Wetterschutz. Foto: Arc'teryx

Kaufberatung Softshelljacken – Der atmungsaktive Wetterschutz

2. Juli 2015

Softshelljacken, Mountain Hardwear

Wir erklären Dir, was Softshell ist und worauf Du beim Kauf achten solltest

Softshells werden in der Outdoorbranche gerne als eine Art eierlegende Wollmilchsau angepriesen: Stark wasserabweisend (zum Teil sogar wasserdicht), winddicht, hoch atmungsaktiv, sehr beweglich und oft sehr leicht sind sie die perfekten Begleiter für nahezu jede Gelegenheit. Aber können Softshelljacken wirklich alles? Wo liegen die Unterschiede und worauf muss man beim Kauf achten?

Wir haben alle wichtigen Fakten gesammelt und geben Euch einen Leitfaden zum Softshell-Kauf!

 

 

Was ist eigentlich ein Softshell?

Tja, wenn das so leicht zu beantworten wäre… Das Angebot an Softshells ist mindestens so groß wie ihr Einsatzbereich. Während manche Jacken schon fast an eine „Hardshell-Schwester“ erinnern, verwechselt man andere wohl eher mit einem klassischen Pullover. Softshells bilden das Mittelstück zwischen Fleecepullover und Hardshell. Sie sind im Gegensatz zu Fleecepullover wind- und wetterfester, aber nicht gänzlich wasserdicht und im Vergleich zu Hardshell besitzen sie stärkere atmungsaktive und elastische Eigenschaften.

Herstellung

Montura - Fly Jacket

Montura – Fly Jacket aus GoreTex Windstopper Material

Die meisten Softshells sind winddicht. Das wird durch zwei verschiedene Herstellungsmethoden erreicht. Es gibt Jacken mit Membran, wie zum Beispiel die Montura Fly Jacket mit Gore Windstopper. Und es gibt Jacken, die aufgrund ihres dichten Gewebes winddicht sind, so zu sehen bei der Tatonka Dorum Jacket. Einen Überblick über die verschiedenen Membranen haben wir hier schon einmal für Dich zusammengestellt. Ob Membran oder Webart, winddicht sind sie beide. Der Vorteil einer Membran liegt sicherlich darin, dass sie größtenteils auch Regen abhält, während die Fasern einer speziell gewebten Jacke diesem meist nicht viel entgegensetzen können. Der Nachteil einer Membran ist allerdings, dass sie nicht so viel Wasserdampf durchlässt. Somit geht also wieder Atmungsaktivität „verloren“.

Die Frage, was besser ist, muss sich jeder selbst beantworten. Erwarte ich von meiner Softshelljacke, dass sie mich vor Wind und mäßigem Regen schützt und trotzdem atmungsaktiv ist, dann ist man mit einer Membran sicher gut beraten. Sucht man nach einer Jacke, die besonders warm und atmungsaktiv ist, den Wind weitestgehend vom Körper fernhält, aber nicht unbedingt im Regen eingesetzt werden sollte, so ist eine Jacke ohne Membran wahrscheinlich die bessere Wahl.

Wer eine Version mit Membran für die bessere hält, sollte sich die folgende Frage stellen:

Warum eigentlich keine Hardshell?

Wie bereits erwähnt gibt es Softshells, die so mancher Hardshell in kaum etwas nachstehen. Sie sind zwar meist nicht zu 100% wasserdicht (haben zum Beispiel selten wasserdichte Nähte und Reißverschlüsse), sie sind dafür aber deutlich atmungsaktiver. Ein weiterer Unterschied ist das verwendete Material, welches deutlich weicher und elastischer ist. Das sorgt einerseits für ein angenehmeres Tragegefühl, andererseits für mehr Bewegungsfreiheit. Hier liegt wohl auch der Grund für den Erfolg der Softshells, gute Performance bei mehr Komfort!

Geht man gerne auf anspruchsvolle Mehrtagestouren, bei denen längere Phasen mit starkem Regen ohne Hoffnung auf Unterschlupf nicht auszuschließen sind, wird man an einer Hardshelljacke nicht vorbei kommen. Für die meisten anderen Anwendungen kann eine Softshelljacke aber eine echte Alternative sein!

Aber woher kommt dieser Tragekomfort eigentlich?

Ähnlich wie Hardshells sind Softshells mehrlagig aufgebaut. Der Oberstoff besteht aus wasserabweisendem, abriebfestem Material, welches Feuchtigkeit gut transportiert, aber nicht aufnimmt. Hier kommen Fasern aus Polyester, Polypropylen oder Polyamid zum Einsatz. Die zweite Lage ist häufig eine Membran, welche wasserdampfdurchlässig ist, aber den Wind abweist. Auf der Innenseite der Jacke sorgt schließlich Fleece oder Velours für ein angenehmes Tragegefühl, Bewegungsfreiheit und Schutz vor Kälte.

Einsatzbereiche

Durch die vielen Möglichkeiten, Materialien zu kombinieren, ergibt sich das breite Spektrum an Softshelljacken und ihren Anwendungen. Um die perfekte Jacke zu finden, sollte man also einen genauen Blick auf die Details werfen! Auch bei Softshells findet man Jacken mit Unterarmreißverschlüssen, helmtauglichen Kapuzen, Kordelzügen und anderen pfiffigen Lösungen. Ob sie für den eigenen Zweck sinnvoll sind, hängt natürlich davon ab, wozu ich mir die Jacke kaufe.

Arc'teryx - Incendo Jacket - Laufjacke

Arc’teryx – Incendo Jacket – Laufjacke

Zum Radfahren, Joggen, Trailrunning und Co. empfiehlt sich eine sehr atmungsaktive Jacke. Wer bei Regen ohnehin lieber zu Hause bleibt, kann eigentlich auch auf eine Membran verzichten. Hier sollten Passform und Belüftungsmöglichkeiten (z.B. Unterarmreißverschlüsse) entscheiden. Auf eine Kapuze kann man dann eigentlich auch verzichten, dafür sollte man im Kopf behalten, dass beim Klettern und Radeln ein verlängerter Rückenbereich sehr angenehm ist. Die Arc’teryx Incendo Jacket ist zum Beispiel eine klassische Laufjacke: keine unnötigen Features, aber leicht und extrem klein verpackbar. Und natürlich bietet sie auf jeder noch so ausgedehnten Runde ausreichenden Wetterschutz!

Maloja - MaruanM. - Softshelljacke

Maloja – MaruanM. – Softshelljacke

Jacken wie die MaruanM. von Maloja haben einen besonderen Materialmix. Die Vorderseite ist winddicht, während die Rückenpartie sehr atmungsaktiv und nicht winddicht ist. Perfekt für alle Biker, Läufer und Tourenskifahrer! Zum Einsatz im alpinen Bereich eignen sich diese Jacken dagegen nicht. Hier kommt es auf Wetterfestigkeit und absoluten Schutz an. Die Gipfelgrat Jacket von Mammut zum Beispiel kommt mit helmtauglicher, verstellbarer Kapuze, Belüftungsreißverschlüssen und einer Membran, die leichten Schauern locker standhält. Dabei ist sie deutlich elastischer als eine klassische Hardshell und somit der optimale Begleiter bei alpinen Klettertouren.

Jacken wie die Vaude Croz Windshell sind eher für den Alltag gedacht. Sie sind absolut winddicht, verfügen über eine Kapuze, die jeden Regenschauer abhält, und haben ein schlichtes, aber schickes Design. Das bedeutet zuverlässigen Schutz vor Wind und Wetter, ohne immer die raschelnde Hardshell mitnehmen zu müssen.

Die Vielfalt unter den Softshelljacken ist sehr groß. Da kann es durchaus schwierig sein, den Überblick zu behalten. Lässt man sich jedoch ein bisschen Zeit und überlegt sich, was genau man möchte – und auch, was genau man mit seinem zukünftigen Lieblingsteil alles machen möchte – ist die Chance dank dieser stets wachsenden Auswahl groß, die perfekte Jacke zu finden!

Wenn Du noch Fragen hast, hilft Dir unser Kundenservice gerne weiter. Hannes ist hier unser Fachmann in Sachen Textil und Bekleidung. Du erreichst ihn unter der Nummer +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail.

Im Bereich Klettern und Outdoor tut sich viel. Neue Produkte werden erfunden, bestehende überarbeitet oder verbessert und auch wir lernen täglich viel dazu. Und natürlich wollen wir unser Wissen an unsere Kunden weitergeben. Daher überarbeiten wir regelmäßig unsere Artikel im Basislager. Wunder Dich also nicht, wenn nach ein paar Monaten ein paar Dinge anders sind. Dieser Artikel wurde zuletzt am 25.02.2016 überarbeitet.

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