Bike-Protektoren: Bestens geschützt beim Mountainbiken

13. Juni 2018

Kategorie

Sportart

Wenn man an biken denkt, fällt einem vermutlich als erstes das Rad ein, danach vielleicht der Helm. Dann Klamotten, Schuhe und so weiter. Aber denkt man auch an Bike-Protektoren? Neben Fahrradhelm, Brille und Radhandschuhen, schützen diese zusätzlich beim Mountainbiken vor Prellungen, Schürfwunden und Knochenbrüchen. Demnach sind Bike-Protektoren für den Radsport eigentlich ziemlich wertvoll und sollten nicht unbeachtet gelassen werden.

MTB & Downhill Protektoren für Rücken, Knie und Ellenbogen

Zwei Fahrer machen Halt und genießen die Aussicht.

Damit Radfahren auch Spaß macht und keine bösen Überraschungen für einen bereit hält, lohnt es sich mit Protektoren einzudecken.

Mountainbiker, die mit hoher Geschwindigkeit auf steilen Downhillstrecken, schmalen Trails oder mit Sprüngen im Bikepark unterwegs sind, müssen immer mit kontrollierten Abgängen und teilweise auch weniger kontrollierbaren Stürzen rechnen. Als Landung warten dabei oft Wurzeln, Steinbrocken, Schotter oder Unterholz. Je nach Fahrweise und Einsatzbereich statten sich Mountainbiker deshalb unterschiedlich stark mit Protektoren aus. Während viele Biker beispielsweise beim Freeride und auf Trails eine leichte Schutzbekleidung mit Rückenprotektor und Knieschonern wählen, kommt beim Downhill, Enduro und im Bikepark eher ein umfassender Schutz mit Protektorweste, Ellenbogenschonern, Knieschützern und Schienbeinschonern zum Einsatz.

Einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Bike-Protektoren, ihre Funktion und ihr bevorzugtes Einsatzgebiete bietet die folgende Übersicht:

Knieschützer

Knieprotektoren von der Marke Race Face.

Damit es zu keinen Aufschürfungen am Knie kommt: Knieprotektoren!

Wenn das Bike in der Kurve oder bei der Landung nach einem Sprung zur Seite ausbricht, ist das Knie oft am stärksten betroffen. Es bekommt dabei nicht nur einen ordentlichen Schlag ab, sondern rutscht dabei zusätzlich über den Untergrund. Knieschoner haben deswegen zwei Funktionen: sie dämpfen den Aufprall, absorbieren die Energie, die dabei entsteht und schützen gleichzeitig vor Hautabschürfungen bei Rutschpartien. Damit sie diese Aufgaben optimal erfüllen können, müssen Knieprotektoren sehr gut sitzen und dürfen beim Sturz nicht verrutschen. Deswegen ziehen sich Knieschützer für Mountainbiker in der Regel, wie einen elastischen Schlauch an. Dieser „Schlauch“ fügt sich durch eine rutschfeste Silikonbeschichtung und Klettverschlüsse perfekt dem Knie an.

Ein wesentlicher Unterschied bei Knieschützern ist die Schutzkappe. Bei einer leichten Softcap Konstruktion ist der dämpfende Schaumstoff von einer textilen Außenhülle aus Kevlar, oder einem ähnlich robusten Material, geschützt. Die schwerere und auch stabilere Version ist ein Knieschützer mit Hardcap, also einer Schutzkappe aus robustem Kunststoff. In der Regel sind die leichteren Softcap-Modelle auch besser belüftet, während bei den Hardcap-Bikeprotektoren maximaler Schutz und optimale Rutscheigenschaften bei hoher Haltbarkeit gegeben sind. Deshalb verwenden Mountainbiker beim Downhill, Enduro und Bikepark Bike-Protektoren mit Hardcaps. Freerider, sportliche Touren- und Trailfahrer greifen dagegen gerne zur leichteren und besser belüfteten Ausführung.

Schienbeinschoner

Schienbeinprotektoren von der Marke Bluegrass.

Auch die Schienbeinprotektoren können von großem Nutzen sein!

Beim Abrutschen vom Flatpedal kann dieses blutige Spuren am Schienbein hinterlassen. Deshalb sind einige Knieprotektoren so verlängert, dass sie nicht nur die Knie, sondern auch das gesamte Schienbein vor Verletzungen schützen. Dabei gibt es zahlreichen Ausführungen mit weichen Caps, harten Caps oder einer Mischung aus beiden Bauarten (z.B. Knie mit Hardcap und am Schienbein mit weicher Polsterung ohne Cap). Auch Knieprotektoren mit abnehmbaren Schienbeinschützern sind erhältlich. Reine Schienbeinschoner, wie sie beispielsweise beim Fußball getragen werden, sind beim Mountainbiken nicht üblich. Der Fokus liegt klar auf dem Knieschützer; Schienbeinschoner dienen hier eher als eine schützende Erweiterung.

Ellenbogenschützer

Bei seitlichen Rutschpartien mit dem Bike sind auch die Ellenbogen versetzungsgefährdet. Vom Aufbau und von der Funktionsweise sind Ellenbogenprotektoren daher sehr ähnlich wie Knieprotektoren konstruiert. Viele Hersteller, wie IXS, Poc oder Leatt, bieten Ellenbogenprotektoren an, die in Bezug auf den Einsatzbereich, als auch im Design an die entsprechenden Knieschützer-Modelle angepasst sind. Neben der Länge der Stulpe liegen die Unterschiede im Gewicht und in der Belüftung. Beides ist stark mit der Konstruktionsweise der Soft- oder Hardcap verbunden.

Rückenprotektoren und Protektorwesten

Rückenprotektoren von der Marke Scott.

Verletzungen an der Wirbelsäule und am Rücken können ziemlich schlimm sein, deshalb empfehlen wir auch hier Protektoren.

Neben Kopfverletzungen sind Verletzungen am Rücken und an der Wirbelsäule ein ernst zu nehmendes Risiko für Mountainbikefahrer. Bei Stürzen über den Lenker kann ein ungünstiger Aufprall sehr unangenehm, schmerzhaft und gefährlich werden. Effiziente Abhilfe schaffen Rückenprotektoren und Protektorwesten, die mit ihren dämpfenden Schaumstoffpolstern die Sturzenergie absorbieren. Manche Protektoren sind eher leicht konstruiert und werden unter dem Bikeshirt oder der MTB-Jacke getragen. Bei anderen Modellen handelt es sich vielmehr um atmungsaktive Softshellwesten, die im Rückenbereich mit einem herausnehmbaren Protektor ausgerüstet sind. Unterschiede gibt es zudem zwischen Konstruktionen mit harter Außenschale („Schildkröten-Design“) und einer weichen und flexibleren Ausführung. Die Bauweise mit festem Kunststoff schützt vorm „Überstrecken“ des Rückens und ist auch bei scharfkantigen Steinen und Wurzeln sehr wirksam. Die Soft-Konstruktion weiß dafür mittels angenehmem Fahrkomfort und eine sehr gute Tauglichkeit im Alltag zu begeistern.

Protektorjacken

Für den bestmöglichen Schutz des Oberkörpers sorgen Protektorjacken. Mit dämpfenden Partien und Hardcaps ausgestattet, schützen sie die die kompletten Arme mit Ellenbogen, Unterarmen und Schultern. Zudem bieten sie sehr guten Schutz am Rücken und sogar im Brust- und Rippenbereich. In der Regel wird die Protektorenjacke direkt über einem atmungsaktiven Funktionsshirt getragen, damit die Jacke möglichst körpernah anliegt. Darüber tragen Mountainbiker gerne luftige Downhill-Trikots. Durch die Konstruktionsweise der Protektorenjacke können die einzelnen Protektoren nicht verrutschen und sitzen jederzeit perfekt. Dieser umfassende Schutz bietet auch bei gefährlich schnellen Abfahrten und spektakulären Stürzen eine höchstmögliche Sicherheit.

Eine Protektorweste von der Marke Bluegrass.

Protektorwesten oder -jacken bieten großflächigen Schutz.

Für Touren und Freerides sind die Schutzjacken zu schwer, zu unkomfortabel und zu warm. Für rasante Downhillfahrten, schwierige Gelände-Trails mit sturzunfreundlichem Gelände und im Bikepark sind die Protektorenjacken dagegen ideal. In der Regel sind moderne Bike-Protektorjacken mit einer Befestigungsmöglichkeit für Neck Braces ausgestattet. So wird, in Verbindung mit dem entsprechenden Fullface Helm, der Nacken sehr gut vor Verletzungen geschützt.

Protektorhosen

Dank der Crashpants sind Stürze im Training und beim Üben neuer Sprünge nur halb so schmerzhaft. Die körpernah geschnittenen Bikepants lassen sich unauffällig unter den normalen Mountainbikehosen tragen. Mit dämpfenden Einsätzen an Oberschenkeln, Hüften, Gesäß und vor allem am Steißbein bieten sie optimalen Schutz für alle gefährdeten Körperpartien, die nicht durch Knieschoner oder Protektorenjacke geschützt sind. Die Crashpants bieten idealen Schutz für Downhills und in Bikeparks, aber auch bei 4-Cross Rennen. Das zusätzliche Gewicht und die vergleichbar schlechtere Ventilation nehmen Mountainbiker dafür gerne in Kauf.

Die optimalen Protektoren für Damen, Herren und Kinder

Die Abstimmung und Auswahl der Protektoren ist immer ein Kompromiss aus den Faktoren Schutz vor Verletzungen, Bewegungsfreiheit beim Biken, sowie Gewicht und Belüftung. Bei maximalem Schutz mit Schutzjacke, Crashpant und Knieschützern mit Hardcaps erhöht sich natürlich auch das Gesamtgewicht der Schutzausrüstung und die Belüftung nimmt vergleichsweise ab. Allerdings sind die Hersteller von Bike-Protektoren, wie O`Neal, Evoc oder Komperdell ständig dabei ihre Protektoren durch den Einsatz von robustem Mesh-Gewebe und atmungsaktiven Stoffen immer besser zu belüften und auch immer leichter und bequemer zu machen.

Für bestmöglichen Komfort werden die Protektoren extra für Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder ergonomisch angepasst. So sitzen die Bike-Protektoren nicht nur beim Fahren optimal, sondern bleiben bei einem kleinen „Rutscher“ oder Sturz auch stets in ihrer optimalen Position. Das Einzige, das beim Sturz noch schlechter schützt als kein Protektor, ist ein rutschender Schützer, der beim Sturz quasi abgestreift wird. Deshalb sollte auf hochwertige Protektoren zurückgegriffen werden, die sich in der richtigen Größe sich sicher fixieren lassen, aber trotzdem hohe Beweglichkeit und einen angenehmen Tragekomfort bieten.

Lagerung und Pflege von Bike-Protektoren

Viele Mountainbiker verfügen über eine gewisse Auswahl an Protektoren, die je nach Tour und Bikestrecke zum Einsatz kommen. Nach einer anstrengenden Tour, einem Rennen oder einer lässigen Session im Bikepark sind die Schoner in der Regel ziemlich schmutzig und stark verschwitzt. Deswegen müssen die Protektoren nach Gebrauch gut getrocknet und gelüftet werden. Dadurch halten die Schoner nicht nur länger, sondern auch der Geruch ist somit auf Dauer weniger intensiv. Spätestens, wenn die Protektoren richtig dreckig werden oder nach einigen Fahrten „müffeln“, ist es Zeit für eine richtige Wäsche.

Manche Protektoren können bei 30° C in der Waschmaschine gewaschen werden. Auch die Protektorwesten, bei denen sich die Rückenplatter abnehmen lässt, kann maschinentauglich sein. Schonender ist allerdings eine Handwäsche mit milder Seife und lauwarmem Wasser. Bei Schonern mit Schutzkappen aus Hartplastik ist generell von der Wäsche in der Waschmaschine abzuraten, denn sowohl die Caps, als auch die Maschine könnten dadurch beschädigt werden. Nach der Handwäsche werden die Schoner im Schatten zum Trocknen aufgehängt und komplett getrocknet. Das Trocknen in praller Sonne und im Wäschetrockner sollte gemieden werden, denn auch dabei kann das Material beschädigt werden.

Zur Lagerung der Bike-Protektoren empfiehlt sich ein dunkler (keine direkte UV-Strahlung), trockener und gut belüftetet Raum. Dort überstehen die guten Schützer den Winter, oder die Wartezeit bist zum nächsten Einsatz auf Trails und Jumps ohne Probleme.

Fazit

Meistens denkt man an einen umfassenden Schutz beim Mountainbiken erst wenn es zu spät ist – wenn man schon Prellungen, Schürfwunden oder Knochenbrüche am Körper trägt. Deshalb rät es sich, sich einen Gefallen zu tun und schon früher daran zu denken. Und auf diese Weise macht Mountainbiken doch schon um einiges mehr Spaß!

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