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Gore-Tex und Greenpeace einigen sich…

24. Februar 2017

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Am Rande der ISPO fand relativ unbemerkt ein nicht uninteressanter Presse-Termin statt. Die Firma Gore und Greenpeace hatten zur gemeinsamen Verlautbarung geladen, um über das jahrelange Streitthema PTFE, PFC und die generellen Auswirkung von Outdoor-Bekleidung auf die Umwelt zu sprechen. Das Ergebnis: Bis 2023 will Gore sämtliche bedenklichen PFCs aus der seinen Produkten verbannen.

PTFE, PFC – was ist das überhaupt?

PTFE ist die Abkürzung für Polytetrafluorethan, einem Polymer aus Fluor und Kohlenstoff. PTFE sorgt für Antihafteigenschaften von Pfannen, wird aber auch in Membransystemen wie Gore-Tex eingesetzt. PFC steht für polyfluorierte Chemikalien und ist der Oberbegriff für mehrere Verbindungen, unter die auch PTFE fällt. Auch diverse DWR-Imprägnierungen enthalten PFCs. Der Vorteil: Sie sind wasserabweisend und luftdurchlässig und eignen sich dadurch natürlich optimal für den Einsatz beim Outdoor-Sport.

Warum sind PFCs ein Problem?

Unter den PFCs gibt es solche, die als schädlich für die Umwelt angesehen werden. Entsprechende Verbindungen (PFC of environmental concern) haben die Eigenschaft, sich in der Umwelt abzulagern. Sie sind überaus persistent und bauen sich kaum ab. Dabei handelt es sich vor allem um solche PFCs, die über das Tensid Perfluoroctansäure gewonnen wurden.
Die Kritik an der Verwendung von Perfluoroctansäure wurde in den letzten Jahren so laut, dass der Stoff inzwischen aus vielen Herstellungprozessen verbannt wurde. Zum Beispiel auch bei Gore. Aber eben nicht komplett.

Keine ökologisch bedenklichen PFCs bis 2023

Greenpeace setzt sich schon seit Jahren dafür ein, dass ökologisch bedenkliche PFCs durch andere, umweltfreundliche Verbindungen ersetzt werden. Dieses Engagement gipfelte jetzt in der Übereinkunft mit Gore, einem der größten Hersteller für Membransystem und Imprägnierungen, bedenkliche PFCs bis zum Jahre 2023 komplett aus der Produktionskette zu verbannen.
Konsens herrscht darüber, dass das von Gore eingesetzte PTFE gesundheitlich unbedenklich ist, da es, im Gegensatz zu anderen PFCs, sehr stabil ist und dadurch nicht in die Umwelt gelangt.

In speziellen Recyclinganlagen kann so schon heute ein Großteil solcher PFCs wiederverwertet werden. Greenpeace erkennt an, dass PTFE keine Quelle von bedenklichen PFCs darstellt.
Da Gore-Tex allerdings Zulieferer für viele große Outdoor-Marken ist, hat diese Umstellung natürlich einen großen Impact, wodurch ein großer Teil des Outdoor-Segments idealerweise schnell von bedenklichen PFCs befreit werden kann. Gore-Tex ist zudem seit dem Jahr 2010 bluesign-Systempartner und stellt seine Produkte gemäß dem Öko-Tex® Standard 100 her. Dadurch verpflichtet sich das Unternehmen der Einhaltung ökologischer und sozialethischer Standards.

Weitere Informationen:

Pressemeldung Gore
Presseerklärung Greenpeace
Kampagnenseite und FAQs zu Detox Outdoor

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