Gear of the Week: Mammut Smart Alpine

13. November 2015

Kategorie

Sportart

Mammut Produktmanager Fritz im Interview zum Mammut Smart Alpine

Mammut Produktmanager Fritz im Interview zum Smart Alpine

Bereits im Januar hat Bergfreunde Kunde Thomas das Mammut Smart zum Gear of the Week nominiert. Mittlerweile ist die alpine Version, welche das Verwenden von Seilen im Doppelstrang ermöglicht, erhältlich und erntet seit einigen Wochen fleißig Lorbeeren. Mammut Produktmanager Fritz gibt uns im Interview exklusive Einblicke in den Entwicklungsprozess und lässt erahnen warum das Smart ein solcher Erfolg wurde.

Zudem habt Ihr in dieser Ausgabe des Gear of the Week die Möglichkeit eines von drei Mammut Smart Alpines zu gewinnen. Mehr zum Interview und der Verlosung findet ihr hier.

Produktmanager Fritz im Interview

Hallo Fritz, vielen Dank, dass Du dir Zeit genommen hast – kurz für unsere Leser: was genau machst Du bei Mammut und da wir etwas neugierig sind: was machen Mammut-Mitarbeiter in den Pausen?

Fritz beim Test des Prototypen des Smart Alpine

Fritz beim Test des Prototypen des Smart Alpine

Ich bin seit zwei Jahren bei Mammut als Productmanager Climbing Equipment  für die Produktgruppen „Webbings“ (Klettergurte, Bandschlingen, Klettersteigsets) und „Technical Hardware“ (Karabiner, Sicherungsgeräte, Helme) zuständig. Als Productmanager (PM) ist es meine Aufgabe, die Kollektionen in den genannten Produktgruppen zu definieren und als „Auftraggeber“ für unsere Entwickler neue Produkte zu lancieren. Das Mitverfolgen und Mitgestalten des Entwicklungsprozesses vom Briefing auf Papier, über Prototypen, ausführliches Testen bis zum finalen Produkt ist ein sehr spannender Prozess und erlaubt es mir, meine grosse Leidenschaft für das Klettern auch im Beruf voll und ganz ausleben zu können.

In den Pausen halten wir uns – sofern es das Wetter erlaubt – gerne im eigenen Mammut-Boulderraum auf. Hier wird jedoch nicht nur bis zur Erschöpfung gebouldert, sondern gerne auch einmal der Grill eingeheizt, eine Slackline gespannt oder auch einfach nur auf den Crashpads in der Sonne gesessen und entspannt!

Nun zum Eingemachten: schaut man sich das Smart und das Smart Alpine an, so lag die Form und die Funktionsweise sicherlich nicht von Anfang an auf der Hand. Wo fängt man an bei der Konzepterstellung an und wie viele Personen arbeiten an der Entwicklung eines Sicherungsgerätes wie dem Smart Alpine?

Das ist vollkommen richtig. Der Ansatz „man nehme das Smart und verdopple es“ lag zwar nahe, es war mir aber relativ schnell klar, dass es so einfach nicht werden würde… Mit dem Smart, welches auf einem relativ unbekannten Vorgänger dem Mammut Sweet basiert, hatten wir eine gute Ausgangssituation. Die vielfältigen Anforderungen an ein alpines Sicherungsgerät stellten uns aber dennoch vor grössere Herausforderungen.

Detailaufnahme des Smart Alpine Prototyps

Detailaufnahme des Smart Alpine Prototyps

Zu Beginn jeder Neuentwicklung geht es zuerst einmal darum, die Anforderungen an ein das Produkt zu definieren und ein Konzept zu fixieren. Hier verfolgen wir verschiedene Formen zur Ideenfindung, wie Brainstormings, Innovations-Workshops oder Gesprächen mit Mammut Athleten, die sich für die Konzeptfindung bewährt haben.

Im Anschluss geht es darum, den gewählten Ansatz in einen ersten Funktionsprototypen umzusetzen. Hier ist dann die gesamte Entwicklungsabteilung involviert: ein Designer fertigt die ersten Skizzen an, die dann von unserem Entwickler im CAD umgesetzt werden. Der Entwicklungsprozess wird dabei vom Leiter der Entwicklung und von mir als PM ständig begleitet. Das heisst es sind mindestens fünf Personen ständig im Entwicklungsprozess involviert.

Wie sieht der weitere Entwicklungsablauf aus und welche Rolle spielen die Athleten aus dem Mammut ProTeam?

Sobald wir den ersten Funktionsprototyp in den Händen haben, wird dieser getestet und weiter verfeinert. Beim Smart Alpine war jedoch die Verfolgung von insgesamt vier sehr verschiedenen Konzepten inklusive Prototypen notwendig, bis wir uns sicher waren, dass wir die richtige Lösung gefunden hatten, die funktionieren wird. Die Feinarbeit hat uns dann auch noch einmal einige Monate inklusive langer Testphasen in unserer hauseigenen Sturzanlage oder beim Klettern von  Mehrseillängen-Touren gekostet.

Erst nachdem wir uns 100 prozentig sicher waren, dass das Gerät zuverlässig funktioniert, wurde eine kleine Vorserie produziert, die dann von unseren Alpin-Athleten aus dem Mammut Proteam aufs Härteste getestet wurde – unter anderem natürlich vor der Haustür von Stephan Siegrist, in der berühmten Eigernordwand. Mit dem Feedback der Athleten wurden dann noch einmal die letzten  Anpassungen vorgenommen und auf der OutDoor Messe Friedrichshafen im Sommer 2010 konnte das Smart Alpine dann endlich der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Kannst Du uns einen tieferen Einblick in Eure Testverfahren geben? Was muss ein Sicherungsgerät alles durch machen, um letztendlich in die Produktion zu gehen?

Material Folterkammer: die hauseigene FSturzanalage für Materialtests

Material Folterkammer: die hauseigene Sturzanalage für Materialtests

Wir haben den grossen Vorteil, dass wir bei Mammut sehr gut mit Testeinrichtungen ausgestattet sind: neben einem Testlabor mit verschiedenen Prüfmaschinen ist bei der Entwicklung eines Sicherungsgeräts vor allem die Sturzanlage von grosser Bedeutung. Diese muss man sich als einen Schacht über drei Stockwerke vorstellen, in welchem ein definiertes Normgewicht in einer Führung herabgeworfen werden kann. Bei der Entwicklung des Smart Alpine haben wir viele Tage in diesem Turm verbracht. Das Gerät sollte natürlich mit jedem Seildurchmesser und jedem Karabiner gleich gut funktionieren, das heisst, das Gerät wurde vom dünnsten Zwillingsseil bis zum dicksten Einfachseil und jeweils mit verschiedenen Karabinern getestet. Aus diesen Testreihen ging dann hervor, dass es nicht möglich sein würde, ein Gerät für alle Seildurchmesser zu entwickeln, weswegen es heute die beiden Versionen des Smart Alpine gibt – einmal für Seildurchmesser von 7.5 bis 9.5 mm, und einmal für dickere Seile mit Durchmesser 8.9 bis 10.5 mm.

Von grösster Wichtigkeit sind neben diesen Laborversuchen die Tests in der Praxis, schliesslich muss das Sicherungsgerät am Ende beim Alpinklettern auch einwandfrei funktionieren! Mit den Funktionsprototypen können wir aus Sicherheitsgründen nicht immer sofort raus in die Berge, weswegen wir hier auch viel in die nahegelegene Kletterhallen gehen und dort testen.

Beim Smart Alpine haben unser Entwickler und ich uns aber sogar mit einem recht provisorisch zusammen geschraubten Prototypen in eine Klettertour mit sechs Seillängen gewagt, da uns die Tests in der Halle nicht ausreichten. Eine breit angelegte Testreihe mit dem Mammut Proteam findet dann statt, wenn wir eine erste Vorserie aus der Produktion bekommen. So haben wir noch einmal Zeit, vor der tatsächlichen Produktion das Feedback unserer Alpinprofis in das Produkt einfliessen zu lassen.

Gewinne eins von drei Mammut Smart Alpine

In Kooperation mit Mammut verlosen wir unter allen Teilnehmern drei Mammut Smart Alpines 7,5 – 9,5mm. Teilnehmen könnt ihr bis einschließlich So. den 1. Mai. Wir drücken Euch die Daumen!

Teilnehmen können alle bis So., den 1. Mai 2011. Die Gewinner werden am Folgetag per Los gezogen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt sowohl im Basislager-Blog sowie per E-Mail. Die Preise werden in den darauf folgenden Tagen durch uns an die Gewinner gesendet.

Alle Teilnehmer erklären sich bereit, dass im Zuge der Nennung der Gewinner ihr Name durch uns veröffentlicht wird (i.d.R. in der Form Vorname zzgl. 1. Buchstage des Nachnamens). Wir hoffen von den Gewinnern in den darauf folgenden Wochen ein Bild von sich und dem Gewinn sowie ein paar Zeilen dazu zu erhalten, welche ebenfalls im Basislager veröffentlicht werden sollen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und die Mitarbeiter der Bergfreunde GmbH sowie von Mammut sind leider von der Teilnahme ausgenommen.

Es gelten die Datenschutzrichtlinien der Bergfreunde GmbH.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. http://kletterlaune.de (flo) sagte am 18. April 2011 um 16:37 Uhr

    Hi,
    interessanter Artikel. Wir sind vom Smart Alpine begeistert und haben auch einen ausführlichen Testbericht mit Videos dazu gemacht. Den Testbericht findet ihr hier:

    http://kletterlaune.de/2376/das-mammut-smart-alpine-im-langzeittest/

    Gruß
    flo

  2. Jascha sagte am 2. Mai 2011 um 13:55 Uhr

    Vielen Dank an alle für die lustigen Zuschriften und herzlichen Glückwunsch an die drei Gewinner der Mammut Smart Alpine Verlosung: Oliver B., Stefan S., Markus G.!

Andere Bergfreunde freuen sich auf deinen Kommentar

€ 5 sofort
Für deine nächste Bestellung
Nein, danke.