Gear of the Week: Hanwag – Ferrata Combi GTX – Bergstiefel

4. Februar 2013

Kategorie

Sportart

Hanwag - Ferrata Combi GTX

Hanwag - Ferrata Combi GTX

Die Firma Hanwag ist ein deutscher Hersteller von Wander- und Bergschuhen der Spitzenklasse. Die Schuhe werden ausschließlich in Europa gefertigt. Die breite Produkt-Palette von Hanwag lässt keinen (Schuh-) Wunsch offen und reicht vom Winterstiefel bis zum Extrem-Bergstiefel. Bergfreund Marcus hat den steigeisenfesten Bergstiefel „Hanwag Ferrata Combi GTX“ in den Dolomiten ausgiebig getestet und stellt ihn in seinem Gear of the Week vor.

Hanwag Ferrata Combi GTX

Worst case scenario: sechs Tage vor dem Sommerurlaub bestehen die alten Wanderstiefel den Härtetest (3-Tagestour mit Regen und Schnee) nicht mehr zur vollen Zufriedenheit.

„Risikoabwägung“: zwei Wochen Dolomiten mit den bequemen, aber bei schlechtem Wetter an ihre (Haftungs-) Grenzen kommenden Stiefeln oder doch die Investition in ein neues Paar vorziehen und die Gefahr von Blasen und Druckstellen in Kauf nehmen?

Die Entscheidung fiel auf Letzteres und die Wahl auf ein Paar Hanwag Ferrata Combi GTX (auch in der Frauenvariante/Junior Variante erhältlich), „die alten Stiefel können ja als Reserve mit“ dachte ich mir. Die Farbe musste erst Mal hinten anstehen, auch wenn „gletscher“ doch meinen Geschmack eher getroffen hätte als „orange“ (aber falls ich kopfüber im Schnee stecken sollte, sieht man die orangenen Stiefel ganz gut).

Also ging es dann mit zwei Paar Stiefeln in den Urlaub. Am Anreisetag blieb noch genug Zeit für einen einstündigen Spaziergang zum „Einlaufen“ der neuen Schuhe. Dann war die Schonfrist vorbei und sie mussten beweisen, was sie können…

Die Furcht vor etwaigen Scheuerstellen, die nach dem kurzen Spaziergang aufkam, war völlig unbegründet. Der Fuß sitzt bombenfest dank der Zweizonenschnürung. Der Schuh ist schmal geschnitten, so dass er sich tatsächlich wie eine zusätzliche (zugegeben sehr robuste) Haut trägt. Außer im Skistiefel hatte ich noch in keinem Schuh einen so guten Halt.

Die erste richtige Tour war wie gemacht für den Stiefel:

auf zwei kurzen Klettersteigen und den dazwischen liegenden Wegstücken über Fels konnte er zeigen, was er kann. Die Sohle ist schön steif, auch wenn die ersten Meter eher tapsig ausfielen (der alte Stiefel war doch schon deutlich weicher beim Abrollen). Doch mit jeder Tour stieg (und steigt) die Freude an den neuen Stiefeln. Die wollt ich abends gar nicht mehr ausziehen. Obwohl ich keine Chance hatte den Schuh gründlich einzulaufen gab es in den ersten zwei Wochen keine Blase!

in dem Gebiet fühlt sich der Schuh wohl

in dem Gebiet fühlt sich der Schuh und Träger wohl

Neben verschiedenen Klettersteigen durfte er auch die Gletscherausläufer der Marmolada kennen lernen, wo wir uns ebenfalls wohl fühlten. Dank Geröllschutz konnten ihm auch Schuttabfahrten bisher nichts anhaben. Lediglich auf der Innenseite beider Schuhe zeigten sich nach zwei Sommern mit vielen Klettersteigen und einigem Felskontakt aufgescheuerte Nähte (was ich aber hauptsächlich meiner Technik zuschreibe), die jedoch anstandslos repariert wurden. Das war bisher der einzige kleine Dämpfer unserer gemeinsamen Zeit.

Fazit

Die Stiefel sind nun seit über einem Jahr im Einsatz und ich bin immer noch begeistert. Blasen sind bisher eine Ausnahmeerscheinung (wenn ich die Stiefel zu locker gebunden habe). Die Füße bleiben von Witterungseinflüssen trocken verpackt, wobei eine Regentaufe noch aussteht, aber im Schnee hat er sich bewährt. Nur leider konnte ich die (bedingte) Steigeisenfestigkeit noch nicht testen, das kommt aber auch noch.

am Gipfel angekommen ohne Blasen

am Gipfel angekommen ohne Blasen

Ein weiterer Vorteil der Stiefel: sie sind ausdrücklich neu besohlbar, was je nach Nutzungsintensität schon recht bald nötig sein könnte. Die guten Haftungseigenschaften kommen nicht von ungefähr, auf schrägem Fels fühlt es sich an, als wäre man festgeklebt. Sicher kein Stiefel für den sonntäglichen Spaziergang auf der schwäbischen Alb (aber auch dort macht er sich bestimmt gut). Wie sein Name verrät ist er für den Einsatz am Klettersteig super geeignet. Auch ein langer und mühsamer Zustieg machen ihm nichts aus. Sein wahres Können zeigt er in jedem Fall jenseits der Baumgrenze.

An das Orange habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Die Stiefel mussten mich bisher auch noch nicht aus einem Schneefeld „retten“ und die alten Stiefel fuhren unberührt in der Kiste, in der sie mitgenommen wurden, wieder zurück nach Hause… Jetzt hoffe ich, dass es noch viele Jahre dauert, bis dem Ferrata Combi GTX das gleiche Schicksal droht, denn ich hab noch einige Ziele im Kopf, an die er mich bringen soll.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. jo sagte am 5. Februar 2013 um 08:44 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen… super Schuhe… bin absolut zufrieden damit!

  2. Narobik Bigosu sagte am 20. Mai 2013 um 06:21 Uhr

    Orange scheint das neue Schwarz zu sein ;) Hier werde ich beim Kauf wohl auf Lime weichen müssen, weil ich schon orangefarbene Air besitze (die zum Starten, Landen und Zusteigen – und natürlich zum warten auf den Wind… – klasse sind, auf dem Boden aber einige Schwächen haben…).

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