Training für die Challenge Roth (c) foxletics.com

Jörn bei der Challenge Roth – Die Schinderei hat ein Ende

9. Juli 2016

Sportart

Es sind nur noch wenige Tage, bis ich versuchen werde, meinen symbolischen Mt. Everest bei meinem ersten Langdistanztriathlon in Roth zu erklimmen. Alle wichtigen Trainingseinheiten sind erfolgreich absolviert, ich bin gesund und fühle mich gut – sofern ich immer genug zu essen bekomme. Wenn da nur diese Aufregung nicht wäre. Ich habe schon so manche Nummer durch: eine 24 Stunden Wanderung in den Dolomiten, ein 100-km-Ultralauf und diverse Mitteldistanz-Triathlons… und dennoch, die Ungewissheit gegenüber diesem Monstrum lässt mich regelmäßig erschaudern. Gibt es dafür einen guten Grund oder kann ich mich getrost zurücklehnen und mich freuen auf das was kommt? Wenn ich einen Blick auf meine Vorbereitung werfe muss ich sagen: Sowohl als auch…

Das lange Warten auf die Freibadsaison

Challenge Roth Vorbericht (c) foxletics.com

Im Schwimmbad ist es manches Mal stressig.

Ich will ehrlich sein: Die Hallenbäder in unserem Umkreis sind zu den meisten Zeiten No-Go-Areas – vor allem für Sportschwimmer. Versteht mich nicht falsch, ich bin froh über jeden Menschen, der sich sportlich betätigt, aber wenn man in einem überfüllten 25 Meter Becken etwa 1,5 Stunden lang einen Trainingsplan absolvieren muss, ist das kein Spaß. Man muss ständig ein Auge auf das 3-Meter-Brett und die springenden Kids haben, dann kommen plötzlich andere Schwimmer, die meinen einfach mal quer zur Bahn schwimmen zu müssen und man selbst hat die größte Mühe, so gut es geht auszuweichen. Deshalb fiebere ich jedes Jahr dem Beginn der Freibadsaison entgegen.

Zum einen, sind die Becken mit 50 Meter deutlich länger und zum anderen sind immer zwei bis drei Sportschwimmerbahnen abgesteckt, auf denen immer im Kreis geschwommen wird. Das Schwimmtraining gestaltete sich deshalb bis Anfang Mai deutlich zäher als geplant und hat erst seitdem richtig an Fahrt aufgenommen. Auch ein Grund, warum ich diese Disziplin ein wenig vorsichtiger angehen werde.

Länger ist immer besser

Challenge Roth Vorbericht (c) foxletics.com

Es gilt ordentlich Meter zu machen!

Keine Angst, hier geht es ums Rennradfahren. Das ist eigentlich eine feine Sache. Auch wenn ich – seit ich im Besitz eines solchen bin – viel lieber auf meinem Cyclocrosser hocke. Aber in Roth stehen nun mal 180 km mit dem Renner auf dem Plan und deshalb musste ich ordentlich Asphalt schrubben. Bis die Tage wieder länger wurden, hielten sich die Radeinheiten relativ human und gingen nicht länger als drei Stunden. Da musste dann schon gelegentlich mal die Lampe herhalten, wenn ich bis spät abends unterwegs war.

Doch als die Sonne dann endlich mal nicht schon um 18 Uhr unterging, stieg auch die Kilometerzahl auf meinem Tacho bis in den dreistelligen Bereich. Schon Ende März gab es die erste 120 km Runde zum Großen Feldberg im Taunus und wieder zurück. Seitdem gab es mindestens einmal die Woche eine lange Tour, bei der ich nicht vor dem Erreichen der 80 km Marke vom Rad stieg. Und wenn doch, dann auch nur, weil danach direkt noch eine Laufeinheit anstand. Koppeltraining nennt sich dieser Modus und ist für Triathleten essentieller Bestandteil der Vorbereitung.

Das Beste kommt zum Schluss!

Challenge Roth Vorbericht (c) foxletics.com

Bei Wind und Wetter…

Auch hier ist der Bezug sportlich! Die meisten Triathleten sind in einer Sportart beheimatet. Bei mir ist es das Laufen. Dementsprechend ist die dritte Disziplin meine Trumpfkarte – und war im bisherigen Training auch fast ein bisschen zu stark gewichtet. Ich habe mir bewusst ein paar Laufwettkämpfe in meinen Trainingsplan gelegt, um meine langen Läufe in einem ansprechenden Umfeld zu absolvieren. Darunter war übrigens auch der Osser-Riese, ein 25 km-Trailwettkampf im Rahmen des Ultra Trail Lamer Winkel, den ich allen Trailrunnern nur wärmstens ans Herz legen kann.

Was natürlich ebenfalls nicht fehlen darf ist das Intervall-Training. Es dient zur Verbesserung der Leistung, aber auch der Abhärtung. Wenn man 5 x 2000 Meter Intervalle im Wettkampftempo nach einem Arbeitstag rausgehauen hat, dann ist man echt für einiges gewappnet.

Die vierte Disziplin

Von vielen belächelt, aber auch das Wechseln zwischen den Disziplinen ist eine Disziplin für sich. Die drei wichtigsten Utensilien: Babypuder, Babyöl und Haushaltsgummis. Das hat ausnahmsweise mal nichts mit vollen Windeln zu tun, sondern dient einzig und allein dem schnelleren Wechsel. Das Puder saugt Schweiß oder Feuchtigkeit vom Schwimmen auf und man schlüpft schneller in die Schuhe. Das Öl hilft beim besseren An- und Ausziehen des Neoprenanzugs und mit den Gummis werden die Radschuhe direkt am Rahmen befestigt, sodass man das Rad nur noch nehmen muss und direkt lostreten kann. Klingt recht einfach, will aber auch geübt werden, weshalb spezielle Wechseltrainings ebenfalls auf dem Plan standen.

Die Vorbereitung in Zahlen:

Packen wir zum Schluss noch mal die nackten Zahlen aus, die sich in den letzten sechs Monaten angesammelt haben:

  • Schwimmen: 80 km – definitiv ausbaufähig, die Grundlage passt aber.
  • Radfahren: 3000 km – auch hier hätte es etwas mehr sein dürfen, was sich aber lediglich in der Geschwindigkeit niederschlagen dürfte.
  • Laufen: 1000 km – Hätte weniger sein dürfen – aber es macht so viel Spaß!

Noch deutlicher wird die „kleine“ Diskrepanz, wenn man sich die Zeit anschaut: Ich bin fast genauso viele Stunden Fahrrad gefahren, wie ich gelaufen bin. Das wird mir letztlich nicht das Genick brechen und allerhöchstens dafür sorgen, dass ich einen etwas langsameren Radsplit fahren werde, was ich aber – mit Glück – beim Laufen wieder aufholen kann.

Wie auch immer es ausgeht – es dürfte ein ziemlich heißer Ritt werden und ich weiß aktuell nicht so ganz, ob ich mich freuen oder ob ich Angst haben soll. Aber so ist es ja immer bei neuen Herausforderungen.

Ich hoffe, Ihr haltet mir Daumen!

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