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Gear-Tipp: Osprey Rev 6

19. August 2016

Kategorie

Sportart

Bergfreund Johannes ist ein alter Hase was das Trailrunning betrifft – sei es bei Bergläufen oder Ultratrails. Jetzt stellt er den Osprey Rev 6 Trailrunningrucksack auf die Probe. Wen es wie ihn häufig in die Berge zieht, weiß, dass ein ordentlicher Lauf gut vorbereitet sein will. Von der Wasserflasche bis zur Windjacke muss alles im Rucksack Platz finden und darf beim Laufen nicht unnötigen stören. Welche Erfahrungen er gemacht hat, berichtet er Euch in seinem Gear-Tipp.

Unter dem Fischadler

Johannes mit seinem Osprey Rev 6 im Schönbuch

Johannes mit seinem Osprey Rev 6 im Schönbuch

Hurra, mein neues Spielzeug ist da. Ganz aufgeregt nehme ich das Paket entgegen. Da ist er drin, der Osprey Rev 6. Ich besitze bereits die Modelle Mutant 28 und 38 für Bergwanderungen, Klettersteig- und Hochtouren sowie den Osprey Talon 22 für Tageswanderungen und den Alltag. Mit allen drei bin ich sehr zufrieden. Da sich in den letzten Jahren meine Prioritäten jedoch hin zu ambitionierten Bergläufen und Ultratrails entwickelt haben, liegt es nahe, auch in diesem Bereich mit einem Rucksack unter dem Zeichen des Fischadlers (Osprey ist englisch für Fischadler) aufzurüsten. Doch was kann der Rev 6 und ist er eine echte Alternative zu alteingesessenen Herstellern im Bereich der Trailrunningrucksäcke?

Der erste Eindruck und die Fakten

Das Hydraulics Trinksystem in seinem Fach - man merkt es nicht beim Laufen

Das Hydraulics Trinksystem in seinem Fach – man merkt es nicht beim Laufen

Schnell den Paketboten verabschieden, die Treppe hoch, Wohnungstüre zu und dann den Osprey Rev 6 aus seinem Paket befreien. Was gleich auffällt – und was ich von Osprey auch so gewohnt bin – ist der sehr hochwertige Eindruck. Da steht kein Faden über, ich finde keine unsaubere Naht, die Reißverschlüsse sind alle leichtgängig. So muss das sein! Die gewohnte Osprey Qualität bestätigt sich hier abermals aufs Neue.

Das Volumen des Osprey Rev 6 beträgt nach offiziellen Angaben 5 Liter (Größe S/M) bzw. 6 Liter (Größe M/L). Ich habe Größe M/L getestet, konnte das Volumen aber nicht nachprüfen. Das Gewicht beträgt nachgewogen 425 Gramm, also vier und eine Viertel Tafel Ritter Sport Schokolade. Ist zwar nicht quadratisch, aber der erste Eindruck ist praktisch und gut.

Mit in der Lieferung des Osprey Rev 6 ist ein Hydraulics™-LT-Wasserbehälter mit 1,5 Liter Volumen für die Flüssigkeitsversorgung. Der Wasserbehälter bringt nochmal 159 Gramm auf die Waage, kann allerdings optional auch herausgenommen werden.

Die Funktionen

Kleines Täschchen am Digi Flip bietet Platz für Notwendiges

Kleines Täschchen am Digi Flip bietet Platz für Notwendiges

Der Osprey Rev 6 ist zunächst einfach mal ein Trailrunningrucksack, bietet aber noch eine ganze Menge mehr. Am linken Schulterträger befindet sich der so genannte Digi Flip. Das ist eine am Träger integrierte Tasche, in die man perfekt sein Smartphone unterbringen kann. In der heutigen Zeit mit Sicherheit ein tolles Feature. Jedoch gibt es auch Leute wie mich, die kein Smartphone besitzen, sondern ein altbackenes Handy für 20 €, mit dem man telefonieren und SMS schreiben kann. Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich am Schulterträger eine Getränkeflasche unterbringen könnte. Aber das ist nur meine persönliche Einschätzung und viele andere Nutzer werden sicherlich von der Digi Flip begeistert sein.

Am rechten Schulterträger befindet sich eine kleine Tasche, die sich geschickt per Reißverschluss erweitern lässt. So kann man dort Kleinteile oder auch eine Getränkeflasche unterbringen. Geschickte Lösung, wie ich finde. Seitlich hat der Osprey Rev 6 zwei Flossen. Zusammen mit dem restlichen Tragesystem – zwei Gummistraps vorne über die Brust und verstellbare Schulterträger – soll sich so der Rucksack perfekt an den Träger anpassen und beim Laufen nicht verrutschen. An den Flossen befinden sich jeweils noch zwei kleine Mesh-Taschen. Diese kann man während des Laufens gut erreichen und sind so perfekt geeignet, um Utensilien unterzubringen, an die man schnell rankommen will, ohne dabei den Rucksack abzusetzen, wie zum Beispiel Klopapier oder Energieriegel.

Kleine seitliche Meshtaschen bieten Platz und sind beim Laufen ohne Absetzen gut zugänglich

Kleine seitliche Mesh-Taschen bieten Platz und sind beim Laufen ohne Absetzen gut zugänglich

Im Hauptteil des Trailrunningrucksacks befinden sich drei Taschen – in der hinteren davon findet das Wasserreservoir seinen Platz. Seit dieser Saison lässt es sich zusätzlich durch einen Schiebeverschluss verschließen und hat bei mir in keiner Weise geleckt. Per Ventil kann man es einfach vom Schlauch lösen und zum Befüllen oder Reinigen aus dem Rucksack nehmen. Der Clou beim System von Osprey ist der Magnet, mit dem das Mundstück am oberen Brustgurt befestigt werden kann und so beim Laufen kein bisschen stört, aber jederzeit erreichbar ist.

Das mittlere Fach ist für Kleinzeug wie Schlüssel, Geld, Personalausweis, etc. gedacht. Außerdem hat es hat einen integrierten Schlüsselaufhänger, damit nichts verloren geht. Die äußere Tasche ist zugleich die Haupttasche des Rucksacks. Ich habe sie mit der gängigen Pflichtausrüstung von alpinen Ultratrails zur Probe gepackt und alles anstandslos hineinbekommen. Auch für drei Laugenbrötchen, zwei Brezeln, zwei Croissants und zwei Rosinenbrötchen ist genug Platz, was selbst die hungrige Ehefrau nach dem sonntagmorgendlichen Lauf stets erfreut. Außen hat der Osprey Rev 6 eine Bungee-Kordel und bietet so zusätzlichen Stauraum für die Windjacke, etc.

Was mir fehlt und was vor allem bei langen Kanten in alpinen Regionen relevant wird, ist eine sichere Befestigung für Trailrunningstöcke. Wenn man also welche mitnehmen will, ist man gezwungen, diese durchgehend in der Hand zu halten. Auch die in manchen Pflichtsausrüstungen stehende Trillerpfeife ist nicht dabei. Normalerweise befindet sich die bei Osprey Rucksäcken integriert in den Schnallen der Brustgurte. Wieso hier darauf verzichtet wurde, erschließt sich mir nicht so ganz. Das ist schade und bringt leichte Abzüge in der B-Note. Es wäre aus meiner Sicht schön, wenn hier für die nächste Generation nach einer Lösung gesucht wird.

Der Praxistest

Das mittlere Fach ist perfekt für Kleinteile - durch den Schlüsselanhänger auch für Schlüssel

Das mittlere Fach ist perfekt für Kleinteile – durch den Schlüsselanhänger auch für Schlüssel

Der Osprey Rev 6 lässt sich vollständig befüllt sehr gut an den Körper anpassen. Die Passform ist allerdings, wie immer bei Trailrunningrucksäcken, sehr individuell, daher will ich nicht ausschließen, dass es Läufer gibt, denen der Rucksack nicht passt.  Mir hingegen hat er außerordentlich gut gepasst. Mein Testlauf ging daraufhin über ca. 30 km Distanz. Dabei war auch an Untergründen so ziemlich alles dabei – lange Asphaltstrecken, Forststraßen und teils technische Trailabschnitte. So konnte ich mir ein gutes Bild von den Laufeigenschaften machen.

Mein Fazit fällt unter dem Strich schließlich sehr positiv aus. Da wackelt kaum etwas, nur bei sehr schnellen Läufen und enorm abrupten Richtungswechseln kommt etwas Bewegung in die Sache, aber das auch nur minimal und kaum störend. Das Mundstück des Hydraulics Systems bleibt durch den Magneten zuverlässig an Ort und Stelle und ist so positioniert, dass man während des Laufens schnell hinkommt. Die seitlichen Mesh-Taschen in den Flossen sind ebenfalls problemlos erreichbar. Nach 30 km …

Das Fazit

Das Magnetstück hält duch den Magneten perfekt am Brustgurt

Das Magnetstück hält duch den Magneten perfekt am Brustgurt

…komme ich zufrieden und erschöpft wieder zu Hause an. Ich habe im Osprey Rev 6 ein zuverlässiges Spielzeug für lange Läufe und spaßiges Trailvergnügen gefunden. Und wie ich heute Morgen testen konnte, eignet er sich auch bestens für den Lauf zum Bäcker, wenn das Auto mal in der Garage bleiben soll – schließlich liegt uns die Natur als Trailläufer auch am Herzen. Lediglich die fehlende Stockbefestigung sowie die nicht bedachte Trillerpfeife bringen leichten Abzug in der dennoch guten Gesamtnote. Ich persönlich mag am Schulterträger lieber Meshtaschen für Getränkeflaschen und kein Digi Flip für’s Smartphone – wobei sich viele Trailläufer vermutlich schon eher darüber freuen werden. In diesem Sinne kann ich den Osprey Rev 6 mit bestem Gewissen nur empfehlen.

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