Ausrüstung

Kaufberatung: Welches Tarp oder Planenzelt ist für Dich das richtige?

10. Juni 2015

Kategorie

Sportart

Gewusst wie: Richtig aufgebaut bietet ein Tarp zuverlässigen Schutz. Foto: Hilleberg

Gewusst wie: Richtig aufgebaut bietet ein Tarp zuverlässigen Schutz. Foto: Hilleberg

Das Tarp ist ein echter Alleskönner im Outdoor Alltag. Kaum ein Teil ist so vielseitig einsetzbar und so unkompliziert in der Handhabung. Im Grunde ist ein Tarp nichts anderes als eine Plane, die mit Ösen oder Befestigungsschlaufen versehen ist und die mittels Stangen und Schnüren entweder aufgestellt oder aufgehängt wird, um sich so vor Wind und Wetter zu schützen. Das in der Regel niedrige Gewicht prädestiniert es zudem als Zeltersatz, vor allem in warmen Regionen.

MacGyvers Liebling

Ein Tarp kann die unterschiedlichsten Formen besitzen: Die klassische Version ist rechteckig, einige sind fünfeckig und wieder andere wie ein Parallelogramm geformt. Um ein Tarp aufzubauen braucht es ein wenig Geschick und Übung, dann aber ist es kinderleicht. Die einfachste Form des Aufbaus ist das Abspannen mit Leinen zwischen verschiedenen Befestigungspunkten (wie zum Beispiel Bäumen), die einem die Natur so bietet. So erhält man im Handumdrehen ein praktisches Dach, das vor Sonne oder Regen schützt. Beim Aufspannen sollte man darauf achten, dass nicht alle Seiten auf der gleichen Höhe befestigt sind. So verhindert man, dass sich bei Regen das Wasser auf dem Tarp sammeln und anstauen kann.

Oftmals nutzen Gruppen ein Tarp als zentralen Treffpunkt in ihrem Lager. Gerade wenn man in einer Gruppe mit mehreren Zelten unterwegs ist, kann ein Tarp enorm praktisch sein. Man kann es zwischen den Zelten aufspannen und erhält so zusätzlichen Platz, um gemeinsam und geschützt Zeit miteinander zu verbringen. Besonders an verregneten Tagen kann es für bessere Laune sorgen, wenn man zusätzlichen und überdachten Freiraum hat.

Mehr als nur ein Zeltersatz

Aufstellstangen erleichtern den Aufbau. Im Zweifel reichen aber auch einfache Äste. Foto: Hilleberg

Aufstellstangen erleichtern den Aufbau. Im Zweifel reichen aber auch einfache Äste. Foto: Hilleberg

Man kann ein Tarp auch als leichten Wetterschutz zum Übernachten nutzen. Hierzu nimmt man zum Beispiel seine Trekkingstöcke oder mitgeführte Aufstellstangen und baut es wie ein Firstzelt auf. Auch gefundene Äste oder Ähnliches kann man nutzen, der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Allerdings empfiehlt es sich dann, noch eine Art Unterlage für die Isomatte mitzunehmen, um Feuchtigkeit und Schmutz von unten abzuweisen.

Da ein Tarp zumeist nicht so windstabil ist, sollte man es bei starkem Wind immer relativ flach aufbauen. Auch sollte die windzugewandte Seite bis auf den Boden reichen, so kann der Wind nicht so leicht unter das Zelt greifen.

Eine weitere einfache Möglichkeit, ein Tarp zum Übernachten zu benutzen, ist der Aufbau als Schrägdach. Man nimmt dazu einfach zwei Trekkingstöcke, Äste oder ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Seil zur Hilfe. Dadurch erhält man auf der einen Seite einen optimalen Wetterschutz, allerdings ist die andere Seite dann komplett offen. Oftmals nutzt man diese Art des Aufbaus, wenn man das Tarp an einer Feuerstelle aufbaut. So hat man einen direkten Zugang zum Feuer, ist aber dennoch von der abgewandten Seite optimal geschützt. Ist das Wetter eher schlecht und Regen im Anmarsch, dann sollte man direkt beim Aufbau eine Ablaufrinne bauen, damit das herabfließende Wasser nicht unter das Tarp fließen kann. Wie der Aufbau funktioniert, ist hier im Video sehr anschaulich dargestellt.

Das Tarp eignet sich also perfekt für Touren aller Art. Aber insbesondere Wanderer, die möglichst leicht und flexibel unterwegs sein wollen, haben das Tarp schon lange für sich entdeckt und teilweise weiterentwickelt. Tarps sind sehr vielseitig und oftmals viel leichter als ein Zelt mit vergleichbarem Raumangebot. Auch Leute, die ansonsten im Sommer gerne einfach unter freiem Himmel schlafen, haben oft ein Tarp dabei, falls das Wetter doch einmal schlechter werden sollte. Darüber hinaus spricht für ein Tarp, dass es in der Regel relativ günstig in der Anschaffung ist und sich eben für verschiedenste Einsätze eignet.

Auf was sollte man beim Kauf achten?

Die Planen werden aufwendig auf ihre Reißfestigkeit getestet. Foto: Hilleberg

Die Planen werden aufwendig auf ihre Reißfestigkeit getestet. Foto: Hilleberg

Um sich vor lästigen Plagegeistern wie Insekten zu schützen, lässt sich das Tarp unterwegs auch prima mit einem leichten Moskitonetz und auch sehr gut mit einer bequemen Hängematte kombinieren. Beim Kauf sollte man vor allem darauf achten, dass das Tarp über viele solide Abspannpunkte verfügt. Die verwendeten Ösen sollten stabil und langlebig sein, damit sie auch bei längerem Gebrauch nicht ausreißen. Als praktisch haben sich fest mit dem Tarp vernähte Packsäcke erwiesen, die unterwegs nicht verloren gehen können. Stabile Leinen sollten gleichermaßen mit dabei sein, ebenso einfach zu bedienende Leinenspanner. Bei hochwertigen Tarps sind diese Features und dieses Zubehör in der Regel bereits mit im Lieferumfang enthalten. Hilfreich können zum Aufstellen und Befestigen auch einige kleine Karabiner und Heringe sein.

Als Material bietet sich bei leichten Tarps vor allem Ripstop Nylon geradezu an. Spielt das Gewicht eine untergeordnete Rolle, kann auch ein stabiles Baumwollmischgewebe sinnvoll sein, gerade wenn man das Tarp in der Nähe von offenem Feuer oder im Sommer verwenden möchte. Denn wenn es sehr warm ist, staut sich die Wärme nicht so sehr auf. Das Klima unter einem Tarp aus Baumwollmischgewebe ist dann viel angenehmer. Ein Tarp gehört dank seiner Vielseitigkeit beinahe zur Grundausstattung für alle, die gerne und oft draußen unterwegs sind.

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Ronald ist hier unser Fachmann in Sachen Tarp- und Planzelte. Du erreichst ihn unter der Woche täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar