Bergfreunde

Gore Tex TAR 2014: Kleider machen Leute … oder Läufer

4. Juni 2014

Sportart

Kleider machen Läufer

Kleider machen Läufer

Unsere Serie zum Transalpine Run (TAR) 2014 mit Johannes geht weiter. Der befindet sich zwar gerade zusammen mit Markus im Trainingslager auf und um den Brocken, aber er hat Zeit gefunden uns ein paar Einblicke in seine Gedanken zum Thema Bekleidung beim TAR zu geben.

(Achtung – es geht hauptsächlich um Strumpfhosen, für mich als Bouldererin ja eher ungewohnt.)

Johannes´ Theorie zu dem Thema lautet übrigens: Kleider machen Leute – Auch beim GoreTex Transalpine Run. Mal schauen, ob das wirklich so ist.

 

Johannes:

„Ich habe mich in den letzten Wochen neben der Schuhfrage intensiv mit dem Thema der Kleidung beschäftigt. Grob ist das bereits durch die Packliste des Veranstalters vorgeschrieben:

  • Regenschutz (mindestens Jacke)
  • Warme Kleidung (Oberteil und Hose)
  • Handschuhe und Mütze

Da man ja bei gutem Wetter nicht nackt laufen will, sollte man noch die Basisausrüstung dabei haben, die bei mir im üblichen aus einer kurzen Lauftight und einem Laufshirt besteht. Dazu gehören für mich bei langen Läufen noch Kompressionsbeinlinge.

Aber auf was kommt’s da an? Ich lasse Euch mal an meinen Gedanken teil haben.

Mit Köpfchen laufen

Oben herum setze ich klassisch auf eine leichte Laufmütze (z.B. Dynafit Performance Beanie), die ggf. mit einem klassischen Buff gepimpt wird. Man sollte nicht den Windchill-Effekt unterschätzen, der entsteht, wenn man bei windigen Bedingungen und einem schweißnassen Kopf unterwegs ist. Daher mit Köpfchen laufen und diesen rechtzeitig schützen.

Ich sag mal – Funktion!!!

Ich sag nur, Funktion, Funktion, Funktion. Hab ich schon erwähnt, dass man als Baselayer oder auch als einzigen Layer auf ein Funktionsshirt setzen sollte. Dieses sollte die Funktion (daher auch der Name) erfüllen, die entstehende Schweißnässe vom Körper wegzuleiten, so dass dieser nicht zu sehr auskühlt. Daher sollte das  Oberteil eher körpernah geschnitten sein, sonst kann es diese Funktion nicht wirklich erfüllen.

Auf was für ein Material man hier setzt, ist Geschmacksacke – ob rein Merinowolle (Vorteil: keine Geruchsbildung, besserer Isolationseffekt wenn nass) oder Kunstfaser (Vorteil: besserer Feuchtigkeitstransport, trocknet schneller) – oder wie Markus und ich – auf ein Mischgewebe aus Kunstfaser- und Merinowolle. Diese vereint die Vorteile der Isolation von Merinowolle und des Feuchtigkeitstransportes der Kunstfaser. Der Schweißgeruch kann nicht unterbunden werden, tritt aber später ein. Ein gutes Beispiel ist hier die Light-Serie von Peak Performance, in der Markus und ich vermutlich laufen werden (Light SS 140 T-Shirt & Light Zip 140).

Als zusätzliches Backup, was vor allem bei unbeständigem Wetter sehr angenehm sein kann, sind Armlinge zu empfehlen, beispielsweise von The North Face. Beim GoreTex TAR gibt es aber zum Glück welche gestellt. Armlinge können je nach Bedarf schnell aus und wieder angezogen oder einfach runter gestreift werden. Am Anfang habe ich sie belächelt – inzwischen liebe ich sie, und werde selber von anderen belächelt.

Haglöfs - Gram Jacket - Hardshelljacke

Haglöfs – Gram Jacket – Hardshelljacke

An einer Hardshelljacke für’s Laufen scheiden sich die Geister. Auf diese Diskussion will ich gar nicht eingehen. Sie gehört laut Packliste in den Rucksack beim GoreTex TAR – und in alpinem Gelände halte ich es einfach für sicherheitsrelevant, zumindest den Rumpf zuverlässig vor Regen und somit auch Kälte und Auskühlung schützen zu können. Zwei Tote beim Zugspitzlauf vor einigen Jahren haben auf tragische Weise gezeigt, wie unbarmherzig das Wetter in alpinen Höhen sein kann. Hier kann man entweder die ultraleichte Schiene fahren, und einen wasserdichten Hauch von Nichts nehmen (z.B. Berghaus Vapourlight Hyper Shell Hzip). Die haben den Vorteil, dass sie extrem leicht sind und ein kleines Packmaß haben. Allerdings sind sie kaum robust und weisen nur eine Beschichtung auf.

Wesentlich langlebiger ist hier eine Membranjacke. Meine favorisierte Membran ist hier die GoreTex Active Membran. Diese Membran bietet bei korrekter Anwendung (Achtung: maximal leichte Rucksäcke verwenden) und Pflege längerfristigen trockenen Laufspaß als eine reine PU-Beschichtung. Meine Favoriten hier sind die Haglöfs Gram Jacket, die Peak Perfomance Stark Jacket sowie die Dynafit Patroul GTX Jacket.

Ganz toll sind auch leichte Windjacken, die zwar nicht wasserdicht sind, aber dennoch keinen Wind durch lassen. Somit können sie den Körper bei kühlen und windigen Witterungsverhältnissen, mit welchem beim TAR zu rechnen ist, vor dem Windchilleffekt schützen. Ganz tolle Jacken wären hier die Peak Performace Silberhorn oder die Dynafit Trail DST Jacket.

Unten rum

Salomon - Women's S-Lab Exo Twinskin Skort - Laufhose

Salomon – Women’s S-Lab Exo Twinskin Skort – Laufhose

Will man mit der Mode gehen setzt man im Bereich Trailrunning auf eine Shorts, die über einer kurzen Tight getragen wird. Meist gibt es beides in Kombination bereits in einer Hose (z.B. Salomon S-Lab Exo Twinskin Short)  – oder in der weiblichen Version: Rock über Tight (z.B. Salomon Women’s S-Lab Exo Twinskin Skort). Vorteile dieser 2-in-1-Kombinationen sind aus meiner Sicht primär die Optik. Es wurde auch von einem gewissen Kühlungseffekt durch die flattrige Shorts berichtet. Kann ich selber nicht bestätigen – man ist wohl doch primär einfach hip.

Vor allem Salomon setzt hier auch stark auf Kompression – dazu aber später mehr. Wir werden auf die klassische, kurze Lauftight setzen. Es wird vermutlich auf die Peak Performance Lavvu hinaus laufen. Sehr gute Erfahrungen konnte ich auch mit der Montura Run Ciclista machen, die sehr gute Verstaumöglichkeiten für Klopapier, Schlüssel und Co. hat – bei langen Vorbereitungsläufen nicht zu unterschätzen. Wenn man wie beim Gore Tex Transalpine Run mit Rucksack oder Laufgürtel unterwegs ist, braucht es das natürlich nicht. Daher finde ich die Peak Performance Lavvu sehr gelungen, da sie bequem ist und wenig Schnickschnack hat. Und sie sieht auch noch gut aus. Ein wenig eitel sind wir Läufer ja auch, nicht wahr ;-)

Man mag ja von Kompressionsstrümpfen halten was man will, aber ich habe das die letzten Wochen intensiv getestet und festgestellt, dass meine Waden nach langen, anstrengenden Laufeinheiten weniger „müde“ waren. Daher werde ich weiter hin darauf setzen. Ich habe sehr gut Erfahrungen mit O-Motion gemacht, da aber nur die Calfs. Die haben den Vorteil, dass man seine gewohnten Socken tragen kann. Kompression an den Oberschenkeln brauche ich persönlich nicht. Wie oben erwähnt hat vor allem Salomon einige ihre Lauftights bereits mit einer Kompressionswirkung ausgestattet . Wichtig ist hier, dass die Klamotten wirklich eng sitzen, damit die Kompressionswirkung auch einsetzen kann.

Als Backup kommt zur Sicherheit noch eine lange Lauftight mit – vermutlich die lange Version der Peak Performance Lavvu. Man will ja auch die Anforderungen des Veranstalters erfüllen. Schließlich kann es Rucksackkontrollen geben. Wäre doof deswegen nicht laufen zu dürfen.

Was muss sonst noch mit?

  • Laufrucksack: Wen wundert’s? Schließlich wollen die ganzen Klamotten verstaut sein
  • Proviant: Kohlenhydrate und Elektrolyte satt, kann ich da nur sagen – und Wasser, Wasser und nochmal Cola
  • Laufstöcke: Spart Gewicht, das der Bewegungsapparat stemmen muss. Nach 48 Kilometer und 2.000 Hm freuen sich die Knie um jedes gesparten Gramm
  • EH-Set: In den Bergen und auch sonst beim Sport durchaus sinnvoll – dazu für mich in den Bergen obligatorisch: Notfall-Biwaksack

So, jetzt hab ich Dir genug erzählt zur Ausrüstung. Jetzt geht’s wieder ab auf die Piste – die Trails warten.“

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar