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Gear-Tipp: Black Diamond Vapor Helmet

7. März 2017

Kategorie

Sportart

Wenn Bergfreund Philip im frischen Neuschnee seine Bahnen zieht, dann gehört der Helm ebenso dazu, wie ein LVS-Gerät und die Lawinenschaufel. Sicherheit geht vor – und das zählt am Berg genauso, wie im Straßenverkehr oder auf dem Mountainbike. Warum er sich dabei auf den Black Diamond Vapor Helm verlässt, erfahrt ihr in seinem Gear-Tipp:

Vorgedanken

Der Black Diamond Vapor Helmet

Der Black Diamond Vapor Helmet

Seit geraumer Zeit hat sich im Skisport ein Trend durchgesetzt. Eigentlich ist es traurig, dass man in diesem Zusammenhang überhaupt von einem Trend sprechen muss, denn dieser Trend nennt sich Helm und sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Nicht zuletzt auf Grund namhafter Unfälle im freizeitmäßigen Skifahren, wie die Beispiele Althaus und Schuhmacher zeigen, tragen inzwischen rund 90% der Skifahrer auf Österreichs Pisten einen Helm. Vielfach wird gar über eine absolute Helmpflicht gesprochen und im Lift der Kopf über diejenigen geschüttelt, die noch ohne fahren.
Dabei frage ich mich, wann sich dieser Trend auf andere Bereiche des Lebens übertragen wird. Beim städtischen Fahrradfahren etwa oder beim Skitourengehen sieht man nahezu niemanden, der einen Helm zur Abfahrt trägt.

Mit der Zeit beschlich mich also mehr und mehr das Gefühl, dass ein Helm auch für mich hier sinnvoll ist und so machte ich mich auf die Suche. Da ich zur selben Zeit einen neuen und anständigen Kletterhelm benötigte, beschloss ich beides miteinander zu verbinden: Also einen neuen Kletterhelm zu suchen, den ich ebenfalls für meine Skitouren tragen konnte.

Die Wahl eines Kletterhelms fürs Skitourengehen hat verschiedene Vorteile:
Zum einen spart man eine Menge Gewicht, Geld und kann ihn gleich für beide Sportarten nutzen.

Während meiner Suche begegnete mir unterdessen immer häufiger der Vapor Helmet von Black Diamond.

Die Marke

Black Diamond ist ein Hersteller von Kletter- und Skiausrüstung aus Utah in den USA. In den USA bezeichnet sich das Unternehmen als führender Hersteller für Innovationen in diesem Bereich und ist in der Szene reichlich bekannt. Mit der Black Diamond Avalung gelang es ihnen beispielsweise, die große Alternative zum Lawinenairbag auf den Markt zu bringen.
Im Jahr 2010 wurde Black Diamond von Clarus Corporation übernommen, einem Ausrüstungs-Auftragnehmer des US-Militärs. Seit 2016 möchte Black Diamond seinen europäischen Hauptsitz aus der Schweiz nach Innsbruck verlegen.

Der Helm

Leicht und trotzdem stabil

Leicht und trotzdem stabil

Nach dem Kauf war ich zunächst einmal erstaunt, wie leicht der Helm bei gleichzeitig gutem Aussehen war. Ich hatte mir zusätzlich den Petzl Sirocco bestellt, der leider im Vergleich bei mir wirklich bescheuert auf dem Kopf saß, auch wenn er nochmal 30 Gramm leichter war. Da es mir bei der Wahl dieses Helmes sehr auf geringes Gewicht ankam, hatte ich mich in meiner Vorauswahl somit auf diese beiden Modelle beschränkt.

Allerdings hat die Leichtigkeit auch ihre Tücken, denn natürlich geht bei einem solchen Helm das geringere Gewicht auf den ersten Blick mit geringerer Sicherheit einher. Genauer hingeschaut wurde bei diesem Helm wirklich an jedem einzelnen Gramm gespart.
Um die nötige Sicherheit zum Klettern und für’s Skifahren dennoch zu gewährleisten, nutzt Black Diamond bei dem Vapor Helmet kleine Carbondrähte, die durch die Hartschale des Helmes gezogen sind, um ihm, bei gleichzeitig sehr dünner innerer Schaumschale, mehr Stabilität zu verleihen. Neben der Leichtigkeit fiel mir besonders positiv auf, dass der Vapor Helmet am Hinterkopf vergleichsweise tief runter gezogen ist, was einen verbesserten Schutz im Nackenbereich bietet.

Der Umstand, dass Black Diamond was das Gewicht betrifft, an der Grenze des Möglichen kratzt, zeigt sich auch in dem Fakt, dass der Helm nur der CE Norm entspricht. Die UIAA hat diesem Helm nicht Ihre Normkennzeichnung verliehen, da er die nötigen Schutzstandards nicht erfüllt. Allerdings sind diese höher angesetzt, als die der CE Norm – und lediglich die Letztere ist für den Verkauf als Kletterhelm in Europa erforderlich.

Da die CE Norm schließlich vollkommen ausreichend ist, überwog bei mir unter dem Strich ein sehr positiver Gesamteindruck.

Der Praxistest

Auch im Schnee volle Leistung

Auch im Schnee volle Leistung

Bisher hatte ich die Möglichkeit, den Helm auf einer Skitour und einem Kletterausflug auszuprobieren. Wie bereits oben erwähnt, ist der Helm ziemlich dünn und man kann ihn nicht, wie andere Helme, achtlos in den Rucksack stopfen. Darauf gilt es in der Praxis zu achten.

Sofern man bereit ist diesen Umstand zu akzeptieren, erhält man einen Helm, der sehr angenehm sitzt, den man kaum auf dem Kopf spürt und der hervorragend belüftet ist. Selbst auf einer Frühlingsskitour Anfang April ist mir darunter nicht zu warm geworden und ich hätte nahezu vergessen, dass ich ihn auf dem Kopf trage.
Das Verstell-System ist, im Anbetracht des geringen Gewichts, hervorragend gelungen. Angelehnt an das Drehrädchen-System, kann man die zwei kleinen Ratschennasen schnell und leicht verstellen – der Helm sitzt angenehm fest auf dem Kopf.

Darüber hinaus kann man nicht häufig genug betonen, dass dieser Helm im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten immer noch ziemlich gut aussieht. Bei den meisten anderen Helmen hat man häufig das Gefühl, sich irgendeine unförmige Haube auf den Kopf zu setzen – nicht so beim Vapor Helmet, wenngleich Schönheit natürlich stets im Auge des Betrachters liegt.

Fazit

Wer einen Helm sucht, der seinem Kopf in allen nur erdenklichen Fällen das absolute Maximum an Sicherheit bietet, der ist mit dem Vapor Helmet falsch beraten, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass die CE Norm an dieser Stelle völlig ausreichend ist.

Wer aber einen Helm sucht, der unglaublich leicht ist, der gut aussieht, da er flach am Kopf sitzt, und der einen hervorragenden Kompromiss zwischen Sicherheit und Gewicht bietet, der liegt mit dem Vapor Helmet goldrichtig.

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