Bergfreunde

Hardmoves 2013 – Das Finale

5. März 2013

Sportart

Hardmoves Finale 2013

Hardmoves Finale 2013

Wer bisher der Meinung war, Bouldern wäre ein Nischensport und gerade vielleicht so ein Bißchen dabei sich aus dem Schatten seinen großen Bruders – dem Klettern – zu befreien, für den habe ich eine Neugkeit: Das Brüderchen ist keineswegs mehr klein. Und Schatten, das war einmal.

Ich war am Samstag in Wuppertal und habe mir das Finale der BoulderLeague angeschaut. Ich sah viele viele Menschen, eine tolle Stimmung und eine Szene die in den Startblöcken steht, kurz davor einen riesen Satz zu machen.

Wirklich anders, als die anderen Bouldercups?

Warteschlange vor der Halle

Warteschlange vor der Halle

Letzte Woche dachte ich noch „Hm, wegen einem Bouldercup meinen Urlaub abkürzen, ich weiß nicht.“ Ich war schon auf so machen und eigentlich sind sie sich ziemlich ähnlich und chalkig und erst richtig witzig, wenn man selber mitmacht oder Leute kennt, die mitmachen.

Dann telefonierte ich aber mit Christian von den Wupperwänden und die Idee mit dem Schwimmbad machte mich wirklich neugierig und sie hatten sich wirklich was vorgenommen, nämlich einen Bouldercup veranstalten, der zunächst die Deutsche Szene eint – vielleicht einmal die europäische… Na gut, also auf nach Wuppertal.

Eine riesen Party mit passenden Warteschlangen

Die Ruhe vor dem Sturm

Die Ruhe vor dem Sturm

Ich sollte nicht enttäuscht werden. Als ich an der Halle ankam, sah ich zunächst die zwei großen Übertragungswagen von WDR (bei einem Bouldercup? aha). Dann sah ich die sehr lange Schlange vor der Halle. Die rührte nicht nur von der Masse der Menschen, sondern auch von der Tatsache, dass aufgrund eines strikten Glasverbots in der Schwimmoper, jeder Besucher nach Glasflaschen durchsucht werden mußte. In der Schlange konnte man dann auch die unterschiedlichsten Dialekte vernehmen. Die Zuschauer kamen aus ganz Deutschland und nicht nur aus der Nachbarschaft von Wuppertal.

Der Modus

Die Boulderer warten auf ihren Einsatz

Die Boulderer warten auf ihren Einsatz

Sechs Teams traten im Finale gegeneinander an. Sechs Boulder gab es zu klettern, wobei jedes Teammitglied ein Problem versuchen konnte. Auf diese Art bleibt zwar der direkte Vergleich unter den Sportler aus, da von den 36 Finalisten jeweils nur sechs den selben Boulder kletterten, dafür war es für das Publikum so spannender. Und noch ein Unterschied zu den offiziellen Boulderwettbewerben: die Sportler müssen nicht in die Isolation und sie haben drei Versuche (nicht am Stück und nicht auf Zeit).

Die Stimmung

* TOP *

* TOP *

Durch den Wettkampfmodus fand sich ein guter Kompromiss zwischen sportlichem Wettkampf und Show-Wettwebewerb und somit wurde es nie eintönig. Durch die spektkuläre Kulisse und spannend geschraubten Problemen, erschloss sich die Spannung nicht nur Kennern, sondern auch Zuschauern, die nicht unbedingt um die Besonderheit der einzelnen Boulderfeinheiten wissen.

Und spätestens als die 14 jährige Chiara aus Wuppertal in ihrem dritten und letzten Versuch, doch noch der Durchstieg gelang, waren die Zuschauer vollends aus dem Häuschen.

Die Moderatoren … gaben alles und was soll man halt noch intelligentes sagen, wenn man schon acht Versuche an einem Boulder gesehen hat und seit fünf Stunden ununterbrochen reden muss? Das harte Los der Moderatoren. Sie waren gut.

Fazit

Die Sieger aus Kaiserslautern mit dem Pokal

Die Sieger aus Kaiserslautern mit dem Pokal

Die Veranstalter haben gehalten was sie versprachen, es hat alles gut funktioniert und die Zuschauer bekamen eine tolle Show zu sehen.

Das Bouldern ist, spätestens seit Samstag, aus den Kinderschuhen raus und dabei sich zu was richtig großem zu mausern.

Und die Hardmoves: Ich bin wirklich gespannt, wie sich dieser Wettbewerb in den kommenden Jahren entwickeln wird und bin noch gespannter, ob es ihnen gelingt, die Szene zu einen und dabei das Wesen des Boulderns beizubehalten. Der Team-Modus und das gemeinsame Bouldern ist auf jeden Fall ein guter Schritt in diese Richtung. (Ganz zu schweigen von der gelungenen Party im Anschluss an das Finale)

Auf jeden Fall kann man sehr gespannt sein, was sich die Macher von Hardmoves für die kommende Saison einfallen lassen werden. Ich habe schon gelesen, dass Christian nach Vorschlägen für eine größere Location sucht. Es bleibt also spannend.

P.s.: Und natürlich gratulieren die Bergfreunde ganz herzlich dem Gewinnerteam aus Kaiserslautern.

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