Fahrradrucksäcke: Sportlich, komfortabel und funktionell

13. Juni 2018

Kategorie

Sportart

Vom geräumigen MTB-Rucksack für mehrtägige Touren, kompakten und sportlichen Daypacks, bis hin zu reinen Trinkrucksäcken und Backpacks mit integrierten Rückenprotektoren – das vielfältige Angebot an Fahrradrucksäcken streckt sich über alle möglichen und denkbaren Bandbreiten. Dementsprechend groß und teilweise unübersichtlich ist daher auch das Angebot der Rucksäcke. Darüberhinaus passt nicht jeder Radrucksack gleich perfekt zum eigenen Fahrstil und Einsatzbereich.

Bevor sich Radfahrer einfach den nächstbesten Radrucksack kaufen, sollten sie die Auswahl etwas eingrenzen und sie auf ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Mit den folgenden Punkten wollen wir euch Radlern da draußen bei der Auswahl helfen und die verschiedenen Schwerpunkte und Anwendungsbereiche der unterschiedlichen Rucksäcke aufzeigen:

Ein leichter Fahrradrucksack von der Marke Osprey.

Leichtes Gepäck hat der Biker wohl mit diesem Rucksack von der Marke Osprey.

Der Einsatzbereich

Je nach Länge der Touren und Trainingseinheiten wählen Fahrradfahrer ihre Rucksäcke in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen. Bei längeren Touren werden die Rucksäcke tendenziell immer größer und schwerer. Für sportliche Kurzstrecken eignen sich kleinere und leichte Radrucksäcke.

Das Volumen

Radrucksäcke, die eher ein Protektor mit Trinkblase sind, verfügen mit ein oder zwei Liter Volumen oft nur über kleine Taschen für die wichtigsten Accessoires. Daypacks für Tagestouren liegen dagegen mit etwa 10 bis 18 Liter Volumen im Mittelfeld und bieten damit schon deutlich mehr Stauraum. Für mehrtägige Biketouren und Radreisen sind selbst Fahrradrucksäcke mit über 20 Liter Volumen keine Seltenheit.

Der Wetterschutz

Radfahrer, die nur bei Sonnenschein auf Tour gehen, brauchen sich um den Wetterschutz nur wenig Sorgen machen. Allwetter-Radler sind mit wasserfesten Beschichtungen, wasserabweisenden Oberflächenbehandlungen und integrierten Regenhülle bestens beraten. Wer auch bei starkem Dauerregen den Inhalt des Rucksacks unbedingt trocken halten möchte, greift zu wasserdichten Rucksäcken mit Wickelverschluss. – Das sind dieselben Rucksäcke, die auch Radkurriere verwenden. Regenhüllen und wasserfeste Rucksäcke schützen nicht nur bei Regen sehr gut, sondern sind auch bei Dreck, Staub und Schlamm sehr hilfreich.

Die Passform

Ein Fahrradrucksack von der Marke Vaude.

Ein Fahrradrucksack von der Marke Vaude.

Damit der Rucksack weder drückt, noch am Rücken rutscht, ist ein körpernaher Schnitt, ein gut gepolsterter Rücken und ein anpassbares Tragesystem sehr wichtig. Auch auf steilen und holprigen Passagen muss der Rucksack fest am Körper sitzen. Durch eine optimierte Geometrie und Polsterung der Gurte verteilt sich die Last perfekt auf Schultern, Rücken und Hüfte.

Individuelle Einstellmöglichkeiten

In der Regel sind Radrucksäcke mit zwei Schultergurten, einem Hüftgurt und einem Brustgurt ausgestattet. Zusätzlich lässt sich bei vielen Rucksäcken die Rückenlänge anpassen. Bei größeren Rucksäcken helfen seitliche Kompressionsriemen das Gepäck im Rucksack möglichst fest und körpernah zu fixieren. Außerdem dienen sie als praktische Halterung für Softshell– oder Fahrradjacken.

Erweiterungsbereiche und Zusatzfächer

Eine Helmhalterung für den Transport im Alltag ist bei vielen Fahrradrucksäcken bereits in der Frontpartie integriert. Durch umlaufende Reißverschlüsse kann bei manchen Modellen das Volumen erweitert werden. Separate Fächer für Werkzeug, Kleinteile und Trinkblase machen die Organisation der Ausrüstung perfekt. Manche Modelle verfügen zudem über separate Notebook- und Tabletfächer.

Kompatibel für Trinksysteme

Ein eingebautes Trinksystem in einen Rucksack.

Kein Anhalten, sowie Auf- und Absetzen um die Trinkflasche aus dem Rucksack zu kramen – eingebaute Trinksysteme können ziemlich praktisch sein!

Die meisten Fahrradrucksäcke sind für die Nutzung von Trinkblasen vorbereitet. Deshalb verfügen sie über Durchführung und Befestigungsmöglichkeiten für den Trinkschlauch. Er wird am Schulter gurt angebracht und ist auf diese weise jederzeit beim Radfahren erreichbar. Je nach Rucksack sind die Fächer für die Trinkblase unterschiedlich groß. Bei Tourenrucksäcken sollten Trinksysteme mit drei Liter Volumen immer passen.

Belüftete Träger und Rückenpartie

Vor allem leichte Modelle für Trainingseinheiten, mehrstündige Touren und Tagestouren sind oft mit Trägern aus Mesh-Gewebe und gut belüfteten Ventilationskanälen im Rucksackrücken ausgestattet. Da sie mit ihrem geringeren Volumen für weniger Gewicht ausgelegt sind, führt die leichte Bauweise nicht zu Einbußen beim Komfort. Größere Radrucksäcke sind mit ihrer stärkeren Polsterung vergleichsweise weniger gut belüftet.

Das Eigengewicht

Bikeruckäcke mit dünnen Mesh-Trägern und minimaler Polsterung gibt es schon ab einem Gewicht von etwa 300g. Je größer der Rucksack ausfällt und je umfangreicher Polsterung und zusätzliche Ausstattung sind, desto höher steigt das Gewicht der Fahrradrucksäcke. 1500g bis 2000g kann ein solcher Rucksack dabei schon mal wiegen. Die robusten Kuriertaschen und Gepäcktaschen aus Planenmaterial sind sogar noch deutlich schwerer.

Stabilität und Material

Gerade bei leichten Rucksäcken verarbeiten Hersteller (zum Beispiel Vaude, Osprey oder Ergon) leichte und hochfeste Materialien. Oft widerstehen diese Materialien aber mechanischen Abnutzungen nicht in dem gleichem Maße, wie es dickere und robustere Materialen tun würden. Letztere Materialien werden besonders gerne bei Tourenrucksäcken eingesetzt.

Integrierte Protektoren

Ein Fahrradrucksack von der Marke Ergon.

Ein Fahrradrucksack von der Marke Ergon.

Manche Radrucksäcke sind mit Rückenprotektoren ausgestattet, die im Falle eines Aufpralls die Wirbelsäule und den Rücken schützen. Diese Rucksäcke sind teilweise sehr sportlich designt und bieten oftmals kaum mehr zusätzlichen Platz, als für eine 1,5 Liter Trinkblase, Geldbeutel und Schlüsselbund. Andere Protektorrucksäcke für Fahrräder sind dagegen weitaus geräumiger und auch für längere Touren bestens geeignet.

Reflektoren und zusätzlich Features

Damit Radfahrer im Straßenverkehr auch bei Dunkelheit und in der Dämmerung gut zu erkennen sind, statten viele Hersteller ihre Radrucksäcke mit Reflektoren aus. Spezielle Halterungen für Blinklichter, praktische Schlüsselhalter und sogar Reifenheber sind in manchen Rucksäcken bereits integriert.

Ultraleicht-Fan oder Ultraweit-Fahrer?

Um den perfekten Fahrradrucksack zu finden, lohnt es sich, jeden einzelnen Punkt mit dem eigenen Fahrverhalten und den individuellen Bedürfnissen zu vergleichen. Dies sind dabei einige der Fragen, die man sich stellen kann um den individuellen perfekten Fahrradrucksack zu finden:

  • Lege ich mehr Wert auf Komfort und Platzreserven oder will ich jedes überflüssige Gramm einsparen?
  • Packe ich 1L Trinken, 2 Müsliriegel und eine Windjacke in meinen Fahrradrucksack oder müssen auch noch Werkzeug, Ersatzteile, Wechselbekleidung und Fotoapparat mit in mein Gepäck?
  • Fahre ich mehr auf trockener Straße mit meinem Rennrad oder bin ich nach jeder Tour mit meinem Mountainbike von oben bis unten mit Matsch bedeckt?

Viele Rennradfahrer greifen bei der Auswahl der Rucksäcke gerne zu schmalen und leichten Modellen. Neben Trinksystem und leichter Zusatzbekleidung, wie Rennradjacke, Sonnenbrille und Überschuhen versuchen sie überflüssiges Gewicht zu vermeiden.

Mountainbiker, die auf mehrtägigen Touren die Alpen überqueren, sind dagegen mit großen Tourenrucksäcken in den Bergen unterwegs. Neben wetterfester Hardshellbekleidung und Wechselbekleidung, benötigen sie auch noch die wichtigsten Werkzeuge wie zum Beispiel eine kleine Luftpumpe, Flickzeug und ein paar Ersatzteile für Notreparaturen. Ausreichend Flüssigkeit, ein gutes Vesper und ein obligatorisches Erste-Hilfe-Set dürfen dabei natürlich ebenfalls nicht fehlen. Für ausgedehnte Radreisen und Expeditionen mit dem Fahrrad, für die Zelt, Kocher und umfangreiche Ausrüstung benötigt wird, rüsten sich Radfahrer zu ihrem Fahrradrucksack mit Gepäckträgern, Fahrradtaschen und Lenkertaschen aus. Auch Radanhänger kommen als Transporthilfe für lange Radreisen in Frage.

Einer für alles?

Durch die unterschiedlich optimierten Einsatzbereiche der Radrucksäcke, verwenden viele Radfahrer unterschiedliche Modelle im Alltag, beim Training und auf Tour. Einen guten Kompromiss bieten die Tagesrucksäcke mit einem Volumen zwischen 12 Liter und 18 Liter und integriertem guten Wetterschutz. Diese lassen sich sowohl auf kleineren (Tages-)Touren sehr gut einsetzen, als auch beim Training, in der Freizeit und im Alltag. Ambitionierte Radsportler und Tourenfahrer sind mit speziellen Rucksäcken, die optimal auf ihre Fahrweise und ihre Bedürfnisse angepasst sind, besser beraten.

Die richtige Pflege des Fahrradrucksacks.

Dreck, Schweiß und anderer Allerlei – wie sollte der Fahrradrucksack richtig gepflegt werden?

Richtige Pflege für Radrucksäcke

Fahrradrucksäcke benötigen im Vergleich zum Fahrrad kaum Pflege. In regelmäßigen Abständen oder bei sehr starker Verschmutzung kann eine Handwäsche dem Radrucksack zu neuer Blüte verhelfen. Da sich Fahrradrucksäcke in dieser Hinsicht nicht von Outdoorrucksäcken und Wanderrucksäcken unterscheiden, können wir gerne auf unsere detaillierte Rucksackpflege verweisen. Sie enthält alle wichtigen Tipps zur Pflege, Wäsche und Trocknung von Rucksäcken. Nur das Trinksystem mit Trinkblase und Schlauch sollten Radfahrer aus hygienischen Gründen nach jedem Einsatz reinigen.

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