Rennradschuhe: Höchste Effizienz

13. Juni 2018

Kategorie

Sportart

Rennradschuhe sind im Grunde eher ein Teil des Rennrades, als ein Teil der Fahrradbekleidung. Durch festen Sitz und hochsteife Sohlenkonstruktionen gewährleisten Rennradschuhe perfekte Kraftübertragung, maximale Effizienz und eine hervorragende Performance beim Rennradfahren. Dabei muss der teuerste Rennradschuh nicht unbedingt der allerbeste sein, sowie nicht jeder Freizeit-Rennradler auf extrem steife Carbonsohlen und minimales Gewicht der Radschuhe angewiesen ist. Neben individuell passenden Leistungsmerkmalen, ist vor allem die ideale Passform entscheidend, die bei jedem Fuß ein klein wenig anders ausfällt. Nur mit der Wahl der richtigen Schuhe ist eine effiziente Kraftübertragung auf Dauer überhaupt möglich. Zu kleine, zu große oder zu schmale Radschuhe führen leider eher zu Schmerzen, die sich von den Füßen, über die Knie, bis in den Rücken ausbreiten können. Damit es allerdings gar nicht soweit kommt, haben wir euch ein paar Tipps für die Auswahl der richtigen Rennradschuhe zusammengestellt:

Rennradschuhe mit der richtigen Passform kaufen

Ein Rennradfahrer fährt einen Hang hinunter.

Speed, Leistung, Performance – all das soll der perfekte Rennradschuh bieten können.

Damit die Schuhe beim Rennradfahren weder drücken, rutschen oder zu tauben Zehen führen, müssen die Radschuhe von allen Seiten sehr gut passen. Das bedeutet, die Zehenbox muss genügend Platz für die Zehen bieten, der Schuh darf weder zu schmal, noch zu breit ausfallen und die Ferse muss perfekt im  Schuh sitzen – ohne schmerzhaft zu drücken und vor allem ohne im Schuh nach oben zu rutschen. Zudem spielen für eine komfortable Passform auch die Zungenkonstruktion und das Verschlusssystem eine wichtige Rolle.

Ganz entscheidend für die Passgenauigkeit und Performance ist auch die Form und Wölbung der Sohle. Bei der Anprobe sollten sich gute Rennradschuhe, wenn der Verschluss noch geöffnet ist, schon passend und fest sitzend anfühlen. Das Verschlusssystem kann eine gute Passform immer nur unterstützen – nicht aber ersetzen. Wenn die Form der Schuhe also nicht zur Form der Füße passt, hilft es auch nicht die Klettverschlüsse so stark anzuziehen, dass die Füße kaum noch durchblutet werden.

Gute und passende Rennradschuhe sind trotz ihrer geringen Dämpfung und ihrer direkten Kraftübertragung nicht automatisch unkomfortabel. Ambitionierte Rennradfahrer und wettkampforientierte Profis sind mit sehr steifen Modellen auf dem Rennrad unterwegs. Trotzdem können ihre Radschuhe deutlich bequemer sein, als vermeintlich weichere und komfortablere Rennradschuhe für Freizeit-Rennradler.

Sohlenkonstruktionen für Rennradschuhe

Ein Close-up von einer Carbon-Sohle.

Sohlen aus Carbon.

Sohlen von Rennradschuhen sind aus Nylon- oder Carbonlaminaten gefertigt und extrem steif. Im Bereich der Ballen sind sie mit einem Lochsystem für die Montage der passenden Pedalplatten versehen. Bei der Wahl der Radschuhe müssen Rennradfahrer darauf achten, dass die Cleats sich in der optimalen Position befestigen lassen (die gedachte Linie dafür ist etwa in der Mitte der Fußballen). Wählt man die Rennradschuhe zum Beispiel zu groß, könnte es passieren, dass die Pedalplatten nicht an der richtigen Stelle sitzen. Für Kraftübertragung und Fahrgefühl wäre das mit Sicherheit kein Vorteil. Die Radschuhe sollten beim Rennradfahren so gewölbt sein, dass die Ferse im Vergleich zum Vorderfuß leicht erhöht ist. So können die Kräfte beim Beschleunigen perfekt auf die Pedale übertragen werden.

Look, SPD und SPD-SL Pedalsysteme

Rennräder sind mit Klickpedalen ausgestattet, in deren Oberfläche die Schuhplatten der Rennradschuhe einrasten. Durch seitliches Drehen der Ferse nach außen wird die Verbindung zwischen Schuh und Pedal wieder gelöst. Die am weitesten verbreiteten Pedalsysteme stammen von Shimano (SPD und SPD-SL) und Look. Ihre Pedalplatten sind ähnlich aufgebaut, nur ist die Platte von Look etwas größer. Spezielle Pedalsysteme werden auch von Time, Speedplay und weiteren Herstellern angeboten – aufgrund der weiten Verbreitung von Look und Shimano, liegt unser Fokus auf Rennradschuhen, die mit diesen beiden Systemen harmonieren.

In der Regel verfügen Rennradschuhe über drei Bohrlöcher in der Sohle, die dem Look oder SPD-SL System entsprechen. Beim SPD System, das vor allem auch bei Mountainbikes verwendet wird, sind es dagegen zwei Bohrlöcher. Für abweichende Systeme lassen sich in der Regel Adapterplatten zwischen Schuh und Cleat montieren.

Verschiedene Cleats und optimale Einstellungen

Die Cleats müssen selbstverständlich zum Pedalsystem passen oder mit den entsprechenden Pedalplattenadaptern angepasst werden. Dabei gibt es die passenden Cleats auch noch in unterschiedlichen Ausführungen, die die seitliche Bewegungsfreiheit festlegen. Look und Shimano haben beispielsweise drei verschiedene Platten im Sortiment, die zur einfacheren Unterscheidung farblich codiert sind.

Die Auswahl der Cleats und die perfekten Einstellungen sind sehr individuell. Rennradfahrer sammeln in dieser Hinsicht ihre eigenen Erfahrungen, um die Feineinstellungen der Cleats perfekt anzupassen. Dass dabei jeder Fuß seinen eigenen Einstellwinkel benötigt, ist bei Rennradfahrern keine Seltenheit.

Leicht einstellbare Verschlusssysteme

Ein Close-up von einem Klettverschluss eines Pearl Izumi Radschuhs.

Vielleicht ein Radschuh mit Kletterschluss?

Bei Rennradschuhen kommen verschiedene Verschlusssysteme zum Einsatz. Klassische Schnürungen finden Radfahrer dabei immer seltener, denn die Schnürsenkel könnten abreißen, sich verhaken oder unbemerkt lösen. Stattdessen setzen Hersteller von Rennradschuhen, wie Giro, Shimano oder Mavic auf Klett-, Ratschen- und Drehverschluss. Radfahrer finden dabei bei vielen Rennradschuhen eine Kombination von mindestens zwei Systemen.

Ob Klettverschluss mit abschließendem Ratschenverschluss, Boa-Drehverschluss mit zusätzlichem Klettverschluss, oder Schnürung mit überlappendem Klettverschluss – alle denkbaren Variationen sind für Rennradfahrer erhältlich. Auch doppelte Boa-Drehverschlüsse werden in manchen Rennradschuhen eingesetzt und garantieren so bestmögliche Anpassbarkeit beim Radfahren.

Die meisten modernen Verschlusssystem lassen sich während der Fahrt nachjustieren. Die klassische Schnürung erlaubt das natürlich nicht, da immer beide Hände zum Schließen benötigt werden. Drehverschlüssen, Ratschen und Klettverschlüsse können dagegen intuitiv mit einer Hand justiert werden, ohne die Augen von der Straße zu nehmen.

Bei der Wahl des besten Verschlusssystems gibt es keine objektiv „richtige“ Empfehlung, denn Radschuh, Verschluss und Fuß müssen einfach gut zusammenpassen. Deshalb schwören die einen Rennradfahrer auf ihre Klettverschlüsse mit Ratschen und andere möchten ihre praktischen Drehverschlüsse niemals missen.

Ventilation und Wetterschutz

Eine Momentaufnahme von Radfahrern.

Schnell, schneller – aber am schnellsten mit dem richtigen Radschuh.

Viele Rennradschuhe aus Kunstleder und Leder sind mit Einsätzen aus Mesh-Gewebe ausgestattet. Die Ventilationsöffnungen befinden sich in der Regel an den Zehen, an den Seiten und am Spann. Andere Hersteller bevorzugen statt den Mesh-Einsätzen kleine Öffnungen und Perforationen. Durch diese Öffnungen und Perforationen kann der kühle Fahrtwind eintreten und im Gegenzug überschüssige Hitze und Feuchtigkeit abtransportiert werden.

Je nach Radschuh können Atmungsaktivität und Ventilation sehr unterschiedlich ausfallen. Rennradfahrer, die oft bei großer Hitze unterwegs sind, sollten auf eine ausreichende Anzahl und Größe der Belüftungsöffnungen achten. In der Übergangszeit sind Modelle mit weniger Luftzufuhr geeigneter, da sie die Füße in dieser Jahreszeit vor Fahrtwind und Kälte schützen. Im Winter helfen bei den eisigen Temperaturen oft nur noch spezielle Rennradschuhe. Diese sind isoliert und schützen, mit einer wärmenden Manschette, oft auch den Knöchel.

Die meisten Rennradschuhe sind nicht wasserfest. Bei kräftigem Regen sind sie daher durch das Spritzwasser auf der Straße relativ schnell durchnässt. Einige Modelle sind deshalb mit wasserdichten und atmungsaktiven Membranen, wie Gore-Tex, ausgerüstet. Bei Regen sorgen diese Rennradschuhe zwar zuverlässig für trockene Füße, bei Wärme oder Hitze sind sie allerdings eher schlecht belüftet. Daher sind Gore-Tex Rennradschuhe eher Spezialisten vorbehalten.

Weit verbreitet sind dagegen wasserdichte Überschuhe, die den Schuh wie eine Gamasche umschließen. Auf diese Weise bleiben sowohl Fuß, als auch Rennradschuh angenehm trocken. Die Sohlenpartie ist bei den Überschuhen ausgespart, so dass der Kompatibilität mit den Klickpedalen nichts im Wege steht. Rennradüberschuhe begeistern durch ihre hohe Flexibilität und ihr geringes Gewicht. Mit isolierten Modellen sind Rennradfahrer auch im Winter bestens vor Nässe und Kälte geschützt.

Speed, Leistung, Performance – all dies hängt beim Rennradfahren nicht nur vom Rad selber, sondern auch von den Schuhen ab! Wir hoffen mit dieser Kaufberatung verläuft eure nächste Suche nach dem perfekten Rennradschuh einfacher und erfolgreich!

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.

Bitte beachte, dass wir Cookies verwenden, um die Nutzung dieser Website zu verbessern. Wenn Du auf der Seite weitersurfst, stimmst Du der Cookie-Nutzung zu.