoorfreunde ab. Okay, das kann man bei fast jedem Outdoorprodukt sagen – also etwas konkreter: Die Hauptzielgruppe der Biwakzelte sind definitiv Sologänger, die gern höher und weiter hinausgehen und dabei schnell und flexibel unterwegs sein wollen. Ihre Komfortansprüche können sie dabei also auch mal vorübergehend zurückschrauben.

Vor einigen Jahren war ich mit dem (leider nicht mehr verfügbaren) Vaude Bivi in Patagonien unterwegs und fühlte mich damit ziemlich gut ausgestattet (vor allem, wenn ich an das Preis-Leistungs-Verhältnis denke). Allerdings war ich sehr glücklich darüber, da ungewöhnlich gutes Wetter viele Nächte an der frischen Luft ermöglichte und deshalb den Einsatz des ziemlich beengten Schlafabteils nicht allzu häufig nötig machte. Andererseits kann man diesen „Minuspunkt“ keinem Biwakzelt wirklich ankreiden – ihre Aufgabe besteht schließlich nicht darin, besonders einladend zu sein.

Zweierteams dürften bei Trekking-, Wander- und Biketouren mit einem „richtigen“ Zelt besser bedient sein. Das knallenge Biwakzelt mit Tourenpartnern zu teilen, die fast so schlimm müffeln wie man selbst, ist ganz sicher nicht das Gelbe vom Ei – selbst wenn man mehr als freundschaftlich miteinander verbunden ist. Und wenn alle Tourenteilnehmer je ein 1-Personen-Biwakzelt einpacken, bringt das in Sachen Gewicht und Packmaß keinen Vorteil gegenüber einem komfortablen Zwei- oder Mehrpersonenzelt mit. Eine Ausnahme können Touren in steilem, hochalpinem Gelände sein, wo man eher mehrere kleine Schlafnischen findet als eine große Fläche für ein Zelt.

Für Gruppen von mehr als zwei Personen gilt ähnliches. Zusätzlich wird hier noch eine dritte Alternative interessant: Gruppenbiwaksäcke mit Trekkingstöcken als improvisiertes Gestänge. Der britische Hersteller Rab bietet hier mit dem Group Shelter 2 eine qualitativ hochwertige Möglichkeit an. Dieser mit Vorbereitungen für ein Trekking-Gestänge versehener Biwaksack ist zwar auch nur für zwei Personen ausgelegt, dafür aber so leicht und kompakt, dass eine Gruppe problemlos mehrere Exemplare davon mitnehmen kann.

Vor der ersten Biwakzeltnacht: Was ist zu beachten?

Den schon zuvor erwähnten geringen Abstand des einwandigen Gewebes zum Körper sollte man besonders im Hinblick auf den Schlafsack bedenken: ist der Schlafsack zu dick, hat er direkte Tuchfühlung mit der Zeltwand. Und da diese einlagig ist, „zieht es“ die Nässe von draußen nach drinnen und per direkter Berührung in den Schlafsack. Bei Wind wird die Zeltwand noch fester gegen den Schlafsack gedrückt (zumindest wenn es wie in meinem erlebten Fall patagonischer Wind kombiniert mit prasselndem Dauerregen ist). Man sollte also nur mit wasserabweisenden oder besser wasserfesten Schlafsäcken in Biwakzelten übernachten. Die Klamotten sollten ebenfalls entsprechend nässeresistent sein. All das sollte man möglichst nicht erst während einer Tour auschecken, sondern bei einem vorherigen Test in sicherer Umgebung.

Wichtige Details beim Biwakzelt sind hochwertige, atmungsaktive Kunstfasergewebe aus  Markenmaterial, sowie gut laufende und robuste Reißverschlüsse (möglichst YKK). Längere Reißverschlüsse bieten mehr Komfort beim Ein- und Ausstieg, sind aber auch größere Schwachstellen bei extremen Wetterverhältnissen und erhöhen zudem ein wenig das Gewicht. Auch bei den Ösen zum Abspannen und deren Vernähung sollte man genauer auf die Robustheit achten. Sehr angenehm sind Biwakzelte mit einem gekreuzten Kopfgestänge, die man zur Not auch ohne Abspannung aufstellen kann.

Unterschiede zwischen Biwakzelt und Zelt

Pluspunkte Biwakzelt

  • Weniger Gewicht und Packmaß.
  • Etwas weniger Flächenbedarf und damit größere Auswahl an potenziellen Übernachtungsplätzen.
  • Schnellerer Auf- und Abbau, somit auch schnellere Ortswechsel bei unvorhergesehenen Komplikationen (z.B. wenn der Übernachtungsplatz geflutet oder zu kalt wird).
  • Man kann das Biwakzelt ohne große Mühe und Aufwand bis ganz oben auf den Berg mitnehmen und damit für plötzliche Wetterwechsel gerüstet sein. Besonders bei längeren Touren mit Überschreitungen und Durchquerungen ist dies ein großer Vorteil!

Minuspunkte Biwakzelt

  • Bei Schlechtwetter besteht keine Möglichkeit zum Kochen (außer man nimmt ein Tarp o.ä. mit – doch das erhöht Gewicht und Packmaß derart, dass man so auch gleich ein „richtiges“ Zelt mitnehmen kann).
  • Auch andere Verrichtungen werden bei schlechtem Wetter ungemütlich (so ist z.B. Essen im Biwakzelt nur im Liegen möglich). Toilettengang, Kleidung wechseln oder benötigte Sachen aus dem Gepäck herauskramen wird zur umständlichen und wenig angenehmen Verrichtung. Immerhin kann man in dieser Hinsicht aber auch relativ komfortabel lesen und Tourenplanung betreiben.
  • Der Rucksack muss draußen bleiben – außer wenn er wirklich klein ist und das Gleiche auch für die Person im Biwakzelt gilt. Dasselbe Verfahren wie mit dem Rucksack gilt auch für für die nassen Bergschuhe.

Unterschiede zwischen Biwakzelt und Biwaksack

Pluspunkte Biwakzelt

  •  Mehr Platz und Komfort; dadurch auch bessere Karten bei Unfällen und Notsituationen (besonders in unwirtlichem hochalpinem Gelände).
  •  Deutlich besserer Wind- und Nässeschutz, da die Schutzhülle auf Abstand zum Körper ist.

Minuspunkte Biwakzelt

  •  Größerer Platzbedarf. Den Biwaksack kann man überall ausbreiten. Bei dem Biwakzelt geht das nicht.
  •  Mehr Gewicht und Packmaß.

Soweit ist hoffentlich deutlich geworden, was das Biwakzelt ist, wozu es gut ist und worauf man beim Kauf achten sollte. Wer das Biwakzelt noch genauer einordnen möchte, sollte sich dazu möglichst noch die Basislager-Artikel zum Thema Biwaksack und Zelt zur Brust nehmen.

Mit Sonnenstrom auf Tour – Mobile Solarpanels

6. September 2018
Kaufberatung

Ob Notebook zur Tourenvorbereitung, Navigations App auf dem Smartphone, Fotoapparat oder GPS-Gerät – sie alle haben eine Sache gemeinsam: ohne Strom taugen sie nicht viel mehr, als ein Briefbeschwerer. Trotz immer leistungsfähigerer Akkus müssen die meisten der Geräte, auf die wir bei unseren Touren im Gelände nur ungern verzichten, nach einigen Stunden oder Tagen wieder neu aufgeladen werden.

Je nach Reisegebiet gestaltet sich die Suche nach einer Steckdose von schwierig bis hin zu schlichtweg unmöglich. Sei es mitten im Fjell Norwegens, in der mongolischen Steppe oder auf einer Bergtour in den Alpen. Sobald man den eigenen Aktionsradius über feste Campingplätze und bewirtete Hütten ausweitet, wird das Thema der mobilen Stromversorgung eine echte Herausforderung für alle Outdoor-Enthusiasten.

Für Tagestouren und Wochenendrouten reicht der Strom einer Akkuladung oft aus oder lässt sich mit Ersatzakku und Powerbank erweitern. Mit der Powerbank können beispielsweise Geräte mit USB Anschluss (wie Smartphone oder Tablet) prima aufgeladen werden. Ein Notebook damit zu betreiben oder andere Geräte mit einem höheren Strombedarf anzuschließen, ist mit einer Powerbank allerding nicht möglich.

Auch mobile Solaranlagen sind für sehr unterschiedliche Leistungsstufen konzipiert und dementsprechend groß und schwer, beziehungsweise leicht und kompakt. Je nachdem, ob man mit den Solarpanels ein komplettes Basecamp mit Strom versorgen möchte oder nur die Powerbank nachladen muss, um regelmäßig das Smartphone aufzuladen, gibt es die verschiedensten Arten von leistungsfähigen Solarpanels.

Mobile Solaranlagen für Wohnmobile und Camping

Im Gegensatz zu fest verbauten Solarpanelen auf dem Dach, bieten mobile Solarpanels maximale Flexibilität beim Campen abseits von Campingplätzen mit Stromversorgung aus der Steckdose. Wer nicht auf Packmaß und Gewicht achten muss, weil die Panels in erster Linie mit dem Auto von Stellplatz zu Stellplatz transportiert werden, ist mit einem großen, faltbaren Solarmodul oder einem Solarkoffer bestens beraten.

Die zwei, beziehungsweise drei Solarmodule sind bereits mit Solarregler und Kabelanschluss ausgestattet und können ohne großen Aufwand direkt in Betrieb genommen werden. Da sie nicht fest montiert werden, lassen sie sich immer optimal auf die Sonne ausrichten. Schäden durch Hagel oder Sturm, die bei fest montierten Panelen entstehen können, brauchen Camper mit den mobilen Solaranlagen nicht zu fürchten. Eine Kombination beider Systeme ist natürlich ebenfalls denkbar.

Ein durchschnittlicher Solarkoffer kommt auf eine Ladeleistung von etwa 100 Watt. An einem sonnigen Tag und mit einer optimalen Ausrichtung von 90° zur Sonne erzeugt ein solches mobiles Panel zirka 50Ah. Damit können entweder 12V Blei Batterien im Auto oder spezielle Lithium Akkus geladen werden. Die Geräte werden dann wiederum über die Batterien mit Strom versorgt.

Direktes Anschließen von Stromverbrauchern an die Solarpanels ist eher ungünstig, da es dabei zu Leistungsschwankungen kommt. Mit einer 100Ah Batterie, die unter optimalen Bedingungen voll geladen ist, könnte ein Campingbus oder Wohnmobil mit normalem Stromverbrauch für einige Tage komplett autark versorgt werden. Für schnelleres Laden oder bei ungünstigeren Bedingungen kann der Solarkoffer oder das Solarmodul durch einen zweiten Koffer ergänzt werden.

Je nach Strombedarf durch Anzahl und Art der Geräte, Wetter und Reisegebiet, lässt sich die optimale Größe und Leistung der mobilen Solaranlage individuell auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Bei Reisefahrzeugen und Wohnmobilen sind Solarpanele auch oft fest auf dem Dach montiert. So sind sie jederzeit einsatzbereit und müssen nicht extra aufgestellt und angeschlossen werden. Dagegen sind mobile Solarpanele weniger der Witterung ausgesetzt. Sie lassen sich vom Winkel so ausrichten, dass sie so effizient wie möglich arbeiten. Praktisch ist damit, dass während die Panele in praller Sonne Strom erzeugt, das Reisemobil in einiger Entfernung im Schatten geparkt werden kann.

Kompakte Solarpanels für Rucksackreisen und Trekking

Um auf mehrtägigen Wanderungen abseits der Zivilisation genügend Strom für GPS-Gerät und Smartphone zur Verfügung zu haben, sind kompakte Solaranlagen ideal. Die faltbaren Module sind sehr leicht und dazu noch wetterfest in ihrer Außenhülle verbaut. Ausgestattet mit USB und Micro USB Anschlüssen lassen sich die meisten Powerbanks, Smartphone oder Stirnlampen mit USB Anschluss direkt am Panel laden.

Die Solarpanele für Rucksackreisende sind oft so konstruiert, dass sie sich beim Wandern am Rucksack befestigen lassen. Die Geräte werden bei ausreichender Sonneneinstrahlung auf diese Weise den ganzen Tag geladen.

Für den Einsatz beim Trekking ist, neben dem geringen Gewicht, eine kompakte und gut geschützte Bauform zu empfehlen. Bei faltbaren Panels (wie zum Beispiel von Goal Zero) sind die Zellen beim Transport im Rucksack sehr gut geschützt. Etwa 500 bis 1000g sollten Traveller für die mobile Stromversorgung als zusätzliches Gewicht einplanen. Die mobilen Panele sind in der Regel gut vor Regen und Schmutz geschützt. Eine wasserdichte oder spritzwassergeschützte Powerbank ist beim Einsatz im Gelände ebenfalls sehr hilfreich, denn ansonsten kann der Akku beim nächsten Regenguss schnell Schaden nehmen. Manche Hersteller von Powerbanks integrieren die gängigen Anschlüsse bereits so in ihre Ladestationen, dass Wanderer und Reisende keine zusätzlichen Kabel benötigen. Somit kann auch kein Kabel vergessen, verlegt oder verloren werden.

Solaranlagen für Expeditionen und extreme Bedingungen

Mobile Solaranlagen für extreme Einsätze sind im Grunde eine Mischung aus den leistungsstarken Panelen für Reisemobile und Camping, sowie den leichten, strapazierfähigen Modulen für Trekking und Backpacking. Um den Strombedarf eines kleinen Basecamps zu decken, ist bereits ein hoher Aufwand nötig. Die Solarpanele sollten unter sehr heißen und sehr kalten Witterungsbedingungen einwandfrei funktionieren. Für den Fall längerer Schlechtwetterphasen stehen große Powerstations und Powerbanks bereit, die mit ihren leistungsfähigen Akkus den Strombedarf für mehrere Tage gewährleisten.

Wie auch bei Solarkoffern, lassen sich die Panele für Expeditionen falten und dadurch sehr gut transportieren. Im Vergleich zu den Camping-Panels sind sie jedoch dünner, leichter und außerdem robuster. Die aufwändige Bauweise spiegelt sich natürlich auch im Preis wieder, denn die Solaranlagen für Expeditionen sind mit Abstand die teuersten.

Praktische Stative können in unwegsamen Gegenden als Halterung für die Panele aufgebaut werden. So stehen sie sicher, lassen sich optimal auf die Sonne ausrichten und sind besser vor Nässe, Schmutz und Schnee geschützt.

Für Expeditionen ohne großes Basecamp und ohne zusätzliche Versorgung eignen sich die kompakten Panels, die auch auf Trekkingreisen für volle Smartphone-Akkus sorgen. Mit ihrem geringen Gewicht sind sie eine prima Ergänzung im Tourengepäck und versorgen überall die wichtigsten Stromabnehmer – ob in der Portaledge im Yosemite, der Pulka-Tour durch Lapland oder beim Mountainbiken durch West-Nepal.

Fazit

Heutzutage gibt es vermutlich kaum jemanden, der oder die ohne elektronische Geräte Draußen unterwegs ist. Wie der Beitrag euch hoffentlich zeigen konnte, können mobile Solarpanels für das Camping abseits von Stromzugängen, Rucksackreisen, als auch Trekking können mobile Solarpanels eine Investition sein, die sich auszahlt. So oder so, wir wünschen euch eine schöne Outdoor-Erfahrung!

Weit mehr als eine Daunendecke – von den Vorzügen eines Quilts

7. September 2018
Kaufberatung

Ihr wollt auf Eurer nächsten Trekkingtour einmal wirklich aufs Gewicht achten und wisst nicht so richtig womit ihr beim Grammjagen anfangen sollt? Dann könnte dieser Beitrag vielleicht Abhilfe schaffen. Die schwersten Ausrüstungsgegenstände stammen immer aus den so genannten großen Drei: also Schlafsack, Rucksack und Zelt.

Ein vernünftiger Drei-Jahreszeiten-Schlafsack bringt in der Regel mindestens 700-800 Gramm auf die Waage, eher sogar mehr. Dieses Gewicht könnt ihr reduzieren, wenn ihr statt auf einen „klassischen“ Schlafsack auf einen Quilt setzt. Der Quilt schafft es, die 3-Jahreszeiten-Temperaturen mit 400-500 Gramm, also so gut wie der Hälfte des Gewichts des Schlafsackes, abzudecken.

Was ist ein Quilt?

Ein Quilt ist quasi ein Schlafsack, dem allerdings ein Teil seiner Füllung fehlt. Zudem hat ein Quilt keinen Reißverschluss, sondern einen Kordelzug als Verschlußmechanismus. Beides sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Quilt in einem ähnlichen Temperaturbereich leichter ist als ein Schlafsack. Neben dem Gewicht,  sorgt die geringere Füllmenge des Quilts für ein sehr geringes Packmaß – ein weiterer Vorzug für den gewichtsorientierten Wanderer.

Nun wird natürlich schnell die Frage auftauchen, ob die geringere Füllmenge nicht auch für eine geringere Wärmeleistung des Quilts sorgt. Die Antwort lautet nein. Da ein Schlafsack quasi rundum mit Füllmaterial (Kunstfaser oder Daune) versehen ist, kommt man nicht umhin auf einem Teil der wärmeisolierenden Füllung zu liegen. Dadurch komprimiert man die Füllung mit seinem Körpergewicht und sorgt (insbesondere bei Daunen) dafür, dass die wärmeisolierende Eigenschaft vollständig verloren geht. Das heißt die Wärme in diesem Teil des Schlafsacks kommt nicht von dem Schlafsack selber, sondern von der entsprechenden Isomatte, die die Bildung einer Kältebrücke verhindert. Aus diesem Grund ist die fehlende Füllung eines Quilt kein Nachteil, wenn es um die Wärmeleistung in einem bestimmten Temperaturbereich geht.

Auch die fehlende Kapuze kann ganz einfach durch die Kapuze der Daunenjacke oder den Einsatz einer Mütze überbrückt werden.

Einsatzbereiche eines Quilt

Ein weiterer Vorteil eines Quilts gegenüber einem herkömmlichen Schlafsack liegt in dessen Flexibilität. Der Kordelzug lässt sich sehr viel besser regulieren als ein Reißverschluss. Durch diesen Kordelzug kann der Quilt in wärmeren Bedingungen im Handumdrehen zu einer Decke umfunktioniert werden. So kommt ihr nicht in die Verlegenheit, bei wärmeren Temperaturbedingungen euren Schlafsack mit Schweiß zu tränken und in kälteren Nächten frieren zu müssen. Diese Eigenschaft sorgt auch ganz generell für eine bessere Ventilation als man es in einem geschlossenen Schlafsack hätte.

Was sind also klassische Einsatzbereiche für einen Quilt? Längere Touren, die einen durch unterschiedliche Temperaturbereiche führen sind ein Beispiel. Seien es die großen amerikanischen Trails wie der Pacific Crest, Appalachian Trail oder der El Camino und andere europäische Fernwanderwege, hier werdet ihr mit verschiedenen Bedingungen konfrontiert, aber habt kaum die Möglichkeit eure Ausrüstung anzupassen. Genau deshalb eignet sich der Quilt für diese Touren. Aber auch kleinere Touren, die sich in einem Temperaturbereich bis knapp unter den Gefrierpunkt bewegen, sind sehr gut geeignet einem Quilt den Vorzug vor einem Schlafsack zu geben.

Den richtigen Quilt finden

Bevor ihr den für euch geeigneten Quilt aussucht, ist es wichtig zu beachten, dass zu einem Quilt eine entsprechende 3-Jahreszeiten Isomatte gehört, die einen R-Wert von mindestens drei haben sollte. An der Isomatte kann der Quilt dann auch mit Hilfe des Kordelzuges befestigt werden, um eine optimale Nutzung der Wärmeleistung zu garantieren.

Jetzt kann es losgehen mit der Quiltauswahl. Sehr gute und vor allem extrem leichte Quilts macht der amerikanische Schlafsackspezialist Western Mountaineering. Aufgrund der Nutzung sehr hochwertiger Daunen mit 850 cuin Bauschkraft ist dieser Hersteller immer einen Blick wert.

Ein Modell wie die Nanolite Daunendecke von just genanntem Hersteller ist für den Einsatz bis knapp unter den Gefrierpunkt gemacht und bringt dabei gerade einmal 360 Gramm auf die Waage. Bis ungefähr minus fünf Grad könnt ihr euch mit der Western Mountaineering Australite Daunendecke warmhalten. Mit einem Gewicht von 480 Gramm ist diese nur schwer zu unterbieten.

Quilts im Winter

Kommen wir nun noch zu den Einschränkungen. Quilts sind nicht dafür geeignet unter dauerhaft kalten Bedingungen genutzt zu werden. Der oben genannte Temperaturbereich ist das Maximum was aus einem Quilt herausgeholt werden kann und ihr werdet auch nur 3-Jahreszeiten-Quilts für Frühjahr, Sommer und Herbst finden. Zwar könnt ihr durch die Nutzung einer Winterisomatte den Bereich noch etwas dehnen, aber für dauerhaften Wintereinsatz ist ein Quilt schlicht nicht gemacht.

Da ein Schlafsack ja generell nichts anderes macht, als die eigene Körperwärme durch das entsprechende Füllmaterial zu isolieren und zu speichern, ist es unter kalten Bedingungen wichtig den Raum möglichst klein und geschlossen zu halten. Dies kann ein Quilt wiederum nicht in der gleichen Form wie ein Schlafsack leisten.

Fazit

Lange Rede kurzer Sinn: wenn ihr Touren plant, die euch in unterschiedliche Temperaturbereiche führen, aber nicht durch hohe Minusgrade charakterisiert sind, ist einer der besten Wege Gewicht bei eurer Ausrüstung einzusparen die Nutzung eines Quilts. Diese Schlafsackvariante schafft es durch das Weglassen von normalerweise nutzlosem Füllmaterial wertvolle Gramm einzusparen. Zudem ermöglicht diese Konstruktionsweise in der Nutzung eine sehr hohe Flexibilität. Ihr werdet in warmen Sommernächten nicht schwitzen und unter kälteren Bedingungen trotzdem nicht frieren – was will man mehr?

Kaufberatung Fahrradbremsen: Scheiben- oder Felgenbremsen?

6. September 2018
Kaufberatung

Scheibenbremsen oder Felgenbremsen? Das ist die Frage, die sich wohl jeder Fahrradfahrer zumindest einmal in seinem Leben stellt. Um euch diese Frage zu beantworten, nehmen wir uns heute mal beide Bremsen in einem Vergleich näher unter die Lupe.

Welches System eignet sich am Besten für Mountainbiker und Rennradfahrer?

Während bei Rennrädern die Frage Scheibenbremsen oder Felgenbremsen derzeit noch heiß diskutiert wird, hat sich die Scheibenbremse bei Mountainbikes bereits seit etlichen Jahren fest etabliert und ist beim Downhill, Enduro und Freeride gar nicht mehr weg zu denken.

Als das Mountainbike in den 1980er Jahren konstruiert wurde, waren die Bikes mit starren Gabeln und Cantileverbremsen ausgestattet, die per Seilzug und später vereinzelt per Hydraulik an der Felge bremsten. Neben der zunehmenden Ausbreitung von Federgabeln am Mountainbike und vollgefederten Bikes verdrängten Scheibenbremsen die Felgenbremsen weitestgehend. Beide Systeme wurden von Motocross-Motorrädern übernommen und an die Fahrraddimensionen adaptiert. Die Federungen erlaubten bessere Dämpfung, höhere Traktion und dadurch auch wesentlich höhere Geschwindigkeiten im Gelände. Daher war die Entwicklung der Scheibenbremsen für Mountainbikes der nächste logische Schritt, um die hohen Geschwindigkeiten und Belastungen optimal kontrollieren zu können.

Die Vorteile von Scheibenbremsen am MTB

Bei langen und steilen Abfahrten neigen Felgenbremsen dazu die Felgen stark zu erhitzen. Das kann zu verminderter Bremsleistung führen, oder sogar Felge, Reifen und Bremsbeläge beschädigen. Auch bei Nässe sind die Scheibenbremsen den Cantileverbremsen oder V-Brakes haushoch überlegen. Scheibenbremsen für Mountainbikes werden teilweise mit Seilzügen zur Kraftübertragung ausgerüstet. Hochwertige Bremsen sind jedoch in der Regel hydraulische Systeme, die mit spezieller Bremsflüssigkeit zur Kraftübertragung funktionieren. Welche positiven Effekte eine Bremsanlage mit Scheibenbremsen am MTB mit sich bringt, zeigt die folgende Übersicht:

  • Mountainbiker benötigen für die gleiche Bremswirkung weniger Fingerkraft. Die Bremshebel sind oft so konstruiert, dass sie sich mit einem oder maximal zwei Fingern bedienen lassen. Dadurch verbleiben die anderen Finger am Lenker und das Bike kann sicher gefahren werden.
  • Die Felgen werden nicht durch die Bremsen abgeschliffen und auch bei einer leichten Unwucht („Achter“) schleift die Bremse niemals an der Felge.
  • Bei Nässe erzielen die Beläge der Scheibenbremse mit ihrer höheren Flächenpressung wesentlich bessere Bremswerte.
  • Bei langen Abfahrten werden die Felgen nicht heiß und können nicht beschädigt werden. Die Hitzeentwicklung konzentriert sich auf die Bremsscheiben.
  • Meistens halten die Bremsbeläge an Scheibenbremsen länger. Der Wechsel der Beläge ist zudem sehr einfach. Auch die Bremsscheiben sind sehr langlebig.
  • Dickere Reifen sind für die Scheibenbremse im Vergleich zur Felgenbremse kein Problem.

Neben den immensen Vorteilen beim Mountainbiken, bringen die Scheibenbremsen aber auch einige kleine Nachteile mit sich:

  • Sie sind schwerer als Felgenbremsen und außerdem empfindlicher (z.B. beim Transport mit ausgebauten Laufrädern).
  • Die gesamte Bremsanlage ist technisch komplexer und benötigt mehr Know How, mehr Erfahrung und mehr Zeit zur Wartung und Pflege.
  • Die Bremsbeläge für Scheibenbremsen müssen eingefahren werden, um ihre volle Bremskraft zu entfalten. Das erfordert etwas Geduld, ist allerdings für jeden Mountainbiker problemlos durchzuführen.
  • Naben und Speichen werden durch die Scheibenbremsen stärker belastet, als bei Felgenbremsen.
  • Gute Scheibenbremsen sind teurer als Felgenbremsen.

Unterschiedliche Scheibenbremsen: Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsflüssigkeit

Auch wenn die Systeme sich bei Mountainbikes auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, gibt es doch einige grundlegende Unterschiede, die vor allem beim Umrüsten und Verändern der Bremsanlage von Bedeutung sind.

Die meisten Bremsscheiben bestehen aus Edelstahl. Neben ihrem Design unterscheiden sie sich durch ihren Durchmesser. Der wiederum verändert die Bremsleistung der gesamten Anlage. Einfach ausgedrückt bedeutet das: größere Bremsscheibe heißt stärkere Bremsleistung. Allerdings wiegen größere Bremsscheiben auch mehr und lassen sich nicht mit jeder Federgabel an jedem Bike kombinieren. Der allgemeine Standard liegt bei 180 mm Scheiben oder 203 mm Scheiben. Für die Montage der Scheiben an den Naben gibt es zwei verschiedene Befestigungsarten, die als „IS2000“ und „Centerlock“ bekannt sind. Beim IS2000 System (6-Loch) wird die Bremsscheibe mit sechs M5 Torxschrauben an der Nabe befestigt. Das Centerlock System von Shimano setzt dagegen auf einen speziellen Verschlussring mit Vielzahnprofil. Mit dem Shimano Centerlock ist die Bremsscheibe im Handumdrehen montiert und demontiert. Die 6-Loch Aufnahme hat dagegen den Vorteil, dass ein M5-Torxschraubendreher oft schneller verfügbar ist, als das spezielle Werkzeug für Centerlock Systeme.

Je nach Bremsanlage stehen Montainbikern verschiedenste Bremsbeläge zur Auswahl. Grundsätzlich stehen meist gesinterte Beläge oder organische Bremsbeläge zur Auswahl. Die metallischen Beläge (Sinter Brake Pads) sind unempfindlich gegen Hitze und sehr lange haltbar. Sie benötigen allerdings mehr Zeit zum Einfahren und beanspruchen die Bremsscheiben stärker. Organische Bremsbeläge (Resin Brake Pads) bestehen aus organischen Fasern und Kunstharz. Sie sind besonders geräuscharm und lassen sich sehr schnell einfahren. Bei Nässe und Sand sind sie den gesinterten Belägen jedoch meist etwas unterlegen.

Als Bremsflüssigkeit in Scheibenbremsen für Mountainbikes dient entweder Mineralöl oder DOT. Die vom Department of Transportation (kurz DOT) festgelegten Richtlinien für Bremsflüssigkeiten beziehen sich eigentlich auf Autos und Motorräder, sind aber für Mountainbikes gleichermaßen gültig. Für hydraulische Scheibenbremsen werden unterschiedliche Bremsflüssigkeiten verwendet (z.B. DOT 4, DOT 5.1), die untereinander nicht immer kompatibel sind. Andere Hersteller, wie Shimano oder Magura, setzen dagegen voll auf Mineralöl. Diese Bremssysteme sind sehr wartungsarm und die Bremsen müssen oft über viele Jahre nicht entlüftet werden. Anders jedoch die Bremsen mit DOT Füllung: da die Flüssigkeit hygroskopisch ist (d.h. sie „zieht“ Feuchtigkeit aus der Luft), müssen die Bremssysteme in regelmäßigen Abständen gewartet werden.

Scheibenbremsen am Rennrad

Während Scheibenbremsen sich bei hochwertigen Mountainbikes inzwischen längst durchgesetzt haben, sind Scheibenbremsen am Rennrad noch lange nicht in gleichem Maß etabliert. Das Interesse der Rennradfahrer an Scheibenbremsen wird allerdings immer größer und dementsprechend wächst auch das Angebot der Hersteller an ausgefeilten Bremssystemen.

Leichte und zuverlässige Felgenbremsen sind seit etlichen Jahrzehnten der Standard an Rennrädern für Amateure und Profis. An den Rennradfelgen befindet sich dafür eine spezielle Bremsfläche, auf die die Bremsbeläge drücken. Meist sind diese Flächen aus Aluminium gefertigt – teilweise aber auch aus individuellen Legierungen oder Carbon. Kohlefaser ist für seine hohe Festigkeit und sein geringes Gewicht bekannt. Bei Nässe ist jedoch die Bremsleistung einer Aluminium-Bremsfläche spürbar kräftiger. Ein Nachteil der Felgenbremse ist die Einschränkung bei der Reifenwahl, denn die Rennradreifen für Felgenbremsen dürfen nicht zu breit sein. Rennräder werden aus immer steiferen Materialien gefertigt, um so eine ideale Kraftübertragung zu gewährleisten. Der Komfort für den Radfahrer fällt dabei immer geringer aus. Breitere Reifen versprechen bessere Dämpfung und angepassten Fahrkomfort – können aber mit Felgenbremsen nicht aufgezogen werden.

Die Vorteile, die sich für Rennradfahrer mit Scheibenbremsen bieten sind daher:

  • Freiere Auswahlmöglichkeiten bei leichten Felgen und breiteren Reifen. Die Bremsfläche ist nicht mehr an der Felge angebracht. Dadurch sind die Laufräder langlebiger (keine Abnutzung an den Bremsflanken und keine Erhitzung durchs Bremsen).
  • Mehr Fahrkomfort durch breitere Reifen, ohne dabei mehr Rollwiderstand zu erzeugen.
  • Durch die Gewichtsverlagerung von den Bremsflanken (die wegfallen) zur Mitte der Laufräder, (Bremsscheiben) verschiebt sich die rotierende Masse in Richtung Laufradmitte. Vom Gesamtgewicht ergibt sich je nach Bremse nur ein geringer Unterschied. Die Laufräder lassen sich mit Scheibenbremsen aber leichter beschleunigen und mit weniger Kraftaufwand lenken.
  • Auch bei Nässe und schmutziger Fahrbahn ist die Bremsleistung sehr gut.

Hinzu kommen die Vor- und Nachteile, die es auch im Bereich der Scheibenbremsen für Mountainbikes gibt. Einer leichten Bedienbarkeit und sehr guten Bremsleistung stehen höhere Anschaffungskosten und ein größerer Wartungsaufwand gegenüber. Bei der Suche nach der leichtesten Kombination von Laufrädern und Bremsanlage haben Felgenbremsen noch immer die Nase vorn. Allerdings sinkt das Gewicht der Setups mit Scheibenbremsen von Jahr zu Jahr. Die Frage nach dem absoluten Gewicht wird sich deshalb in naher Zukunft erübrigt haben. Der Trend zur Verwendung von Scheibenbremsen am Rennrad ist unverkennbar und betrifft sowohl Amateure, Freizeit-Rennradler, wie auch Radprofis. Spätestens seit der deutsche Sprintspezialist Marcel Kittel bei der Tour de France 2017 und bei der Dubai-Tour 2017 mit Scheibenbremsen an seinem Rennrad für Aufsehen gesorgt hat, wird das Thema heißer diskutiert, als je zuvor.

Die richtigen MTB-Socken & Rennradsocken finden

13. Juni 2018
Kaufberatung

Man sollte es nicht denken, aber als Teil der Radbekleidung nehmen die Socken eine sehr wichtige Funktion ein. Die falschen Socken, oder schlecht sitzende Socken neigen zum Verrutschen, können zu Druckstellen und Blasen führen, lassen die Füße schwitzen und verlieren schnell ihre Passform. Es sind dementsprechend also die Socken, die beim Radfahren über ein angenehmes Fahrgefühl mitentscheiden.

Nicht nur Radprofis tragen spezielle Fahrradsocken, sondern auch Alltagsradler, Tourenfahrer, Mountainbiker und Rennradfahrer rüsten sich mit optimal sitzenden Radsocken aus, die eine maximale Performance beim Radfahren ermöglichen. Die ideale Radsocke ist dabei die, die man beim Radfahren gar nicht mehr bewusst wahrnimmt – weil sie nicht rutscht, nicht drückt und für ein angenehmes Fußklima sorgt.

Je nach Einsatzbereich, Fahrradtyp und Radschuhen bevorzugen Radfahrer unterschiedlich konstruierte Sockenarten. Von gut gepolsterten und hoch geschnittenen Downhillsocken für Mountainbiker, bis hin zu dünnen und sehr gut belüfteten Socken für Rennradfahrer – Sockenhersteller, wie Maloja, Falke oder Pearl Izumi, bieten eine breite Auswahl mit vielen funktionellen Detaillösungen, um ein individuell abgestimmtes Verhältnis von Atmungsaktivität, Passform und Dämpfung zu gewährleisten.

Intelligente Materialmischungen für optimale Performance

Gute Radsocken müssen komfortabel und sicher sitzen, sowie die Feuchtigkeit von den Füßen nach außen transportieren. Bei gewöhnlichen Socken, die zum größten Teil aus Baumwolle bestehen, ist weder die richtige Passform gegeben, noch ein sicherer Sitz oder Atmungsaktivität. Auch wenn diese Socken oft als Sportsocken angeboten werden, sind sie alles andere als sportlich. Nach einer anstrengenden Radtour sind sie meistens vom Schweiß durchnässt und nach mehreren Radtouren sogar so ausgeleiert, dass sie gar nicht mehr richtig sitzen.

Hochwertige Radsocken werden dagegen aus verschiedenen Materialien gefertigt. Die einzelnen Materialien  kommen in verschiedenen Zonen der Socke zum Einsatz und beeinflussen gezielt die Dämpfung an den Zehen, den sicheren Sitz der Ferse, als auch den Abtransport der Feuchtigkeit durch luftdurchlässiges Mesh-Gewebe. Durch die spezielle Anpassung an die Bedürfnisse der individuellen Einsatzbereiche, sind die Radsocken für Mountainbiker und Rennradfahrer optimal auf die Touranforderungen abgestimmt. Dadurch bieten sie Freizeitsportlern und Radprofis optimale Effizienz und eine sehr gute Haltbarkeit.

Folgende Materialien finden sich in verschiedenen Kombinationen oft in Radsocken:

  • Polyamid: die Kunstfaser ist sehr strapazierfähig und sorgt für eine gute Haltbarkeit.
  • Polyester: lässt sich optimal mit anderen Fasern kombinieren und ermöglicht hohe Atmungsaktivität und Stabilität.
  • Elasthan und Lycra: die elastischen Kunstfasern sorgen für den perfekten Sitz. Wie eine zweite Haut sitzen die Socken an den Füßen und garantieren dabei uneingeschränkte Bewegungsfreiheit.
  • Meryl Skinlife: diese Kunstfaser gegen unangenehme Gerüche ist mit ihrem Silberanteil antibakteriell und geruchshemmend.
  • Merinowolle: die Naturfaser vom Merinoschaf ist nicht nur geruchshemmend, sondern beeinflusst auch das Tragegefühl bei Kälte und Wärme gleichermaßen positiv. Die Wolle wärmt selbst im feuchten Zustand.
  • Seide: als Bestandteil von Primaloft Silk können dünne Radsocken mit sehr guter Wärmeleistung gefertigt werden.

Sportliche Konstruktion und angenehme Passform

Das Material der Radsocken gliedert sich in Komfortzonen und Funktionsbereiche. Diese einzelnen Bereiche unterscheiden sich oft farblich voneinander und sind durch ihre verschiedenen Strukturen klar auszumachen.

Im Bereich der Zehen und an der Ferse sind Radsocken oft angenehm verstärkt. Auf der Oberseite der Socken und am Schaft sorgt das Mesh-Gewebe mit seinen zahlreichen kleinen Öffnungen für angenehme Ventilation und einen effizienten Luftaustausch. Je nach Radsocke wird die Konstruktion durch stabilisierende Zwischenbänder, Kompressionsbündchen und Mittelfußkompressionen ergänzt. Flache Nähte sorgen dafür, dass sich die Socken anfühlen als seien sie nahtlos gefertigt.

Die dünnen und passgenauen Radsocken für Rennradfahrer und Mountainbiker sorgen für ein sehr gutes Tragegefühl in den Radschuhen. Um eine möglichst direkte Kraftübertragung auf die Radschuhe und die Klickpedale zu erreichen, sind besonders die Socken für Wettkämpfe und ambitionierte Rennradler dünner beschaffen.

Im Gegensatz dazu sind die Socken für Mountainbiker oft etwas höher geschnitten, stärker gepolstert und weicher. Die dabei entstehenden Nachteile in Sachen Kraftübertragung nehmen Mountainbiker auf ausgedehnten Touren im Gelände gerne in Kauf, denn dafür bieten die Mountainbikesocken ein deutliches Plus an Komfort. In Bezug auf ihre ideale Passform müssen Mountainbiker und Rennradfahrer weder mit gut gepolsterten Socken, noch mit bestens belüfteten Modellen Kompromisse eingehen – die Radsocken garantieren in jedem Fall einen hervorragenden Sitz und sportliche Performance.

Warme Radsocken für den Winter

Während Radfahrer im Sommer immer auf ein ideales Verhältnis von Atmungsaktivität und Komfort bei ihren Radsocken achten, sind für die kühle und kalte Jahreszeit wärmende Radsocken gefragt. Dabei verwenden die Hersteller sehr gerne Merinowolle, um die Füße der Radler vor Kälte zu schützen. Trotz der zusätzlichen Isolation müssen Radfahrer auch im Winter nicht auf eine optimale Passform verzichten – auch diese Socken garantieren einen perfekten Sitz und verrutschen nicht.

Durch die wärmende Radsocken können sich Radfahrer ziemlich gut vor Kälte und Wind schützen. Selbst bei etwas Feuchtigkeit und Nässe schützen die Wintersocken besser, als die dünnen Socken für Frühjahr und Sommer.

Wind- und wetterfest: Überschuhe und wasserdichte Socken

Um auch bei regnerischen und sehr nassen Bedingungen dauerhaft trockene Füße beim Radfahrern zu behalten, haben einige Hersteller wasserdichte Radsocken in petto. Wie die anderen Radsocken, sind diese ebenso angenehm elastisch und passgenau.

Die wasserdichten Bikesocken von Gore Bike Wear sind beispielsweise mit einer wasserdichten und windundurchlässigen Gore-Tex Membran ausgestattet. Dadurch bleiben die Socken atmungsaktiv und ermöglichen ein komfortables Fußklima. Wind und Wasser haben jedoch keine Chance in die Radsocken einzudringen.

Als Alternative zu wasserdichten Radsocken, verwenden Rennradfahrer und Mountainbiker gerne wasserdichte Überschuhe. Sie werden über Radschuhe und Radsocken getragen und sind im Bereich der Sohle offen. So lässt es sich auch mit den Überschuhen laufen und der Funktionalität der Klickpedale steht nichts im Wege. Praktisch ist zudem, dass sich die Überschuhe bei wechselhaften Bedingungen schnell an- und wieder ausziehen lassen.

Für die Kombination Überschuh und Radsocken tragen Radfahrer ihre normalen Radsocken, und genießen dabei den gewohnten Komfort und die optimale Atmungsaktivität. Überschuhe haben außerdem den großen Vorteil, dass nicht nur die Radsocken trocken bleiben, sondern auch die Radschuhe. Das aufwändige Trocknen der Schuhe, nach einer nassen oder matschigen Biketour, bleibt einem also dadurch glücklicherweise erspart. Die Überschuhe hingegen sind schnell wieder trocken. Bei vielen Radfahrern sind die wasserdichten Überschuhe besonders auf mehrtägigen Radtouren immer mit dabei.

Fazit

Wie man also sieht: die richtigen Radsocken können jedem Radfahrer das Bikeerlebnis um einiges verschönern und erleichtern. Nerviges Socken hochziehen, Leiden durch Druckstellen und Blasen, oder Schwitzen – all dies kann umgangen werden! Deshalb, auf eine schöne nächste Bike-Tour!

Sparflamme adieu: Kaufberatung Brennstoff & Gaskartuschen

17. Mai 2018
Kaufberatung

Auf Tour kochen ist nicht nur doppelt schmackhaft, sondern irgendwann auch wirklich notwendig. Nur kalte Küche kann die leeren Energiespeicher auf Dauer nicht wirklich wieder aufladen. Aus diesem Grund haben so gut wie alle Outdoorfreunde einen Kocher dabei, wenn sie länger oder jenseits von überfüllten Hütten unterwegs sind.

Ohne den richtigen Brennstoff kann die erhoffte warme Mahlzeit aber auch schnell mal ausfallen, denn der Heißmacher muss nicht nur zum Kocher passen, sondern auch zur jeweiligen Tour mit ihren Gegebenheiten wie Höhe, Wetter, Temperatur und regionale Lage. Der letzte Faktor kann sogar entscheidend sein, da die Versorgungslage je nach Land und Region ziemlich mau aussehen kann. Und im Flugzeug transportieren darf man das brennbare und explosive Zeug ja aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht …

Zur Auswahl stehen Brennstoffe in den drei Aggregatzuständen gasförmig, flüssig und fest. Wer das normale Outdoor-Sommerprogramm abspult ist vom Nordkap bis Gibraltar normalerweise mit den Gasmischungen aus den handelsüblichen Kartuschen sehr gut bedient. Gleiches gilt für den Alpenraum, selbst wenn es dort auf die schon ordentlich kalten Gipfel geht. Gekocht wird nämlich in der Regel nicht ganz dort oben, sondern in deutlich tieferen, ergo wärmeren Lagen. Das Outdoorkochen mit Gas wird erst ab etwa -15 Grad wirklich problematisch.

Die erste Faustregel lautet: sofern es nicht in irgendeiner Hinsicht extrem oder exotisch zugeht, ist Gas die erste Wahl. Warum das so ist, wird gleich noch deutlich, wenn wir uns die Eigenschaften der verschiedenen Brennstoffe genauer anschauen. Hier sei nur am Rande schon einmal erwähnt, dass Gaskocher oft sehr leicht, klein und preisgünstig zu haben sind. Der Preisvorteil wird allerdings auf Dauer durch die höheren Brennstoffkosten pro Liter bei Gas egalisiert.

Worauf es ankommt: Brennwert und Gewicht

Bei Brennstoffen wird oft ein Zahlenwert von einer bestimmten Energieeinheit pro Kilogramm Gewicht genannt, der die Leistungsfähigkeit verdeutlichen soll. Die Angabe Brennwert oder Heizwert nennt die Wärmemenge, die man mit einem Gramm, Kilogramm oder Liter eines Brennstoffs erzeugen kann. Mit dieser Angabe kann man die Brennstoffe zwar schnell vergleichen, doch mit den genannten Energieeinheiten lässt sich ohne Hintergrundkenntnisse nicht viel anfangen – vor allem auch weil verschiedene verwendet werden und die Standardeinheit sich gelegentlich ändert. So verwendete man früher bevorzugt (Kilo)Watt(Stunden) oder Kilokalorien, während jetzt das Megajoule die Einheit der Wahl ist. In Megajoule ausgedrückt haben die meist verwendeten Brennstoffe folgende Heizwerte:

Propangas: etwa 46,3 Megajoule/kg

Butangas: etwa 45,7 Megajoule/kg

(Die meisten Kartuschen enthalten Mischungen dieser beiden Gase)

Reinbenzin: etwa 43 Megajoule/kg

Petroleum: etwa 43 Megajoule/kg

Spiritus/ Ethanol: etwa 26,8 Megajoule/kg

Gelegentlich trifft man im Outdoorbereich aber auch noch auf Angaben in Kilowattstunden (kWh) pro Kilogramm. Der Umrechnungsfaktor beträgt dann 1 x 3,6 – d.h. 1 kWh entspricht 3,6 Megajoule. In kWh ausgedrückt hat Reinbenzin also einen Brennwert von 12, die Flüssiggasmischungen pendeln sich bei etwa 12,8 ein.

Doch mit all diesen Angaben weiß man immer noch nicht, wie viel Energie das in der Praxis ist. Hier hilft womöglich die folgende Wikipedia-Definition weiter:

„4,18 kJ = erwärmt 1 kg Wasser um 1 K = 1 Kilokalorie“

Damit will uns das Onlinelexikon sagen, dass 4,18 Kilojoule die Energiemenge ist, mit der etwa 1 Liter Wasser um 1 Grad erwärmt wird (die Wissenschaftler mögen es nachsehen, dass ich Kelvin hier einfach mit Celsius und Kilo mit Liter gleichsetze). Und da in einem Megajoule 1000 Kilojoule stecken, kann man grob überschlagen, dass man mit einem Megajoule den Liter Wasser um mehr als 200 Grad erwärmen könnte. Moment, 200 Grad heißes Wasser? Ähm, okay, sagen wir lieber man kann mit einem Megajoule ungefähr 4 Liter Wasser um etwa 50 Grad erwärmen. Wenn man sich jetzt nochmal die eben genannten Brennwerte anschaut, kann man grob hochrechnen, wie viel Wasser man mit den einzelnen Brennstoffen um wie viel Grad heißer bekommt.

Welche Arten gibt es?

Schauen wir uns nun alle gängigen Kocherbrennstoffe an. Sie unterscheiden sich nicht nur nach dem Heizwert, sondern auch nach weiteren Kriterien, die es zu beachten gilt.

Gas

Weil einfach einfach einfach ist“: mit diesem gern verwendeten Werbeslogan könnte man die Vorteile von Gas als Brennstoff ziemlich gut auf den Punkt bringen. Das Gas, welches für Outdoorkocher eingesetzt wird, ist meist eine Mischung aus Butan und Propan und in Form von verschiedenen Kartuschensystemen erhältlich (dazu gleich mehr).

Die Vorteile von Gas sind vor allem die simple Handhabung und die gute Regulierbarkeit. Man muss es im Gegensatz zu vielen Flüssigbrennstoffen weder vorheizen, noch mit einer Brennstoffpumpe Druck in der Kartusche aufbauen. Stattdessen heißt es anschließen, aufdrehen, anzünden, fertig. Außerdem hat Gas, wie wir gerade gesehen haben, den höchsten Energiegehalt pro Gewichtseinheit, d.h. es ist im Vergleich sehr „sparsam“ und „leicht“. Auch in Sachen Sauberkeit steht Gas ganz vorne: es verbrennt nicht nur ohne Ruß- und Geruchsbildung, sondern auch leise. Last but not least brennt es auch bei niedriger Sauerstoffkonzentration in großer Höhe noch sehr gut.

Wo viele Vorteile sind, sind leider auch die Nachteile nie weit. Bei sehr tiefen Temperaturen ist Gas den meisten Flüssigbrennstoffen unterlegen. Bei den Mischungen aus Butan und Propan kommt es hierbei auf das Mischungsverhältnis an: je mehr Butan, desto schlechter funktioniert das Gas bei Kälte. Umgekehrt: je mehr Propan, desto tiefer die Siedetemperatur des Gemischs und ergo besser die Verdunstung und Brennbarkeit bei Kälte. Das Temperaturproblem lässt sich aber auch durchaus ein Stück weit umgehen, indem man die Kartusche unterm Pulli oder Schlafsack vorwärmt.

Als weiterer Nachteil von Gas gilt die nicht überall auf der Welt garantierte Verfügbarkeit. Einerseits kann es in weniger bereisten Ländern außerhalb Europas tatsächlich eng werden, andererseits findet man bisweilen auch in abgelegenen patagonischen Dorfläden passende Kartuschen. Vom Hersteller Campinggaz gibt es eine Übersichtskarte, die zeigt, wo man in Europa Gaskartuschen bekommt – die von Campinggaz, versteht sich ;-).

Alles in allem ist das ein weiterer Grund, sich stets vorab reise- und länderspezifisch zu informieren …

Ist man lange unterwegs, muss man in der Regel mehrere Druckflaschen/Kartuschen mit sich führen, was sowohl das Volumen als auch das Gewicht im Rucksack nach oben treibt. Allerdings sieht es hier bei anderen Brennstoffen auch nicht viel anders aus. Der Unterschied ist: man muss leere Kartuschen „zurück in die Zivilisation“ schleppen. Und natürlich muss das Anschlusssystem der Kartuschen zum Kocher passen, da es hiervon mehrere gibt. Da wären:

  • Schraubkartuschen (mit Ventil): Die etwas teurere, aber dennoch für den „richtigen“ Outdooreinsatz einzig wirklich empfehlenswerte Variante. Dank des Schraubventils können sie in jedem Füllzustand sicher und sauber vom Kocher getrennt werden. Die Gewindeform ist standardisiert und wird von den meisten Herstellern eingehalten. Es soll aber leider gelegentliche Abweichungen mit Kompatibilitätsproblemen geben (mir selbst sind sie noch nie begegnet).
  • Kartuschen mit Bajonettverschluss (mit Ventil): Topf und Brenner können damit fest verbunden werden, der Topf kann so nicht wegrutschen. Ein gutes System, dass es allerdings nur bei wenigen Herstellern wie Campinggaz und Edelrid gibt.
  • Stechkartusche (ohne Ventil): Das billigste und einfachste System. Kocher und Kartuschen können hier nicht mehr getrennt werden, bis die Kartusche leer ist. Die Einstichstelle ist zudem nur selten 100 % dicht, sodass fast immer kleine Mengen an Gas ungenutzt entweichen. Bei längerem Nichtgebrauch kann man dann durchaus verwundert feststellen, dass sich die Kartusche geleert hat. Stechkartuschen sind eher nur für stationäres Camping interessant, sofern das Outdoorkochen möglichst preiswert ausfallen soll und die Funktionalitätsanforderungen sehr gering sind.

Flüssigbrennstoffe

Anders als beim Gas befüllt man bei Flüssigbrennstoffen wie Benzin, Petroleum und Spiritus die  Brennstoffflasche selbst. Mit ihren recht hohen Brennwerten, der guten Einsetzbarkeit auch bei niedrigen Temperaturen (abgesehen von Spiritus) und der weltweiten Verfügbarkeit, sind Flüssigbrennstoffe sehr vielseitig einsetzbar.

Auf dem Minuskonto steht hier die etwas aufwändigere und anspruchsvollere Handhabung, welche zudem auch vom Zustand der Brennflüssigkeiten (Zusatzstoffe, Verunreinigungen) abhängt. Die stärkere, Rauch-, Geruchs- und Rußbildung bei (unreinen) Flüssigbrennstoffen schafft einen gewissen Reinigungs- und Wartungsaufwand für den Kocher und kann auf Dauer gesundheitsschädlich wirken. Zudem ist die Dosierung der Hitze nicht so gut wie bei Gas oder überhaupt nicht steuerbar. Schauen wir uns die Flüssigbrennstoffe im Einzelnen an:

  • Benzin (ist nicht gleich Benzin): Reinbenzin oder auch Waschbenzin ist, wie der Name schon verrät, die sauberste und für das Kochen empfehlenswerteste Benzinvariante. Es wird als Reinigungsbenzin, Wundbenzin, Feuerzeugbenzin, Katalytbenzin oder Fleckenbenzin verkauft und ist u.a. in Baumärkten, im Farbenhandel und in einigen Ländern selbst in Apotheken erhältlich. Im Gegensatz zu Motorenbenzin enthält Reinbenzin wenig bis keine Schmierstoffe oder andere Additive. Weitere Vorteile neben der sauberen Verbrennung sind der sehr hohe Brennwert (der bisweilen auch Gasmischungen übertreffen kann), die gute Verfügbarkeit und die, auch bei großer Kälte, leichte Entflammbarkeit. Der niedrige Flammpunkt ist aber ebenso gut Nachteil des Bezins, da es bei unachtsamem Gebrauch zu Stichflammen oder gar Explosionen kommen kann. Auch der notwendige Druckaufbau in der Brennstoffflasche durch Pumpen und das ebenso notwendige Vorheizen des Kochers werden oft als Nachteile empfunden. Motorenbenzin sollte nur im Notfall in der Brennstoffflasche landen. Es ist aufgrund seiner vielen Zusatzstoffe stark gesundheitsschädlich, bildet viel Ruß und verstopft die Düsen des Kochers. Der starke Geruch ist dabei schon ein deutlicher Hinweis. Wenn man dennoch im Notfall mal auf Tankstellenbenzin zurückgreifen muss, sollte man bleifreies Normalbenzin mit möglichst niedriger Oktanzahl nehmen.
  • Ethanol: Ethanol ist so etwas wie der Sammelbegriff für alle Arten von nicht trinkbarem Alkohol. Man verwendet dabei ein „Vergällungsmittel“, um den Alkohol auch für hartgesottene Feinschmecker unbrauchbar bzw. ungenießbar zu machen. Spiritus ist eine dieser durch chemische Zusatzstoffe untrinkbar gemachten Alkoholspezialitäten. Spiritus hat den bei weitem niedrigsten Energiegehalt, sprich Brennwert aller Flüssigbrennstoffe. Als Kocher-Brennstoff wird er oft mit etwas Wasser vermischt, um die relativ starke Rußbildung abzuschwächen. Seine Vorzüge liegen in der unkomplizierten, relativ ungefährlichen Handhabung mit einer lautlosen Verbrennung, sowie einer unschlagbar einfachen und damit pflegeleichten, billigen und robusten Bauweise der Spirituskocher (berühmt sind hier vor allem die Trangia-“Sturmkocher“). Außerdem ist Spiritus in vielen Ländern problemlos zu bekommen. Das „umgängliche“ Element kann sich allerdings auch zum Nachteil entwickeln, wenn die vergleichsweise geringe Heizleistung mit langer Vorwärmzeit und schwerer Entzündbarkeit bei tiefen Temperaturen zusammenkommt. Die „Trägheit“ des Spiritus ist nichts für Ungeduldige und macht einen Windschutz, wie er bei den Trangia-Kochern integriert ist, obligatorisch. Auch die weltweite Verfügbarkeit hat einen kleinen Haken, denn Spiritus hat in fast jedem Land einen anderen Namen (zur weit verbreiteten Sprachverwirrung nicht nur bei Spiritus, sondern auch bei den meisten anderen Brennstoffen, gibt es am Schluss des Artikels noch ein paar Infos.)
  • Petroleum: Petroleum dient in vielen ärmeren Ländern zum Kochen, Heizen und Beleuchten. Deshalb hat es den Hauptvorteil, vielerorts auch dort noch erhältlich zu sein, wo es kein Benzin gibt. Es besitzt einen fast so guten Brennwert wie Benzin, ist aber nicht so leicht entzündlich. Es ist damit ein sehr sicherer Brennstoff, der auch bei großer Kälte voll und ganz funktioniert. Zu den Nachteilen gehören ein sehr starker Geruch nicht nur beim Verbrennen, der einen sorgfältigen Umgang erfordert. Die Brennstoffflasche muss auch bei Petroleum unter Druck gesetzt und der Kocher vorgeheizt werden. Für Letzteres ist ein weiterer, leichter entzündlicher Brennstoff erforderlich (z.B. Spiritus oder Benzin). Die mitunter sehr starke Rußentwicklung von Petroleum erhöht den Wartungsbedarf des Kochers.
  • Kerosin: Im deutschen Sprachraum bezeichnet „Kerosin“ den Treibstoff für Turbinenantriebe. Es handelt sich um ein „leichtes“ Petroleum, das anders als sein „schwererer“ Bruder rückstandsfrei und damit „sauber“ verbrennt. Ansonsten sind die Vor- und Nachteile durch die enge Verwandtschaft sehr ähnlich gelagert wie bei Petroleum. Allerdings dürfte die „saubere“ Flüssigkeit dank ihrer Zusatzstoffe nicht unbedingt gesünder für kochende Bergfreunde sein. Deshalb sollte Kerosin ähnlich wie Fahrzeugbenzin nur im Notfall beim Kochen zum Einsatz kommen – was angesichts der schweren Erhältlichkeit sowieso kaum anders möglich ist.
  • Diesel: Im Gegensatz zu Kerosin ist Diesel fast überall relativ einfach zu beschaffen. Er hat ähnliche Vor- und Nachteile wie Petroleum oder Kerosin – nur nochmals etwas stärker ausgeprägt. Er ist schwer entzündlich, riecht und rußt sehr stark und hat einen noch niedrigeren Brennwert. Die Qualität variiert zudem von Land zu Land sehr stark. Alles in allem haben wir hier einen eher „ausgefallenen“ Brennstoff, der bestenfalls als Notlösung infrage kommt.

Festbrennstoff Esbit

Esbit (Abkürzung von „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“) wird auch „Trockenspiritus“ genannt und wird für die einfachste und billigste Form von (Outdoor)Kochern verwendet. Eigentlich sind es fast nur noch die Faltkocher der Bundeswehr, in denen die kleinen Würfel bzw. Tabletten abgebrannt werden. Laut Herstellerangaben reicht eine Tablette von 14 Gramm je nach Ausgangstemperatur, um 400ml Wasser in 9 Minuten zum Kochen zu bringen. Doch in der Praxis reicht die Heizleistung außer bei kleinen Portionen eher nur zum Aufwärmen, kaum jedoch zum Kochen.

Vorteile sind die lange Lagerfähigkeit, die rückstands- und rauchfreie Verbrennung, als auch die relativ ungefährliche Handhabung. Nachteile sind neben dem geringen Heizwert, die Wind- und Feuchtigkeitsempfindlichkeit, sowie die Bildung von geringen Mengen Blausäure beim Verbrennen, die den Einsatz im (Vor)Zelt problematisch macht.

Weitere Festbrennstoffe wie zu Brennpaste gelierter Spiritus verfügen ebenfalls nur über relativ geringe Heizwerte und geringe Brenndauer. Sie eignen sich deshalb nur zum Vorwärmen, als Anzündhilfe und für den Notfall.

Verwirrung garantiert: Brennstoff international

Je nachdem, wo man sich auf der Welt befindet, wird Propan- und Butangas auch als LPG (Liquid Petroleum Gas) bezeichnet. Das kann man sich noch relativ leicht merken, doch bei den Flüssigbrennstoffen blickt man auf Reisen garantiert irgendwann nicht mehr durch. Hier bedeuten fast alle Bezeichnungen in fast jedem Land etwas völlig anderes. Besonders bunt wird die Sprachverwirrung rund um das, was im deutschen Sprachraum Petroleum genannt wird:

Die korrekte Bezeichnung für Petroleum im amerikanischen Englisch ist Kerosene und wird oft irrtümlich ins Deutsche mit Kerosin übersetzt, obwohl der deutsche Begriff Kerosin ausschließlich auf leichtes Petroleum beschränkt ist. Das britische Wort für Petroleum ist dagegen Paraffine Oil. Petroleum war der historische Ausdruck für Erdöl, das englische Wort Petroleum bedeutet Erdöl oder Rohöl.

Alles klar? Gut, denn auch bei Spiritus wird es kompliziert. Es folgen ein paar Beispiele für dessen Bezeichnung in verschiedenen populären Outdoor-Reiseländern:

Chile: Alcohol etilico

Frankreich: Alcools / Alcool á brûler

Kanada: Fondue Fuel

Norwegen: Rød-Sprit

Schweiz: Brennsprit

USA: denatured alcohol / burning alcohol / solvent alcohol

Auch bei den anderen Brennstoffen sieht es ähnlich bunt aus. Die Outdoorseiten haben in ihrer Brennstoffe-Übersicht eine sehr nützliche Tabelle über gebräuchliche Bezeichnungen in vielen verschiedenen Ländern zusammengetragen, die den Dschungel etwas lichtet. Die Brennstoffe sind dabei von links nach rechts nach ihrem Flamm-/Siedepunkt aufsteigend geordnet.

Am Schluss dieser Tabelle gibt es übrigens noch einen besonderen kleinen Hinweis:

White Spirit ist in vielen Ländern die Bezeichnung für Nitroverdünnung, die sich nicht zum Kochen eignet. Also vor dem Kauf besser mal an dem vermeintlichen Brennstoff riechen!

Eine gute Idee, doch für die Riechprobe muss man wahrscheinlich eine versiegelte Flasche im Laden öffnen. Deshalb noch besser: sich vor der Reise kurz mit den verschiedenen Bezeichnungen in verschiedenen Ländern auseinandersetzen. Wer weiß, was man sonst für Geister aus der Flasche holt …

Kleiner digitaler Helfer: Kaufberatung Fahrradcomputer

6. September 2018
Kaufberatung

Ein Radcomputer am Rennrad, Mountainbike oder Trekkingrad ist weit mehr, als einfach nur ein Tacho, der die aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Moderne Fahrradcomputer ermitteln vielfältige Daten, optimieren sportliches Radtraining und liefern hilfreiche Informationen bei Radtouren, als auch im Alltag. Fahrradcomputer gibt es in den verschiedensten Ausstattungen: vom kompakten Radcomputer mit grundlegenden Funktionen bis hin zu umfangreich ausgestatteten Modellen mit Touchscreen, Farbdisplay und GPS. Bei der Suche nach dem optimalen Fahrradcomputer ist daher zunächst wichtig, welche Daten der kleine Rechner am Bike erfasst und verarbeitet – wobei die folgende Liste bei manche Geräten nicht mal ansatzweise dem kompletten Funktionsumfang gerecht wird.

Welche Daten misst der Radcomputer?

  • Geschwindigkeit: Neben der exakten aktuellen Geschwindigkeit liefern Radcomputer auch Daten über die durchschnittliche Geschwindigkeit und die gefahrene Höchstgeschwindigkeit.
  • Strecke: Die gefahrenen Tourenkilometer oder Tageskilometer kann der Fahrradcomputer ebenso messen, wie die gefahrene Gesamtstrecke in einem bestimmten Zeitraum.
  • Höhe: Nicht jeder Computer am Rad verfügt über einen integrierten Höhenmesser. Hochwertige Fahrradcomputer sind jedoch oft mit Höhenmesser oder GPS gestützter Höhenmessung ausgestattet. Sie können den Höhenverlauf messen und grafisch am Display aufbereiten.
  • Streckenverlauf: Die meisten Radcomputer dienen nicht zur Navigation, sondern zur Aufzeichnung und Analyse der GPS Daten. So zeichnet das kleine GPS-Modul zuverlässig die einzelnen Wegpunkte auf. Diese lassen sich später am PC oder Smartphone als Strecke sichtbar machen (z.B. in Google Earth).
  • Zeit: Der Fahrradcomputer misst die Fahrzeit wie eine Stoppuhr. Natürlich zeigt er auch die aktuelle Uhrzeit an.
  • Trittfrequenz: Um sportliches Training zu optimieren, zeigen einige Radcomputer die aktuelle Trittfrequenz an.
  • Herzfrequenz: Als Ergänzug für ambitionierte Radsportler gibt es Fahrradcomputer, die über spezielle Pulsmesser den Herzschlag ermitteln und auf dem Display anzeigen. So können Radfahrer ihr Training optimieren und ihre individuellen Trainingsziele besser umsetzen.
  • Kalorienzähler: Die praktische Funktion ermittelt den Kalorienverbrauch und kann für zusätzliche Motivation beim Radfahren sorgen.
  • Temperatur: Manche Computer sind zudem mit einem Thermometer ausgestattet, um die momentan umgebene Temperatur zu ermitteln.

Während Geschwindigkeit und Fahrtzeit für den Alltag und für Radtouren interessant sind, ist die Messung von Herzfrequenz, Trittfrequenz und der Kalorienrechner in erster Linie für sportliches Radtraining relevant. Die Aufzeichnung von Höhenprofil und Streckenverlauf ist für Touren und Training gleichermaßen wichtig. Statt die GPS-Daten mit dem Fahrradcomputer zu erfassen, kann auch ein Smartphone verwendet werden, dass mit der entsprechenden App die Daten sammelt und auf einer digitalen Karte sichtbar macht. Für den Radcomputer zur Streckenerfassung spricht allerdings die Unabhängigkeit von Handynetz oder Datennetz (z.B. im Ausland), die einfache Bedienbarkeit, sowie der geringe Stromverbrauch.

Verkabelt oder Wireless?

Radcomputer werden entweder kabelgebunden oder kabellos angeboten. Zwischen den Speichen am Vorderrad wird ein kleiner Speichenmagnet befestigt, mit dem jede Umdrehung des Vorderrads gemessen wird. Dafür registriert ein Sensor, der an der Gabel angebracht wird, die Signale des Speichenmagnets. Bei kabelgebundenen Radcomputern führt ein dünnes Kabel vom Sensor bis zum Fahrradlenker, an dem die Halterung für den Computer angebracht ist. Bei kabellosen Radcomputern ist der Sensor mit einer Funk- oder Bluetooth-Funktion ausgestattet und kommuniziert drahtlos mit dem Fahrradcomputer.

Sowohl drahtlose, als auch kabelgebundene Modelle sind weit verbreitet. Viele Radfahrer schätzen den unkomplizierten Einbau der drahtlosen Systeme; andere wiederum schwören auf die unkomplizierte und störungsfreie Kabelverbindung.

Beide Systeme müssen vor der ersten Fahrt entsprechend justiert werden. Dafür muss der Abrollumfang des Reifens ermittelt werden. Dieser Wert ist entscheidend für die Genauigkeit der anderen Daten, wie Strecke und Geschwindigkeit und bildet die Rechengrundlage für den Fahrradcomputer. Beträgt der Umfang beispielsweise 2 Meter, berechnet der Radcomputer nach fünfzig Impulsen des Speichenmagnets (also fünfzig Umdrehungen) eine gefahrene Strecke von 100 Metern. Die Justierung muss daher sehr gründlich vorgenommen werden, denn schon geringe Abweichungen können sich ziemlich aufsummieren. Die Bedienungsanleitungen der Radcomputer gehen zum Glück ausführlich auf dieses Thema ein und stellen Tabellen mit verschiedenen Reifen- und Felgengrößen als Hilfe zur Verfügung.

Einfach bedienbar und gut ablesbar

Radcomputer sollen beim Radfahren nicht vom Fahrrad und schon gar nicht vom Straßenverkehr ablenken. Deshalb sind sie mit gut ablesbaren Displays ausgestattet, die auf den ersten Blick die wichtigen Daten liefern. Das Umschalten zwischen den einzelnen Werten erfolgt meist mit wenigen Knöpfen und klar strukturierten Menüführungen. Viele Fahrradcomputer sind mit effizienten Schwarz-Weiß-Displays versehen. Sie lassen sich super ablesen und sind außerdem sehr stromsparend. Diese Modelle werden oft durch Knopfzellen gespeist und müssen dank ihres minimalen Stromverbrauchs nur selten gewechselt werden.

Aufwändigere Radcomputer mit Touchscreen und Farbdisplays können in dieser Hinsicht natürlich nicht mithalten. Sie sind in der Regel mit integrierten Akkus versehen, die ähnlich wie beim Smartphone in regelmäßigen Abständen aufgeladen werden müssen. Da die aufgezeichneten Daten aber ohnehin am Computer ausgewertet und bearbeitet werden (z.B. GPS-Tracks, Höhenprofile, Trainingsmessung, Vergleichswerte), können diese Fahrradcomputer zeitgleich am PC oder USB-Ladegerät geladen werden. Radcomputer mit Farbdisplay und GPS Navigation sind in der Regel auch für das Anzeigen von digitalen Karten geeignet. Sowohl beim Training, als auch auf Radtouren bieten sie so eine übersichtliche Navigationshilfe am Lenker.

Während die Halterung am Lenker verbleibt, kann der Radcomputer aus der Halterung entfernt werden. Auf diese Weise ist er vor Beschädigung, Witterung und Diebstahl geschützt; und wenn er über die entsprechenden Schnittstellen verfügt, lassen sich die gesammelten Daten (wie zuvor genannt) bequem am heimischen Rechner auswerten.

Damit der Radcomputer bei jedem Wetter einsetzbar ist, sind die meisten Modelle sehr gut vor Spritzwasser geschützt. Damit überstehen sie auch kräftige Regenschauer. Im Winter kann es bei niedrigen Temperaturen zu Problemen mit dem Display und der Stromversorgung der Computer kommen. Da der empfohlene Temperaturbereich aber von Modell zu Modell abweicht, müssen sich Radfahrer individuell informieren – vorausgesetzt natürlich der Radcomputer soll bei Minusgraden eingesetzt werden.

Für Radfahrer, die gerne auch in der Nacht trainieren oder sich zumindest von der Dunkelheit nicht abschrecken lassen, sind zuschaltbare Hintergrundbeleuchtungen am Radcomputer sehr hilfreich. Bei Farbdisplays, die aktiv leuchten, ist diese Funktion natürlich irrelevant. Bei den stromsparenden Schwarz-Weiß-Displays ist bei Nacht allerdings nicht mehr viel zu erkennen. Fahrradfahrer, die viel im Alltag mit dem Rad unterwegs sind und auch lange Touren machen, profitieren ebenfalls von der praktischen Zusatzbeleuchtung.

Zubehör für sportliche Radfahrer

Für Fahrradcomputer gibt es umfangreiches Zubehör, das die sportlichen Möglichkeiten erweitert und für ein noch effizienteres Training sorgt. Dazu gehören beispielsweise Brustgurte, die die Pulsfrequenz messen und die Informationen drahtlos an den Computer weiterleiten. Zudem besteht bei vielen Radcomputern die Möglichkeit, ein zweites oder drittes Fahrrad mit Sender, Magnet und Halterung am Lenker zu versehen. So lässt sich der Radcomputer beispielsweise ohne Mühen am Rennrad und am Mountainbike einsetzen.

Die Übersicht zeigt: der Fahrradcomputer kann ein hilfreiches Gadget sein und die Fahrradtour um einiges erleichtern. Mit oder ohne Computer, wir wünschen auf jeden Fall eine gute und sichere Fahrt!

Fahrradrucksäcke: Sportlich, komfortabel und funktionell

13. Juni 2018
Kaufberatung

Vom geräumigen MTB-Rucksack für mehrtägige Touren, kompakten und sportlichen Daypacks, bis hin zu reinen Trinkrucksäcken und Backpacks mit integrierten Rückenprotektoren – das vielfältige Angebot an Fahrradrucksäcken streckt sich über alle möglichen und denkbaren Bandbreiten. Dementsprechend groß und teilweise unübersichtlich ist daher auch das Angebot der Rucksäcke. Darüberhinaus passt nicht jeder Radrucksack gleich perfekt zum eigenen Fahrstil und Einsatzbereich.

Bevor sich Radfahrer einfach den nächstbesten Radrucksack kaufen, sollten sie die Auswahl etwas eingrenzen und sie auf ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Mit den folgenden Punkten wollen wir euch Radlern da draußen bei der Auswahl helfen und die verschiedenen Schwerpunkte und Anwendungsbereiche der unterschiedlichen Rucksäcke aufzeigen:

Der Einsatzbereich

Je nach Länge der Touren und Trainingseinheiten wählen Fahrradfahrer ihre Rucksäcke in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen. Bei längeren Touren werden die Rucksäcke tendenziell immer größer und schwerer. Für sportliche Kurzstrecken eignen sich kleinere und leichte Radrucksäcke.

Das Volumen

Radrucksäcke, die eher ein Protektor mit Trinkblase sind, verfügen mit ein oder zwei Liter Volumen oft nur über kleine Taschen für die wichtigsten Accessoires. Daypacks für Tagestouren liegen dagegen mit etwa 10 bis 18 Liter Volumen im Mittelfeld und bieten damit schon deutlich mehr Stauraum. Für mehrtägige Biketouren und Radreisen sind selbst Fahrradrucksäcke mit über 20 Liter Volumen keine Seltenheit.

Der Wetterschutz

Radfahrer, die nur bei Sonnenschein auf Tour gehen, brauchen sich um den Wetterschutz nur wenig Sorgen machen. Allwetter-Radler sind mit wasserfesten Beschichtungen, wasserabweisenden Oberflächenbehandlungen und integrierten Regenhülle bestens beraten. Wer auch bei starkem Dauerregen den Inhalt des Rucksacks unbedingt trocken halten möchte, greift zu wasserdichten Rucksäcken mit Wickelverschluss. – Das sind dieselben Rucksäcke, die auch Radkurriere verwenden. Regenhüllen und wasserfeste Rucksäcke schützen nicht nur bei Regen sehr gut, sondern sind auch bei Dreck, Staub und Schlamm sehr hilfreich.

Die Passform

Damit der Rucksack weder drückt, noch am Rücken rutscht, ist ein körpernaher Schnitt, ein gut gepolsterter Rücken und ein anpassbares Tragesystem sehr wichtig. Auch auf steilen und holprigen Passagen muss der Rucksack fest am Körper sitzen. Durch eine optimierte Geometrie und Polsterung der Gurte verteilt sich die Last perfekt auf Schultern, Rücken und Hüfte.

Individuelle Einstellmöglichkeiten

In der Regel sind Radrucksäcke mit zwei Schultergurten, einem Hüftgurt und einem Brustgurt ausgestattet. Zusätzlich lässt sich bei vielen Rucksäcken die Rückenlänge anpassen. Bei größeren Rucksäcken helfen seitliche Kompressionsriemen das Gepäck im Rucksack möglichst fest und körpernah zu fixieren. Außerdem dienen sie als praktische Halterung für Softshell- oder Fahrradjacken.

Erweiterungsbereiche und Zusatzfächer

Eine Helmhalterung für den Transport im Alltag ist bei vielen Fahrradrucksäcken bereits in der Frontpartie integriert. Durch umlaufende Reißverschlüsse kann bei manchen Modellen das Volumen erweitert werden. Separate Fächer für Werkzeug, Kleinteile und Trinkblase machen die Organisation der Ausrüstung perfekt. Manche Modelle verfügen zudem über separate Notebook- und Tabletfächer.

Kompatibel für Trinksysteme

Die meisten Fahrradrucksäcke sind für die Nutzung von Trinkblasen vorbereitet. Deshalb verfügen sie über Durchführung und Befestigungsmöglichkeiten für den Trinkschlauch. Er wird am Schulter gurt angebracht und ist auf diese weise jederzeit beim Radfahren erreichbar. Je nach Rucksack sind die Fächer für die Trinkblase unterschiedlich groß. Bei Tourenrucksäcken sollten Trinksysteme mit drei Liter Volumen immer passen.

Belüftete Träger und Rückenpartie

Vor allem leichte Modelle für Trainingseinheiten, mehrstündige Touren und Tagestouren sind oft mit Trägern aus Mesh-Gewebe und gut belüfteten Ventilationskanälen im Rucksackrücken ausgestattet. Da sie mit ihrem geringeren Volumen für weniger Gewicht ausgelegt sind, führt die leichte Bauweise nicht zu Einbußen beim Komfort. Größere Radrucksäcke sind mit ihrer stärkeren Polsterung vergleichsweise weniger gut belüftet.

Das Eigengewicht

Bikeruckäcke mit dünnen Mesh-Trägern und minimaler Polsterung gibt es schon ab einem Gewicht von etwa 300g. Je größer der Rucksack ausfällt und je umfangreicher Polsterung und zusätzliche Ausstattung sind, desto höher steigt das Gewicht der Fahrradrucksäcke. 1500g bis 2000g kann ein solcher Rucksack dabei schon mal wiegen. Die robusten Kuriertaschen und Gepäcktaschen aus Planenmaterial sind sogar noch deutlich schwerer.

Stabilität und Material

Gerade bei leichten Rucksäcken verarbeiten Hersteller (zum Beispiel Vaude, Osprey oder Ergon) leichte und hochfeste Materialien. Oft widerstehen diese Materialien aber mechanischen Abnutzungen nicht in dem gleichem Maße, wie es dickere und robustere Materialen tun würden. Letztere Materialien werden besonders gerne bei Tourenrucksäcken eingesetzt.

Integrierte Protektoren

Manche Radrucksäcke sind mit Rückenprotektoren ausgestattet, die im Falle eines Aufpralls die Wirbelsäule und den Rücken schützen. Diese Rucksäcke sind teilweise sehr sportlich designt und bieten oftmals kaum mehr zusätzlichen Platz, als für eine 1,5 Liter Trinkblase, Geldbeutel und Schlüsselbund. Andere Protektorrucksäcke für Fahrräder sind dagegen weitaus geräumiger und auch für längere Touren bestens geeignet.

Reflektoren und zusätzlich Features

Damit Radfahrer im Straßenverkehr auch bei Dunkelheit und in der Dämmerung gut zu erkennen sind, statten viele Hersteller ihre Radrucksäcke mit Reflektoren aus. Spezielle Halterungen für Blinklichter, praktische Schlüsselhalter und sogar Reifenheber sind in manchen Rucksäcken bereits integriert.

Ultraleicht-Fan oder Ultraweit-Fahrer?

Um den perfekten Fahrradrucksack zu finden, lohnt es sich, jeden einzelnen Punkt mit dem eigenen Fahrverhalten und den individuellen Bedürfnissen zu vergleichen. Dies sind dabei einige der Fragen, die man sich stellen kann um den individuellen perfekten Fahrradrucksack zu finden:

  • Lege ich mehr Wert auf Komfort und Platzreserven oder will ich jedes überflüssige Gramm einsparen?
  • Packe ich 1L Trinken, 2 Müsliriegel und eine Windjacke in meinen Fahrradrucksack oder müssen auch noch Werkzeug, Ersatzteile, Wechselbekleidung und Fotoapparat mit in mein Gepäck?
  • Fahre ich mehr auf trockener Straße mit meinem Rennrad oder bin ich nach jeder Tour mit meinem Mountainbike von oben bis unten mit Matsch bedeckt?

Viele Rennradfahrer greifen bei der Auswahl der Rucksäcke gerne zu schmalen und leichten Modellen. Neben Trinksystem und leichter Zusatzbekleidung, wie Rennradjacke, Sonnenbrille und Überschuhen versuchen sie überflüssiges Gewicht zu vermeiden.

Mountainbiker, die auf mehrtägigen Touren die Alpen überqueren, sind dagegen mit großen Tourenrucksäcken in den Bergen unterwegs. Neben wetterfester Hardshellbekleidung und Wechselbekleidung, benötigen sie auch noch die wichtigsten Werkzeuge wie zum Beispiel eine kleine Luftpumpe, Flickzeug und ein paar Ersatzteile für Notreparaturen. Ausreichend Flüssigkeit, ein gutes Vesper und ein obligatorisches Erste-Hilfe-Set dürfen dabei natürlich ebenfalls nicht fehlen. Für ausgedehnte Radreisen und Expeditionen mit dem Fahrrad, für die Zelt, Kocher und umfangreiche Ausrüstung benötigt wird, rüsten sich Radfahrer zu ihrem Fahrradrucksack mit Gepäckträgern, Fahrradtaschen und Lenkertaschen aus. Auch Radanhänger kommen als Transporthilfe für lange Radreisen in Frage.

Einer für alles?

Durch die unterschiedlich optimierten Einsatzbereiche der Radrucksäcke, verwenden viele Radfahrer unterschiedliche Modelle im Alltag, beim Training und auf Tour. Einen guten Kompromiss bieten die Tagesrucksäcke mit einem Volumen zwischen 12 Liter und 18 Liter und integriertem guten Wetterschutz. Diese lassen sich sowohl auf kleineren (Tages-)Touren sehr gut einsetzen, als auch beim Training, in der Freizeit und im Alltag. Ambitionierte Radsportler und Tourenfahrer sind mit speziellen Rucksäcken, die optimal auf ihre Fahrweise und ihre Bedürfnisse angepasst sind, besser beraten.

Richtige Pflege für Radrucksäcke

Fahrradrucksäcke benötigen im Vergleich zum Fahrrad kaum Pflege. In regelmäßigen Abständen oder bei sehr starker Verschmutzung kann eine Handwäsche dem Radrucksack zu neuer Blüte verhelfen. Da sich Fahrradrucksäcke in dieser Hinsicht nicht von Outdoorrucksäcken und Wanderrucksäcken unterscheiden, können wir gerne auf unsere detaillierte Rucksackpflege verweisen. Sie enthält alle wichtigen Tipps zur Pflege, Wäsche und Trocknung von Rucksäcken. Nur das Trinksystem mit Trinkblase und Schlauch sollten Radfahrer aus hygienischen Gründen nach jedem Einsatz reinigen.

Über Land und Wasser: Hyphen Sports

9. Mai 2018
Kaufberatung

Hyphen? Wie spricht man das denn aus? „Hüfn“ vielleicht? Die Firma sitzt ja in München und da gibt es viele Kreationen aus dem oberbayrischen Sprachwunderland. Aber nein, es ist Englisch, spricht sich „haɪf(ə)n“ und bedeutet „Bindestrich“. Weil hyphen (ja, klein geschrieben) Wassersport und Bergsport unter einem Dach verbindet. Und weil die Firma bei jedem Produkt das Beste von allem zu einem spitzenmäßigen Ganzen verbinden will. Schauen wir doch mal, wie das gelingt …

Entstehung

Bevor hyphen Sports im Jahr 2001 zum Unternehmen wurde, war es einst ein Elternpaar, das seinen Kindern das Surfen und die Liebe zum Wasser vermitteln wollte. Allerdings wollten sie es so vermitteln, dass die Kinder ungetrübte Freude daran haben konnten. Sie sollten ohne zu frieren im Wasser und ohne die Gefahr von Hautschäden in der Sonne bleiben können. Außerdem sollte die Lösung dieser Herausforderung so wenig Belastung wie möglich für die Umwelt mit sich bringen. Diese Wünsche führten zu einer langen und komplizierten Forschungsreise, die wiederum zu völlig neuartigen, wassertauglichen und kinderfreundlichen Textilien führte. Diese sind mittlerweile heiß begehrt und die Eltern Christiane Hess und Peter Reinschmidt Geschäftsführer eines erfolgreichen Familienunternehmens.

Seit 2013 verschreibt sich hyphen sports auch dem Bergsport und das mit der gleichen Akribie und Hingabe, wie es zuvor beim Wassersport geschah. Auch hier spielt der UV-Schutz eine große Rolle, denn bekanntlich trifft umso „härtere“, potenziell gefährlichere Sonnenstrahlung auf die Haut, je höher man sich befindet.

Besonderheiten

Die Firma und ihre Produkte sind in vielerlei Hinsicht besonders. Wirklich einzigartig dürfte der bislang für unmöglich gehaltene Spagat zwischen kompromisslos funktionaler, komplett nachhaltiger und dennoch bezahlbarer Kleidung sein. Besonders bei der Surf- und Wassersportbekleidung wird dabei immer auch an den Nachwuchs gedacht – und das mit Erfolg, wie Christiane Hess erklärt:

„Die Kinder akzeptieren es nicht nur angezogen zu sein, sondern sie fühlen sich wohl, weil ihnen die Sachen super gut gefallen.“

Doch auch bei der allroundtauglichen Skitourenkleidung geht man mit sehr viel Umsicht und Sorgfalt zu Werke. Schon beim Entwurf jedes Kleidungsstücks sind Bergführer und professionelle Bergsteiger wie Christian Stangl beteiligt. Sie machen sich um jede einzelne Naht Gedanken und testen das Material ausführlich.

Künftig wird der Fokus von hyphen sports nicht mehr „nur“ auf Skitouren liegen. Ab der Herbst/Wintersaison 2018 wird die Produktpalette vielseitiger und verstärkt auf den Sommer-Bergsport ausgerichtet sein. Dabei wird nicht nur das Sortiment verbreitert, sondern auch originelle, eigene und teils neuartige Lösungen präsentiert. Das fängt mit unkonventionellen Materialien wie c-change von Schoeller an und hört jedoch bei strategisch platzierten Isolationspads noch lange nicht auf.

Glaubwürdige Nachhaltigkeit – fair und transparent

Wenn man die Nachhaltigkeit der Firma hyphen sports in eine griffige Formel packt, lautet sie in etwa so:

95% Made in Europe, 100% PFC-frei, 100% Materialien aus Europa.

Das Nachhaltigkeitskonzept von hyphen ist umfassend, glaubwürdig, nachprüfbar und sprichwörtlich zum Anfassen. Hier gibt es keine outgesourcten und anonymen Marketingabteilungen, sondern verantwortlich handelnde Menschen, die persönlich sichtbar und ansprechbar sind.

Regionaler Bezug

Als wichtiges Element der Nachhaltigkeit wird der regionale Bezug zur Alpenheimat konsequent und glaubwürdig gelebt. Dies kommt nicht nur in Namen, Logos und Motivprints der Kleidungsstücke zum Ausdruck, sondern auch in allen weiteren Aspekten und Aktivitäten. Der Begriff „regional“ wird auch nicht allzu eng gefasst, denn er schließt die ganzen (Ost)Alpen und ein Stück von Kroatien, wo sich die Produktionsstätte von hyphen befindet, ein.

Dass möglichst alle Stoffe aus Europa stammen, ist oberste Prämisse bei der Materialwahl. Die Umsetzung gelingt zu 95%, denn abgesehen von den Reißverschlüsse von YKK wird fast alles auf diesem Kontinent produziert. Ein Großteil dieser Produktion befindet sich nach heutigen Maßstäben quasi gleich um die Ecke: in Mursko Sredisce, einer Kleinstadt in der traditionsreichen Textilregion im Norden Kroatiens. Im dortigen Werk kennt Andreas Schreilechner, Chefentwickler bei hyphen „jede Näherin beim Vornamen“. Die relative Nähe bringt auch eine hohe Flexibilität und andere praktische Vorteile mit sich.

Wie schon erwähnt verzichtet hyphen vollständig auf den Einsatz umweltschädlicher und nicht recyclingfähiger Stoffe wie PFOA. Auch einfache T-Shirts bestehen nicht aus einer weit entfernten Baumwolle, sondern aus Tencel. Diese „Naturkunstfaser“ wird für das Unternehmen von der österreichische Firma Lenzing aus Zellulosefasern produziert.

Die Regionalität setzt sich selbst bei den Modellbezeichnungen fort. Dass man hierfür die Namen irgendwelcher Gipfel und Bergketten hernimmt, ist in der Outdoorbranche gang und gäbe. Doch bei hyphen hat die Sache einen ganz realen Bezug, denn die Namen nennen jene Alpengipfel und -gebiete, an und in denen die Teile getestet wurden.

Sogar der Vertrieb der fertigen Produkte beschränkt sich auf Deutschland und den Alpenraum.

Wirklicher UV-Schutz

Kleidung mit hohen UV-Schutzfaktoren gibt es von vielen Herstellern. Doch nicht immer entspricht die angegebene Schutzfunktion den tatsächlichen Werten. Vor allem, wenn die Textilien Dehnung und Nässe ausgesetzt sind, verlieren sie einen Großteil ihrer Sonnenschutzwirkung. Unabhängige Test haben jedoch bewiesen, dass hyphen Textilien zuverlässig die höchsten UV-Schutznormen erfüllen, die es gibt. Und wie schaffen sie diesen maximalen Schutz zu übertreffen?

Zum Beispiel indem in die flüssige Spinnmasse der Kunstfaserstoffe schon Titandioxid für den UV-Schutz eingeschmolzen wird. Daraus entstehen hochfeine Garne, die die Ausgangsbasis für besonderen Schutz und hohen Tragekomfort sind. Für diese Umsetzung kommen zusätzlich noch hochkomplexe Maschinen zum Einsatz, die für eine besondere Dichte bzw. besonders feine Maschen des Materials sorgen.

Neuer Fokus auf Skitouren und Bergsport

Im Ski- und Bergsport sind die Münchener zwar noch relativ neu, doch den Einstieg haben sie genau so überzeugend gemeistert wie schon zuvor im Wassersport-Bereich. Dafür war und ist ein extrem fundiertes Know-how nötig, das aus einer starken Verbindung von Bergsport-Praxis und Erfahrung aus der Textilindustrie entsteht. Bei hyphen sports verkörpert vor allem das Team um Entwickler Andreas Schreilechner dieses Know-how.

Die Entwicklung der Bekleidung wird anders als bei vielen Marken nicht von einem anvisierten Endpreis oder anderen betriebswirtschaftlichen Zielgrößen bestimmt. Selbst die grundlegenden Stoffbahnen der Kunstfasertextilien werden nicht als Massenware in Fernost, sondern handverlesen und teils eigens für hyphen produziert. So bekommen viele der Kleidungsstücke schon „von Grund auf“ eine außergewöhnliche Funktionalität. An keiner Stelle im Produktionsprozess steht die Kostenersparnis über der Performance des Endprodukts. Materialien und Ausstattungsdetails werden ausschließlich nach funktionalen Kriterien entworfen und ausgewählt. Die „Prototypen“ werden dann von den beteiligten Bergsportlern bis auf den letzten Quadratzentimeter Stoff getestet.

Gute Preise, gute Aussichten

Solche Liebe zum Detail führt normalerweise zu sehr hohen Verkaufspreisen für die Kunden. Nicht so bei hyphen Sports, wo High End Produkte durchaus im preislichen Mittelfeld einpendeln. Das ist nur möglich, wenn eine Firmenphilosophie in höchstem Maße von Vernunft und Ethik getragen wird. Wir sind begeistert und uns sicher, dass hyphen Sports auf diese Weise weiterhin Erfolge feiern wird.

Rennradschuhe: Höchste Effizienz

13. Juni 2018
Kaufberatung

Rennradschuhe sind im Grunde eher ein Teil des Rennrades, als ein Teil der Fahrradbekleidung. Durch festen Sitz und hochsteife Sohlenkonstruktionen gewährleisten Rennradschuhe perfekte Kraftübertragung, maximale Effizienz und eine hervorragende Performance beim Rennradfahren. Dabei muss der teuerste Rennradschuh nicht unbedingt der allerbeste sein, sowie nicht jeder Freizeit-Rennradler auf extrem steife Carbonsohlen und minimales Gewicht der Radschuhe angewiesen ist. Neben individuell passenden Leistungsmerkmalen, ist vor allem die ideale Passform entscheidend, die bei jedem Fuß ein klein wenig anders ausfällt. Nur mit der Wahl der richtigen Schuhe ist eine effiziente Kraftübertragung auf Dauer überhaupt möglich. Zu kleine, zu große oder zu schmale Radschuhe führen leider eher zu Schmerzen, die sich von den Füßen, über die Knie, bis in den Rücken ausbreiten können. Damit es allerdings gar nicht soweit kommt, haben wir euch ein paar Tipps für die Auswahl der richtigen Rennradschuhe zusammengestellt:

Rennradschuhe mit der richtigen Passform kaufen

Damit die Schuhe beim Rennradfahren weder drücken, rutschen oder zu tauben Zehen führen, müssen die Radschuhe von allen Seiten sehr gut passen. Das bedeutet, die Zehenbox muss genügend Platz für die Zehen bieten, der Schuh darf weder zu schmal, noch zu breit ausfallen und die Ferse muss perfekt im  Schuh sitzen – ohne schmerzhaft zu drücken und vor allem ohne im Schuh nach oben zu rutschen. Zudem spielen für eine komfortable Passform auch die Zungenkonstruktion und das Verschlusssystem eine wichtige Rolle.

Ganz entscheidend für die Passgenauigkeit und Performance ist auch die Form und Wölbung der Sohle. Bei der Anprobe sollten sich gute Rennradschuhe, wenn der Verschluss noch geöffnet ist, schon passend und fest sitzend anfühlen. Das Verschlusssystem kann eine gute Passform immer nur unterstützen – nicht aber ersetzen. Wenn die Form der Schuhe also nicht zur Form der Füße passt, hilft es auch nicht die Klettverschlüsse so stark anzuziehen, dass die Füße kaum noch durchblutet werden.

Gute und passende Rennradschuhe sind trotz ihrer geringen Dämpfung und ihrer direkten Kraftübertragung nicht automatisch unkomfortabel. Ambitionierte Rennradfahrer und wettkampforientierte Profis sind mit sehr steifen Modellen auf dem Rennrad unterwegs. Trotzdem können ihre Radschuhe deutlich bequemer sein, als vermeintlich weichere und komfortablere Rennradschuhe für Freizeit-Rennradler.

Sohlenkonstruktionen für Rennradschuhe

Sohlen von Rennradschuhen sind aus Nylon- oder Carbonlaminaten gefertigt und extrem steif. Im Bereich der Ballen sind sie mit einem Lochsystem für die Montage der passenden Pedalplatten versehen. Bei der Wahl der Radschuhe müssen Rennradfahrer darauf achten, dass die Cleats sich in der optimalen Position befestigen lassen (die gedachte Linie dafür ist etwa in der Mitte der Fußballen). Wählt man die Rennradschuhe zum Beispiel zu groß, könnte es passieren, dass die Pedalplatten nicht an der richtigen Stelle sitzen. Für Kraftübertragung und Fahrgefühl wäre das mit Sicherheit kein Vorteil. Die Radschuhe sollten beim Rennradfahren so gewölbt sein, dass die Ferse im Vergleich zum Vorderfuß leicht erhöht ist. So können die Kräfte beim Beschleunigen perfekt auf die Pedale übertragen werden.

Look, SPD und SPD-SL Pedalsysteme

Rennräder sind mit Klickpedalen ausgestattet, in deren Oberfläche die Schuhplatten der Rennradschuhe einrasten. Durch seitliches Drehen der Ferse nach außen wird die Verbindung zwischen Schuh und Pedal wieder gelöst. Die am weitesten verbreiteten Pedalsysteme stammen von Shimano (SPD und SPD-SL) und Look. Ihre Pedalplatten sind ähnlich aufgebaut, nur ist die Platte von Look etwas größer. Spezielle Pedalsysteme werden auch von Time, Speedplay und weiteren Herstellern angeboten – aufgrund der weiten Verbreitung von Look und Shimano, liegt unser Fokus auf Rennradschuhen, die mit diesen beiden Systemen harmonieren.

In der Regel verfügen Rennradschuhe über drei Bohrlöcher in der Sohle, die dem Look oder SPD-SL System entsprechen. Beim SPD System, das vor allem auch bei Mountainbikes verwendet wird, sind es dagegen zwei Bohrlöcher. Für abweichende Systeme lassen sich in der Regel Adapterplatten zwischen Schuh und Cleat montieren.

Verschiedene Cleats und optimale Einstellungen

Die Cleats müssen selbstverständlich zum Pedalsystem passen oder mit den entsprechenden Pedalplattenadaptern angepasst werden. Dabei gibt es die passenden Cleats auch noch in unterschiedlichen Ausführungen, die die seitliche Bewegungsfreiheit festlegen. Look und Shimano haben beispielsweise drei verschiedene Platten im Sortiment, die zur einfacheren Unterscheidung farblich codiert sind.

Die Auswahl der Cleats und die perfekten Einstellungen sind sehr individuell. Rennradfahrer sammeln in dieser Hinsicht ihre eigenen Erfahrungen, um die Feineinstellungen der Cleats perfekt anzupassen. Dass dabei jeder Fuß seinen eigenen Einstellwinkel benötigt, ist bei Rennradfahrern keine Seltenheit.

Leicht einstellbare Verschlusssysteme

Bei Rennradschuhen kommen verschiedene Verschlusssysteme zum Einsatz. Klassische Schnürungen finden Radfahrer dabei immer seltener, denn die Schnürsenkel könnten abreißen, sich verhaken oder unbemerkt lösen. Stattdessen setzen Hersteller von Rennradschuhen, wie Giro, Shimano oder Mavic auf Klett-, Ratschen- und Drehverschluss. Radfahrer finden dabei bei vielen Rennradschuhen eine Kombination von mindestens zwei Systemen.

Ob Klettverschluss mit abschließendem Ratschenverschluss, Boa-Drehverschluss mit zusätzlichem Klettverschluss, oder Schnürung mit überlappendem Klettverschluss – alle denkbaren Variationen sind für Rennradfahrer erhältlich. Auch doppelte Boa-Drehverschlüsse werden in manchen Rennradschuhen eingesetzt und garantieren so bestmögliche Anpassbarkeit beim Radfahren.

Die meisten modernen Verschlusssystem lassen sich während der Fahrt nachjustieren. Die klassische Schnürung erlaubt das natürlich nicht, da immer beide Hände zum Schließen benötigt werden. Drehverschlüssen, Ratschen und Klettverschlüsse können dagegen intuitiv mit einer Hand justiert werden, ohne die Augen von der Straße zu nehmen.

Bei der Wahl des besten Verschlusssystems gibt es keine objektiv „richtige“ Empfehlung, denn Radschuh, Verschluss und Fuß müssen einfach gut zusammenpassen. Deshalb schwören die einen Rennradfahrer auf ihre Klettverschlüsse mit Ratschen und andere möchten ihre praktischen Drehverschlüsse niemals missen.

Ventilation und Wetterschutz

Viele Rennradschuhe aus Kunstleder und Leder sind mit Einsätzen aus Mesh-Gewebe ausgestattet. Die Ventilationsöffnungen befinden sich in der Regel an den Zehen, an den Seiten und am Spann. Andere Hersteller bevorzugen statt den Mesh-Einsätzen kleine Öffnungen und Perforationen. Durch diese Öffnungen und Perforationen kann der kühle Fahrtwind eintreten und im Gegenzug überschüssige Hitze und Feuchtigkeit abtransportiert werden.

Je nach Radschuh können Atmungsaktivität und Ventilation sehr unterschiedlich ausfallen. Rennradfahrer, die oft bei großer Hitze unterwegs sind, sollten auf eine ausreichende Anzahl und Größe der Belüftungsöffnungen achten. In der Übergangszeit sind Modelle mit weniger Luftzufuhr geeigneter, da sie die Füße in dieser Jahreszeit vor Fahrtwind und Kälte schützen. Im Winter helfen bei den eisigen Temperaturen oft nur noch spezielle Rennradschuhe. Diese sind isoliert und schützen, mit einer wärmenden Manschette, oft auch den Knöchel.

Die meisten Rennradschuhe sind nicht wasserfest. Bei kräftigem Regen sind sie daher durch das Spritzwasser auf der Straße relativ schnell durchnässt. Einige Modelle sind deshalb mit wasserdichten und atmungsaktiven Membranen, wie Gore-Tex, ausgerüstet. Bei Regen sorgen diese Rennradschuhe zwar zuverlässig für trockene Füße, bei Wärme oder Hitze sind sie allerdings eher schlecht belüftet. Daher sind Gore-Tex Rennradschuhe eher Spezialisten vorbehalten.

Weit verbreitet sind dagegen wasserdichte Überschuhe, die den Schuh wie eine Gamasche umschließen. Auf diese Weise bleiben sowohl Fuß, als auch Rennradschuh angenehm trocken. Die Sohlenpartie ist bei den Überschuhen ausgespart, so dass der Kompatibilität mit den Klickpedalen nichts im Wege steht. Rennradüberschuhe begeistern durch ihre hohe Flexibilität und ihr geringes Gewicht. Mit isolierten Modellen sind Rennradfahrer auch im Winter bestens vor Nässe und Kälte geschützt.

Speed, Leistung, Performance – all dies hängt beim Rennradfahren nicht nur vom Rad selber, sondern auch von den Schuhen ab! Wir hoffen mit dieser Kaufberatung verläuft eure nächste Suche nach dem perfekten Rennradschuh einfacher und erfolgreich!

Nie wieder ohne Luft: Kaufberatung Fahrradschläuche

13. Juni 2018
Kaufberatung

Wer schon das eine oder andere Mal vor einem platten Reifen geflucht hat, weiß: ohne Luft im Reifen geht nichts mehr; gut, außer das Schieben. Verantwortlich für die Luft im Reifen ist der Fahrradschlauch von dem die meisten Fahrradfahrer allerdings nur selten Notiz nehmen – nämlich dann, wenn sie ein Loch haben und Luft verlieren. Ansonsten ist vom Fahrradschlauch in der Regel nur das Ventil zu sehen, das durch die Felge ragt. Der Schlauch selbst ist unter Mantel und Felge verborgen und leistet dort unermüdliche Schwerstarbeit und hält bei der sportlichen Performance enormen Belastungen und Temperaturunterschieden stand. Besonders wichtig ist zudem, dass er verantwortlich ist für die Anpassung von Komfort und Fahrgefühl. Der richtige Luftdruck im Reifen sorgt für Dämpfung und Grip und beeinflusst Rollwiderstand und Kurvenlage. Ziemlich vieles was der Fahrradschlauch somit leistet und deshalb ist es auch genauso wichtig, sich diesem Teil des Drahtesels einmal zu widmen.

Fahrradschläuche in verschiedenen Größen

Klassische Fahrradschläuche bestehen aus dem Material Butylkautschuk. Darunter versteht man einen synthetischen Kautschuk, der eine sehr geringe Luftdurchlässigkeit hat, sehr wetterbeständig ist und seine hohe Stabilität und Elastizität bei jeglichen Temperaturen beibehält. Kurz gesagt: der Schlauch aus Kautschuk nimmt die Luft in sich auf und gibt sie in der Regel nicht mehr her – ganz egal ob beim Wintermountainbiken auf Schnee und Eis oder bei sengender Hitze auf heißem Asphalt. Neben den Schläuchen aus Butyl, gibt es auch Fahrradschläuche aus Latex. Sie sind zwar sehr leicht, aber nicht so luftdicht wie die aus Kautschuk. Deswegen müssen Latexschläuche auch öfters aufgepumpt werden.

Je nach Fahrradtyp, Felgendurchmesser, Felgenbreite und Fahrradmantel verwenden Radfahrer unterschiedlich große und breite Fahrradschläuche. Für bestimmte Einsatzbereiche sind besonders leichte und dünnwandige Schläuche gefragt. Andere Radfahrer legen sehr viel Wert auf Stabilität und wählen die Schläuche dementsprechend dickwandiger und schwerer. Zudem kommen unterschiedlichen Arten von Ventilen an den Fahrradschläuchen zum Einsatz:

  • Das Dunlopventil (DV) oder Normalventil (NV) ist für Alltagsbikes, Hollandfahrräder, Tourenbikes und Kinderfahrräder im deutschen Raum sehr weit verbreitet. Es ist für einen Maximaldruck von 6 bar ausgelegt und passt in eine Felgenbohrung mit 8,5 mm Durchmesser.
  • Das Sclaverandventil (SV) oder auch „französisches Ventil“ und „Rennradventil“ genannt, hat einen geringeren Durchmesser (Felgenbohrung 6,5 mm) und ermöglicht einen Luftdruck von maximal 15 bar. Durch den hohen möglichen Luftdruck und den damit verbundenen geringen Rollwiderstand ist das Sclaverandventil  schon lange bei Rennradfahrern beliebt. Aber auch bei den Mountainbikes ist das Ventil inzwischen weit verbreitet.
  • Das Schraderventil ist den meisten Radfahrern eher als Autoventil (AV) bekannt. Dieses war früher die Standardwahl bei den Mountainbikes. Positiv ist, dass sich Radfahrer mit diesen Ventilen kaum Sorgen um eine Luftpumpe machen müssen, denn das Rad kann an jeder Tankstelle aufgepumpt werden.

Da die Felgenbohrung je nach Ventil abweicht, müssen Radfahrer den Schlauch mit dem passenden Ventil auswählen. Ansonsten würde das Ventil gar nicht durch die Felge passen oder bei zu viel Spielraum nicht richtig in der Bohrung sitzen.

Beim Kauf von Fahrradschläuchen sind neben Gewicht und Materialstärke zunächst drei Kriterien ausschlaggebend:

  • Laufradgröße / Durchmesser der Räder: diese Werte werden in Zoll angegeben. Gängige Werte bei Mountainbikes sind 29 Zoll (29“), 27,5 Zoll (27,5“) oder 28 Zoll (28“) für Rennräder.
  • Felgenbreite / Reifenbreite: je nach Maulweite (also die innere Breite der Felge) und gewünschter Reifenbreite muss der Schlauch passend dazu gewählt werden.
  • Ventilart: diese muss zur Felgenbohrung passen.

Je nach Einsatzbereich sind die Schläuche auch für einen individuellen Maximaldruck ausgelegt. Hier unterscheiden sich Rennradreifen (die mit sehr hohem Druck gefahren werden) von Cyclocross-Reifen, Downhillreifen, Trekkingreifen oder Straßenreifen für Alltagsfahrräder. Da sich die Schläuche auch stark von den Abmessungen unterscheiden (Faustregel: Rennrad schmal, Trekkingbike mittel, Mountainbike breit), gibt es hierbei zum Glück wenig Verwechslungsgefahr. Die Maße der Fahrradschläuche sind außerdem sowohl auf der Verpackung, als auch auf den Schläuchen selbst, angegeben. Manche Schläuche werden sogar so angefertigt, dass sie für mehrere Felgendurchmesser ideal passen. Auch hier gilt, dass die entsprechenden Maße auf der Verpackung verzeichnet sind. Hochwertige Fahrradschläuche von namhaften Herstellern, wie Schwalbe, Continental oder Michelin überzeugen durch ihre hohen Qualitätsstandards und die damit verbundene Zuverlässigkeit. Bei diesen Herstellern wird jeder einzelne Schlauch auf absolute Luftdichtigkeit getestet, bevor er ausgeliefert wird.

Vor allem bei Mountainbike-Reifen gibt es seit einigen Jahren auch gut funktionierende Tubeless-Systeme. Tubeless bedeutet, dass die Hersteller komplett auf den Fahrradschlauch verzichten. Anstatt des Fahrradschlauchs, wird die Luft einfach zwischen Mantel und Felge eingeschlossen. Das schlauchlose System erfordert zwar einen höheren Montageaufwand und ist mit höheren Kosten verbunden; dafür sind Tubeless Reifen aber auch weniger anfällig für Pannen und bieten ein sehr gutes Fahrgefühl. Während die schlauchlosen Reifen schon seit geraumer Zeit bei Mountainbikern in Frankreich verbreitet sind, tendieren die Radfahrer im deutschsprachigen Raum nach wie vor zum guten alten Fahrradschlauch. Gründe dafür könnten die einfache Montage und die hohe Zuverlässigkeit sein.

Je nach Fahrrad und Einsatzbereich kommen unterschiedliche Felgen, unterschiedlicher Reifen und natürlich auch unterschiedliche Fahrradschläuche zum Einsatz. Deshalb haben wir hier eine kompakte Übersicht der verschiedenen Schläuche zusammengestellt:

Fahrradschläuche für Rennräder

Für Rennräder werden meist 28“ Schläuche verwendet. Beim Triathlon verwenden Rennradfahrer auch gerne die kleineren 26“ Schläuche. Da manche Zoll-Angaben sowohl bei den Felgen, als auch bei den Reifen abweichen können, sollten Rennradfahrer lieber vorher ihre Reifengröße exakt abmessen.

Der entscheidende Wert ist die Entfernung von Felgenbett zu Felgenbett. Das Messen und eigenständige Umrechnen in Zoll erspart so manche Überraschung beim Schlauch- und Reifenkauf. Die ebenfalls wichtige Maulweite ist in der Regel auf die Felge gedruckt. Da es in Frankreich zu den allgemeinen Abweichungen mit den Zoll-Maßen auch noch eigene Maßen gibt, empfiehlt es sich die Schläuche und Mäntel nach den ETRTO (European Tyre and Rim Technical Organisation) Angaben zu wählen. Diese werden exakt in Millimetern angegeben und machen Vergleich und Auswahl wesentlich komfortabler. Wer mit Hochprofilfelgen unterwegs ist, sollte beim Schlauchkauf zudem auf die Länge des Ventils achten. Bei Schwalbe werden diese Schläuche zum Beispiel aus „Extra Long“ oder „XX Long“ gekennzeichnet.

» Optimalen Luftdruck für Rennradreifen berechnen

Fahrradschläuche für Mountainbikes

Viele Mountainbiker sind mit 26“ Laufrädern unterwegs, aber auch 27,5“ und 29“ sind weit verbreitete Maße. Mit der entsprechenden Maulweite und Reifenbreite bewegen sich die meisten Fahrradschläuche für Mountainbikereifen bei einer Breite zwischen 2,25“ und 2,35“. Die Schläuche bieten in der Regel eine gewisse Toleranz und können mit unterschiedlichen Reifen- und Felgenkombinationen gefahren werden. Beim Einbau eines kleineren Schlauchs in eine sehr große Felge steigt allerdings die Belastung und damit auch die Pannengefahr.

Mountainbikereifen bieten mit zirka 150 g bis 200 g ein ausgewogenes Verhältnis aus Stabilität und Gewicht. Leichtere Schläuche sind zwar erhältlich, werden aber eher für Touren und Cross-County verwendet, da sie durch ihre leichte Bauweise auch anfälliger für Reifenpannen sind. Bei Downhillbikes und Endurobikes kommen dagegen besonders dicke Downhill-Schläuche zum Einsatz. Sie sind zwar extrem stabil, eignen sich mit ihrem hohen Gewicht aber nur bedingt für normale MTB-Touren.

» Optimalen Luftdruck für MTB-Reifen ermitteln

Fahrradschläuche für Trekkingräder und Tourenbikes

Hohe Zuverlässigkeit und ein angenehmes Fahrgefühl sind für Radtouren und Radreisen entscheidend. Die Reifen und Schläuche sind meistens 28“ groß und wiegen nur etwa halb so viel wie MTB-Schläuche. Neben guter Haltbarkeit und Stabilität sorgen hochwertige Trekkingschläuche für einen geringen Rollwiderstand.

Fahrradschläuche für Kinderfahrräder

Je nachdem, ob es sich beim Kinderfahrrad um ein Alltagsrad, ein Mountainbike oder BMX handelt, sind die Schläuche für Kinderfahrräder mal robuster und mal etwas leichter gefertigt. Bei 10“ oder 12“ fangen die Fahrradschläuche für Kinder an und eignen sich meistens gleich für mehrere Laufradgrößen. Die Schläuche für Jugendfahrräder sind bis zu einer Größe von 24“ erhältlich – danach beginnt mit 26“ der Bereich, bei dem Jugend und Erwachsene sich bereits überschneiden.

Fahrradschläuche für E-Bikes und Fatbikes

Bei E-Bikes sind die Belastungen für Schläuche und Reifen durch die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten größer, als bei herkömmlichen Bikes. Die Schläuche müssen daher besonders widerstandsfähig und haltbar sein. Das gilt auch vor allem für E-Bikes, die mit einer Motorunterstützung bis 50 km/h zugelassen sind. Beim Fatbike sind nicht nur die Felgen und Reifen überdimensioniert, sondern auch die Fahrradschläuche. Bei einer Felgengröße von 26“ gibt es Schläuche zwischen etwa 3,5“ und 4,8“. Natürlich sind Fatbikeschläuche schwerer, als gewöhnliche MTB-Schläuche – dafür passen sie kompromisslos zum gesamten Fatbike-Setup.

Fahrradschlauch wechseln und flicken

Die Reparatur von Fahrradschläuchen ist einfach und kann mit wenig Aufwand von jedem Radfahrer durchgeführt werden. Durch dieses einfache Handling ist die pro-Schlauch-Variante nach wie vor am weitesten verbreitet. Radfahrer benötigen für das Wechseln des Schlauches nur ein Reparaturset mit entsprechendem Flickzeug und ein paar Reifenheber, um den Reifen schonend von der Felge zu entfernen. Viele Reifenflicken sind selbstklebend und werden, wie ein Aufkleber, über die beschädigte Stelle geklebt. Danach ist der Fahrradschlauch in kürzester Zeit wieder einsatzbereit und kann eingebaut und aufgepumpt werden. Kleine Löcher im Schlauch lassen sich so bestens reparieren. Erst bei längeren Schnitten und Beschädigungen am Ventil hilft oft nur ein neuer Fahrradschlauch.

Fazit

Die kleine Übersicht zeigt, bei Ventil und Schlauch gibt es einiges zu beachten. Wichtig ist, dass beide Komponenten passen und das nicht nur bezogen auf ihre Größe, sondern auch auf den Einsatzbereich des Fahrrads. Habt ihr Erfahrungen mit Fahrradschläuchen, oder noch offene Fragen? – Dann lasst uns diese gerne in den Kommentaren da!

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