Seidenschlafsack vs. Seidenschlafsack

Seidenschlafsäcke vs. Baumwollschlafsäcke – Wo liegt der Unterschied?

23. März 2017

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Wir kennen sie alle, die großen Grabenkämpfe dieser Welt. Batman gegen den Joker, Messi gegen Ronaldo, die Rebellen gegen das Imperium, Godzilla gegen Tokio und das wohl härteste Duell: der Baumwollschlafsack gegen den Seidenschlafsack. Okay, so hart sieht der Konkurrenzkampf unter Hüttenschlafsäcken nicht aus. Aber dennoch, auf den meisten Berghütten sind sie Pflicht und sind fester Gepäckbestandteil, wenn es auf Bergtour geht. Auch als Innenschlafsack, Sommerschlafsack oder als Schlafmöglichkeit für den Wochenendbesuch machen sie einen prima Job. Doch was macht den Unterschied zwischen den beiden Hüttenschlafsack-Gegenspielern aus? Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Oder ist es letzten Endes einfach eine reine Geschmackssache?

Gemütlich, weich, strapazierfähig, fast wie daheim – der Baumwollschlafsack

Seidenschlafsack vs. Seidenschlafsack

Im Schlafsack sorgt ein Inlay für noch mehr Komfort und Wärme.

Starten wir ohne Umschweife mit den Baumwollschlafsäcken. Ein Baumwollgewebe ist strapazierfähig, zeigt sich in der Pflege angenehm unkompliziert und fühlt sich gut auf der Haut an. Ein Hüttenschlafsack aus Baumwolle kann genau in diesen Punkten überzeugen. Wer ein Schlafgefühl wie im heimischen Bettzeug sucht ist hier an der richtigen Adresse. Gleichzeitig ist das Gewebe schön belastbar. Wenn ihr nicht gerade mit angelegten Steigeisen schlaft oder den Schlafsack nahe einer Mottenzucht lagert, ist der Baumwollkamerad fast nicht kaputtzukriegen.

Gewaschen wird der Baumwollschlafsack in der Maschine. Achtet darauf, dass das nicht zu heiß geschieht und ihr kein aggressives Waschmittel verwendet. Sogar euren Lieblingsweichspüler könnt ihr mit in die Wäsche geben. Ein weiterer nicht zu verachtender Faktor ist der Preis. Einen guten Bauwollschlafsack könnt ihr bereits zwischen 15-30€ bekommen, was bei schmalen Geldbeuteln sicherlich gut ankommt.

Auf funktioneller Ebene haben Baumwollschlafsäcke auch was zu bieten. Das Baumwollgewebe ist auf natürliche Art und Weise atmungsaktiv und schafft ein angenehmes Schlafklima. Zugleich hält das Material angenehm warm. Gerade wenn ihr den Baumwollschlafsack als Inlett verwendet ist – je nach Webverfahren – ein nicht zu unterschätzender Zugewinn der Isolationsleistung möglich.

Etwas schwer ist er ja schon – die Nachteile vom Baumwollschlafsack

Seidenschlafsack vs. Seidenschlafsack

Das Baumwollinlet von Alvivo wiegt in der größeren Variante schon knapp 400 g.

Aber – wie so oft – ist nicht alles Gold was glänzt. Ein Baumwollschlafsack ist vergleichsweise schwer. Mit einem Gewicht, das in der Regel zwischen 300 und 500 Gramm liegt, ist er gerade auf Touren bei denen es auf jedes Grämmchen ankommt eine zusätzliche Belastung. In Sachen Platzbedarf sind Baumwollschlafsäcke auch nicht gerade die sparsamsten. Also in etwa so, als würdet ihr euren Bettbezug in den Rucksack packen. Ein weiteres Manko: der Baumwoll-Hüttenschlafsack trocknet nicht besonders schnell. Wenn er unterwegs gereinigt werden muss oder durch Schweiß oder andere Flüssigkeiten Nässe abbekommen hat, braucht es eine ganze Weile bis ihr ihn wieder einsetzen könnt.

Temperaturregulierend, leicht, seidiger Schlafkomfort – der Seidenschlafsack

Kommen wir als nächstes zur Seide. Was im ersten Moment nach purem Luxus klingt, ist in Wahrheit ein Material, das sich hervorragend für Hüttenschlafsäcke eignet. Genauso wie die Baumwolle, ist die Seide zu 100% ein natürlicher Rohstoff, kommt aber mit ein paar Assen im Ärmel ins Spiel. Seidenschlafsäcke sind aus extrem feinen Fasern gefertigt, was für ein softes Hautgefühl sorgt – die perfekte Möglichkeit, um sich richtig schön einzukuscheln.

Bei Gewicht und Packmaß kann der Hüttenschlafsack aus Seide ebenfalls vorlegen. Besonders im Vergleich mit einem gängigen Baumwollschlafsack bringt sein seidener Kollege verschwindend wenig auf die Waage. Je nach Modell könnt ihr hier bis zu einem Viertel des Gewichts einsparen. Kompakt verschnürt und im Packbeutel verpackt nimmt der Seidenschlafsack ebenfalls angenehm wenig Rucksackplatz in Anspruch. Wenn ihr jetzt denkt, solch ein dünner und leichter Stoff taugt nichts für den rauen Outdooreinsatz, liegt ihr meilenweit daneben. Seidenfasern halten trotz ihrer feinen Struktur gehörig was aus und sind bei weitem nicht aus Zucker!

Ein weiterer Pluspunkt für den Seidenschlafsack sind seine temperaturregulierenden Eigenschaften. Bei frostig kalten Temperaturen überzeugt das Seidengewebe mit einer sehr guten Isolationsleistung. In heißen, schwülen Nächten wirkt der Stoff kühlend und schafft ein angenehmes Schlafklima anstatt zum Schwitzkasten zu mutieren. Kommt ihr doch mal ins Schwitzen, kann der Seidenschlafsack bis zu 30% seines eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass ihr euch fühlt, als hättet ihr euch in einen nassen Waschlappen gewickelt. Apropos nass, Seidenschlafsäcke trocknen schnell und sind ruckizucki wieder bereit für den nächsten Einsatz.

Kein Licht ohne Schatten – die Nachteile der Seidenschlafsäcke

Seidenschlafsack vs. Seidenschlafsack

Das Seideninlett von BasicNature bringt es auf 190 g. Knittert aber gerne.

Trotz aller Lobpreisung der Seidenschlafsäcke gibt’s auch hier einige Nachteile zu vermelden. Als erstes wäre der relativ hohe Anschaffungspreis anzuführen. Seide ist ein preisintensives Ausgangsmaterial, was sich naturgemäß zuallererst im Geldbeutel bemerkbar macht. Hochwertige Seidenschlafsäcke kosten zum Teil das drei- bis vierfache ihrer Baumwollkollegen. Nächster Malus: die Pflege. Eine Seidenfaser besteht zu einem großen Teil aus Eiweiß, dem die gängigen Waschmittel auf alkalischer Basis nicht sonderlich gut bekommen.

Sprich, ein normales Waschmittel schadet der Seidenfaser. Ebenso bekommt die Waschmaschine dem Seidenschlafsack eher schlecht als recht. Wollt ihr euren liebgewonnen, seidenen Hüttenschlafsack reinigen, macht ihr das am besten von Hand und mit einem milden, für Seide geeigneten Waschmittel. Gleichzeitig solltet ihr nicht zu grob mit dem Gewebe umgehen und bei der Handwäsche auf starkes Reiben, Kneten oder Rubbeln verzichten. Mein letzter Minuspunkt ist eher kosmetischer Natur: Seide knittert schnell und diese feinen Falten sind nur durch vorsichtiges Bügeln wieder herauszubekommen. Aber mal ehrlich, wen interessiert schon wie der Schlafsack aussieht?

Und welcher Schlafsack ist der richtige?

Jetzt, da ich beide Schlafsack-Recken mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt habe, kommen wir zum heiß erwarteten Fazit. Welcher Schlafsack ist der bessere? Wer gewinnt die epische Schlacht zwischen der Seiden- und der Baumwollfront? Die klare und einzige Antwort lautet: das kommt auf eure Bedürfnisse an!

Baumwollschlafsäcke punkten klar mit ihrem günstigen Preis, dem unkomplizierten Handling und dem „Wie-im-heimischen-Bett-Gefühl“. Gleichzeitig sind sie recht schwer und nehmen viel Platz im Rucksack ein. Seidenschlafsäcke fühlen sich prima an, sind temperaturregulierend, federleicht und sind kompakt verpackbar. Andererseits sind sie teuer und schwer zu reinigen. Keiner von beiden ist der eierlegende Wollmilch-Schlafsack.

Ist euch ein günstiger Preis wichtig und ihr könnt im Umkehrschluss mit relativ hohem Volumen und Gewicht leben? Dann ist die Baumwollvariante euer Hüttenschlafsack to go. Seid ihr bereit etwas mehr zu investieren, gleichzeitig ein leichtes, superbequemes Funktionalitätskraftpaket zu erhalten? Dann ist Seide euer Ding!
Ganz egal ob ihr euch für Team Baumwolle oder Team Seide entscheidet, beide Schlafsäcke haben ihre Vor- und Nachteile. Ihre stärkste Gemeinsamkeit ist, dass ihr in beiden bestens gebettet einschlummern könnt. Dann gute Nacht!

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