Gear-Tipp: Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack

25. November 2015

Kategorie

Sportart

Gear-Tipp: Patagonia - Ascensionist Pack 25L - Kletterrucksack

Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack

Was ist besser als ein guter Kletterrucksack? Zwei Kletterrucksäcke! Aus diesem Grund stellt Euch Bergfreund Thomas seinen Gear-Tipp über den Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack vor.

Thomas war bereits seit mehreren Jahren auf der Suche nach einem Rucksack für das alpine Klettern und hat in dieser Zeit mehrere Modelle getestet. Warum ihn der Ascensionist Pack 25L überzeugt hat, erzählt er Euch selbst.

 

 

Auf der Suche nach einem geeigneten Kletterrucksack

Der Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack im Einsatz

Der Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack im Einsatz

Klettern mit Rucksack fühlt sich selten so richtig gut an. Wenn die Wand steiler wird, laufen die Unterarme schneller zu, mit dem veränderten Schwerpunkt fühlen sich auch gewohnte Bewegungsabläufe weniger sicher an und wenn wenig Platz vorhanden ist (Kamine, Verschneidung, breite Risse, …) dann nervt ein Rucksack auch schon mal einfach. Beim Alpinklettern kommt man in der Regel um den Rucksack trotzdem nicht herum. Solange man sein Können realistisch einschätzt und sich passende Ziele setzt, wird man vermutlich mit fast jedem Rucksack oben ankommen. Um den Spaß dabei zu maximieren, lohnt sich die Suche nach einem möglichst wenig störenden Rucksack.

Seitdem ich mit dem Alpinklettern begonnen habe (ca. 5 Jahre), habe ich dabei verschiedene Rucksackmodelle verwendet (unter anderem Deuter Guide 35+, Millet Triology 30, Black Diamond Epic 35). Beim Klettern in eher anspruchsvollem Gelände konnte mich bisher kein Rucksack so richtig überzeugen. Ohne auf modellspezifische Details einzugehen, neben dem zusätzlichen Gewicht hat mich meistens die eingeschränkte Beweglichkeit bedingt durch ein eher starres Tragesystem gestört. Mit dem Ziel, einen guten Rucksack fürs Alpinklettern zu besitzen, habe ich mir vor circa einem Jahr den Patagonia – Ascensionist Pack 25L zugelegt.

Was macht das Produkt besonders

Der Kletterrucksack hat ein Volumen von 25 Litern, ist ziemlich leicht (400 Gramm!) und die Ausstattung ist auf das Wesentliche reduziert: Ein großes Hauptfach, ein kleines Deckelfach mit Reißverschluss, abnehmbarer Hüft- und Bauchgurt sowie vielseitig nutzbare Materialschlaufen (für Stöcke, Pickel, Kletterschuhe, …).

Was den Patagonia – Ascensionist Pack 25L von allen von mir zuvor verwendeten Rucksackmodellen unterscheidet, ist die hoch flexible Rückenpartie, die lediglich mit einer dünnen Kunststoffmatte verstärkt ist – in etwa vergleichbar mit einer dünnen Isomatte.

Um die Lastübertragung auf den Körper zu verbessern, wird die Rückenpartie von Rucksäcken je nach Einsatzgebiet mal mehr oder weniger starr verstärkt. Oft wird dazu ein Rahmen aus Aluminium oder Kunststoff verwendet. Um große Lasten zu transportieren (z.B. Trekking Rucksack) und bei vielen anderen Dingen ist das ziemlich praktisch. Beim Klettern wird dadurch jedoch schnell die Beweglichkeit eingeschränkt und es klettert sich deutlich weniger leichtgängig als man sich das wünschen würde.

Der zweite große Pluspunkt ist das niedrige Gewicht des Patagonia – Ascensionist Pack 25L. Bei vielen Rucksäcken hat man ohne überhaupt einen einzigen Gegenstand eingepackt zu haben, ein Kilogramm mehr auf dem Rücken. Das Gewicht des Patagonia – Ascensionist Pack 25L entspricht mit 400 Gramm ungefähr vier Tafeln Schokolade und trägt somit seinen Teil dazu bei, das zu tragende Gewicht auf das Nötigste zu reduzieren.

4 Tafeln Schokolade entsprechen ungefähr dem Gewicht des leeren Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack

4 Tafeln Schokolade entsprechen ungefähr dem Gewicht des leeren Rucksacks

Wie schlägt sich der Rucksack in der Praxis?

Klettern: Dafür ist der Patagonia – Ascensionist Pack 25L entwickelt worden und dabei schlägt sich der Rucksack wie erhofft sehr gut. Die Beweglichkeit bleibt durch die flexible Rückenpartie gut erhalten und solange man sich beim Packen auf das Nötigste beschränkt hat, bleibt der Rucksack schön leicht. Die Materialschlaufen des Klettergurts können auch mit Rucksack problemlos erreicht werden und wenn der Hüftgurt stört kann dieser einfach abmontiert werden. Ohne Rucksack ist es vermutlich immer angenehmer, aber für mich ist es dieser Rucksack, der mich beim Klettern am wenigsten stört.

Wie schaut es beim Zustieg aus? Dadurch, dass der Rucksack keine wirkliche Verstärkung im Tragesystem besitzt, muss ein bisschen „intelligent“ gepackt werden. Wenn man sein Material an der passenden Stelle im Rucksack platziert, lässt sich daraus sozusagen ein Ersatz-Tragesystem aufbauen. Flexible schwere Sachen nah an den Rücken (z.B. Klamotten, Seil, Kletterhardware) sorgen für die passende Form und Steifigkeit der Rückenpartie. Unflexible Gegenstände (z.B. Flasche) sollten hier nicht platziert werden, da diese sonst auf den Rücken drücken. Hat man das gut hinbekommen, trägt sich der Rucksack wirklich sehr gut. Auch die Schultergurte fühlen sich angenehm an. (Wie bei jedem Rucksack ist das natürlich auch ein bisschen individuell verschieden). Bedingt durch das Tragesystem hat der Rucksack natürlich ein Gewichtslimit (ca. 10kg). Das sollte bei einem leichten Rucksack eigentlich klar sein und zu viel möchte man die Wand ja sowieso nicht hoch schleppen ;)

Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack und beispielhafte Materialzusammenstellung für eine Mehrseillängentour

Beispielhafte Materialzusammenstellung für eine Mehrseillängentour

Wenn man dann doch mal mehr Material benötigt, zum Beispiel für ein Biwak oder einen mehrtägigen Hüttenaufenthalt, lässt sich der Rucksack gut zusammenfalten und in einen größeren Rucksack stecken. Das ist sicher auch bei längeren Trekkingtouren oder Backpacking-Reisen als zusätzlicher Daypack ganz praktisch und in vielen Fällen zu verschmerzen!

Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack mit geöffnetem Deckel

Mit geöffnetem Deckel hat man das maximale Volumen

Die Deckelkonstruktion wird von Patagonia als „asymmetrische Schutzhülle“ bezeichnet und wird mit einem Zugsystem geöffnet und verschlossen. Spätestens nach dem dritten mal hat man’s raus und man ist schnell am Inhalt und hat den Rucksack zügig wieder verschlossen. Tut also was es soll! Möchte man das Rucksackvolumen bis zu Maximum ausnutzen, kann der Deckel auch offen gelassen werden und der oberste Gegenstand des Gepäcks dient dann als „Ersatzdeckel“. Mit Hilfe eines Gurtes mit Aluminiumschnalle lässt sich das Rucksackvolumen komprimieren. Das geht sicher bei anderen Rucksäcken besser, bei einem doch eher kleinen Rucksack für mich aber kein großes Problem.

Mit vier Schlaufenbändern (eine pro Seite, zwei auf der Rückseite) die durch zwei Spanngummis und eine einfache Pickelhalterung ergänzt werden, hat man vielfältige Möglichkeiten, zusätzliches Gepäck an der Außenseite unterzubringen. Das ist praktisch, solange man es nicht völlig übertreibt. Zu viel Gebaumel geht natürlich auf Kosten des Tragekomforts.

Haltbarkeit

Thomas beim Kettern im Oberreintal mit dem Patagonia – Ascensionist Pack 25L – Kletterrucksack

Thomas beim Klettern im Oberrheintal

Ich gebe zu, am Anfang war ich aufgrund des dünnen Materials schon etwas skeptisch. Aber das Außenmaterial (Nylongewebe) fühlt sich robust an, die Verarbeitung sieht sauber aus und mittlerweile hat der Rucksack eine Klettersaison ohne Schaden überstanden (ca. 10 Tage in Mehrseillängen Routen und des Öfteren im Alltag im Einsatz). Man kann den Rucksack auch mal in einer besonders schweren Seillänge nach oben Haulen, wobei das auf Dauer sicher nicht das passende Einsatzgebiet ist ;-) Vermutlich kein Produkt für die Ewigkeit (aber gilt das nicht für alles?). In Relation zum Gewicht würde ich auf jeden Fall sagen, die Haltbarkeit passt!

Fazit

Für mich ein sehr guter Rucksack zum Alpinklettern bei Tagestouren mit leichtem Gepäck, da er durch geringes Gewicht und hohe Flexibilität beim Klettern kaum stört und auch beim Zustieg einen guten Job macht!

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