Alle Artikel zum Thema ‘Gear-Tipp!’

Hier eine neue Technologie, da eine neue Funktion, aber was steckt eigentlich dahinter? Wir alle haben bestimmte Anforderung an ein Produkt, oft wissen wir aber nicht, ob diese tatsächlich erfüllt werden.

Die Kategorie Gear-Tipp, soll Dir genau dabei helfen. Hier findest Du nämlich Ausrüstungsempfehlungen mit echten Praxistests. Unsere Bergfreunde testen und nutzen die Ausrüstung aus unserem Sortiment selbst und sind dabei die härtesten Kritiker. Dabei werden die Produkte genausten unter die Lupe genommen und Draußen ausführlich getestet. Von Bekleidung, über Schuhe bis hin zur Ausrüstung sind alle Outdoor-Produkte in den vielfältigsten Sportarten dabei.

Leg los und finde mit Hilfe spannender Testberichte die beste Ausrüstung.

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Gear-Tipp: Black Diamond Vapor Helmet

7. März 2017
Gear-Tipp!

Wenn Bergfreund Philip im frischen Neuschnee seine Bahnen zieht, dann gehört der Helm ebenso dazu, wie ein LVS-Gerät und die Lawinenschaufel. Sicherheit geht vor – und das zählt am Berg genauso, wie im Straßenverkehr oder auf dem Mountainbike. Warum er sich dabei auf den Black Diamond Vapor Helm verlässt, erfahrt ihr in seinem Gear-Tipp:

Vorgedanken

Seit geraumer Zeit hat sich im Skisport ein Trend durchgesetzt. Eigentlich ist es traurig, dass man in diesem Zusammenhang überhaupt von einem Trend sprechen muss, denn dieser Trend nennt sich Helm und sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Nicht zuletzt auf Grund namhafter Unfälle im freizeitmäßigen Skifahren, wie die Beispiele Althaus und Schuhmacher zeigen, tragen inzwischen rund 90% der Skifahrer auf Österreichs Pisten einen Helm. Vielfach wird gar über eine absolute Helmpflicht gesprochen und im Lift der Kopf über diejenigen geschüttelt, die noch ohne fahren.
Dabei frage ich mich, wann sich dieser Trend auf andere Bereiche des Lebens übertragen wird. Beim städtischen Fahrradfahren etwa oder beim Skitourengehen sieht man nahezu niemanden, der einen Helm zur Abfahrt trägt.

Mit der Zeit beschlich mich also mehr und mehr das Gefühl, dass ein Helm auch für mich hier sinnvoll ist und so machte ich mich auf die Suche. Da ich zur selben Zeit einen neuen und anständigen Kletterhelm benötigte, beschloss ich beides miteinander zu verbinden: Also einen neuen Kletterhelm zu suchen, den ich ebenfalls für meine Skitouren tragen konnte.

Die Wahl eines Kletterhelms fürs Skitourengehen hat verschiedene Vorteile:
Zum einen spart man eine Menge Gewicht, Geld und kann ihn gleich für beide Sportarten nutzen.

Während meiner Suche begegnete mir unterdessen immer häufiger der Vapor Helmet von Black Diamond.

Die Marke

Black Diamond ist ein Hersteller von Kletter- und Skiausrüstung aus Utah in den USA. In den USA bezeichnet sich das Unternehmen als führender Hersteller für Innovationen in diesem Bereich und ist in der Szene reichlich bekannt. Mit der Black Diamond Avalung gelang es ihnen beispielsweise, die große Alternative zum Lawinenairbag auf den Markt zu bringen.
Im Jahr 2010 wurde Black Diamond von Clarus Corporation übernommen, einem Ausrüstungs-Auftragnehmer des US-Militärs. Seit 2016 möchte Black Diamond seinen europäischen Hauptsitz aus der Schweiz nach Innsbruck verlegen.

Der Helm

Nach dem Kauf war ich zunächst einmal erstaunt, wie leicht der Helm bei gleichzeitig gutem Aussehen war. Ich hatte mir zusätzlich den Petzl Sirocco bestellt, der leider im Vergleich bei mir wirklich bescheuert auf dem Kopf saß, auch wenn er nochmal 30 Gramm leichter war. Da es mir bei der Wahl dieses Helmes sehr auf geringes Gewicht ankam, hatte ich mich in meiner Vorauswahl somit auf diese beiden Modelle beschränkt.

Allerdings hat die Leichtigkeit auch ihre Tücken, denn natürlich geht bei einem solchen Helm das geringere Gewicht auf den ersten Blick mit geringerer Sicherheit einher. Genauer hingeschaut wurde bei diesem Helm wirklich an jedem einzelnen Gramm gespart.
Um die nötige Sicherheit zum Klettern und für’s Skifahren dennoch zu gewährleisten, nutzt Black Diamond bei dem Vapor Helmet kleine Carbondrähte, die durch die Hartschale des Helmes gezogen sind, um ihm, bei gleichzeitig sehr dünner innerer Schaumschale, mehr Stabilität zu verleihen. Neben der Leichtigkeit fiel mir besonders positiv auf, dass der Vapor Helmet am Hinterkopf vergleichsweise tief runter gezogen ist, was einen verbesserten Schutz im Nackenbereich bietet.

Der Umstand, dass Black Diamond was das Gewicht betrifft, an der Grenze des Möglichen kratzt, zeigt sich auch in dem Fakt, dass der Helm nur der CE Norm entspricht. Die UIAA hat diesem Helm nicht Ihre Normkennzeichnung verliehen, da er die nötigen Schutzstandards nicht erfüllt. Allerdings sind diese höher angesetzt, als die der CE Norm – und lediglich die Letztere ist für den Verkauf als Kletterhelm in Europa erforderlich.

Da die CE Norm schließlich vollkommen ausreichend ist, überwog bei mir unter dem Strich ein sehr positiver Gesamteindruck.

Der Praxistest

Bisher hatte ich die Möglichkeit, den Helm auf einer Skitour und einem Kletterausflug auszuprobieren. Wie bereits oben erwähnt, ist der Helm ziemlich dünn und man kann ihn nicht, wie andere Helme, achtlos in den Rucksack stopfen. Darauf gilt es in der Praxis zu achten.

Sofern man bereit ist diesen Umstand zu akzeptieren, erhält man einen Helm, der sehr angenehm sitzt, den man kaum auf dem Kopf spürt und der hervorragend belüftet ist. Selbst auf einer Frühlingsskitour Anfang April ist mir darunter nicht zu warm geworden und ich hätte nahezu vergessen, dass ich ihn auf dem Kopf trage.
Das Verstell-System ist, im Anbetracht des geringen Gewichts, hervorragend gelungen. Angelehnt an das Drehrädchen-System, kann man die zwei kleinen Ratschennasen schnell und leicht verstellen – der Helm sitzt angenehm fest auf dem Kopf.

Darüber hinaus kann man nicht häufig genug betonen, dass dieser Helm im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten immer noch ziemlich gut aussieht. Bei den meisten anderen Helmen hat man häufig das Gefühl, sich irgendeine unförmige Haube auf den Kopf zu setzen – nicht so beim Vapor Helmet, wenngleich Schönheit natürlich stets im Auge des Betrachters liegt.

Fazit

Wer einen Helm sucht, der seinem Kopf in allen nur erdenklichen Fällen das absolute Maximum an Sicherheit bietet, der ist mit dem Vapor Helmet falsch beraten, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass die CE Norm an dieser Stelle völlig ausreichend ist.

Wer aber einen Helm sucht, der unglaublich leicht ist, der gut aussieht, da er flach am Kopf sitzt, und der einen hervorragenden Kompromiss zwischen Sicherheit und Gewicht bietet, der liegt mit dem Vapor Helmet goldrichtig.

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Gear-Tipp: MSR – Dromedary Bag – Wasserbeutel

14. Februar 2017
Gear-Tipp!

Bergfreund Johannes gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden. Wenn er in die Natur geht, erwartet er, dass seine Ausrüstung mit ihm mithalten kann. Egal ob bei Wanderungen, beim Bergsteigen oder Camping – robust und widerstandsfähig muss sie sein. In seinem Gear Tipp erklärt er, warum der MSR – Dromedary Bag – Wasserbeutel seine Erwartungen sogar übertroffen hat.

Ich persönlich habe eine klare Schwäche für Ausrüstungsstücke, bei denen man einfach sicher weiß, dass man sie in fast jeder erdenklichen Situation schinden und auch bei extremsten Bedingungen verwenden kann und sie einem trotz allem den Dienst niemals versagen. Also Ausrüstung, für die man sich entscheiden würde, wenn man damit bis zum Ende seiner Tage in die Wildnis gehen würde.

Nein… dies ist kein Gear Tipp für einen Klappspaten oder eine Axt. MSR hat es tatsächlich geschafft einen Wassersack zu entwerfen, der der obigen Beschreibung erstaunlich nahe kommt: Der Dromedary Bag.

Er kommt in den Größen 2, 4, 6 und 10 Liter. Ich persönlich habe den 10 Liter Sack seit vielen Jahren im Gebrauch und benutze ihn als kompaktes Wasserreservoir welches ich, für optimale Gewichtsverteilung an der Rückenseite meines Rucksackes tragen kann und welcher mich – unverwüstlich wie er ist – zuverlässig mit viel, viel Wasser versorgt.

Die technischen Features sind einfach: extrem robust, von Grund auf gut durchdacht und funktionell, sodass für mich kein Wunsch zur Verbesserung offen bleibt:

1. Das Cordura Nylon Außenmaterial ist reiß- und abriebfest und kommt mir unverwüstlich vor. Man kann den Sack bedenkenlos gefüllt als Sitzkissen benutzen oder mehrere Meter tief fallen lassen. Spitze Steine und Dergleichen können dem Material allem Anschein nach nichts anheben. Wer’s nicht glaubt, findet im Internet Testvideos, in denen der Sack vor laufender Kamera malträtiert wird und dabei unbeschadet bleibt.

2. Der Trinkverschluss hat drei verschiedene Dosierungsmöglichkeiten: einen dünnen, sparsamen Strahl, den man auch als direktes Trinkventil benutzen kann; einen flaschenhalsgroßen Schraubverschluss zum Gießen; sowie einen Breiten auffüll- und reinigungstauglichen Verschluss. Das ganze wird von einem Henkel direkt an den Öffnungen unterstützt, welcher das Auffüllen und das Gießen ziemlich erleichtert.

3. Seitlich befinden sich am Sack robuste Metallösen, durch die eine Schlinge gezogen ist. Somit kann man den Wassersack beliebig aufhängen, zusammenschnüren, als kleinen Rucksack tragen oder eben kräftig anpacken. Einfach und genial.

4. Der Dromedary lässt sich mit einem dazugehörigen Duschkit und einem Trinkschlauch erweitern und erfüllt somit zugleich mehrere Funktionen als Dusche, Kanister und Hydration System; so wie er eben gerade gebraucht wird. Das spart wiederum Gewicht, da man nicht drei verschiedene Behälter braucht, sondern nur einen, der dafür alle Funktionen erfüllt.

5. Der Wassersack ist mit seiner flachen Form perfekt im Rucksack verstaubar. Wie ein Trinksystem lässt er sich direkt am Rückenteil des Rucksackes fixieren, wo er als meist schwerstes Gepäckstück auch sitzen soll. Durch die Schnürung kann man den Sack komprimieren, wenn er nicht mehr ganz voll ist, um damit lästiges Hin- und Herschwappen beim Tragen zu verhindern.

6. Das dreiteilige Verschlusssystem gibt es auch als Ersatzteil zu kaufen – das ist einfach super und nachhaltig!

Fazit:

Wer einen robusten und extrem vielseitigen Wasserbehälter zum Camping, Trekking, Bigwall-Klettern, für Hochtouren und andere Aktivitäten braucht, bei denen es gilt, zuverlässig und praktisch Wasser zu transportieren, der macht mit dem Dromedary Bag definitiv nichts verkehrt. Wichtig ist, ihn nach der Benutzung zu trocknen, um so einer Keim- und Schimmelbildung vorzubeugen.

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Gear-Tipp: Marmot-Variant-Jacket

17. Januar 2017
Gear-Tipp!

Bergfreund Stephan ist ein leidenschaftlicher Outdoorsportler und weiß für jedes Wetter die richtige Kleidung einzupacken. Heute stellt er ein echtes Multitalent vor. Die Variant Jacket – Kunstfaserjacke von Marmot. Ein Allrounder, den er im Winter genauso tragen kann wie in kühlen Frühlingsmonaten. Wie das möglich ist, erzählt er Euch in seinem Gear-Tipp.

Vorteile

Die Variant Jacket von Marmot ist mein persönliches Lieblingskleidungsstück für die Berge. Egal ob Frühling, Herbst oder Winter, die Jacke kommt bei fast jedem Wetter zum Einsatz und weiß funktionell wie optisch, entweder als Midlayer oder auch als Außenhaut zu überzeugen. Dabei trage ich sie sowohl zum Wandern, Bergsteigen und Schneeschuhgehen, als auch zum Langlaufen.

Die Marmot Variant überzeugte mich vor allem durch ihren tollen Tragekomfort, da sie stets gut am Körper anliegt. Dazu ist sie überaus leicht und sehr bequem, sodass nichts zwickt oder drückt.

Als Außenjacke kann sie bei windigen Frühlings- oder Herbst-Tagen ihre wahre Stärke ausspielen. Durch die winddichte Vorderseite und das Fleece-Material an Armen sowie Rücken wird es einem bei anstrengenden Touren nicht kalt. Außerdem sind bei dieser Jacke endlich mal die Ärmel lang genug für die Daumenschlaufen!

Und auch im Winter macht sie als Midlayer einen super Job, trägt nicht zu dick auf, drückt nicht am Hals und passt somit locker unter meine Hardshell-Jacke. Desweiteren hat mich das Jackentaschen-Konzept überzeugt. Sowohl die zwei Seitentaschen mit gut funktionierendem Reißverschluss (für Handschuhe oder Stirnband) als auch die Innentasche (für Handy oder Wertsachen) bestechen durch Funktionalität.

Verarbeitung & Qualität

Nach zwei Jahren im Einsatz kann ich bisher nur gutes über die Verarbeitung berichten; keine offenen Nähte oder Löcher, trotz sehr regelmäßiger Nutzung. Auch die Farbe der Jacke ist immer noch wie am ersten Tag.

Einsatzgebiet

  • Wandern
  • Bergtouren
  • Klettersteige
  • Langlaufen
  • Skitouren
  • Schneeschuhtouren
  • Freizeit

Für wen eignet es sich besonders

Für alle, die eine Jacke für zahlreiche verschiedene Outdoor Aktivitäten suchen und dabei Wert auf viel Bewegungsfreiheit legen.

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Gear-Tipp: Trangia – 27-3 Spiritus Sturmkocher

3. Januar 2017
Gear-Tipp!

Trangia – 27-3 Spiritus Sturmkocher

Bergfreund Johannes hat auf seinen Reisen Stürmen und Gezeiten getrotzt und an den entlegensten Orten kampiert. Damit es dort nicht nur Käsebrot und Müsliriegel gibt verlässt er sich auf seinen getreuen Tangia Sturmkocher, um auch ohne Stromanschluss kulinarische Köstlichkeiten zu genießen. Warum es ihm gerade sein TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher so angetan hat, erzählt er euch in seinem Gear-Tipp:

Was ist der TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher genau?

Das Standardset des TRANGIA – 27-3 beinhaltet 2 Töpfe, eine Pfanne mit Non-Stick-Beschichtung, einen Spiritusbrenner, eine Topfzange, zwei zusammenschraubbare Teile die den Windfang bilden und einen Riemen zum verschnüren. All diese zusammengehörigen Teile ergeben im aufgebauten Zustand einen Sturmkocher mit verstellbarer Brennintensität, der selbst in bitterkaltem Wintersturm, im Schutze des Aluwindfangs „in Ruhe sein Ding köchelt“.

Zusammengepackt (was in diesem Falle bedeutet ineinander gestapelt) ergeben alle 8 Teile ein überraschend kleines, kompaktes und robustes Paket mit den Maßen 18,5cm x 10cm und einem Gesamtgewicht von 740 Gramm. Beachtlich wenn man bedenkt, dass es sich ja um ein komplettes Kochset handelt!

Alle aktuellen Trangia Kocher bestehe aus Ultralight-Aluminium, einer Aluminiumlegierung, die laut Hersteller bis zu 50% stärker ist, als herkömmliches Aluminium. Dadurch können alle Aluteile des Kochsets extrem dünnwandig sein, ohne sofort wie herkömmliches Aluminium überall Dellen zu bekommen oder zu verbiegen. Noch robuster und vor allem auch lebensmittelechter ist die „Ultralight Hardanodized“-Variante des Kochers. Durch die Hartanodisierung wird die Oberfläche des Materials extrem verdichtet und die Kratz- und Verschleißfestigkeit stark erhöht. Das ist vor allem für Leute interessant die herkömmlichem Aluminium als Ess- oder Kochgeschirr wegen der leicht gesundheitsschädlichen Eigenschaften eher kritisch gegenüberstehen. Die hartanodisierten Teile sind Titan so ähnlich, dass ich sie für Titan gehalten hätte, wenn ich nicht gewusst hätte was es für ein Material ist. Selbst Schaben mit Stahl verursacht auf der extrem harten, dunkleren Oberfläche keine Kratzer! Dass Aluminiumspähne im Essen landen gehört hiermit also der Vergangenheit an.

Den Trangia gibt es in 2 verschiedenen Größen. Die hier vorgestellte 27er Serie ist mit 1 Liter-Töpfen für das Kochen für 1-2 Personen gedacht. Die größere 25er Serie ist für 3-4 Personen bestimmt.

Sturmgeprüft

Zur Regulierung der Flammengröße gibt es für den Brenner übrigens einen Deckel dessen Oberseite sich stufenlos auf und zu machen lässt und somit einen fließenden Spielraum für die Regulierung der Brennintensität ermöglicht. In wenigen Minuten hat man mit dem Spiritusbrenner auf maximaler Stufe einen vollen Topf Wasser zum kochen gebracht. Man kann jedoch auch auf kleinster Flamme etwas über einen langen Zeitraum sanft köcheln und dabei den Brennstoffverbrauch minimieren und Anbrennen verhindern. Durch diese Möglichkeit wird der Trangia zu einer richtigen „Starkoch-Station“ wenn man es drauf anlegt!

Für alle, die ein klassische Gaskartusche dem Spiritus vorziehen gibt es den Trangia auch mit Gasbrenner.

Auch für die anfänglichen Brennschwierigkeiten von Spiritus bei niedrigen Temperaturen hat sich der Hersteller etwas einfallen lassen: Mit dem Winterset braucht man auch bei -20°C den Brennstoff vorher nicht mehr am Körper erwärmen. Eine kleine Menge Spiritus wird hierzu in die unten an den Brenner ansteckbare „Kralle“ gefüllt und angezündet. Durch die große Oberfläche die der Brennstoff dort hat, brennt er selbst bei niedrigsten Temperaturen bei direktem Kontakt mit einer Streichholz- oder Feuerzeugflamme sofort an. Diese Flamme erhitzt dann den Spiritus im Brenner. Sobald dieser warm genug ist springt die Flamme aus der Kralle in den den eigentlichen Brenner über et voilà: der Kocher brennt auch im eisigsten Nordwind wie gehabt.

Fazit

Der Trangia 27 Spirituskocher hat mich mit seiner Kompaktheit, Robustheit und Vielseitigkeit vollends überzeugt und ist mir seit vielen Jahren ein getreuer Begleiter auf allen Touren. Wenn es darum geht wirklich etwas zu kochen und nicht nur Wasser heiß zu machen, ist der Trangia meiner Meinung nach dem Gas- oder Benzikocher überlegen. Auch die unkomplizierte und sehr kostengünstigen Eigenschaften des Spiritus finde ich überzeugend. Zur Not lassen sich natürlich alle brennbaren Alkohole in dem Brenner verwenden und durch die minimalistische Kompaktheit gibt es am Brenner wirklich keinerlei Fehlerquellen – es kann nichts kaputt gehen es sei denn ein Panzer fährt über den Brenner drüber.

Der TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher ist der optimale Kocher für jeden der es gerne „all-in-1“ hat und für sich allein und/oder einen zusätzlichen Bergfreund kochen, braten und köcheln will. Wer auf diese Möglichkeit auch in den kältesten, stürmischsten Nächten nicht verzichten möchte, trifft mit dem TRANGIA – 27-3 Spiritus Sturmkocher eine ausgezeichnete Wahl.

 

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Gear-Tipp: Lundhags – Makke Pant – Softshellhose

3. Januar 2017
Gear-Tipp!

gt_blog_vorlageWer schon einmal an einer Kletterwand gehangen hat weiß, dass die richtige Kleidung den Unterschied zwischen Erreichen des nächsten Griffs und einem Absturz bedeuten kann. Bergfreund Philip hat das auch erkannt und sich auf die Suche nach einer verlässlichen Kletterhose gemacht. Dabei ist er auf die Makke Pant – Softshellhose von Lundhags gestoßen. Wie die Hose ihn überzeugt hat beschreibt er in seinem Gear-Tipp.

Allgemeines:

Für etwa zwei Jahre Kletterei habe ich eine hässliche graue Hose, in allen möglichen Kletterrouten, Klettergärten und Hallen mit mir rumgetragen, die ich bei irgendeinem Retailer in Tirol, für etwa 20€ erstanden hatte. Damit sollte nun endlich Schluss sein. Eine Erneuerung meiner Kletterhose stand an. Mein Schwerpunkt lag dabei auf alpinen Kletterhosen, da ich die neue Kletterhose eher nicht in Hallen tragen wollte. Die Wandplatten dort beanspruchen die Hosen bei Reibung stark.

Ich wollte, dass diese Hose mir extrem viel Bewegungsfreiheit, etwas Wetterschutz und viel Ventilationsmöglichkeiten bietet, sodass unter keinen Umständen ein Hitzestau entstehen könnte.  Darüberhinaus sollte Sie ein paar Taschen zum Verstauen von Kleinigkeiten haben. Und als letztes sollte sie robust sein, sodass die Hose bei Kontakt mit dem Felsen, nicht sofort den Geist aufgeben würde.

Hosenzipper, mit denen ich die lange Hose zu einer ¾ oder kurzen Hose umfunktionieren könnte, waren kein Kriterium für mich, da ich sowohl beim Wandern als auch beim Klettern eine schützende Schicht zwischen Haut und Außenwelt haben will. Häufig genug, habe ich üble Schürfverletzungen von anderen Kletterern erlebt. Umso wichtiger wurden dadurch allerdings die Belüftungsmöglichkeiten.

Nach einiger Beratung mit Händlern und Gesprächen mit Bergführern, aus meinem Bekanntenkreis, wurde ich auf die Makke Pant von Lundhags aufmerksam. Diese gab es in einigen verschiedenen Farben und diversen Passformen, von lang bis kurz. Sie sah gut und hochwertig aus. Daher habe ich mir die Hose, zur genaueren Ansicht, kurzerhand bestellt.

Marke:

Lundhags ist ein schwedischer Hersteller von Outdoor Bekleidung, der 1932 durch die Übernahme der väterlichen Schuhmacherei, durch Jonas Lundhag entstand. Über die Jahre konnte sich Lundhags zu einem weltweiten Unternehmen ausweiten, die für hohe Qualität und Maßstäbe bekannt sind. Unter Anderem ist Lunhags offizieller Zulieferer für die schwedische Königsfamilie und die Sirius Patrouille, eine dänische Militär Einheit.

Darüberhinaus setzt sich das Unternehmen auch für nachhaltige und umweltfreundliche Produktion ein.

Die Hose:

Als die Hose ankam bin ich natürlich sofort hineingeschlüpft. Sie soll, laut Herstellerangabe eng anliegen und durch einen verstellbaren Hüftbund, ohne Gürtel zu tragen sein. Sie erleichtert das Anziehen eines Gurtes zusätzlich durch eine verstellbare Beinabschluss-Weite.

Sofort fiel die wirklich enorme Bewegungsfreiheit in der Hose auf. Ich konnte ohne Probleme mein Knie zur Brust hoch ziehen. Ich freute mich sehr über die zwei Belüftungsreißverschlüsse, die ziemlich ungewöhnlich, auf der Innenseite der Oberschenkel und auf der Außenseite der Waden angebracht waren. Beide wirkten jedoch durch ihre Länge effektiv.

Zusätzlich ist zu erwähnen, dass die Nähte, das Material und die gesamte Hose, den Eindruck einer sehr hochwertigen Verarbeitung machten, die den hohen Einkaufspreis rechtfertigten.

Das Material der Hose ist grundsätzlich zweigeteilt. Das farbige Hauptmaterial an den Oberschenkeln nennt sich LPC Strech und besteht zu 35% aus Baumwolle und zu 65% aus Polyester. Diese Kombination soll den Kompromiss zwischen Atmungsaktivität (65% Polyester) und Robustheit (35% Baumwolle) meistern.

Der zweite Teil, alles unterhalb des Knies und am Gesäß, besteht mit Schoeller Dry Skin aus 93% Polyamid und 7% Elasthan. Dieses Material schafft die enorme Bewegungsfreiheit der Hose.

Zusätzlich hatte die Hose, über die normalen Fronttaschen hinaus, zwei große horizontale Reißverschlusstaschen, außen auf dem mittigen Oberschenkel platziert. Somit gab es genügend Platz auch noch etwaige kalte Hände kurz mal in die Hosentasche zu stecken.

An der Wetterfestigkeit der Hose hatte ich so meine Zweifel, da Sie weder eine Membran, noch eine Imprägnierung aufwies.

Im Praxistest habe ich die Hose auf drei Gelegenheiten getestet. Zum Einen ging es über die Höllentalklamm wandernd auf die Zugspitze, am Roß- und Buchstein zum Klettern und am Gran Paradiso auf Hochtour.

In der Praxis hat mich die Hose überzeugt.

Die Makke Pant erwies sich auf allen diesen Gelegenheiten als hervorragender und sicherer Begleiter. Auf die Hose war absolut Verlass! Sie machte alles mit und ich hatte wirklich wenig zu beklagen. Ein tolles Feature war der Schuhhaken, den ich bisher noch bei keiner Hose gesehen habe, die ich nicht nur ausschließlich für Trekking hätte verwenden können. Zusätzlich erwies sich der Kantenschutz gerade auf Hochtour, als wichtig und durchdacht. Die Reißverschlussläufer sind allesamt groß und lassen sich auch mit Handschuhe bedienen.

Nachteile:

Die Belüftung hat mir dann doch, irgendwann im heißen August auf der niedrigen Höhe von etwa 600m zu schaffen gemacht. Zwar war die Hitze in der Hose erträglich, gerade für Bergsteiger, die weniger hohe Maßstäbe bezüglich Hitzestau ansetzen, allerdings hat es mich ein bisschen genervt. Der Oberschenkel konnte durch den Reißverschluss an der Innenseite einfach nicht ausreichend belüftet werden. Somit habe ich mir im Internet einen YKK Zip gekauft, bin damit zum Schneider gerannt, und habe mit auf der Oberschenkel-Außenseite diesen Reißverschluss einnähen lassen. Zugegeben ich bin ein Perfektionist.

Darüberhinaus würde ich diese Hose nicht dauerhaft zum Einsatz auf Hochtouren empfehlen, da der Nässeschutz, auf die Dauer, doch zu wünschen übrig lässt. Es ist halt eben eine Sommerhose, die etwas Nässe hin und wieder übersteht. Hier hilft dann eine ordentlich Imprägnierung.

Fazit:

Ich würde diese Hose als Sommerhose zum Wandern, Trekking und Klettern uneingeschränkt weiterempfehlen. Sie gehört zwar in die höhere Preisklasse, allerdings hat Lundhags auch sein ganzes Können und Repertoire in diese Hose investiert. Insgesamt eine schöne und funktionale Hose, die sich von den allgemeinen Ziphosen abhebt.

 

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Gear-Tipp: Lowa – Camino GTX – Wanderschuhe

3. November 2016
Gear-Tipp!

gt_blog_vorlageFür Wanderer beginnt jetzt die beste Jahrszeit. Nicht zu kalt, nicht zu warm und die Natur zeigt sich mit buntem Blätterwerk von ihrer besten Seite. Bergfreund Stephan treibt es ebenfalls regelmäßig hinaus und weiß deshalb was einen guten Wanderschuh ausmacht. Seine Wahl fällt auf den Camino GTX von Lowa. Was den Schuh so besonders macht, verrät er Euch in seinem Gear-Tipp!

Ich war auf der Suche nach einem Wanderschuh, der weder zu klobig noch schwer ist. Gleichzeitig sollte er eine steife Sohle haben, damit ich auch mal schweres Gepäck tragen oder eine einfache Bergtour/Klettersteige gehen könnte.

Vorteile

Wie man es von Lowa gewohnt ist, sind die Schuhe sehr bequem und passen wie angegossen. Dazu besitzt er eine zwei Zonen Schnürung, die mir persönlich besonders zusagt, da ich einen schmalen Fuß habe. Ich muss beim Bergabgehen nur kurz die Schnürung nach oben ziehen und laufe nicht Gefahr, dass sich der Rist dabei lockert.

Ebenso der Schaft des Schuhs – der ist wirklich gelungen, drückt nicht und ermöglicht einen leichten Einstieg. Außerdem ist dadurch ein gutes Abrollverhalten gegeben. So verleiht er dem Fuß einen guten Halt am Knöchel, was vor allem beim Bergabgehen ein Plus an Sicherheit gibt.

Auch die Vibram-Sohle des Camino GTX hat mich bisher nicht enttäuscht, sowohl im Fels/Geröll, als auch auf Waldboden finde ich guten Halt, selbst wenn der Untergrund feucht ist. Nur bei starkem Matsch ging etwas von der ansonsten soliden Griffigkeit verloren.

Verarbeitung; Qualität

Nach einen halben Jahr kann ich bisher nur positives über die Verarbeitung berichten. Keine offenen Nähte, die Ösen verbiegen sich nicht und der Schuh ist weiterhin absolut wasserdicht. Das Leder ist zudem bisher noch sehr geschmeidig und sieht auch nach einigen bestandenen Touren noch aus wie neu. Die Qualität des Schuhes entspricht damit in Gänze meinen Erwartungen.

Einsatzgebiet

  • Wanderungen (von einfach bis schwer)
  • Leichte Bergtouren
  • Leichte Klettersteige

Für wen eignet er sich besonders

Top Schuhe für alle Allrounder, die es auf langen Touren gerne bequem mögen. Durch die tolle Schaftkonstruktion und der ausreichend steifen Sohle sind aber auch mehrtägige Berg- und Hüttentouren mit Gepäck überhaupt kein Problem.

 

 

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Gear-Tipp: Arc’teryx – Zeta AR Jacket – Hardshelljacke

17. Oktober 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Markus im Glacier Nationalpark (British Columbia)Der Sommer neigt sich dem Ende und der Herbst beginnt die Blätter zu färben. Eine perfekte Gelegenheit, die Wanderschuhe anzuziehen und das Naturschauspiel zu bewundern. Damit wechselhaftes Wetter dem Ausflug nicht ein frühzeitiges Ende setzt, darf eine Regenjacke nicht fehlen. Bergfreund Markus hat unter unzähligen Modellen von dutzenden von Herstellern seinen persönlichen Favoriten gefunden. Die Zeta AR Jacke von Arc’teryx. Warum Markus so begeistert von der Hardshell-Jacke ist, erzählt er Euch in dem folgenden Gear-Tipp.

Meine Anforderungen beim Kauf waren hoch, da auch Arc’teryx einen Premium-Anspruch an sich selbst stellt. Entsprechend hoch sind die Preise: Während die UVP im Sommer 2014 – als ich die Jacke kaufte – „nur“ 400€ betrug, kostet das aktuelle Modell bereits 450€.

Die Zeta AR ist aus dreilagigem N70p GORE-TEX-Material gefertigt und hat ein Gewicht von lediglich 448 Gramm (Größe M). In Verbindung mit der sehr kleinen Packmasse ist sie bestens für Trekkingtouren geeignet, da hier die Gewichtsreduktion im Vordergrund steht. Sie ist etwas kürzer geschnitten als beispielsweise die Arc’teryx‘ Topmodell Theta AR und eignet sich deshalb auch für Klettertouren und fürs Fahrradfahren. Obgleich jeder, der längere Jacken bevorzugt mit dem Schnitt weniger glücklich sein wird, finde ich die Passform ideal. Denn trotz des figurbetonten Schnittes ist die Bewegungsfreiheit wirklich toll! Hinzufügen möchte ich noch, dass durch die Position der Taschen keine Einschränkungen beim Tragen eines Hüftgurtes entstehen und diese sich selbst mit Handschuhen noch gut öffnen lassen!

Die Verarbeitung der Jacke bewegt sich auf hohem Niveau, was angesichts des Kaufpreises aber auch nicht anders zu erwarten war. Obwohl ich sie beinahe täglich trage, weisen weder die Reißverschlüsse noch die Membran an sich Abnutzungserscheinungen auf, auch nicht an Stellen wie den Schulterpartien, die durch häufiges Rucksacktragen zusätzlich belastet werden. Mit dem Kundenservice von Arc’teryx bin ich ebenfalls sehr zufrieden: Nachdem infolge eines Sturzes in Südfrankreich das GORE-TEX-Material durchgescheuert und einige getapte Nähte aufgerissen waren, schickte ich die Jacke ein. Die Reparatur dauerte zwar einige Wochen, was aber zu verschmerzen war. Mit der Qualität der Ausbesserungen bin ich sehr zufrieden!

Besonders hervorheben möchte ich noch die ästhetische Schlichtheit der Jacke. Entgegen des allgemeinen Trends, dass Outdoor-Oberbekleidung knallbunte Farben besitzen müsse, wird die Arc‘teryx Zeta AR (noch) in schlichtem Schwarz oder zumindest einfarbigem Rostbraun angeboten. Mit diesen zeitlosen Varianten ist man in den Bergen genauso gut aufgehoben wie in einem Restaurant.

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Gear-Tipp: Saucony Kinvara 7 Runningschuhe

11. Oktober 2016
Gear-Tipp!

Gear-TippBergfreund Johannes ist ein begeisterter Läufer und vertraut das Wohl seiner Füße dabei gerne den Kinvara Laufschuhen von Saucony an. Jetzt hat er sich das neuste Modell der Serie angenommen, die sich inzwischen in der siebten Generation befindet. Der Kinvara 7 verspricht durch seine neue Everun-Technologie, die bisher schon erfolgreiche Schuhreihe, noch weiter zu perfektionieren. Ob das der Wahrheit entspricht, hat Johannes sich zur Aufgabe gemacht herauszufinden.

Der Saucony Kinvara ist ein Dauerbrenner des US-Laufschuhherstellers. Er ist inzwischen bereits in der siebten Generation erhältlich und hat sich längst als beliebter Trainingsschuh in Läuferkreisen etabliert. Das liegt primär an seiner überragenden Verbindung von Komfort und Schnelligkeit. Das bekommt Saucony immer wieder hin, von Generation zu Generation. Beim Saucony Kinvara 7 wurde erstmals die neue Everun Technologie eingesetzt.

Everun Technologie: Die neue Everun Technologie befindet sich beim Saucony Kinvara 7 im Fersenbereich, also da, wo es in der Regel am meisten gebraucht wird. Das Dämpfungsmaterial wird noch näher an den Fuß gebracht, Kleber und Zwischensohlenschicht zwischen Einlegesohle und Dämpfungsschicht wurden eliminiert. Dadurch soll sich laut Saucony der Kinvara 7 noch lebendiger und reaktiver anfühlen, ohne dabei auf den Kinvara typischen Komfort zu verzichten. Denn Everun bietet dreimal besseren Dämpfungskomfort als das Standard EVA-Material. 83% der beim Aufprall eingebrachten Energie wird zurückgegeben.

Der erste Eindruck

Der Saucony Kinvara 7 sieht erstmal schnell aus – sehr schnell. 473 g (nachgewogen) bringt das Paar in Größe US 11 auf die Waage. Leicht ist er also immer noch. Die Sprengung liegt unverändert bei 4 mm und damit immer noch im niedrigen Bereich. 22 mm misst die Sohle im Fersenbereich und 18mm am Vorderfuß. Es wurde wieder auf schön luftiges Meshmaterial in Kombination mit dem bewährten Flexfilm als Obermaterial zurückgegriffen.

Beim Blick auf die Sohle fällt auf, dass sich diese im Gegensatz zum Vorgänger verändert hat. Die für Kinvara typischen Dreiecke sind der Tri-Flex Außensohle gewichen. Diese soll zusammen mit dem IBR+ (Bezeichnung für die farbig abgesetzte Gummimischung) für noch mehr Halt und Absorption bei gleichzeitig besserer Traktionskontrolle und Flexibilität sorgen. Sprich, noch schneller und noch komfortabler.

Damit genug der Theorie. Der Saucony Kinvara 7 will raus und spielen. Also spielen wir mit ihm.

Der Lauftest

Getestet habe ich den Saucony Kinvara 7  auf insgesamt 73,3 Kilometer auf Asphalt und Forstwegen. Die längste Strecke am Stück betrug ca. 30 Kilometer. Schon beim Anziehen schmiegt sich der Schuh perfekt an den Fuß. Grund dafür ist neben dem Flexfilm Obermaterial das altbewährte  Pro Lock Lacing System, das schon bei den Vorgängern zum Einsatz kam und den Mittelfuß im Schuh fixiert ohne einzuengen. Es stellt sich gleich das üblich wohlige „Kinvara-Gefühl“ ein. Aus meiner Sicht ist auch der neue Kinvara 7 nicht für schmale Füße geeignet, sondern eher für normale bis breite Füße. Die Zehenbox bietet mir ausreichend Platz und Komfort, dennoch genug Halt bei schnellem Tempotraining. Man merkt sofort, dass der Schuh genau dafür gemacht wurde.

Beim Laufen spielt er seine volle Stärke aus. Saucony hat hier nicht zuviel versprochen. Der Kinvara 7 vermittelt in der Tat einen sehr direkten Bodenabdruck, man spürt seine Flexibilität und Dynamik. Hier wird Tempo vom Läufer eingefordert. Die Tri-Flex Außensohle bringt das Tempo für ein perfektes Laufgefühl auf den Asphalt und bietet hervorragenden Halt, auch auf nassem Untergrund. Dabei kommt in der Tat der Komfort nicht zu kurz. Auch bei meiner langen Runde empfinde ich den Schuh als super bequem und mein Bewegungsapparat freut sich über die ausreichende Dämpfung.

Ich habe nicht den Eindruck, dass die neue Everun Technologie das Dämpfungsverhalten positiv beeinflusst. Ich fand bereits die vierte und fünfte Generation des Kinvara unheimlich komfortabel. Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Saucony Kinvara 7 im Vergleich zu seinen Vorgängern noch ein wenig dynamischer, direkter und gefühlt leichter geworden ist. Also scheint die Everun Technologie eine gute Weiterentwicklung zu sein. Das macht ihn für mich zum perfekten Schuh für meine Marathonpremiere in Frankfurt Ende Oktober. Für Leute, die im Winter zu kalten Füßen neigen, ist der Saucony Kinvara 7 hingegen keine gute Wahl, denn das Meshmaterial ist schon ziemlich luftig. Besonders von Frühling bis Herbst mag ich das allerdings sehr gerne. So habe ich persönlich auch im Winter keine Probleme damit und ziehe einfach dickere Socken an.

Mein Fazit

Der Saucony Kinvara 7 ist ein nahezu perfekter Schuh, der Komfort, Dynamik, Schnelligkeit und Laufspaß in sich vereint. Egal, ob beim Tempotraining oder im Wettkampf ab Halbmarathondistanz, er macht ein blendende Figur – und das nicht nur wegen seiner auffälligen, vermutlich auch ein wenig polarisierenden Farbe – sondern schlichtweg, weil Saucony hier mal wieder der Spagat zwischen einem rassigen Sportwagen und einer komfortablen Oberklasselimousine gelungen ist.

 

 

 

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Gear-Tipp: Ozone Lady Kletterschuhe

19. September 2016
Gear-Tipp!

Wie jeder Kletterer weiß, ist der Kletterschuh der wichtigste Gegenstand beim Klettern. Ohne Schuh geht nix! Deshalb muss der Schuh perfekt passen und man will keine Kompromisse eingehen. Der heutige Gear-Tipp von Bergfreundin Sina widmet sich diesem Thema und beleuchtet ihre neuen Lieblingsschlappen:

Ich habe unzählige Paar Schuhe anprobiert, bis ich endlich eines Tages den perfekten Schuh gefunden habe. Es war der Ocun Ozone in der Lady Variante. Der Schuh passte vom ersten Tag und daran hat sich bis jetzt nichts geändert.

Meine Erfahrung mit dem Schuh

Die Ocun Ozone ist seit Oktober mehrmals wöchentlich im Einsatz. Meist in der Halle, aber wenn das Wetter mitspielt auch mal draußen am Fels. Da ich in Westschweden wohne, wird vor allem an Granit geklettert. Heißt, er wird in Rissen gequält und auf Reibung geprüft. In schmalen Rissen tut sich der Schuh ein bisschen schwer, dafür hält er sich sehr gut auf kleinen Tritten und auf Reibung. Auch Heelhocks fühlen sich sicher an. Am Plastik traut man sich dank der Vorspannung auch auf kleinsten Tritten Druck zu geben. Das tolle am Schuh ist, dass ich ihn nicht nach einer Route ausziehen muss, sondern er so bequem ist, dass er meist ein komplettes Training am Fuß bleibt.

Was ist eigentlich so besonders am Ozone Lady?

Im Test: Die Ocun Ozone Lady KletterschuheDank des 3- Force-Systems sitzt der Schuh wie angegossen an meinem Fuß. Die Zehenbox ist im Gegensatz zu anderen Schuhen höher als normal. Dadurch hat man keine Druckstellen und trotzdem besten Halt im Schuh. Die Besonderheit des 3-Force-Systems ist, dass die Zehenbox von einem Gummistück komplett überzogen ist. Dadurch hält sich die Spannung besser. Auch die Ferse hat eine sehr hoch gezogene Gummisohle und Heelhocks fühlen sich sicher an.
Dazu stimmt die Optik. Mit den weißen Klettverschlüssen aus Leder, die mit Blumenmuster versehen sind und dem roten Kunstleder sind sie unauffällig auffällig.

Für wen eignet sich der Schuh

Wer Probleme hat, den großen Zeh in einen Kletterschuh zu bekommen, der sollte den Ocun Ozone auf jeden Fall ausprobieren. Die Schuhe habe ich eine Größe größer als Straßenschuhgröße gekauft. Er weitet sich durch die Gummieinfassung nicht. Die Frauen Variante ist schmaler geschnitten und an die weiblichen Füße angepasst.
Die Verarbeitung ist toll. Nach sechs Monaten sieht man Spuren an der Zehenspitze, aber man kann noch lange nicht von durchgekletterten Schuhen reden. Der restliche Gummi und das Leder macht immer noch einen soliden Eindruck und der Schuh wird auf jeden Fall noch ein paar Monate in Gebrauch sein.

Mein Fazit

Im Test: Die Ocun Ozone Lady KletterschuheIch habe meinen perfekten Kletterschuh gefunden! Wer immer Probleme damit hatte, seine Zehen in einen Schuh zu bringen, der sollte diesen Schuh auf jeden Fall mal anprobieren. Der Preis liegt bei 114,95 €. Jeder Cent, den man in diesen Schuh steckt, lohnt sich.

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Testbericht Fish Autotuber AustriAlpin

Im Test: Der Fish-Autotuber von AustriAlpin

30. August 2016
Ausrüstung, Gear-Tipp!

AustriAlpin hat vor wenigen Monaten den neuen Halbautomat Fish auf den Markt gebracht.  Wie bei jedem neuen Sicherungsgerät stellt sich die Frage, ob das Teil auch wirklich Sinn macht oder nur ein weiterer Stern am mittlerweile reichlich gefüllten Himmel der Sicherungsgeräte ist.

Wir haben uns daher den Fish genau angesehen und ihn ausführlich getestet. Hier kommt unser Erfahrungsbericht.

Inzwischen werden die Modelle der Halbautomaten auf dem Klettermarkt immer zahlreicher. Und auch wenn sie alle zur Klasse der Halbautomaten zählen und sie sich recht ähnlich sehen, unterscheiden sich doch einige in Feinheiten oder besonderen Funktionen. Schließlich wollen die Hersteller nicht einfach nur einen neuen Halbautomaten auf den Markt bringen – jeder versucht ihn noch mal etwas besser zu machen.

Aussehen und Funktionen auf den ersten Blick

Auf den ersten Blick ähnelt der Fish von AustriAlpin stark dem Smart von Mammut. Der zweite Blick zeigt jedoch schnell, dass die Nase/der Rüssel beim Fish etwas größer gebaut ist und der Fish auf dem Rücken einen kleinen Hebel hat. Er erscheint ein wenig wie eine Mischung aus Smart und GriGri von Petzl.  Aber hier erst mal die Fakten:

Lieferumfang: Fish und Karabiner

Gewicht: 68g

Seildurchmesser: 8mm- 11mm

Preis: 69,95€ (inkl. Karabiner)

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpinDer Praxistest

Getestet haben wir den Fish in der Halle und am Fels, im Toprope sowie im Vorstieg. Um einen runden Eindruck zu bekommen, verwendeten wir Seile unterschiedlicher Hersteller zwischen 9,8mm und 10.1mm sowie alte, als auch neue Seile.

Die Funktionsweise…

… ist im Grunde bekannt durch verwandte Geräte, wie dem Smart oder dem Click-Up. Die Grundposition der Hände entspricht der beim normalen Tube. Zum Seil ausgeben, muss die Nase angehoben werden, ansonsten wird das Seil blockiert. Zum Ablassen wird die Nase nach oben gezogen. Ein Wechsel der Bremshand ist somit nicht nötig.

Das Handling

Gleich vorweg kann ich sagen, dass die Handhabung beim Fish einwandfrei ist. Seil Einnahme und Ausgabe gelingen reibungslos und ein ungewolltes Blockieren des Seils stellt sich eigentlich nie ein. Vor allem beim schnellen Ausgeben des Seils ist die größere Nase von Vorteil, da diese sehr gut und sicher in der Daumenbeuge liegt. Der Sichernde muss sich somit keine Sorgen machen, dass die Nase vom Daumen abrutscht und das Seil ungewollt blockiert wird.

Ablassen des Kletternden

Hier hat der Sichernde die Wahl zwischen der klassischen Variante durch hochziehen der Nase (bereits bekannt durch den Smart) oder durch Verwendung des kleinen Hebels auf der Rückseite (bekannt durch Grigri).

Die klassische Variante funktioniert reibungslos. Auch hier ist die größere Nase von Vorteil, da der Rüssel von alleine sehr sicher liegt. Die Ablassgeschwindigkeit lässt sich ohne Probleme von Beginn an gut dosieren und hat einen sehr geringen Anfangswiderstand. Dies stellt einen großen Vorteil dar, da gerade ein ruckhaftes Entriegeln oder eine schlechte Dosierbarkeit der Geschwindigkeit beim Ablassen eine Fehlerquelle darstellen können (bergundsteigen Nr. 92, 2015).

Das Ablassen über den Hebel hat zwei Vorteile und einen kleinen Nachteil: Der Hebel ermögliche eine sehr präzise Dosierung der Geschwindigkeit beim Ablassen. Gleichzeitig beinhaltet er noch eine kleine aber sehr feine Sicherheitsreserve. Im Panikfall (zurückziehen des Hebels Richtung Brust) wird die Bremsfunktion nicht gänzlich aufgehoben sondern im Gegenteil, das Seil bremst sich durch ein Übereinanderlegen der beiden Stränge selbst.

Einziger kleiner Nachteil des Hebels: Das Ablassen erfolgt etwas langsamer, da es schwerer ist, die exakte Position des Hebels zu finden, in der schnell abgelassen werden kann. Dieser Nachteil kann allerdings auch gleichzeitig ein Vorteil sein.

Abseilfunktion am Einzelstrang…

…ist rein theoretisch möglich, allerdings stellt sich schnell die Frage, in welchen Situationen dies nötig ist. Auf jeden Fall würde es funktionieren.

Wie sieht es mit der Sicherheitsreserve aus?

Testbericht Fish Autotuber AustriAlpinBeim Test konnten wir keine Nachteile des Fish erkennen. In allen Fällen hat das Sicherungsgerät zuverlässig blockiert und den Seilzug auch dauerhaft gehalten. Hier sollte man jedoch hinzufügen, dass wir keine wirklich harten Stürze im Normsturzbereich testen konnten bzw. wollten. Die gängigen Stürze aus der Kletterpraxis wurden hingegen alle mit Bravour bestanden.

Wie bei den meisten Halbautomaten handelt es sich auch beim Fish um ein Gerät, dessen Blockierfunktion von der Position der Bremshand anhängig ist. Wird das Bremshandprinzip und die korrekte Position der Hand eingehalten, ist der Fish damit ein überaus zuverlässiges Sicherungsgerät.

Die zusätzliche Blockierfunktion bei übermäßigem Heranziehen des Ablasshebels erscheint mir darüber hinaus als eine äußerst positive Sicherheitsfunktion des Fish.

Der Fish im Gebrauch mit Kindern

Nicht nur der Name, auch das Design des Fish ließen zunächst darauf schließen, dass das neue Gerät von AustriAlpin bei Kindern beliebt sein könnte. Daher gaben wir den Fish einer Kinderklettergruppe (8-12 Jahre) zum Testen. Da alle Kinder bisher mit dem Smart sicherten, waren sie mit der Handhabung schon relativ vertraut und konnten den Fish direkt übernehmen. Natürlich wurde dabei nur unter Aufsicht eines Erwachsenen und mit Rücksicherung getestet.

Der Gesamteindruck schließlich war auch unter den Kindern sehr positiv. Vor allem die größere Nase, machte es den Kleinsten beim Ablassen des Kletternden einfacher.

Der Ablasshebel allerdings stellt für Kinder keinen großen Mehrwert da. Sicherungsgeräte „sitzen“ bei Kindern beim Ablassen höher als bei Erwachsenen, nämlich eher auf Brusthöhe. Die Position ergibt sich naturgemäß aus der Länge ihrer Oberkörper sowie der Kombination aus Anseilschlaufe, Karabiner und Sicherungsgerät. Beim herkömmlichen Ablassen mit dem Fish stellt das kein Problem dar, sind es die Kinder doch gewöhnt ein Sicherungsgerät so weit oben zu bedienen. Der Hebel allerdings rückt den Ablassvorgang nochmal etwas höher, was dann sehr unbequem werden kann – vor allem, da der Hebel sehr weit an den Körper herangezogen werden muss. Daher kam diese Funktion bei den Kindern nicht so gut an.

Fazit

Mit dem Fish hat sich AustriAlpin einen soliden und sehr komfortabel zu handhabenden Halbautomaten einfallen lassen.  Das Handling funktioniert einwandfrei und ist sehr angenehm.

Die zusätzliche Sicherheitsfunktion beim Ablassen durch den Hebel macht mir persönlich den Fish sehr sympathisch.

Einziger Nachteil: Der Fish kann nur mit dem mitgelieferten Karabiner verwendet werden, das macht das System etwas unflexibler, allerdings kennt man das ja bereits von anderen Halbautomaten, wie dem Clickup von Climbing Technology oder dem Ergo von Salewa.

Außerdem positiv hervorzuheben, sind das Gewicht sowie die Verarbeitung des Fish. Mit gerade einmal 68 g zählt er definitiv zu den leichteren Halbautomaten. Gleichzeitig macht er in der Hand den Eindruck einer sehr soliden und kompakten Verarbeitung.

Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear-Tipp: Osprey Rev 6

22. August 2016
Gear-Tipp!

Bergfreund Johannes ist ein alter Hase was das Trailrunning betrifft – sei es bei Bergläufen oder Ultratrails. Jetzt stellt er den Osprey Rev 6 Trailrunningrucksack auf die Probe. Wen es wie ihn häufig in die Berge zieht, weiß, dass ein ordentlicher Lauf gut vorbereitet sein will. Von der Wasserflasche bis zur Windjacke muss alles im Rucksack Platz finden und darf beim Laufen nicht unnötigen stören. Welche Erfahrungen er gemacht hat, berichtet er Euch in seinem Gear-Tipp.

Unter dem Fischadler

Hurra, mein neues Spielzeug ist da. Ganz aufgeregt nehme ich das Paket entgegen. Da ist er drin, der Osprey Rev 6. Ich besitze bereits die Modelle Mutant 28 und 38 für Bergwanderungen, Klettersteig- und Hochtouren sowie den Osprey Talon 22 für Tageswanderungen und den Alltag. Mit allen drei bin ich sehr zufrieden. Da sich in den letzten Jahren meine Prioritäten jedoch hin zu ambitionierten Bergläufen und Ultratrails entwickelt haben, liegt es nahe, auch in diesem Bereich mit einem Rucksack unter dem Zeichen des Fischadlers (Osprey ist englisch für Fischadler) aufzurüsten. Doch was kann der Rev 6 und ist er eine echte Alternative zu alteingesessenen Herstellern im Bereich der Trailrunningrucksäcke?

Der erste Eindruck und die Fakten

Schnell den Paketboten verabschieden, die Treppe hoch, Wohnungstüre zu und dann den Osprey Rev 6 aus seinem Paket befreien. Was gleich auffällt – und was ich von Osprey auch so gewohnt bin – ist der sehr hochwertige Eindruck. Da steht kein Faden über, ich finde keine unsaubere Naht, die Reißverschlüsse sind alle leichtgängig. So muss das sein! Die gewohnte Osprey Qualität bestätigt sich hier abermals aufs Neue.

Das Volumen des Osprey Rev 6 beträgt nach offiziellen Angaben 5 Liter (Größe S/M) bzw. 6 Liter (Größe M/L). Ich habe Größe M/L getestet, konnte das Volumen aber nicht nachprüfen. Das Gewicht beträgt nachgewogen 425 Gramm, also vier und eine Viertel Tafel Ritter Sport Schokolade. Ist zwar nicht quadratisch, aber der erste Eindruck ist praktisch und gut.

Mit in der Lieferung des Osprey Rev 6 ist ein Hydraulics™-LT-Wasserbehälter mit 1,5 Liter Volumen für die Flüssigkeitsversorgung. Der Wasserbehälter bringt nochmal 159 Gramm auf die Waage, kann allerdings optional auch herausgenommen werden.

Die Funktionen

Der Osprey Rev 6 ist zunächst einfach mal ein Trailrunningrucksack, bietet aber noch eine ganze Menge mehr. Am linken Schulterträger befindet sich der so genannte Digi Flip. Das ist eine am Träger integrierte Tasche, in die man perfekt sein Smartphone unterbringen kann. In der heutigen Zeit mit Sicherheit ein tolles Feature. Jedoch gibt es auch Leute wie mich, die kein Smartphone besitzen, sondern ein altbackenes Handy für 20 €, mit dem man telefonieren und SMS schreiben kann. Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich am Schulterträger eine Getränkeflasche unterbringen könnte. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung und viele andere Nutzer werden sicherlich von der Digi Flip begeistert sein.

Am rechten Schulterträger befindet sich eine kleine Tasche, die sich geschickt per Reißverschluss erweitern lässt. So kann man dort Kleinteile oder auch eine Getränkeflasche unterbringen. Geschickte Lösung, wie ich finde. Seitlich hat der Osprey Rev 6 zwei Flossen. Zusammen mit dem restlichen Tragesystem – zwei Gummistraps vorne über die Brust und verstellbare Schulterträger – soll sich so der Rucksack perfekt an den Träger anpassen und beim Laufen nicht verrutschen. An den Flossen befinden sich jeweils noch zwei kleine Mesh-Taschen. Diese kann man während des Laufens gut erreichen und sind so perfekt geeignet, um Utensilien unterzubringen, an die man schnell rankommen will, ohne dabei den Rucksack abzusetzen, wie zum Beispiel Klopapier oder Energieriegel.

Im Hauptteil des Trailrunningrucksacks befinden sich drei Taschen – in der hinteren davon findet das Wasserreservoir seinen Platz. Seit dieser Saison lässt es sich zusätzlich durch einen Schiebeverschluss verschließen und hat bei mir in keiner Weise geleckt. Per Ventil kann man es einfach vom Schlauch lösen und zum Befüllen oder Reinigen aus dem Rucksack nehmen. Der Clou beim System von Osprey ist der Magnet, mit dem das Mundstück am oberen Brustgurt befestigt werden kann und so beim Laufen kein bisschen stört, aber jederzeit erreichbar ist.

Das mittlere Fach ist für Kleinzeug wie Schlüssel, Geld, Personalausweis, etc. gedacht. Außerdem hat es hat einen integrierten Schlüsselaufhänger, damit nichts verloren geht. Die äußere Tasche ist zugleich die Haupttasche des Rucksacks. Ich habe sie mit der gängigen Pflichtausrüstung von alpinen Ultratrails zur Probe gepackt und alles anstandslos hineinbekommen. Auch für drei Laugenbrötchen, zwei Brezeln, zwei Croissants und zwei Rosinenbrötchen ist genug Platz, was selbst die hungrige Ehefrau nach dem sonntagmorgendlichen Lauf stets erfreut. Außen hat der Osprey Rev 6 eine Bungee-Kordel und bietet so zusätzlichen Stauraum für die Windjacke, etc.

Was mir fehlt und was vor allem bei langen Kanten in alpinen Regionen relevant wird, ist eine sichere Befestigung für Trailrunningstöcke. Wenn man also welche mitnehmen will, ist man gezwungen, diese durchgehend in der Hand zu halten. Auch die in manchen Pflichtsausrüstungen stehende Trillerpfeife ist nicht dabei. Normalerweise befindet sich die bei Osprey Rucksäcken integriert in den Schnallen der Brustgurte. Wieso hier darauf verzichtet wurde, erschließt sich mir nicht so ganz. Das ist schade und bringt leichte Abzüge in der B-Note. Es wäre aus meiner Sicht schön, wenn hier für die nächste Generation nach einer Lösung gesucht wird.

Der Praxistest

Der Osprey Rev 6 lässt sich vollständig befüllt sehr gut an den Körper anpassen. Die Passform ist allerdings, wie immer bei Trailrunningrucksäcken, sehr individuell, daher will ich nicht ausschließen, dass es Läufer gibt, denen der Rucksack nicht passt.  Mir hingegen hat er außerordentlich gut gepasst. Mein Testlauf ging daraufhin über ca. 30 km Distanz. Dabei war auch an Untergründen so ziemlich alles dabei – lange Asphaltstrecken, Forststraßen und teils technische Trailabschnitte. So konnte ich mir ein gutes Bild von den Laufeigenschaften machen.

Mein Fazit fällt unter dem Strich schließlich sehr positiv aus. Da wackelt kaum etwas, nur bei sehr schnellen Läufen und enorm abrupten Richtungswechseln kommt etwas Bewegung in die Sache, aber das auch nur minimal und kaum störend. Das Mundstück des Hydraulics Systems bleibt durch den Magneten zuverlässig an Ort und Stelle und ist so positioniert, dass man während des Laufens schnell hinkommt. Die seitlichen Mesh-Taschen in den Flossen sind ebenfalls problemlos erreichbar. Nach 30 km …

Das Fazit

…komme ich zufrieden und erschöpft wieder zu Hause an. Ich habe im Osprey Rev 6 ein zuverlässiges Spielzeug für lange Läufe und spaßiges Trailvergnügen gefunden. Und wie ich heute Morgen testen konnte, eignet er sich auch bestens für den Lauf zum Bäcker, wenn das Auto mal in der Garage bleiben soll – schließlich liegt uns die Natur als Trailläufer auch am Herzen. Lediglich die fehlende Stockbefestigung sowie die nicht bedachte Trillerpfeife bringen leichten Abzug in der dennoch guten Gesamtnote. Ich persönlich mag am Schulterträger lieber Meshtaschen für Getränkeflaschen und kein Digi Flip für’s Smartphone – wobei sich viele Trailläufer vermutlich schon eher darüber freuen werden. In diesem Sinne kann ich den Osprey Rev 6 mit bestem Gewissen nur empfehlen.

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Gear Tipp: Inov-8 – Terraclaw 220 – Trailrunningschuhe

8. August 2016
Gear-Tipp!

Wer mich kennt der weiß, dass ich auf Inov-8 stehe. Im Bereich der Trailschuhe gibt es für mich keine bessere Marke. Vor allem, was das Produktportfolio betrifft. Hier bietet Inov-8 einfach für jeden Untergrund und für jede Distanz den richtigen Schuh. Der Terraclaw 220 tanzt allein durch sein Design mit der asymmetrischen Schnürung aus der Reihe. Ganz klar, dass dieser Schlappen getestet werden muss.

Von der ersten Begutachtung in der Wohnung ….

Auffallend am Inov-8 Terraclaw 220 ist die asymmetrische Schnürung. Diese soll den Schuh perfekt an den Fuß anpassen. Um ehrlich zu sein habe ich diesen Effekt nicht bemerkt, aber er bietet auch keinen Nachteil. Auf jeden Fall stimmt die außergewöhnliche Optik und macht den Schuh zu einem echten Hingucker. Die Zehenbox ist breit gehalten und bietet zusammen mit der Standard Fit Passform von Inov-8 genügend Komfort auch für lange Kanten. Die Sprengung ist mit 4 Millimeter eher im unteren Bereich, genau wie das nachgemessene Gewicht von 498 Gramm (Paar in Größe UK 10,5). Das sorgt neben dem Komfort für die nötige Brise Dynamik und Schnelligkeit.

Der Inov-8 Terraclaw 220 macht auf mich den üblichen hochwertigen Eindruck, den ich von dieser Marke gewohnt bin. Also, nichts wie das Laufzeug gepackt und ab auf die Trails – denn dafür ist der Schuh ja gemacht. Mal schauen, wie er sich im Einsatz schlägt und ob sich der erste gute Eindruck bestätigt.

….. raus auf die Trails ….

Getestet habe ich den Inov-8 Terraclaw 220 bei drei Runden auf der Schwäbischen Alb. Ingesamt waren das 88,5 Kilometer und 4510 Höhenmeter rauf und runter – die längste Strecke war 41 km. An Untergründen war nahezu alles vertreten, was einen Läufer auf Trails erwarten kann. Daher konnte ich mir ein sehr gutes Bild vom Laufverhalten machen. Nur alpine Geröllhalden haben gefehlt.

Der Grip der Dual C Sohle hat sich auf jedem Untergrund sehr griffig gezeigt mit leichten Abzügen auf nassem Holz und Fels. Für mich war der Grip aber auch dort absolut ausreichend. Die Stollen sind weit genug auseinander, so dass sich kein Matsch dazwischen festsetzten kann. Dadurch ist der Grip durchgehend gegeben. Auch Asphaltstrecken oder Forstautobahnen sind kein Problem. Man merkt die Stollen kaum. Mir ist nach den ersten Runden keine übermäßige Abnutzung aufgefallen.

Die Fersenkappe ist ziemlich niedrig. Dadurch entsteht beim Anziehen zunächst das Gefühl, man würde hinten rausschlappen. Das Phänomen kenne ich bereits von anderen Inov-8 Schuhen. Tatsächlich stellt sich das aber gar nicht ein. Vielmehr wird dadurch eine Irritation der Achillessehne verhindert und die Flexibilität des Schuhes erhöht. Die Zehenkappe bietet wenig Schutz. Daher ist konzentriertes Laufen erforderlich. Feindkontakt mit einem Stein oder einer Wurzel kann schnell schmerzhaft werden.

Der Inov-8 Terraclaw 220 bietet für mich einen optimalen Kompromiss zwischen Komfort und Schnelligkeit. Sowohl rassige Downhills, fließendes Flowgelände als auch zermürbende Gehpassagen bergauf meistert er perfekt. Der direkte Kontakt zum Untergrund und die flexible Sohle machen Spaß und bieten ein sehr dynamisches Laufgefühl. Das erinnert fast an „Barfußlaufschuhe“. Führung bietet der Schuh nicht. Da er sehr minimal gehalten ist, muss der Läufer selber führen können und darf sich hier nicht auf den Schuh verlassen. Ist man dazu in der Lage, steht dem nächsten vergnüglichen Trailtango nichts im Wege.

…. und ab ins Auto.

Ich habe jetzt drei Trailtangos hinter mir mit dem Inov-8 Terraclaw 220. Für Läufer, die führen können und einen Trailrunningschuh für einen breiten Einsatzzweck suchen, ist er ein nahezu perfekter Schuh. Für Anfänger ist er meiner Meinung nach eher weniger geeignet. Auf Grund des geringen Schutzes im Zehenbereich würde ich leichte Abstriche für den Einsatz auf rein alpinen, technischen Trails machen – oder man lässt den Feindkontakt einfach bleiben. So kommt man dann mit einem blauen Auge und nicht mit blauen Zehen davon. Der Schuh macht definitiv Spaß und wird mich noch auf vielen Geländeläufen begleiten – vermutlich auch in den Alpen. Olé!

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