Wie pflege ich meine Isomatten

Ein langes Leben für die Matte – Isomatten richtig reinigen, pflegen, lagern und flicken

12. Juli 2017

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Sportart

Ob selbstaufblasend oder aus Schaumstoff – wer ein echter Abenteurer ist, hat mindestens eine Isomatte auf der Halde. Keine Nacht im Zelt ohne sie, beim sommerlichen Festivalwochenende dürfen sie nicht fehlen und auch beim Feierabend-Workout vor der Glotze leisten uns die gepolsterten Matten beste Dienste. Aber wie lagert man eine Isomatte richtig? Was gibt es bei der Reinigung zu beachten? Und was macht man, wenn der Matten-Veteran die eine oder andere Blessur vom Einsatz davon trägt? Wenn ihr euch an ein paar unkomplizierte Tipps haltet, begleitet euch für eine lange Zeit eure persönliche „BIF“: „Best Isomatte Forever“!

Vorab eine kleine Isomattenkunde

Wie pflege ich meine Isomatten

Wir wissen jetzt auch nicht, warum sie mit der Matte herumrennt…

Aber der Reihe nach. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen zwei Arten von Matten: die „normale“ Isomatte und die selbstaufblasbare Variante. Erstere besteht in den meisten Fällen aus einem isolierenden und dämpfenden Kunststoffschaum und kommt als roll- oder faltbare Variante in euer Equipment-Lager. Letztere – die selbstaufblasbare Isomatte – ist meist aus einem isolierenden, komprimierbaren Füllmaterial gefertigt, mit einer luftdichten Hülle überzogen und mit einem oder mehreren Ventilen versehen. Im gelagerten Zustand ist das Füllmaterial verdichtet. Öffnet man das Ventil, nimmt die Füllung ihren ursprünglichen Umfang ein und die Isomatte bläst sich durch den durch die Kompression entstandenen Unterdruck im wahrsten Wortsinne von selbst auf. Durch den Lufteinschluss in der Matte entsteht eine bequeme Schlafunterlage mit einer hohen Isolationsleistung. Weshalb nun die kleine Mattenkunde? Obwohl beide Mattenarten grundsätzlich dem Zweck dienen, dass wir uns des Nachts nicht auf dem harten Zeltboden den Allerwertesten abfrieren, verhalten sie sich in Sachen Pflege, Lagerung und Reparatur ganz unterschiedlich.

Ab in den Keller? Wie man die Isomatte am besten lagert

Wichtig für beide Mattenarten ist der Lagerplatz. Der sollte in jedem Fall trocken und auf Zimmertemperatur beheizt sein – der frostig-feuchte Kellerraum fällt also weg. Apropos Feuchtigkeit! Das klingt vielleicht banal, aber achtet darauf, dass die Isomatte trocken ist bevor ihr sie einlagert. Ich spreche aus trauriger Erfahrung, denn wer aus Bequemlichkeit die Matte direkt nach dem Trip zusammengerollt mit Restfeuchtigkeit ins Lager packt, erlebt bereits nach wenigen Tagen eine unangenehm muffelige Schimmel-Überraschung.

Hier hören die Lagerungsgemeinsamkeiten aber auch fast schon auf. Während sich die normale Schaumstoff-Isomatte bei der Lagerung relativ unkompliziert gibt, ist die selbstaufblasbare Matte anspruchsvoller. Die Schaumstoffmatte kann, wenn ihr ein trockenes und warmes Plätzchen gefunden habt, problemlos gerollt gelagert werden. Die selbstaufblasbare Isomatte kann das nicht ab. Lagert eure Matte ausgerollt und mit geöffneten Ventil. Gerollt und komprimiert leidet die Stauchhärte des Füllmaterials. Das bedeutet ganz einfach, dass der Schaumstoffkern mit der Zeit plattgedrückt wird und seine ursprünglich Form nicht mehr annimmt – die Matte bläst sich nicht mehr von alleine auf. Folgerichtig solltet ihr auch keine schweren Kisten auf der Matte lagern.

Wie pflege ich meine Isomatten

Gute Pflege ist essentiell für jede Matte

Und warum das offene Ventil? So kann eventuelle Feuchtigkeit aus dem Inneren entweichen und das Gewebe wird nicht durch den dauerhaften Innendruck unnötig strapaziert. Also ab mit der ausgerollten Matte in den Schrank oder hinter die Tür. Ob stehend oder liegend ist im Grunde egal. Und noch ein kleiner Tipp hinterher: helft beim Aufblasen der Isomatte nicht mit dem Mund nach! Dadurch können Feuchtigkeit und Mikroorganismen in das Innere gelangen, was dem Füllmaterial schadet und ebenfalls Geruchsbildung und Schimmel zur Folge haben kann. Bei Minusgraden kann die Feuchtigkeit im Inneren sogar gefrieren und den Schaumstoffkern beschädigen.

Saubere Arbeit – so reinigt man die Isomatte

Nach der Tour ist vor der Tour, also muss das Equipment – in unserem Falle die Isomatte – gereinigt und auf den nächsten Einsatz vorbereitet werden. Hier also ein paar kleine Tipps zur Reinigung: Bei den meisten Verschmutzungen reicht es, wenn ihr die Isomatte mit einem Handtuch/Schwamm oder einer weichen Bürste und warmem Wasser reinigt. Der Schwamm darf keine grobkörnige Oberfläche und die Bürste keine scheuernden Haare haben, da dadurch das Außengewebe beschädigt werden kann. Bei stärkeren Verschmutzungen könnt ihr ein Waschmittel, ohne Bleiche, Weichspüler oder sonstige Zusätze, bzw. ein sanftes Spülmittel mit in das Reinigungswasser geben.

Spült die Matte hinterher gründlich ab und verzichtet auf aggressive Mittel wie scharfe Essig- oder Chlorreiniger. Die riechen nicht nur scheußlich, sondern greifen den Schaumstoff und das Außenmaterial an. Lasst die Matte zum Trocknen bei Zimmertemperatur oder an einem schattigen Platz an der frischen Luft liegen. Legt die Matte nicht in die pralle Sonne und helft auch nicht mit einem heißen Fön oder gar dem Wäschetrockner nach. Das kann die Matte ebenfalls beschädigen. Nach ein paar Stündchen ist die Isomatte bereit für den nächsten Einsatz. Vor einer längeren Lagerungsdauer solltet ihr der Matte zudem etwas mehr Zeit zum Trocknen geben.

Das Ventil der selbstaufblasbaren Matte muss bei der Reinigung mit Wasser geschlossen sein. Achtet vor der Reinigung der Matte darauf, dass das Außengewebe keine Löcher aufweist, durch welche die Feuchtigkeit eindringen kann. Womit wir beim nächsten Thema wären – der Reparatur.

Kleinere Schäden selbst reparieren

Wie pflege ich meine Isomatten

Auch ohne Zelte ist es auf der Matte super bequem – solange man sie gut pflegt.

Der Isolationsleistung gängiger Schaumstoffisomatten tun leichte Materialschäden in der Regel keinen Abbruch. Bei selbstaufblasbaren Isomatten sieht es anders aus. Schon kleinste Schäden im Außengewebe lassen die isolierende Luft aus dem Matteninneren entweichen. Ist das Loch oder der Riss nicht mit bloßem Auge zu erkennen heißt es zunächst Detektivarbeit leisten. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die komfortabelste ist ein sogenannter Lochschnüffler, ein kleiner, mit Styroporkügelchen gefüllter Behälter, mit dem sich das Loch in kürzester Zeit „erschnüffeln“ lässt. Ist solch ein Meisterdetektiv nicht zur Hand, kann mit etwas Seifenwasser gearbeitet werden. Reibt die Matte damit ein und die beschädigte Stelle beginnt Blasen zu werfen. Ist auch das Seifenwasser nicht zur Hand, reicht die angefeuchtete Hand und etwas Geduld zum Aufspüren des Schadens.

Habt ihr das Enfant Terrible lokalisiert, kann die Reparaturarbeit starten. Hierfür gibt es spezielle Reparaturkits im Handel. Lasst die Luft aus der Matte, bringt den Flicken nach Herstellerangaben auf und gebt dem Ganzen genug Zeit zu trocknen. Nun befüllt ihr die Matte mit Luft und testet die Sache auf ihre Dichtigkeit. Neben Löchern und Rissen können übrigens auch Ventilschäden dafür verantwortlich sein, dass eure Isomatte Luft verliert. In einem solchen Falle können nur die Mattenhersteller selbst Abhilfe schaffen und falls nötig das Ventil wechseln. Für eine ausführliche Flick- und Reparaturanleitung bitte hier entlang.
Wenn ihr meine Isomatten-Tipps bis hier hin durchgehalten habt, verfügt ihr nun das Rüstzeug für ein langes, bequemes und warmes Mattenleben. Eure Matte wird es euch danken!

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