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Kaufberatung Fahrradhelme – Sicherheit für den Kopf

22. Oktober 2015

Sportart

Kaufberatung Fahrradhelme

Auf was ist beim Kauf von Fahrradhelmen zu achten?

In meinen Kindertagen galt das Tragen von Fahrradhelmen unter uns Jungs als uncool. Unbeschwert und vor allem „unbehelmt“  brausten wir mit unseren Rädern über die Feldwege und durch die Wälder meiner oberfränkischen Heimat. Rückblickend empfinde ich die Unbeschwertheit von damals eher als puren Leichtsinn. Und zum Glück hat sich das Bild des Fahrradhelmes in den letzten Jahren gerade unter Outdoorern stark gewandelt. Mittlerweile ist es weithin bekannt, dass ein Fahrradhelm den Träger vor schweren Kopfverletzungen bewahren kann und im Extremfall Leben rettet. Im Straßenverkehr schaut es zwar leider noch etwas anders aus, aber auch hier ist ein Helm eine wichtige Schutzmaßname, auf die nicht verzichtet werden sollte! Besonders nicht aus Stylegründen. Denn mal ehrlich: viele Helme auf dem Markt sehen richtig cool aus. Damit Ihr wisst, welchen Helm Ihr Euch für welche Bikedisziplin am besten zulegt, folgt eine kurze Einführung in die bunte Welt der Fahrradhelmkunde.

Sicherheit geht vor – Allgemeines zum Fahrradhelm

Kaufberatung Fahrradhelme Endura

Das Tragen eines Helmes mindert das Verletzungsrisiko bei Fahrradunfällen erheblich

Klar, ein Helm verhindert keinen Unfall. Aber ein Fahrradhelm dämpft den Aufprall und schützt vor gefährlichen Kopfverletzungen. Und neben den Protektoren ist der Fahrradhelm für den Biker der einzige Schutz, den er hat. Es gibt keinen Gurt, keinen Airbag und keine Knautschzone. Also dürfen bei Qualität und Verarbeitung des Helmes keine Kompromisse eingegangen werden. Aber wie funktioniert ein Helm und wie ist er aufgebaut?

In aller Regel besteht ein Fahrradhelm aus einem Innenteil aus Hartschaum, der mit einer Schale aus Kunststoff überzogen ist. Einige Modelle sind an der Innenseite gepolstert. Der Experte unterscheidet zwischen drei Grundarten: dem Mikroschalenhelm mit einer dünnen Kunststoffschicht, dem Hartschalenhelm mit einer festen und harten Außenschicht und dem Weichschalenhelm. Letzterer besteht nur aus der Hartschaumschale und wird heute nicht mehr verwendet.

Wenn es zum Aufprall kommt, federt der Helm, genauer gesagt seine Hartschaumschicht, die Stoßenergie ab. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei der Knautschzone eines Autos. Die Beschleunigung des Sturzes wird gedämpft und das Risiko schwerer Kopfverletzungen wird gemindert. Ein Hartschalenhelm verteilt die beim Aufprall entstehende Kraft auf die gesamte Fläche des Helmes, was den Sturz nochmal mildert. Die glatte Oberfläche von Mikro- und Hartschalenhelmen ermöglicht beim Sturz ein Abgleiten vom Untergrund. Je nach Exemplar und Helmart gibt es noch zusätzliche Schutzmaßnahmen, die die Sicherheit erhöhen. So viel zu Theorie, nun zur Praxis: dem Helmkauf!

Passform, Größe, Sicherheitsmerkmale und weitere Details

Wie der Fahrradhelm im Allgemeinen aufgebaut ist und wie er schützt ist klar. Doch Helm ist nicht gleich Helm. Zwar müssen die Helme, um in der EU und der Schweiz zugelassen zu werden, eine Prüfnorm bestehen. Doch gibt es beim Kauf wichtige Dinge, auf die Ihr achten müsst, damit der optimale Schutz gewährleistet ist.

Kaufberatung Fahrradhelme, Schutzfunktion, Passform

Die Passform des Fahradhelms ist für die Schutzfunktion entscheidend

An oberster Stelle steht, wie so oft, die Passform. Allerdings sollte dieses Kriterium beim Helmkauf auf keinen Fall unterschätzt werden. Sitzt der Kopfschutz nicht richtig, geht die ganze Schutzfunktion flöten. Der Helm darf nicht wackeln und muss fest sitzen. Bei der Anprobe könnt ihr mit geöffneten Kinnriemen am Helm rütteln. Bleibt er an seinem Platz ist alles in Ordnung, lässt er sich bewegen, passt er nicht. Die Größe ist entweder im Kopfumfang auf dem Helm angegeben oder in den bekannten „S-XL“ Normen. Der Helm muss mittig auf der Stirn sitzen. Also weder zu hoch, noch zu tief. Zwischen dem geschlossenen Kinnriemen und dem Kinn sollten maximal ein- bis anderthalb Zentimeter Freiraum sein. Etwa eine Fingerbreite also.

Außerdem wichtig: die Belüftungsschlitze! Damit bei anstrengenden Touren unter dem Helm keine „Kopfsauna“ entsteht, besitzen die allermeisten Modelle (das ist von der Helmart abhängig, aber dazu später mehr) Öffnungen, über die Frischluft an die Kopfhaut dringen kann. Damit nicht auch Insekten durch besagte Öffnungen eindringen können, sind sie oft mit einem Fliegenschutzgitter ausgestattet. Die Kinnriemen sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Durch sie wird der Helm fest am Kopf fixiert. Das verhindert ein Verrutschen und gibt beim Sturz zusätzliche Sicherheit. Die Riemen müssen fest sitzen und einfach zu öffnen- und zu schließen sein. Ob per Drehrad oder per Klickverschluss, ist Euren Vorlieben überlassen. Modelle mit abnehmbarem Kinnschutz gibt es auch. In Sachen Gewicht ist vor allem darauf zu achten, dass der Helm nicht zu schwer ist. Eine drückende Last auf dem Kopf ist einer entspannten Radtour in den meisten Fällen hinderlich. Eher zweitrangig, aber gerade bei Kinderhelmen nicht zu vernachlässigen ist die Optik. Schließlich soll der Helm getragen werden und nicht wie bei meinem zehnjährigen Ich am Gepäckträger baumeln.

IXS - Trail RS Helmet - Radhelm

Der IXS – Trail RS Helmet ist der perfekte Begleiter für alle, die am liebsten in den Bergen unterwegs sind

Welche Helmunterarten gibt es?

Wie wir wissen gibt es Mikroschalenhelme, Hartschalenhelme und die heute nicht mehr üblichen Weichschalenhelme. Doch hat jede Disziplin des Bikesports seine eigene Helmunterart.

Für den Alltag und den Straßenverkehr empfiehlt sich ein einfacher Cityhelm. Der bietet hervorragenden Schutz. Die Belüftung ist ausreichend und reflektierende Elemente sorgen für maximale Sichtbarkeit im Verkehr. Fürs Mountainbiking eignet sich, wie soll es anders sein, der Mountainbikehelm. Der ist besonders leicht, aber trotzdem extrem robust. Die Lüftung ist in der Regel stark und erlaubt eine hervorragende Luftzirkulation. Zum Schutz vor herumfliegenden Steinchen, Schmutz und allerlei Getier, das nicht ins Gesicht gehört, kommt der Mountainbike Helm oft mit Visier. Rennradhelme bieten maximale Belüftung und sind sehr leicht. Sie sind auf Aerodynamik ausgelegt und erfüllen durch ihre spezielle Bauweise ihre Schutzfunktion hervorragend. Downhill Helme, auch Fullface Helme genannt richten sich in erster Linie an Downhill-Biker. Diese Integralhelme sind an Motorradhelme angelehnt und bieten Kopf, Gesicht und  Kinn maximalen Schutz. An der Innenseite ist diese Helmart meistens gepolstert.

Ganz egal welchen Helm ihr euch zulegen möchtet, wichtig ist vor allem eines. Der Helm muss zwingend für die entsprechende Sportart/Disziplin ausgelegt sein! Ein Rennradhelm bietet KEINEN Schutz beim Downhill Einsatz, der Fullface Helm hat im Straßenverkehr nichts zu suchen und so weiter.

Wann muss der Fahrradhelm gewechselt werden?

Wie alles im Leben ist auch ein Fahrradhelm nicht für die Ewigkeit bestimmt. Sollte der Helm Risse in der Schale oder gar im Schaum aufweisen, muss ein neuer her. Auch feinste Haarrisse können die Sicherheit stark beeinträchtigen. Auch nach einem Sturz muss in jedem Fall ein neuer Helm ins Haus. Generell gilt, auch wenn der Helm von außen vollkommen in Ordnung scheint, kann er beschädigt sein. Da das Helmmaterial mit der Zeit porös werden kann und Schweiß und Sonnenlicht ebenfalls Einfluss auf die Haltbarkeit haben, wechseln Profis ihren Helm alle fünf bis sechs Jahre aus. Bei hochwertigen Fahrradhelmen findet sich neben dem CE-Prüfzeichen ebenfalls ein Herstellungsdatum. So könnt Ihr Euch sicher sein, ob der Kopfschutz zum alten Eisen gehört oder nicht.

In meiner Kindheit bin ich, bis auf die eine oder andere kleine Schürfwunde, dem großen Sturz zum Glück entgangen. Doch fahre ich mit einem hochwertigen Schutz auf dem Kopf um einiges beruhigter durch die Gegend. Und so soll es Euch auch ergehen. Also Helm auf und ab geht’s in die Pedale!

Wie immer könnt Ihr Euch bei Fragen auch gerne an unsere Experten aus dem Kundenservice wenden. Daniel, unser Fachmann für Fahrradhelme, steht Euch unter der Woche täglich von 9.00 – 18.00 Uhr telefonisch unter +49 (0)7121/70 12 0 oder per E-Mail zur Verfügung.

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