Bergfreunde Gear Tipp! (c) bergfreunde.de

Gear Tipp: Inov-8 – Terraclaw 220 – Trailrunningschuhe

6. August 2016

Kategorie

Sportart

Inov-8 Terraclaw

Inov-8 Terraclaw

Wer mich kennt der weiß, dass ich auf Inov-8 stehe. Im Bereich der Trailschuhe gibt es für mich keine bessere Marke. Vor allem, was das Produktportfolio betrifft. Hier bietet Inov-8 einfach für jeden Untergrund und für jede Distanz den richtigen Schuh. Der Terraclaw 220 tanzt allein durch sein Design mit der asymmetrischen Schnürung aus der Reihe. Ganz klar, dass dieser Schlappen getestet werden muss.

Von der ersten Begutachtung in der Wohnung ….

Der erste Test

Der erste Test

Auffallend am Inov-8 Terraclaw 220 ist die asymmetrische Schnürung. Diese soll den Schuh perfekt an den Fuß anpassen. Um ehrlich zu sein habe ich diesen Effekt nicht bemerkt, aber er bietet auch keinen Nachteil. Auf jeden Fall stimmt die außergewöhnliche Optik und macht den Schuh zu einem echten Hingucker. Die Zehenbox ist breit gehalten und bietet zusammen mit der Standard Fit Passform von Inov-8 genügend Komfort auch für lange Kanten. Die Sprengung ist mit 4 Millimeter eher im unteren Bereich, genau wie das nachgemessene Gewicht von 498 Gramm (Paar in Größe UK 10,5). Das sorgt neben dem Komfort für die nötige Brise Dynamik und Schnelligkeit.

Der Inov-8 Terraclaw 220 macht auf mich den üblichen hochwertigen Eindruck, den ich von dieser Marke gewohnt bin. Also, nichts wie das Laufzeug gepackt und ab auf die Trails – denn dafür ist der Schuh ja gemacht. Mal schauen, wie er sich im Einsatz schlägt und ob sich der erste gute Eindruck bestätigt.

….. raus auf die Trails ….

Getestet habe ich den Inov-8 Terraclaw 220 bei drei Runden auf der Schwäbischen Alb. Ingesamt waren das 88,5 Kilometer und 4510 Höhenmeter rauf und runter – die längste Strecke war 41 km. An Untergründen war nahezu alles vertreten, was einen Läufer auf Trails erwarten kann. Daher konnte ich mir ein sehr gutes Bild vom Laufverhalten machen. Nur alpine Geröllhalden haben gefehlt.

Auf allen Untergründen unterwegs

Auf allen Untergründen unterwegs

Der Grip der Dual C Sohle hat sich auf jedem Untergrund sehr griffig gezeigt mit leichten Abzügen auf nassem Holz und Fels. Für mich war der Grip aber auch dort absolut ausreichend. Die Stollen sind weit genug auseinander, so dass sich kein Matsch dazwischen festsetzten kann. Dadurch ist der Grip durchgehend gegeben. Auch Asphaltstrecken oder Forstautobahnen sind kein Problem. Man merkt die Stollen kaum. Mir ist nach den ersten Runden keine übermäßige Abnutzung aufgefallen.

Die Fersenkappe ist ziemlich niedrig. Dadurch entsteht beim Anziehen zunächst das Gefühl, man würde hinten rausschlappen. Das Phänomen kenne ich bereits von anderen Inov-8 Schuhen. Tatsächlich stellt sich das aber gar nicht ein. Vielmehr wird dadurch eine Irritation der Achillessehne verhindert und die Flexibilität des Schuhes erhöht. Die Zehenkappe bietet wenig Schutz. Daher ist konzentriertes Laufen erforderlich. Feindkontakt mit einem Stein oder einer Wurzel kann schnell schmerzhaft werden.

Der Inov-8 Terraclaw 220 bietet für mich einen optimalen Kompromiss zwischen Komfort und Schnelligkeit. Sowohl rassige Downhills, fließendes Flowgelände als auch zermürbende Gehpassagen bergauf meistert er perfekt. Der direkte Kontakt zum Untergrund und die flexible Sohle machen Spaß und bieten ein sehr dynamisches Laufgefühl. Das erinnert fast an „Barfußlaufschuhe“. Führung bietet der Schuh nicht. Da er sehr minimal gehalten ist, muss der Läufer selber führen können und darf sich hier nicht auf den Schuh verlassen. Ist man dazu in der Lage, steht dem nächsten vergnüglichen Trailtango nichts im Wege.

Kaum Abnutzung

Kaum Abnutzung

…. und ab ins Auto.

Ich habe jetzt drei Trailtangos hinter mir mit dem Inov-8 Terraclaw 220. Für Läufer, die führen können und einen Trailrunningschuh für einen breiten Einsatzzweck suchen, ist er ein nahezu perfekter Schuh. Für Anfänger ist er meiner Meinung nach eher weniger geeignet. Auf Grund des geringen Schutzes im Zehenbereich würde ich leichte Abstriche für den Einsatz auf rein alpinen, technischen Trails machen – oder man lässt den Feindkontakt einfach bleiben. So kommt man dann mit einem blauen Auge und nicht mit blauen Zehen davon. Der Schuh macht definitiv Spaß und wird mich noch auf vielen Geländeläufen begleiten – vermutlich auch in den Alpen. Olé!

Kommentare zu diesem Artikel
Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar