Spitz Jacket. Foto: Haglöfs

Gear of the Week: Haglöfs Spitz Jacket

11. November 2016

 

Die Haglöfs Spitz II

Die Haglöfs Spitz II

Der Kauf einer neuen Regenjacke kann schon gerne mal einige Wochen Recherche in Anspruch nehmen. Zig verschiedene Membranen, Hersteller und allerhand Details gilt es zu vergleichen – schließlich kosten die begehrten Stücke gerne mal einige hundert Euro.

Im aktuellen Gear of the Week führt Euch unser Auszubildender Kilian durch das Wirrwarr der Hardshelljacken und verrät wie er bei seinem persönlichen Gear of the Week, der Spitz Jacket von Haglöfs, gelandet ist.

Auswahl der richtigen Jacke

Um endlich für jedes Wetter gerüstet zu sein, habe ich mir die Spitz von Haglöfs zugelegt. Aus meiner alten Regenjacke bin ich langsam aber sicher rausgewachsen. Zudem war diese eher „billig“, was an der Verarbeitung und der Qualität sichtbar wurde. Schutz vor anhaltendem, intensivem Regen war mit dieser Jacke nicht gewährleistet, auch die Atmungsaktivität war vergleichbar mit der einer Alditüte. Meine Softshell von Mammut bietet beste Bewegungsfreiheit und absolute Winddichte. Klasse Jacke für Sonnenschein und Schnee. Da gibt’s nur ein Haken: eine Softshell ist meist nicht wasserdicht! Kleine Regenschauer sind kein Problem, bei anhaltendem Regen hat man jedoch verloren. Die Lösung: Eine gute Hardshelljacke muss her. Mit dieser neuen Jacke wollte ich zudem so viele Bereiche wie möglich abdecken, d.h. Benutzung als normale Regenjacke zum Radfahren, Joggen und in die City, zum anderen zum Skifahren, Bergsteigen, Klettern und Wandern. Zudem sollte die Jacke ganzjährig brauchbar sein. Beimeiner Recherche bin ich über mehrere Jacken gestoßen, die mir zugesagt haben. Zum einen die Alpha LT und SV von Arcteryx, die Nordwand Jacket und die Albaron Jacket von Mammut, die Alpinist Jacket von Marmot und die Spitz Jacket von Haglöfs.

Die Membrane

Alle Jacken sind mit einer Gore-Tex Pro Shell Membrane ausgestattet, welche mir von Freunden und Bekannten empfohlen wurde. eVent Membran hat mich aufgrund der leichten Entflammbarkeit, der schlechten Umweltverträglichkeit und der technischen Daten nicht überzeugt. Über die neue Sympatex Membran habe ich noch zu wenige Erfahrungsberichte gehört, wobei die Angaben des Herstellers gut klingen. Natürlich gibt es noch weitere Membranen von anderen Herstellern wie z.B. die Dermizax Membran von Toray, welche ich ebenfalls interessant finde oder die MemBrain von Marmot. Die neue Gore-Tex Active Shell hat mich mit der noch höheren Atmungsaktivität sehr angesprochen. Da ich die Jacke jedoch nicht streicheln will und ich mir auch mal einen schweren Rucksack aufbinden möchte, habe ich mich letztlich doch für eine robuste Gore-Tex Pro Shell Membrane entschieden. Die Kaufentscheidung für die Spitz war dann doch eher ein Spontankauf. Die Jacke war bei den Bergfreunden gnadenlos reduziert, zudem gab es noch genau eine in meiner Größe; da musste ich zuschlagen!

Erster Eindruck

Ich bin 1,77m groß und habe mir die Jacke in Größe M geholt. Die Jacke sieht optisch super aus, mit sauber verarbeiteten Nähten, laminierten Reißverschlüssen und cleveren Details. Die Jacke hat einen super Schnitt und liegt bei mir gut an, hat aber noch genug Platz für ein leichtes Daunen- oder Primaloftjäckchen, welche ich als zusätzliche Isolationsschicht darunter tragen kann.

Details

  • Die Jacke hat eine gut regulierbare, helmtaugliche Kapuze, welche man mit Hilfe von vier Gummischnüren einstellen kann. Falls die Kapuze mal stören sollte, kann man sie in den Kragen einrollen um sie zu verstauen. Mit eingerollter Kapuze ist der Kragen allerdings etwas steif, was den Tragekomfort der Jacke unwesentlich mindert.
    gut einstell- und einrollbare Kapuze

    gut einstell- und einrollbare Kapuze

    gut zugängliche Napoleontaschen

    gut zugängliche Napoleontaschen

  • Die zwei großen Napoleon Taschen an der Brust sind auch mit Klettergurt oder Rucksack noch gut zu erreichen. Diese sind auch groß genug für Landkarten, Snacks und sonstigen Krimskrams. Im Vergleich zur Nordwand Jacket von Mammut finde ich die Reißverschlussposition direkt an der Brust einiges komfortabler als an der Seite der Jacke.
  • Am linken Oberarm ist ebenfalls eine kleine Tasche angebracht. Diese finde ich allerdings etwas schwergängig beim Öffnen und Schließen.

    praktische Innentaschen

    praktische Innentaschen

  • Wenn man die Jacke öffnet, findet man noch zwei innenliegende Taschen, eine rechts und eine links (Jacke ist angezogen). Die linke Tasche besitzt einen Reißverschluss um Wertsachen sicher verstauen zu können. Die rechte Tasche ist nach oben hin geöffnet; dies finde ich recht praktisch um z.B. eine Mütze oder Handschuhe reinzustecken.

    große Unterarmreißverschlüsse

    große Unterarmreißverschlüsse

  • Für die nötige Belüftung sorgen zwei große Unterarmreißverschlüsse, die sich mit Hilfe von zwei Zippern öffnen und schließen lassen. Um die Reißverschlüsse zu bedienen muss man die Ärmel der Jacke festhalten und den Arm nach oben strecken. Aufgrund der Laminierung der Reißverschlüsse laufen diese leider nicht so gut, wie ich mir das vorstelle. Die zwei Zipper helfen allerdings die Bedienung zu erleichtern.

    gute Armlänge

    gute Armlänge

  • Die Ärmel sind lang genug um auch beim Radfahren an den Handgelenken geschützt zu sein. Der Klettverschluss an den Ärmelbündchen ist gut. Ich hatte schon Jacken, bei denen die Ärmelbündchen aufgrund des Klettverschlusses öfters mal aufgingen. Dies ist bei dieser Jacke nicht der Fall. Auch die Ärmelbundöffnung ist groß genug geschnitten, um den Ärmel problemlos über einen dicken Handschuh zu stülpen.
  • Die Spitz von Häglöfs hat keinen Schneefang. Ich persönlich hätte mir einen abzippbaren Schneefang gewünscht; es geht aber auch ohne. Ein Schneefang an einer Alpinjacke hilft bei einem Sturz beim Skifahren / Skitourgehen vor Schnee, der sich unter die Jacke schieben kann. Er bedeutet jedoch auch mehr Gewicht und eine weitere Scheuerstelle beim Tragen eines Rucksacks.

Funktion

Die Spitz ist eine 3-Lagen Gore-Tex Pro Shell Jacke, welche super robust, abriebfest und doch sehr atmungsaktiv ist. Die Atmungsaktivität konnte ich zu Beginn bei der Heimfahrt von der Arbeit auf dem Fahrrad testen. Ich war überrascht, wie wenig feucht meine Midlayer waren. Beim Ausziehen der Jacke stellte ich jedoch einen Feuchtigkeitsfilm an der Innenseite der Jacke feststellen. Dies ist allerdings bei Gore-Tex Membranen bekannt. Das Obermaterial ist etwas knittrich, was den Rascheleffekt beim Anziehen und Bewegen ausmacht. Anders als z.B. bei der Nordwand Jacket von Mammut, bei der Stretch mit eingearbeitet wurde. Mit gerade einmal 500g ist die Jacke sehr leicht und steht der Konkurrenz in nichts nach.

Fazit

Eine klasse Jacke, die hält was sie verspricht. Für denjenigen, der nur eine Regenjacke sucht, ist diese etwas übertrieben; da gibt es billigere Jacken die auch gut dicht halten. Für jeden der viel Wandert, Hochtouren oder Klettern geht, ist diese Jacke auf alle Fälle zu empfehlen. Für den Wintersport Skitouren, Skifahren fehlt leider der Schneeschutz, ansonsten auch für diese Einsätze eine super Jacke. Bereut habe ich den Kauf bisher nicht; ich bin gespannt wie lange mich diese tolle Jacke trocken halten wird und was sie noch alles am Fels einstecken kann.

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Alle weiteren Informationen findest Du hier.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. fabian sagte am 26. März 2012 um 19:48 Uhr

    Hey Kilian,

    wichtiger Tipp: Wenn du die Jacke im Alltag trägst, unbedingt regelmäßig innen mit Wasser den Schweiß abwaschen, der löst nämlich die Laminierung. Und das ist in der Regel kein Garantiefall bei Haglöfs (mit Kulanz natürlich meistens dann schon).

    Mich würde noch interessieren warum du Gore-Tex für umweltverträglicher findest als eVent? ;)

    LG

  2. Daniel Rübl sagte am 27. März 2012 um 09:08 Uhr
  3. Simon sagte am 15. April 2012 um 13:24 Uhr

    Hallo Kilian,

    ich habe die Jacke schon ca. 2 Jahre – kann also auch den Langzeittest (sogar im patagonischen Wind und Regen) beurteilen.

    Grüße

    Simon

  4. […] Tipp: Immer mal wieder im Berfreunde Blog vorbeischauen, hier gibt es ständig Anregungen und Vorschläge für […]

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