Gear of the Week: Rock Pillars – Ozone QC – Kletterschuhe

21. September 2016

Kategorie

Sportart

Kompromisslose Performance - der Ozone QC von Rock Pillars

Kompromisslose Performance – der Ozone QC von Rock Pillars

Der Ozone QC Kletterschuh von Rock Pillars avancierte innerhalb kürzester Zeit vom Insider Tipp zum gut etablierten Top Kletterschuh. Kein Wunder, das patentierte 3-Force System sorgt für einen wunderbaren sitzt am Fuß und bietet zugleich sehr gute Unterstützung während des Kletterns. Hooken und präzises Antreten sind so problemlos möglich. Für den nötigen Grip sorgt die bewährte Vibram XS Grip Sohle.

Insgesamt also ein sehr gelungener Schuh den wir uns mal genauer ansehen wollten und so haben wir Rock Pillars um einen Blick hinter die Kulissen gebeten.

Unterwegs in den Hallen von Rock Pillars

Pepa Pazout seinerseits Entwicklungschef war bei der Sache sofort dabei. Er nimmt uns an die Hand und gibt uns eine kleine Tour durch die Hallen im tschechischen Bela pod Bezdezem.

Hi Pepa, danke, dass Du Dir die Zeit nehmen konntest! Rock Pillars hat eine lange Geschichte – wo hat alles begonnen?

Pepa - der Kopf hinter den Neuentwicklungen bei Rock Pillars

Pepa – der Kopf hinter den Neuentwicklungen bei Rock Pillars

Die Geschichte von Rock Pillars startete in den 80er-Jahren, als eine Gruppe russischer Kletterer begann funktionelle Kletterschuhe für den Eigenbedarf zu produzieren. Sie waren auch die ersten die auf die Idee kamen, die Sohle oberhalb der Ferse zu verlängern, um so das Hooken zu ermöglichen.

Die russischen Kletterer waren zu der Zeit sehr erfolgreich in den Weltmeisterschaften. Damals trainierten Sie oft in einem sibirischen Klettergebiet, das übersetzt so ähnlich heißt wie „Rock Pillars“ (Felssäule). Zu dieser Zeit stoß auch der tschechische Ingenieur Pavel Hendrych dazu und wirkte fortan in der Entwicklung mit. In den 90er-Jahren brachte er die Marke nach Tschechien und startete dort die Produktion der Rock Pillars Kletterschuhe.

Wird Rock Pillars heute immer noch ausschließlich in Tschechien produziert?

Die Schuhproduktion hat eine lange Tradition in Tschechien

Die Schuhproduktion hat eine lange Tradition in Tschechien

Ja! Die gesamte Produktion und Entwicklung machen wir in Tschechien. So haben wir alle Prozesse in unserer Hand und können dementsprechend schnell auf den Bedarf im Markt reagieren. Keiner der Rock Pillars Schuhe kommt übrigens aus Asien und obendrein hat die Schuhproduktion in Tschechien eine große Tradition, wovon wir profitieren können.

Seit wann bist Du dabei und was genau in der Job bei Rock Pillars?

Mittlerweile arbeite ich seit 7 Jahren bei Rock Pillars in der Entwicklungsabteilung. Zu beginn, muss ich sagen, wusste ich nicht sonderlich viel über Schuhe. Die 20 Jahre vorher habe ich als Karosseriedesigner gearbeitet. Ich habe viele Erfahrungen von Audi über Volkswagen bis hin zur Entwicklung von Truck-Auflegern. Heute bin ich Entwicklungschef bei Rock Pillars.

Auf den ersten Blick könnte man denken – was hat eine Autokarosserie mit Kletterschuhen zu tun? Gibt es dort Parallelen?

Tatsächlich ist es ein und dieselbe Sache. Ein Kletterschuh ist wie eine Karosserie für den Fuß. Nein im Ernst… eigentlich ist es wirklich sehr ähnlich. Ich bin überzeugt, dass jeder gute Designer für fast alle Produkte einen ähnlich guten Job abliefern kann.

Gute Materialien und viel Liebe zum Detail

Gute Materialien und viel Liebe zum Detail

Im Grunde muss das Produkt immer ein gutes Design haben, aus den passenden Materialen gefertigt sein und natürlich gut funktionieren. Zusätzlich muss es selbstverständlich auch kosteneffizient sein und dem Kunden gefallen.

Diese Regel ist nicht nur für Kletterschuhe gültig, sondern lässt sich auch auf Stühle, Flugzeuge und alle weiteren Produkte übertragen. Die Automobilindustrie ist ein Paradebeispiel für technisches Geschick, ausgefeilte Technologie, perfektes Qualitätsmanagement und Projektmanagement. Es ist ein gutes Modell für neue Ideen und Fortschritt, welches wir in die Kletterschuhproduktion transferieren können.

Kannst Du uns einen Einblick in den Entwicklungsprozess beim Ozone QC geben?

Präzision in Produktion & Entwicklung

Präzision in Produktion & Entwicklung

Wir haben alles für eine gute und präzise Entwicklung gegeben. Uns war von Anfang an klar, dass unsere Kernidee mit der besonderen Besohlung der Frontpartie des (3-Force System) die Möglichkeit eröffnet, etwas absolut Neues auf den Markt zu bringen – ein außergewöhnlicher Kletterschuh mit besonderen Eigenschaften und Design. Wir hatten die einmalige Gelegenheit!

Du kannst die beste Idee haben, aber wenn Du auch nur eine Kleinigkeit vergeigst und das Produkt auf den Markt bringst, dann verlierst Du Deine gesamte Glaubwürdigkeit. Deshalb haben wir uns bewusst die Zeit gelassen die wir brauchten und das waren beim Qzone QC zwei Jahre.

Können wir noch einen tieferen Einblick bekommen – wie genau wird der Schuh gefertigt und gibt es Besonderheiten?

Das 3-Force System sorgt für perfekten Sitz

Das patentierte 3-Force System sorgt für perfekten Sitz

Zu Beginn gab es nur die Idee und einen Entwurf von unserem Gründer Pavel Hendrych. Die Idee war das Sohlengummi wie eine Spirale um die Frontpartie des Schuhs zu „drehen“, wodurch sich der Schuh ideal an den Fuß anschmiegt.

Dieses Verfahren haben wir “3-Force System“ getauft und es patentieren lassen. Dieses funktionelle Element hat uns zu einem futuristischen Design inspiriert, wozu wir dann das auffällige Lime-Grün gewählt haben.

Wir mussten zudem einen komplett neuen Leisten entwickeln, den wir mittlerweile Asymmetrix getauft haben. Dieser hat eine besondere Dehnung und Umfang, vor allem in der Frontpartie, um zu verhindern, dass der Schuh durch das 3-Froce Gummi nicht zu eng wird.

Im Anschluss haben wir dann die Form und Position der Ferse angepasst. Hier mussten wir oft nachbessern, was nach einer Weile sehr ernüchtern sein kann. Man kann nie 100% der Kletterer mit nur einer Form gerecht werden.

Dennoch sind wir nicht zuletzt durch das Asymmetrix sehr zufrieden mit dem Schuh und bekommen sehr positives Feedback von Kletterern, die zu schätzen wissen wie perfekt sich der Schuh ihrem Fuß anpasst. Gleichzeitig musste eine Lösung für den richtigen Schnitt gefunden werden. Auf der einen Seite muss der Schnitt natürlich der Funktion dienen, auf der anderen Seite müssen die Linien für einen guten Look natürlich auch stimmen.

Nachdem der Ozone QC so ein Erfolg geworden ist – was können wir in der Zukunft von Rock Pillars erwarten?

Schaut vielversprechend aus: der Rebel QC von Rock Pillars

Schaut vielversprechend aus: der Rebel QC von Rock Pillars

Für die nächste Saison haben wir eine Reihe von Innovationen wie funktionelle Designverbesserungen und die Überarbeitung bestehender Modelle auf den Weg gebracht. Aber wenn Du komplett neue Kletterschuhe im Sinn hast, dann ist der Rebel sicherlich die neuste Innovation, die wir zum 1. Januar 2012 auf den Markt bringen möchten. Der Rebel basiert auf dem Ozone QC und nutzt die gleichen Kanten. Im direkten Vergleich zum Ozone QC hat der Rebel einen höheren Spann und liefert dadurch mehr Raum in der Frontpartie, wodurch er auch für weitere Füße komfortabel zu tragen ist.

Wie man schon sehen kann ist der Rebel für ein weites Spektrum von Kletterern gemacht, von ambitionierten Sportkletterern bis zu Freizeitkletterern. Der Rebel wird in einer Schnürversion und einer Schnellschlussvariante mit zwei gegenseitig verlaufenden Klettverschlüssen verfügbar sein.

 

 

 

Wir dürfen gespannt sein! Hab vielen Dank für das Interview Pepa. Wir wünschen Dir und dem ganzen Team für die Zukunft viele gute Inspirationen und eine Menge weiterer kreativer Ideen. Das Interview wurde von uns aus dem Englischen übersetzt. Die Original-Version findet Ihr unten.

Du hast auch einen Vorschlag? Dann her damit!

Englische Originalverion

Hi Pepa, thanks for your time! Rock Pillars has a long story to tell – where did everything start?

The story of Rock Pillars began in 80-ies, when a group of Russian climbers started their 4attempts to design and produce for themselves really functional sport climbing shoes. They were for instance the first, who realized the idea of a sole rubber extended over the heel part up to the heel strap to make it working by heel hooking. The Russians become very successful in World Cups. They often went to train to Siberian climbing area, of which the translated name sounds “Rock Pillars”. In that time, Czech engineer Pavel Hendrych joined and participated in development. He brought the brand to the Czech Republic in 90-ies and started the line production of Rock Pillars climbing shoes.

Wait, Rock Pillars are produced in the Czech Republic?

Of course, we have complete manufacturing facilities (including the Development) in the Czech Republic. Thanks to this, we have all the processes under control and we are able to respond quickly to market demands. None of Rock Pillars shoes is manufactured in Asia. On top of this, footwear production has in the Czech Republic its great tradition, from which we can also benefit.

Since when have you been working in the company and what is your job?

I started to work for Rock Pillars 7 years ago and joined the Development department. I did not know much about shoe production though. I was a car bodyworks designer previous 20 years. I got experience from development of truck cabs, from private car development in German Wolfsburg, from the construction of Skoda Auto and Audi in Ingolstadt. Nowadays, I am the head of development in Rock Pillars.

Construction of car bodies and shoes – these are two different disciplines. Or does it have something in common?

In fact it is the same thing. The climbing shoe is such a car body for the foot. No, seriously… In principle it is really very similar. I am convinced that a good designer thinks and works the same or very similar way by any kind of product. The product must always have a good design, must be constructed of suitable materials and must work well. In addition, it should be produced cost effectively and its final price must be acceptable for the customer. This principle is applicable not only in shoe production, but also by chairs, planes or hovers, everywhere. The automotive industry is a showcase of technical skill, advanced technology, perfect quality control and project management, focus on details. It is a good model for inspiration and improvement, which we can bring into footwear development.

How was it with Ozone QC?

We did maximum for proper and precise development. We knew from the very beginning, that the key idea with the special rubber application in the front part of the shoe (3-Force system) gives us an opportunity to bring to the market something absolutely new – an extraordinary climbing shoe for its parameters and design. We had the opportunity that will not be repeated. You can have the best idea, but if you do something wrong and launch the product, the customers will hardly believe you that „next time it will be better“. Therefore we took ourtime and the development of Ozone QC took us 2 years.

Tell us something more – how you constructed the shoe, in what was it so special?

At the beginning, there was the idea and sketch of Pavel Hendrych to twist the rubber band like a spiral around the front part of the shoe to make kind of loop, which would fix tight the foot in the shoe. We named this solution “3-Force system” and patented it. This functional element gave us also inspiration for futuristic design supported by the loud lime green colour. We had to develop completely new last, which we called Asymmetrix. This last should have an optimum circumference and dimension especially in the front part to prevent the 3-Force rubber band from being too tight. According to the front part, we then tuned shape and position of the heel. We had to rebuild it several times and it started to be really tiring. You can never satisfy 100 % of the climbing population with one shape – one last. But with Asymmetrix we are very satisfied, as we have a very good feedback from the users, who appreciate, how Ozone QC fits perfectly to their feet. Simultaneously, we solved the cut – especially the rubber parts with the patented 3-Force system. We needed to achieve the right shape for its functionality, also nice lines for good look and all together must have been workable.

I think that Ozone QC is performing very well. What next can we expect from Rock Pillars?

For the next season, we have prepared number of innovations like functional design improvements or face lift of some existing models. But if you are asking about completely new climbing shoe models, I would mention Rebel, which we are launching by 1st January 2012. Rebel comes actually from Ozone QC. Provoking black and white Rebel is based on the same last. Compared to Ozone QC, it has higher instep thereby more space in front part, which offers comfort also for wider foot-types. It is a middle class climbing shoe, intended for wide spectrum of climbers, ranging from sport ambition to leisure use. Rebel will be available with laces and also in quick-closure version with two opposing hook and loop straps.

We will be looking forward. Thanks for interview, Pepa. I wish you much inspiration and creative ideas to your whole team.

 

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