GORE-TEX C-Knit

Das neue GORE-TEX® C-Knit, wir haben es getestet

5. Oktober 2015

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Wir haben dem GORE-TEX® C-Knit auf den Zahn gefühlt

Wir haben dem GORE-TEX® C-Knit auf den Zahn gefühlt

Vielleicht erinnert Ihr Euch noch daran, dass wir im Februar den GORE-TEX®  Entwickler Chris Mayer zu Gast im Interview hatten, damit er uns ein bisschen was über die neueste Innovation aus dem Hause Gore erzählt: GORE-TEX® C-Knit.

Dabei handelt es sich um einen neuen Futterstoff, der auf Tour für einen behaglichen Komfort sorgen soll. Die Idee hinter C-Knit ist dabei denkbar einfach: es soll den Schutz eines robusten 3-Lagen-Material gewährleisten, dabei aber eine textile und angenehm weiche Haptik bieten.

Im September 2015 erblickt C-Knit offiziell das Licht des Marktes. Und um herauszufinden, ob der feine Zwirn hält was er verspricht, haben wir drei Bergfreunde den Sommer über losgeschickt, um jeweils einen markenlosen Prototypen der GORE-TEX® C-Knit Jacke von der Küste bis in die Berge auf Herz und Nieren zu prüfen:

Anni sitzt bei den Bergfreunden in der Online-Redaktion und wenn sie nicht gerade in die Tasten haut, treibt sie sich am liebsten in alpinen Mehrseillängen und beim Sportklettern am Fels rum.

Volker ist mit 71 Jährchen der älteste in unserer Tester-Runde. In seiner Freizeit ist er am liebsten draußen unterwegs, mit seiner Jacke ist er im Sommer von der Nordsee bis zum Bodensee gewandert. Als pensionierter Richter ist es für ihn kein Problem, ein Urteil zu fällen.

Ronald ist der dritte im Bunde. Von seinen 50 Lenzen hat er gefühlte 30 in der Natur verbracht, sei es beim Bergsteigen, beim Wandern und Trekking oder bei Ski- und Schneeschuhtouren. Dabei setzt er immer wieder auf GORE-TEX®, und jetzt vielleicht auch auf GORE-TEX® C-Knit?!

Wie sich das neue GORE-TEX® C-Knit im Einsatz geschlagen hat, welche Erfahrungen und Erlebnisse unsere Tester gemacht haben, das erzählen sie Euch am besten selbst! Und wie es sich gehört, Ladies first.

Anni beim Schneeschuhlaufen in der Schweiz

Anni beim Schneeschuhlaufen in der Schweiz

Anni

Zuerst einmal vorweg genommen: ich bin äußerst zufrieden mit meiner C-Knit Jacke! Seit März begleitet sie mich nun schon bei den verschiedensten Aktivitäten. Da ich ziemlich vielseitig unterwegs bin, konnte ich die Jacke ordentlich in die Mangel nehmen. Die Einsatzbereiche erstreckten sich vom täglichen Arbeitsweg mit dem Rad über Schneeschuh– und Skitouren bis hin zu (Berg-) Wanderungen und Hochtouren.

Tragekomfort

Dieser hat mich bei der C-Knit Jacke besonders begeistert. Die Jacke ist superleicht und ähnlich einer Paclite klein verpackbar – für den Fall des Falles war sie immer im Rucksack dabei! Speziell ist auch der Stretch des Materials, der die Jacke wesentlich geschmeidiger und deutlich weniger steif sein lässt als viele andere Hardshelljacken. Das hat mich sehr positiv überrascht! So hatte ich immer schön viel Bewegungsfreiheit, und meistens hatte ich das Gefühl, gar keine Jacke anzuhaben, so leicht ist sie. Auch empfindliche Ohren freuen sich, denn das Material ist außerdem raschelarm.

Gore-Tex-C-Knit_Praxistest

Bei den „24h von Bayern“ wurde die Jacke einer harten Prüfung unterzogen

Wasserdichtigkeit

Wie von GORE-TEX® gewohnt hielt mich die Jacke auch bei stärkerem Platzregen problemlos trocken: die Imprägnierung des Oberstoffes ließ nichts zu wünschen übrig und ließ die Tropfen außen abperlen. Als es jedoch bei einer langen Tageswanderung ununterbrochen über Stunden stark regnete, quittierte die Membran vor allem an den exponierten Stellen (Ärmeln) leider ihren Dienst und die Nässe drang durch. Aber bei diesen harten Bedingungen gerät wohl so manche Hardshell an ihre Grenzen.

Atmungsaktivität

Da die GORE-TEX® Membran umso besser funktioniert, je stärker das Gefälle der Temperaturen innerhalb und außerhalb der Jacke ist, freute ich mich besonders, sie im März und April beim Skitourengehen und Schneeschuhwandern sowie im August bei einer Hochtour zum Similaun testen zu können. Fazit: Die Atmungsaktivität hat mich überzeugt! Bei Temperaturen von knapp über 0° bis zu 12° Celsius hatte ich auch beim harten Aufstieg kein einziges Mal das Gefühl, in der Jacke unangenehm zu schwitzen und ein Hitzestau ist auch ausgeblieben. Vielmehr hatte ich immer ein angenehmes,  trockenes Gefühl innerhalb der Jacke. Meist trug ich ein langärmeliges Funktionsshirt (Craft Active Extreme) und ein T-Shirt (z.B. Icebreaker Merino oder Aclima Wool Net) darunter, manchmal auch eine dickere Fleecejacke (66 North Vik Hooded Jacket oder Hengill Jacket) oder Kunstfaserweste (Vaude Sesvenna).

Robustheit

Bei meiner mehrwöchigen Trekkingtour durch Norwegen konnte ich feststellen, dass die Membran und das Futter problemlos auch lange Touren mit einem Rucksackgewicht von ca. 20 kg aushalten. Zumindest kann ich noch keine Gebrauchsspuren erkennen. Auch im täglichen Gebrauch auf dem Rad mit Tagesrucksack hat sich das Material super bewährt.

Fazit

Für schweißtreibende Aktivitäten am Berg absolut empfehlenswert, da leicht, elastisch und sehr atmungsaktiv. Der Wetterschutz ist sehr gut, dennoch würde ich bei stunden- oder tagelangen Regengüssen eher auf eine robustere Regenjacke zurückgreifen, wie zum Beispiel aus GORE-TEX Pro 3L – oder den klassischen Friesennerz ;-)

Volker

In der Zeit von April bis August 2015 hatte ich die Gelegenheit, die GORE-TEX®  C-Knit Jacket täglich beim Reiten, beim Radfahren und bei Hundespaziergängen zu tragen. Außerdem begleitete sie mich auf einer 400 km Rucksackwanderung durch Deutschland.

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So klein verpackbar, fällt sie gar nicht auf

Ehrlich gesagt habe ich die Jacke am liebsten zusammengerollt im Standby-Modus gesehen – denn dann war das Wetter schön. Das gute Stück braucht wenig Platz im Rucksack und ist relativ leicht im Gewicht. Weiterhin überzeugt die Jacke mit einem guten Schnitt: an der Hüfte sitzt sie schön lang. Die Ärmel sind beim Gehen zwar etwas zu lang, beim Reiten und Radeln aber genau richtig! Die Kapuze lässt sich leicht und passend einstellen.

Sehr gut sind auch die Doppel-Taschen am Bund – die äußeren Taschen sind dabei mit Reisverschluss gesichert, sodass unterwegs nichts herausfallen kann. Die seitlichen Einschubtaschen sind zum Händewärmen leicht erreichbar. Die innere Brusttasche ist leider ein bisschen zu klein: mein Smartphone passt nicht hinein.

Ein weiterer Nachteil meines Empfindens ist der Front-Reißverschluss, der zu schwergängig ist und nur beidhändig bedient werden kann. Auch lässt er sich nicht von unten her öffnen, was mir gerade beim Radfahren, Reiten und im Sessellift doch fehlt.

Die Lüftungsschlitze unter den Armen sind wertvoll, für meinen Geschmack aber etwas zu kurz geraten. So eignen sie sich nicht richtig für die Belüftung, aber allemal um die Arme durchzubekommen ohne die Jacke ausziehen zu müssen.

Da kann Hund schon etwas neidisch werden

Da kann Hund schon etwas neidisch werden

Und jetzt zum einzigen wirklichen Manko: das Rascheln. Besonders beim Schwingen der Arme und noch stärker bei aufgesetzter Kapuze ist die Jacke doch recht laut. Es ist so laut, dass Umweltgeräusche übertönt werden. Nach häufigem Gebrauch und mehrmaligem Waschen sind die Geräusche zwar geringer geworden, sie stören mich aber immer noch.

Ihren eigentlichen „Job“ erledigt das GORE-TEX® C-KNIT hervorragend! Die Jacke ist absolut winddicht und auch selbst bei Bindfadenregen absolut wasserdicht.

Bleibt noch die Frage nach der „Atmungsaktivität“: die Dampfdurchlässigkeit ist sehr gut! Natürlich kann aber auch die neueste Membran nicht die Physik auf den Kopf stellen, sodass besonders im Hochsommer bei einem fehlenden Temperaturgefälle und einer hohen Körperaktivität nicht die gesamte Feuchtigkeit abgeführt werden kann.

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Auch am Wasser macht sie eine gute Figur

Die Jacke direkt auf der Haut zu tragen, ist für mich kein angenehmes Gefühl. Ich fühle mich wohler, wenn ich noch ein langärmeliges Shirt darunter trage, zum Beispiel aus Merino.

Hervorragend ist die Strapazierfähigkeit der GORE-TEX® C-KNIT Jacke! Sie ist absolut unempfindlich gegenüber Flecken und auch nach mehrmaligem Waschen sowie längerem Gebrauch mit dem Rucksack sind keine Abnutzungsspuren zu erkennen.

Wir (mein Hund und ich) haben Deutschland im Sommer von der Nordseeküste bis nach Marburg neu kennen und bewundern gelernt – und dank der Jacke habe ich mich dabei immer „pudelwohl“ gefühlt!

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Ronald unser dritter Tester

Ronald

Testverhältnisse

Ich habe die Jacke auf Berg- und Skitouren in den Alpen, während Spaziergängen im heimatlichen Wald sowie bei einer 10-tägigen Trekkingtour im norwegischen Fjell ausgiebig testen können. Dabei herrschten winterliche und sommerliche, regnerische und sonnig-windige Verhältnisse.

Paßform

Bei meiner Größe von 192 cm und mit einer eher schlanken Statur habe ich oft Probleme die passende Größe zu finden. Entweder sind die Ärmel zu kurz (meist bei L) oder die Jacke ist zu weit (XL und XXL).

Bei meiner Testjacke hat aber alles gepaßt! Die Ärmel kommen mit einer üppigen Länge und mit einem vernünftigen Klettverschluss an den Bündchen. Der Schnitt ist dabei eher körperbetont und nicht sackartig wie so oft, er engt aber nicht ein!

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Perfekter Schutz im hohen Norden

Ausstattung und Verarbeitung

Die Jacke ist mit leichtgängigen Reißverschlüssen unter den Ärmeln ausgestattet, die als Belüftungsöffnungen dienen. Außerdem gibt‘s einen extra großen, abgedeckten Hauptreißverschluss, der auch mit Handschuhen noch gut zu bedienen ist.

Ausreichend Taschen für kleinere und auch etwas größere Ausrüstungsteile sind vorhanden.

Für den Windschutz bietet die Kapuze sehr gute Einstellmöglichkeiten, um eine optimale Passform zu erzielen, einen hohen Kragen und ein leicht versteiftes Schild. Man fühlt sich wirklich gut geschützt.

Der Gummizug im Saum ermöglicht den sauberen Abschluss nach unten hin.

Die Nähte auf der Jackeninnenseite sind mit schmalem Tape versiegelt. Das schützt und gewährleistet zudem eine größere Atmungsfähigkeit und Geschmeidigkeit als die breiten Tape-Autobahnen, die bei manch anderen Herstellern verwendet werden.

Tragekomfort

Die Jacke engt nicht ein, bietet alle notwendigen Bewegungsfreiheiten und ist nach meinem Empfinden sensationell angenehm auf der Haut.

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Die GORE-TEX Jacke wurde bei jedem Wetter getestet

Wetterschutz/Haltbarkeit

Auch eine 10-tägige Trekkingtour in Norwegen mit 17kg Rucksack und unter allen möglichen Wetterbedingungen hat die Jacke mit Bravour gemeistert. Ich konnte keine Abnutzungserscheinungen feststellen, keinen Pilling Effekt und auch die Wasserdichtigkeit war stets gegeben.

Klima

Da ich sehr schnell und viel schwitze, hat eigentlich keine Jacke – wie gut sie auch atmen mag – eine Chance mich durch ihre Atmungsaktivität zu überzeugen. Bei der Testjacke war die Atmungsaktivität in Ordnung. Mehr geholfen haben mir da die Belüftungsöffnungen unter den Armen, die ich mir sogar noch größer vorstellen könnte bzw. wünschen würde.

Fazit

Nach meinen Erfahrungen mit anderen Jacken, bin ich von dieser Jacke wirklich begeistert und überzeugt. Man fühlt sich stets gut aufgehoben und „sicher verpackt“ ohne Einschränkungen in der Beweglichkeit und Nutzung.

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