Sparflamme adieu: Kaufberatung Brennstoff & Gaskartuschen

17. Mai 2018

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Auf Tour kochen ist nicht nur doppelt schmackhaft, sondern irgendwann auch wirklich notwendig. Nur kalte Küche kann die leeren Energiespeicher auf Dauer nicht wirklich wieder aufladen. Aus diesem Grund haben so gut wie alle Outdoorfreunde einen Kocher dabei, wenn sie länger oder jenseits von überfüllten Hütten unterwegs sind.

Ohne den richtigen Brennstoff kann die erhoffte warme Mahlzeit aber auch schnell mal ausfallen, denn der Heißmacher muss nicht nur zum Kocher passen, sondern auch zur jeweiligen Tour mit ihren Gegebenheiten wie Höhe, Wetter, Temperatur und regionale Lage. Der letzte Faktor kann sogar entscheidend sein, da die Versorgungslage je nach Land und Region ziemlich mau aussehen kann. Und im Flugzeug transportieren darf man das brennbare und explosive Zeug ja aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht …

Eine Person macht sich mit einer Gaskartusche etwas zu essen warm.

Brennstoffe und Gaskartuschen können für jeden Outdoorer einmal notwendig sein.

Zur Auswahl stehen Brennstoffe in den drei Aggregatzuständen gasförmig, flüssig und fest. Wer das normale Outdoor-Sommerprogramm abspult ist vom Nordkap bis Gibraltar normalerweise mit den Gasmischungen aus den handelsüblichen Kartuschen sehr gut bedient. Gleiches gilt für den Alpenraum, selbst wenn es dort auf die schon ordentlich kalten Gipfel geht. Gekocht wird nämlich in der Regel nicht ganz dort oben, sondern in deutlich tieferen, ergo wärmeren Lagen. Das Outdoorkochen mit Gas wird erst ab etwa -15 Grad wirklich problematisch.

Die erste Faustregel lautet: sofern es nicht in irgendeiner Hinsicht extrem oder exotisch zugeht, ist Gas die erste Wahl. Warum das so ist, wird gleich noch deutlich, wenn wir uns die Eigenschaften der verschiedenen Brennstoffe genauer anschauen. Hier sei nur am Rande schon einmal erwähnt, dass Gaskocher oft sehr leicht, klein und preisgünstig zu haben sind. Der Preisvorteil wird allerdings auf Dauer durch die höheren Brennstoffkosten pro Liter bei Gas egalisiert.

Worauf es ankommt: Brennwert und Gewicht

Bei Brennstoffen wird oft ein Zahlenwert von einer bestimmten Energieeinheit pro Kilogramm Gewicht genannt, der die Leistungsfähigkeit verdeutlichen soll. Die Angabe Brennwert oder Heizwert nennt die Wärmemenge, die man mit einem Gramm, Kilogramm oder Liter eines Brennstoffs erzeugen kann. Mit dieser Angabe kann man die Brennstoffe zwar schnell vergleichen, doch mit den genannten Energieeinheiten lässt sich ohne Hintergrundkenntnisse nicht viel anfangen – vor allem auch weil verschiedene verwendet werden und die Standardeinheit sich gelegentlich ändert. So verwendete man früher bevorzugt (Kilo)Watt(Stunden) oder Kilokalorien, während jetzt das Megajoule die Einheit der Wahl ist. In Megajoule ausgedrückt haben die meist verwendeten Brennstoffe folgende Heizwerte:

Propangas: etwa 46,3 Megajoule/kg

Butangas: etwa 45,7 Megajoule/kg

(Die meisten Kartuschen enthalten Mischungen dieser beiden Gase)

Reinbenzin: etwa 43 Megajoule/kg

Petroleum: etwa 43 Megajoule/kg

Spiritus/ Ethanol: etwa 26,8 Megajoule/kg

Gelegentlich trifft man im Outdoorbereich aber auch noch auf Angaben in Kilowattstunden (kWh) pro Kilogramm. Der Umrechnungsfaktor beträgt dann 1 x 3,6 – d.h. 1 kWh entspricht 3,6 Megajoule. In kWh ausgedrückt hat Reinbenzin also einen Brennwert von 12, die Flüssiggasmischungen pendeln sich bei etwa 12,8 ein.

Doch mit all diesen Angaben weiß man immer noch nicht, wie viel Energie das in der Praxis ist. Hier hilft womöglich die folgende Wikipedia-Definition weiter:

„4,18 kJ = erwärmt 1 kg Wasser um 1 K = 1 Kilokalorie“

Damit will uns das Onlinelexikon sagen, dass 4,18 Kilojoule die Energiemenge ist, mit der etwa 1 Liter Wasser um 1 Grad erwärmt wird (die Wissenschaftler mögen es nachsehen, dass ich Kelvin hier einfach mit Celsius und Kilo mit Liter gleichsetze). Und da in einem Megajoule 1000 Kilojoule stecken, kann man grob überschlagen, dass man mit einem Megajoule den Liter Wasser um mehr als 200 Grad erwärmen könnte. Moment, 200 Grad heißes Wasser? Ähm, okay, sagen wir lieber man kann mit einem Megajoule ungefähr 4 Liter Wasser um etwa 50 Grad erwärmen. Wenn man sich jetzt nochmal die eben genannten Brennwerte anschaut, kann man grob hochrechnen, wie viel Wasser man mit den einzelnen Brennstoffen um wie viel Grad heißer bekommt.

Welche Arten gibt es?

Schauen wir uns nun alle gängigen Kocherbrennstoffe an. Sie unterscheiden sich nicht nur nach dem Heizwert, sondern auch nach weiteren Kriterien, die es zu beachten gilt.

Gas

Weil einfach einfach einfach ist“: mit diesem gern verwendeten Werbeslogan könnte man die Vorteile von Gas als Brennstoff ziemlich gut auf den Punkt bringen. Das Gas, welches für Outdoorkocher eingesetzt wird, ist meist eine Mischung aus Butan und Propan und in Form von verschiedenen Kartuschensystemen erhältlich (dazu gleich mehr).

Die Vorteile von Gas sind vor allem die simple Handhabung und die gute Regulierbarkeit. Man muss es im Gegensatz zu vielen Flüssigbrennstoffen weder vorheizen, noch mit einer Brennstoffpumpe Druck in der Kartusche aufbauen. Stattdessen heißt es anschließen, aufdrehen, anzünden, fertig. Außerdem hat Gas, wie wir gerade gesehen haben, den höchsten Energiegehalt pro Gewichtseinheit, d.h. es ist im Vergleich sehr „sparsam“ und „leicht“. Auch in Sachen Sauberkeit steht Gas ganz vorne: es verbrennt nicht nur ohne Ruß- und Geruchsbildung, sondern auch leise. Last but not least brennt es auch bei niedriger Sauerstoffkonzentration in großer Höhe noch sehr gut.

Eine Gaskartusche von der Marke Optimus.

Eine Gaskartusche von der Marke Optimus.

Wo viele Vorteile sind, sind leider auch die Nachteile nie weit. Bei sehr tiefen Temperaturen ist Gas den meisten Flüssigbrennstoffen unterlegen. Bei den Mischungen aus Butan und Propan kommt es hierbei auf das Mischungsverhältnis an: je mehr Butan, desto schlechter funktioniert das Gas bei Kälte. Umgekehrt: je mehr Propan, desto tiefer die Siedetemperatur des Gemischs und ergo besser die Verdunstung und Brennbarkeit bei Kälte. Das Temperaturproblem lässt sich aber auch durchaus ein Stück weit umgehen, indem man die Kartusche unterm Pulli oder Schlafsack vorwärmt.

Als weiterer Nachteil von Gas gilt die nicht überall auf der Welt garantierte Verfügbarkeit. Einerseits kann es in weniger bereisten Ländern außerhalb Europas tatsächlich eng werden, andererseits findet man bisweilen auch in abgelegenen patagonischen Dorfläden passende Kartuschen. Vom Hersteller Campinggaz gibt es eine Übersichtskarte, die zeigt, wo man in Europa Gaskartuschen bekommt – die von Campinggaz, versteht sich ;-).

Alles in allem ist das ein weiterer Grund, sich stets vorab reise- und länderspezifisch zu informieren …

Ist man lange unterwegs, muss man in der Regel mehrere Druckflaschen/Kartuschen mit sich führen, was sowohl das Volumen als auch das Gewicht im Rucksack nach oben treibt. Allerdings sieht es hier bei anderen Brennstoffen auch nicht viel anders aus. Der Unterschied ist: man muss leere Kartuschen „zurück in die Zivilisation“ schleppen. Und natürlich muss das Anschlusssystem der Kartuschen zum Kocher passen, da es hiervon mehrere gibt. Da wären:

  • Schraubkartuschen (mit Ventil): Die etwas teurere, aber dennoch für den „richtigen“ Outdooreinsatz einzig wirklich empfehlenswerte Variante. Dank des Schraubventils können sie in jedem Füllzustand sicher und sauber vom Kocher getrennt werden. Die Gewindeform ist standardisiert und wird von den meisten Herstellern eingehalten. Es soll aber leider gelegentliche Abweichungen mit Kompatibilitätsproblemen geben (mir selbst sind sie noch nie begegnet).
  • Kartuschen mit Bajonettverschluss (mit Ventil): Topf und Brenner können damit fest verbunden werden, der Topf kann so nicht wegrutschen. Ein gutes System, dass es allerdings nur bei wenigen Herstellern wie Campinggaz und Edelrid gibt.
  • Stechkartusche (ohne Ventil): Das billigste und einfachste System. Kocher und Kartuschen können hier nicht mehr getrennt werden, bis die Kartusche leer ist. Die Einstichstelle ist zudem nur selten 100 % dicht, sodass fast immer kleine Mengen an Gas ungenutzt entweichen. Bei längerem Nichtgebrauch kann man dann durchaus verwundert feststellen, dass sich die Kartusche geleert hat. Stechkartuschen sind eher nur für stationäres Camping interessant, sofern das Outdoorkochen möglichst preiswert ausfallen soll und die Funktionalitätsanforderungen sehr gering sind.
Eine Person hält eine Brennstofffalsche von der Marke Primus in der Hand.

Eine Brennstoffflasche von der Marke Primus.

Flüssigbrennstoffe

Anders als beim Gas befüllt man bei Flüssigbrennstoffen wie Benzin, Petroleum und Spiritus die  Brennstoffflasche selbst. Mit ihren recht hohen Brennwerten, der guten Einsetzbarkeit auch bei niedrigen Temperaturen (abgesehen von Spiritus) und der weltweiten Verfügbarkeit, sind Flüssigbrennstoffe sehr vielseitig einsetzbar.

Auf dem Minuskonto steht hier die etwas aufwändigere und anspruchsvollere Handhabung, welche zudem auch vom Zustand der Brennflüssigkeiten (Zusatzstoffe, Verunreinigungen) abhängt. Die stärkere, Rauch-, Geruchs- und Rußbildung bei (unreinen) Flüssigbrennstoffen schafft einen gewissen Reinigungs- und Wartungsaufwand für den Kocher und kann auf Dauer gesundheitsschädlich wirken. Zudem ist die Dosierung der Hitze nicht so gut wie bei Gas oder überhaupt nicht steuerbar. Schauen wir uns die Flüssigbrennstoffe im Einzelnen an:

  • Benzin (ist nicht gleich Benzin): Reinbenzin oder auch Waschbenzin ist, wie der Name schon verrät, die sauberste und für das Kochen empfehlenswerteste Benzinvariante. Es wird als Reinigungsbenzin, Wundbenzin, Feuerzeugbenzin, Katalytbenzin oder Fleckenbenzin verkauft und ist u.a. in Baumärkten, im Farbenhandel und in einigen Ländern selbst in Apotheken erhältlich. Im Gegensatz zu Motorenbenzin enthält Reinbenzin wenig bis keine Schmierstoffe oder andere Additive. Weitere Vorteile neben der sauberen Verbrennung sind der sehr hohe Brennwert (der bisweilen auch Gasmischungen übertreffen kann), die gute Verfügbarkeit und die, auch bei großer Kälte, leichte Entflammbarkeit. Der niedrige Flammpunkt ist aber ebenso gut Nachteil des Bezins, da es bei unachtsamem Gebrauch zu Stichflammen oder gar Explosionen kommen kann. Auch der notwendige Druckaufbau in der Brennstoffflasche durch Pumpen und das ebenso notwendige Vorheizen des Kochers werden oft als Nachteile empfunden. Motorenbenzin sollte nur im Notfall in der Brennstoffflasche landen. Es ist aufgrund seiner vielen Zusatzstoffe stark gesundheitsschädlich, bildet viel Ruß und verstopft die Düsen des Kochers. Der starke Geruch ist dabei schon ein deutlicher Hinweis. Wenn man dennoch im Notfall mal auf Tankstellenbenzin zurückgreifen muss, sollte man bleifreies Normalbenzin mit möglichst niedriger Oktanzahl nehmen.
  • Ethanol: Ethanol ist so etwas wie der Sammelbegriff für alle Arten von nicht trinkbarem Alkohol. Man verwendet dabei ein „Vergällungsmittel“, um den Alkohol auch für hartgesottene Feinschmecker unbrauchbar bzw. ungenießbar zu machen. Spiritus ist eine dieser durch chemische Zusatzstoffe untrinkbar gemachten Alkoholspezialitäten. Spiritus hat den bei weitem niedrigsten Energiegehalt, sprich Brennwert aller Flüssigbrennstoffe. Als Kocher-Brennstoff wird er oft mit etwas Wasser vermischt, um die relativ starke Rußbildung abzuschwächen. Seine Vorzüge liegen in der unkomplizierten, relativ ungefährlichen Handhabung mit einer lautlosen Verbrennung, sowie einer unschlagbar einfachen und damit pflegeleichten, billigen und robusten Bauweise der Spirituskocher (berühmt sind hier vor allem die Trangia-“Sturmkocher“). Außerdem ist Spiritus in vielen Ländern problemlos zu bekommen. Das „umgängliche“ Element kann sich allerdings auch zum Nachteil entwickeln, wenn die vergleichsweise geringe Heizleistung mit langer Vorwärmzeit und schwerer Entzündbarkeit bei tiefen Temperaturen zusammenkommt. Die „Trägheit“ des Spiritus ist nichts für Ungeduldige und macht einen Windschutz, wie er bei den Trangia-Kochern integriert ist, obligatorisch. Auch die weltweite Verfügbarkeit hat einen kleinen Haken, denn Spiritus hat in fast jedem Land einen anderen Namen (zur weit verbreiteten Sprachverwirrung nicht nur bei Spiritus, sondern auch bei den meisten anderen Brennstoffen, gibt es am Schluss des Artikels noch ein paar Infos.)
  • Petroleum: Petroleum dient in vielen ärmeren Ländern zum Kochen, Heizen und Beleuchten. Deshalb hat es den Hauptvorteil, vielerorts auch dort noch erhältlich zu sein, wo es kein Benzin gibt. Es besitzt einen fast so guten Brennwert wie Benzin, ist aber nicht so leicht entzündlich. Es ist damit ein sehr sicherer Brennstoff, der auch bei großer Kälte voll und ganz funktioniert. Zu den Nachteilen gehören ein sehr starker Geruch nicht nur beim Verbrennen, der einen sorgfältigen Umgang erfordert. Die Brennstoffflasche muss auch bei Petroleum unter Druck gesetzt und der Kocher vorgeheizt werden. Für Letzteres ist ein weiterer, leichter entzündlicher Brennstoff erforderlich (z.B. Spiritus oder Benzin). Die mitunter sehr starke Rußentwicklung von Petroleum erhöht den Wartungsbedarf des Kochers.
  • Kerosin: Im deutschen Sprachraum bezeichnet „Kerosin“ den Treibstoff für Turbinenantriebe. Es handelt sich um ein „leichtes“ Petroleum, das anders als sein „schwererer“ Bruder rückstandsfrei und damit „sauber“ verbrennt. Ansonsten sind die Vor- und Nachteile durch die enge Verwandtschaft sehr ähnlich gelagert wie bei Petroleum. Allerdings dürfte die „saubere“ Flüssigkeit dank ihrer Zusatzstoffe nicht unbedingt gesünder für kochende Bergfreunde sein. Deshalb sollte Kerosin ähnlich wie Fahrzeugbenzin nur im Notfall beim Kochen zum Einsatz kommen – was angesichts der schweren Erhältlichkeit sowieso kaum anders möglich ist.
  • Diesel: Im Gegensatz zu Kerosin ist Diesel fast überall relativ einfach zu beschaffen. Er hat ähnliche Vor- und Nachteile wie Petroleum oder Kerosin – nur nochmals etwas stärker ausgeprägt. Er ist schwer entzündlich, riecht und rußt sehr stark und hat einen noch niedrigeren Brennwert. Die Qualität variiert zudem von Land zu Land sehr stark. Alles in allem haben wir hier einen eher „ausgefallenen“ Brennstoff, der bestenfalls als Notlösung infrage kommt.

Festbrennstoff Esbit

Esbit (Abkürzung von „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“) wird auch „Trockenspiritus“ genannt und wird für die einfachste und billigste Form von (Outdoor)Kochern verwendet. Eigentlich sind es fast nur noch die Faltkocher der Bundeswehr, in denen die kleinen Würfel bzw. Tabletten abgebrannt werden. Laut Herstellerangaben reicht eine Tablette von 14 Gramm je nach Ausgangstemperatur, um 400ml Wasser in 9 Minuten zum Kochen zu bringen. Doch in der Praxis reicht die Heizleistung außer bei kleinen Portionen eher nur zum Aufwärmen, kaum jedoch zum Kochen.

Vorteile sind die lange Lagerfähigkeit, die rückstands- und rauchfreie Verbrennung, als auch die relativ ungefährliche Handhabung. Nachteile sind neben dem geringen Heizwert, die Wind- und Feuchtigkeitsempfindlichkeit, sowie die Bildung von geringen Mengen Blausäure beim Verbrennen, die den Einsatz im (Vor)Zelt problematisch macht.

Weitere Festbrennstoffe wie zu Brennpaste gelierter Spiritus verfügen ebenfalls nur über relativ geringe Heizwerte und geringe Brenndauer. Sie eignen sich deshalb nur zum Vorwärmen, als Anzündhilfe und für den Notfall.

Verwirrung garantiert: Brennstoff international

Eine gute Reise-/Tourvorbereitung bezogen auf Brennstoff und Gaskartuschen kann einem einiges an Stressfaktoren minimieren!

Je nachdem, wo man sich auf der Welt befindet, wird Propan- und Butangas auch als LPG (Liquid Petroleum Gas) bezeichnet. Das kann man sich noch relativ leicht merken, doch bei den Flüssigbrennstoffen blickt man auf Reisen garantiert irgendwann nicht mehr durch. Hier bedeuten fast alle Bezeichnungen in fast jedem Land etwas völlig anderes. Besonders bunt wird die Sprachverwirrung rund um das, was im deutschen Sprachraum Petroleum genannt wird:

Die korrekte Bezeichnung für Petroleum im amerikanischen Englisch ist Kerosene und wird oft irrtümlich ins Deutsche mit Kerosin übersetzt, obwohl der deutsche Begriff Kerosin ausschließlich auf leichtes Petroleum beschränkt ist. Das britische Wort für Petroleum ist dagegen Paraffine Oil. Petroleum war der historische Ausdruck für Erdöl, das englische Wort Petroleum bedeutet Erdöl oder Rohöl.

Alles klar? Gut, denn auch bei Spiritus wird es kompliziert. Es folgen ein paar Beispiele für dessen Bezeichnung in verschiedenen populären Outdoor-Reiseländern:

Chile: Alcohol etilico

Frankreich: Alcools / Alcool á brûler

Kanada: Fondue Fuel

Norwegen: Rød-Sprit

Schweiz: Brennsprit

USA: denatured alcohol / burning alcohol / solvent alcohol

Auch bei den anderen Brennstoffen sieht es ähnlich bunt aus. Die Outdoorseiten haben in ihrer Brennstoffe-Übersicht eine sehr nützliche Tabelle über gebräuchliche Bezeichnungen in vielen verschiedenen Ländern zusammengetragen, die den Dschungel etwas lichtet. Die Brennstoffe sind dabei von links nach rechts nach ihrem Flamm-/Siedepunkt aufsteigend geordnet.

Am Schluss dieser Tabelle gibt es übrigens noch einen besonderen kleinen Hinweis:

White Spirit ist in vielen Ländern die Bezeichnung für Nitroverdünnung, die sich nicht zum Kochen eignet. Also vor dem Kauf besser mal an dem vermeintlichen Brennstoff riechen!

Eine gute Idee, doch für die Riechprobe muss man wahrscheinlich eine versiegelte Flasche im Laden öffnen. Deshalb noch besser: sich vor der Reise kurz mit den verschiedenen Bezeichnungen in verschiedenen Ländern auseinandersetzen. Wer weiß, was man sonst für Geister aus der Flasche holt …

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