Harte Schale, weicher Kern? – Hardshell vs. Softshell

26. Dezember 2020

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Es gibt Dinge, die meinen wir zu kennen, ganz sicher, da wissen wir sofort was gemeint ist, ist doch auch ganz klar und für Doofe. Denken wir aber dann mal näher darüber nach stellen wir schnell fest, dass wir eigentlich keine Ahnung davon haben. Mir ging es neulich so, als ich gefragt wurde, was denn der Unterschied zwischen einer Hardshell– und einer Softshelljacke sei. 

Meine Antwort kam verzögert und war dementsprechend nur mittelmäßig kompetent: „Hardshell, das ist halt so ne typische Regenjacke, da geht nix durch und Softshell gibt warm oder so ähnlich.“

Klingt nicht gerade wissenschaftlich fundiert, oder? Ich habe daher ein paar Stunden meiner Lebenszeit in Recherche investiert und möchte euch heute einmal am Ergebnis teilhaben lassen.

Eines noch vorab: Meine Recherche hat gezeigt, dass sich die Schnittmenge von Soft- und Hardshell immer mehr vermischt. Die Zeit in der man also beide Materialtypen nach der Methode schwarz und weiß von einander trennen konnte ist definitiv vorbei. Auf alle möglichen und unmöglichen Varianten einzugehen ist aber in dem doch eher begrenzten Rahmen eines Blogbeitrags nicht möglich. Wir einigen uns also an dieser Stelle einmal mehr darauf: Im Folgenden wird zum besseren Verständnis vereinfach und verallgemeinert.

Hardshell – wenns wetterfest sein muss

Steckbrief 

  • Einsatzgebiet: Äußere Kleidungsschicht beim Berg- und Wintersport.
  • Einsatzzweck: Wetterschutz. Schutz vor Regen, Schnee und starkem Wind.
  • Eigenschaften: Wasserdicht, winddicht, atmungsaktiv
  • Materialien: Polyester, Polyamid (Nylon)
  • Bekannte Namen / Marken: Gore-Tex, Sympatex, Dermizax
  • Varianten: 2-, 2,5- und 3-Lagen-Jacken, mit Membran oder Beschichtung
  • Vorteile: guter Wetterschutz, robust
  • Nachteile: geringer Schutz vor Kälte, Atmungsaktivität kann eingeschränkt sein

Hardshell bedeutet stabile Außenhaut.

Hardshell bedeutet nichts anderes wie „harte Schale“, frei übersetzt „stabile Außenhaut“ und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Hardshelljacken werden immer als äußerste Kleidungsschicht getragen und sind das erste Bollwerk vor den Elementen. Außerdem ist das Material oft relativ fest und nicht dehnbar, daher der Name. 

Eine Hardshelljacke ist tatsächlich das, was wir unter anderem als Regenjacke kennen. Manch einer kennt Jacken dieser Art auch als Gore-Tex-Jacke, aber hierbei handelt es sich lediglich um die Markenbezeichnung eines Materials, ein wenig so wie bei Tempo und Papiertaschentuch. Hardshelljacken bieten, vereinfacht gesagt, einen guten Wetterschutz. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn es beispielsweise regnet oder stark windet. Aber auch beim Skifahren oder auf Hochtouren, wenn vermehrter Kontakt mit Schnee und Eis droht, schützen Hardshelljacken zuverlässig vor den Elementen.

Darüber hinaus sind gute Hardshelljacken immer auch atmungsaktiv. Vereinfacht bedeutet das: Von außen werden Niederschläge zuverlässig abgehalten, in der Jacke entstehende Feuchtigkeit, beispielsweise durch starkes Schwitzen, kann aber nach außen abgegeben werden. Wie das jeweils funktioniert ist abhängig von der Technologie und vom Aufbau des jeweiligen Materials. Schauen wir uns daher doch einfach einmal an, wie genau Hardshelljacken aufgebaut sind.

Die Lagenkonstruktion

Die erste Lage schützt unter anderem vor Schäden und auch vor Kakteen ;D

Eine Hardshelljacke besteht aus mehreren Lagen. Ganz außen befindet sich der Oberstoff, der die Jacke vor mechanischer Beschädigung schützt. Außerdem ist der Oberstoff imprägniert und hilft so dabei Wasser und Schmutz von der Membran fernzuhalten. Als zweite Lage kommt in der Regel eine atmungsaktive Membran oder Beschichtung zum Einsatz. Diese sorgt vereinfacht gesagt dafür, dass keine Nässe von außen in die Jacke eindringen kann, gleichzeitig ermöglicht sie es aber, dass Feuchtigkeit aus der Jacke nach außen entweichen kann. An der Innenseite sind die Jacken mit einem Innenfutter ausgestattet, dieses dient wiederum zum Schutz der Membran vor mechanischem Einfluss. Hierbei gibt es unterschiedliche Ausführungen, die ich euch kurz erklären möchte.

  • 2-Lagen-Jacken

Bei 2-Lagen-Jacken handelt es sich in der Regel um eher einfache und somit preisgünstige Hardshelljacken. Bei der Herstellung werden lediglich der Oberstoff und die Membran laminiert, das Innenfutter wird in der Regel lose eingenäht. Außerdem gibt es in dieser Kategorie auch Jacken, bei denen auf eine Membran verzichtet wurde. In diesem Fall wird der Oberstoff an der Innenseite mit einer PU-Beschichtung (Polyurethan) versehen. 2-Lagen-Jacken mit Membran oder Beschichtung werden zumeist dann eingesetzt, wenn es einen zuverlässigen und unkomplizierten Wetterschutz braucht. Beispielsweise bei Tageswanderungen oder für den Alltagsgebrauch.

  • 2,5-Lagen-Jacken

Jacken mit einer 2,5-Lagenkonstruktion sind quasi der Kompromiss zwischen zwei und drei Lagen. Auch bei dieser Konstruktion wird ein Oberstoff mit einer Membran fest verbunden. Das eingenähte Innenfutter entfällt allerdings. Stattdessen wird eine hauchdünne Schutzschicht direkt auf das Laminat aufgetragen. Hierdurch wird gegenüber zwei- und dreilagigen Jacken sowohl am Gewicht, als auch am Packmaß gespart. Jacken dieses Typs kommen daher nicht selten bei Trekkingtouren oder beim Radfahren zum Einsatz.

  • 3-Lagen-Jacken

Gerade bei extremen Wetterbedingungen und/oder Touren, überzeugen 3-Lagen-Jacken. Hierbei ist der Aufbau zunächst identisch mit dem einer 2-Lagen-Jacke, zusätzlich wird hier aber ein Futter als innerste Schicht direkt mitlaminiert. Hierdurch sind Jacken dieses Typs sehr robust und kommen vor allem bei langen Touren zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete sind hier beispielsweise Ski- oder Hochtouren.

Wasserdicht und atmungsaktiv?

Eine gute Imprägnierung ist die Basis einer funktionierenden Hardshell-Jacke.

Irgendwie klingt das doch logisch, wo nichts rein geht, da geht auch nichts raus. Einfach, oder? Naja, eben nicht. Denn wie bereits erwähnt, sind gute Hardshelljacken immer wetterfest und atmungsaktiv zugleich. Wie bzw. wie gut das aber funktioniert, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Vereinfacht lässt sich sagen, dass Jacken mit einer PU-Beschichtung weniger atmungsaktiv sind als Jacken mit einer Membran.

Aber auch im Bereich der Membranen gibt es deutliche Unterschiede hinsichtlich der Funktionsweise und des Wirkungsgrads. So handelt es sich bei Gore-Tex-Membranen um Membranen mit einer mikroporösen Struktur. Diese Struktur ist eng genug um Wassertropfen nicht ins Innere durchzulassen, aber groß genug um dem deutlich kleineren Wasserdampf den Austritt aus der Jacke zu ermöglichen. Sypatexmembranen hingegen nutzen ein pysikalisch-chemisches Prinzip, das unter anderem mit dem Druck- und Temperaturunterschied von Umwelt und Jackeninneren arbeitet.

Egal, welche Technologie aber genau zum Einsatz kommt, eine Membran bzw. die Hardshelljacke ist nichts ohne eine gute Imprägnierung. Daher sollte diese von Zeit zu Zeit erneuert bzw. aufgefrischt werden. Auch bei der Imprägnierung gibt es unterschiedliche Technologien, die aber letztlich alle genau dasselbe bewirken, nämlich Wasser und Schmutz zuverlässig von der Membran fernzuhalten.

Dies ist wichtig, weil sich sonst die Struktur der Membran vollsaugen könnte und so regelrecht verstopfen würde. Neben starkem Regen könnten so auch Schlamm oder schlichtweg Sonnencreme und körpereigenes Fett die Membran verstopfen. Hierdurch wären dann die Wasserdichtigkeit und vor allem die Atmungsaktivität der Jacke stark beeinträchtigt.

Eine gute Imprägnierung ist also für die Funktionsweise einer Hardshelljacke unerlässlich. Wer mehr zu diesem spannenden Thema erfahren möchte, kann sich gerne den Blogbeitrag von Jan zum Thema DWR-Imprägnierungen durchlesen.

Typische Membranen kurz vorgestellt

  • Gore-Tex

Gore-Tex ist der Name einer ganzen Materialfamilie und schon seit langem fast das Synonym für wetterfeste und atmungsaktive Kleidung. Egal, wie das fertige Material auch aussieht oder heißen mag, Gore-Tex-Membranen basieren alle auf der gleichen Funktionsweise: einer speziellen Struktur. Hierzu wird ePTFE (expandiertes Polytetrafluorethylen) verwendet. Membranen aus ePTFE bilden eine besondere, mikroporöse Struktur. Diese ist so eng, dass die vergleichsweise großen Wassermoleküle nicht durch die Struktur gelangen können. Wasserdampfmoleküle sind aber wesentlich kleiner und können die Struktur problemlos passieren. Stellt euch das vereinfacht wie einen Jägerzaun vor.

Während eine Katze problemlos durch die Lücken des Zauns schlüpfen kann, habe ich als deutlich größerer Mensch das Nachsehen. Damit aber Wasserdampf durch die mikroporöse Membran entweichen kann, braucht es zusätzlich einen Temperaturunterschied von Jackeninneren und der Umgebungsluft. Je geringer dabei die Außentemperatur im Vergleich zu Innentemperatur ist, desto besser funktioniert auch der „Abtransport“ des Wasserdampfs. Ausführliche Infos gibt’s übrigens auch in unserem Blogbeitrag zu Gore-Tex.

  • Dermizax

Auch bei Dermizax handelt es sich um eine Materialfamilie, die in unterschiedlichen Ausführungen daherkommt. Dennoch auch hier gilt für alle Membranen die gleiche Funktionsweise: Für Dermizaxmembranen wird Polyurethan verwendet. Dieses Material ist hydrophil, also „wasserliebend“. Es verfügt dabei über kleine Moleküle, die sich regelrecht mit Wasser vollsaugen können.

Diese Moleküle können sich innerhalb der Membran bewegen und erhöhen mit steigender Temperatur ihre Bewegungsgeschwindigkeit. Wichtig ist dabei jedoch, dass auch hier ein Temperaturunterschied von Umgebungsluft und Jackeninnerem besteht. Je höher dieser ist, desto schneller und effektiver ist der Abtransport des Wasserdampfs durch die Moleküle der Membran. Dieser Effekt hat einen nicht zu vernachlässigenden Vorteil: Da Dermizaxmembranen nicht mit Poren arbeiten, können sich diese auch nicht zusetzen. Das Verstopfen durch Schmutz und Wasser ist so kein limitierender Faktor. Auch zu Dermizax gibt es einen ausführlichen Beitrag im Basislager, schaut doch einfach mal rein.

  • Sympatex

In der Familie der Sympatexmaterialien gibt es ebenfalls unterschiedliche Ausführungen, die aber wiederum alle auf dem gleichen Prinzip basieren. Hierzu wird ein physikalisch-chemisches Prinzip genutzt. Das klingt zunächst einmal viel komplizierter als es in Wirklichkeit ist. Die Membran besteht hierzu aus zwei unterschiedlichen Komponenten: Hydrophobem Polyester, das kein Wasser durchlässt und hydrophiles Polyether, das den gezielten Transport von Wasserdampf ermöglicht.

Auch in diesem Fall braucht es ein Druckgefälle von innen nach außen. Ist dieses durch einen deutlichen Temperaturunterschied gegeben, werden die Wasserdampfmoleküle, die durch das Schwitzen entstehen, entlang der hydrophilen Molekülketten nach außen abgegeben. Weiterführende Infos zu Sympatex bietet Wiebke in ihrem Artikel „Sympatex: Der umweltfreundliche Wind- und Wasserschutz!“

Softshell – damit es angenehm warm bleibt

Okay, was Hardshell ist haben wir nun geklärt, da müssen wir nicht auch noch Softshell erklären, denn das ist ja einfach genau das Gegenteil. Stimmt? Naja, in einer Welt, in der eine Katze genau das Gegenteil von einem Hund ist oder das Reh die Frau vom Hirsch, ist diese Aussage sicherlich richtig. Ich würde aber dennoch vorschlagen, dass wir uns auch das Thema Softshell einmal näher ansehen.

Steckbrief

  • Einsatzgebiet: Wärmende Kleidungsschicht beispielsweise beim Berg- und Wintersport, bei gutem Wetter auch äußere Kleidungsschicht.
  • Einsatzzweck: Kälteschutz, bedingter Schutz vor Regen, Wind und Schnee
  • Eigenschaften: Wärmend, sehr atmungsaktiv, wasser- und windabweisend, manchmal auch wasserdicht
  • Materialien: Polyester, Polyamid (Nylon)
  • Bekannte Namen / Marken: Windstopper, Schoeller, Polartec
  • Vorteile: guter Schutz vor Kälte, atmungsaktiv
  • Nachteile: nur bedingt wetterfest

Hochgradig atmungsaktiv und wärmend, nicht so wetterfest?

Softshell Jacken sind meistens nur bedingt wasserfest.

Die Hauptaufgabe von Softshelljacken ist es vor Kälte zu schützen. Auch schneidender Wind wird hier je nach Ausführung zuverlässig abgehalten. Entgegen der Hardshelljacke sind Softshelljacken oft aber nur bedingt wetterfest. Heißt: Leichter, kurzer Regen ist für die meisten Softshells kein Problem. Wer also bei schlechtem Wetter nur mal schnell zur Bushaltestelle muss oder zum Bäcker um die Ecke, wird hier sicherlich nicht klatschnass werden. Gerade aber bei starken Schauern oder auch bei längerer Zeit im Regen lassen viele Softshells in der Regel deutlich nach. Klassische Softshelljacken sind nämlich nicht wasserdicht, sondern nur wasserabweisend. 

Welche Eigenschaften eine Jacke bzw. deren Stoff jeweils mitbringt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. So gibt es beispielsweise Softshelljacken mit Membran und ohne. Die Membranen sorgen unter anderem dafür, dass Wind zuverlässig abgehalten wird, je nach Beschaffenheit auch Regen. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass Softshells ohne Membran automatisch winddurchlässig sind. 

Auch mit der Atmungsaktivität ist das so eine Sache. Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass Softshells im Vergleich zu Hardshells deutlich atmungsaktiver sind, also Schweiß schneller nach außen abgeben können. Gerade aber bei extrem wetterfesten Jacken, die sich im Grenzbereich von Hard- und Softshell bewegen, nimmt leider auch die Atmungsaktivität deutlich ab. Ihr seht also, die Lage ist ein wenig verwirrend. Wie gut nur, dass wir dieses Thema hier im Basislager bereits ausführlich behandelt haben. Wenn ihr also mehr erfahren wollt, dann schaut euch doch einfach mal den Beitrag mit dem Titel „Membranen: Atmungsaktiv, wasserdicht oder winddicht?“ an. 

Ein Bereich in dem Softshelljacken aber gegenüber Hardshelljacken auf jeden Fall punkten können ist der Schutz vor Kälte. Auch hier kommt es wieder darauf an, wie das Material beschaffen ist. Nicht selten verfügen aber Softshells an der Innenseite über eine angeraute und wärmende Schicht. Oft kommen hier beispielsweise Fleece- oder Veloursstoffe zum Einsatz, die gezielt dafür sorgen, dass die Wärme am Körper gehalten wird. Außerdem fühlen sich diese Materialien auf der Haut sehr angenehm an. 

Halten wir also als ersten Hauptunterschied von Soft- und Hardshell (ganz allgemein gesprochen) fest: Hardshell wetterfest, nur bedingt wärmend. Softshell wärmend, nur bedingt wetterfest.

Weich, hart, Komfort?

Wie der Name es schon vermuten lässt sind Softshell-Jacken meistens weicher und überzeugen durch Tragekomfort.

Wenn Hardshell hart ist, dann ist Softshell weich? Stimmt. Oder zumindest so ziemlich. Bei Softshellmaterialien handelt es sich tatsächlich um weichere und flexiblere Materialien als bei Hardshells. 

Schaut man sich einmal Hardshelljacken genauer an, fällt sofort eines auf: das vergleichsweise feste und unflexible Material. Dieses kann je nach Schnitt der Jacke unter Umständen zulasten der Bewegungsfreiheit gehen. Außerdem empfinden manche Menschen das typische Knistern einer Hardshelljacke als störend. 

Das gestaltet sich bei Softshelljacken zum Glück ein wenig anders. Denn durch das weichere und flexiblere Material fällt zum Beispiel das Knistern oder Rascheln komplett weg. Außerdem können sich Softshelljacken bis zu einem gewissen Maß dehnen, hierdurch sind auch körpernahe Schnitte möglich, ohne dabei die Bewegungsfreiheit merklich einzuschränken. Dies ist vor allem bei schnellen Sportarten wie Radfahren oder Laufen von Vorteil. 

Durch die angeraute Innenseite sind viele Softshells auch angenehm wenn sie direkt auf der Haut getragen werden. Während sich Hardshells meist kalt anfühlen, sind die meisten Softshells so warm wie eine Fleecejacke oder ein Pullover.

Wir notieren also einen zweiten Hauptunterschied: Softshell bietet in der Regel einen höheren Tragekomfort als Hardshell.

Einsatzgebiete und Alltagstauglichkeit

Schauen wir uns die Lager Hardshell- und Softshell einmal unter dem Gesichtspunkt der Alltagstauglichkeit an, dann liegt die Softshelljacke klar vorne. Denn sie deckt bei eher gemäßigten Bedingungen ein sehr breites Spektrum ab. Wer also beispielsweise eine Alltagsjacke für die kalte Jahreszeit sucht, ist mit einer entsprechenden Softshelljacke sicherlich gut bedient. Hat dann eine Hardshelljacke überhaupt eine Daseinsberechtigung oder handelt es sich dabei eher um einen Dinosaurier aus der längst vergangenen Outdoorzeit? Wohl eher nicht. Schauen wir uns hierzu einfach einmal ein paar typische Einsatzgebiete an.

  • Alltag, Freizeit, Reise

Wie bereits erwähnt, liegen Softshelljacken im Alltag klar vorne. Sie sorgen an kälteren Tagen für ein angenehmes Maß an zusätzlicher Wärme. Außerdem halten sie je nach Material auch Regen ab und sind somit völlig ausreichend für alle Widrigkeiten des Wetters, die in der Stadt und auf dem Land warten. Wer allerdings jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Hund raus geht, kann sicherlich auch eine gute Hardshelljacke gebrauchen.

Hier kommt es stark darauf an, in welcher Jahreszeit und mit welcher Wetterprognose die jeweilige Tour stattfindet. Handelt es sich dabei beispielsweise um eine Wanderung bei stabil gutem Herbstwetter, ist die Softshelljacke aufgrund des Tragekomforts und der wärmenden Eigenschaften sicherlich im Vorteil. Kann es aber beispielsweise bei der sommerlichen Tour im Tagesverlauf zum Gewitterschauer kommen oder ist generell schlechtes Wetter angesagt, liegen Hardshelljacken mit ihrem umfangreichen Wetterschutz wieder vorne.

  • Ski- und Hochtouren, Wintersport

Je höher es in den Bergen hinaus geht, und je winterlicher die Bedingungen werden, desto höher sind auch die Anforderungen. Deshalb sieht man beispielsweise bei Ski- und Hochtouren (und nicht nur dort) oft die Kombination von Hard- und Softshelljacke. Ist ja auch logisch: Wer bei einer Skitour gerade aufsteigt, hat (gutes Wetter vorausgesetzt) wenig Kontakt mit den Elementen. Außerdem reagiert der Körper auf die Anstrengung mit der Produktion von Wärme und Schweiß, gleichzeitig ist es aber Winter und somit kalt. Hier ist wieder einmal die Softshelljacke aufgrund ihrer guten Atmungsaktivität und dem Tragekomfort vorne. Ist der Tourengänger am Gipfel angekommen, bekommt er es nicht selten mit starkem Wind zu tun. Darüber hinaus droht bei der anschließenden Abfahrt der vermehrte Kontakt mit Schnee (sei es durch Tiefschnee, einen Sturz oder beides), was wiederum für die Hardshelljacke spricht. Da es aber noch immer Winter ist, würde der Tourengänger nur mit einer Hardshelljacke bekleidet, erbärmlich frieren. Die Lösung: Zwiebelprinzip, also beide Jacken über einander tragen und so das Beste aus beiden Welten mitnehmen.

Also…

Ihr seht also, eine exakte Trennung von Hard- und Softshell ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Sowohl bei den Materialeigenschaften, als auch bei den Anwendungsgebieten sind die Grenzen zwischen beiden Jackentypen fließend. Außerdem kann unter gewissen Bedingungen auch die Kombination beider Jacken sinnvoll sein.

Eine Frage bleibt aber noch: Wie sieht es denn generell mit der Ausstattung der Jacken aus, also Kapuze, Taschen, Belüftungsreißverschlüsse und und und? Tja, diese Frage lässt sich so einfach wie ungenau beantworten: Hier gibt es auf beiden Seiten nahezu nichts, was es nicht gibt. Von extrem minimalistisch bis hin zu allumfassend ausgestattet gibt es hier alle mögliche und unmöglichen Varianten.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Lisa sagte am 3. Januar 2021 um 09:26 Uhr

    Toller Artikel!
    Super erklärt mit netten Vergleichen :-)

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