Mit Sonnenstrom auf Tour – Mobile Solarpanels

28. Juni 2018

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Ob Notebook zur Tourenvorbereitung, Navigations App auf dem Smartphone, Fotoapparat oder GPS-Gerät – sie alle haben eine Sache gemeinsam: ohne Strom taugen sie nicht viel mehr, als ein Briefbeschwerer. Trotz immer leistungsfähigerer Akkus müssen die meisten der Geräte, auf die wir bei unseren Touren im Gelände nur ungern verzichten, nach einigen Stunden oder Tagen wieder neu aufgeladen werden.

Mit Solarpanels werden elektronische Geräte wieder mit Saft ausgestattet.

Akku leer und keine Steckdose in Sicht!? – Solarpanels können hier aushelfen.

Je nach Reisegebiet gestaltet sich die Suche nach einer Steckdose von schwierig bis hin zu schlichtweg unmöglich. Sei es mitten im Fjell Norwegens, in der mongolischen Steppe oder auf einer Bergtour in den Alpen. Sobald man den eigenen Aktionsradius über feste Campingplätze und bewirtete Hütten ausweitet, wird das Thema der mobilen Stromversorgung eine echte Herausforderung für alle Outdoor-Enthusiasten.

Für Tagestouren und Wochenendrouten reicht der Strom einer Akkuladung oft aus oder lässt sich mit Ersatzakku und Powerbank erweitern. Mit der Powerbank können beispielsweise Geräte mit USB Anschluss (wie Smartphone oder Tablet) prima aufgeladen werden. Ein Notebook damit zu betreiben oder andere Geräte mit einem höheren Strombedarf anzuschließen, ist mit einer Powerbank allerding nicht möglich.

Auch mobile Solaranlagen sind für sehr unterschiedliche Leistungsstufen konzipiert und dementsprechend groß und schwer, beziehungsweise leicht und kompakt. Je nachdem, ob man mit den Solarpanels ein komplettes Basecamp mit Strom versorgen möchte oder nur die Powerbank nachladen muss, um regelmäßig das Smartphone aufzuladen, gibt es die verschiedensten Arten von leistungsfähigen Solarpanels.

Mobile Solaranlagen für Wohnmobile und Camping

Im Gegensatz zu fest verbauten Solarpanelen auf dem Dach, bieten mobile Solarpanels maximale Flexibilität beim Campen abseits von Campingplätzen mit Stromversorgung aus der Steckdose. Wer nicht auf Packmaß und Gewicht achten muss, weil die Panels in erster Linie mit dem Auto von Stellplatz zu Stellplatz transportiert werden, ist mit einem großen, faltbaren Solarmodul oder einem Solarkoffer bestens beraten.

Auch beim Camping ist man auf keine Steckdosen angewiesen, soweit man ein Solarpanel bei sich hat.

Mit einem Solarpanel kann das Camping auch irgendwo ins Nirgendwo verlagert werden.

Die zwei, beziehungsweise drei Solarmodule sind bereits mit Solarregler und Kabelanschluss ausgestattet und können ohne großen Aufwand direkt in Betrieb genommen werden. Da sie nicht fest montiert werden, lassen sie sich immer optimal auf die Sonne ausrichten. Schäden durch Hagel oder Sturm, die bei fest montierten Panelen entstehen können, brauchen Camper mit den mobilen Solaranlagen nicht zu fürchten. Eine Kombination beider Systeme ist natürlich ebenfalls denkbar.

Ein durchschnittlicher Solarkoffer kommt auf eine Ladeleistung von etwa 100 Watt. An einem sonnigen Tag und mit einer optimalen Ausrichtung von 90° zur Sonne erzeugt ein solches mobiles Panel zirka 50Ah. Damit können entweder 12V Blei Batterien im Auto oder spezielle Lithium Akkus geladen werden. Die Geräte werden dann wiederum über die Batterien mit Strom versorgt.

Direktes Anschließen von Stromverbrauchern an die Solarpanels ist eher ungünstig, da es dabei zu Leistungsschwankungen kommt. Mit einer 100Ah Batterie, die unter optimalen Bedingungen voll geladen ist, könnte ein Campingbus oder Wohnmobil mit normalem Stromverbrauch für einige Tage komplett autark versorgt werden. Für schnelleres Laden oder bei ungünstigeren Bedingungen kann der Solarkoffer oder das Solarmodul durch einen zweiten Koffer ergänzt werden.

Je nach Strombedarf durch Anzahl und Art der Geräte, Wetter und Reisegebiet, lässt sich die optimale Größe und Leistung der mobilen Solaranlage individuell auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen. Bei Reisefahrzeugen und Wohnmobilen sind Solarpanele auch oft fest auf dem Dach montiert. So sind sie jederzeit einsatzbereit und müssen nicht extra aufgestellt und angeschlossen werden. Dagegen sind mobile Solarpanele weniger der Witterung ausgesetzt. Sie lassen sich vom Winkel so ausrichten, dass sie so effizient wie möglich arbeiten. Praktisch ist damit, dass während die Panele in praller Sonne Strom erzeugt, das Reisemobil in einiger Entfernung im Schatten geparkt werden kann.

Kompakte Solarpanels für Rucksackreisen und Trekking

Um auf mehrtägigen Wanderungen abseits der Zivilisation genügend Strom für GPS-Gerät und Smartphone zur Verfügung zu haben, sind kompakte Solaranlagen ideal. Die faltbaren Module sind sehr leicht und dazu noch wetterfest in ihrer Außenhülle verbaut. Ausgestattet mit USB und Micro USB Anschlüssen lassen sich die meisten Powerbanks, Smartphone oder Stirnlampen mit USB Anschluss direkt am Panel laden.

Auch auf Reisen kann man dank Strom immer up to date sein.

Das Solarpanel ist zudem praktisch, wenn man auch auf Reisen wissen möchte, wie es bei seiner Lieblingsserie weiter geht…

Die Solarpanele für Rucksackreisende sind oft so konstruiert, dass sie sich beim Wandern am Rucksack befestigen lassen. Die Geräte werden bei ausreichender Sonneneinstrahlung auf diese Weise den ganzen Tag geladen.

Für den Einsatz beim Trekking ist, neben dem geringen Gewicht, eine kompakte und gut geschützte Bauform zu empfehlen. Bei faltbaren Panels (wie zum Beispiel von Goal Zero) sind die Zellen beim Transport im Rucksack sehr gut geschützt. Etwa 500 bis 1000g sollten Traveller für die mobile Stromversorgung als zusätzliches Gewicht einplanen. Die mobilen Panele sind in der Regel gut vor Regen und Schmutz geschützt. Eine wasserdichte oder spritzwassergeschützte Powerbank ist beim Einsatz im Gelände ebenfalls sehr hilfreich, denn ansonsten kann der Akku beim nächsten Regenguss schnell Schaden nehmen. Manche Hersteller von Powerbanks integrieren die gängigen Anschlüsse bereits so in ihre Ladestationen, dass Wanderer und Reisende keine zusätzlichen Kabel benötigen. Somit kann auch kein Kabel vergessen, verlegt oder verloren werden.

Solaranlagen für Expeditionen und extreme Bedingungen

Ein mobiles Solarpanel der Marke Goal Zero.

Ein Solarpanel der Marke Goal Zero. Bei schlechten Wetterbedingungen sorgt dieses sogar dafür, dass der Ladevorgang eines USB-Gerätes nach einer Unterbrechung automatisch wieder gestartet wird.

Mobile Solaranlagen für extreme Einsätze sind im Grunde eine Mischung aus den leistungsstarken Panelen für Reisemobile und Camping, sowie den leichten, strapazierfähigen Modulen für Trekking und Backpacking. Um den Strombedarf eines kleinen Basecamps zu decken, ist bereits ein hoher Aufwand nötig. Die Solarpanele sollten unter sehr heißen und sehr kalten Witterungsbedingungen einwandfrei funktionieren. Für den Fall längerer Schlechtwetterphasen stehen große Powerstations und Powerbanks bereit, die mit ihren leistungsfähigen Akkus den Strombedarf für mehrere Tage gewährleisten.

Wie auch bei Solarkoffern, lassen sich die Panele für Expeditionen falten und dadurch sehr gut transportieren. Im Vergleich zu den Camping-Panels sind sie jedoch dünner, leichter und außerdem robuster. Die aufwändige Bauweise spiegelt sich natürlich auch im Preis wieder, denn die Solaranlagen für Expeditionen sind mit Abstand die teuersten.

Praktische Stative können in unwegsamen Gegenden als Halterung für die Panele aufgebaut werden. So stehen sie sicher, lassen sich optimal auf die Sonne ausrichten und sind besser vor Nässe, Schmutz und Schnee geschützt.

Für Expeditionen ohne großes Basecamp und ohne zusätzliche Versorgung eignen sich die kompakten Panels, die auch auf Trekkingreisen für volle Smartphone-Akkus sorgen. Mit ihrem geringen Gewicht sind sie eine prima Ergänzung im Tourengepäck und versorgen überall die wichtigsten Stromabnehmer – ob in der Portaledge im Yosemite, der Pulka-Tour durch Lapland oder beim Mountainbiken durch West-Nepal.

Fazit

Heutzutage gibt es vermutlich kaum jemanden, der oder die ohne elektronische Geräte Draußen unterwegs ist. Wie der Beitrag euch hoffentlich zeigen konnte, können mobile Solarpanels für das Camping abseits von Stromzugängen, Rucksackreisen, als auch Trekking können mobile Solarpanels eine Investition sein, die sich auszahlt. So oder so, wir wünschen euch eine schöne Outdoor-Erfahrung!

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